Pist Idiots – S/T, Princes & Ticker DoLP

Na endlich. Die großartigen Typen von Pist Idiots aus Bankstown City irgendwo in Australien haben sich dazu entschieden, ihre Songs auf Vinyl zu pressen. Das wird dann jetzt ein Doppel Album mit den 3 EPs, die bereits erschienen, bzw. ganz frisch sind.
Denn erst heute kommt Ticker offiziell raus und macht ziemlich genau da weiter, wo die 4 Rock’n’Roller aufgehört haben.

Oder wie soll man das nennen? Es ist ja nicht besonders innovativ, was Pist Idiots da seit zwei Jahren abliefern. In der Salatschüssel von Rock, Punk, Hardcore, Fuzz und Garage ist ja eigentlich alles schon miteinander vermischt und ausprobiert worden – auch die Australier bedienen sich hier lediglich an bekannten Rezepten und schaffen es doch immer wieder, ziemlich coole Ohrwürmer zu erfinden.

Das ist dann eben der Unterschied zu 1000 anderen Bands, die wahrscheinlich genau den gleichen Scheiß spielen, aber es nicht auf die Reihe kriegen, dass es geil klingt. So ist Musik.

Irgendwo zwischen Reigning Sounds, FIDLAR und Royal Headaches.

Wenn ihr zu viel Kohle habt, könnt ihr jetzt in Australien den Kram auf Platte bestellen. Und dazu noch T-Shirts. Und Flaschenöffner und Pullover und und und…

Danke, Mario.

Telecult – Phases

Hab ich es nicht gesagt? Vor einem halben Jahr noch hatte ich darauf hingewiesen, dass tatsächlich ein Album von Telecult am Horizont schimmert. Und siehe da. Horizont.

Seit dem 01. September ist Phases bei Bandcamp erschienen und hält ziemlich genau das, was vor zwei Jahren (!) mit der Veröffentlichung der Single versprochen wurde. Schöner poppiger Punk Rock mit ein bisschen Radioactivity aus den USA und ein bisschen von ihren Landsleuten Nightwatchers gewürzt.

Das sollte nicht so verwunderlich sein, denn laut Info auf Bandcamp ist das Album ebenfalls vor zwei Jahren aufgenommen worden. Warum das dann jetzt die ganze Zeit rumlag? Das Cover. Es muss die aufwendige Gestaltung des Artworks gewesen sein. Hat sich gelohnt.

Nicht.

Nervous Jerk – 1994 EP

Ugh, junges Gemüse im Angebot.

Die drei nervösen Trottel aus Christchurch liefern mit ihrer 2. EP schon das 5. Release ab, und das, obwohl sie erst 12 Jahre alt sind. Oder 15, keine Ahnung, auf jeden Fall junge Burschen.
Und wie sich das mit jungen Leuten oft so verhält – die machen ungestümen, poppigen Punk Rock, der recht unbekümmert daherkommt, Spaß macht und gut zu Lederjacken und Dosenbier beim Autofahren passt.

Dazu gibts dann noch das obligatorische Video aus dem Proberaum. Warum nicht.

Auf dem Cover ist Dan Richardson abgebildet. Ich weiß leider nicht, wer das ist, denn wie der Drummer von Life of Agony sieht der Typ nicht aus. Egal.

Hier drei Songs für die Kurzstrecke:

Sore Points – Not Alright EP

Schon lange nichts mehr aus Kanada hier gehabt, oder? Und Slovenly Recordings hatten wir auch schon länger nicht mehr thematisiert. Na dann.
Sore Points aus Vancouver haben gerade ihre 3. Single veröffentlicht, nach Hosehead Records und Deranged Records nun also auf Slovenly Recordings. Die Musik ist dabei allerdings die gleiche geniale Mischung aus Garage Power Pop Punk Rock und Hardcore geblieben.

Naja. Eigentlich ist es ja bloß Punk Rock, da muss man sich nicht viel Mühe geben mit Schönrederei. Ein bisschen Radioactivity höre ich da raus, ein bisschen Orange County aus den 80ern und vielleicht noch aktuellen Kram aus Australien. Aber wahrscheinlich auch nur, weil ich das alles gerade noch auf dem Plattenteller liegen hatte, haha.

Das ist sehr gute Musik – fertig. 4 Songs in 6 Minuten. Aus.

Wird Zeit für ein Album, würde ich sagen.

