Neighborhood Brats – Confines Of Life LP

Der Frühling scheint ja dieses Jahr leider wettertechnisch und pandemietechnisch auszufallen, dann muss man den chronischen Mangel an Vitamin D und Vitamin Spaß eben mit einer Überdosis Punk Rock aus der Sonne kompensieren.
Und was liegt da näher, als das heute veröffentlichte neue Album von den kalifornischen Neighborhood Brats?
OK, so rein geografisch gesehen liegt einiges näher, aber wenn wir schon unsere Skateboards, Orangen und Avocados aus Kalifornien importieren, warum nicht auch die passende Musik.

Mit dem dritten Album gehen die Rotzlümmel aus der Nachbarschaft ein bisschen weg vom rotzigen Sound der "Total Dementia" Zeiten und säubern die Produktion für die Botschaft. Also weniger Rotz, mehr Lümmel. Hier gibts nämlich gute Texte über alles, was kacke ist. Wetter, Harvey Weinstein, Nazis (Surfinstrumental, aber egal), Migräne und die Zukunft im Allgemeinen. Sehr schön.
Dass die Band spielen kann, ist eh klar und dass eigentlich jeder Song, den Jenny singt, zu einem Hit wird, muss ich hier doch auch nicht erwähnen? Die kommen 2022 auf Tour – macht Platz im Kalender!

Bei Dirt Cult und Taken By Surprise Records erschienen. Kann man dort auf Platte kaufen.

"Who took the Rain"? – Hier! Ich. Bei mir ist der. Könnt ihr wieder haben.

Teaser Party

Also eigentlich sollte man ja immer gelassener und ruhiger und geduldiger werden, je weiter man im Leben voranschreitet, ne? Aber irgendwie klappt das bei mir gerade nicht.
Musste da gerade drüber nachdenken, als ich eine Folge ALF im Kopf rezitiert habe. Früher hätte ich das cool gefunden, so einen pelzigen Anarchisten als Mitbewohner zu haben, aber heute würde ich ihn wahrscheinlich erschießen.
Vielleicht liegt das auch an der bekackten Pandemie, oder vielmehr an den äh, Schutzmaßnahmen, die man so beschließt, damit wir alle gesund bleiben. Keine Konzerte und keine Bars und keine Party und keine Plattenläden machen mich auf Dauer wohl ein wenig dünnhäutig.
Naja, wo wir uns gerade in Geduld üben müssen, dachte ich mir, es sei an der richtigen Zeit, um euch ein paar Teaser vor den Latz zu knallen.

John Paul Keith – The Rhythm Of The City

Der Mann mit nix als den 3 Vornamen legendärer britischer Musiker hat ein neues Album eingespielt und wird dies am 19.02. bei Wild Honey Records veröffentlichen. Bluesiger Rock n' Roll der Marke Memphis, schmeckt hervorragend zu einem rauchigen Whiskey. Man kann dazu aber auch einfach auf der alten Lederjacke von Opa/Papa herumkauen, die mit sämtlichen Bier- und Zigarettenresten der 60er Jahre in der Glasvitrine vor sich hinmüffelt. Selber Effekt.

Modern Cynics -Auditory Postcards

Toll. Simpler Punk Rock Pop Dudelkram, der mit der zurückhaltenden Stimme von Matty Grace (Future Girls, Outtacontroller u.a.) unterfüttert wird. Sänge da jetzt, äh zum Beispiel Dave Mustaine, dann wäre die schöne Gitarrenmelodie direkt im Arsch und der Song hätte nicht die paradoxe melancholische Zuversicht sondern wäre ein weiteres Exemplar von dystopischer Niedergeschlagenheit mit Langeweile-Bonus.
Diese Art von Musik steht und fällt mit dem Gesang – hier stehts. Kommt am 15.02. bei Dirt Cult Records raus.

Silicone Prairie – My Life On The Silicone Prairie

Achtung, die Einschläge kommen näher! Bereits am 05.02. erscheint das Album von Silicone Prairie bei Feel It Records und die erste Pre-Order Variante ist auch schon ausverkauft. Das ist halt dieser talentierte Mr. Ian Teeple, der schon bei zwölfzehn Bands mitgespielt hat (Warm Bodies, Natural Man, Yuck Ratz, u.a.) und jetzt mit Silicone Prairie sein Debüt abliefert. Quietschvergnügter Devo Core meets weirdo Synth-Punk – extrem unterhaltsam, kurzweilig und kreativ. Klingt nach Australien? Nix da – straight outta Kansas City!

