Spielo – Demo

Ein Demo mit 6 knatterhaften Garage Punk Stücken von den Kindern der legendären 7 Seconds aus Reno, Nevada. Auf Deutsch. Und mit einem Song, der zwar "Kolbenfresser" heißt, aber leider nicht von Dackelblut ist.
Der reiht sich eher so in die thematische Schiene von Songs über motorisierte Fortbewegungsmittel auf dem Demo ein.

Spielo! Gitarre wird gekonnt stilecht von oben bis unten malträtiert und spielt zwischendurch lustige Melodien, Bassist darf nur vier Töne pro Song spielen und Schlagzeug besteht aus 4/4 Takt im Hektikmodus mit Rock n' Roll. Der Gesang erinnert an den typischen deutschen Sprechgesang der Punk und Waveszene, der seit 40 Jahren darüber hinwegtäuscht, dass die Band einen Frontmann braucht und keinen Sänger.

Das Demo erschien digital vor 11 Tagen und kann gegen eine Spende von Casinochips eingetauscht werden. Die Jungs sind spielsüchtig, weil Reno, wisst ihr?

The Wind-Ups – Try Not To Think LP

Ganz toller Power Pop Garage Punk aus dem Hause von Jake Sprecher, den ihr ja alle von Beehive kennt. Oder Smokescreens. Oder Terry Malts. Nein?
Na sowas aber auch.

Ein schönes Debüt Album ganz alleine eingespielt und aufgenommen von der Ein-Mann-Band The Wind-Ups aka Jake Sprecher. Die perfekte Mischung aus alten Melodien von der Ostküte der USA (Ramones) und neuen anachronistischen Klängen von der Westküste (Sweet Reaper). Kann man sich auf Platte vorbestellen oder einfach nur immer wieder in der Schleife digital hören, bis auch das letzte Stück Kaugummi verdaut und wieder ausgekackt ist.
Chucks an, Skateboard raus und ab geht der Luzifer!

Am 14. Juli digital erschienen und bei Mt. St. Mtn. Records demnächst auf LP. Geiler Scheiß aus dem sonnigen brennenden Kalifornien.

Wie? Die spuckt man aus?

Big Blopper – Introducing Big Blopper CS

Wie wäre es heute mal mit ein bisschen Garage Punk aus Texas, der die extra Prise Scheppern und eine Portion Weirdness mit im Gepäck hat?

Big Blopper hauen in unter zwanzig Minuten mal eben 14 Songs raus, die soviel Überschuss an Power haben wie mein Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse G. Leider ist das so nicht in den Sound mit eingeflossen – es klirrt ein bisschen viel Hochtöner und alles ist irgendwie eine Spur extra verzerrt, als ob man Kopfhörer aus dem Ryan Air Shop zum Aufnehmen und Mixen genommen hat. Ist Punk, gewöhnt man sich dran.

Erscheint auf Kassette bei Under The Gun Records und ist digital bei unseren Freunden von Goodbye Boozy zu bestaunen.
Macht wach!

Vielleicht ist das auch einfach nur Musik für ältere Menschen, denen bereits Teile ihres Hörvermögens verlustig gegangen sind. So gesehen eigentlich sehr nett von den Jungs. Respect the eldery und so, haha.

The Harry Anslingers – Go Tranquility Base CS

Ein Knalleralbum aus Leipzig kommt heute auf den Tisch. Lecker angerichtet von It’s Eleven Records und richtig heißer Scheiß. Also hinsetzen, pusten und alles aufessen!

Die Amateurfunker und Haschischgegner von The Harry Anslingers servieren hier eine grandiose Mischung von hektischem Punk Rock aus der Garage und…nee.
Quatsch, scheiß auf Mischung. Das ist einfach nur ziemlich souverän vorgetragener Garage Punk Trash mit viel Scheppern und viel Stakkato und viel Melodie. Es kann alles so einfach sein.
Mehrstimmiger Gesang plärrt aus den Boxen, mehr Becken als Bass ist zu hören und die Gitarrenläufe sind halsbrecherisch. Deswegen verstehe ich auch nicht die etwas forciert wirkende Analogie zu Mondlandung und Astronauten und den ganzen Funkspruchkram. Aber wie gesagt, die Jungs sind wohl einfach ambitionierte Amateurfunker und Fans von Raumfahrt. Und ich hab im übrigen auch keine Ahnung, was die da singen – es ergibt bestimmt alles einen großen Sinn.

