Hedge Burners – Fall Out Of The Future

Schöne Musik aus Melbourne – na sowas. Bekannte Gesichter haben sich da in diese Vandalen-Band geschlichen, die an Wochenenden die Cannabis-Hecken in ihrer Nachbarschaft anzünden und daraus ihre Inspiration, ähm, ziehen.

Hedge Burners sind Leute von Split System, Dick Diver, Stiff Richards und Boomgates und The Green Child, wobei der Sound sich eher in Richtung der letztgenannten bewegt.

Poppiger Indie Garage Rock mit nem frischen Pint aus der Eckkneie runtergespült. Schmeckt gut.

Legless Records. Kommt bestimmt auf LP, aber ist erst einmal nur digital für den 19. März angekündigt. Wird also ein Herbstalbum. Ernte- und Trockenzeit. Da brennt der Scheiß auch besser.

Unregistered Falcon – Import Cigarettes // 200 Sideways

Unregistered Falcon aus Melbourne klingt wie Brat Farrar auf schlechtem Speed. Also so ohne gute Laune, sondern einfach nur drei Tage wach und hibbelig und eigentlich keinen Bock mehr, wach zu sein, aber das Gefühl, noch tausend Dinge tun zu müssen und das dann alles auf einmal in die Flüstertüte kotzen. Punk?

Ende Januar erschienen und hoffentlich inzwischen im Bett.

Public Figures – Figure It Out! EP 12″

Oh ja. Melodischer Pub Rock mit Ohwurmcharakter aus Melbourne. Da klingt der Kneipenabend doch direkt viel gemütlicher. Public Figures machen Musik irgendwo zwischen Bad//Dreems und Bangles. Hä? Ja, warum nicht. Find ich gut.

Blow Blood Records. Auf 150 Stück limitierte Vinylscheibe, ein paar silberne und ein paar schwarze. Kann man auch zuhause gut hören.

Dr. Sure’s Unusual Practice – No Pigs/Desksitter 7″

Während andere Freunde sich vor Freudensprüngen über den neuen Song von Dr. Sure’s Unusual Practice gar nicht zurückhalten können und schon darüber nachgrübeln, ob das Auswandern nach Melbourne vielleicht insgesamt konstengünstiger wird, als sich immer die Singles und LPs nach Europa schicken zu lassen, klebe ich noch ein bisschen auf dem Sofa fest und will micht nicht so recht motivieren lassen.

Bin aber auch abrupt krank geworden und liege in einem Meer von Rotzfahnen und Pillendosen herum. Ich glaub, der Song ist ganz gut. Geht um Schweine, oder?

Marthouse Records. Kommt am 10. August auf Single in lila und grün. Aber grün nur auf dem Meredith Musik Festival und dann auf Discogs. Digital immer und überall. Gesundheit. Danke, Jan.

Whose Reality? – Demo CS

Geballer aus Melbourne. Whose Reality? machen Crust-verliebten D-Beat Hardcore Punk mit netten melodischen Anleihen in den Gitarrenschrammelversatzstücken und viel Hall auf dem Gesang.

Wie das bei D-Beat so ist, kann die Band halt leider nur genau diesen einen "Rhythmus" auf dem Schlagzeug und alle weiteren Instrumente müssen dann zusehen, dass sie im Tempo und Stimmung hinterherkommen.

Zum Glück gibt es zwischendurch Break-Downs, bei denen man sich vor der Bühne furchtbar gut gegenseitig auf die Fresse hauen kann. Insgesamt eine gute Therapieform für Aggressionsbewältigung. Oder ein Motor für Aggressionsaufbau. Hauptsache man haut sich auf die Schnauze. Peace!

Noise Merchant Records. Auf Kassette erschienen. In meiner Realität herrschen Kriege, Hungersnöte und Klimakatastrophen, während die meisten Menschen um mich herum alles dafür tun, diese Zustände möglichst gut zu ignorieren. Also bleibt vielleicht besser in euren Realitäten, ich bespreche das mit meinem Therapeuten.

Possible Humans – Standing Around Alive LP

Zum Ausgleich ein bisschen Pop aus Melbourne. Die Possible Humans gibts jetzt auch schon fast 10 Jahre und nun haben sie ihr drittes Album parat, das zwar nicht in Europa zu erwerben, aber zum Glück schon ausverkauft ist.