Crisis Actors – Split Teaser

Nanu, was macht denn Red Forman da auf dem Cover der Split Single von Crisis Actors und The Crimps? Und was ist eigentlich ein Split Teaser mit 2 von 4 Songs? Ach, egal und nebensächlich.

Was von Interesse hier ist, sind die 4 Krisenschauspieler aus Boston, die mal eben 2 unglaublich coole Night Birds Dead Kennedys Surfbort Natterers Career Suicide Songs raushauen, das man glauben könnte, die haben irgendwo in den Archiven von Jello das Rezept für Punk Rock gefunden.

Und dann passt da sogar noch eine Post-Punk Gitarre à la Nervosas in den zweiten Song, der ohnehin ein Hit ist – Cops don’t like me so I don’t like Cops.

Echt gut.

Mein Assistent reichte mir gerade einen Zettel rein – das ist nicht Red Forman. Der Typ auf dem Cover hat Robocop erschossen, das hätte Red Forman niemals getan, der wollte immer nur seinen Fuß in jemandes Arsch stecken.
Ja, ähm. Ich freu mich auf jeden Fall auf die restlichen beiden Songs von der Split Single – sehr zu empfehlen ist im übrigen auch das Demo der Band vom letzten Jahr.

Bear Call – Fancy Acid LP

Hossa, eine Dreifaltigkeit aus Cover, Plattentitel und Musik! Da findet alles zueinander – der psychedelische Sound der Musik, die psychedelische Droge aus dem Titel und das nur unter Einfluss von besagter Musik und beschriebener Drogen zu ertragende/verstehende Plattencover.

Toll.

Die 4 Jungs von Bear Call kommen natürlich aus San Francisco und haben mit Fancy Acid bereits ihre zweite Veröffentlichung auf Resurrection Records herausgebracht – letztes Jahr gabs schon ein Tape. Nun also eine ganze Scheibe Vinyl mit 9 Songs voller Synthpop-Hippie-Rock-Garage-Power, die mir überraschenderweise sehr gut gefallen.
Seltsam, dabei dachte ich immer, ich hätte einen eindimensionaleren Geschmack. Nun ja.

Erscheint heute, kann man hier kaufen und kommt mit einem dicken Streifen Lysergsäurediethylamid. Hehe.

Bigfoot – S/T CS

Hä? Wo bin ich denn da gelandet? Sehr sympathisch bis minimalistisch und holpriger Punk aus Bloomington, Indiana. Ich habe keine Ahnung, wie ich auf die Band gekommen bin, wer das ist oder wie lange es die schon gibt und warum die zu zweit nicht auf einen besseren Namen gekommen sind.

Bigfoot besteht aus Connor und Bethany, das muss als Info ausreichen. Gemeinsam spielen sie in knapp 4 Minuten ihr Tape ein, das aufgrund der simplen Struktur schnell ins Ohr geht und dann auch schnell wieder verschwindet, weil es halt nichts Besonderes ist.

Aber die 4 Minuten haben Spaß gemacht und dafür pack ich das hier rein – könnt ihr ja beim Kacken hören. Alles, was länger dauert, soll eh ungesund sein. Also kacken, nicht Musik. Ach…

Manikins – Bad Times LP

Manikins leben! Eine Nachricht, die zu verunsichern wüsste, wenn es sich nicht um eine Band, sondern um die Plastik-Dinger handeln würde. Aber hier geht es um die Band. Puh.
Ihr wisst schon, die Punk Rocker aus Nyköping, nicht die Power Popper aus Perth (ich hab tatsächlich mal auf Ebay eine Manikins LP ersteigert in der Hoffnung, Nachschub von den Schweden zu bekommen, dann aber feststellen müssen, dass es sich um die anderen Jungs aus Australien handelte…war vor Discogs und so).

Nach 10 Jahren Abstinenz (!) haben die 4 Schweden nun beschlossen, dass ein Leben ohne aktive Musikerkarriere auch langweilig ist, die Kinder nun groß genug sind und dass Bier auf Tour besser schmeckt als daheim.
Dann also flux die Instrumente aus dem Keller holen und von den Kindern abstauben lassen, die Jeans- und/oder Lederjacke vom Dachboden entmotten und vielleicht noch einmal zum Friseur, bevor es in den Proberaum geht.

