Radar – S/T CS

Die Info sagt, Radar klänge wie Marked Men, wenn diese Pop-Punk machen würden. Hm. Bisschen faule Beschreibung, wenn ihr mich fragt, aber passt schon.
Ich mein, dann könnte man auch sagen, die Toten Hosen klingen wie Pascow, wenn die Volksmusik machen würden. Aber wie gesagt, passt schon.

Ich höre da bei den 4 Songs eine Mischung aus den großartigen Baby Ghosts und den fantastischen Radioactivity heraus – Radar müsste dann dementsprechend großtastisch oder fantartig meine neue Lieblingsband sein.
Joa, warum nicht – hier gibt es schließlich super poppige Melodien, die rotzig genug vorgetragen werden, um noch Punk Rock zu sein. Voll gut.

Die Kassette erscheint bei Dead Broke Rekerds und das heißt, ich kann mir den Versand nicht leisten. Ich glaub, ich frag mal, ob ich die auf Platte pressen darf. Ist inzwischen echt günstiger, das alles selber zu machen, als die horrenden Zoll-, Verpackungs- und Portokosten zu bezahlen.

Garage Pop Punk aus Brooklyn. Geiler Scheiß.

Ein anderes schönes Palindrom ist zum Beispiel Legovogel.

Latitude – Mystic Hotline LP

Die neue Latitude LP erscheint Anfang Oktober und man kann jetzt zwar nur 2 Songs hören, aber ich glaub, das ganze Album klingt wie ein verschollenes Blondie Werk. Selbst das Cover könnte zu „Hanging on the Telephone“ passen, aber egal.

Also: Debbie Harry’s Vermächtnis…Ihr wisst schon, diese eine LP, die sie geschrieben hat, nachdem sie total betrunken kopfüber in einen Peyote-Kaktus gefallen war und dann14 Tage einen Meskalinrausch in der Wüste gefeiert hat. Good stuff. So klingt das hier.

Oder anders gesagt: Mystic Hotline ist Power Pop aus San Francisco mit Punk und Indie Einflüssen – Oh Gott, klingt das langweilig. Macht aber Spaß und versüßt die letzten warmen Tage in der Stadt. Versprochen.

Erscheint auf Vinyl bei Emotional Response, nachdem das Debüt noch ausschließlich auf Tape bei Royal Oakie veröffentlicht wurde. Ist die Entwicklung dann jetzt rückständig oder progressiv?

Jenny – Same

Ich hab neulich noch eine Unterhaltung mit meinem imaginären Freund über Impulskäufe von LPs geführt, bei der ich die Signifikanz der Covergestaltung betont hatte.
Nach langem Hin und Her (Bier) einigten wir uns darauf, dass es zu 66,6% auf das Äußere ankommt. Oder zu 33%? Und ging es nicht eigentlich um Obst? Hm. Egal.

Dass Wanda Records jetzt auf jeden Fall so ein gar scheußliches Cover durchgehen lässt, liegt wahrscheinlich nur daran, dass die neue Veröffentlichung von Jenny lediglich digital zu erwerben ist. Soll heißen: man steht ja nicht im Plattenladen und muss aufgrund dieser orangenen Sinfonie eine primäre Kaufentscheidung fällen.

Immerhin ist das musikalisch farblich ganz gut abgestimmt, denn es wird tatsächlich quietschvergnügter Power Pop Punk geboten, den man farblich kaum besser umsetzen kann als mit einer scharfen Kombination aus blau und organge. OK, Pink wäre eigentlich noch besser aber mich fragt ja keiner.

Der Künstler, der die 5 Kaugummiperlen hier zu verantworten hat, ist im übrigen der bekannte Punk Rocker Justin Maurer von Clorox Girls/Suspect Parts/Red Dons und anderen coolen Bands.
Nein, ich weiß nicht, warum die „Band“ Jenny heißt. Aber hört mal. Gute Musik…

Fun Fact: wenn man nach dieser Veröffentlichung bei Discogs sucht, indem man „Jenny“ „Cockroach“ und „Tea“ als Suchbegriffe verwendet, weil die ja wohl ziemlich selten zusammen bei irgendeinem Release auftauchen, landet man bei Dimitri Shostakovich. Das sind aber auch 51 CDs 🙂

Romero – Honey

Eine PowerPop Bande aus Melbourne hat jüngst ihr Debüt angekündigt. Eine Single auf Cooldeath mit mindestens einem Hit.
Honey kann man nämlich jetzt schon einmal hören, bevor der zweite Song und somit die gesamte Single am fucking Valentinstag veröffentlicht wird. Und so, wie ich das höre, kann die B-Seite gar nicht schlecht sein, denn Honey ist wirklich ein Paradebeispiel für zeitlosen PowerPop. Und Romero sind eine ziemlich ausgebuffte und geniale PowerPop Band.

Mehr muss man dazu nicht sagen – ich weiß nicht, ob so eine feine Single das viele Geld wert ist, das man für den Postweg und den Zoll und das Produkt ausgeben muss, aber wer reich ist, könnte sich jetzt noch schnell eine von den 50 roten Singles vorbestellen.

Oder 2. Ich freu mich ja auch über Geschenke, ihr undankbaren Penner.

Apropos Penner. Ich bin mal auf Reisen und muss hier ne Pause machen. Bis später.

The Whiffs – Another Whiff LP

Zum Ende des Jahres noch mal ein bisschen was Versöhnliches, das nicht aneckt, vorhersehbar und aalglatt ist. Und noch dazu ein Album, über das man eigentlich nichts Schlimmes oder Böses sagen kann.

Na gut, außer, dass es aus den angeführten Gründen dann eben recht düdeldidü ist. Es ist aber auch ein recht schönes Düdelü, das the Whiffs aus Kansas City uns da mit ihrem zweiten Album präsentieren, keine Frage.

Eigentlich spielen sie ja bloß PowerPop, aber der weiß durch Anspielungen zu David Bowie, Wire, Beatles oder auch den kanadischen PowerPop Bands à la White Wires zu überzeugen. Und wo beim Debüt noch viel Ramones zu hören war, ist jetzt Platz für ein Best of Düdeldidü aus den letzten 60 Jahren. Warum nicht.

Das Album wurde DIY im Proberaum/Keller aufgenommen und ist wieder bei DIG! Records erschienen. Das ist ja doch auch sehr sympathisch, ne? Vielleicht machen die Jungs einfach alles richtig und das langweilt mich ein bisschen?
Zumindest scheinen sie damit ein bisschen Erfolg zu haben, immerhin supporten sie die Get Up Kids auf deren kurzen Tour in den USA.

Kann man machen.