Blowers – S/T 12″

Oha. Da kommt aber eine richtig dicke Garage Punk Rock Rakete aus Melbourne angeschossen.

Vielleicht ist das Ding ob der 4-Spur Aufnahme ein bisschen schwach auf der Brust, aber dafür verstecken sich auf der 12″ mehr Ohrwürmer hinter dem Krach als Greg Cartwright je geschrieben hat – und ich liebe den Typen.

Auf dem selbstbetitelten Album pusten die vier Blowers einfach mal die Melodien und den Punk von The Reds zu der Lockerheit und dem Songwriting von Kool & The Gang Bangers in den Gehörgang und spritzen dann noch eine Prise Best Of The Reatards in die Venen. Frisch mit einer Überdosis Rock n‘ Roll versorgt kann man so zu den Songs ganz prima die Wäsche machen oder die Katze anzünden oder eine Bombe auf Deutschland werfen.
Ich will nur noch diese Platte hören, egal was ich mach. Sehr laut, sehr roh und lofi, sehr gut.
Das Debüt Album ist vor ein paar Tagen in Australien bei Spooky Records und in Portugal bei Chaputa Records erschienen.

Apropos Greg Cartwright. Die Reigning Sounds bringen auch gerade ein neues Album heraus, das wird auch prima.

Kool & The Gang Bangers – Year Of The Kool 7″

Die fantastischen Garage Punk Trash Rocker von Kool & The Gang Bangers machen im neuen Jahr genau da weiter, wo sie letztes Jahr nicht aufgehört haben. Selbes gilt für das großartige Label No Front Teeth Records.

Wie schön, dass diese Symbiose uns eine neue Single beschert, auf der viermal formschöne lo-fi Kracher unter zwei Minuten Spielzeit den Gehörgang ordentlich durchpusten und von dem ganzen Weihnachtsgesangsekel entkalken.

Noch immer voll mit positiven Botschaften wie „Wish You Were Dead“ und „Make You Extinct“ und „Talking Trash„…befreiend. OK – jetzt kann es losgehen, jetzt ist das „Year Of The Kool„. Einverstanden! Oder äh, war das nicht schon letztes Jahr? Hm. Egal, drauf geschissen.

Für den Sport zwischendurch. Seilspringen, Hüpfball, was ihr wollt. Die ganze Single dauert nur so lange, wie ich für eine Milchschnitte brauche. Solang könnt ihr ja wohl mal den Winterspeck weghüpfen.

The Devil Town – Come To Daddy EP

Also ich bin ja wahrlich kein Mathe-Genie und hielt auch Stochastik immer eher für eine ansteckende Krankheit, aber so ein paar Sachen hab ich mir doch gemerkt.
Nach Zwergnase müsste es doch eigentlich rein statistisch und nach der Wahrscheinlichkeit absolut gegeben sein, dass unter dem ganzen Dreck, den meine Kinder in die Wohnung schleppen und den ich dann immer wegfegen muss, auch ein Klumpen Gold zu finden ist.

Hat doch Marius gesagt, „Gold-Dreck-Straßen“ etc. Nein? Hm, scheiß Natur(wissenschaften).

Dabei hätte das so schön funktionieren können mit einer Überleitung und Analogie. Goldene Stimme, EP mit drei Nuggets. Mist, dann eben so.

Seit ein paar Tagen ist eine neue EP der italienischen Garage Punk Band The Devil Town raus und dort werden 3 ganz furchtbar schöne Perlen aus der Muschel des lo-fi Punks geboten.
Ich find die Songs sogar noch ein Stückchen besser als die ganze Charge der ersten Veröffentlichung aus dem Februar 2020. Vielleicht hat die scheiß Pandemie in Villacidro ja auch mal erfreuliche Nebenwirkungen.

Adam Riese. Es muss natürlich „Adam Riese“ heißen. Ich hatte aber auch nie so einen fancy Taschenrechner, der malen konnte und auch nur drei Punkte in der Abi-Prüfung. Ruhe jetzt.

Salamirecorder – S/T

Der Name ist Programm, ihr Lieben.
Salamirecorder!
So klingt Garage Punk, wenn man ihn durch eine Eselrohwurst gepresst hat.

Ein Mann ein Wien macht hier alles selber. Gitarren, Gesang, Geschepper. Richtig gute Ideen und richtig gute Melodien sind dabei. Der Sound ist scheiße.

Achso. Das ist Punk.

Zwar nicht Falco, aber ok. Und Drive By ist ein Hit.

Kostet nichts, ist trotzdem hörenswert.

Easers – S/T CS

Wieso wird Garage Punk eigentlich immer genau um die Prozentzahl geiler, die man lauter dreht?

