Xray Xeroxx – Off With Their Heads (E.P.) 7″

Bei der Masse an Split Singles, die Off With Their Heads herausgebracht haben, dachte ich erst, dies wäre ein Versuch, sich wieder ins tagesaktuelle Punk Rock Geschäft ins Gespräch zu bringen, indem man auf eine Welle aufspringt und mit einem frischen Wind mitweht.

Der Wind mag nach Pups aus Los Angeles riechen, aber das ist der heiße Scheiß von heute. Sagt man. Kann man auch am Label erkennen oder einfach mal die Lieder hören. Die 4 neuen Songs von dem musikgewordenen fotokopierten Röntgenergebnis sind nämlich gut. Also so echt gut.

Lofi Garage Punk mit viel Melodie und kurz und knackig, da muss man nicht lange rumdödeln, das ist geiler Scheiß aus L.A.

Goodbye Boozy. Auf ein paar limitierten Singles erschienen und über Mail oder bei Band zu bestellen. Digital macht die Sammlung aber auch einiges her, immerhin schon die 7. Veröffentlichung. Ah, Bandname vergessen. Xray Xeroxx. OK. Was machen OWTH eigentlich?

Gull House – Punch Salad

Hat jemand Belgien gesagt? Eine neue schmackhafte Scheibe der neuen EP von den Garage Punkern aus Diest liegt auf dem Teller.

Gull House schicken sich an, Mitte Juni ihre dritte und letzte EP in dem Zyklus einer Trilogie der ersten zwei Jahre der Existenz einer Band herauszubringen und werfen uns dafür Leckerbissen in Form von liedgewordener Möwenscheiße als Appetizer vor die Füße. Der Song passt ganz gut in die Stimmung des kommenden Sommers, wenn man noch nicht genau weiß, ob man sich über die kommende Hitze freuen oder ärgern soll.

Scheiß auf Klima und ab in den Urlaubsflieger oder fahre ich mit dem Biodiesel-E-Roller in den Schwarzwald? Schwierig.

UhmYeahSure. Kommt auf 7″ raus, steht zwar nirgendwo, aber ergibt ja ansonsten in einer Trilogie nach 2 Singles keinen Sinn, ne? OK.

Six Pack – Demo

Sauberer Garage Punk mit zu viel Melodie aus dem muskelbepackten Bauch locker herausgeschossen. Oder aber: verspritzte Bierreste eines 6er Packs Leffe vom Boden der Garage aufgewischt und in ein 3 Song Demo ausgewrungen.

Schöne neue Lieder mit Mitraille Beteiligung. Bissl viel Hall auf dem Gesang für meinen Geschmack, aber in Belgien macht man das so, der Gesang muss ein bissl lauter scheppern, sonst hört man im Hintergrund die Fritteuse blubbern. Cool.

Fragt sich nur noch, auf was die Band sich bezieht – Bier, Bullen-Auto oder Bauch? Oder einfach nur an den Song von Black Flag angelehnt? Spannend. Egal.

Muell – Arbeit CS

Selten so eine tolle Post bekommen wie die Promo-Geschenktüte von Muell aus Berlin. Mit der neuen Kassette, einem Paar Socken, die ich schon in kurzen Hosen zur Arbeit tragen konnte, zahlreiche Aufkleber, einem netten Brief und einem ausgeschnittenen tanzenden Skelett als Promozettel. Toll, vielen Dank.

Nebenbei sind aber auch die drei Songs ziemlich guter deutschsprachiger Punk Rock aus der schnelleren bis hektischen Ecke der dreckigen Garage. Wenn man bedenkt, dass hier ein ausgezeichneter Gitarrist am Werk ist, beruhigt mich meine Fixierung auf dieses Genre.

Manchmal fühlt es sich ja so an, als ob Punk und HC und Garage zu plump sei und man müsse sich in den Hörgewohnheiten "weiterentwickeln". Aber wenn hier ein Männlein am Werke ist, das das Instrument studiert und mit summa cum laude abgeschlossen hat und Unterricht erteilt und quasi Doktor der 6 Saiten und 12 Felle ist und dennoch keinen Bock auf Jazz oder Pop hat… dann muss ja eine gewisse Faszination von diesem Punk Rock ausgehen, die nicht vor Qualität halt macht. Toll, oder?

Punk Rock kann jeder, egal, wie gut oder schlecht man an den Instrumenten herumzappelt. Immer gut, selten Müll. Außer heute halt. Haha.

