Not Amused – EP

Bin nur ich das oder klingt das schwer nach 90ern? Das ist jetzt mal völlig neutral gemeint, aber die neue EP von den Jungs aus Queens hört sich doch ziemlich nach, äh, Hardcore aus den Myspace Zeiten an, oder? Haha, Myspace. Wie scheiße war das denn eigentlich nochmal? Da hat der Kack angefangen, dass sich jeder auf einmal wichtig vorkommen konnte, weil er ein Profil im Internet rumliegen hat und mit anderen Profilen rumliegen kann. Mega.
Ach. Egal – die 4 Songs sind eh viel zu schnell vorbei, als das man hier einen Roman schreiben sollte.
Junge Band, seit 2015 unterwegs. Not Amused – sollte man sich mal merken. Voll gut. Angus Runfast ist der Hit.

Hat auch ein bisschen was von Big Ups, würde ich sagen. Wäre auf Myspace damals explodiert die Band. Haha.

the Mark Vodka Group – A New Record

Hier, wegen so Sachen wie dem Kram hier mag ich immer noch Punk Rock, obwohl das Genre doch eigentlich schon seit 40 Jahren tot und überholt ist. Nehmt ein bisschen Schnoddrigkeit von Jay Reatard, schmeisst die zweitausend Verzerrer von den Booji Boys und das Songwriting aller kanadischen Garage Punk Bands in den Fleischwolf und schon habt ihr den Sound von the Mark Vodka Group.

Schöne Titel und Texte, großartiges kleines Album. Angeblich schon 2 Jahre alt, das ganze Zeug, aber das macht ja nichts bei so einer Art von Musik, ne? Wenn man schon anachronistisch ist, kommts auch nicht auf ein paar Jährchen mehr oder weniger an.

Das Demo ist auch richtig gut. Ich muss das mal auf Platte rausbringen.

Im übrigen hätte das hier als Beschreibung gereicht:

all these songs except for „goon“ are like 2 years old now but they mean the same now as they meant then – absolutely nothing.
i ran this through my cassette 4-track to make it sound shittier. if you want a clean copy, let me know.

The Permanentz – This is Fuck 7″

Eine weitere kleine Perle aus dem Hause Belly Button Records. Die fröhlichen Brüsseler von The Permanentz liefern hier ihr Debüt ab, so weit ich weiß. Bisher nur vertreten auf dem letztjährigen Sampler „Primitive Skateboarding Belgium 1978“ (auch sehr gut), haben die 3 Jungs es endlich geschafft, ihren eingängigen Garage Punk auf Vinyl zu pressen.

Nix Neues, aber das Altbewährte sehr gut umgesetzt. Hm, kann man eigentlich zu den meisten Sachen sagen, die ich hier so verwurste. Egal – ich find die 4 Songs richtig gut und kauf mir gleich eine der 200 Singles, bevor es zu spät ist.

Schönes dilettantisches Cover,  schöner Titel, schöner harter Akzent, schöne Texte…

Someone has to set the bad example
Someone has to tell us that cheating is simple
Someone...versteh ich nicht, zu schlimmer Akzent – could it be me?

Co-Release mit Rockerill Records. Da sind die Cover auch bunt.

True Moon – II

Seit heute ist das komplette Album der großartigen True Moon veröffentlicht. Wie schon zu dem Teaser „Poison“ vor ein paar Wochen beschrieben, treibt die Stimme von Karolina Engdahl die depressive Stimmung voran und untermalt so fantastisch die graue Scheiße da draußen, die Wetter/Herbst/Leben genannt wird.

Allerdings muss ich nach dem ersten Hören auch sagen, dass II tatsächlich ein wenig eingängiger, ja fast poppiger geworden ist als das Debüt.

Bei dem selbstbetitelten Erstlingswerk waren noch ein paar sperrige Momente in die Songs eingebaut, die die LP ein bisschen krummer machten und mich damit erst recht zu begeistern wussten. Darauf wurde hier weitestgehend verzichtet. Das stört mich allerdings nicht besonders, bleibt so doch ein bisschen Frohsinn im Darkwave Indie Post Punk Pop.

Auch dieses Album ist bei Lövely erschienen und bestimmt bald auch als LP erhältlich.

