GEL – Violent Closure 7″

Rumms, da melden sich die famosen Ballermänner und die Schreihälsin von GEL zurück. Ihr erinnert euch vielleicht an das tolle Tape vor einem Jahr, das war ja auch schon so schön unterhaltsam, wenn auch kurz.

Hier wird ähnliche Feinkost aus dem Hause Hardcore Punk geboten und Menschen mit einem leichten Hang zu cholerischen Stimmungsausbrüchen werden diese 7 Songs lieben. Eignet sich hervorragend für den Stadtverkehr morgens um 8.

Kommt Anfang April offiziell als 7″ bei ATOMIC ACTION! RECORDS, YOUTH DISTRIBUTE und CREW CUTS (UK) heraus. In den USA auf luschigem pinken Vinyl und in Europa England auf edlem weißen Vinyl. Toll. Ich nehm zwei. Jetzt schon mal digital zu bestaunen.

Wenn ich mir die Single jetzt noch dreimal anhöre, bekomme ich psychosomatisches Nasenbluten vom imaginären Ellbogen auf der Tanzfläche. Ich kann das Blut schon schmecken. Geile Band.

Headcheese – S/T LP

So langsam entwickelt sich Neon Taste Records zu meinem Lieblingslabel. Das noch recht junge Label aus Vancouver, BC in Kanada hat bereits in knapp 4 Jahren mehr tolle Sachen herausgehauen als die zukünftigen Börsenheinis von Universal in den letzten 40 Jahren.

Bands wie Fashionism, Chain Whip, Dead Cells und Nutrition wurden nicht nur von mir abgefeiert, sondern sind auch gern gesehene und gut verkaufte Vinylveröffentlichungen von europäischen Labels und somit macht der Josh Nickel da im fernen Kanada wohl Vieles richtig.

Das hört jetzt auch mit der kommenden Veröffentlichung nicht auf. Ganz im Gegenteil. Am 1. März kommt eine neue Hardcore Band aus dem eigenen Stall (British Columbia) auf Neon Taste heraus und hat sich den hübsch infantilen Namen Headcheese gegeben. Wenn man die bisherigen Veröffentlichungen so als Referenz heranzieht, dann kommen wohl die sensationellen Chain Whip hier als Maßstab in Frage und die legen die Messlatte auch reichlich hoch. Glücklicherweise meistern die 4 Burschen von Headcheese mit ihrem Debüt die Höhe aber spielend leicht und liegen so mit ihren Labelgenossen gleich auf.

Es kann natürlich auch sein, dass die Band sich tatsächlich nach der „Sülze“ benannt hat und nicht nach „Smegma„. Egal. Wenn ihr das komplette Album hören wollt, dann geht zu No Echo.

Zig Zag – It Gets Worse 7″

Hab ich schon erzählt, dass ich bei dem neu aufgelegten Tony Hawk Pro Skater nicht durch die fucking Mall komme? Also 100% des Levels, meine ich natürlich. Einfach nur da runterrollen und Level fertig kriege ich noch hin. Aber komplett – ugh, da bin ich zu schnell frustriert.

Also früher hatte ich da mehr, äh, Zeit, würde ich sagen. Heute bin ich vernünftig, mache die Playstation aus, setz mich 5 Zentimeter weiter nach links und spiele zur Entspannung Golf auf der XBOX. Und da bei den Tiger Woods Spielen erstaunlich schlechter Soundtrack mit dabei ist, hab ich mir selber eine Playlist zusammengestellt.

Dazu zählen jetzt neuerdings auch die sensationellen Zig Zag aus Florida. Großartiges Demo, das ich leider verpasst hab, und eine noch großartigere Single, die jetzt bei 11pm Records erschienen ist. Schleppender Hardcore mit Suicidal Tendencies Tendenzen und schnelle Nummern aus dem Nähkästchen der 80er Jahre Westküsten Skatecore Fraktion. Geiler Scheiß.

Es herrscht grundlegend eine etwas deprimierende Stimmung auf der Single, was noch durch die Tatsache verstärkt wird, dass der Gitarrist leider nach den Aufnahmen verstorben ist. Und dann behaupten die Zig Zag auch noch, dass es schlimmer wird. Uff.

Vielleicht klappt es bei THPS ja mit dem Soundtrack von TW? Muss ich ausprobieren. Motivation durch Musik ist alles!

Predator – Spiral Unfolds

Genau wie bei jedem neuen Teil der anfangs noch guten Filmreihe von Predator wundere ich mich auch hier…nanu, den gibt’s noch? Ja, nicht totzukriegen, das Vieh.

