Dirty Secret – …To The Grave CS

Der Witz an der Kassette ist, dass niemand weiß, aus welcher schlecht belüfteten Garage dieser Lärm kommt und wer an den selbstgebauten Instrumenten so schlimm schraubt und drescht und sie derart unfachmännisch malträtiert. Alles ein schmutziges Geheimnis. Komm ich mit klar, das ist sowieso meistens uninteressant.

Dirty Secret mit einem Garage Hardcore Punk Versteckspiel. Tolles Debüt.

Pop Affliction Records. Auf Tape erschienen. 5 Songs in 5 Minuten – reicht für eine anonyme Hassmail an deinen Chef.

Rejekts – Rejekts 2026 EP 7″

Hardcore Punk aus Boston, wie man ihn in den kleinen Garagen der Stadt seit 40 Jahren zelebriert.
Rejekts treiben mit ihrer Interpretation von Hardcore Punk den Nagel gerade zielstrebig in meinen Kopf. Alles nicht besonders kreativ und originell (siehe Titel), aber löst ab einer gewissen Lautstärke den Knoten im Magen und transportiert die schlechte Laune auf dem Skateboard zuverlässig aus dem Büro ins Wochenende, wo sie sich mit Billigbier-Dunst und Holzkohlenduft in Luft auflöst. Top.

Empty Space. Kann man beim Label auf 7″ Vinyl für 10$ bestellen, aber mit Porto und Auslagen und Zoll sind das dann knapp 5.000€. Muss man selbst wissen, was man von diesem internationalen Handel halten soll.

Oust – A Girl Can Dream 7″

Schon wieder Mittwoch, in der Kantine gibt es heute Pancakes, um die Leute bei Laune zu halten. Bitte aber den Sirup und den Schokoaufstrich selbst mitbringen, danke.

Hardcore Punk aus Amsterdam hilft, der Unterzuckerung zuvorzukommen und liefert in drei Portionen den perfekten Soundtrack für die kurze Aufwärmphase des Magens, um für die Mehlspeisen vorbereitet zu sein.

Straßenkampfmusik für die Kalorienverbrennung. Oust haben hier drei starke neue Songs auf die Welt gepustet und machen damit weiter, wo sie nie aufgehört haben. Geht ab.

Rope or Guillotine. Auf 7″ erschienen. Der Sound zum Untergang der neuen Weltordnung. Auch ein Junge darf träumen. OK.

Headcheese / Caustic – EPs

Wenn die Leute zu doof zum Split Single veröffentlichen sind, muss man sich die eben selbst basteln. Zwei neue Releases von Slow Death Records passen wunderbar zusammen und bieten am Tag der Apokalypse den besten Soundtrack zum freudigen Tanz ums Feuer.

Da hätten wir einmal die großartigen Headcheese aus Kamloops, die ja nun auch schon seit über 5 Jahren ihren angepissten Hardcore Sound an der schlechten Montagmorgenlaune gefeilt und perfektioniert haben. Ein Song jetzt, der Rest im Juli.

Und auf die andere Seite klebe ich mir Caustic, ebenfalls aus Kamloops – das sind quasi Nachbarn – die machen ebenfalls sehr schlecht gelaunten Hardcore Punk, der hier genauso erst einmal nur ein 40-sekündiges Ansichtsexemplar abliefert. Das reicht aber schon für genügend Energie, um den Eisschnee aufzuschlagen. Man muss ja auch was frühstücken.

Slow Death Records. Dieses Kamloops muss ja toll sein, so ne kleine Stadt (90.000) und so viele tolle Bands (2-12). Das schreit ja eigentlich nach einer Compilation, aber die wollen offenbar alle nur unter sich bleiben. Alles muss man selber machen. OK.

Jug – Head 12″

Was für ein beschissener Tag, Leute. Man wacht auf und liest GEAS und Musk und will eigentlich nicht aufstehen. Zum Glück ist gerade Fußball, sonst müsste man noch über die echte Welt nachdenken und zum Glück kann ich liegen bleiben und alles Notwendige erledigen. Ein Hoch auf Starlink und mein Internet und Lieferando und Bettpfannen.

Apropos. Heißer Scheiß von Jug im Anflug. Zwar kommt erst im August die 12″ raus, aber man darf sich jetzt schon zwei kleine Appetithäppchen zu Gemüte führen und für manche zarte Pflanzen reicht diese tägliche Dosis an Aggression bereits vollkommen aus, um die EU-Grenzen anzupinkeln und die Space-X Rakete im Nachbargarten umzuwerfen.