Heavy Metal – Live At The Gas Station

Das ist dann Album Nummer 5 in 5 Jahren. Soll mal keiner sagen, die Burschen wären nicht fleißig da drüben in der Hauptstadt. Und nein, das ist keine Live-Platte…Nach einer Single auf Total Punk Records im Jahr 2018 fanden die Labelbosse das anscheinend so toll, dass es jetzt eine ganze LP geben wird. Der Vorgeschmack ist so, wie man das von der Band gewohnt ist. Ein bisschen rockig, upps Synthesizer, lädt zum Tanzen ein und versteckt in einem Song siebzehn Ideen für weitere zwanzig Lieder. Das ist schon meistens richtig gut, was Heavy Metal abliefern. Könnt ihr euch auch auf Video ansehen. Cooler Scheiß. Wie immer.

Festival der Teaser

Die in der Vergangenheit bemängelte Marketingstrategie "Wer kauft eine Kuh, wenn er die Milch umsonst bekommt?", scheint heutzutage auf Bandcamp und Soundcloud ganz normal geworden zu sein.
Wir bekommen hier von jeder Kuh jeweils einen oder ein paar Schlücke, damit wir Appetit auf mehr bekommen.

Das ist auch ok, die Künstler und Labels sollen ja bezahlt werden. Aber so ganz versteh ich das nicht. Wenn ich das Lied toll finde und das Album digital hören will und auch dafür bezahlen möchte, warum muss ich dann bis zur Veröffentlichung warten, wenn dann auch der Rest der Platte kostenlos zur Verfügung steht? Hm.
Egal. Deswegen bin ich ja kein BWLer sondern Punk Rocker, haha.

Bikini Beach – Atoll

Eine kleiner Asuzug aus dem 5. Album der Fuzz-Garage-Rocker. An einem Bikini Beach wäre ich jetzt auch gern. Die Figur dafür hab ich.

Tommy And The Commies -^Hurtin' for Certain EP

Tommy und seine Genossen sind mit einer neuen EP zurück. Verzeihung, werden nächste Woche zurück sein. Garage Punk der melodischen Sorte, wie auf dem Album. Ebenfalls wieder auf Slovenly. Kanada kanns noch!

Clock Of Time – Pestilent Planet

Post Punk aus Berlin. Klingt inzwischen ja fast wie eine Drohung. Oder wollte ich Qualitätssiegel sagen? Naja, ziemlich gelungen ist auf jeden Fall der Vorgeschmack auf das Album der jungen Band in Form von "Rotten Master". Erscheint auf Static Shock und ist eine Empfehlung.

Era Bleak – S/T LP

Im August kommt auch mal wieder was Neues aus dem Hause Dirt Cult, unserem Lieblingslabel aus Portland. Mit Leuten von Piss Test und Dark/Light und wahrscheinlich tausend anderen Portland Bands, sind die beiden Songs auch richtig guter Punk Rock. Fertig.Aus.

Warp Lines – Human Fresh LP

Und der Preis für das beste Post Punk Indie Rock Album aus Kanada, das auf Dischord Records hätte erscheinen sollen geht dieses Jahr an Warp Lines mit Human Fresh.
Ja, meine Güte, da haben die drei Jungs aber mal eine feine Mixtur aus den letzten 20 Jahren 30 Jahren (scheiße, bin ich alt) unpopulärer und populärer Punk,  Emo und Indie Bands zusammen gerührt und uns in Form von Human Fresh vor die Füße gekotzt.

Erstaunlicherweise sind hier unter anderem Leute von Steve Adamyk Band und The New Calling am Start, was man mal so überhaupt nicht vermuten würde. Der Sound bewegt sich meiner Meinung nach vielmehr irgendwo zwischen den Get Up Kids, wenn sie fuzziger wären und den Obits, wenn sie poppiger wären und Hüsker Dü, wenn sie fröhlicher wären und Bluetip oder Jawbox, wenn sie rotziger wären.

Erschienen ist das Debüt Album jetzt bei dem tollen Label Dirt Cult Records in Portland – und man kann das bei Different Kitchen auf Platte bestellen.

Und ich dachte immer, aus Kanada kommt nur Pop, Garage oder HC Punk. Die können auch PostPopGarageHCPunk. Sensationell.

Bothers – S/T LP (Update)

Wisst ihr noch, damals im Mai? Da hab ich eine Band toll gefunden, über die ich mit einer müden Suchanfrage bei Bing (haha) nicht viel herauszufinden vermochte. Und dann hab ich – wie immer –  journalistisch einwandfrei irgendeinen Quatsch geschrieben. Ach so, das könnte jetzt natürlich jeder Beitrag hier sein, hm.

Jetzt hab ich auf jeden Fall die Band zum zweiten Mal via Dirt Cult "entdeckt" und mich schon gewundert, dass mir das so bekannt vorkam. Dann tun wir jetzt einfach mal so, als ob ich die Band heute erst "gefunden" hab. Merkt eh keine Sau, ich hätte einfach nix sagen sollen. Also…räusper:

Oha, das ist mal ein Knaller, der da aus dem Hause Dirt Cult Records kommt! Bothers aus Portland, Oregon bestehen wohl zu Teilen aus ИO///sé und das beantwortet auch meine Frage, warum die Penner nicht endlich mal was Neues machen – ich hab die doch so gern gehabt und abgefeiert.

