Dadar – Sick Of Pasta / Calendarize

Ich freu mich aufs Get Lost. Und hoffentlich schaffe ich es schon am Donnerstag nach Hamburg, um die Pre-Party und Dadar zu erleben. Ziemlich schrammelig-poppig-krachiges Zuckerschlecken mit tollen Synthiemelodien aus Rovereto in Italien – also die Band, nicht die Melodien.
Wenn waschechte Italiener „Sick Of Pasta“ sind, was wäre dann eigentlich das deutsche Äquivalent? „Scheiß auf Schnitzel“ oder „Doofer Döner“ oder „Kein Bock auf Pumpernickel„? Egal.

Es gibt auf jeden Fall nächsten Monat eine neue Single der Band (nur ein Typ), wurde wohl auch Zeit, denn die „Sick Of Pasta“ ist bereits 2017 bei Spastic Fantastic erschienen.
Einen neuen Song von der bald kommenden Single darf man netterweise jetzt schon hören und der ist fantastisch. Klingt krachig, poppig und Punk mit Synthie. Ach, das wird ein schönes Wochenende.

Zwei Tage später spielen übrigens Radioactivity. Könnte auch gut werden. Aber es scheint ein konstant hohes Niveau zu sein, wenn man sowas auf der Pre-Party verpulvert…hört mal.

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Virvon Varvon – Mind Cancer CS

Lasst euch vom Cover nicht täuschen! Das sieht sehr nach Metal oder D-Beat oder Crust aus, geboten werden allerdings 8 richtig geile Punk/Garage Songs, die mit so viel Energie und Rotz in die Ohren geblasen werden, dass man denken könnte, hier herrscht jugendlich ungestümer Froh- bis Leichtsinn.
Weit gefehlt – hier sind Leute von Black Time, Wake Up Dead und anderen älteren Bands aus England am Start. Die machen das mit Absicht so.

Es ist schon ziemlich fantastisch, wie die Band so viel poppige Melodien in einen derart krachigen Sound verpacken kann, den man sonst nur von Jay Reatard oder anderen Genossen aus Memphis kennt. Hier ist genau die Prise Rohheit drin, die der neuen Amyl and the Sniffers gut gestanden hätte. Voll gut – sollte jemand auf Vinyl machen, ich nehm 5.

Vielen Dank an Lars für den Tipp.… Mehr...

Current Affairs – Buckle Up / Worlds In Crisis 7″

Ich hab gerade noch einmal nachgesehen: es hat 8 Sekunden gedauert, bis ich die Single von Current Affairs gekauft hab. Und jetzt fühle ich mich wie in dieser schrecklichen TV-Sendung, in der man flott auf einen Buzzer drücken muss, wenn einem die Darbietung irgendeiner Sängerin oder eines Künstlers gefällt.
Keine Ahnung, was der Clou an diesem Format ist, ich hab das ja nicht gesehen, aber ich hatte auf einmal diese Assoziation mit dem Scheißdreck von RTL oder Pro7 oder Sat1.
Das hat man dann von dieser impulsiven Handlung, direkt bekomme ich völlig zu Unrecht ein schlechtes Gewissen hinterher geschoben.

Dabei hab ich doch eigentlich etwas Gutes (für die Band/mich) getan. Vielleicht ist mir ja im Hinterkopf die große Zahl der Bands bewusst geworden, deren Kram ich nicht spontan kaufe? Na und? Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn ich keine kack Musik kaufe? Manchmal verstehe ich mein Unterbewusstsein nicht. Also immer. Nie. Na, ihr wisst schon.

Ach so. Musik. Ziemlich guter Post-Punk Kram aus Glasgow. Kann man bei dotx3 kaufen oder bei X-Mist.

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Grow Grow – Am Kalten Markt LP

Wusstet ihr eigentlich, dass man, wenn der hippe Lifestyle-Scheiß aus Hamburg mit der spießigen Kehrwochen-Romantik Stuttgarts gepaart wird, einen ziemlich exakten Durchschnitts-Berliner erhält?
Tja. Wieder was gelernt. Die Typen von Grow Grow können da ein Lied von singen. Und tuns auch gar nicht mal so schlecht. Zumindest verbinden sie auf ihrem neuen Album die besten Elemente des Stuttgarter Noise mit den ganzen exquisiten Einflüssen von Jens Rachut-Bands.

Heraus kommen 3 bis 8 Minuten Songs, die ein bisschen Shellac, Dackelblut, Fugazi, Oma Hans, Jesus Lizard und Blumen am Arsch der Hölle im Herzen tragen. Also wenn das keine Referenzen sind, mit denen man sich schmücken kann, dann weiß es ich auch nicht.

