EASTIE RO!S – The Peel Sessions 10″

So schön eine 10″ auch grundsätzlich ist, dieses Cover versucht mit aller Macht, dass ich die Platte im Regal stehen lasse und mir die 6 Songs erst gar nicht anhöre.
Der Name der Band ist in den letzten 6 Jahren nicht wirklich lustiger geworden und das Teil einfach eine „Peel Session“ zu nennen, macht es nicht zu einem interessanten Release. Aber ok – die Komiker von EASTIE RO!S aus Ostberlin waren ja in der Vergangenheit zumindest immer gut zu meinen Ohren, die Augen mögen zwar von Zeit zu Zeit auch mitessen, aber mithören? Wir wollen mal nicht übertreiben (siehe alle 80er Platten von D.I. – nur blind zu genießen).

Leider geht es beim ersten Song allerdings direkt weiter mit der albernen Blödelei. Ein „Radiomoderator“ kündigt die Band an und spielt einen Song in der falschen Geschwindigkeit ab. Haha. Brüller.

Hat man allerdings den ganzen unwürdigen Quatsch überwunden, bekommt man zum Glück eine Entschädigung in Form von 6 feinen Stücken, die jajajajajaja ein bisschen an die alten Shocks erinnern, weil eben auch hier wieder abgehackte Gitarrenriffs von oben nach unten gespielt und gute deutsche Texte von links nach links über den trockenen Punk Rock Sound gesungen werden. Ich glaub, den Typen da, den hab ich schon mal bei Gulag Beach gehört, oder? So ist das in Berlin. Wunderbar!

Toll auch, dass die Aufnahmen alle live am Stück auf ein 8 Spur Gerät eingespielt worden sind und dann in gewohnt feinster Manier von Daniel Husayn gemastert wurden. Also von der technisch und musikalischen Seite alles wie immer topp – wie bei Tomatenplatten eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Vielleicht ist das ja ne Platte für Mord im Dunkeln spielen…erscheint am Freitag kompletto – jetzt erst mal nur der Track hier.

Sucht doch mal auf dem Cover nach einem Witz. Sucht. Da ist bestimmt was Lustiges. Sucht!

Ufosekte – S/T 7″

Meine Herrschaften – hier eine Lehrstunde in Sachen Prokrastination: Aufgenommen Dezember 2015 – angestrebte Veröffentlichung Mai 2019. Junge, Junge. Da waren Trump und Brexit noch kein akutes Thema und der dunkelbraune Kugelspringer war – wie wir alle noch wissen – Insekt des Jahres. Fleißige Menschen haben seitdem ein Studium begonnen und abgeschlossen. Ha.

Auf jeden Fall ist jüngst ganz geiler Scheiß aus Frankfurt da in mein Postfach gesegelt. Die Ufosekte hat nun endlich ihre selbst betitelte Debüt Single bei Tomatenplatten veröffentlicht. Dem Namen nach zu urteilen, könnte man bei der Ufosekte eigentlich eine rotzige Deutschpunk Band erwarten, aber die Typen singen auf Englisch. Na gut, das ist zwar irgendwie albern, aber bitte schön. Love A machen das genau umgekehrt und das ist noch alberner…

Musikalisch sind die 4 Frankfurter laut eigener Aussage irgendwo bei „high-energy-dark-ambient-synth-something-with-punk“ zu verorten, was ja mal ziemlich super klingt. Mich erinnert der Gesang teilweise an die unterschätzen Deadverse aus der Schweiz, und das ist ja schon mal was mit Punk. Blendet man die Stimme aus, kann man bestimmt so Kram wie Radioactivity oder meinetwegen auch Autistic Youth raushören, was ja durchaus ganz gute high-energy-dark Punk Bands sind. Dann spielt da irgendwo im Hintergrund der Alibi-Synthesizer mit, der das alles mit ambient-synth abrundet. Also mischt das alles mal zusammen und schon habt ihr Punk aus Hesse – auf die Fresse, haha.

5 Songs mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und einem versteckten Synthesizer. Sehr kurzweilig, sehr gut. „What is not“ ist der Hit. Da ist auf jeden Fall Potential für ein ganzes Album am Start, fragt sich nur, ob es dann noch genug Erdöl zur Vinylproduktion gibt.