Nervous Jerk – 1994 EP

Ugh, junges Gemüse im Angebot.

Die drei nervösen Trottel aus Christchurch liefern mit ihrer 2. EP schon das 5. Release ab, und das, obwohl sie erst 12 Jahre alt sind. Oder 15, keine Ahnung, auf jeden Fall junge Burschen.
Und wie sich das mit jungen Leuten oft so verhält – die machen ungestümen, poppigen Punk Rock, der recht unbekümmert daherkommt, Spaß macht und gut zu Lederjacken und Dosenbier beim Autofahren passt.

Dazu gibts dann noch das obligatorische Video aus dem Proberaum. Warum nicht.

Auf dem Cover ist Dan Richardson abgebildet. Ich weiß leider nicht, wer das ist, denn wie der Drummer von Life of Agony sieht der Typ nicht aus. Egal.

Hier drei Songs für die Kurzstrecke:

Sore Points – Not Alright EP

Schon lange nichts mehr aus Kanada hier gehabt, oder? Und Slovenly Recordings hatten wir auch schon länger nicht mehr thematisiert. Na dann.
Sore Points aus Vancouver haben gerade ihre 3. Single veröffentlicht, nach Hosehead Records und Deranged Records nun also auf Slovenly Recordings. Die Musik ist dabei allerdings die gleiche geniale Mischung aus Garage Power Pop Punk Rock und Hardcore geblieben.

Naja. Eigentlich ist es ja bloß Punk Rock, da muss man sich nicht viel Mühe geben mit Schönrederei. Ein bisschen Radioactivity höre ich da raus, ein bisschen Orange County aus den 80ern und vielleicht noch aktuellen Kram aus Australien. Aber wahrscheinlich auch nur, weil ich das alles gerade noch auf dem Plattenteller liegen hatte, haha.

Das ist sehr gute Musik – fertig. 4 Songs in 6 Minuten. Aus.

Wird Zeit für ein Album, würde ich sagen.

Crisis Actors – Split Teaser

Nanu, was macht denn Red Forman da auf dem Cover der Split Single von Crisis Actors und The Crimps? Und was ist eigentlich ein Split Teaser mit 2 von 4 Songs? Ach, egal und nebensächlich.

Was von Interesse hier ist, sind die 4 Krisenschauspieler aus Boston, die mal eben 2 unglaublich coole Night Birds Dead Kennedys Surfbort Natterers Career Suicide Songs raushauen, das man glauben könnte, die haben irgendwo in den Archiven von Jello das Rezept für Punk Rock gefunden.

Und dann passt da sogar noch eine Post-Punk Gitarre à la Nervosas in den zweiten Song, der ohnehin ein Hit ist – Cops don’t like me so I don’t like Cops.

Echt gut.

Mein Assistent reichte mir gerade einen Zettel rein – das ist nicht Red Forman. Der Typ auf dem Cover hat Robocop erschossen, das hätte Red Forman niemals getan, der wollte immer nur seinen Fuß in jemandes Arsch stecken.
Ja, ähm. Ich freu mich auf jeden Fall auf die restlichen beiden Songs von der Split Single – sehr zu empfehlen ist im übrigen auch das Demo der Band vom letzten Jahr.

Bear Call – Fancy Acid LP

Hossa, eine Dreifaltigkeit aus Cover, Plattentitel und Musik! Da findet alles zueinander – der psychedelische Sound der Musik, die psychedelische Droge aus dem Titel und das nur unter Einfluss von besagter Musik und beschriebener Drogen zu ertragende/verstehende Plattencover.

Toll.

Die 4 Jungs von Bear Call kommen natürlich aus San Francisco und haben mit Fancy Acid bereits ihre zweite Veröffentlichung auf Resurrection Records herausgebracht – letztes Jahr gabs schon ein Tape. Nun also eine ganze Scheibe Vinyl mit 9 Songs voller Synthpop-Hippie-Rock-Garage-Power, die mir überraschenderweise sehr gut gefallen.
Seltsam, dabei dachte ich immer, ich hätte einen eindimensionaleren Geschmack. Nun ja.

Erscheint heute, kann man hier kaufen und kommt mit einem dicken Streifen Lysergsäurediethylamid. Hehe.

Bigfoot – S/T CS

Hä? Wo bin ich denn da gelandet? Sehr sympathisch bis minimalistisch und holpriger Punk aus Bloomington, Indiana. Ich habe keine Ahnung, wie ich auf die Band gekommen bin, wer das ist oder wie lange es die schon gibt und warum die zu zweit nicht auf einen besseren Namen gekommen sind.

Bigfoot besteht aus Connor und Bethany, das muss als Info ausreichen. Gemeinsam spielen sie in knapp 4 Minuten ihr Tape ein, das aufgrund der simplen Struktur schnell ins Ohr geht und dann auch schnell wieder verschwindet, weil es halt nichts Besonderes ist.

