MEAT – An Acquired Taste CS

Na? Bock auf ein bisschen Black Sabbath? Also den Kram aus der Zeit, als Ozzy noch gesoffen hat und lustig war? Na dann kommt mal her und schaut euch ein leckeres Stück Fleisch an… Zumindest klingt das ein bisschen so, was der Herr Mitch da mit seinem Projekt MEAT hier eingereicht hat. Also nach Black Sabbath, nicht nach Fleisch. Wie soll denn Fleisch klingen, bitte? Echt mal…Mist, jetzt muss ich darüber nachdenken.

Doch zurück zum Thema. Angeblich gibt es das Projekt aus Melbourne schon länger und angeblich gibt es auch bereits zwei andere Veröffentlichungen, die ich aber nirgends finden kann. Und ich hab sogar Google benutzt.
Egal, es waren angeblich sowieso nur digitale Releases. Jetzt aber kommt via Pissfart Records endlich was Handfestes von den Rock n’Roll spielenden Proto Metal Punkern. Es ist zwar nur eine EP geworden und die auch nur auf Kassette und davon auch erst einmal nur 2 Songs vorab, aber der eine Song davon, der ist richtig gut.

UPDATE: Jetzt das ganze Tape im Stream. Hurra.

Mit Leuten von Slush, Brad Pot und Mesa Cosa ist das also auch wieder eine lustige Melbourne Truppe, die sich passenderweise demnächst mit den großartigen Pist Idiots die Bühne teilen wird.

Vielleicht sollte ich Weihnachten und Silvester und 2020 in Australien verbringen. Mann Mann Mann.

Ill Globo – Check The Odds 7″

Melbourne ist eine Quelle nicht enden wollender Punk und Garage Helden. Dort scheint eine besondere Art der Kreativität zu sprudeln, die dann sofort mit ganz viel Bier und Speed und Gras niedergeknüppelt wird und zu dem Sound führt, den die ganzen großartigen Bands aus der Stadt zelebrieren.
Nun haben sich Ill Globo angeschickt, diesen Rumpelkrach zu perfektionieren und hauen nach ihrem Demo eine Single raus, die mal eben 8 Songs in knapp 10 Minuten in den Hörgang bläst und keinen Muskel im Körper locker lässt.

Punk Rock Garage Hardcore Noise, oder so – vielleicht sollte man bald mal -in Anlehnung an Nardcore- eine eigene Bezeichnung für die Szene aus Melbourne finden.  Bournecore? Ugh…

Die Band scheint im übrigen sehr stolz darauf zu sein, diese 7″ in Australien gepresst zu haben, zumindest weisen sie mehrfach darauf hin. Also bitte, wenn ihr eine in Australien gepresste Single haben möchtet (?), dann kauft doch bitte dort.

UBIK – Next Phase LP (Update)

Australien überholt den englischsprachigen Raum Europas und Amerika in Sachen Punk Rock sowas von lässig auf der rechten Spur, da können die alten Männer nur schreckhaft ihr Pils auf dem Schmierbauch verschütten und ächzend dabei zusehen, wie eine Meute Wilder mit komischen Haaren johlend ihre Show stehlen. Und die dürfen das, bei denen ist Linksverkehr.

Das heutige Beispiel kommt aus Melbourne und nennt sich UBIK. Entstanden als Nebenprojekt von den düsteren Post Punkern MASSES (die auch ziemlich geil sind), haben sich die 4 Australier mit der neuen Band UBIK einen roheren, wilden und jugendlicheren Anstrich verpasst und dem Attribut „Brat-Beat Punk“ verschrieben – cool!

Bisher sind ein Demo, eine Single und eine Split Single erschienen, die man teilweise sogar hier auch einigermaßen günstig kaufen kann. Nun kommt also endlich ein Album bei Iron Lung Records raus und man darf schon einmal den Opener hören, der mit dem Titel „John Wayne (is a Cowboy (and is on Twitter))“ allein schon super ist, aber auch musikalisch total überzeugt. Immer noch wild, melodisch und angepisster Krach, der mich ein bisschen an eine Mischung aus Natterers und Amyl and the Sniffers denken lässt. Aber hört selbst.

Jetzt das komplette Album. Ich nehm 2.

