Skabs – World Burner CS

Auf dem revolutionären 1. Mai Spaziergang durch die Institutionen ist mir gestern ein junger Knabe aufgefallen, der eine Baseballkappe mit dem Schriftzug "N.Y.C. – Freestyle" trug. Da hab ich mich gefragt, ob wohl zur gleichen Zeit in N.Y.C. ein junger Knabe mit einer Baseballkappe herumläuft, die den Schriftzug "Stuttgart – Kehrwoche" trägt. Wäre ja irgendwie schön, diesen Kulturimperialismus einfach auch mal umzudrehen. Oder auch nicht, wenn man drüber nachdenkt. Ach, egal.

Skabs aus Bury im vereinigten Königreich machen irgendwie Metal Punk mit schaurigem Gesang und nennen es Blackenend-Punk. Ich hab mit den Genres nicht so viel am Hut, aber die 4 Songs von dem neuen Tape der Band knallen bei 30 Grad in der Sonne und Dosenbier ordentlich in den Kopf und treten gleichzeitig schwungvoll in die Eier. Eine schöne Kombination. OK!

Noise Merchant hatte da ein paar Kassetten mit bespielt, aber die sind fast schon ausverkauft. Man könnte noch digital bei der Band für 5 Pfund oder für 10 Dollar das Tape erstehen. Zu viele Währungen, ich raubkopiere. Oi.

Sex Germs – Germcore CS

Hat jemand von euch am 15. Juni Geburtstag? Das mit dem Feiern könnt ihr dann jetzt ja vergessen, ne? Da wird ab sofort den 10 Millionen Veteranen der Bundeswehr (oder Wehrmacht oder NVA) gedacht und da hat man dann keine Zeit für Deinen scheiß Geburtstags-Firlefanz, Kevin.

Endlich wieder rückt die Armee und ihre Soldaten in die Öffentlichkeit, Schluss mit dem Versteckspiel im Hinterhof der Kasernen, wo heimlich gelobtet wurde und Panzerfäuste in Kofferräumen der Gefreiteten verschwanden. In einer kriegsgeilen kriegstüchtigen Gesellschaft gehört die erfolgreiche Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch fortan zum normalen Dienstag. Hu-rra!

Ähnlich verrückt sind Sex Germs aus England unterwegs. Richtig guter Hardcore Punk mit einer wahnsinnigen Sängerin und Musikern, die ihre Instrumente oberhalb des Bauchnabels festgeschnallt haben – da weiß man immer schon, dass es spannend wird. Vor allem mit dem Schlagzeuger, höhö. Ich mag Judy and the Jerks und deswegen müssen die mal als Vergleich herhalten, aber man kann auch genauso gut wahllos ein paar Hardcore und Riot Grrl Bands heranziehen. Ist doch scheißegal.
Sie nennen die wilde Achterbahnfahrt auf jeden Fall Germcore und haben kurzerhand das Debüt Album ebenso benannt. 8 Songs mit mehr Energie als eine Palette Deines blöden Monster Drinks. Geiler Scheiß.

Noise Mechant Records. Kam auf Kassette raus, ist aber ausverkauft. Digital noch für eine paar Noroviren zu erhalten. Haben "wir" den Krieg eigentlich nicht verloren in Afghanistan? Wie issn das jetzt mit meiner Freiheit? Verdammt.

Piss Rules – Carsick CS

Schon erstaunlich, wie man als "Band" klingen kann, wenn man seit über zwanzig Jahren seine Instrumente beim Sperrmüll zusammengesucht und aus Kinderspielzeug zusammengeklaut hat und nur mithilfe einer Knopfbatterie die elektrischen Hilfsmittel wie Gitarre, Bass oder Drumcomputer bedient.

Irgendwie hört sich das alles ein bisschen kaputt an und wenn es Egg sein soll, dann eher aus einer hektischen und klaustrophobischen Legebatterie statt von der grünen Wiese und Freilandhaltung. Das ist dreckig, laut und quietscht.

Piss Rules aus Leuven in in Belgien orgeln durch 4 Songs in brachialen 4 Minuten und hinterlassen wohlklingende Ohrenschmerzen. "Es begann als Witz und endet auch als einer". Kann auch nicht jeder.

Noise Merchant Records. 4 Minuten auf Kassette. Aber die ist schon ausverkauft. Schade eigentlich, so richtig gut wird der Kram erst, wenn es so richtig leiert. Naja.

