Gilb – Tape 1 7″

Das ist mir auch noch nicht untergekommen, dass eine Band die besten Songs ganz nach hinten schiebt. Na sowas!
Ich hab den Kram von Gilb irgendwann vor ein paar Monaten schon einmal zum Frühstück kurz gehört und mir damals gedacht, das sei aber etwas zu viel Geballer zur Mittagszeit. Ich glaub, da hatte ich nur die ersten beiden Songs gehört, was zugegebenermaßen bereits in unter 3 Minuten erledigt war.

Jetzt hat die Band das Tape 1 sinnvoller Weise auf einer Vinyl Single herausgebracht und deswegen ist mir der ganze Kram noch einmal vor die Füße gefallen, da Armin sie im Mailorder anbietet. Und Armin war auch so schlau und hat sich die ganze 7″ mal angehört und dabei festgestellt, dass der letzte Song „Bleak“ ein ziemlich geniales Stück Musik ist. Seh ich auch so – insgesamt ist die Single rückwärts gehört wirklich besser…also die Reihenfolge, nicht komplett rückwärts, versteht sich.

Gilb sind drei Leute aus Berlin, die in Bands wie Pretty Hurts oder Deltoids bereits brilliert haben. Hier geht es eher in Richtung Deltoids, aber wesentlich mehr Hardcore Punk. Und DIY sowieso, die 7″ wurde von Tilman aufgenommen, der bei der Band auch Bass spielt und das Tape wurde damals außerdem noch selbst veröffentlicht. Das Mastern haben sie Daniel Husayn überlassen und das filigrane Artwork ebenfalls aus der Hand gegeben, aber ansonsten…alles selbst gemacht.
Die 7″ kommt jetzt bei rds rec hh und ist auf 200 Stück limitiert. Schmeckt am besten zu Bier und Klebstoff.

Bodensätze – Punk Rock Podcast!

IMG_0118Einige Leser werden wohl schon mitbekommen haben, dass ich früher mal mit Oli zusammen eine Punk Rock Sendung (Mittelfingerkolleg) im hiesigen Hochschulradio moderiert habe. Und wie das so mit Hochschulradios ist, man darf da eigentlich alles machen, worauf man Bock hat, solange man noch als ordentlicher Student (haha) eingeschrieben ist. Irgendwann sind wir aber dann tatsächlich mal mit unserem Studium fertig geworden und somit war das Ende dieser fantastischen Show unvermeidbar. Das ist jetzt auch schon ein paar Jährchen her und seitdem haben wir kontinuierlich (spätestens nach dem 3. Bier) über eine Fortsetzung laut nachgedacht. Das sind dann immer diese Gespräche, in denen man die brillante Idee hat, eine Band zu gründen oder eine Kneipe aufzumachen. Oder einen Podcast zu machen. Kann ja nicht so schwierig sein.
Und jetzt haben wir das tatsächlich geschafft, uns mal für einen langen Abend zusammenzusetzen und mit der Technik zu kämpfen und uns bei Zigaretten und Platten und Bier über Punk Rock zu unterhalten. Das Ergebnis davon könnt Ihr hier jetzt hören oder Euch einfach runterladen. Auf jeden Fall ist das sowas von DIY, das ist schon fast stümperhaft. Aber wir hatten Spaß und machen das sogar demnächst nochmal.

In dieser ersten Episode gehts um ein paar Sachen, die ich auch schon auf dem Dings hier thematisiert hatte, wie zum Beispiel die Seite DC-85 oder das Rerelease von Off with their Heads‚ erster Single oder die neue Band vom Karate Sänger Geoff Farina und so weiter. Außerdem labern wir stumpfes Zeug über andere Bands und spielen ganz viel Musik. Wenn das kein sensationelles Konzept ist! Vielleicht kommt irgendwann auch ne eigene Seite zu dem Podcast, vielleicht machen wir auch mal ne Playlist, mal sehen.… Mehr...

Homemade Records 1958-1992

Ein weiterer Eintrag auf meiner nicht enden wollenden Wunschliste: Enjoy the Experience ist ein Buch (und eine DoLP) über die vielfältige Musiklandschaft der Vinyl-Eigenproduktionen in den USA (auch genannt Vanity Vinyl). Irgendwann in den 50ern fing die Mittelklasse an, sich ebenfalls HiFi-Geräte zuzulegen und Schallplatten zu hören. Dadurch wurde natürlich Vinyl noch beliebter und mehr und mehr Presswerke eröffneten in den USA ihre Pforten.

Schon bald bewarben diese schlauen Füchse sich selbst mit der Idee „Hey, auch Du kannst eine Single mit Deiner eigenen Musik aufnehmen.Uns doch egal, wenn Du dabei wie eine rallige Katze klingst.“ Und die sympathisch bekloppten Menschen der USA haben das gemacht. Kleine Auflagen von maximal 500 Stück (was schon ne Menge ist, wenn man Scheiße rausbringt und als Gold verkaufen will) und dazu teilweise unfassbar hässliche Cover erblickten tausendfach das Licht der Welt.