Whelpwisher – 777

Das kommt dabei raus, wenn sich Musiker mehrmals im Jahr für ein paar Tage ins Klo einschließen und erst wieder zum Kühlschrank dürfen, wenn sie einen halbwegs brauchbaren Song geschrieben haben.

Whelpwisher hat diese Tortur in den letzten 9 Monaten insgesamt dreimal durchleiden müssen und 777 ist das Ergebnis.
Dreizehn Songs, die alle gut zur Isolationshaft des eigenen Verstandes passen und für die kommenden dunklen Tage hervorragend als Grundlage geeignet sind, um sich durch die angesammelte Weinsammlung von den Mitbringseln der Partygäste der letzten Monate zu trinken.

Poppiger Gitarren Garage Indie Punk. Cheers.

Ich würde wohl auf der Toilette verhungern, bis ich ähnlich ansprechende Songs zu Papier brächte. Es sei denn, man greift zu drastischen Methoden der Recycling-Ernährung. Dann wäre es eher "Shit in – Shit out". OK.

Hospital Job – 1000 Places To Die Before You See 12″

Wenn ihr die Copyrights vermisst, dann sind Hospital Job der beste Ersatz. Also eigentlich klingen die genauso, weil Luke McNeill hier die Feder schwingt und für das Komponieren zuständig ist.

Das ist auch kein Geheimnis und die Band existiert bereits seit einer halben Ewigkeit und tatsächlich haben die beiden Bands  sogar zeitgleich existiert.
Raider heißt jetzt Twix. Und es werden noch alte Raiderbestände abverkauft, während Twix sich schon in den Regalen breit machen. OK.

Rad Gilrfriend. Wenn ich es mir aussuchen darf, möchte ich nicht in einem Krankenhaus sterben. Das letzte, was ich esse, soll kein roter Wackelpudding sein. Naja, vielleicht seh ich das in ein paar Jahren auch anders.

Rejekts – Rejekts 2026 EP 7″

Hardcore Punk aus Boston, wie man ihn in den kleinen Garagen der Stadt seit 40 Jahren zelebriert.
Rejekts treiben mit ihrer Interpretation von Hardcore Punk den Nagel gerade zielstrebig in meinen Kopf. Alles nicht besonders kreativ und originell (siehe Titel), aber löst ab einer gewissen Lautstärke den Knoten im Magen und transportiert die schlechte Laune auf dem Skateboard zuverlässig aus dem Büro ins Wochenende, wo sie sich mit Billigbier-Dunst und Holzkohlenduft in Luft auflöst. Top.

Empty Space. Kann man beim Label auf 7″ Vinyl für 10$ bestellen, aber mit Porto und Auslagen und Zoll sind das dann knapp 5.000€. Muss man selbst wissen, was man von diesem internationalen Handel halten soll.

Spook School – Like A Heartbeat LP

Ein neues Album der Indie Pop Punker aus Glasgow ist im Anflug.
Das hat jetzt ja auch nur 8 Jahre gedauert und was ist in dieser Zeit nicht alles passiert, meine Güte. Obgleich, viel geändert am Sound von Spook School haben die Jahre nicht.

Die Band hat seit dem letzten Album sechs (!) verschiedene Premierminister und einen neuen König erleiden müssen und dennoch sind sie bei ihrem optimistischen und melodieverliebten Stil geblieben, warum sollte man sich auch den Spaß verderben lassen von irgendwelchen politischen Hampelmännern und zwei Hampelfrauen.

Alles normal also, alle ein bisschen schwerer geworden, aber die Stimmung ist gut. Lasst euch anstecken.

Alcopop! Records. Slumberland Records. Erscheint im Januar auf Vinyl und digital im November. Bis dahin werden wohl noch weitere Premierminister und ein König (?) verschlissen werden. Aber was ändert das schon.

The Street Echoes – Double Single CS

Olympia für Deutschland! Geil. Habt ihr da auch so viel Bock drauf, in München oder Köln-Rhein-Ruhr nach den Spielen auf die tote Infrastruktur und leere Sportstätten zu gaffen?

So schön die Idee ist, marode Sportstätten und umliegende Straßen und Plätze für 4 Wochen wieder vorzeigbar und nutzbar zu machen, warum gibt es sowas nicht für wichtigere Dinge? Bildungs-Olympia zum Beispiel. Schulen und Universitäten mit Geld überschütten, Fortbildungen und neue Konzepte entwickeln und den Kopf trainieren. Egal, lieber Muskeln als Mathe. Wie war das noch mal gemeint mit diesem "Flex your head"?

Schöne Doppel-Single von The Street Echoes aus Boise in Idaho, wo die beiden Garage Dream Popper hausen und mit ihrem Demo (unbedingt auch anhören) noch zu zweit schöne Melodien zu Synthie und Drumcomputer auf ihren Saiteninstrumenten begleitet haben. Inzwischen ist aus der Band eine Band geworden, so mit echten Drums und so.