Glücklicherweise kann die Band um Brannon Greene, der im übrigen auch bei den jüngst vorgestellten Nag singt, hier aber im Gegenteil zu den Filmen den hohen Standard und das Niveau von ihren Erstlingswerken halten, wenngleich sie auch mit dem neuen Album etwas mehr in die Richtung von anderen großartigen Bands wie zum Beispiel Video gehen.
Soll heißen: ein bisschen Geschwindigkeit drosseln und in die weirde und düstere Ecke der Punk Genres gesetzt, wo sich derzeit viele Gleichgesinnte tummeln, scheint an der Zeit zu liegen.

Die beiden Songs machen Bock auf mehr Salzstangen und Bier und das Album kommt dann auch, wie die letzte Single, bei Total Punk raus. Was soll da schon schief gehen.

Ich frag mich ja gerade, ob man sowas wie Alien vs. Predator mal promoten sollte und die Jungs zusammen Konzerte spielen können. Ach so….

Nag – Observer

Schönes neues Ding von den Nörglern aus Atlanta, Gerogia. Ein richtig dick gepacktes Album voller Dark Wave Post Punk Hardcore Stücke, die auch schwarzgekleidete Freunde aus der Death Rock Ecke begeistern könnten, wenn die nicht so unfassbar dogmatisch da rumsäßen und, äh, nörgeln würden.

OK, Nag machen hier sicherlich nix Neues, aber dafür ist die Aufbereitung aus Melodie und Düsternis so sehr mit verschiedenen Einflüssen gespickt, dass Nag durchaus mit ihrem zweiten Album Observer ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der dunkleren Post Punk Szene haben dürften. Und wie schön, dass es ein positives Merkmal ist – man könnte ja auch sensationell scheiße sein. Aber dieses Privileg überlassen sie gekonnt den englischen Bands, die sich anschicken, alle gleich zu klingen.

Das Album ist derzeit nur digital zu bestaunen, vielleicht kümmert sich da aber bereits jemand drum, dass man es auch auf Vinyl oder Kassette hören kann. Wäre doch schön.

Apropos Nörgeln. Wusstet ihr, dass euer Kaminfeuer daheim hundertausendmal mehr Feinstaub verursacht als mein stinkender Diesel? Echt? Dann schaut nicht so pikiert, wenn ich qualmend vor dem Biomarkt stehe und darauf warte, dass ihr mit eurem SUV (Benziner, natürlich) umständlich ausparkt. Ha!

Youth In Pain – Demo 2021

Na, da hatte es aber jemand eilig, was? Sowas kommt dann dabei heraus, wenn man nur 10 Minuten im Studio gebucht hat, aber unbedingt ein Demo mit 4 Songs veröffentlichen möchte.

Irgendwie ist das ziemlich geiler Punk Rock und Hardcorekram. Dazu  dann in der Postproduktion noch ein bisschen Nähmaschinengetacker und Synthesizerdurchfall in das Outro pupsen und fertig ist die Geschichte. Ich bekomme bei diesen äh, 2,5 Liedern einen starken Bikini Cops Vibe. Love Letter ist ein Hit.

Cooler Scheiß aus Kanada, hatten wir ja auch schon länger nicht mehr. Youth In Pain aus Toronto – merken! Die sind auf jeden Fall für 25% gute Songs zu haben.

Beim Cover kann ich auch nur die Hälfte erkennen, der Schriftzug des Bandnamens ist für meine Augen zu unleserlich, das musste mir ein Hip-Hop Kind in der Straßenbahn gerade vorlesen.

Gute Appetithappen

Ich hätte da mal eine ganz tolle Idee für die zukünftige Marketingstrategie von Labels und Künstlern. Statt einen oder sogar zwei ganze Songs im Vorfeld einer Veröffentlichung dem Volk gönnerhaft vor die Hohlbirnen zu kotzen, könnt ihr doch auch einfach mal nur den Basslauf oder die Hi-Hat oder das Ein- und Ausatmen der Sängerin oder des Sängers als Track zur Verfügung stellen. Wenn schon Salamitaktik, dann auch erlesene Rohwurst in hauchdünnen Scheiben und nicht so einen fettigen dicken Lappen Cervelatwurstersatz servieren. Service-Tipp.

Matt Ellis – Full Moon Fever LP

Der gute Matt Ellis (PlasticHeads, Vapids), der leider all seine musikalischen Ergüsse aus dem letzten Jahr von seiner Bandcamp Seite gelöscht hat, tritt nun an und veröffentlicht eine richtige LP auf Vinyl. Das ist schön, wenn man so Pop Punk und Ramones und Kaugummi mag. 18 Songs mit vorfrühlingshaftem Freudentaumelsound. 4 darf man jetzt schon mal. Kommt am 23. Februar bei Surfin KI Records raus.

