The Wind-Ups – Try Not To Think LP

Ganz toller Power Pop Garage Punk aus dem Hause von Jake Sprecher, den ihr ja alle von Beehive kennt. Oder Smokescreens. Oder Terry Malts. Nein?
Na sowas aber auch.

Ein schönes Debüt Album ganz alleine eingespielt und aufgenommen von der Ein-Mann-Band The Wind-Ups aka Jake Sprecher. Die perfekte Mischung aus alten Melodien von der Ostküte der USA (Ramones) und neuen anachronistischen Klängen von der Westküste (Sweet Reaper). Kann man sich auf Platte vorbestellen oder einfach nur immer wieder in der Schleife digital hören, bis auch das letzte Stück Kaugummi verdaut und wieder ausgekackt ist.
Chucks an, Skateboard raus und ab geht der Luzifer!

Am 14. Juli digital erschienen und bei Mt. St. Mtn. Records demnächst auf LP. Geiler Scheiß aus dem sonnigen brennenden Kalifornien.

Wie? Die spuckt man aus?

Charlie’s High Importance Musical Project DEMO – C.H.I.M.P

Noch so ein verrückter aus Australien, der sich mit einem Keyboard und Kassettenrekorder, Gummibärchen und isotonischen Sportgetränken in der Wellblechhütte seiner Eltern eingeschlossen hat und dem Wahnsinn freien Lauf ließ.
Herausgekommen sind vier hervorragende Synthpunk Eiertanz Pop Stücke, die sich einerseits wunderbar in die Vielzahl der anderen Eggpunk Veröffentlichungen einreihen, aber irgendwie auch davon abheben.

Weil der gute Charlie mit seinem Projekt C.H.I.M.P deutlich mehr Melodien als Qietsch-Quatsch präsentiert und ein besseres Händchen fürs Songwriting und besseres Stimmchen für Gesang hat.

Cooles Demo aus Perth. Erschien bereits vor ein paar Tagen auf seiner Bandcampseite.

Keine Ahnung, wie viel Einfluss sein Dackel auf die Musik hat, aber die beiden scheinen zumindest gemeinsam gut Party zu machen.

Le Pine – Le Pine .. CS

Wow. Hier steckt eine ganze Menge drin!
Leider sind die drei Songs von der Kassette viel zu schnell vorbei, um überhaupt auf die ganzen Einflüsse von links und rechts und oben und hinten und früher und später einzugehen oder sie gar benennen zu können. Wie immer bleibt da nur die billige Aussage, dass es sich hier bei der neuen Veröffentlichung von Le Pine um ganz tollen Punk Rock handelt.

Irgendwie Post Irgendwas mit irgendeiner nicht habhaft werdenden Nuance von irgend einer anderen Sache, die von irgendwann beeinflusst wurde. Puh.

Fun Fact: Wenn man sich über die Band via Google schlau machen möchte, erhält man (ich) sehr viele Suchergebnisse zu Beerdigungen und Särgen etc. Ich hoffe, das ist bei Euch auch so. Nicht, dass Google schon wieder mehr weiß als ich…naja. Ganz wichtig auch: das hier ist kein S/T Release, man erkennt es an den beiden Punkten hinter dem Leerzeichen. Verrückt.

Ist vor ein paar Tagen bei Under Heat Records erschienen und kann dort auch auf silberner Kassette gekauft werden. Die muss man dann allerdings alle vier Minuten umdrehen.
Geiler Scheiß aus Melbourne!

Das Label preist die Veröffentlichung ebenfalls mit "Have you picked your coffin?" an. Irgendwas Morbides ist mir hier entgangen. Klärt mich auf!

Launderette – Dressing For Pleasure E.P. CS

Ich glaube, diese Vorliebe für Musik mit Synthesizern und Frauengesang ist tief in meiner Adoleszenz verwurzelt. Zumindest behauptet das mein Therapeut nach den letzten Hypnose-Therminen.
Ich kann das verstehen, früher lief bei uns immer Radio und dadurch wohl auch viel typische 80er und 90er (und das Beste von heute) Musik à la Sandra, Kim Wilde oder Samantha Fox. Irgendwoher muss ja dieser stete Tropfen kommen, der mein Hirn aufweicht.