Ich weiß ja bis heute nicht, was mein Vater damit gemeint hat, dass man Musik doch bitte auch bei Zimmerlautstärke genießen könnte. Was soll das denn sein? Das weiß ich bis heute nicht, da wir uns nicht auf eine gemeinsame Definition dieses Begriffs einigen konnten. Ich wusste dann immer, dass es nicht mehr Zimmerlautstärke war, wenn die Sicherung rausgedreht wurde. Haha. Gute Zeiten.

Das großartige Teil von Easers hier wir auf jeden Fall mit jedem Dezibel noch besser, ohne an den obligatorischen Kracheigenschaften des Genres einzubüßen. Richtig guter Garage Punk mit teilweise überraschenden Melodieunfällen.

Die drei Vögel kommen aus Grand Rapids in Michigan und erinnern mich ein bisschen an die frühen Audacity, vor allem mit dem heimlichen Hit des Albums, Alter Ego.

Geiler Scheiß – demnächst auf irgendeinem hippen Label Europas auch auf Vinyl zu haben. Vielleicht nicht so hip wie Painters Tapes aus Detroit, wo die Kassette vor ein paar Tagen erschienen ist, aber dafür auf Platte.

Meine Kinder werden höchstwahrscheinlich ziemlich beschissene Musik ziemlich laut hören, wenn sie alt genug sind. Weil ich das bestimmt verdient habe.

Radar – S/T CS

Die Info sagt, Radar klänge wie Marked Men, wenn diese Pop-Punk machen würden. Hm. Bisschen faule Beschreibung, wenn ihr mich fragt, aber passt schon.
Ich mein, dann könnte man auch sagen, die Toten Hosen klingen wie Pascow, wenn die Volksmusik machen würden. Aber wie gesagt, passt schon.

Ich höre da bei den 4 Songs eine Mischung aus den großartigen Baby Ghosts und den fantastischen Radioactivity heraus – Radar müsste dann dementsprechend großtastisch oder fantartig meine neue Lieblingsband sein.
Joa, warum nicht – hier gibt es schließlich super poppige Melodien, die rotzig genug vorgetragen werden, um noch Punk Rock zu sein. Voll gut.

Die Kassette erscheint bei Dead Broke Rekerds und das heißt, ich kann mir den Versand nicht leisten. Ich glaub, ich frag mal, ob ich die auf Platte pressen darf. Ist inzwischen echt günstiger, das alles selber zu machen, als die horrenden Zoll-, Verpackungs- und Portokosten zu bezahlen.

Garage Pop Punk aus Brooklyn. Geiler Scheiß.

Ein anderes schönes Palindrom ist zum Beispiel Legovogel.

Liquids – 2 Soft Serves and a Hard Rock

Wenn man in Mathe ganz ok war, kann man dem Titel bereits entnehmen, dass es hier drei neue Songs von den famosen Garage Punkern aus Indiana zu bestaunen gibt. Indiana, da scheint es im übrigen wohl eine recht fruchtbare Szene zu geben, denn da kommen immerhin auch die nicht weniger guten Coneheads und Cowboys her, um nur zwei von den vielen Bands da zu nennen. Aha.

Jaha. Und eben auch die beiden Typen von Liquids, die natürlich auch bei den tausend anderen tollen Bands irgendwie ihre Finger und Füße mit ihm Spiel haben.
Falls ihr bis jetzt noch nichts von den Liquids gehört haben solltet, lasst euch sagen, dass es sich hier um Material aus dem Bereich des DIY low-fi Garage Punk Gedudels handelt, das inzwischen auf über 15 Veröffentlichungen kommt.
Wird aber irgendwie nicht langweilig, ist immer gut. Selbst jetzt mit einem Song, der einer Ballade ähnelt. Jaha, Aha, Oha.

Für Freunde und Fans von tödlichem Durchfall.

DeeDee (Catpiss) and the Fuzz Coffins

Ich wusste ja gar nicht, dass Hattiesburg in Mississippi so eine coole Punk Rock Szene hat. Und ich wusste gar nicht, dass es eine Stadt in Mississippi gibt, die Hattiesburg heißt, in der eine Punk Szene existiert. Toll – wieder was gelernt!
Besonders toll daran ist, dass ich die ziemlich geilen DeeDee and the Fuzz Coffins so kennengelernt habe und nun nicht mehr aus dem Ohr bekomme. Das Trio hat jüngst ein Tape bei Earth Girl veröffentlicht, das zwar nur mit 3 Songs bestückt ist, dafür aber sehr ordentlich abliefert. So ordentlich, dass ich mir das heute schon vierhundertmal angehört hab.
Der Song „Phone Call“ ist einfach mega gut. Garage Punk Fuzz Blues oder so. Eigentlich ist nach 45 Sekunden schon alles gesagt, alle Akkorde abgenudelt, Text fertig gesungen. Aber der Song streckt sich noch auf großartige 5:13, weil ganz einfach über 3 Minuten rumgedudelt wird, dass einem das Herz aufgeht. So was muss man live sehen. Sehr cool.

Oh, schaut mal. Ein Live Video.