Salamirecorder – S/T

Der Name ist Programm, ihr Lieben.
Salamirecorder!
So klingt Garage Punk, wenn man ihn durch eine Eselrohwurst gepresst hat.

Ein Mann ein Wien macht hier alles selber. Gitarren, Gesang, Geschepper. Richtig gute Ideen und richtig gute Melodien sind dabei. Der Sound ist scheiße.

Achso. Das ist Punk.

Zwar nicht Falco, aber ok. Und Drive By ist ein Hit.

Kostet nichts, ist trotzdem hörenswert.

Easers – S/T CS

Wieso wird Garage Punk eigentlich immer genau um die Prozentzahl geiler, die man lauter dreht?

Ich weiß ja bis heute nicht, was mein Vater damit gemeint hat, dass man Musik doch bitte auch bei Zimmerlautstärke genießen könnte. Was soll das denn sein? Das weiß ich bis heute nicht, da wir uns nicht auf eine gemeinsame Definition dieses Begriffs einigen konnten. Ich wusste dann immer, dass es nicht mehr Zimmerlautstärke war, wenn die Sicherung rausgedreht wurde. Haha. Gute Zeiten.

Das großartige Teil von Easers hier wir auf jeden Fall mit jedem Dezibel noch besser, ohne an den obligatorischen Kracheigenschaften des Genres einzubüßen. Richtig guter Garage Punk mit teilweise überraschenden Melodieunfällen.

Die drei Vögel kommen aus Grand Rapids in Michigan und erinnern mich ein bisschen an die frühen Audacity, vor allem mit dem heimlichen Hit des Albums, Alter Ego.

Geiler Scheiß – demnächst auf irgendeinem hippen Label Europas auch auf Vinyl zu haben. Vielleicht nicht so hip wie Painters Tapes aus Detroit, wo die Kassette vor ein paar Tagen erschienen ist, aber dafür auf Platte.

Meine Kinder werden höchstwahrscheinlich ziemlich beschissene Musik ziemlich laut hören, wenn sie alt genug sind. Weil ich das bestimmt verdient habe.

Radar – S/T CS

Die Info sagt, Radar klänge wie Marked Men, wenn diese Pop-Punk machen würden. Hm. Bisschen faule Beschreibung, wenn ihr mich fragt, aber passt schon.
Ich mein, dann könnte man auch sagen, die Toten Hosen klingen wie Pascow, wenn die Volksmusik machen würden. Aber wie gesagt, passt schon.

Ich höre da bei den 4 Songs eine Mischung aus den großartigen Baby Ghosts und den fantastischen Radioactivity heraus – Radar müsste dann dementsprechend großtastisch oder fantartig meine neue Lieblingsband sein.
Joa, warum nicht – hier gibt es schließlich super poppige Melodien, die rotzig genug vorgetragen werden, um noch Punk Rock zu sein. Voll gut.

Die Kassette erscheint bei Dead Broke Rekerds und das heißt, ich kann mir den Versand nicht leisten. Ich glaub, ich frag mal, ob ich die auf Platte pressen darf. Ist inzwischen echt günstiger, das alles selber zu machen, als die horrenden Zoll-, Verpackungs- und Portokosten zu bezahlen.

Garage Pop Punk aus Brooklyn. Geiler Scheiß.

Ein anderes schönes Palindrom ist zum Beispiel Legovogel.

Liquids – 2 Soft Serves and a Hard Rock

Wenn man in Mathe ganz ok war, kann man dem Titel bereits entnehmen, dass es hier drei neue Songs von den famosen Garage Punkern aus Indiana zu bestaunen gibt. Indiana, da scheint es im übrigen wohl eine recht fruchtbare Szene zu geben, denn da kommen immerhin auch die nicht weniger guten Coneheads und Cowboys her, um nur zwei von den vielen Bands da zu nennen. Aha.

Jaha. Und eben auch die beiden Typen von Liquids, die natürlich auch bei den tausend anderen tollen Bands irgendwie ihre Finger und Füße mit ihm Spiel haben.
Falls ihr bis jetzt noch nichts von den Liquids gehört haben solltet, lasst euch sagen, dass es sich hier um Material aus dem Bereich des DIY low-fi Garage Punk Gedudels handelt, das inzwischen auf über 15 Veröffentlichungen kommt.
Wird aber irgendwie nicht langweilig, ist immer gut. Selbst jetzt mit einem Song, der einer Ballade ähnelt. Jaha, Aha, Oha.

Für Freunde und Fans von tödlichem Durchfall.

DeeDee (Catpiss) and the Fuzz Coffins

Ich wusste ja gar nicht, dass Hattiesburg in Mississippi so eine coole Punk Rock Szene hat. Und ich wusste gar nicht, dass es eine Stadt in Mississippi gibt, die Hattiesburg heißt, in der eine Punk Szene existiert. Toll – wieder was gelernt!
Besonders toll daran ist, dass ich die ziemlich geilen DeeDee and the Fuzz Coffins so kennengelernt habe und nun nicht mehr aus dem Ohr bekomme. Das Trio hat jüngst ein Tape bei Earth Girl veröffentlicht, das zwar nur mit 3 Songs bestückt ist, dafür aber sehr ordentlich abliefert. So ordentlich, dass ich mir das heute schon vierhundertmal angehört hab.
Der Song „Phone Call“ ist einfach mega gut. Garage Punk Fuzz Blues oder so. Eigentlich ist nach 45 Sekunden schon alles gesagt, alle Akkorde abgenudelt, Text fertig gesungen. Aber der Song streckt sich noch auf großartige 5:13, weil ganz einfach über 3 Minuten rumgedudelt wird, dass einem das Herz aufgeht. So was muss man live sehen. Sehr cool.

Oh, schaut mal. Ein Live Video.