Civic – Future Forecast LP

Seit der letzten Single von den Post Punk Rockern aus Melbourne freu ich mich schon auf die LP. Und jetzt wird sie Realität – endlich neue Lieder. Hurra.

Oh. Es sind ja nur zwei. Hm.
Und der eine war schon auf der Single. Hm.
OK – ein neuer Song von Civic – yeah!

Ich liebe Teaser.

Macht damit, was ihr wollt. Ihr könnt zum Beipsiel das Album schon digital vorbestellen – es kommt am 26. März bei Flightless Records heraus. Oder ihr werft den Jungs mal so richtig Kohle in den Rachen und bestellt die LP auf limitierten „clear vinyl“ vor – die gibt es auch exklusiv nur bei Flightless und davon weltweit „nur“ 1000 Stück. Deswegen auch der Schnapper-Preis von 40 australischen Dollarn, wozu dann natürlich noch der Versand vom anderen Ende der Welt hinzugerechnet werden muss. Aber entweder Du bist Fan oder Du bist ein Poser. Also los.

Ach so. Musik. Geht sehr gut ins Ohr, bleibt da und will tanzen, Bier trinken, rauchen und lauter. Ich freu mich auf die restlichen 10 neuen Songs des etwas redundant betitelten Debüts Future Forecast.

Das schwarze Vinyl kostet im übrigen genauso viel, haha.

Blowers – S/T 12″

Oha. Da kommt aber eine richtig dicke Garage Punk Rock Rakete aus Melbourne angeschossen.

Vielleicht ist das Ding ob der 4-Spur Aufnahme ein bisschen schwach auf der Brust, aber dafür verstecken sich auf der 12″ mehr Ohrwürmer hinter dem Krach als Greg Cartwright je geschrieben hat – und ich liebe den Typen.

Auf dem selbstbetitelten Album pusten die vier Blowers einfach mal die Melodien und den Punk von The Reds zu der Lockerheit und dem Songwriting von Kool & The Gang Bangers in den Gehörgang und spritzen dann noch eine Prise Best Of The Reatards in die Venen. Frisch mit einer Überdosis Rock n‘ Roll versorgt kann man so zu den Songs ganz prima die Wäsche machen oder die Katze anzünden oder eine Bombe auf Deutschland werfen.
Ich will nur noch diese Platte hören, egal was ich mach. Sehr laut, sehr roh und lofi, sehr gut.
Das Debüt Album ist vor ein paar Tagen in Australien bei Spooky Records und in Portugal bei Chaputa Records erschienen.

Apropos Greg Cartwright. Die Reigning Sounds bringen auch gerade ein neues Album heraus, das wird auch prima.

Body Maintenance – S/T LP

Darf’s ein bisschen dunkler sein? Die Post/Dark Wave Punks von Body Maintenance aus Melbourne hätten da ein fettes Stück auf dem Grill liegen, das zwar nach der langen Zeit seit dem Demo (2017) fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist auf der Spectres Seite, aber dafür im Inneren noch roh blutet und nach Estranged und Bad Doctors schmeckt.

Vielleicht nicht die positivsten Vibes, die da aus den Boxen schwingen, aber was erwartet man auch, wenn man in diesem Alter seinem Körper Wartungsarbeiten unterzieht?
Naja, auf jeden Fall nett von Unwound Records, dass die 6 Songs auch auf einer schönen 12″ Scheibe veröffentlicht wurden und demnächst sogar ihren weiten Weg von Australien bis nach Europa finden. Nehm ich!

Die Band macht mir ein schlechtes Gewissen. Das versteht ihr auch bald, keine Sorge.

EUGH – Cassingle #1 CS

Eine neue Kassetten Single von EUGH aus Melbourne. Bäh, was für ein beschissenes Format, aber was solls, hier darf jeder machen, was ich nicht will.
Und strenggenommen ist diese Veröffentlichung auch nur für einen sehr kleinen erlesenen Kreis von Hörern prädestiniert.

Denn zum Einen hat der Künstler verfügt, dass diese „Cassingle“ nur für Loser geeignet sei, was ja zum Glück den Großteil der Leser- und Autorenschaft dieses Dings hier ausmacht, aber zum Anderen kommen in den beiden Songs so viele schmerzhafte Hochtöne vor, dass man am besten eigentlich schon auf diesen Bereichen der Ohren blind und taub ist.

Und was bleibt dann als Zielpublikum noch übrig? Alte zauselige Punk Rock Opas, die von ihren bestuhlten Ramones Konzerten schwärmen und mit Sid Vicious eine Spritze geteilt haben und nun den aufgeschwämmten Körper stolz auf die verranzten Barhocker der Nation hieven, um zu erzählen, dass Punk eigentlich schon lange tot ist.

Oder ihr dreht einfach ein bisschen am „Treble“ Knöpfchen eures Walkmans und genießt. Ist nämlich wieder mal ganz geiler Scheiss aus der Richtung Syynthpunk, Eggpunk, Rock n‘ Roll und, äh, Punk…

Romero – Troublemaker

Ach, die Stimme von Alanna Oliver ist einfach die beste Medizin gegen einen herbstbedingten kurzen Anflug von Interesse an Fußball oder Autos oder Schminktipps für die Jahreszeit.
Auch, wenn der neue Song von den großartigen Romero aus Melbourne nicht unbedingt so ein riesen Brüller ist – das reicht, um das Gehirn wieder in die aufrechte Position zu bringen.

Ich glaub, die Single vom Anfang des Jahres war einfach das Beste, was 2020 an Power Pop Punk erschienen ist, das kann selbst die Band nicht mit dem neuen Stück namens „Troublemaker“ toppen.