Hardcore Punk mit schlechter Laune und gefährlichen Gitarren in voller Fahrt. Da will ich auf dem Konzert nicht in der ersten Reihe sitzen. Puh. Ganz geil.

Neon Taste bringt die 12″ auf Vinyl im August raus. Hab ich schon gesagt. OK.

Helga Pataki – S/T CD

Apropos Saufen. Alter Scheiß aus Denver, nun bei einem Label gelandet. Skate Core Hardcore Keine Zeit Geballer. Wer ist Helga Pataki?

No Time Records. Auf CD zu bekommen. Haha. Wird doch eh nur als Untersetzer für schäbbiges Dosenbier verwendet. Naja.

L.I.P.S. – Gentrifier

Hardcore Punk aus den Appalachen. Hatten wir so auch noch nicht. Eigentlich gibt es auch dort nichts Neues und L.I.P.S. aus Harlan liefern bekannten Kram ab, aber deswegen macht man das ja auch, der "Kram" ist halt immer wieder super eingängig und mitreißend, wenn man sich beschweren will.

Und die Leute in den Appalachen haben offenbar einigen Grund, sich zu beschweren. Zum Beispiel über die Bezeichnung "hillbilly", die oftmals als pejorativer Begriff für die gesamte Bevölkerungsgruppe verwendet wird, die in den Appalachen lebt.

Die gelten dann halt oftmals als zurückgezogen, bissle blöd und gewalttätig. Aber ihr habt ja Ozark gesehen, ne? OK.

Die 5 Lieder werden sukzessiv immer länger. Interessant. Erst einmal nur digital, soll mal einer was sagen – die haben ja Internet. Höhö.

Unit Collapse – Unit C

Ist das der selbe Typ wie beim Demo und der hat jetzt Haare wachsen lassen und ist mit der Mauer fertig geworden und findet die doof? Oder ist es nur das gleiche Poison Idea Shirt und ein ganz anderer Vogel? "Ich kann nur ein Band Shirt zeichnen, aber das nicht gut?" Geil.

Unit Collapse aus Stockholm bringen nach dem Demo nun die Single raus. Ohne Tonträger, aber wer wird denn so kleinlich sein? Hardcore Punk.

Plastique Pigs – Demo 2025

Hurra. Ein Hardcore Demo. Plastique Pigs kommen aus Raleigh angegrunzt und ballern unverblümt ihren 80er Hardcore Punk aus vier Rohren in die Gosse. Danach ist Feierabend. Ganz geil, wenn man gerade durch die Innenstadt jagt und auf der Suche nach den Last-Minute Geschenken für die Schattenseite der Familie ist.

Ohne Label. Jeweils ein Song reicht immer genau für meinen Sauerstoffvorrat, wenn ich die Luft anhalten muss, um bei Douglas schnell rein und wieder rausrenne, um eine Flasche Stinkewasser zu kaufen. Ja, ich war mal Perlentaucher.

Endless Joy – S/T LP

Habt ihr das mitbekommen, dass Deutschland inzwischen beim Konsum von alkoholfreiem Bier Spitzenreiter ist? Vorbei sind die Zeiten, in denen man sein furchtbares Clausthaler runterwürgen musste, heute gibt es tatsächlich ein paar gute Alternativen – Flensburger und Störtebeker zum Beispiel (Wenn ich schon Werbung mache, dann schickt mir gefälligst auch ein paar Kisten zu – mit Alkohol). Kann man trinken ohne böses Erwachen.

Passend dazu die Band heute – Endless Joy. Bevor wir nämlich komplett verweichlichen mal ein kleiner Wachmacher zum Wochenende. Wütender Hardcore Punk aus Seattle, der erst so richtig punktet, wenn sich die Band verausgabt und über die 50 Sekunden-Grenze spielt. Abwechslungsreich genug für 12 Songs und aggressiv genug, um als Soundtrack für die Lostrommel bei der Wehrpflichtvergabe zu dienen (haha, "zu dienen"). Ganz geil.

Iron Lung Records. Auf LP erschienen. Andererseits ist mit dem alkoholfreien Konsum nicht jeder hier einverstanden. Der Agrarminister Rainer Unsinn zum Beispiel fordert mehr Steuergeld für Weinwerbung, damit die Deutschen mehr saufen und die Winzer unterstützen. Komisches Land. Prost?