World/Inferno Friendship Society – A Recollection of Works in Progress CS

So etwas kann auch nur an Halloween aus dem sicheren Grab emporkriechen… die totgeglaubten Demos von WIFS, wie wir Kenner sagen. The World/Inferno Friendship Society aus New York City gibt es nun schon seit über 25 Jahren und mit jeder Platte sind sie schlechter uninteressanter geworden. Dabei haben sie so großartig begonnen.

Das Besondere an der Band um den charismatischen Jack Terricloth war ja damals das Besondere, die Andersartigkeit, die anarchistisch wilde und teilweise rumpelige Mischung aus Punk und Oper hat mich damals ganz schön umgehauen. Gut, ich war auch, äh, jung und konnte schnell umgehauen werden. Sowohl von Musik, wie auch von Bier und Frauen und Fäusten. Aber zurück zum Thema.

WIFS haben eigentlich als Zwei-Mann-Projekt begonnen, als ihre alte Band sich auflöste und sie etwas Neues ausprobieren wollten. Namentlich waren das Jack Terricloth und Scott Hollingsworth, die zuvor bei Sticks and Stones waren. Aus diesem kleinen Projekt entwickelte sich das opulente Orchester, das man heute noch kennt und vielleicht auch liebt. Aber so hat der ganze Scheiß angefangen…mit einem Kassetten-Demo, das die Jungs auf Konzerten verteilt haben. Nur, um dann später, als die Society tatsächlich zu einer Society wurde, die restlichen Demos irgendwo zu verbrennen.
Aber wie das so ist, die Aufnahmen sind wieder aufgetaucht. Und warum sollte man die nicht noch einmal auf Kassetten vervielfältigen und verkaufen? An Halloween…passt doch.

Ein paar von den Songs kennt man dann tatsächlich auch von den ersten Singles oder der ersten LP, aber auch der Rest des Demos kann sich absolut sehen/hören lassen.
Und so kam es, dass man bei Don’t Panic, dem Chicagoer Kassetten-Label heute die Tapes bestellen konnte. Sind inzwischen leider ausverkauft, aber man kann ja noch den Kram digital erwerben und hören.
Zum Beispiel hier.

Ich find das richtig gut, zum Teil sogar besser, als die „offiziellen“ Sachen aus den letzten 20 Jahren. Schönes Release, ich würde eins nehmen…

Gee Tee – Chromo-Zone

So richtig verstehen tu ich das zwar jetzt nicht, aber ich glaube, zumindest einer der beiden Typen von GEE TEE ist auch bei den ähnlich klingenden Rubber Room am Start. Vielleicht verhält sich das in Sydney ja so ähnlich wie in Washington D.C. damals, als aus einer handvoll Leute zweitausendvierhundertdrölfzig Bands entstanden sind.
Auf jeden Fall ist GEE TEE stilistisch in etwa (genauso) zu verorten wie die Kollegen von Rubber Room
…in der poppigen Coolness zwischen Synthie Punk, Garage und Punk Rock. 5 richtig gute Songs, zu denen man nicht nur am heutigen Halloween Release Tag ordentlich feiern kann. Nein, die schmecken auch unverkleidet und (halb) nüchtern!

Leider erst einmal nur digital zu erwerben, aber bestimmt bald zumindest auf Kassette. Ich mag Wortspiele.

Post Teens – 5 Songs (2019) CS

Pünktlich zum Fest #18 in Gainesville, Florida erscheinen 5 alte Songs von den großartigen Post Teens. Hä?
Jaja, aus irgendeinem Grund wurden die Lieder zwar bereits vor 5 (!) Jahren aufgenommen, aber der Gesang nun erst vor kurzem darüber gelegt. Und ich weiß nicht warum, denn die Band scheint es ja immer noch zu geben, sie spielen schließlich auf dem besagten Fest dieses Jahr dieses Wochenende wieder mal mit. Hm.

Im Grunde ist es ja scheißegal, denn Hauptsache, man kann mal wieder etwas Neues von den Rabauken hören, die schon auf der Split mit Big Eyes und anderen Singles meine Aufmerksamkeit erregt haben. Aber das war ja alles vor über 5 (!) Jahren. Die, äh, neuen 5 Songs ergeben irgendwie eine Mixtur von Autistic Youth, Lifetime und No Problem. Geil, ne?
Mit Leuten von Asshole Parade, Torche, Shitstorm und so. Hört man.

