The Murderburgers – The 12 Habits of Highly Defective People LP

Habt ihr das mitbekommen, dass immer mehr alkoholfreies Bier in Deutschland getrunken wird? Ich glaub, diese Meldung habe ich schon einmal im Oktober gehört? Egal. Es scheint also zu stimmen.

Man sagt, dass inzwischen jeder 9. Liter Bier, der getrunken wird, ein alkoholfreier ist. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das dann noch so wichtig ist, nach 8 Litern ein alkoholfreies hinterher zu kippen. Aber schön, Finger weg vom Alkhoflol, Kinder! Hicks.

Passend dazu eine Platte aus dem Jahr 2016, als Deutschland noch Spitzenreiter war und man zu jeder Pop Punk Platte sinnlos Bier getrunken hat. The Murderburgers aus Schottland werden nächstes Jahr auch schon 20 Jahre alt und bringen so langsam ihre Jubiläumsalben wieder raus. Kann man machen, passt noch. Schönes Wochenende.

Brassneck bringt die LP auf rosa raus. Damals war das noch Asian Man. Auf dem Cover kann man mich und alle meine Freunde beim Hören des Re-Releases sehen. Prost?

Pin-Up Sisters – High Wire CS

Ich verstehe diese Genrebezeichnungen nicht mehr, weswegen ich ja auch irgendwann angefangen hatte, alles nur noch als Garage Punk zu bezeichnen. Ihr könnt das gerne so kleinteilig molekular aufdröseln, wie ihr wollt, aber es bleibt am Ende Punk Rock.

Oder eben Garage Punk, wenn es ein bissle krachiger und lofi sein darf. Vielleicht fällt mir dann gelegentlich ein Metal-Pups vor die Füße und ich bemerke das nicht, oder es schmuggelt sich ein Egg-Punk Geschöpf in die Playlist, ohne dass ich das bemerke, aber das Risiko nehme ich in Kauf.

Heute zum Beispiel ist laut Etikett die Band Pin-Up Sisters aus Leeds eine Garage Punk lofi Rock Egg-Punk Band. Und normalerweise würde ich da sofort vor zurückschrecken, weil igitt Leierei, aber das hier ist ja gar kein Eiersalat, das ist einfach nur lofi Garage und ein bisschen weirdo Punk. Hm. Jetzt merk ich gerade, dass ich dafür, dass ich keinen Bock auf das Genre-Gelaber habe, ganz schön viel Genre-Gelaber veranstalte.

Lassen wir das. Gute Musik.

Noise Merchant. Die kann man auf Kassette kaufen. Und dann in eine Schublade packen.

Cammy Cautious and the Wrestlers – Criminal

Wo wir es uns gerade wieder in Australiens Pub Rock Punk n Roll Ecke gemütlich machen, warum nicht einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Sydney unternehmen, wo Cammy Cautious and the Wrestlers den Ring betreten? War das eine Frage?

Bisschen runder geworden der Sound seit der letzten 7″ EP. Toller Garage Punk mit stoischem Basslauf und großartiger Sängerin plus knutschenden Menschen auf dem Cover. Davon brauchen wir mehr.

Auch keine Ahnung, was für ein Label diesen neuen Song herausbringen möchte. Genießt ihn digital. Cool.

Public House – Future 12″

Nächste Pub Rock Punk Band, die aus Melbourne am Nasenring durch die Manege geführt wird. Public House machen ungefähr da weiter, wo alle anderen australischen Sympathieträger mit Biergeschmack den Boden gewischt haben.

Mit Stiff Richards Beteiligung und das hört man. Eingängig, melodisch und somit der beste Soundtrack für die Prügelei mit den Halbstarken im Freibad oder wahlweise mit den ortsansässigen Dummbrot-Faschisten mit AFD-Wimpel im Kopf. Hauptsache Prügelei. Peace.

Keine Ahnung, wer die 12″ in den verschiedenen Farben gerade rausbringt, aber wenn ihr die live sehen wollt, dann packt schon mal die Badehose ein – die spielen demnächst auf der MS Hedi. Schönes Debüt.

Brick Wall – S/T

Ich mag kurze Lieder. Und schnelle Musik. Brick Wall haben sich das zu Herzen genommen und ein ganzes Album daraus gemacht. Nur für mich. Und euch. Nett.

Ich glaub, ich bin wegen des Covers an der Band hängengeblieben. Das sah so nach Violent Minds aus und das Album fand ich auch toll.
Wisst ihr eigentlich inzwischen, warum ihr jetzt frei habt? Jesus ist tot, auferstanden und zum Himmel gefahren (klar). Wasn nu noch? Oder fängt es gerade wieder von vorne an? Nee, Geburt ist ja auch erst im Winter. Wird sowas eigentlich bald abgefragt, wenn wir eine christliche Regierung haben? Egal.

Discontinuous Innovation Inc. Brick Wall ist auch ein sehr guter Song von den heißgeliebten Big Boys. Vielleicht bin ich nur deswegen bei der Band hängengeblieben. Oder wegen des Covers. Egal. Frohe Ferien.

The Lizzards – Cold To The Bone

Pünktlich zu den warmen Tagen kommen die Lizzards herausgekrochen und setzen sich auf den warmen Bierbauch, um das Blut zum Kochen zu bringen. Mit der weirden lofi Garage Punk Spielart der Viecher gelingt das auch ganz gut. Zumindest mir ist nicht "cold to the bone" geworden, auch wenn das vielleicht der gewünschte Effekt des neuen Albums ist. Keine Ahnung, was ich hier erzähle. Guter Garage Pub Rock und Punk. Ganz geil.