Die drei Berliner von Grow Grow haben auf jeden Fall seit 10 Jahren ihren Stil der 90er Jahre-Best-of-Gitarre weiterentwickelt und nun ihr zweites sehr gutes Album in limitierter Form veröffentlicht. Schon im April sind die 200 Dinger auf den Markt geworfen worden, aber es gibt bestimmt noch ein paar – die sind mit 18€ ja auch nicht gerade günstig für eine deutsche Platte. Wieso eigentlich? War das Artwork wirklich so teuer?

Interessant. Sollte man sich unbedingt live antun. Vielleicht mit einem Bombay East Gin auf türkischer Minze. Aber nur einer – man muss ja noch mitm Daimler hoim fahra.

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Plastic Heads – Nowhere To Run LP

Hey. Freunde von Career Suicide, Zero Boys, Brutal Knights oder Flesh Rag anwesend? Nein? Warum lest Ihr dann den Quatsch hier?
Jon Sharron (Brutal Knights/Career Suicide/Chokehold) hat mit den Plastic Heads eine neue Band gefunden, mit der er Krach machen kann, der in den 70ern zwar verwurzelt ist, aber den Sound des 80er Jahre Hardcores küsst. Was dabei heraus kommt, ist schnörkelloser Punk Rock mit Rotz und Bierdusche.

Das Debüt der Band aus Toronto kam bereits Anfang des Jahres auf Ugly Pop Records heraus, ist auf 500 schwarze Platten limitiert und kann in Europa beim Drunken Sailor bestellt werden.
Ziemlich kurzweilig und cool. Werd ich mir für das nächste Tischtennis-Match auf dem Walkman mitnehmen.

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Nightwatchers – La Paix Ou Le Sable LP

Auch wenn die neue LP von den Nachtwächtern aus Toulouse so ähnlich anfängt wie „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ von den Toten Hosen, muss man nicht direkt vor Schreck vom Stuhl fallen und die LP aus dem Fenster werfen. Denn schon nach nicht mal einer Minute sind die Ähnlichkeiten verschwunden und „Le Paix Ou Le Sable“ hat bereits beim zweiten Song komplett überzeugt. Also beim ersten. Ach. Egal.

Nightwatchers spielen auf ihrem ersten richtigen Longplayer eine grandiose Mischung aus Red Dons und Estranged mit einer Leichtigkeit herunter, dass man das Album mindestens 4mal hintereinander anhören kann, ohne dass es langweilig oder eintönig wird. Die bisschen düstere Grundstimmung (Estranged) wird mit tollen Gesangs- und Gitarrenmelodien (Red Dons) auf eine solide Ohrwurmebene angehoben und obwohl die Themen nicht gerade ein Zuckerschlecken sind, wippt man fröhlich mit allen wackeligen Körperteilen mit.

Dass diese Hampelei ob der Textebene eigentlich nicht ganz angebracht ist, kann man verschmerzen. Schließlich hat man in Deutschland schon immer zu fragwürdigen Texten seine Gliedmaßen geschüttelt (Cheri Cheri Lady, Sweat alalalalalong, usw.).
Ihr könnt auf dem Blog der Band ziemlich genau nachlesen, worum es in den Songs geht.

All the present lyrics deal with the abuses and acts of violence perpetrated by the French State within three of its Colonial Empires and territories (…).

Empfehlenswerte LP, die bereits im April bei Lövely erschienen ist und die man über deren Bandcamp Seite auf limitiertem Vinyl kaufen kann. Find ich gut.

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Surrender – A Lifetime Away

Der dritte Song. Ich mach hier jetzt einfach mal das, was jeder Student während seiner Zeit an der Uni am besten gelernt hat und kopiere Kram, den ich dann hier wieder einfüge. Copy & Paste, Alter – ungefähr so, wie die Jungs von Surrender auch ihre Songs aus den 80ern in die heutige Zeit retten…

Irgendwas hat Dave in seiner Stimme, das einfach immer gut klingt – egal, was er macht. Und bisher hat auch unabhängig von seinem Gesang so ziemlich alles richtig Spaß gemacht, was er angepackt hat: Von Crusades über Black Tower und den Sedatives bis zur Aushilfe bei Steve Adamyk Band. Alles super. Aber hier singt er glaub ich gar nicht, haha.
Und nun also Surrender mit Scott, der ebenfalls bei Crusades und Black Tower gespielt hat (…) und der hier bei Surrender auch – genau wie bei The Creeps – singt

Mir gefällts noch immer und ich freu mich auf die Platte.