Ich würde die LP ja direkt vorbestellen, aber das verdammte Porto…kennt nicht jemand einen Vertrieb in Europa für Iron Lung???

Civic – Selling, Sucking, Blackmail, Bribes 7″

Na, erinnert ihr euch noch an die großartigen Rotz’n’Roller aus Geelong in Australien? Da hatte ich mich letztes Jahr schon für begeistern können und lauwarme Worte für die 12″ gefunden. Und jetzt gibt es demnächst eine neue Single von den 5 Verrückten, von der man heute bereits einen Song vorab hören darf. Sehr großzügig. Danke, Civic.
Die Single wird demnächst auf Total Punk Records herauskommen. Passend, wo doch auf dem Label fast ausschließlich nur super Bands ihre Sachen veröffentlicht haben (Predator, Brandy, Erik  Nervous, Video etc.). Außerdem spielen Civic am 03. September im Hafenklang in Hamburg und ich überlege schon, ob ich nicht einfach nach dem Get Lost Fest einfach noch in dem Laden liegen bleibe, um mir diese geile Band live anzusehen…

Der neue Song erinnert mich vom Gesang ein bisschen an G.G. Allin, keine Ahnung, wo diese Assoziation auf einmal herkommt, aber schlecht ist das ja nicht. Ansonsten ein bisschen wilder als auf der 12″ und ziemlich druckvoll. Kommt am 26. Juli offiziell raus, kann man jetzt vorbestellen.

Bench Press – Not The Past, Can’t Be The Future LP

OK, also Bankdrücken. Ich würde tippen, dass ich locker äh, 20 Kilo schaffe. Ist das viel oder wenig? Was bringt das eigentlich, wenn man 300 Kilo im Liegen hoch drücken kann? Das reicht ja nicht mal für einen Trabant, der wiegt schon das Doppelte. Vielleicht nützlich, wenn man mit zehn Kleinkindern auf einmal spielt oder einen sehr schweren Sexualpartner hat, der auf einmal beim Akt stirbt und man unter ihm/ihr begraben ist. Aber auf diesen eher unwahrscheinlichen Fall hin zu trainieren, erscheint irgendwie etwas übertrieben.

Hm. Auf jeden Fall war es lustig, den Suchbegriff „Bench Press Record“ ohne Nachzudenken ins Internet zu tippen. Da werde ich wohl demnächst interessante Werbung auf diversen Webseiten sehen.
Egal.

Die zweite Platte von Bench Press ist auf jeden Fall ein schönes Stück Post Punk, die ein paar gute Momente von Fugazi (Gesang) und anderen Washington DC Bands mit Ausflügen nach San Diego (Hot Snakes) und London (Wire) verbindet. Dabei stammt die Band eigentlich aus Melbourne und steht in der Tradition diverser Garage Bands, welche man hier und da auch tatsächlich heraushören kann.

Ist kürzlich natürlich bei Poison City erschienen und steht bald bei eurem Lieblingshändler im Regal. Ich geh dann jetzt mal pumpen.

Slush – S/T EP

Ein Power Pop Punk Rock Trio aus Melbourne namens Slush hat mich aufgeklärt, was eine Menstruationstasse ist. Keine Ahnung, ob ich ignorant oder einfach nur unwissend war, aber jetzt bin ich schlauer – das Ding da auf dem Cover, das ist eine Menstruationstasse. Schön.

Das scheint auch der Band wichtig zu sein, zumindest haben sie zu dem Song ein Video veröffentlicht, obwohl doch eigentlich „Bleed“ der Hit der EP ist.
Egal, thematisch nimmt sich das nicht viel. Vielleicht ein bisschen albern das Video, aber was solls.

Sehr kurzweiliger Kram mit schönen Melodien und tollen Stimmen. Dazu noch ein Bashing des bekloppten U2 Sängers – was will man mehr? Die EP ist vor kurzem auf einer hübschen pinken Kassette erschienen und zugleich die erste Veröffentlichung der Band, da könnte also noch viel Gutes demnächst kommen. Und ich hab offenkundig noch nicht ausgelernt.