Charlie Tangos – Deadwood CS

Genau das Richtige für Montagmorgen. Ein etwas infantiler Blick auf Skate-Hardcore-Punk mit einem homogenen Gemisch aus adoleszenten Problemen und simplen Gitarrenmelodien. Das eine gibt es nicht ohne das andere, oder?

Dazu wahlweise ordentlich Geballer vom Schlagzeug oder ein bisschen mehr Geschepper hier und da, Hauptsache, die Hi-Hat ist offen. Spielt da auch ein Bass mit? Bestimmt. Sound ist aber auch eher so nebensächlich, es ist halt Hardcore Punk, wie man ihn liebt und kennt.

Mit so Songtiteln wie "Skate Or Fry", "Joystick Justice" oder "Handplants to Split Pants" spricht/sprechen mir Charlie Tangos aus der pubertierenden Seele. Der titelgebende Track "Deadwood" ist ein Hit. Die anderen auch. Toll.

Noise Merchant Records. Auf Kassette erschienen und mit 18 Songs unter 15 Minuten auch viel zu schnell vorbei. Ich weiß eigentlich gar nichts über die Band. Vielleicht sind das auch Mitt-Vierziger aus den Vororten Edinburghs und wollen noch mal so richtig cool sein. Ha.

Rainbow Coalition Death Cult – United States Of Amnesia CS

Na, arbeitest Du noch oder streikst Du schon? Ich bin extra gestern nach Berlin gefahren, um gegen die klimaneutrale Hauptstadt zu stimmen und jetzt sitz ich hier fest, weil die lausigen Bahnarbeiter mehr Geld wollen. Unverschämt.

Der billigste Flug wird mir gerade mit mit knapp 2.000€ und einem kleinen Umweg über Wien, Zürich und Palma angeboten. Dauert aber 86 Stunden. Da kann ich ja laufen. Na, immerhin hab ich mit den Rainbow Coalition Death Cult schon einmal den passenden Soundtrack für meine Stimmung. Politischer Hardcore Punk mit viel Wut und frittierten Austern (vegan) im Bauch. Oder was isst man da in Seattle so typischerweise? Ach, egal. Montag, hm?

Noise Merchant Records bringt das Tape heraus, bei der Band gibt es das Album bereits seit September für lau. Und wenn ich jetzt loslaufe, komme ich zur Tarifeinigung zuhause an. Also gar nicht. Haha. Schönen Wochenstart!

Metrics – Demo 2022 CS

Wie sagt man so schön? Ich komme ein bisschen zu spät zur Party. Das Demo von den Katalanen aus Barcelona wurde bereits im Oktober letzten Jahres von den Metrics veröffenlicht und fliegt seitdem unter allen Radaren hindurch. Naja, bis auf Groschi’s natürlich, der den Song "Mentalverse" auf seine Verpannungskassette im November gepackt hat. Das sollte euch zu denken geben.

Hört ihr denn nie diese genialen Mixtapes vom 12XU Mastermind? Solltet Ihr. Sonst steht ihr nämlich so doof da wie ich jetzt und müsst über den heißen Scheiß von gestern sprechen, der eigentlich schon längst nur noch lauwarm sein dürfte.

Ausnahmen bestätigen die Regel und die fünf Songs von Metrics können nach wie vor als Brandbeschleuniger auf das Osterfeuer oder das Auto Deines Chefs geschmissen werden. Richtig guter, schnoddriger Hardcore-Garage-Synthie-Punk, der direkt in die Beine geht und dort aufkocht, melodische Hitzewallungen hervorruft, mit Geschrei in den Magen steigt, von dort rumpelnd den Weg über das Herz in das Stammhirn nimmt, um für ein paar Tage als besoffener Ohrwurm im Kopf zu bleiben. Geiler Scheiß.

Noise Merchant Records und Dirty Slap Records sind seit ein paar Tagen für die Kassette zuständig. Wer macht das Vinyl? Und wer sonst noch kann so schön schreien wie die Sängerin Jazz beim Song "Bad Communication"? Was für ein Hit!

The Antibuddies – That’s What I Said CS

Valendienstag. Wie schön. Umarmt Eure Lieblingsmenschen, denkt darüber nach, was Ihr alles habt und schickt Euer gesamtes Geld in Regionen, die es wirklich brauchen.
Musst Du halt wissen. Entweder die neue Platte, die neuen Schuhe, Hose, Pulli oder das neue Telefon? Muss schwierig sein, die richtige Entscheidung zu treffen. Ich schicke mein Geld heute an die Seapunks. Die haben wenigstens noch Punk im Namen und man kann beim Überweisen so tun, als sei man selber cool.
Musikalisch wird das untermalt von den Antibuddies mit einer Mischung aus Post Punk, Riot Grrl und Grunge der 90er Jahre. Find ich gut. Ist zwar schon im September letzten Jahres erschienen, aber erst jetzt auf einem physischen Tonträger mit einem alternativen Cover veröffentlicht worden. Musik ist genauso gut geblieben.

