Cronies – Demo CS

Keine Ahnung, was ihr morgen macht, aber heia bei uns ist Walpurgisnacht. Wir tanzen mit dem Teufel und fliegen mit dem Besen gegen den Brocken, den wir Berg nennen. Keine Ahnung, was das soll, aber ebenso sinnvoll wie auf einer Gewerkschaftskundgebung leere Parolen vor sich her zu säuseln. Ach so, das ist ja erst übermorgen. Hm.

Passend dazu ein Demo von den Cronies "for people who hate their job and love too hard".

Erinnert Jan manchmal ein bisschen an Hank Wood (der Gesang) und da muss ich ihm zustimmen. Ansonsten ist das angenehm rotziger Garage Punk bis Pub Rock, der das Potenzial hat, ein gesamtes Wochenende zu versüßen, wenn man sich nur oft genug auf den Kopf hauen lässt oder gegen einen Berg fliegt, um das Kurzzeitgedächtnis durcheinander zu bringen. Viel Erfolg.

Ragdoll Records. Auf Kassetten erschienen. Die Band hat sich angeblich schon viermal aufgelöst, scheinen richtig gute Freunde zu sein. Was George Harrison da auf dem Cover verloren hat, weiß ich auch nicht. OK.

Problem Green – Sorry I Don’t Matter CS

Sympathischer Garage Punk aus der melodischen Ecke, wo es nicht so schmutzig ist und nach Rattenscheiße stinkt, sondern wo die eingemachte Marmelade und der Apfelmus in Gläsern gestapelt stehen.

Problem Green sind vier junge Leute aus Sydney, die Probleme besingen, wie sie junge Leute vor 60 Jahren auch schon in Little Wyrley oder Rötzum erlebt haben und die eigentlich gar nicht grün klingen, sondern erfrischend Punk – nachdem aus Sydney irgendwie viel zu viel Eiersalat kam. Erfrischend. Ganz geil.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Wenn er Apfelmus beim Öffnen zischt, hat man Spaß beim Kartoffelpuffer essen.

Prince Daddy & The Hyena – Hotwire Trip Switch

Wenn Dir Jeff Rosenstock zu hektisch und allesaufeinmal geworden ist und Weezer ein bisschen hektischer und allesaufeinmal vertragen könnte, dann probier doch mal den neuen bunten Drops von Prince Daddy & The Hyena aus.

Der schmeckt nach lustigem Punk Rock mit ein bisschen Synthies hier und ein bisschen Emo-Gedudel dort und hervorragenden Tanzschritt-Mustern zu den ersten Freudenfeuern des Jahres. Ganz geil.

Counter Intuitive Records. Gute Laune in 12 Dosen und ich meine nicht Bier.

Violet Bloom – Spring Promo

Der schnelle Dienstag. Hardcore aus Graz von dem Violet Bloom Quintett. Genau das Richtige für meine Zahnschmerzen.

Ist da eigentlich noch immer eine Kommunistin im Rathaus? Ja, ich glaub die Bürgermeisterin singt hier sogar. (Ja, Rathaus. Nein, tut sie nicht. Albern.)

Tony Molina – "Dear Nellie Goodrich" b/w "Somewhere There’s A Feather" 7″ Flexi

Zwei neue Stücke von Tony Molina. Zwei Coverstücke. Aber neue Musik ist neue Musik ist neue Musik und von dem Typen kann es gar nicht genug geben. Einmal Kaleidoscope gecovert und einmal Nico. Auf zur Walpurgisnacht-Woche.

Auf wabbeliger 7″ Flexi erschienen und dann auch noch nur einseitig bespielt. Sowas. Dafür dann aber bei 3 Labels erschienen. Slumberland, Olde Fade und Speakeasy Studios San Francisco.

