Marbled Eye – Forever 12″

Nach kurzer Schaffenspause haben sich die vier von Marbled Eye aus Oakland wieder inklusive eines neuen Bassisten ans Werk gemacht und liefern ähnlich euphorisch die ersten Einblicke in das neue Album ab.

Toller Post Punk mit nöliger Stimmlage. Tolle Gitarren und Bassmelodien mit viel Tanz im Bein und Bauch. Freu ich mich drauf.

Digital Regress. Der besagte Bassist ist übrigens der Label-Typ. Und der Bandcamp Schreiberling sagt, das sei ein ganz tolles Album. Na dann.

Stuck – Optimizer LP

Na, seid ihr auch so gespannt, ob der sinkende Ölpreis genauso schnell und direkt an die Verbraucher an den Säulen der Autogesellschaft weitergegeben wird wie der heftige Anstieg vor ein paar Wochen? Haha.

Und können wir dann über etwas anderes reden als Benzin und Diesel und Erdgas? Ich brauche zum Beispiel Erfahrungsberichte zu Finasterid und muss wissen, ob man dann wirklich wieder Haare hat, aber zu traurig ist, um vor die Tür zu gehen und die ganzen Männer und Frauen, die mit einem dann Sex haben wollen, enttäuschen muss, weil das nicht mehr funktioniert.

Passender Soundtrack: In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen Stuck eine sehr gute Post Punk/Hardcore LP, zu der ich nichts sagen kann. Die drei aus Chicago waren mal zu viert, wenn ich mich recht erinnere. Die dritte LP (alle drei Jahre eine neue) ist genau so toll wie die anderen beiden zuvor und die kann ich jedem musikalischen Ohr empfehlen, das noch nicht vom zeitgenössischen Eier-Gequietsche vermurkst worden ist.

Gab es eigentlich ein Egg-Punk Festival zu Ostern irgendwo oder hat man diese tolle Chance vertan? Ach, egal.

Exploding In Sound Records. Bislang nur auf blauem Vinyl erschienen. Und digital. Oder muss man das dann kombinieren mit Happy Pills und Ficke Pills und Jever Pils und ist dann eine fröhlich haarende Prostata? Frage für eine Freundin.

Suitor – Saw You Out With The Weeds LP

Post Punk aus Cleveland. Suitor klingt dabei ein bisschen wie ne Mischung aus Wet Leg, Sweeping Promises und Blondie. Sollte also für eure Osterferien genau der passende Soundtrack sein, um um das örtliche Osterfeuer zu torkeln, oder was man halt so tut, wenn man im Urlaub fremde Kulturen (Bayern) besucht.

Feel It Records. Auf bunt und schwarz erschienen. OK.

Toulup – S/T CS

Halbwegs alter Scheiß aus dem Jahre 2000, als man gerade zaghaft an das neue Millennium geklopft hat und noch nicht so genau wusste, ob man noch im Soundgewand der 90er oder des neuen Jahrtausends musiziert.

Zur Sicherheit einfach mal ohne Gesang alles eingespielt. Toulup aus Köln haben schönen Post Punk gemacht, der irgendwo zwischen Faraquet, Les Savy Fav und Monochrome passt. Nur halt ohne Gesang, ne.

Hab ich auch schon länger nicht mehr gehört. Passt wunderbar zum Motivationsloch am Mittwoch. Bleibe ich einfach mal ne Weile (knapp 39 Minuten) drin liegen.

Cool.

Mörtel Sounds. Auf Kassette erschienen. Schöne Idee, jedes Teil mit einer Memory-Karte individuell zu gestalten. Ob es da wohl zwei gleiche Exemplare gibt (ja, manche) und man hat zur Aufgabe, dieses Zwillingsstück auf der Welt irgendwo zu finden (Nein)? Bin eh zu unmotiviert.

Station Model Violence – S/T LP

Erwachsener Post Punk aus Sydney von Station Model Violence. Einer Band, die irgendwie aus der Asche von KX Aminal entstanden sind, wobei ich von denen noch nie vorher etwas gehört hab.

Das ist nichts Besonderes, passiert mir dauernd, ich hab bis gestern in einer komplett Wincent Weiss-freien Welt gelebt und das war schön. Naja, jedenfalls schöner.

Aber da offenbar die meisten Songs vom neuen Debüt Album der Station Model Violence von den KX Aminal Vorgängern stammen sollen, wäre das ja schon zumindest interessant gewesen, wie die so im Original waren. Naja, zu viel Info drum herum – hier kann man schon einmal zwei tolle Songs vom Album hören, falls euch damals Total Control gefallen haben – das hier ist der Sänger und das hört man auch. Find ich gut.

Anti-Fade Records (AUS) und Static Shock Recods (UK). Erscheint Ende Februar auf Vinyl.

Coeur Chamade – S/T CS

Nanu, was ist das denn? Coeur Chamade. Emo Post Punk aus der Bretagne und damit der beste Grund, mal wieder in diese verregnete Region zu fahren. Ach nee, das war ja die Normandie. Hm.

Tolles Tape. 5 Songs, vom schönen Gesang getragen, von verspielter Gitarre akzentuiert und tief aus den 90ern ausgebuddelt. Richtig gut für die kommenden Tage, die für manche Leute gewiss stressiger sind als eine gewöhnliche Arbeitswoche. Haltet durch, Freunde, der Scheiß geht auch vorbei und dann ist Resteessen vom Raclette.