Fun Fact: Die Band hat sich vor 10 (!) Jahren gegründet, nur um einmal auf dem Fest zu spielen…

Freez – Always Friends LP

Etwas antizyklisch, dieses Album zur beginnenden Winterzeit ins Rennen zu werfen, aber warum sollte man auch in der dunklen Jahreszeit immerzu nur depressive Scheiße hören, das muss ja auf Dauer ungesund sein.
Dann also lieber mal ein paar powerpoppig angehauchte Nachwehen des Sommers auf den Plattenspieler legen und das Songwriting von Herrn Michele Bellinaso (das heißt wirklich „hübsche Nase“) genießen.

Denn der Typ steckt hinter der italienischen „Band“ Freez, die jetzt ihr Debüt auf Wild Honey veröffentlicht haben und damit zumindest bei mir ein paar Treffer gelandet haben. Zum Einspielen der ganzen Lieder hat sich der schöne Nasenmann eine Band ins Studio geholt, aber eigentlich kann der auch alles selber – sieht man ja am Cover, wie wichtig die anderen Musiker sind…haha. Aber wie auch immer – die Platte läuft bei mir gerade öfters hoch und runter.
Das mag auch daran liegen, dass Freez irgendeine vertraute und zuweilen verträumte Mischung aus Lost Balloons, Thermals und Mike Krol spielen.

Kann auch sein, dass ich einfach noch ein bisschen Sommer auftanke und tief einatme, bevor es in die tiefe Winterdepression geht.

In weißem Vinyl beim Label zu bestellen. Kann man machen.

MEAT – An Acquired Taste CS

Na? Bock auf ein bisschen Black Sabbath? Also den Kram aus der Zeit, als Ozzy noch gesoffen hat und lustig war? Na dann kommt mal her und schaut euch ein leckeres Stück Fleisch an… Zumindest klingt das ein bisschen so, was der Herr Mitch da mit seinem Projekt MEAT hier eingereicht hat. Also nach Black Sabbath, nicht nach Fleisch. Wie soll denn Fleisch klingen, bitte? Echt mal…Mist, jetzt muss ich darüber nachdenken.

Doch zurück zum Thema. Angeblich gibt es das Projekt aus Melbourne schon länger und angeblich gibt es auch bereits zwei andere Veröffentlichungen, die ich aber nirgends finden kann. Und ich hab sogar Google benutzt.
Egal, es waren angeblich sowieso nur digitale Releases. Jetzt aber kommt via Pissfart Records endlich was Handfestes von den Rock n’Roll spielenden Proto Metal Punkern. Es ist zwar nur eine EP geworden und die auch nur auf Kassette und davon auch erst einmal nur 2 Songs vorab, aber der eine Song davon, der ist richtig gut.

UPDATE: Jetzt das ganze Tape im Stream. Hurra.

Mit Leuten von Slush, Brad Pot und Mesa Cosa ist das also auch wieder eine lustige Melbourne Truppe, die sich passenderweise demnächst mit den großartigen Pist Idiots die Bühne teilen wird.

Vielleicht sollte ich Weihnachten und Silvester und 2020 in Australien verbringen. Mann Mann Mann.

Blueprint – Here To Please CS

Hier, was fürs Wochenende. Denn wann sonst hat man die Zeit, die ganze angestaute Wut der letzten Tage an seinem Goldfisch auszulassen. Blueprint sind bei der Bewältigung des täglichen Frustes wahnsinnig gerne behilflich, indem sie den Soundtrack zum Zerstören sämtlichen Mobiliars liefern.
OK, die 4 Lieder sind schnell vorbei, da schafft man vielleicht gerade einmal, den Küchentisch zu zersägen, aber wie sagte schon Cicero:

Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge.

Wo war ich? Ach ja. Hier mein Tipp:
Hin und wieder ein Hardcore Tape aus Philadelphia hören, und die Welt wäre wesentlich ausgeglichener, aber auf mich hört ja niemand.

Die 4 Jungs von der Ostküste Amerikas ballern auf jeden Fall noch gar nicht so lange ihren grandiosen Hardcore Punk in die Welt hinaus. Ich glaub, die haben sich erst kürzlich zusammengefunden. Zumindest ist dieses Jahr erst eine andere Kassette mit 7 Songs als Debüt erschienen (auch super) und nun also vor ein paar Tagen Nachschub in Form einer weiteren Kassette mit 4 Liedern.

Kennt noch jemand Failure Face? An die hat mich das zumindest ein bisschen erinnert. Geil. Bad Attitude ist der Hit.

Dann also viel Spaß beim Zerkloppen – ihr könnt ja bei Bedarf noch das andere Tape hinterher schieben…