Ja, was soll ich sagen. Pop halt. Mit Gitarren und so. Habt ihr früher mal R.E.M. gehört und scheiße gefunden? Dann lasst die Finger hiervon. Dudeldum.

Hobbies Galore. Vom Labelchef Alex MacFarlane aufgenommen, abgemischt, in 9 Teile geschnitten und auf 300 Vinylscheiben verteilt.

Burning Effigy – S/T EP

Jetzt, wo der Ostflügel des Weißen Hauses in Trümmern liegt, kamen die gesuchten Unterlagen zu dem Tod Mord von an Vicky Morgan ans Tageslicht und er konnte endlich aufgeklärt werden. Das hat uns die Pressestelle von den Toten Hosen mitgeteilt. Brüller.

Burning Effigy aus Melbourne machen Punk Rock n Roll auf den 8 Spuren von Dead Moon und Jeffrey Lee Pierce. Das ist gut.

Erst einmal nur digital.

Nth Wheel – S/T Lathe Cut 7″

Aufnahmen aus dem Jahr 2013, die jetzt auf 15 Singles mit höchstwahrscheinlich schlechtem Sound veröffentlicht wurden. Bisschen monotoner Schrabbel Kram. Man muss es einfach lieben. Was ist das eigentlich? Nth Wheel. Ist das noch Mathe? Erinnert ein bisschen an Bedroom Grunge Fuzz Pop, wenn ihr mich fragt. Erinnert an Metayouth. Das braucht keint Mensch, aber deswegen braucht ihr das.

So klingt der Winter.

Hobbies Galore. Auf 7″ Lathe Cut erschienen und ausverkauft. Digital kostenlos. Wenn Du magst, passe ich Ton und Detailtiefe an (z.B. nüchterner Nachrichtenstil vs. magaziniger) oder lackiere dir die Fußnägel schwarz-rot-gold. Peinlich, Spiegel.

Speed Week – Weak Speed 12″

Herbstferien? Was für Herbstferien? Auf geht’s, Freunde. Ab in die Mine und Kohle scheffeln. Und zwar zackzackzack. Bürgergeld? Brauchen wir auch nicht mehr. Geht arbeiten oder sterbt. Wieso sind wir eigentlich immer so geil darauf, nach unten zu treten? Duckmäuser. Schönes Wort. Leisetreter. Ebenso. Kackvögel. Naja.

Um die Sache schnell hinter uns zu lassen, fangen wir mit Speed Week an, die mit einer Prise Pub Punk Rock aus Melbourne ironischerweise 4 Jahre gebraucht haben und jetzt ihre 7 neuen Songs auf einer schwarzen Drehscheibe präsentieren. Das ist handelsüblicher Punk Rock, den man auch außerhalb von den Kneipen Australiens genießen kann. Sehr schöne Texte. Furchtbares Cover. Cool.

Erste Theke Tonträger (EU), Legless Recordings (AUS). Am 16. Oktober zu haben und einer Plattenrille ist es egal, ob es "weak Speed" ist oder richtig gutes Zeugs. Das ist immer schlecht und schneller als 45rpm machen die Plattenspieler heute eh nicht mehr.

The Gnomes – S/T LP

Was sich bei uns wie das letzte Aufbäumen des Sommers anhört und anfühlt wie die musikalische Reminiszenz an heiße und unbeschwerte Strandtage oder Kioskabende oder Freibadnächte aus den letzten Monaten, ist im Heimatland der Band lediglich der Auftakt in die wärmere vorweihnachtliche Waldbrandsaison.

The Gnomes aus Melbourne dudeln eine locker leichte Power Pop Prise in den australischen Winter hinein und erinnern dabei an Bands wie Bishops (kennt die noch jemand?), die sich auch schon (wie tausend andere Bands) an den Beatles und Kinks vergangen haben und mit dem Charme der 60er Jahre Leichtigkeit vermeintliche Hits wie von einem mechanischem Förderband in einer Fabrik, ähm, fabrizieren. Ganz cool.

Dog Meat Grown Up Wrong. Kommt auf zwei unterschiedlichen Farben auf Vinyl im Oktober raus und auf CD auch. Die ist silber. Zwei Songs kann man sich vom kommenden Album schon einmal anhören und sich dazu einen Schnurres wachsen lassen, scheint obligatorisch zu sein.