Heute hinterlassen auf jeden Fall Launderette aus Portland ihre Spuren im Hippocamous mit der herrlich poppigen und düster wavigen Art, ihren Kleidungsstil zu beschreiben.
Zugegeben, hier singt nicht nur eine Frau (Bri), sondern Fernando übernimmt auch hin und wieder Gesangspflichten, was der Abwechslung gut tut und insgesamt die E.P. auch rund macht, obwohl es eine Kassette ist, haha. Ansonsten gibt es hier nicht viel Überraschung – ein Bass, zwei Keyboards und ein Schlagzeug zaubern die Melodien aus meiner Kindheit in eine neue bunte Tüte voller tanzbarer Hits für die Jugend-Disco in der Mehrzweckhalle.

Vor zwei Tagen bei der Band selber auf Kassette erschienen und bereits ausverkauft. Aber digital für immer im Internet.

Dass ich musikalisch teilweise durch die 80er Jahre Terrorherrschaft des privaten Radios sozialisiert wurde, erkennt man auch daran, dass ich beim Lesen des Titels dieser E.P. direkt einen Ohrwurm von Roxette habe…ugh.

Suitor – Communion CS

Habt ihr das gehört? Nachdem der eine Kackvogel bereits letzte Woche bis kurz vor das Weltall geschossen wurde, aber leider wieder unbeschadet zurückkehren konnte, versuchen sie jetzt, den anderen Scheißtypen in die ewigen Weiten des Weltraums zu katapultieren.

Ich drücke alles, was ich hab, und wünsche gutes Gelingen! Aber warum erzählt man mir bitte so einen Quatsch in den Nachrichten? Hat man nicht gelernt, aufmerksamkeitsgestörte Kinder auch mal zu ignorieren, damit sie eben nicht immer im Mittelpunkt stehen? Ach, ist das langweilig.

Hey, wenn ich spacige Nachrichten hören will, pack ich mir die neue Suitor auf die Ohren. Da hab ich länger was von und zahle gerne ein paar Mark dafür. Eigentlich sind das auch gar keine Neuigkeiten von dem Duo aus Cleveland, sondern vielmehr eine Kompilation ihrer Veröffentlichungen aus dem letzten Jahr. Und deswegen überrascht jetzt auch der Sound nicht so wahnsinnig, der besteht immer noch aus dreamy Power Pop bis Garage Post Punk.

Sehr eingängig, entspannend, tanzbar und sympathisch. Plus, man bekommt mit dieser neuen Kassette zwei extra Songs, die noch unveröffentlicht waren. Alles ab dem 30. Juli bei Just Because Records.
Cool.

Das Beste daran ist, die Musik erscheint nicht bei Virgin Records und wird nicht bei Amazon verkauft. Hoffe ich. Glaub ich. Keine Ahnung.

Jenny – Trajinero b/w Kids Of Today 7″

Guten Morgen, Freunde!
Lasst uns mal ein bisschen powerpoppig in die neue Woche starten. Ich hab so das Gefühl, dass es in den kommenden Tagen nicht unbedingt besser wird mit Schreckensnachrichten und dafür brauchen wir eine extra Portion Zuckerwatte mit Melodie.

Da kommt die neue Single von den Punk Pop Rockern aus Los Angeles gerade richtig. Jenny beweisen hier wiederholt ihr Händchen für eingängige und zeitlose Melodien, wie es Justin Maurer eigentlich bei allen seiner vorherigen Bands ebenso zelebriert hat – siehe Clorox Girls oder Suspect Parts. Der Typ kann anscheinend nur einen Song schreiben, der dann aber immer super ist. Faszinierend.

Und damit das niemandem auffällt, singt er hier bei einem Song einfach mal auf Spanisch. Gute Idee! Da gibt es sogar noch ein schickes Video zu. Toll.

Erscheint in Deutschland bei Wanda und kann vorbestellt werden. Prima!

Neben Jenny Piccolo und Julia und Nancy ist das die vierte Band mit einem Frauennamen in meinem Regal. Was soll das eigentlich? Bands mit Frauennamen ohne Frau? Gibt es sowas auch andersrum? Ne Frauenband, die Horst heißt? Hm.

Big Blopper – Introducing Big Blopper CS

Wie wäre es heute mal mit ein bisschen Garage Punk aus Texas, der die extra Prise Scheppern und eine Portion Weirdness mit im Gepäck hat?

Big Blopper hauen in unter zwanzig Minuten mal eben 14 Songs raus, die soviel Überschuss an Power haben wie mein Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse G. Leider ist das so nicht in den Sound mit eingeflossen – es klirrt ein bisschen viel Hochtöner und alles ist irgendwie eine Spur extra verzerrt, als ob man Kopfhörer aus dem Ryan Air Shop zum Aufnehmen und Mixen genommen hat. Ist Punk, gewöhnt man sich dran.

