Chain Cult – Shallow Grave LP

Die drei Griechen aus Athen haben mich letztes Jahr mit ihrem Demo und der ersten EP bereits davon überzeugen können, dass man richtig guten düsteren Punk Rock/Hardcore à la Estranged spielen kann, ohne furchtbar depressiv herüber zu kommen. Das haben sie zwar dann live nicht so verifizieren können, allerdings war da auch wenig los und die Stimmung an dem Abend war eh ein bisschen depri, also schieb ich das mal nicht auf die Band. Lieber auf die Crust Leute mit den Hunden…

Nun haben Chain Cult auf jeden Fall ihre erste LP aufgenommen und veröffentlichen diese ganz brav und treu bei La Vida Es Un Mus, wo auch schon besagte EP und Demo Singles erschienen sind. Und was soll man sagen?

Die sind noch mal ein Stückchen besser geworden, ohne ihren Sound verändert zu haben. Es sind einfach noch eingängigere Riffs, noch besseres Zusammenspiel von melodischem Bass und Gitarren-Echo-Hall und noch besserer Gesang, der sich von Zeit zu Zeit auch mal geschickt zurückhält. Tolles Album!

Leider darf ich hier erst mal nur 2 Songs anbieten; wer das komplette Teil anhören möchte, muss vorerst den exklusiven Stream bei Cvltnation nutzen. Aber vorbestellen könnt ihr das Ding schon.
Marketing läuft also.

Was muss man eigentlich für einen exklusiven Stream machen? Und was soll das? Check ich nicht. Punk Rock, Alter!

Chained Bliss – Stained Red CS

Auch schon ein paar Wochen her, dass Chained Bliss ihr Debüt digital veröffentlicht haben, bevor die 4 Songs dann wohl demnächst auf einem Label erscheinen sollen/werden, das es noch gar nicht gibt? Ach, fragt mich nicht. Aber wenn es im Internet keine Suchergebnisse erzielt, mag man schon fast nicht an die Existenz einer Sache glauben, ne? Schlimme Zeiten.
Ihr könnt aber gerne trotzdem versuchen, Where’s The Pleasure Records anzuschreiben, zu besuchen oder eine Pre-Order für das Tape einzureichen. Viel Erfolg.

Bis dahin kann man allerdings auch für nix (name your price) die Lieder herunterladen und sich an dem feinen Mix aus Red Dons und Reatards erfreuen. Coole Band aus Philadelphia. Sollen Leute von Neophobe mit dabei sein. Noch so ne Band, über die ich nix weiß…
Schwierig heute mit der Recherche, ich brauch mal einen Punk Rock Detektiv, den ich anrufen kann oder so.

Notiz für mich: Mal im Auge behalten, die sind gut.

Hot Snakes – Checkmate

Neuer Song von den immerguten Hot Snakes.

Außerdem spiele ich gerade Fernschach.

Sonst nicht viel passiert.

Mist, ich glaub, ich verliere.

Tada.

Seablite – Grass Stains and Novocaine LP

Achtung, Pop! Triggerwarnung für alle ultraharten Kerle, denen eventuell bei zu sanftem Musikgenuss die Eier abfallen können!

Seablite aus San Francisco haben im Juni bereits ihre Debüt LP bei Emotional Response veröffentlicht und liegen damit bis jetzt immer noch auf dem ersten Platz der diesjährigen IndieDreamiePoppiePunkie Charts. Also jedenfalls hier bei mir im Wohnzimmer. Wahrscheinlich auch deswegen, weil sie klingen wie eine Band aus den 80ern. Oder 90ern. Oder aus den 2000ern, denn irgendwie haben sich die 3 Mädels und der eine Typ einen Sound zusammengeklaut, der das leistet, was die meisten bekloppten Radiosender des Landes propagieren…ein Mix aus den 80ern, 90ern und das Beste von heute.

