Nightwatchers – Qu’importe la mort EP

Schaut auf die Senioren! Die alternde Gesellschaft in Deutschland verspielt die Zukunft der Jugend und hinterlässt den jungen Menschen eine sprichwörtliche und tatsächliche Wüstenlandschaft, weil sie nun mal in den entscheidenden Positionen sitzt und mehrheitlich aus seltsamen Gründen konservativ wählt.

Diese verblendeten, alten Menschen. So lässt sich keine Solidargemeinschaft führen. „Immer so weiter“ ist doch keine Option für eine progressive und zeitgemäße Politik, die… was?

Wie die jungen Leute selbst gewählt haben? Ähm. Oh. Tja. Dann eben nicht.

Zeit für politische Beiträge. Falls jemand dem Französischen mächtig ist, hier die neue EP der fünf Freunde von den Nightwatchers aus Toulouse.
Wie gewohnt melodisch angehauchter Post Punk und Pop Hardcore mit ganz viel Möglichkeiten zum Mitsingen, auch wenn man die Sprache nicht spricht.

Stonehenge Records. In Frankreich ist auch gewählt worden und immerhin sitzen dort die Faschisten nicht in den… ach doch? Auch dort die Faschisten in den Städten? 30 Städte! Mon Dieu.

Dead Bars – You Look Like A Smoker

Für die Raucherpause. Also Montag.
Dead Bars mit einem neuen Song. Garage Punk. Für den Montag.

Scheiß Montag.

Cheap Glue – Adhesive Heart (Demo)

Billiger Klebstoff ist furchtbar, da spart man an den falschen Ecken und Enden. Zum Schnüffeln geeignet, aber für das nächste Schulprojekt nicht, da muss schon der gute UHU oder PRITT-Stift her.

Zum Glück sind diese Zeiten vorbei, in denen man mit verklebten Ärmeln und Haaren und Augen nach Hause kam und lediglich ein hässliches Collagen-Ungeheuer vorzuweisen hatte.

Ähnlich traumatische Erfahrungen dürften Cheap Glue aus Minneapolis gemacht haben, zumindest hat es für eine kreative Namensgebung gereicht. Die machen allerdings recht fröhlichen Power Pop, der so in die Richtung vom Romero geht.

Zeitlos, cool, ein gutes Demo.

Erstmal nur der eine Song, aber die kleben bestimmt demnächst ein ganzes Album zusammen. Haha.

The Film Critics – 4 Songs From…

Nach den Oscars ist vor den Oscars. The Film Critcs haben immer was zu tun.
Sehr netter und sympathischer lofi Garage Punk mit etwas schräger Grundstimmung, wenn man gerade ohnehin emotionale oder körperliche Schieflage hat.

Erinnert mich ein bisschen an Zero Percent APR, aber das passt eigentlich gar nicht. Vielleicht ist da im Kopf doch ein bisschen mehr durcheinandergerüttelt worden. Also bei denen, ich bin ok.

Cooler Scheiß aus London in Kanada.

Wie viele Filme gab es eigentlich, aus denen Serien entstanden sind? Fargo fällt mir ein. Oder Terminator, ne? Ein paar Menschen behaupten auch Ash vs. Evil Dead sei eine gute Adaption. Aber kommt denn irgendeine Serie wirklich an den jeweiligen Film heran? Muss ich die Burschen mal fragen.

Various Artists – Take O Rama CD

Throwback Thursday, sagen die Leute. Na dann.

Damals, als das Internet noch nicht die Welt mit zu viel guter und viel mehr schlechter Musik vollgekotzt hat, wusste man oftmals gar nicht, was der Lümmel aus dem Nachbarsdorf so treibt. Also musste man sich selber bilden. Entweder durch die Linernotes der letzten guten Platte, auf denen dann die Thank-You-Liste akribisch nach den nächsten Lieblingsbands durchforstet wurde, oder auf den heißgeliebten Split-Singles von dem letzten Distro-Stand auf dem Konzert, auf deren B-Seiten vielleicht die nächste tolle Band versteckt war.

Oder eben anhand von Compilations, wir nannten sie Sampler, auf denen tausende gleiche Bands vertreten waren, die man vielleicht auch mögen könnte. Einer dieser Sampler war der Punk-O-Rama von Epitaph Records (Nicht zu verwechseln mit Rock-O-Rama, dem größten Vertrieb für Rechtsrock Bands aus den 80ern). Die erste Ausgabe kam 1994 raus (oder 1995, man ist sich da nicht so einig) und enthielt Bands wie Bad Religion, NoFX, Offspring usw. – ein guter Einstieg also in die Eintönigkeit, die man als Jugendlicher so braucht.

Diese Punk-O-Rama CDs waren gern gesehene Gäste auf den ersten Partys und den Skate-Sessions am Nachmittag, versprachen sie doch ein wenig Abwechslung (nope) und konstante Beschallung von verschiedenen Bands, ohne die CD umdrehen zu müssen. Und das Cover sah auch kacke aus. Loose Loose.

Ziemlich genau so, wie es Take The City Records nun ebenfalls zelebriert. Keine Ahnung, ob so eine Compilation heutzutage noch Sinn ergibt oder Anklang findet, aber ich hatte heute nichts Anderes vor und kleb mir hier 29 Skate Punk Pop Plunder Rock Songs rein. Vielleicht ist ja was dabei.

