Marcus Norberg – Absolute Music EP

Das passiert also, wenn man einem Drummer die Sticks klaut und ihm eine Gitarre in die Hand drückt. Marcus Norberg, der mir vorher nur als Schlagzeuger der genialen Nightmen bekannte blonde Schwede, hat eine neue EP am Start, die er zusammen mit ein paar fleischgewordenen Enttäuschungen eingespielt hat.

Dass er bereits vorher nicht nur Holzknüppel geschwungen hat, wusste ich tatsächlich nicht – immerhin hatte er bereits eine semi-bekannte Indie Band (YAST) und eine unbekannte Indie Band mit lustigem Namen (Toi Let).
Nun also nach einer LP im Jahr 2017 die neuen Lieder unter seinem eigenen Namen. Ich finde die Beschreibung der EP vom Label so treffend, dass ich sie mal hier übernehme:

YAST, Toi Let and Nightmen’s music is made to be heard on a Saturday night, whereas Marcus Norberg and the Disappointments are there for the inevitable Sunday morning comedown.

Tatsächlich sollte man diese 4 Songs nicht auf seinen Workout-Mix packen oder vor dem „Weggehen“ auflegen, aber für die paar ruhigen Stunden, die man im Jahr so hat, ist der Kram perfekt. Poppig, melancholisch mit sehr feinen Melodien und teilweise ein bisschen seltsam. Kommt halt aus Malmö, das muss so sein. Erinnert mich bei manchen Passagen an Lee Majors‚ Top Hit „The unknown Stuntman„, falls ihr noch wisst, wer und was das war.

Life is sometimes ok and sometimes you get robbed. Does anybody care?Mehr...

Gilb – Tape 1 7″

Das ist mir auch noch nicht untergekommen, dass eine Band die besten Songs ganz nach hinten schiebt. Na sowas!
Ich hab den Kram von Gilb irgendwann vor ein paar Monaten schon einmal zum Frühstück kurz gehört und mir damals gedacht, das sei aber etwas zu viel Geballer zur Mittagszeit. Ich glaub, da hatte ich nur die ersten beiden Songs gehört, was zugegebenermaßen bereits in unter 3 Minuten erledigt war.

Jetzt hat die Band das Tape 1 sinnvoller Weise auf einer Vinyl Single herausgebracht und deswegen ist mir der ganze Kram noch einmal vor die Füße gefallen, da Armin sie im Mailorder anbietet. Und Armin war auch so schlau und hat sich die ganze 7″ mal angehört und dabei festgestellt, dass der letzte Song „Bleak“ ein ziemlich geniales Stück Musik ist. Seh ich auch so – insgesamt ist die Single rückwärts gehört wirklich besser…also die Reihenfolge, nicht komplett rückwärts, versteht sich.

Gilb sind drei Leute aus Berlin, die in Bands wie Pretty Hurts oder Deltoids bereits brilliert haben. Hier geht es eher in Richtung Deltoids, aber wesentlich mehr Hardcore Punk. Und DIY sowieso, die 7″ wurde von Tilman aufgenommen, der bei der Band auch Bass spielt und das Tape wurde damals außerdem noch selbst veröffentlicht. Das Mastern haben sie Daniel Husayn überlassen und das filigrane Artwork ebenfalls aus der Hand gegeben, aber ansonsten…alles selbst gemacht.
Die 7″ kommt jetzt bei rds rec hh und ist auf 200 Stück limitiert. Schmeckt am besten zu Bier und Klebstoff.

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Surrender – Hurt No More

Und da ist auch schon die zweite Single von Surrender, der neuen Band von Dave und Scott, die vorher bereits bei den Crusades ihre Genialität beim Schreiben/Singen hervorragender Melodien bewiesen haben. Die erste Single hatte ich vor kurzem hier toll gefunden und mich damals schon gefragt, warum eigentlich.
Das ist schließlich tief in den 80ern verwurzelter Synthie Pop á la Erasure, New Order oder so Kram. Tina hat das gerade beiläufig gehört und meinte dazu, das sei ja mega peinlich, so was gut zu finden. Aber sie findet es super. Das beschreibt die Band ganz gut – kann man nicht scheiße finden, obwohl der Sound eigentlich eher aus der Zeit gefallen ist und nicht so ganz zu dem Zeug passt, was man sonst so hört.
Aber wer will sich selber schon limitieren? Also, ich kauf die Platte. Zur Not schenke ich sie Tina, haha.

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Post-Trash – Volume Four

Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich hier um die Ausgabe Nummer Vier des kostenlosen Samplers, mit dem Spenden für gute Zwecke gesammelt werden sollen. Ach so, das steht natürlich nicht im Titel, äh…also zum vierten Mal Post-Trash, den Rest erklär ich später.