Eigenvertrieb. Kauft euch Socken, es wird bestimmt wieder kalt. Das Tape ist auch schön, aber leider schnell vorbei. Spielzeit von 3:40 unterbietet so manche 7″ Single Seite. Ausgezeichnet.

Pin-Up Sisters – High Wire CS

Ich verstehe diese Genrebezeichnungen nicht mehr, weswegen ich ja auch irgendwann angefangen hatte, alles nur noch als Garage Punk zu bezeichnen. Ihr könnt das gerne so kleinteilig molekular aufdröseln, wie ihr wollt, aber es bleibt am Ende Punk Rock.

Oder eben Garage Punk, wenn es ein bissle krachiger und lofi sein darf. Vielleicht fällt mir dann gelegentlich ein Metal-Pups vor die Füße und ich bemerke das nicht, oder es schmuggelt sich ein Egg-Punk Geschöpf in die Playlist, ohne dass ich das bemerke, aber das Risiko nehme ich in Kauf.

Heute zum Beispiel ist laut Etikett die Band Pin-Up Sisters aus Leeds eine Garage Punk lofi Rock Egg-Punk Band. Und normalerweise würde ich da sofort vor zurückschrecken, weil igitt Leierei, aber das hier ist ja gar kein Eiersalat, das ist einfach nur lofi Garage und ein bisschen weirdo Punk. Hm. Jetzt merk ich gerade, dass ich dafür, dass ich keinen Bock auf das Genre-Gelaber habe, ganz schön viel Genre-Gelaber veranstalte.

Lassen wir das. Gute Musik.

Noise Merchant. Die kann man auf Kassette kaufen. Und dann in eine Schublade packen.

Cammy Cautious and the Wrestlers – Criminal

Wo wir es uns gerade wieder in Australiens Pub Rock Punk n Roll Ecke gemütlich machen, warum nicht einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Sydney unternehmen, wo Cammy Cautious and the Wrestlers den Ring betreten? War das eine Frage?

Bisschen runder geworden der Sound seit der letzten 7″ EP. Toller Garage Punk mit stoischem Basslauf und großartiger Sängerin plus knutschenden Menschen auf dem Cover. Davon brauchen wir mehr.

Auch keine Ahnung, was für ein Label diesen neuen Song herausbringen möchte. Genießt ihn digital. Cool.

The Lizzards – Cold To The Bone

Pünktlich zu den warmen Tagen kommen die Lizzards herausgekrochen und setzen sich auf den warmen Bierbauch, um das Blut zum Kochen zu bringen. Mit der weirden lofi Garage Punk Spielart der Viecher gelingt das auch ganz gut. Zumindest mir ist nicht "cold to the bone" geworden, auch wenn das vielleicht der gewünschte Effekt des neuen Albums ist. Keine Ahnung, was ich hier erzähle. Guter Garage Pub Rock und Punk. Ganz geil.

Eat Em Up Records. Digital erschienen und von den 12 Liedern ist eines ein Cover. Wer es zuerst entdeckt, erhält eine Eidechsensuppe gratis. Ok.

Jay Veil – Terrified

Schon länger nichts mehr aus Hattisburg gehört. Wurde also Zeit für ein bisschen Garage Punk, der gerade so noch eng an der Egg Punk Katastrophe entlangschrappt und mit 4 eingängigen lofi Punk Stücken unterhaltsam in den Montag startet.

Jay Veil macht seit eh und je alles richtig, dem kann man sein Geld geben, wenn man noch welches vom langen Wochenende übrig hat. Guten Start.

Braucht kein Label, ist nur digital.

Trollop – Manic Pixie Dream Violence

Hektisch sympathischer Garage Punk mit ein bissle Hardcore Geschmack. Trollop kommen aus Cleveland und mehr weiß ich nicht. Ganz geil.

Noise Merchants Records. Ein paar Kassetten gibts davon. Sind barbusige Damen auf Covern jetzt wieder in? War da nicht gestern erst was? Na sowas.

Crocodiles – Greetings From Hell LP

Nachdem die Crocodiles ihrer Diskografie nach zu urteilen die Weihnachtsfeiertage vor 5 Jahren in der Hölle verbracht haben (Christmas in Hell), sind sie wohl direkt da geblieben, haben sich häuslich eingerichtet und senden nun nette Grüße von dort in Form zweier Hände voll Power Pop Garage Punk, der eigentlich zu nett klingt für so Teufelszeugs. Ist okay.

Starten wir die Woche mal locker flockig.

Wild Honey Records. Auf pink und schwarz erschienen. Eigentlich stammt das Duo ja aus San Diego, aber Hölle soll’s wohl sein. OK.