Sweet Reaper – Closer Still LP

Ich hab mich noch nie gefragt, wie wohl die genialen Hex Dispensers und auch Marked Men/Radioactivity klingen würden, wenn sie nicht in den stickigen, versifften und MAGA-verseuchten Großstädten Texas‘ ansässig wären, sondern hin und wieder mal ein bisschen Pazifikluft schnuppern und Wellenreiten könnten.
Und trotzdem sind Sweet Reaper mehr als nur die Antwort auf eine nicht gestellte Frage. Kalifornischer Power Punk Pop n‘ Roll Garage Surf, der richtig viel Spaß macht und den ich mir jetzt auf ne CD für den Discman gebrannt habe, damit ich damit am Maschsee schön Kiten Inliner fahren Bier trinken kann. Geil.

Das Artwork ist auch toll. Naja. Nee, eigentlich find ich das ziemlich gruselig. Aber man soll ja nicht von der Form auf den Inhalt schließen.
Falls euch Massenger gefallen – da sind 2 Leute mit dabei.
Hurra, Sommer.

Die Platte gibts seit 2 Wochen bei Alien Snatch. Ziemlich gutes Jahr für das Label bislang, ne? Verkackt es nicht!

Dangereens – Tough Luck LP

Power Pop Glam Rock aus Montreal. Klingt so stark nach 70ern, dass man den verrauchten Konzertsaal schmecken und das Treibhausgas aus den leeren Dosen Haarspray riechen kann.

Als man noch sorgenfrei mit Blei in den Autos fuhr und Heroin 4 Mark 50 kostete, sind bereits die Ideen für Songs wie „1003“ oder „Love Jive“ entstanden und haben die letzten 40 Jahre in den floralen Tapeten unter Nikotinschichten überlebt, um nun von den talentierten Dangereens abgekratzt und endlich in Musik gegossen zu werden.

Das Album erschien gestern bei den sympathischen Berlinern von Alien Snatch Records. Ein bisschen Klavier, hin und wieder Saxophon und viel Gitarre. Rock n‘ Roll, wie ihn Deine Eltern gehört haben!

Ich würde das ja kaufen, aber ich hab es schon.

Outtacontroller – Sure Thing LP

Hey. Die Sonne scheint und die Straßen sind genauso leer wie die Köppe meiner Mitmenschen und die Regale im Supermarkt. Keine Konzerte, Kinos oder Kneipen geöffnet – also die perfekte Zeit, sich auf die Veranda zu hocken und die neue LP von Outtacontroller in voller Lautstärke den Nachbarn um die Ohren zu knallen.

OK, eine Fensterbank oder ein Klo tuns auch, die 10 Songs von den 4 Kanadiern aus Halifax klingen überall ziemlich gut und wenn man mal drüber nachdenkt, ist die Akustik auf so einer Toilette bestimmt sogar besser als im Freien auf meiner großzügigen Front Porch.

Außerdem bringt die Band diese optimistische Welle von Frühling und Scheißegal Stimmung mit, die so typisch für den kanadischen Power Pop Punk Rock ist.
Ich brauch das gerade mal. Falls ihr mich sucht, ich sitz da vorne auf dem Schaukelstuhl.

Wenn ihr das auch auf bunter oder schwarzer Platte haben möchtet, dann könnt ihr das bei Alien Snatch bestellen.

TV Crime – Metal Town LP

Nach 2 Singles auf den szenetypischen Deluxe-Labels Drunken Sailor und Static Shock Records kommt nun die erste LP der Jungs aus Nottingham auf dem nicht weniger großartigen Berliner Label Alien Snatch Records heraus.

Und allein mit diesen Informationen kann der geneigte Leser gewiss einschätzen, um was für eine Musik es sich bei TV Crime handeln könnte. Für all die hilflosen Menschen ohne Vorbildung bin ich ja da. Haha

Vielleicht ist das Debüt Album Metal Town einigermaßen korrekt zu beschreiben mit einer musikalischen Melange aus Number Ones, Sheer Mag (Static Shock), Fashionism, First Base (Drunken Sailor) und ein bisschen Freak Genes vermengt mit Pale Lips (Alien Snatch). Hm, muss jeder selbst wissen, welche Schublade man da nutzen, welche Bands man als Assoziation heranziehen möchte.

Was wichtig/richtig ist: TV Crime gehören zu der kleinen elitären Gruppe von Bands, die den beliebten Sound von Power Pop Garage Punk so gut spielen, dass sie sich aus dem eintönigen, klebrigen Einheitsbrei des Sounds easy herausstrampeln können und obendrein noch locker mit ein bisschen Glam und Soul alles lecker abschmecken.