Zum vierten Mal gibts auf jeden Fall auch wieder eine sehr coole Auswahl von Bands, die man schon kennt und liebt (Buck Gooter, Blonde Redhead, Screaming Females, uvm.) und gaaanz viele Bands, die man/ich bisher noch nicht aufm Schirm hatte.

Für diesen Sampler solltet ihr aber wenigstens einen lausigen Dollar spenden, wenn ihr die 40 Songs downloaden wollt. Ihr könnt damit nämlich auch noch etwas Gutes tun – und zwar für RaicesTexas. Ja, schon klar, das ist eine Organisation aus Texas, die sich um rechtlichen Beistand für Einwanderkinder und -familien sowie Flüchtlinge in den USA kümmert und kein Verein aus Deutschland, der eine weitere Spur auf der A8 baut.

Aber ehrlich mal, wem ging es nicht gehörig auf den Sack, wie die Kinder von ihren Eltern getrennt und weggesperrt wurden und offensichtlich immer noch nicht wieder zusammengeführt wurden..? Diese Menschen sind leider meist nicht so reich wie ich und Du, deswegen können sie sich oftmals keinen rechtlichen Beistand leisten – aber das können wir beiden jetzt ändern!

Also hopp – ein bisschen was gespendet, tolle Musik hören und gute neue Bands kennenlernen. Weitersagen.

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Pinch Points – Moving Parts LP

Welches Wort benutzt Ihr eigentlich für „Brötchen„? Semmel, Wecken, Schrippe, Rundstück? Oder wie nennt Ihr ein Limo/Bier Gemisch? Radler, Alster, Russ, Panasch? Es ist ja schon immer wieder interessant, wie man anhand von kleinen Unterschieden in der Wortwahl die regionale Herkunft von seinen Mitmenschen bestimmen kann. Und damit meine ich tatsächlich nur diese kleinen Unterschiede; dass niemand Eichhörnchenschwanz auf Bayrisch verstehen/sagen kann, der nicht dort geboren ist und dass Plattdeutsch eine eigene Sprache ist – geschenkt.

Klar ist es spannend, dass sich ein Opa aus dem Allgäu nicht mit einer Oma von den friesischen Inseln unterhalten kann, ohne dass sie beide über den blöden sich gegenüber hockenden Ausländer schimpfen, der nicht mal richtig Deutsch sprechen kann. Aber viel spannender noch finde ich die Tatsache, dass man beiläufig in einer Unterhaltung mit seinen lieben Mitmenschen plötzlich merkt, dass sie ja völlig bekloppt daherreden und falsche Vokabeln benutzen, obwohl man sie bislang für ganz normal und gescheit gehalten hatte.

In der Bibel gibt es da eine „Geschichte„, in der Leute, die das Wort „Shibboleth“ nicht korrekt aussprechen konnten, nicht nur der Zugang zu einer Stadt verwehrt, sondern die auch kurzerhand in den Jordan geworfen wurden. Sollen 42000 Menschen gewesen sein. Hach, das Alte Testament, das waren noch Zeiten, werden sich jetzt sicherlich die Bayern denken, die gerne den gleichen Test mit Zuagorasten machen würden.

Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf, ihr Penner…verzeihung Zipfiklatscha!

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Dead Broke Rekerds – Year Of The Dawg (2018)

Das Label sagt Euch sicherlich was, wenn Ihr so Bands wie Iron Chic, Canadian Rifle, Low Culture, Basement Benders oder viele viele andere gute mittelmäßige Bands Musik mögt. Letztes Jahr haben die Leute von Dead Broke Rekerds auch wieder einen Schwung an coolen Platten veröffentlicht, der Freunde von melodiösem Punk Rock Gedudel sicherlich erfreut hat. Ich muss mal eben nachsehen, Moment…Nein – ich habe tatsächlich nix von denen aus dem Jahr 2018 gekauft.

Das heißt natürlich nicht, dass hier nur Quatsch raus kam, ich hab ja keine Ahnung, das wisst Ihr doch. Und bei so zwei Releases hatte ich eigentlich schon den Finger am Mausklick-Abzug-Bestellbutton. Die Iron Chic Split mit Toys That Kill und die Radon zum Beispiel. Das ist doch solider Punk Rock. Aber ich war wohl pleite…haha.

Ja, Dead Broke Rekerds haben jetzt auf jeden Fall einen Sampler veröffentlicht, auf dem 16 Bands vertreten sind, die letztes Jahr ein Release bei dem Label hatten. Kann man sich für umsonst holen – passend zum Labelnamen. Und wer doch schon arbeiten geht und Geld verdient und gut haushalten kann und nicht mehr raucht und deswegen zu viel Kohle hat, der kann sich auch ein T-Shirt mit dem schicken Coverdesign kaufen. Schöne Sache. Bitte weitermachen, aber weniger Kassetten.