Wie auch immer, geiler Scheiß aus Leipzig! Erscheint bei It’s Eleven Records in 5 Tagen und kommt dann auch auf Kassette heraus.

Bekommen solche Bands heutzutage eigentlich Auftrittsverbot in Jugendzentren, weil sie sich nach einem "treibenden Befürworter einer Cannabis-Prohibition" benannt haben?

Anxious Pleasers – S/T CS

4 Akkorde, 3/3 Takt oder andersrum, ist doch scheißegal, mehr braucht es nicht für meinen perfekten Montagmorgen-Workout-Mix. Ich trainiere nämlich für meinen Auftritt in der Yogurette™ Werbung müsst ihr wissen. Ich bin dann der kleine Dicke, den niemand vögeln will und der in dem Werbespot hinter einem Adonis herhechelt.

Um dafür 25 Kilo abzunehmen, brauche ich nun halt unterstützende und motivierende Musik. Und wer bietet sich da besser an, als die großartigen Anxious Pleasers mit ihrem Debüt Kassetten-Demo?
Hm, bestimmt viele andere coole Bands, aber die Pleasers sind nun mal gerade verfügbar, haha. Man könnte im übrigen hier auch den abgelutschten Begriff der Supergroup nutzen, denn am Start sind bei den Anxious Pleasers niemand anderes als Matt Ellis (PlasticHeads, uvm.), Nathan Burger (TV Freaks, uvm.) und TJ Charlton (TV Freaks, uvm.). Ja, und so klingen auch die 7 Songs. Poppiger, rauher Garage Punk Rock aus Kanada.

Sehr schöne und kurzweilige Eigenkompositionen und ein Cover von den Pagans. Geiler Scheiß aus Hamilton, Ontario!

Dann kann es ja losgehen! Wie? Es ist Dienstag? OK, dann nicht.

Cutters – Modern Problems

Puh. Diese ganze Pandemiekacke ist anstrengend. Ich habe zunehmend schlechte Laune und bin unentspannt und insgesamt irgendwie unfit. Kann aber auch sein, dass ich so schon immer war und das erst jetzt merke, weil es mir jeden Tag von Kind und Frau gesagt wird. Hm.

Heute Morgen habe ich deshalb mal mit einem Online-Yoga-Kurs angefangen. Schlechte Energie raus und der ganze andere Kram von der Hippie Resterampe. Erste Übung, äh Sorry, erste Asana war der "popelndende Wildlurch", die ich aber leider direkt modifizieren musste, weil das zu kompliziert aussah. Hab also stattdessen den Computer an die Wand geschmissen und mir ein Bier aufgemacht.

Die Cutters können ihre Herkunft ebenfalls nicht verbergen. Schon nach den ersten fünf Sekunden hört man den typischen Garage Punk Rock n' Roll Sound aus Melbourne und will sofort mehr davon. Glücklicherweise haben die vier Jungs sechs neue Stücke veröffentlicht, die genau in dem beschriebenen Soundmuster herummäandern.

Passt hervorragend zum Schlittschuh laufen oder Eishockey spielen oder was man sonst so macht in diesem Frühling. Geiler Scheiß aus Melbourne!

Tut mir bitte einen Gefallen. Bevor ich mir ein Rennrad kaufe und mich in einer knallengen Papageiuniform auf die hoch frequentierte Landstraße stelle, um "fit" zu werden, haut mir doch einfach so lange mit meiner Yogamatte auf den Kopf, bis mir das alles egal ist. Merci.

Blowers – S/T 12″

Oha. Da kommt aber eine richtig dicke Garage Punk Rock Rakete aus Melbourne angeschossen.

Vielleicht ist das Ding ob der 4-Spur Aufnahme ein bisschen schwach auf der Brust, aber dafür verstecken sich auf der 12″ mehr Ohrwürmer hinter dem Krach als Greg Cartwright je geschrieben hat – und ich liebe den Typen.