Das hier ist der Grund – eine neue Band, die irgendwo da weitermacht, wo ИO///sé aufgehört haben, aber das ganze mit noch so viel mehr Druck und Intensität durch die Boxen presst, dass es sich irgendwie nach Noise Garage Hardcore (?) anhört. Ein Genre, das es nicht nur nicht gibt, die Kombination klingt eigentlich auch furchtbar. Aber Bothers machen irgendwie so viel Lärm und gleichzeitig Melodie…da fällt mir einfach nix zu ein. Chris von Dirt Cult sagt dazu ähnlich überfordert:
"Yeah it all sounds like if Jesus Lizard was a garage rock band fronted by Henry Rollins or something."

Im September erscheint das Debüt mit 10 Songs auf Dirt Cult Records und man kann es jetzt schon vorbestellen und 3 Songs vom Album hören. Und wenn diese 30% ein Anzeichen für die Qualität der gesamten LP sind, dann Gute Nacht. Oder Guten Morgen? Ach.

UPDATE: Jetzt das komplette Album im Stream. Verdammt noch mal ist das gut.

Iron Chic/Low Culture – Split 7″

Pünktlich zum Fest 13 haben es Iron Chic und Low Culture geschafft, ihre lang angekündigte Split Single zu veröffentlichen. Das passt doch dem Sing-Along-Punk-Rock-Konzept von Iron Chic ganz gut, da können die Fans schon mal frühzeitig die Texte auswendig lernen. Die 7″ kommt auf Dirt Cult und Dead Broke Records in unterschiedlichen Farben raus und kann natürlich bei den Labels schon vorbestellt werden. Geboten wird selbstverständlich solider Punk Rock – der eine etwas power-poppiger (Low Culture), der andere Iron Chic.
Interessant ist aber auch neben der Musik, dass auf dem Cover der Split Single der Drunken Sailor vor dem Haus von Walter White steht. Ihr wisst schon, das Haus von dem Typen aus Breaking Bad. Wer weiß, ob sich Menschen inzwischen schon aus diesem Grund so eine 7″ ins Regal stellen. Hab schon Schlimmeres gesehen. Ach, falls Ihr tatsächlich auf dem Fest seit, die Low Cultures spielen da nicht. Aber geht doch zu Marked Men, das sind dieselben Typen und die Band is auch nicht so schlecht.

Feral Trash – Obey

Und bitte, das nächste musikalische Prachtwerk aus Kanada: Feral Trash. Die haben letztes Jahr eine der besten Singles des Jahres abgeliefert und seitdem nichts mehr von sich hören lassen. Ich dachte schon, die gäbs gar nicht mehr, weil sich zwei von dem Trio aus dem Staub gemacht haben und nun gemeinsam als Ehemann und Ehefrau in Ottawa hausen, aber weit gefehlt…die haben ein neues Album am Start, das Ende Oktober erscheint!
Bis zum 26. muss man sich also noch ein bisschen gedulden. Dann aber wird die LP 'Trashficition' von Feral Trash auf Dirt Cult und Mammoth Cave offiziell rauskommen. Einen Song darf man aber jetzt schon mal hören und ich muss sagen, der klingt genauso, wie ich mir das vorgestellt hab. Das beste, was Garage Punk zu bieten hat (es sei denn, die Penner von Hex Dispensers raffen sich noch mal auf)! In Deutschland kommt das tolle Ding dann via P.Trash in Eure Plattenläden geflogen.

Dirt Cult Records – Labelsampler

Eigentlich trug das Label zu Beginn ja den hübschen Namen Dirt Culture, aber nachdem einer der beiden Gründer keinen Bock mehr auf DIY Punk Bands hatte, benannte Chris Mason das Ding einfach auf Dirt Cult Records um und veröffentlichte mit seiner damaligen neuen Band – Shang a lang – die erste Single auf dem frischgebackenen Label aus Las Cruces, New Mexico.

7 Jahre später sind schon über 60 Releases vom Stapel gelaufen und man kann nicht unbedingt behaupten, dass sich ein typischer Dirt Cult Sound im Laufe der Zeit entwickelt hat. Das liegt vielleicht auch daran, dass dort viele Debüt Singles oder LPs von Bands erscheinen, die logischerweise zuvor relativ unbekannt waren und meistens auch nach dem Release ebenfalls so unbekannt bleiben, ist ja schließlich Punk Rock.

Auf jeden Fall kann man hin und wieder so Perlen wie Feral Trash oder Brain Attack oder Rumspringer oder Low Culture auf Dirt Cult finden und das reicht mir vollkommen, um hier mal darüber zu schwafeln. Hört Euch einfach die Labelsampler an, dann versteht Ihr bestimmt, was ich meine.