Noise Merchant Records. Hey, macht, was Ihr wollt. Feiert, wie Ihr wollt. Schenkt Blumen, Schokoloade oder verschickt Karten. Mir egal. In anderen Ländern ist das öffentliche Knutschen nicht einmal erlaubt, also los…Sex on the Streets!

Pickle Jar – 7 Minutes In Vinegar CS

Ich muss noch ein paar Sachen aus dem letzten Jahr aufräumen. Ihr kennt das ja, man lässt dann doch zum Ende viel liegen und denkt sich, den Scheiß kann das Zukunfts-Ich erledigen, der Depp.
Dann sieht es am Ende des Jahres nach Raclette und Tischfeuerwerk furchtbar beschissen in Küche und Wohnzimmer aus, das Leergut stapelt sich auf dem Balkon, der Tannenbaum nadelt fröhlich den Teppich im Esszimmer voll und der Wäscheberg riecht aus dem Bad bis ins Schlafzimmer.
Blöd, wenn das alles derselbe Raum ist. Naja, im neuen Jahr wird alles besser, ne.

In der digitalen Version dieses multifunktionalen Zimmers warten ebenfalls noch ein paar liegengebliebene Schätze aus dem letzten Jahr. Zum Beispiel ein Gurkenglas, das da wohl noch vom Raclette stehengeblieben ist, hat sich verselbstständigt und drei der Gewürzgurken haben inzwischen 7 Songs komponiert und veröffentlicht. In der Kürze der Zeit hat es nur für Hardcore Punk gereicht, der mit ein paar Metalanflügen garniert wurde und innheralb von knapp 7 Minuten heruntergeschluckt ist. Aber immerhin!
Sehr cooler Scheiß von Pickle Jar aus Plymouth. Das riecht nach Skateboardfahren und Schuleschwänzen. Macht sehr viel Spaß, ist kurzweilig und schreit nach mehr.

Auf Kasette bei Noise Merchant Records erschienen. Sweet! (sour). Eignet sich ganz wunderbar zum Aufräumen der Wohnung. Nicht.

Vcncs – Demo ’22 CS

Türchen Nummer 2. Hardcore for the Punks. Pardon, Punx. Aus Rennes. Find ich ziemlich cool. Da würde ich mir glatt einen Iro fürs Konzert rasieren, wenn ich noch genügend Haare hätte.
Vcncs scheinen ein Faible für Abkürzungen zu haben, zumindest tragen da die Songs von dem Demo der Band so wenig blumige Titel wie "C.A.F.O." und "M.H.I." oder "A.C.A.B.". Was soll das denn bloß bedeuten? Brauch ich da ein Szene-Wörterbuch?
Egal – unterhaltsam, energetisch und wer hat schon Zeit, ganze Wörter auszuformulieren oder gar Sätze in den heutigen

Auf Kassette bei Noise Merchant Records zu erhalten. Digital billiger bei der Band.

The Executed – Demonstration CS

Ich kenne 3 Leute aus meiner Metal-Selbsthilfegruppe, die das voll super finden, was The Executed aus Phoenix hier runterrotzen. Das ist so ne schöne Mischung aus dreckigem Hardcore Punk und schnödem Rock’n’Roll, die mit der richtigen Corporate Identity und dem richtigen Gesang auch schnell in der Schmuddelecke des Metal ein paar Freunde findet.
Also die drei Typen, von denen ich sprach. Und mich. Die anderen haben eh keine Ahnung. So wie ich.

4 Songs, die keine 7 Minuten dauern und doch ist die extrem verdichtete Energie des Tapes ausreichend, um in der Zeit 3 Bier zu stechen, 15 Ollies zu probieren und mit dem gebrochenen Arm halb besoffen einarmig ins Krankenhaus zu fahren. Find ich gut – kann man bei der Band digital kostenfrei und beim Label Noise Merchant Records auf Kassette erwerben…Cool.

Das sind nur zwei Leute! Ein Drummer und ein anderer Kerl, der alles andere macht. Ob die wohl mal zu zehnt waren und dann naja, ich mein…der Bandname kommt ja irgendwoher, oder? Gibt es die Todesstrafe in Arizona?