Take The City Records. Auf CD erschienen. Ich habe nie einen solchen Rama-Sampler besessen. Ich glaub, die CD, die ich am häufigsten mitgebracht habe und die dann nie gespielt wurde, war der, ähm, Dings. Mordam Records 1999 auf einer Doppel-CD mit 48 Songs von Men’s Recovery Project über Turbonegro, Clikatat Ikatowi bis Jets To Brazil und J-Church. Muss ich mal suchen, da war cooler Scheiß drauf.

Toulup – S/T CS

Halbwegs alter Scheiß aus dem Jahre 2000, als man gerade zaghaft an das neue Millennium geklopft hat und noch nicht so genau wusste, ob man noch im Soundgewand der 90er oder des neuen Jahrtausends musiziert.

Zur Sicherheit einfach mal ohne Gesang alles eingespielt. Toulup aus Köln haben schönen Post Punk gemacht, der irgendwo zwischen Faraquet, Les Savy Fav und Monochrome passt. Nur halt ohne Gesang, ne.

Hab ich auch schon länger nicht mehr gehört. Passt wunderbar zum Motivationsloch am Mittwoch. Bleibe ich einfach mal ne Weile (knapp 39 Minuten) drin liegen.

Cool.

Mörtel Sounds. Auf Kassette erschienen. Schöne Idee, jedes Teil mit einer Memory-Karte individuell zu gestalten. Ob es da wohl zwei gleiche Exemplare gibt (ja, manche) und man hat zur Aufgabe, dieses Zwillingsstück auf der Welt irgendwo zu finden (Nein)? Bin eh zu unmotiviert.

GAS-TRO-POD – In the ’26 Demo CS

Hardcore Punk aus der Garage. Gas-Tro-Pod, benannt nach Schnecken oder nach einem kulinarischen Podcast. Keine Ahnung, wo die herkommen und wo die hinwollen, aber auf dem Weg haben sie schlechte Laune. Ganz geil.

Slow Death Records. Das Cover lässt ein Schnecken-Theme vermuten. OK. Klingt ein bisschen gelangweilt der Sänger, oder?

Ben Auld – Loserdom LP

Eine neue LP von Ben Auld ist auf dem Weg.

Die letzte Platte, auf der er sich indie-poppig mit Zitronengras auseinandergesetzt hat, ist auch schon wieder vier Jahre her und inzwischen ist er wohl des Öfteren im Leben gescheitert, was nicht nur den Titel des Albums inspiriert, sondern auch den Sound in eine angenehm selbsthassende Melancholie getrieben hat. Wie schön.

Zumindest hört sich der eine neue Song so ein bisschen nach Tony Molina meets Weezer an und bei denen weiß man ja auch oft nicht so genau, welche Emotionen beim Hören jetzt eigentlich angemessen sind. Und jetzt gibt es das gleiche Verwirrspiel aus Norwich in Europa. Wie schön.

Genau das Richtige für den ewigen Montag.

Safe Suburban Home & Repeating Cloud. Erscheint am 1. April auf Vinyl und CD.

Orsini – Ezin Atera CS/LP

Ich verstehe dieses Demokratie-Dings auch irgendwie nicht mehr. Da wählen Leute also mehrheitlich eine Partei, und diese Partei darf dann den Gott des Bundeslandes stellen, aber der kann mit seiner Partei nicht alleine regieren und soll deswegen alles so machen, wie eine andere Partei, die nicht gewählt wurde, um doch zu regieren. Hä?

Können wir das vielleicht einfach mal lassen? Wir sind da zu doof für.

Aus Spanien kommen seit dem 11. Februar viel nettere Klänge über die Pyrenäen geweht. Da geht es um die gleichen Probleme, die man auch hier so kennt (Gentrifizierung, Fußpilz, kalter Kaffee), aber in Bilbao gibt es wenigstens Siesta und Pintxos und Orsini. Letztere nicht in Form des Adelgeschlechts, das Italien rund 800 Jahre mit Päpsten und Kardinälen und anderen Hohlbirnen bombardiert hat, sondern in Form der vierköpfigen Band.

Und die macht ganz wunderbare Hafenpromenaden-Garage-Punk-Schweinereien mit Wave und No. Tolles Album – die nächsten Sommerhits, die man unbedenklich am Strand trällern kann.

Andalucía Über Alles hat die Kassetten gemacht, irgendein anderes Label die LPs, die man derzeit noch vorbstellen muss, denn der Kram erscheint erst nächste Woche auf den physischen Tonträgern. Digital bläst das schon schon seit dem 11. Februar durch alle Gassen.

Taker – Sons And Daughters LP

Ach schau an, die beste Oi Band der Neuzeit hat eine LP veröffentlicht. Ich höre (da zwar gar) kein Oi, aber alle anderen Menschen und Taker selbst behaupten steif und schlapp, dass sei Oi Punk. Ich höre da eher Misfits und Ramones als Cock Sparrer, aber mir solls recht sein.

Wenn ihr also in Buffalo nach melodischer Punk Rock Begleitung für den Tanztee sucht, dann habt ihr sie gefunden. Besser wirds dieses Jahr in diesem Genre nicht mehr.

Contra Records in Europa hat noch ein paar LPs, in den USA sind die ersten 100 bereits ausverkauft. Es gibt wohl so ne goldene Regel, dass es, wenn man innerhalb von 11 Songs 15 Mal „Oi“ sagt, sich bei dem betreffenden Album um ein Oi Punk Album handelt. Oioioi.