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Rubber Room – Chemical Imbalance CS

Ziemlich geiler und verrückter Scheiß aus Melbourne. Hört sich an wie die Screamers mit einer Prise Reatards. Sag ich ja, geiler Scheiß.

Die Kassette ist schon etwas älter und kommt jetzt in einem Repress daher, das in 9 verschiedenen Farben serviert wird. Toll, könnt ihr euch eure Lieblingsfarbe aussuchen und dann direkt bei dem sympathischen Label Pissfart Records bestellen.

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J. Robbins – Soldier On

Der Typ kann einfach nix verkehrt machen. Das ist irgendwie so wie bei Blake Schwarzenbach. Es kann ja kein Zufall sein, dass alle Bands, in denen die beiden Burschen Gitarre gespielt und gesungen haben, ziemlich großartig waren/sind. Das tut mir dann ja auch leid für die anderen beteiligten MusikerInnen, die zweifelsfrei ihren Beitrag geleistet haben. Aber irgendwie reduziert es sich dann doch immer wieder auf die Stimme und das Gitarrenspiel.

Ach, ach. Ich freu mich auf ein neues Album, das am 31.05. auf seinem alten Hauslabel Dischord Records erscheinen wird. Und wie klingt das? Gemessen an dem Song, den man schon einmal kosten darf, so, wie Jawbox, Channels & Burning Airlines. OK, vielleicht ein bisschen poppiger…Aber ansonsten bekommt man das, was drauf steht. J.Robbins.

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Clowns – Nature/Nurture LP

Ich hatte ja eigentlich schon beim letzten Album der Clowns damit gerechnet, dass sie auf Fat Wreck landen und sich ihr konstantes Touren bezahlt macht. Aber anscheinend musste sich Stevie erst die Haare schneiden und aussehen wie Aaron Carter, damit das amerikanische Publikum die Band akzeptiert. Haha.

Dass sich nicht nur die Frisur des Frontmannes ändern würde, wenn die Band auf Fat Mike’s Label eine Platte veröffentlicht, hätte man sich auch denken können. Der Sound ist deutlich anders als noch bei der „Lucid again„. Andererseits könnte man auch sagen, dass sich bereits die letzte Platte ziemlich stark von deren Vorgängern unterschieden hat und somit die Band einfach immer weiter an ihrem perfekten Sound bastelt.

Das ist alles nicht mehr ganz so meins, aber ich gönne es der Band und deswegen pack ich das hier auf die Seite, damit ihr das geil findet und dann das Album kauft und die Band reich macht. Man kann die LP bereits vorbestellen, allerdings über die offizielle Seite in Europa nicht in der limitierten Version, was dann auch wieder irgendwie sinnlos ist, ne? Der Umweg geht über This Charming Man, der auch das letzte Album veröffentlicht hatte. Dort könnt ihr die neue LP in bunt kaufen – die klingt bestimmt auch noch besser!

Noch ein Video. Mit bewegten Bildern und so. Hübsch.

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Blaha – The Calming Room LP

So, nachdem wir hier so schön über den RSD geschimpft haben, preisen wir jetzt mal direkt ein Release an, das exklusiv zum Record Store Day 2019 erscheint. Haha…
Blaha ist nicht etwa ein besonders dämlicher Bandname, nein, dahinter verbirgt sich der sonst bei den großartigen Blind Shake tätige Gitarrist Mike Blaha – Geheimnis gelüftet. Und das hier ist dann eben das Soloprojekt von ihm. Bestehend aus 4 Musikern, muss man nicht verstehen. Höchstwahrscheinlich spielt er alles im Stile von Prince oder Rikk Agnew  alleine ein, um dann bei Konzerten ein paar Trottel zu engagieren, die das live umsetzen können.

Auf jeden Fall klingt das Album ganz nach ihm und seiner „Hauptband“. Ein bisschen Fuzz, ein bisschen Surf und Garage Punk und fertig ist das bereits 5. Album dieses Mannes aus Minneapolis. Ich mag den Kram hier sogar lieber als die Blind Shake Sachen, weil es ein bisschen abwechslungsreicher ist und nicht so monoton vor sich hin dudelt. Aber ich hab auch keine Ahnung von Musik, vielleicht ist „The Calming Room“ ja eigentlich ein Blind Shake Album rückwärts gespielt oder so, keine Ahnung. Was zum RSD veröffentlicht wird, sollte man immer mit großer Skepsis begegnen. Ich hab euch gewarnt.

Am Samstag freundlicherweise via God Unknown Records und in „teilnehmenden Geschäften“ erhältlich. Jetzt schon zu hören

Und noch viel besser: Es gibt auch was zu sehen. Ein Musikvideo zu „Have me some Fun“ mit Bildern aus Predator. Besser gehts nicht…

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