Gemastert bei North London Bomb Factory, 100 LPs in rotem Vinyl, bestellbar via Bandcamp – schnell, schnell, sind schon fast alle weg. Ich empfehle ein Besuch auf der Tour!

TV CRIME – METAL TOWN 2019 Tour
29.08.2019 UK – London, The Sebright Arms
12.09.2019 ES – Barcelona, Meteoro
26.09.2019 BE – Antwerp, Antwerp Music City
27.09.2019 DE – Köln, Private
28.09.2019 DE – Tübingen, Münzgasse
29.09.2019 DE – Karlsruhe, Alte Hackerei
30.09.2019 DE – Fürth, Kunstkeller
01.10.2019 DE – Dresden, Mondfisch
02.10.2019 DE – Halle. Hühnermanhattan
03.10.2019 DE – Berlin, An der Autobahn
04.10.2019 DE – Hamburg, Komet
05.10.2019 NL – Groningen, Vera
06.10.2019 N L- Amsterdam, Skatepark Noord
07.10.2019 BE – Bruxelles, Le Chaff
08.10.2019 BE – Diest, JH Tijl

Hex Dispensers – I hope the Sun explodes today

Aaarrgh. Endlich kommt was Neues von meinen texanischen Helden der Garage Punk Pop Melodien. Anfang Juni erscheint das neue Album, das einfach nur III heißen wird, natürlich wieder auf dem Berliner Label Alien Snatch Records und einen Song darf man sich schon mal dazu anhören. Der klingt sehr stark nach Hex Dispensers – mehrstimmiger Gesang, hübsche Gitarrenmelodien und schepperndes Schlagzeug.
Außerdem trägt der Song den bandtypisch lebensfrohen Titel „I hope the Sun explodes today“. Herrlich!

Alex Cuervo hat außerdem ein nettes Interview mit CVLT NATION geführt, das man sich als Fan auch durchaus mal durchlesen kann. Ich freu mich drauf!

 

Suspicious Beasts – Dreierlei

Aus Japan ist mir bislang noch nicht viel auf diesem Dings untergekommen. Keine Ahnung, ob ich zu ignorant bin und latent immer westwärts nach Kanada/USA schaue, oder ob die Punk Rock Szene in Japan zu klein ist oder ob das an Fukushima liegt oder sonstwas. Obwohl, ich hatte immerhin über The Novice berichtet, die Band von Jeff Burke, dem Typen von Marked Men und jetzt Radioactivity? Ihr wisst schon.
Und nein, ich schwafel nicht, das hat auch was mit der Band zu tun, die hier heute Thema ist. Nicht nur, dass Suspicious Beasts zusammen mit Radioactivity in den Staaten auf Tour waren, nee. Jeff Burke hat deren aktuelle LP auch produziert. Da war wohl bereits Kontakt in Japan vorhanden, könnte man mutmaßen.

Suspicious Beasts sind hierzulande auf Alien Snatch raus und damit könnte man schon ganz gut das Genre eingrenzen, das die Band bedient. Erstklassiger Garage Rock Punk’n’Roll und Psych Pop Kram. Super geile Stimmung, die da auf dem ersten Release mitschwingt, die immer irgendwie als blumig betitelt wird. Bereits 2011 erschien das Debüt „Used to be beautiful“ auf Debauch Mood in Japan, das wohl auch andere Mitteleuropäer so nicht auf dem Schirm hatten und was dann zurecht ordentlich abgefeiert wurde. Eine 12″ mit sieben Songs, die letztes Jahr ebenfalls von Alien Snatch nachgepressst wurde und mit der langsam auch hier die Menschen vom Quintett (?) überzeugt werden.

Wie schön, dass die Band jetzt für einen Nachschlag gesorgt hat und ihr erstes Album auf dem Berliner Label veröffentlicht wurde (jaja, is schon ne Weile her). Das neue Programm ist 8 Songs lang und nennt sich „Never Bloom“. Hey, das ist mindestens genauso super wie ihre 12″ und meiner Meinung nach sind Suspicious Beasts die besseren Reigning Sound, auch wenn man das eigentlich nicht vergleichen darf. Ein paar Songs des Albums kann man auch deren Soundcloud Seite hören und dann direkt die LP kaufen. Ich glaub, da gibts sogar noch ein paar von den limitierten auf Discogs…

So kannte ich noch nichts aus dem Land des Lächelns, aber das hatte ich ja bereits erwähnt. Als Bonus gibts noch die Single „Sunshine in the Trash“ oben drauf, die Ihr Euch aus Japan bestellen könnt. Suspicious Beasts! Coole Sache.