Aber die 4 Minuten haben Spaß gemacht und dafür pack ich das hier rein – könnt ihr ja beim Kacken hören. Alles, was länger dauert, soll eh ungesund sein. Also kacken, nicht Musik. Ach…

Manikins – Bad Times LP

Manikins leben! Eine Nachricht, die zu verunsichern wüsste, wenn es sich nicht um eine Band, sondern um die Plastik-Dinger handeln würde. Aber hier geht es um die Band. Puh.
Ihr wisst schon, die Punk Rocker aus Nyköping, nicht die Power Popper aus Perth (ich hab tatsächlich mal auf Ebay eine Manikins LP ersteigert in der Hoffnung, Nachschub von den Schweden zu bekommen, dann aber feststellen müssen, dass es sich um die anderen Jungs aus Australien handelte…war vor Discogs und so).

Nach 10 Jahren Abstinenz (!) haben die 4 Schweden nun beschlossen, dass ein Leben ohne aktive Musikerkarriere auch langweilig ist, die Kinder nun groß genug sind und dass Bier auf Tour besser schmeckt als daheim.
Dann also flux die Instrumente aus dem Keller holen und von den Kindern abstauben lassen, die Jeans- und/oder Lederjacke vom Dachboden entmotten und vielleicht noch einmal zum Friseur, bevor es in den Proberaum geht.

Das Ergebnis dieser Arbeit kann man in Auszügen schon jetzt einmal hören, das Gesamtkunstwerk erscheint Mitte Oktober. Gute 3 Songs, die deutlich zeigen, dass Manikins noch Manikins sind und nicht etwa Manikins und somit nichts an dem poppigen Punk Rock der vergangenen Tage vermissen lassen, für den sie zurecht abgefeiert wurden. Ist doch schön, wenn Bands zuverlässig das abliefern, wofür sie bekannt sind und auch nach einer zehnjährigen Pause noch in der Lage zu sein scheinen, ihr Potenzial abzurufen.
Coole Sache. Trotzdem wurde erst mal nur eine kleine Auflage gepresst von 500 LPs, davon 100 in Blau. Die limitierte Version ist in den USA (FDH Records & Resurrection Records) bereits ausverkauft – dann also schnell bei NFT in England oder bei Secret Identity (Deutschland) bestellen!

Ich freu mich auf die restlichen 9 Lieder – endlich mal wieder ein Album, das auch von der Spielzeit die Bezeichnung verdient. So, und jetzt träume ich von Erste-Hilfe-Puppen, die sich an mir wegen der 12 gebrochenen Rippen rächen wollen. Gute Nacht.

Ill Globo – Check The Odds 7″

Melbourne ist eine Quelle nicht enden wollender Punk und Garage Helden. Dort scheint eine besondere Art der Kreativität zu sprudeln, die dann sofort mit ganz viel Bier und Speed und Gras niedergeknüppelt wird und zu dem Sound führt, den die ganzen großartigen Bands aus der Stadt zelebrieren.
Nun haben sich Ill Globo angeschickt, diesen Rumpelkrach zu perfektionieren und hauen nach ihrem Demo eine Single raus, die mal eben 8 Songs in knapp 10 Minuten in den Hörgang bläst und keinen Muskel im Körper locker lässt.

Punk Rock Garage Hardcore Noise, oder so – vielleicht sollte man bald mal -in Anlehnung an Nardcore- eine eigene Bezeichnung für die Szene aus Melbourne finden.  Bournecore? Ugh…

Die Band scheint im übrigen sehr stolz darauf zu sein, diese 7″ in Australien gepresst zu haben, zumindest weisen sie mehrfach darauf hin. Also bitte, wenn ihr eine in Australien gepresste Single haben möchtet (?), dann kauft doch bitte dort.

Radioactivity – Erased/Fear 7″

Mal ehrlich, wenn man sowas mal eben aus dem Staub vergangener Studiotage hervorzaubert, was gibt es dann eigentlich noch so in den Untiefen der Vergangenheit von der Band zu finden?
2 „neue“ Songs von Radioactivity, die eigentlich schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und jetzt für die Europa Tour erstmals richtig aufgenommen wurden, sind nun bei Wild Honey Records erschienen und laufen hier im Hause hoch und runter.

Und das sind damit auch die ersten Songs seit dem Album Silent Kill, bei dessen Aufnahmen Erased entstanden ist. Der Song erinnert mich teilweise sogar an die Zeiten von Potential Johns – großartig melancholischer Pop Punk.
Der Song Fear entstand wohl noch früher, als Jeff in Japan lebte und mit The Novice Musik gemacht hat.

Was soll man sagen. Geiler Scheiß. Kauft den Kram hier beim Label und schaut die Band live an. Aufm Get Lost waren sie richtig gut.