Headcheese – S/T LP

Vermisst ihr auch die großartigen Dean Dirg? Schlimm, ne? Man könnte hier zur Ersatzdroge in Form von Headchease greifen und sich während der beiden Songs einfach selber mit Bier im Wohnzimmer bespritzen. Kann natürlich sein, dass die anderen 10 Lieder Balladen mit Dudelsäcken sind, aber das ist halt das Risiko beim Pre-Ordern…da die Platte aber bei Neon Taste erscheinen wird, kann man mit ruhigem Gewissen zuschlagen. Kommt am 1. März.

Smirk – S/T LP

Tolle neue Band auf Drunken Sailor Records. Zumindest der eine Song ist schon einmal eine fantastische No Wave Post Punk Nummer, die irgendwie in dem luftleeren Raum zwischen dem Charme von späteren Wire und dem Minimalismus und der Coolness der ersten Urinals Singles gefangen ist. Kein Wunder, dass man dann dünkelhaft wird und sich so einen Bandnamen gibt. Smirk (Nick Vicario von Public Eye/Autistic Youth) kommt am 5. März.

Pensioner – Demo CS

Ich glaube ja, hier hat man eine Familie von Marsmenschen, Kobolden und Robotern in eine leere Coladose gesperrt und die haben dann mithilfe ihres Mini-Synthesizers einen Hilfeschrei nach dem anderen aufgenommen.

Zumindest klingt das so. Die coolen Leute nennen sowas Egg Punk oder Devo Core. In Australien, wo diese Coladose in Perth herumsteht und plärrt, ist das ganz normal, so klingen Synthpunk Bands heutzutage halt. Dazwischen ein nettes Ramones Cover. Joa. Meinetwegen.

Die Kassette kommt dann bald bei Under Heat Records. Geiler Scheiß von Pensioner!

Nicht zu verachten ist auch das erste Lebenszeichen vom Ruheständler, das letzten Monat erschienen ist. Tolles Cover von Circle Jerks. Und mit toll meine ich kacke. Aber sympathisch.

EUGH – Cassingle #1 CS

Eine neue Kassetten Single von EUGH aus Melbourne. Bäh, was für ein beschissenes Format, aber was solls, hier darf jeder machen, was ich nicht will.
Und strenggenommen ist diese Veröffentlichung auch nur für einen sehr kleinen erlesenen Kreis von Hörern prädestiniert.

Denn zum Einen hat der Künstler verfügt, dass diese „Cassingle“ nur für Loser geeignet sei, was ja zum Glück den Großteil der Leser- und Autorenschaft dieses Dings hier ausmacht, aber zum Anderen kommen in den beiden Songs so viele schmerzhafte Hochtöne vor, dass man am besten eigentlich schon auf diesen Bereichen der Ohren blind und taub ist.

Und was bleibt dann als Zielpublikum noch übrig? Alte zauselige Punk Rock Opas, die von ihren bestuhlten Ramones Konzerten schwärmen und mit Sid Vicious eine Spritze geteilt haben und nun den aufgeschwämmten Körper stolz auf die verranzten Barhocker der Nation hieven, um zu erzählen, dass Punk eigentlich schon lange tot ist.

Oder ihr dreht einfach ein bisschen am „Treble“ Knöpfchen eures Walkmans und genießt. Ist nämlich wieder mal ganz geiler Scheiss aus der Richtung Syynthpunk, Eggpunk, Rock n‘ Roll und, äh, Punk…

Torso – Home Wrecked

Netter Hardcore Punk aus Kalifornien kommt da von Torso. Oder heißen die TØRSÖ? Die haben da in the US of A keine Tastaturen für „Ø“ oder „Ö“, deshalb konnten sie das bei Bandcamp nicht korrekt angeben. Ist aber auch nicht so wichtig.

Baller Baller D-Beat mit tollem Sound aus mächtig-kräftig Gitarren und richtig gutem Gesang. Klingt böse und angepisst, so, wie es sein soll.

Zwei eigene Songs und ein Cover von The Faith – da kann man nicht meckern. Hm, naja, doch, ich finde eigentlich immer was, haha. Diese Aufnahmen entstanden nämlich bereits vor über drei Jahren und somit ist natürlich die kulturelle Relevanz der Songs längst überholt. Ach, nur Spaß – diese Musik und Texte sind so zeitlos wie Hanuta zum Bier.

Hüsker Dü und Assück. Die mussten diesen digitalen Quatsch mit den fehlenden Umlauten auf dem Keyboard zum Glück nicht mehr mitmachen. Gott habe sie selig.