Dirty Slap Records. Auf Kassette erschienen. Herzklopfen ist oft auch einfach nur ein Anzeichen eines Herzklappenfehlers. Das sollte man lieber abchecken lassen.

The Big Idea – Half A Dozen 12″

Wenn man am Wochenende mal wieder ein bisschen mehr Zeit hat und sich lieber einem gitarrenlastigen Post Punk Experiment als dem halsbrecherischen Hardcore Geknüppel der Werktage widmen möchte, kommen The Big Idea aus Paris wie gerufen.

Zwischendurch lärmen die Kinder zwar auf einer Tröte herum und Haustiere laufen über das Schlagwerk, aber alles in allem kann man hier sehr entspannt einem mehrstöckigen Soundgerüst lauschen, das sich über Kopfhörer besonders eindringlich in den dicken Brunchbauch einnistet und dort eine wohlige Wärme abgibt.

Feine Sache, ohne Fisch.

Howlin Banana Records. Kommt im Oktober auf 12″ heraus. Limitiert und rot. Wahrscheinlich nur 6 Stück, also ranhalten.

Däächt – Crying Houses

Na, wer hätte das gedäächt, dass wir die Woche in Regensburg beginnen, wo die heulenden Häuser in der beschaulichen Domstadt der ostbayrischen Idylle vor sich hin mittelaltern und die Heroinspritzen nebenan auf den Spielplätzen von kleinen Kinderhänden gestapelt werden. Hier kann man sich von einer 1000 Jahre alten Brücke in die Donau stürzen und dabei Helles saufen. Ist es eine Reise wert?

Ja. Denn hier könnt ihr auch Däächt zuhören, wenn sie ein paar Stücke von ihrem zweiten Album zum Besten geben und dabei den Garage Punk Charme aus dem Keller holen und auf ein Post Hardcore und Post Punk Niveau der 90er hieven. Steht zwar ein bisschen auf wackeligen Beinen, aber dann bewegt es sich wenigstens und ist nicht so starr und stur.

Alles in Eigenregie geschrieben, gespielt und aufgenommen, veröffentlicht und Artwork gemacht und Werbung und naja, deswegen hat es auch 5 Jahre seit dem Debüt gedauert. Hast sich gelohnt. Ist ganz geil.

Nix Label, nix physisches Release. Das könnt ihr einfach so digital genießen. Oder halt live in Ostbayern, wenn ihr unbedingt da hinwollt.

Aliment – Sempre Res LP

Damals, in den 90ern, als wir noch kein Internet hatten, saßen wir an langweiligen Abenden immer vor dem Fernseher (also fast jeden Tag). Im Grunde hat sich bis heute nicht viel getan, das Medium wurde lediglich ausgetauscht und man sitzt heute alleine vor dem Bildschirm, anstatt sich in der Familie dem Diktat der Fernbedienungsherrschaft (Vater) zu unterwerfen.

Jedenfalls gab es da samstagabends bei RTL die sogenannte RTL Samstag Nacht, angelehnt an die US Show Saturday Night Live. Eine Sendung mit Sketchen und Quatsch, die tatsächlich oftmals (zeitgemäß) lustig war. Ich erinnere mich gerade wegen der heutigen Band an eine Sketchserie, in dem es um die Gebrüder Mente ging, Ali und Rudi. Haha. Blöder Wortwitz, aber dafür hatte ich schon immer eine Schwäche.
Und da frage ich mich jetzt, ob es vielleicht eine befreundete Band gibt, die Rudiment heißt und die dann gemeinsam mit Aliment Barcelona unsicher macht. So funktioniert mein Hirn.

Nebenbei machen Aliment sehr eingängigen Punk Rock der melodischeren Spielweise und driften dabei manchmal in den Post Punk ab. Sehr schön, sehr spanisch, sehr seltsames Cover. OK.

Flexidiscos. Auf Platte erschienen in orange oder schwarz. Tatsächlich gibt es einen Künstler aus Sankt Petersburg, der auf den Namen Rudiment hört und kürzlich (vor 5 Jahren) eine richtige beschissene EBM Kassette mit dem schönen Titel "Messerwunden" veröffentlicht hat. Aktuell ist er mit "Zeitenwende" beim Label Wie Ein Gott in Berlin angekommen. Das wäre doch eine schöne gemeinsame Tour durch Europa!

Autor – Kommen Und Gehen LP/CS

Tolles zweites Album der Band aus Wien. Autor – das ist nicht etwa ein vertonter Literaturverein mit Schachnovelle, sondern eingängiger, deutschsprachiger Post Punk ohne Schmäh, aber mit viel geschwungenem Tanzbein und bösen Zungen.

Genau das Richtige für die Sedisvakanz. Im Vatikan geht es ja auch wie im Taubenschlag zu. Naja, wenn die Tauben echt alt wären und orientierungslos. OK.

Contergan Punk und Urticaria Records. Einmal LP und einmal Kassette. Ich hatte auch ein Kommen und Gehen hier letzte Woche und leider ist nur die Erkältung geblieben. Verdammt.