Hammered Hulls – S/T 7″

Ignition, Warmers, Ted Leo & the Pharmacists, Faith, Autoclave, Open City, Chain and the Gang, Untouchables, Ex Hex, uva. in Gestalt von Alec MacKaye, Mary Timony, Chris Wilson und Mark Cisneros.

„Rumpelstilzchen tanzt jetzt mit neuem Namen durch die Indie Charts und versteckt sich da.“ Hier wird nichts falsch gemacht, was allerdings noch lange nicht heißt, dass Hammered Hulls alles richtig gemacht haben. Ein bisschen 08/15 Standard-Geplänkel, das meiner Meinung nach den typischen DC-Sound ein wenig vermissen lässt. Rockt ein bisschen, aber reicht nicht für ein Hurra.

Das klingt jetzt furchtbar negativ, aber wenn man sich das Potenzial und die Geschichte der Bandmitglieder so ansieht, kann man durchaus ein bisschen mehr erwarten. Nein? Vielleicht einfach zu alt?
Fun Fact: Nicht Ian, sondern Alec MacKaye zierte damals das ikonische Cover der Filler Single, das dann auch für die Compilation benutzt wurde.

Der Song ist die A-Seite der kommenden Single auf Dischord Records. Ich mag Alec am Mikro und Chris am Schlagzeug grundsätzlich sehr gerne.

J. Robbins – Soldier On

Der Typ kann einfach nix verkehrt machen. Das ist irgendwie so wie bei Blake Schwarzenbach. Es kann ja kein Zufall sein, dass alle Bands, in denen die beiden Burschen Gitarre gespielt und gesungen haben, ziemlich großartig waren/sind. Das tut mir dann ja auch leid für die anderen beteiligten MusikerInnen, die zweifelsfrei ihren Beitrag geleistet haben. Aber irgendwie reduziert es sich dann doch immer wieder auf die Stimme und das Gitarrenspiel.

Ach, ach. Ich freu mich auf ein neues Album, das am 31.05. auf seinem alten Hauslabel Dischord Records erscheinen wird. Und wie klingt das? Gemessen an dem Song, den man schon einmal kosten darf, so, wie Jawbox, Channels & Burning Airlines. OK, vielleicht ein bisschen poppiger…Aber ansonsten bekommt man das, was drauf steht. J.Robbins.

Ian MacKaye Interview

Ian MacKaye hat mal wieder die Geschichte von Dischord Records und der Szene in Washington D.C. erzählt. In knapp 2 Stunden unterhält er sich mit Aaron Margosis über seine Anfänge mit den Teen Idles, wie diese seltsamen Kreuze auf den Händen zustande kamen, Bad Brains, Henry Rollins und später auch über Fugazi und wie die Band damals von diversen Major Labels angeheuert werden sollte. Zwischendurch wird das interessante Gespräch immer mal wieder von Songs der angesprochenen Bands unterbrochen.
Kann man mal wieder machen. Wenn Ihr keinen Bock darauf habt, den ganzen Kram zu hören: der gute Interviewer hat ein paar Sachen auch transkribiert.

Oder Ihr ladet Euch die Datei für später runter. Dann könnt Ihr auch darauf achten, wie Lieder und Gespräch für die FCC zensiert werden, haha.

Fugazi – 88er Demos

Dischord Records hat angekündigt, dass das ehemalige Zugpferd des Labels – Fugazi – irgendwann im Laufe dieses Jahres noch die Demoaufnahmen aus dem Jahr 1988 veröffentlichen werden. Damals, im kalten Washington, D.C.; im Januar der späten 80er haben sich 4 junge Kerle im Inner Ear Studio getroffen, um herauszufinden, wie man eigentlich so vom Band klingt. Bis dahin hatten Fugazi gerade mal 10 Konzerte gespielt und sich dann überlegt, dass man mit dieser Band eigentlich auch Aufnahmen machen könnte.
So toll scheinen die aber nicht gewesen zu sein, denn bis auf den Song „In Defense of Humans“ der auf dem Dischord Sampler State of the Union ein Jahr später erschienen ist, sind alle anderen 11 Lieder nie (so richtig) veröffentlicht worden. Also ja, die haben auf ihren Shows dann die Tapes für umme verteilt, damit sich die Leute das mal anhören und mit ihren Freunden teilen konnten und so. Aber es gab eben kein Vinylrelease. Bis jetzt.
Und wie gesagt, so richtig super kann das ja nicht sein – der angesprochene Song, der auf dem Sampler war, ist auch eher nicht so meins, wenn ich an Fugazi denke. Bedenkt man allerdings, dass im selben Jahr, als diese Demoaufnahmen entstanden sind, ebenfalls das Debüt der Band mit „Waiting Room“ und „Burning“ und anderen Knallern erschien, könnte man auch denken, dass vielleicht noch die eine oder andere Granate auf diesen Demos versteckt sein könnte…Ach, wir werden sehen.

Sicherlich ist diese Veröffentlichung von gewisser Bedeutung, immerhin haben Fugazi in den 90er Jahren wie kaum eine andere Band die Musikszene und das Genre des Independent (nannte man damals noch so) maßgeblich geprägt. Und die Band, in der ja bekanntermaßen auch Labelgründer, Gitarist und Sänger Ian MacKaye gespielt hat, kann man auch ruhig noch einmal abfeiern. Versteht mich nicht falsch, Fugazi waren eine grandiose Band. Zwar so richtig erst später in ihrer Karriere, aber das ist bestimmt auch Geschmackssache…und die 26 Jahre alten Demos sind bestimmt immer noch besser als Eure bekackte Band.

Minor Threat T-Shirts!

Dischord Records verkauft keinen Merchandise. Keine T-Shirts, keine Caps, keine kurzen Hosen oder Hoodies. Noch nie. Trotzdem laufen viele Menschen mir einem Minor Threat oder Rites of Spring T-Shirt herum. Ich hatte mir mal vor 15 Jahren ein Fugazi T-Shirt gekauft (This is not a Fugazi Shirt) und lief gerne damit rum. Aber wie ist das möglich, wenn es offiziell derlei Sachen gar nicht gibt?

Bootleg! Natürlich stellt irgendjemand so einen Kram her, wenn der Bedarf da ist. Marktwirtschaft und so. Einerseits scheiss egal, andererseits ein bisschen blöd, wenn die Bands nichts davon haben, oder?

Jetzt kann man auf jeden Fall mit gutem Gewissen seine Vorliebe für die Hardcore Band aus Washington D.C. zur Schau stellen. Ganz offiziell hat Urban Outfitters die Lizenz von Ian MacKaye erhalten, Minor Threat-Shirts für 28$ zu verkaufen. Haha. 28$! Das Wahsington City Paper hat den Labelchef dazu befragt und Ian gibt sich relativ gelassen.

Do I think it’s absurd? Yes, I certainly do, Motherfuckers pay $28, that’s what they wanna pay for their shirts.

Außerdem gibt er an, dass eben diese große Anzahl an Bootlegs der eigentliche Grund für die Lizenzierung war. Mann Mann! Ganz nebenbei, Urban Outfitters ist nicht gerade politisch korrekt, was die Herstellung der verkauften Ware angeht, aber wenn schon scheisse, dann auch richtig.