Das Ergebnis dieser Arbeit kann man in Auszügen schon jetzt einmal hören, das Gesamtkunstwerk erscheint Mitte Oktober. Gute 3 Songs, die deutlich zeigen, dass Manikins noch Manikins sind und nicht etwa Manikins und somit nichts an dem poppigen Punk Rock der vergangenen Tage vermissen lassen, für den sie zurecht abgefeiert wurden. Ist doch schön, wenn Bands zuverlässig das abliefern, wofür sie bekannt sind und auch nach einer zehnjährigen Pause noch in der Lage zu sein scheinen, ihr Potenzial abzurufen.
Coole Sache. Trotzdem wurde erst mal nur eine kleine Auflage gepresst von 500 LPs, davon 100 in Blau. Die limitierte Version ist in den USA (FDH Records & Resurrection Records) bereits ausverkauft – dann also schnell bei NFT in England oder bei Secret Identity (Deutschland) bestellen!

Ich freu mich auf die restlichen 9 Lieder – endlich mal wieder ein Album, das auch von der Spielzeit die Bezeichnung verdient. So, und jetzt träume ich von Erste-Hilfe-Puppen, die sich an mir wegen der 12 gebrochenen Rippen rächen wollen. Gute Nacht.

Ill Globo – Check The Odds 7″

Melbourne ist eine Quelle nicht enden wollender Punk und Garage Helden. Dort scheint eine besondere Art der Kreativität zu sprudeln, die dann sofort mit ganz viel Bier und Speed und Gras niedergeknüppelt wird und zu dem Sound führt, den die ganzen großartigen Bands aus der Stadt zelebrieren.
Nun haben sich Ill Globo angeschickt, diesen Rumpelkrach zu perfektionieren und hauen nach ihrem Demo eine Single raus, die mal eben 8 Songs in knapp 10 Minuten in den Hörgang bläst und keinen Muskel im Körper locker lässt.

Punk Rock Garage Hardcore Noise, oder so – vielleicht sollte man bald mal -in Anlehnung an Nardcore- eine eigene Bezeichnung für die Szene aus Melbourne finden.  Bournecore? Ugh…

Die Band scheint im übrigen sehr stolz darauf zu sein, diese 7″ in Australien gepresst zu haben, zumindest weisen sie mehrfach darauf hin. Also bitte, wenn ihr eine in Australien gepresste Single haben möchtet (?), dann kauft doch bitte dort.

Radioactivity – Erased/Fear 7″

Mal ehrlich, wenn man sowas mal eben aus dem Staub vergangener Studiotage hervorzaubert, was gibt es dann eigentlich noch so in den Untiefen der Vergangenheit von der Band zu finden?
2 „neue“ Songs von Radioactivity, die eigentlich schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und jetzt für die Europa Tour erstmals richtig aufgenommen wurden, sind nun bei Wild Honey Records erschienen und laufen hier im Hause hoch und runter.

Und das sind damit auch die ersten Songs seit dem Album Silent Kill, bei dessen Aufnahmen Erased entstanden ist. Der Song erinnert mich teilweise sogar an die Zeiten von Potential Johns – großartig melancholischer Pop Punk.
Der Song Fear entstand wohl noch früher, als Jeff in Japan lebte und mit The Novice Musik gemacht hat.

Was soll man sagen. Geiler Scheiß. Kauft den Kram hier beim Label und schaut die Band live an. Aufm Get Lost waren sie richtig gut.

Tue. 3rd – Kunst Keller, Furth DE
Wed. 4th – Venster 99, Wien AT
Thu. 5th – Klub Mocvara, Zagreb HR
Fri. 6th – Groove, Lugo IT
Sat. 7th – Edoné, Bergamo IT
Sun. 8th – Dynamo Werk 21, Zurich CH
Tue. 10th – Tarragona, Mister Mojo SP
Wed. 11th – Stereo, Alicante SP
Thu. 12th – 16 Toneladas, Valencia SP
Fri. 13th – Get Mad Festival, Madrid SP
Sat. 14th – Gambeat Festival, Barcelona SP
Sun. 15th – Local PCP, Pau FR
Mon. 16th – Void, Bordeaux FR
Tue. 17th – Lune Froide, Nantes FR
Wed. 18th – Mondo Bizzarro, Rennes FR
Thu. 19th – Canadian Café, Tours FR
Fri. 20th – Altstadt, Eindhoven NL
Sat. 21th – Les 4 Ecluses, Dunkerque FR
Sun. 22th – Willemeen, Arnhem NL