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Bothers – LP

Hier muss man wahrscheinlich deduktiv vorgehen, um mehr über die Band herauszufinden, denn sie selbst geben auf den ersten Blick nicht sehr viel von sich preis.
Hier die Fakten: Bothers sind zu dritt, männlich, aus Portland, Oregon und die Jungs haben vorher bereits in anderen Bands gespielt und jetzt machen sie im Trio eine angenehm stressige Mischung aus Punk Rock, Hardcore und Garage.

Hm, das ist bei so einer Stadt wie Portland natürlich nicht gerade hilfreich, wenn dort ja quasi jeder Typ zwischen 14 und 50 in einer besseren Punk Band spielt, als der gesamte Labelkatalog von Epitaph hergibt.

Das letzte bisschen Fakten, das ich noch zusammenkratzen kann: Bothers haben Anfang des Jahres 3 Songs auf Bandcamp veröffentlicht und das Ganze dann „LP“ genannt. Verdammt kurze Spielzeit mit unter 7 Minuten für einen „Long Player“, aber immerhin ambitioniert.
Vielleicht hat sich deshalb auch noch kein Label gefunden, die das auf Vinyl pressen wollen? Obwohl, sollen sie mal bei Jack White nachfragen, der baut da um die Songs noch ein paar Hologramme und einen Parkplatz und eine Sprühschablone und schon ist das Super Special Vinyl Exemplar fertig.

Ich find das gut. Die sollen mal mehr machen.

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Slush – S/T EP

Ein Power Pop Punk Rock Trio aus Melbourne namens Slush hat mich aufgeklärt, was eine Menstruationstasse ist. Keine Ahnung, ob ich ignorant oder einfach nur unwissend war, aber jetzt bin ich schlauer – das Ding da auf dem Cover, das ist eine Menstruationstasse. Schön.

Das scheint auch der Band wichtig zu sein, zumindest haben sie zu dem Song ein Video veröffentlicht, obwohl doch eigentlich „Bleed“ der Hit der EP ist.
Egal, thematisch nimmt sich das nicht viel. Vielleicht ein bisschen albern das Video, aber was solls.

Sehr kurzweiliger Kram mit schönen Melodien und tollen Stimmen. Dazu noch ein Bashing des bekloppten U2 Sängers – was will man mehr? Die EP ist vor kurzem auf einer hübschen pinken Kassette erschienen und zugleich die erste Veröffentlichung der Band, da könnte also noch viel Gutes demnächst kommen. Und ich hab offenkundig noch nicht ausgelernt.

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Zig-Zags – They’ll Never Take Us Alive LP

Wann genau sind Metallica eigentlich scheiße geworden? Oder waren die schon immer kacke und ich hab erst im Laufe der Jahre einen besseren Geschmack entwickelt? Nee, das kanns nicht sein – erst kürzlich gefeilscht und eine Tote Hosen LP auf dem Flohmarkt erstanden UND mich darüber auch gefreut.

Egal. Was ich sagen wollte, ist, dass für Freunde von „Kill Em All“ nun ein schönes Album von den Zig-Zags erschienen ist. Mit „They’ll Never Take Us Alive“ haben die drei Jungs aus L.A. den Trash Metal nicht neu erfunden, aber knüpfen sehr nett an dessen 40-jährigen Wurzeln an. Und ja, das hört sich hier und da schon ein bisschen nach der ersten Metallica Platte an.

Natürlich klingt ab und zu auch ein bisschen Stoner Zeugs durch, das können die Deppen einfach nicht lassen. Aber grundsätzlich ist die vierte LP von den Zig-Zags tatsächlich das, was der Opener der Platte verheißt: Punk Fucking Metal!

Der Titeltrack ist zwar irgendwie der Hit, aber fällt auch ein bisschen aus dem Rest der Platte raus. Also das ist so wie früher hier, man muss das ganze Ding hören, damit das wirklich funktioniert. Ich hab ja auch damals nicht immer nach „Motorbreath“ ausgemacht. Obwohl – den letzten Song kann man sich eigentlich sparen. Aber hört selbst!

Vor ein paar Tagen auf RidingEasy Records erschienen und das könnte auch mein Soundtrack zum Skaten werden im Sommer, wenn ich skaten könnte. Kann ich aber nicht.
Dann mach ich mir die Platte halt zum „Tony Hawk“ zocken an, das passt schon.… Mehr...