Ich freu mich trotzdem auf die LP. Die kommt doch, oder? Kümmert ihr euch da bitte? Irgendwie müssen wir doch diesen bekackten Winter und diese scheiß Krise überleben.

Kauft den Track ruhig mal bei Bandcamp. „** Proceeds from digital sales will be donated to Pay The Rent“ Haha

Mr. Teenage – Automatic Love 7″

Ahhh, schön. Vielen Dank, Mr. Teenage. Gerade richtig zu dem Lockdown (light)™.

Hier kann man sich ein bisschen Sonne ins Leben holen mit der Debüt 7″ dieser Power Pop Band aus Melbourne.
Das tut gut auf den Ohren, wenn man im Regen steht und alles dunkel ist und nicht mal die Bar um die Ecke auf hat, in die man nun wirklich gerne gehen würde, obwohl es da nach alten Männern und Pups riecht, weil man nicht mehr rauchen darf.
Aber scheiß auf Pups (haha); in der Bar konnte man anderen Verlierern beim Verlieren am Automaten zusehen und alte Menschen riechen halt komisch, weil der Geruchssinn sich nun mal als erstes verabschiedet, wenn die Sinne flöten gehen.
Das ist doch auch irgendwie fair. Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken geht noch, während man vor sich hinstinkt. Ich nenne es Zuversicht.

Ach so. Sorry. Hm, nee, zu der Band und dem Release hab ich eigentlich alles gesagt.
4 Songs, die ein bisschen leckere Marmelade auf Dein ödes Toast schmieren. Ein bisschen Sprudelstrudel für dein stilles Wassertreten.

Die 4 sympathischen Teenager mittleren Alters haben diese Single bereits Anfang Oktober selbst veröffentlicht. Voll gut!

Gluten Priest – Love Or Labour CS

Love Or Labour“ …Liebe oder Arbeit. Das ist hier die Frage.
Mein Therapeut behauptet ja, dass es für ein erfülltes Leben nicht das Eine ohne das Andere geben kann.
Aber der macht das auch nur nebenberuflich und verkauft hauptsächlich den angeblich besten Döner in der Stadt und oft weiß ich nicht, ob er mich verarschen will oder ich ihn einfach nicht richtig verstehe…egal.

Auf jeden Fall werden auch die Jungs von Gluten Priest aus Melbourne keine eindeutige Antwort auf die selbst gestellte Frage liefern, so viel kann ich schon einmal verraten. Und sonst weiß ich auch nicht viel zu berichten.

Die Band spielt eine Mischung aus 90er Emo und Shoegaze und Indie und Post Punk und dieser grobe Brei schmeckt erstaunlicherweise richtig gut. Zumindest klingt es besser, als es sich jetzt in der Beschreibung liest. Sie selber haben es Garage Noir getauft. Ja, warum nicht.

Das Album fängt stark an und fällt dann etwas ab, aber wenn man sich beeilt und in den ersten 10 Minuten 2 Flaschen Rotwein kippt, kommt man sehr gut in die Stimmung für den Rest von „Love Or Labour“. Vertraut mir 😉

Das Debüt kommt demnächst auf Kassette irgendwo in Australien raus. Happy Hunting.

Smarts – Who Needs Smarts, Anyway? LP

Na endlich. Heute ist der 16. Oktober. Da hab ich jetzt aber auch lange drauf gewartet.
Vielleicht ein bisschen zu lange…Was war da noch gleich?

Ich hatte mir doch extra einen Knoten in den Enddarm gemacht. Hm, mal schauen.
Ist ja sowas wie ein Tagebuch hier, ne? Blätter, blätter, hmm…ahhhhh!

Heute erscheint das Album von den genialen Smarts aus Melbourne. Cool! Wisst ihr noch? Hatte ich neulich angekündigt.

Tolles Debüt, das irgendwie innerhalb eines Songs den Spagat zwischen chilligem Saxophon-Indie und hektischem Minutemen-Punk schafft, ohne sich dabei den Musculus pectineus zu zerreißen.
Irgendwas zwischen Egg-Punk und 80er New Wave Indie?

Ach, es ist einfach schön, den 4 Leuten da zuzuhören. Der Kram geht mit eingängigen bis interessanten Melodien und aufmunternden Rhythmen direkt ins Bein. Oder bei alten Männern in den Fuß, der nicht mehr tanzen, sondern nur noch wippen kann.

Die Band gibt es erst seit 2 Jahren. Mal sehen, wohin die Reise geht.

Ist heute bei Anti-Fade in Australien und Feel it Records in den USA erschienen. Und steht bald bei eurem Plattenhändler im Regal. Mit Kaufempfehlung.

Smarts – Who Needs Smarts, Anyway?

Oha! Ich freu mich auf das Album. Dann kann ich auch mehr dazu sagen. Vielleicht auch nicht. Egal. Geil. Bis zum 16. Oktober höre ich einfach das hier. Oha…

EUGH – The Most Brilliant Man Alive

Ein sehr talentierter Mann, der normalerweise seine Zeit bei den großartigen Kitchen People verschwendet, hat hier aus der Not der Isolation eine Tugend gemacht und mal eben in kompletter Eigenregie verflixte 7 Synth Punk Songs eingespielt.

Ich wiederhole mich ja nur sehr ungern, aber Synth Punk ist die Zukunft! Naja, zumindest die Gegenwart. Den Kram kann man auch mit einem bekackten Mundschutz singen. Gut, das Cover ist jetzt äh, eher künstlerisch. Aber ansonsten..ziemlich cooler Scheiß.

Wie auch Kitchen People – den Namen hier muss man sich merken: Vincent Buchanan-Simpson. Guter Mann.

Der Bandname ist ganz nebenbei eine interessante lautmalerische Beschreibung des höchsten europäischen Gerichts, haha.