Tolle Melodien und großartiger mehrstimmiger Gesang über einer gelungenen Abmischung von Bass/Gitarre und dem Ridebecken-verliebten Schlagzeug. Mag ich gern. Passt wohl auch zu einem kurzen Zahnarzttermin, wenn man dem Titel Glauben schenken mag.

Bonus:
Auf dem aktuellen Sampler von Girlsville sind sie mit einem Cover von Stereolab’s French Disko vertreten…falls die harten Kerle unter euch das noch aushalten können.

Not Amused – EP

Bin nur ich das oder klingt das schwer nach 90ern? Das ist jetzt mal völlig neutral gemeint, aber die neue EP von den Jungs aus Queens hört sich doch ziemlich nach, äh, Hardcore aus den Myspace Zeiten an, oder? Haha, Myspace. Wie scheiße war das denn eigentlich nochmal? Da hat der Kack angefangen, dass sich jeder auf einmal wichtig vorkommen konnte, weil er ein Profil im Internet rumliegen hat und mit anderen Profilen rumliegen kann. Mega.
Ach. Egal – die 4 Songs sind eh viel zu schnell vorbei, als das man hier einen Roman schreiben sollte.
Junge Band, seit 2015 unterwegs. Not Amused – sollte man sich mal merken. Voll gut. Angus Runfast ist der Hit.

Hat auch ein bisschen was von Big Ups, würde ich sagen. Wäre auf Myspace damals explodiert die Band. Haha.

the Mark Vodka Group – A New Record

Hier, wegen so Sachen wie dem Kram hier mag ich immer noch Punk Rock, obwohl das Genre doch eigentlich schon seit 40 Jahren tot und überholt ist. Nehmt ein bisschen Schnoddrigkeit von Jay Reatard, schmeisst die zweitausend Verzerrer von den Booji Boys und das Songwriting aller kanadischen Garage Punk Bands in den Fleischwolf und schon habt ihr den Sound von the Mark Vodka Group.

Schöne Titel und Texte, großartiges kleines Album. Angeblich schon 2 Jahre alt, das ganze Zeug, aber das macht ja nichts bei so einer Art von Musik, ne? Wenn man schon anachronistisch ist, kommts auch nicht auf ein paar Jährchen mehr oder weniger an.

Das Demo ist auch richtig gut. Ich muss das mal auf Platte rausbringen.

Im übrigen hätte das hier als Beschreibung gereicht:

all these songs except for „goon“ are like 2 years old now but they mean the same now as they meant then – absolutely nothing.
i ran this through my cassette 4-track to make it sound shittier. if you want a clean copy, let me know.

The Permanentz – This is Fuck 7″

Eine weitere kleine Perle aus dem Hause Belly Button Records. Die fröhlichen Brüsseler von The Permanentz liefern hier ihr Debüt ab, so weit ich weiß. Bisher nur vertreten auf dem letztjährigen Sampler „Primitive Skateboarding Belgium 1978“ (auch sehr gut), haben die 3 Jungs es endlich geschafft, ihren eingängigen Garage Punk auf Vinyl zu pressen.

Nix Neues, aber das Altbewährte sehr gut umgesetzt. Hm, kann man eigentlich zu den meisten Sachen sagen, die ich hier so verwurste. Egal – ich find die 4 Songs richtig gut und kauf mir gleich eine der 200 Singles, bevor es zu spät ist.

Schönes dilettantisches Cover,  schöner Titel, schöner harter Akzent, schöne Texte…

Someone has to set the bad example
Someone has to tell us that cheating is simple
Someone...versteh ich nicht, zu schlimmer Akzent – could it be me?

Co-Release mit Rockerill Records. Da sind die Cover auch bunt.

True Moon – II

Seit heute ist das komplette Album der großartigen True Moon veröffentlicht. Wie schon zu dem Teaser „Poison“ vor ein paar Wochen beschrieben, treibt die Stimme von Karolina Engdahl die depressive Stimmung voran und untermalt so fantastisch die graue Scheiße da draußen, die Wetter/Herbst/Leben genannt wird.

