Straight Arrows – Middleman / Do The Sloth 7″

Es ist schon bemerkenswert, dass in einem Skandal um alte weiße Männer derzeit nur eine Frau im Knast sitzt. Findet ihr das nicht auch komisch? Nee, wahrscheinlich ist das ganz normal. OK.

Goodbye Boozy hat Straight Arrows gefragt, ob die nicht Bock auf ne Single hätten und die hatten. Haben.

Die Band aus Sydney lieferte prompt zwei eingängige Garage Punk Schenkelklopfer ab und sichert sich damit ihre und des Labels Reputation als langjährige zerbogene Speerspitze des Genres. Sehr schön.

Goodbye Boozy. Auf Single erschienen und bestimmt schon ausverkauft. Digital aber auch gut. Ja, ich weiß, ein Mann saß auch bereits im Gefängnis, aber der ist ein bisschen zu jung verstorben, bevor er noch großartig reumütig oder gesprächig werden konnte. Komisch, oder?

Station Model Violence – S/T LP

Erwachsener Post Punk aus Sydney von Station Model Violence. Einer Band, die irgendwie aus der Asche von KX Aminal entstanden sind, wobei ich von denen noch nie vorher etwas gehört hab.

Das ist nichts Besonderes, passiert mir dauernd, ich hab bis gestern in einer komplett Wincent Weiss-freien Welt gelebt und das war schön. Naja, jedenfalls schöner.

Aber da offenbar die meisten Songs vom neuen Debüt Album der Station Model Violence von den KX Aminal Vorgängern stammen sollen, wäre das ja schon zumindest interessant gewesen, wie die so im Original waren. Naja, zu viel Info drum herum – hier kann man schon einmal zwei tolle Songs vom Album hören, falls euch damals Total Control gefallen haben – das hier ist der Sänger und das hört man auch. Find ich gut.

Anti-Fade Records (AUS) und Static Shock Recods (UK). Erscheint Ende Februar auf Vinyl.

Jumbo XL – The Brier

Zwei neue Songs von Jumbo XL, für die es sich lohnt, noch einmal kurz ins letzte Jahr zurückzublicken. Wieder zwei hervorragende lofi Gemütlichkeits Garage Punk Knaller mit Handbremse. Wieder zwischen Fuzzgitarre mit Orgelhintergrund und Bedroom Pop.

Passt extrem gut für die kurze Autofahrt zur Schule, um die Kinder sicher durch die glatten Straßen zu manövrieren und dabei die akkuraten Scheitel in den lichthupenden Allrad-SUVs hinter einem bei Tempo 25 in Rage zu bringen. Geil.

Am 09. Dezember erschienen und nur Groschi hat die 2,30€ übrig, um den Künstler (?) zu unterstützen. Unglaublich. Das nächste Album mach ich auf LP.

1-800-Mikey – 2 Kaiju / Lost In Translation

Ungefährlicher Garage Power Pop zum Frühstück am Montagmorgen, wenn das ganze Elend der Realität wieder über einen hereinbricht und man feststellt, dass der Rest der Welt sich weitergedreht hat während des Wochenendes.

Einfach mal ein bisschen 1-800-Mikey anrufen (Achtung, Ferngespräch nach Sydney) und entspannt in den Tag gähnen. Thematisch hat das was mit Manga zu tun, da kann ich beruhigt weghören, davon verstehe ich nichts. Lost In Translation hat mir gut gefallen, schöner Film. Aber wer kennt schon einen schlechten Film mit Bill Murray? Den schau ich mir jetzt an, geht ihr mal arbeiten, ich pass hier für euch auf.

Ach so, falls ihr gerade in Europa seid – der Mikey auch und tourt derzeit durch die beliebtesten Clubs des Kontinents. Geht da mal hin.

Nur eine kleine digitale Single. Auch schon wieder 4 Wochen alt und nichts für die Ewigkeit, aber verzuckert die viereinhalb Minuten, die man auf dem Klo braucht oder zum Nachrichtenlesen oder um "Lost In Translation" auf einem illegalen Streaming-Portal zu finden. Cool.

Jumbo XL – Who To Hurt

Anfang des Monats hat Jumbo XL ein paar neue Songs auf die Straßen Sydneys gekotzt und alle haben sich lecker daran verköstigt, ich komme wieder zu spät. Na sowas.

Aber wollte ich euch trotzdem noch mitteilen, weil selbst der angetrocknete Rest in der Gosse noch besser schmeckt als der letzte Eiersalat Punk Mist aus dem Kinderzimmer talentfreier Punk Rock Eremiten. Der Garage Synth Punk der Band oder des Typen (?) erinnert hier und da an Lost Sounds oder Sick Thoughts (sagt Groschi). Ich höre eine Mischung aus dem Songwriting von Seth Pettersen und Mark Vodka heraus. Wahnsinn.

Die Musik ist in etwa so, wie das Cover vermuten lässt. Ein bisschen dilettantisch, aber klassisch genial und ansprechend für jede Lebenssituation. Geiler Scheiß.

Nix Label, nix zum Anfassen. Auf Kassette überspielen und in den Walkman, Kids! Googelt man den Namen und die Herkunft, erhält man ein Angebot für "hochwertige, vorgefrorene Ratten, die eine nahrhafte und praktische Fütterungsoption für fleischfressende Reptilien, einschließlich Schlangen und Eidechsen bieten – JUMBO XL". Na dann.

Histamine – Quality Of Life LP

Hallo Montag. Ich hab gehört, dass Histamine ganz furchtbare Spaßverderber sein können, wenn man eine Allergie hat. Also nee, das heißt dann nicht Allergie sondern Unverträglichkeit, eine Intoleranz, eine Störung.