Eat Em Up Records. Digital erschienen und von den 12 Liedern ist eines ein Cover. Wer es zuerst entdeckt, erhält eine Eidechsensuppe gratis. Ok.

Torpor – Ɖungeon Ɖescent LP

Habe ich noch gar nicht erzählt, dass ich neulich auf einem Mittelaltermarkt gewesen bin. Oder heißt das Fest? Egal, auf jeden Fall war das für mich erstaunlich zu sehen, wie ernst die Menschen das meinen.

Nicht nur die äh, Aussteller/Verkäufer und Handwerker, die dort selbstgebackenes Brot und selbstgeschnitzte Langbögen und Suppenschüsseln anbieten, sondern auch die Gäste, die dort ihre neuen Kleider und Pfeile, Kanonenkugeln und Drachentöter kaufen. Dann wird zusammen im Kreis getanzt und am Abend wird ne olle Rothaarige auf dem Lagerfeuer verbrannt.

Ich glaub, ich war der einzige Mensch ohne schwarze Klamotten, Kapuze oder Umhang. Denn es zieht ja nicht nur die wahnsinnigen Hippies mit Walldorfromantik an, sondern auch die ungewaschenen IT-Nerds mit lustigen Band-Shirts voller Säbel und Kerkern und Verliesen und Schriften, die ich nicht entziffern kann.
Das bringt mich zu unserer heutigen musikalischen Untermalung. Torpor aus Polen – nicht zu verwechseln mit der Doom/Sludge Band aus Bristol (meh) oder der Punk Band aus Montreal (ganz geil) oder der Weichspüler-Indie-Künstlerin aus Neuseeland (meh) – haben sich nicht nur nach Stillstand und Lethargie benannt, sondern liefern auch den passenden Soundtrack dazu.

Ich bin da nicht involviert in der Szene, ich hab da keine Ahnung von. Ich weiß nicht einmal, was das sein soll. Speed Metal? Heavy Metal? Black Metal? Wo ist dieser Benjamin Würfel, der damals Harald Schmidt erklärt hat, was Metal ist, wenn man ihn braucht? OK, nicht mein Ding, aber vielleicht braucht ihr das ja mal zwischendurch.

Dying Victims Productions. Erscheint im Juli auf verschiedenen Formaten in tollen Farben. Fun Fact: Den Titel des Albums muss man eigentlich lispelnd aussprechen, denn die Glyphe "Ɖ" nennt sich "Eth" und steht im Altenglischen für das "th". Also "Thungeon Thescent". Haha.

Scrapped Plans – Oh, Ylenia b/w A Smaller Victory

Also wenn man Fan von The Ergs! oder Dear Landlord, Murderburgers, Steinways und Copyrights war, dann wird man wahrscheinlich bei den Sachen von Scrapped Plans ebenso enthusiastisch mit dem Krückstock im Takt gegen das ausrangierte Skateboard tippen.

Alt gewordene Punk Rocker können sich jetzt zwar jeden Scheiß leisten, aber haben außer Grillen und Scheidungsanwälten keine Hobbies mehr, für die man Skate Pop Punk benötigen würde. Stellt sich die Frage, wer dann eigentlich solche Musik heute noch ernsthaft hört. Gibt es junge Menschen da draußen in der Welt, die noch genauso dideldumm und hedonistisch sind wie die heutigen Musiker vor 20 Jahren? Hm.

Zwei Songs vom vielleicht neuen Album der Band aus New York, bei der passenderweise auch Mikey Erg am Schlagzeug sitzt und jede weitere Person der Band einen ebenso bunten Pop Punk Lebenslauf vorzuweisen hat. Na dann.

Jay Veil – Terrified

Schon länger nichts mehr aus Hattisburg gehört. Wurde also Zeit für ein bisschen Garage Punk, der gerade so noch eng an der Egg Punk Katastrophe entlangschrappt und mit 4 eingängigen lofi Punk Stücken unterhaltsam in den Montag startet.

Jay Veil macht seit eh und je alles richtig, dem kann man sein Geld geben, wenn man noch welches vom langen Wochenende übrig hat. Guten Start.

Braucht kein Label, ist nur digital.

Crash – S/T CS

Hallo, ihr Brückentag-Loser. Wer muss denn an so einem schön verregneten Tag arbeiten?

Naja, ihr seid immerhin noch besser als die kinderlosen Väter, die gestern ihren großen Wander-Sauf-Tag begangen haben und darüber hinaus auch noch alles Schlechte der XY-Chromosomen an jedem Tag des Jahres in sich vereinen. Wann lösen wir uns eigentlich endlich von diesen furchtbaren Traditionen wie "Muttertag" und "Vatertag" (der von morgens bis abends eine patriarchale Scheißidee ist und eigentlich nicht einmal existiert), die einfach nur sexistische Rollenklischees bestätigt wissen wollen und sogar noch über den Konservativismus der Unionsparteien hinausgehen?

Himmelfahrt ist natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei, und wer das ernsthaft feiert, gehört genauso in die Entziehungsklinik, wie jeder andere verblendete Vollhonk. Puh. Ganz schön schlechte Laune heute, daran erkennt ihr auch, dass ich das vordatiere…
Musik dazu: Crash aus Kansas City. Hardcore Punk aus der Minor Threat, Germs und Black Flag Schublade. Ganz geil.

Bei Dirtbag Distro auf Kassette erschienen und dort auch digital knappe $10 günstiger als bei der Band. Aber wen wollt ihr unterstützen, ne? Ich glaub, ich brauch mal ne Pause, sonst wird das hier so ein verbitterter Punk-Rock-Opa-meckert-herum-Blog. Ach, is ja schon. OK.