Crisis Party – Modern Promotion

3 Songs vom neuen Album als Promo.  Crisis Party aus Ottawa sind zurück! Toller Garage Punk aus der melodischen Moll-Ecke mit einer Wartezeit von ca. 2 Jahren zwischen den Punk Rock Knallern mit kurzer Halbwertzeit. Die müssten eigentlich auf dem nächsten Get Lost spielen. Geile Band.

Die Promo ist elternlos, aber das Album kommt bestimmt bei Dirt Cult. Mal sehen. Ich freu mich auch über ein Waisenkind. In der Krise muss man die Partys feiern wie sie kommen.

The Gnomes – Magic Man

Ein neuer Song von The Gnomes aus Melbourne. Die Jungs haben in der Zwischenzeit seit Veröffentlichung des Albums im Herbst noch besser zueinander gefunden und sehen inzwischen auch alle gleich aus.

Das ist doch ein Witz, oder? Hat hier KI nachgeholfen, weil nur ein Bandmitglied zu der Fotosession zur Verfügung stand und dann hat man einfach andere Bärte da dran geklebt? Naja, sehen alle top aus.

Musikalisch gehts ein bisschen mehr in die Glam Punk Richtung oder aber in die Proto-Punk Schiene gestolpert, das könnt ihr euch aussuchen. Das "Lick", wie wir gitarrenaffinen Pöbelschreiber gerne sagen, ist an GOD angelehnt. Klingt jedenfalls so. Tolle Ein-Mann-Band aus 4 Leuten.

Hinter dem Namen vermute ich jedes Mal eine furchtbare Egg Punk Band, das krieg ich auch nicht mehr aus dem Kopf. Dabei ist das ja eigentlich nur eine erweiterte Solo-Garage-Punk Band von dem einen Typen, der sich Gnome nennt. Und dann hat klonen lassen. Weird. Aber geil.

Steht für sich. Fun Fact: Die Band trat tatsächlich bis vor kurzem unter dem Singular "Gnome" auf und hat sich dann wegen Streitereien mit Spotify einfach kurzerhand umbenannt und einen neuen Account angelegt. Bei Spotify. Muss ich alles nicht verstehen.

Hannah Lew – S/T LP

Etwas unterkühlter Elektropop von Hannah Lew aus Richmond im sonnigen Kalifornien. Hab ich eine Schwäche für, wenn es zu früh oder zu spät ist und die Sonne aufgeht. Mit dem 80er beeinflussten Neongeschmack auf der Leuchtröhre im Klo lässt es sich nicht einschlafen. Schön.

Night School. Auf LP erschienen und limitiert ausverkauft. Gibts aber noch auf schwarz bestimmt irgendwo und digital sicherlich auch noch. Ein Palindrom kommt zudem immer zur rechten Zeit und darf bleiben.

Docks – Migjorn 12″

Wenn sich die Welt mal wieder zu schnell dreht. Docks aus Nothing Toulouse. Das Duo macht den Kram schon länger und ist noch nicht an einer Haschisch-Vergiftung gestorben, dieser Slowcore und Shoegaze ist also gar nicht so schlimm. Sehr entspannend.

Araki Records, Coeur sur toi, Hidden Bay Records, Ligature & Tout Doux Records. Auf 12″ erschienen. Hilft gegen Cholera cholerische Anfälle, wenn die ganzen Vollidioten dich nicht in den Freitag lassen wollen. Verdammte Scheiße.

Marbled Eye – Forever 12″

Nach kurzer Schaffenspause haben sich die vier von Marbled Eye aus Oakland wieder inklusive eines neuen Bassisten ans Werk gemacht und liefern ähnlich euphorisch die ersten Einblicke in das neue Album ab.

Toller Post Punk mit nöliger Stimmlage. Tolle Gitarren und Bassmelodien mit viel Tanz im Bein und Bauch. Freu ich mich drauf.

Digital Regress. Der besagte Bassist ist übrigens der Label-Typ. Und der Bandcamp Schreiberling sagt, das sei ein ganz tolles Album. Na dann.