Pinch Points – Moving Parts LP

Welches Wort benutzt Ihr eigentlich für „Brötchen„? Semmel, Wecken, Schrippe, Rundstück? Oder wie nennt Ihr ein Limo/Bier Gemisch? Radler, Alster, Russ, Panasch? Es ist ja schon immer wieder interessant, wie man anhand von kleinen Unterschieden in der Wortwahl die regionale Herkunft von seinen Mitmenschen bestimmen kann. Und damit meine ich tatsächlich nur diese kleinen Unterschiede; dass niemand Eichhörnchenschwanz auf Bayrisch verstehen/sagen kann, der nicht dort geboren ist und dass Plattdeutsch eine eigene Sprache ist – geschenkt.

Klar ist es spannend, dass sich ein Opa aus dem Allgäu nicht mit einer Oma von den friesischen Inseln unterhalten kann, ohne dass sie beide über den blöden sich gegenüber hockenden Ausländer schimpfen, der nicht mal richtig Deutsch sprechen kann. Aber viel spannender noch finde ich die Tatsache, dass man beiläufig in einer Unterhaltung mit seinen lieben Mitmenschen plötzlich merkt, dass sie ja völlig bekloppt daherreden und falsche Vokabeln benutzen, obwohl man sie bislang für ganz normal und gescheit gehalten hatte.

In der Bibel gibt es da eine „Geschichte„, in der Leute, die das Wort „Shibboleth“ nicht korrekt aussprechen konnten, nicht nur der Zugang zu einer Stadt verwehrt, sondern die auch kurzerhand in den Jordan geworfen wurden. Sollen 42000 Menschen gewesen sein. Hach, das Alte Testament, das waren noch Zeiten, werden sich jetzt sicherlich die Bayern denken, die gerne den gleichen Test mit Zuagorasten machen würden.

Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf, ihr Penner…verzeihung Zipfiklatscha!

Rubber Room – Chemical Imbalance CS

Ziemlich geiler und verrückter Scheiß aus Melbourne. Hört sich an wie die Screamers mit einer Prise Reatards. Sag ich ja, geiler Scheiß.

Die Kassette ist schon etwas älter und kommt jetzt in einem Repress daher, das in 9 verschiedenen Farben serviert wird. Toll, könnt ihr euch eure Lieblingsfarbe aussuchen und dann direkt bei dem sympathischen Label Pissfart Records bestellen.

Clowns – Lucid again LP

Clowns aus Melbourne haben mit ihrem dritten Album ganz schön auf die Kacke gehauen. Die unermüdlich tourenden Australier sind zuvor eigentlich eher mit ihrem hochenergetischen Hardcore-Punk-Gemisch aufgefallen und knüppelten ordentlich böse vor sich hin. Nicht, dass mit Lucid again jetzt das Publikum eingeschläfert wird, nee. Ganz im Gegenteil. Clowns sind nach wie vor mit Raketen im Arsch unterwegs und stehen mächtig unter Druck, wenn sie auf der Bühne stehen und diese ganze Energie aufbauen, bündeln und dann gezielt freisetzen.

Jetzt furzen sie halt nicht mehr laut von der Bühne herunter, sondern stinken das Publikum eher subtil mit feinen Pupsern zu. Keine Ahnung, ob es an der talentierten neuen Bassistin Hanny liegt, die nun bei den Clowns mitspielt, dass die Band nun eher verspieltere Töne an den Tag legt. Auf jeden Fall ist Lucid again wesentlich melodischer und viiieeeel ruhiger als seine Vorgänger, was der Band wirklich gut steht. Auch hier bietet sich die Frage an: ist das noch Punk Rock? Ist das noch Hardcore? Ist das nicht eigentlich schon Rock?

Und auch hier gilt, die Entwicklung der Band ist großartig, mir gefällt das sehr gut, wenn ab und zu etwas mehr Tiefe geboten wird. Und bei einer Spiellänge von 45 Minuten ist hier angenehm viel Platz für diese atmosphärische Tiefe. Dass Stevie ein unglaublich guter Schreihals ist, muss ich eigentlich nicht erwähnen. Dieses Album lief im letzten Jahr sehr häufig bei mir, vielleicht auch deswegen, weil ich die Band mehrmals live genießen durfte und sich diese Performance immer wieder sensationell ins Hirn gebrannt hat. In Australien bei Poison City und in Europa bei This Charming Man erschienen – demnächst dann auf nem Major?

Eines der besten Alben 2017. Ich höre zu viel Rock.