Generacion Suicida – Regeneracion LP

Zu ihrem 10-jährigen Bestehen hat die Band aus LA ihr fünftes Studioalbum für Going Underground Records aufgenommen und damit wiederholt bewiesen, dass man kein Spanisch verstehen oder gar sprechen muss, um lauthals und falsch die Texte der großartigen düsteren Hardcore Punk Rock Garage Songs mitzugrölen, solange die Anlage laut genug läuft.

Mitreißender kann man Fremdsprachenunterricht eigentlich gar nicht gestalten. Peinlich wird es dann erst, wenn Frau die Musik ausmacht, um mich was zu fragen und Kind mich auslacht, weil ich seltsamen Quatsch in schiefer Tonlage für den Olivenbaum „singe“.

Wieder gibt es 10 tolle Lieder von der Generacion Suicida aus der 77er KBD und Hardcore Kiste mit fantastischen Bassläufen, die eigentlich hier mehr für die Melodien zuständig sind als die schrammelnde Kreissäge. Die Kirsche auf der Sahne sind natürlich auch hier wieder die zweistimmigen Gesänge, die ich so gerne verunstalte.

Kommt irgendwann im Herbst auf Platte. Jetzt digital bei Going Underground Records zu bestaunen.

Das letzte mal hab ich die Band live gesehen, da gab es noch Konzerte und da war ich noch in Ljubljana und da haben die zusammen mit den ebenfalls großartigen Celetoids gespielt. Ach, Opa erzählt vom Krieg…

Adult Books – Grecian Urn LP

Na, Freunde? Juckt es euch auch in der Poritze und habt ihr mal wieder so richtig Bock auf Punk Rock und Rotz und wilde Bierschlacht und Döner mit allem?
Dann seid ihr hier gerade leider falsch und mit Ausschlag oder Juckreiz am Popo sollte man nicht spaßen – bei den Kindern hat sich Calendula Creme ganz ausgezeichnet bewährt.
Für alle schmerz-, juck- und spaßfreien Hippies hab ich aber genau das Richtige: Adult Books mit dem neuen Album Grecian Urns, das vor ein paar Tagen erschienen ist.

Für die zweite echte Langspielplatte hat sich die Band aus Los Angeles mal eben vierhundert Jahre Zeit genommen, um dann am Ende mit recht ruhigem Gitarrengedudel, zaghaften Einsätzen von Synthesizern und ganz zauberhaften Melodien großartig meine Stimmung in diesen Tagen zu untermalen. Ein bisschen Frühling und Freude, ein bisschen Melancholiereste aus dem scheiß Winter und insgesamt bleibt man irgendwie in diesem Schwebezustand kleben. Zumindest haben die 4 von den 10 Songs diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Vielleicht ist das gesamte Album ja ein Quell von Sonnenschein aus dem juckenden Arsch. Wer weiß.
Erinnert mich ein bisschen an Oki Moki. Warum auch immer – erschien bei dem Schweizer Label Taxi Gauche Records auf Vinyl.

Bald kommt auch wieder Punk Rock und Bier mit allem und Dönerschlacht. Versprochen.
Danke, Lukas!

VR SEX – Cyper Crimes EP 2×7″

Bei meinem täglichen Osterbrunch ist mir ausgerechnet heute ein Gedanke gekommen, den ich zwar mit meinen imaginären Vegetarier-Freunden am Tisch diskutieren konnte, zu dem ich dennoch keine befriedigende Antwort gefunden habe.
Das liegt zum einen an den Idioten, die ich mir als Freunde ausgedacht habe und zum anderen ähm…nee, ausschließlich an denen. Da ich den Gedanken aber recht interessant finde, kotz ich das mal ins Internet.

Wenn man bedenkt, dass manche Menschen behaupten und auch glauben, dass Leben bereits bei der Fertilisation entsteht und dementsprechend schützenswert ist, dann müsste einem katholischen Vegetarier eigentlich das Frühstücks.., Pardon, Brunch-Ei im Halse stecken bleiben.
Denn es ist ja tatsächlich erwiesen, dass im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern befruchtete Hühnereier verkauft werden. Es könnte also sein, dass man da ein ungeborenes Küken in die Pfanne haut, wenn man sich einen vegetarischen strammen Max machen möchte. Heißt das dann, ein Vegetarier muss in der Konsequenz auf sämtliche Eierprodukte verzichten, wenn sich seine Ernährungsweise mit einer philosophischen oder religiösen Einstellung vereinigt, die von ungeborenem Leben bereits ab der Zygote ausgehen? Muss man dann schnell Veganer werden, um auf Nummer sicher zu gehen? Verrückt.