Jedenfalls kann man dann Hautausschlag bekommen oder muss aufs Klo oder nie wieder aufs Klo. Je nachdem. Und Jucken tuts auch. Und Migräne bekommt man ebenso, wenn man ne Pulle Rotwein trinkt, weil da Histamine drin sind. Sogar mehr als im Weißwein. Und dann isses ja nicht mehr viel mit "Quality of Life", von der die Band aus Sydney hier singt und schreit, dann ist das nur noch juckender, roter, verstopfter Popo mit furchtbaren Kopfschmerzen obendrein.

Aber wenn man das Zeug verträgt, dann ist das gut für die Gedächtnisleistung und für den Blutdruck und die Gedächtnisleistung und den Blutdruck. Wieso eine Band so heißt, weiß ich nicht, aber die vier Australier ballern hier schon wieder direkt die frühmorgendliche Ferienstimmung auf dem Campingplatz in Schutt und Asche. Geiler Scheiß für den Wochenstart.

Convulse Records. Nach 5 Jahren Abstinenz das Debüt Album? Stark. Kommt auf vier verschiedenen Farben auf Vinyl raus. Histamine sind wichtig für die Gedächtnisleistung und den Blutdruck.

Good Ramen – Gem Based Magicks CS/CD

Ich hab mir nie sonderlich viel aus Ramen gemacht, aber das liegt natürlich daran, dass ich noch nicht so eine richtig gute Suppe gegessen hab. Mit Eiern. Ist bestimmt voll toll und ich verweigere mich dem auch nicht, aber wie gesagt, ich hab den Hype nicht verstanden und nicht geschmeckt.

Vielleicht ist das anders, wenn man geographisch ein wenig näher zu dem Ursprungsland der Nudelsuppe lebt und dann öfters in den tiefen Teller blicken kann. So viel zu dem Namen der drei Burschen aus Sydney, die uns heute mit ihrer Version des typisch australischen Garage Pub Punk Rocks erfreuen.

Good Ramen. Gute Band, tolle neue EP oder was auch immer das sein soll mit den 5 Liedern in 12 Minuten. Könnte auch ne Single sein. Egal. Frohe Pfingsten.

Das erste physische Release der Band, weil der Bassist ein paar Kassetten im Internet ergattern konnte, die man jetzt bespielt hat. 25 Stück, mehr kann man sich nicht leisten. Langt zu. Ansonsten gibts nur CD und das ist ja peinlich. Erbsensuppe ist auch schön.

Dumbells – Up Late With LP/CS

Eigentlich ist das viel zu schön für Total Punk Records. Da kratzt ja gar nichts, da scheppert nichts und da lärmt es überhaupt nicht.

Ein poppiges Juwel namens Dumbells kommt da aus Sydney angerauscht und überzeugt mich direkt mit den ersten paar Tönen, die schon als musikalische Vorboten des unbeschwerten Sommers gelten können. Mit Leuten von Shrapnel, den Satanic Togas und Tee Vee Repairman ist die Band auch qualitativ gut ausgerüstet, um hauptberuflich Kaugummi in die Gehörgänge der Badeanstaltsbesucher zu drücken.

Auf dem Demo haben sie neben den poppigen Tönen auch ein paar schräge Dinge anklingen lassen, mal sehen, wie sich das komplette Album präsentieren wird – erst einmal nur zwei Songs online. Abwarten und Bubble Tea trinken. Oder ist das jetzt nicht mehr hip?

Prima Power Pop Garage.

Auf LP bei Total Punk Records und auf Kassette in der Schweiz bei Chrüsimüsi Records. Als Demo bei Warttman Records. Sehr schön.

OSBO – S/T 7″

Ich hab für euch unter der herübergewehten Sanddüne aus Nordafrika die erste richtige Veröffentlichung einer weiteren tollen Band aus Sydney freigeschaufelt. Herzlich gern. OSBO, das Akronym für Office of Strategic Business Operations (?), mixen den ganzen schönen Brei von aktuellem australischem Garage Punk mit der schmackhaften Suppe aus der Hardcore Gosse Sydneys zusammen und es ist ein Wohlgenuss, sich die 5 Songs löffelweise zu Gemüte zu führen. Oder mit Gabel, Strohhalm, was man halt gerade zur Hand hat.
Geiler Scheiß. "Security" ist ein Hit.

Blow Blood Records. Auf Single erschienen, von Alex Macfarlane gemixt – der ist ja auch kein unbeschriebenes Blatt hier. Mal sehen, was eine gründliche Ausgrabung unter dem Wüstensand noch so alles zu Tage fördert. Vielleicht finde ich ja das Bernsteimzimmer. Drückt mir die Daumen.

Antenna – S/T CS

Zum Wochenende eine Extrawurst für alle frohgelaunten Tänzerinnen und Tänzer und solche, die es werden wollen. Mit dem neuen Projekt Antenna von Tim Wall, der auch unter seinem Alias Shogun veröffentlicht hat und Sänger bei den großartigen Royal Headaches war, macht die Tanzstunde doppelt so viel Spaß.

Seitwärts, vorwärts, Drehung, Sprung, Bier, Kippe, Spagat, auf’s Maul und wieder von vorne. Toll. Geiler Scheiß aus Sydney!

Urge Records. Nächste Woche erscheinen die 5 Songs in Australien auf Kassette und weltweit digital. Die Anleitung mit den Tanzschritten folgt dann auch ein paar Tage später. Prost, Freunde – auf die nächsten königlichen Kopfschmerzen!