Die Melodien sind geblieben und irgendwie ist der Kram mit das Beste, was ich aus der Synthie Garage Pop Manufaktur in letzter Zeit gehört hab. Toll.

Dirt Cult. Auf Kassette erschienen. Ich glaub, mit den Ergebnissen aus der jüngsten Pisa-Studie hätten wir echte Chancen auf ein paar letzte Plätze. Naja, dumm fickt gut, vielleicht können wir ja Porno-Olympia veranstalten?

D.R.L.N. – Old Ways, New Language

Fahrt ihr auch zur EUDEX nach Essen und schaut euch ein paar geile neue Waffen an?

Es geht ja natürlich nur um Verteidigung und so, aber ein paar Panzer für den Vorgarten kann man sich schon einmal hinstellen, wenn der Nachbar den verdammten Kirschbaum nicht zurückschneidet. Wir leben nicht mehr in einer friedlichen Welt, aber mehr Waffen werden das schon richten. Und KI natürlich. Yay.

Neues Release von Doppler Radar and the Local News (D.R.L.N.) aus Indianapolis mit mindestens einem bekannten Song. Das ist wieder so ne Art Noise Punk HC von Studenten mit Abschluss, der am besten zum Kaffee und den Schnittchen auf der Messe passt, wenn man die neuen Raketenwerfer am Schießstand ausprobieren kann. Viel Spaß!

Für Militärangehörige ist der Eintritt frei. Ich weiß aber nicht, ob ein Stahlhelm als Legitimation an der Kasse ausreicht – müsst ihr probieren. Wir sehen uns.

Ruckus – S/T LP

Schnell, Leute. Ihr habt nur noch heute Zeit, um darüber abzustimmen, wie die neuen Euro-Scheine aussehen werden, die ihr bei den ganzen anderen Menschen immer in den Händen und aus den Taschen quillen seht.

Oder ihr seid so glücklich und habt noch einen Job, der euch anständig bezahlt, vielleicht gehört euch ja ein Mineralölkonzern? Glückwunsch. Gibt ja nix Besseres, als das Gefühl einer mit Bargeld vollgestopften Hosentasche. Klingt auf Englisch irgendwie besser. Ruckus weiß, wovon ich rede.

Klingt wie 60 Jahre als, ist aber gerade mal 2. Garage Punk n Roll. Erstaunlich.

Under The Gun. Drunken Sailor. Kann man auf LP kaufen. Ihr könnt wählen. Zwischen schwarzem und weißem Vinyl. Und bei den Scheinen zwischen irgendwelchen Menschen und Vögeln. Mein Design mit dem Foto von meinem Arsch wurde nicht zugelassen. Sorry.

Permanent – Vol. 1

Viele Grüße aus Berlin. Kann mir nicht vorstellen, hier Permanent zu leben; dafür habe ich zu viele Kinder, zu wenig Geld und zu wenig abstruse Hobbys, aber immer wieder schön.

Erst einmal nur digital, aber das kommt doch bestimmt auf irgendeiner Kassette im Oktober raus? Frische Band aus der Hauptstadt, die Garage Punk auf Spanisch interpretieren. Ganz geil.

Freschard & Stanley Brinks – Hotel Berlin LP

Aus beruflichen Gründen muss ich in die Hauptstadt. Ich bin nämlich wichtiger als ihr und rette die Welt.

In einem großen Haus setze ich mich mit anderen wichtigen Menschen zusammen und höre noch wichtigeren Menschen zu, wie sie die Welt erklären und dann geh ich in die selbige hinaus und predige die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen zu den unwichtigen Menschen (euch), die nicht zuhören. Wird super.

Ähnlich motivierend wirkt der passende Soundtrack für den Aufenthalt – ich habe mich für eines der beiden neuen Alben von Freschard & Stanley Brinks entschieden, das den passenden Titel trägt. Das ist alles irgendwie schön, aber auch ein bisschen deprimierend, versoffen und schrammelig und melancholisch. Passt also zu Berlin.

Zeitgleich mit dem Album Pole Fitness bereits im Mai erschienen und jetzt gibt es beide auf Vinyl bei Fika Recordings zu einem Doppelpack-Sparpreis. Aber Porto und Zoll. Digital eh viel besser auf der Reise zu genießen. OK.

Game Show Models – American Standard CS

Garage Punk vom Einzelartisten, der eigentlich gerne mehrere Game Show Models wäre. In Chicago ist das alles gar kein Problem, in den US of A sowieso nicht – man habe dort unbegrenzte Möglichkeit, heißt es. Eine davon ist, acht neue Lieder aus der Mülltonne der Kreativität mit genügend Pop und Melodien auszustatten, um in der Tanzschule den Cha-Cha-Cha-Pogo zu etablieren. Ganz geil.

Knuckles On Stun. Auf ein paar Kassetten erschienen und im Einkauf auch einen Dollari günstiger als der digitale Kram. Ist das der neue American Standard? Leute dazu motivieren zwingen, physische Produkte zu kaufen, damit Arbeitsplätze erhalten werden? OK.