Und nun zu etwas gänzlich Anderem: VR SEX aus LA bringen Ende des Monats eine hübsche EP auf einer Doppel-Singel heraus und man kann sich einen Song der melodisch verspielten Post-Punker schon einmal anhören. Tolle Sache.

Das einzig Gute an imaginären Freunden ist ja, dass ich deren Geschirr nicht wegräumen muss. Aber die haben nach der Diskussion ihre bunten Eier stehen gelassen, die Penner.

Dummy – EP2 CS

Wrsnggng. Seid ihr auch schon mal am Montag aufgewacht und habt gemerkt, dass die verdammten Drogen vom Wochenende noch nicht ganz aus dem System gewaschen worden sind?
Nein? Ähm…mir auch nicht. Hahaha.
Ist ja auch schon Dienstag, wie ich gerade sehe.
Hm.

Aus unerklärlichen Gründen hab ich auf jeden Fall gerade ziemlich Bock auf Dummy und deren 2. EP, die letzte Woche auf Kassette bei Born Yesterday erschienen ist. Darauf kann man so schöne Stücke wie Nuages oder Pool Dizzy hören, die eine ganz zauberhafte Mixtur aus Ambient Pop und Kraut Rock und irgendeiner komischen Pille sind, die ich beim Renovieren der Küche unter dem Linoleum in einem kleinen Beutel gefunden hab.
Muss was aus den 70ern sein. Also beides jetzt, die Musik aus der Stadt der Engel und das seltsam angenehm taube Gefühl zwischen den Ohren.

Hörts euch an, der erste Song passt auch ganz wunderbar zum heutigen Tag, glaub ich.

Morgen dann wieder Punk Rock, versprochen.

Paranoise – Dragon

Nach der famosen „Single“ aus dem vergangenen Monat mit den Hits Influenza Influencer und Lost My Phone, die auch hier mit dabei sind, legen die Garage/Surf/Punk Rocker kräftig nach.

Wahnsinniger Mix aus allem, was Krach macht. Sie selber bezeichnen sich als Dirt Surfers und psychedelic prog punk…Wir haben dazu früher „Matschfilter“ gesagt. Heute ist das wahrscheinlich alles einfach nur lofi, aber das klingt auch cooler.
Nix gegen den Sänger, aber der instrumentale Song Dead Sailor ist der Hit.

Das sollte mal jemand auf Platte pressen. Vielleicht reicht auch ne Flexi, der Sound wird nicht darunter leiden. Haha.

Paranoise – Lost My Phone / Influenza Influencer

Oh ja. Richtig guter lo-fi Garage Punk Noise, der in meiner Playlist bei Tony Hawk’s Pro Skater ganz oben stünde, hätte ich da was zu sagen.
So, wie es aussieht, müsst ihr aber wieder Dead Kennedys und KISS hören, während ihr in der School über Tische grindet und in Venice Beach die Gaps sucht…
Ich stehe noch in Verhandlungen mit dem Entwicklerteam, die sich allerdings etwas schwierig gestalten, nachdem die bereits den Klassiker „Hund von Baskerville“ von Cindy und Bert strikt abgelehnt haben. Banausen.

Schade, denn diese Dudes hier aus Los Angeles hätten durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.

Vielleicht frag ich mal bei den Redakteuren vom Tatort nach, die sind ja so flexibel und weltoffen, hab ich gehört. Besser kann man einen Mord in fucking Ludwigshafen doch nicht untermalen, oder?

The Tissues – Blue Film LP

Es sind schon wieder zwei Wochen im neuen Jahr rum; in den Regalen der Supermärkte werden die Restbestände der Weihnachtsfressutensilien umgesprüht zu Karnevalsleckerli. Die Tage werden angeblich wieder länger, aber eigentlich sind die Nächte zu kurz. Die anstehende Frühlingsmode löst die im Winter beliebten frei liegenden Teenagerknöchel mit selbst gehäkelten Rollkragenpullundern ab.
Es ist ein bisschen Zeit für Post Punk.

Da würden sich derzeit The Tissues aus Los Angeles anbieten, die jüngst ihr neues Album veröffentlicht haben. Sie selbst beschreiben ihren Sound als inspiriert von Pylon, Siouxsie & the Banshees, The Stooges, Make-Up.
OK.
Dann los.

Ich hör beim Song „Lust Sick“ immer nur „lustig lustig“. Ha.