Auf dem selbstbetitelten Album pusten die vier Blowers einfach mal die Melodien und den Punk von The Reds zu der Lockerheit und dem Songwriting von Kool & The Gang Bangers in den Gehörgang und spritzen dann noch eine Prise Best Of The Reatards in die Venen. Frisch mit einer Überdosis Rock n' Roll versorgt kann man so zu den Songs ganz prima die Wäsche machen oder die Katze anzünden oder eine Bombe auf Deutschland werfen.
Ich will nur noch diese Platte hören, egal was ich mach. Sehr laut, sehr roh und lofi, sehr gut.
Das Debüt Album ist vor ein paar Tagen in Australien bei Spooky Records und in Portugal bei Chaputa Records erschienen.

Apropos Greg Cartwright. Die Reigning Sounds bringen auch gerade ein neues Album heraus, das wird auch prima.

Kool & The Gang Bangers – Year Of The Kool 7″

Die fantastischen Garage Punk Trash Rocker von Kool & The Gang Bangers machen im neuen Jahr genau da weiter, wo sie letztes Jahr nicht aufgehört haben. Selbes gilt für das großartige Label No Front Teeth Records.

Wie schön, dass diese Symbiose uns eine neue Single beschert, auf der viermal formschöne lo-fi Kracher unter zwei Minuten Spielzeit den Gehörgang ordentlich durchpusten und von dem ganzen Weihnachtsgesangsekel entkalken.

Noch immer voll mit positiven Botschaften wie "Wish You Were Dead" und "Make You Extinct" und "Talking Trash"…befreiend. OK – jetzt kann es losgehen, jetzt ist das "Year Of The Kool". Einverstanden! Oder äh, war das nicht schon letztes Jahr? Hm. Egal, drauf geschissen.

Für den Sport zwischendurch. Seilspringen, Hüpfball, was ihr wollt. Die ganze Single dauert nur so lange, wie ich für eine Milchschnitte brauche. Solang könnt ihr ja wohl mal den Winterspeck weghüpfen.

The Devil Town – Come To Daddy EP

Also ich bin ja wahrlich kein Mathe-Genie und hielt auch Stochastik immer eher für eine ansteckende Krankheit, aber so ein paar Sachen hab ich mir doch gemerkt.
Nach Zwergnase müsste es doch eigentlich rein statistisch und nach der Wahrscheinlichkeit absolut gegeben sein, dass unter dem ganzen Dreck, den meine Kinder in die Wohnung schleppen und den ich dann immer wegfegen muss, auch ein Klumpen Gold zu finden ist.

Hat doch Marius gesagt, "Gold-Dreck-Straßen" etc. Nein? Hm, scheiß Natur(wissenschaften).

Dabei hätte das so schön funktionieren können mit einer Überleitung und Analogie. Goldene Stimme, EP mit drei Nuggets. Mist, dann eben so.

Seit ein paar Tagen ist eine neue EP der italienischen Garage Punk Band The Devil Town raus und dort werden 3 ganz furchtbar schöne Perlen aus der Muschel des lo-fi Punks geboten.
Ich find die Songs sogar noch ein Stückchen besser als die ganze Charge der ersten Veröffentlichung aus dem Februar 2020. Vielleicht hat die scheiß Pandemie in Villacidro ja auch mal erfreuliche Nebenwirkungen.

Adam Riese. Es muss natürlich "Adam Riese" heißen. Ich hatte aber auch nie so einen fancy Taschenrechner, der malen konnte und auch nur drei Punkte in der Abi-Prüfung. Ruhe jetzt.

Salamirecorder – S/T

Der Name ist Programm, ihr Lieben.
Salamirecorder!
So klingt Garage Punk, wenn man ihn durch eine Eselrohwurst gepresst hat.

Ein Mann ein Wien macht hier alles selber. Gitarren, Gesang, Geschepper. Richtig gute Ideen und richtig gute Melodien sind dabei. Der Sound ist scheiße.

Achso. Das ist Punk.

Zwar nicht Falco, aber ok. Und Drive By ist ein Hit.

Kostet nichts, ist trotzdem hörenswert.