Erscheint auf Kassette bei Under The Gun Records und ist digital bei unseren Freunden von Goodbye Boozy zu bestaunen.
Macht wach!

Vielleicht ist das auch einfach nur Musik für ältere Menschen, denen bereits Teile ihres Hörvermögens verlustig gegangen sind. So gesehen eigentlich sehr nett von den Jungs. Respect the eldery und so, haha.

The Harry Anslingers – Go Tranquility Base CS

Ein Knalleralbum aus Leipzig kommt heute auf den Tisch. Lecker angerichtet von It’s Eleven Records und richtig heißer Scheiß. Also hinsetzen, pusten und alles aufessen!

Die Amateurfunker und Haschischgegner von The Harry Anslingers servieren hier eine grandiose Mischung von hektischem Punk Rock aus der Garage und…nee.
Quatsch, scheiß auf Mischung. Das ist einfach nur ziemlich souverän vorgetragener Garage Punk Trash mit viel Scheppern und viel Stakkato und viel Melodie. Es kann alles so einfach sein.
Mehrstimmiger Gesang plärrt aus den Boxen, mehr Becken als Bass ist zu hören und die Gitarrenläufe sind halsbrecherisch. Deswegen verstehe ich auch nicht die etwas forciert wirkende Analogie zu Mondlandung und Astronauten und den ganzen Funkspruchkram. Aber wie gesagt, die Jungs sind wohl einfach ambitionierte Amateurfunker und Fans von Raumfahrt. Und ich hab im übrigen auch keine Ahnung, was die da singen – es ergibt bestimmt alles einen großen Sinn.

Wie auch immer, geiler Scheiß aus Leipzig! Erscheint bei It’s Eleven Records in 5 Tagen und kommt dann auch auf Kassette heraus.

Bekommen solche Bands heutzutage eigentlich Auftrittsverbot in Jugendzentren, weil sie sich nach einem "treibenden Befürworter einer Cannabis-Prohibition" benannt haben?

Frankie Traandruppel – Asbestos Eye Candy

Schöne ruhige Nummern von Herrn Frankie Traandruppel, der zuletzt ja mit seiner Interpretation von Garage Punk Rock ein paar Rotzspuren im Stofftaschentuch der Hipstersakkos hinterlassen hat.
Dies hier kann man aber auch getrost ohne gut frisierten Vollbart und Hosenträger genießen.

Die vier Songs hören sich an wie die Bastard-Kinder von Kurt Vile und Lou Reed. Oder anderen zwei bis drei Halunken, die mit derlei Art von Musik bekannt geworden sind. Macht daraus, was ihr wollt, ich mag sowas sehr gerne.

Kommt irgendwann wohl auch auf Vinyl heraus, man muss sich nur noch entscheiden, welches Format für ne Viertelstunde am besten ist. Freuen wir uns also auf das nächste Doppelalbum von Ronny Rex, haha.

Digital ist das heute erschienen und dient somit im Heimatland des Künstlers als hervorragender Soundtrack zum Windsurfen durch Belgien. Hui, wenn es noch mehr regnet, liegt Aachen tatsächlich bald am Meer!

Wenn Laschet Kanzler wird, macht er den Zuma und baut Aachen zu einem Kurort am Meer um. Noch lacht ihr, wartets nur ab!

Church Group – S/T CS

Na, ich wünschte, die Kirchengruppen in meiner hübsch-dörflichen Gemeinde würden solch schöne Musik an ihren Gottesdiensten den gläubigen Zuhörern servieren. In Nullkommanix wären die Christen im Ort ausgestorben.
Das ist ja sowas von deprimierend, was Church Group aus Perth da in ihrem Debüt vortragen, da kann kaum die vorgetäuschte Besorgnis in der trägen Pfarrers-Stimme von der Kanzel mithalten. Vielleicht lasse ich mich aber auch von diesem ständigen Regenwetter gefühlstechnisch etwas ablenken.

Das Duo kann auf jeden Fall mit den 5 Songs auf Kassette beweisen, dass sie beide singen und Synthesizer bedienen können. Manchmal klingen die Synthie-Melodien schon fast zu sehr aus dem Müll der Proberäume der 80er Jahre hervorgezerrt, aber hier ist immer noch genug Harmonie in Stimmen und Keyboard, dass man darüber hinweg sehen kann. Simpel, unwirsch, Cold Wave, Punk.
Geiler Scheiß aus Perth.

Kam vor ein paar Tagen bei Helta Skelta Records auf Kassette heraus.

Ich brauch dann jetzt mal ne Joy Division Platte zur Stimmungsaufhellung.