Allerdings muss ich nach dem ersten Hören auch sagen, dass II tatsächlich ein wenig eingängiger, ja fast poppiger geworden ist als das Debüt.

Bei dem selbstbetitelten Erstlingswerk waren noch ein paar sperrige Momente in die Songs eingebaut, die die LP ein bisschen krummer machten und mich damit erst recht zu begeistern wussten. Darauf wurde hier weitestgehend verzichtet. Das stört mich allerdings nicht besonders, bleibt so doch ein bisschen Frohsinn im Darkwave Indie Post Punk Pop.

Auch dieses Album ist bei Lövely erschienen und bestimmt bald auch als LP erhältlich.

World/Inferno Friendship Society – A Recollection of Works in Progress CS

So etwas kann auch nur an Halloween aus dem sicheren Grab emporkriechen… die totgeglaubten Demos von WIFS, wie wir Kenner sagen. The World/Inferno Friendship Society aus New York City gibt es nun schon seit über 25 Jahren und mit jeder Platte sind sie schlechter uninteressanter geworden. Dabei haben sie so großartig begonnen.

Das Besondere an der Band um den charismatischen Jack Terricloth war ja damals das Besondere, die Andersartigkeit, die anarchistisch wilde und teilweise rumpelige Mischung aus Punk und Oper hat mich damals ganz schön umgehauen. Gut, ich war auch, äh, jung und konnte schnell umgehauen werden. Sowohl von Musik, wie auch von Bier und Frauen und Fäusten. Aber zurück zum Thema.

WIFS haben eigentlich als Zwei-Mann-Projekt begonnen, als ihre alte Band sich auflöste und sie etwas Neues ausprobieren wollten. Namentlich waren das Jack Terricloth und Scott Hollingsworth, die zuvor bei Sticks and Stones waren. Aus diesem kleinen Projekt entwickelte sich das opulente Orchester, das man heute noch kennt und vielleicht auch liebt. Aber so hat der ganze Scheiß angefangen…mit einem Kassetten-Demo, das die Jungs auf Konzerten verteilt haben. Nur, um dann später, als die Society tatsächlich zu einer Society wurde, die restlichen Demos irgendwo zu verbrennen.
Aber wie das so ist, die Aufnahmen sind wieder aufgetaucht. Und warum sollte man die nicht noch einmal auf Kassetten vervielfältigen und verkaufen? An Halloween…passt doch.

Ein paar von den Songs kennt man dann tatsächlich auch von den ersten Singles oder der ersten LP, aber auch der Rest des Demos kann sich absolut sehen/hören lassen.
Und so kam es, dass man bei Don’t Panic, dem Chicagoer Kassetten-Label heute die Tapes bestellen konnte. Sind inzwischen leider ausverkauft, aber man kann ja noch den Kram digital erwerben und hören.
Zum Beispiel hier.

Ich find das richtig gut, zum Teil sogar besser, als die „offiziellen“ Sachen aus den letzten 20 Jahren. Schönes Release, ich würde eins nehmen…

Gee Tee – Chromo-Zone

So richtig verstehen tu ich das zwar jetzt nicht, aber ich glaube, zumindest einer der beiden Typen von GEE TEE ist auch bei den ähnlich klingenden Rubber Room am Start. Vielleicht verhält sich das in Sydney ja so ähnlich wie in Washington D.C. damals, als aus einer handvoll Leute zweitausendvierhundertdrölfzig Bands entstanden sind.
Auf jeden Fall ist GEE TEE stilistisch in etwa (genauso) zu verorten wie die Kollegen von Rubber Room
…in der poppigen Coolness zwischen Synthie Punk, Garage und Punk Rock. 5 richtig gute Songs, zu denen man nicht nur am heutigen Halloween Release Tag ordentlich feiern kann. Nein, die schmecken auch unverkleidet und (halb) nüchtern!

Leider erst einmal nur digital zu erwerben, aber bestimmt bald zumindest auf Kassette. Ich mag Wortspiele.