Tue. 3rd – Kunst Keller, Furth DE
Wed. 4th – Venster 99, Wien AT
Thu. 5th – Klub Mocvara, Zagreb HR
Fri. 6th – Groove, Lugo IT
Sat. 7th – Edoné, Bergamo IT
Sun. 8th – Dynamo Werk 21, Zurich CH
Tue. 10th – Tarragona, Mister Mojo SP
Wed. 11th – Stereo, Alicante SP
Thu. 12th – 16 Toneladas, Valencia SP
Fri. 13th – Get Mad Festival, Madrid SP
Sat. 14th – Gambeat Festival, Barcelona SP
Sun. 15th – Local PCP, Pau FR
Mon. 16th – Void, Bordeaux FR
Tue. 17th – Lune Froide, Nantes FR
Wed. 18th – Mondo Bizzarro, Rennes FR
Thu. 19th – Canadian Café, Tours FR
Fri. 20th – Altstadt, Eindhoven NL
Sat. 21th – Les 4 Ecluses, Dunkerque FR
Sun. 22th – Willemeen, Arnhem NL

TV Crime – Metal Town LP

Nach 2 Singles auf den szenetypischen Deluxe-Labels Drunken Sailor und Static Shock Records kommt nun die erste LP der Jungs aus Nottingham auf dem nicht weniger großartigen Berliner Label Alien Snatch Records heraus.

Und allein mit diesen Informationen kann der geneigte Leser gewiss einschätzen, um was für eine Musik es sich bei TV Crime handeln könnte. Für all die hilflosen Menschen ohne Vorbildung bin ich ja da. Haha

Vielleicht ist das Debüt Album Metal Town einigermaßen korrekt zu beschreiben mit einer musikalischen Melange aus Number Ones, Sheer Mag (Static Shock), Fashionism, First Base (Drunken Sailor) und ein bisschen Freak Genes vermengt mit Pale Lips (Alien Snatch). Hm, muss jeder selbst wissen, welche Schublade man da nutzen, welche Bands man als Assoziation heranziehen möchte.

Was wichtig/richtig ist: TV Crime gehören zu der kleinen elitären Gruppe von Bands, die den beliebten Sound von Power Pop Garage Punk so gut spielen, dass sie sich aus dem eintönigen, klebrigen Einheitsbrei des Sounds easy herausstrampeln können und obendrein noch locker mit ein bisschen Glam und Soul alles lecker abschmecken.

Gemastert bei North London Bomb Factory, 100 LPs in rotem Vinyl, bestellbar via Bandcamp – schnell, schnell, sind schon fast alle weg. Ich empfehle ein Besuch auf der Tour!

TV CRIME – METAL TOWN 2019 Tour
29.08.2019 UK – London, The Sebright Arms
12.09.2019 ES – Barcelona, Meteoro
26.09.2019 BE – Antwerp, Antwerp Music City
27.09.2019 DE – Köln, Private
28.09.2019 DE – Tübingen, Münzgasse
29.09.2019 DE – Karlsruhe, Alte Hackerei
30.09.2019 DE – Fürth, Kunstkeller
01.10.2019 DE – Dresden, Mondfisch
02.10.2019 DE – Halle. Hühnermanhattan
03.10.2019 DE – Berlin, An der Autobahn
04.10.2019 DE – Hamburg, Komet
05.10.2019 NL – Groningen, Vera
06.10.2019 N L- Amsterdam, Skatepark Noord
07.10.2019 BE – Bruxelles, Le Chaff
08.10.2019 BE – Diest, JH Tijl

UBIK – Next Phase LP

Australien überholt den englischsprachigen Raum Europas und Amerika in Sachen Punk Rock sowas von lässig auf der rechten Spur, da können die alten Männer nur schreckhaft ihr Pils auf dem Schmierbauch verschütten und ächzend dabei zusehen, wie eine Meute Wilder mit komischen Haaren johlend ihre Show stehlen. Und die dürfen das, bei denen ist Linksverkehr.

Das heutige Beispiel kommt aus Melbourne und nennt sich UBIK. Entstanden als Nebenprojekt von den düsteren Post Punkern MASSES (die auch ziemlich geil sind), haben sich die 4 Australier mit der neuen Band UBIK einen roheren, wilden und jugendlicheren Anstrich verpasst und dem Attribut „Brat-Beat Punk“ verschrieben – cool!

Bisher sind ein Demo, eine Single und eine Split Single erschienen, die man teilweise sogar hier auch einigermaßen günstig kaufen kann. Nun kommt also endlich ein Album bei Iron Lung Records raus und man darf schon einmal den Opener hören, der mit dem Titel „John Wayne (is a Cowboy (and is on Twitter))“ allein schon super ist, aber auch musikalisch total überzeugt. Immer noch wild, melodisch und angepisster Krach, der mich ein bisschen an eine Mischung aus Natterers und Amyl and the Sniffers denken lässt. Aber hört selbst.

Ich würde die LP ja direkt vorbestellen, aber das verdammte Porto…kennt nicht jemand einen Vertrieb in Europa für Iron Lung???