Mod Lang – Borrowed Time LP

Na, wenn schon Power Pop, dann auch richtig. Mod Lang aus Detroit machen alles so, wie sie es von ihren Eltern (oder Großeltern? Die sind ja alle so jung heutzutage und sehen mit ihren Schnurres und langen Haaren nur so alt aus) gelernt und abgeschaut haben.

Perfekte Melodien, mehrsprachiger Gesang mit Harmonien und Glam Rock Anwandlungen aus den Plateausohlen längst begrabener Hippies. Ganz geil.

Just Add Water Records. Kommt auf verschiedenen Farben und Formaten und Pressungen aus dem fernen Amerika in deine Wohnstube geflattert, wenn du genügend Geld hast. Sonst leih dir was.

Bruise Control – S/T LP

Noch ein bisschen mehr Punk mit Rock zum Wochenende. Bruise Control aus Manchester haben gute Laune, viele Haare und Bock auf Gitarren- und Schreihalslärm. Das macht sehr viel Spaß, wenn man beim zweiten Bier merkt, dass ja eigentlich Donnerstag und noch nicht vier Uhr ist.

Ähnlich wie The Bronx oder Charlie Sheen zu seinen besten Zeiten, kennen die vier Jungs auch nur eine Gangart – nach vorne. Viel Spaß.

Ohne Label. Die machen seit immer schon alles selbst. Ziemlich gut.

Institute – S/T 7″

Ach, die gibt’s auch noch. Hatte ich etwas sperriger in Erinnerung. Sobald die zweite Gitarre hier aber einsetzt, ist das ja ein unglaublich melodischer Song (Shoote) von den vier Post Punkern aus Austin. Der Rest der neuen Single von Institute ist wie gehabt ein bisschen schräg bis quietschig und macht bei mehrmaligem Hören erst so richtig Freude.

Anti Fade Records. Auf einem australischen Label? Ja, weil das ne Tour Single ist. Verrückt, schon im Februar erschienen und erst jetzt mit der Flaschenpost hier angeschwemmt worden. Cool.

Klint – Our Innocence Makes Way For Bitter Hate

Da hat doch tatsächlich irgend so ne Wurst die Denic gehackt und das deutsche Internet (haha) kaputtgeschossen. Hab ich gar nicht mitbekommen? Viele Leute hatten aber wohl Probleme, auf Webseiten mit der "de"-Endung zuzugreifen. Was ein Jammer.

Was tun denn Leute, wenn sie sich gefühlt wieder in der dunklen Vergangenheit der 90er Jahre zurückversetzt finden? Barbarisch ihre Mitbewohner anknabbern, Feuer in der Stube machen und lustige Helme aufsetzen. Apokalyptische Zeiten.

Ich hab den passenden Soundtrack dazu gefunden. Dankenswerterweise macht Klint weiterhin Musik. Der Synth Punk Wikinger aus Haitabu hört einfach nicht auf und liefert mit seiner neuen Single drei Songs für jede Wetterlage ab. Von angepisstem Krach über verstörend schöne Sphärenklänge bis hin zu klassischem Aggro-Synth-Elektro-Punk. Ziemlich gut. Und für Zeiten ohne verfügbare Informationen aus der deutschen Internetblase bestens geeignet.

Oder war das ein Ablenkungsmanöver unseres armen Kanzlers, der sich nicht die ganze Zeit beschimpfen lassen möchte und einfach mal die Nase voll hatte von den bösen Kommentaren auf deutschen Internetseiten, wo er doch gerade ein Jahr im Amt ist. Quasi in Feierlaune mal die Denic abgestellt. Danke, Merz.

Shrudd – Hammerman / Autovisit

Habt ihr ein Auto? Putzt ihr das? So richtig mit Bürsten von außen und Schläuchen und Duschgel, oder was man da nimmt. Und von innen auch?

Ich dachte nur, weil ich jetzt mal die Schneeketten abnehmen sollte, könnte ich auch direkt mehr an dem treuen Gefährt erledigen. Einfach in so ne DIY Station fahren und nass machen reicht, ne? OK.

Der Soundtrack dazu kommt von den fleißigen Kerlchen namens Shrudd aus Louisville in Kentucky. Haben neulich erst ihr neues Album veröffentlicht und kommen nun schon wieder mit ein paar Songs um die Ecke. Der Snythie erinnert mich ein bisschen an White Reapers beste Zeiten. Garage Punk für die Waschanlage am Mittwochmorgen.

Ziemlich gut.

Screaming Ears Records. Oh, es regnet. Hat sich dann wohl erledigt.

The Burrow – Bitter Wind

Besser als sie selbst kann man den Sound kaum beschreiben, den The Burrow aus Portland in Oregon zelebrieren. "Rainy Portland Basement Punk". Und das mit aller Liebe. Richtig gut und manchmal ein bisschen an die ersten Singles von den Crusades erinnernd, aber weniger poppig. Toll.

Ob das wohl Tolkien Fans sind und heimlich als Hobbits verkleidet proben in ihren "burrows", oder hab nur ich diese Assoziation? OK.

Trollop – Manic Pixie Dream Violence

Hektisch sympathischer Garage Punk mit ein bissle Hardcore Geschmack. Trollop kommen aus Cleveland und mehr weiß ich nicht. Ganz geil.

Noise Merchants Records. Ein paar Kassetten gibts davon. Sind barbusige Damen auf Covern jetzt wieder in? War da nicht gestern erst was? Na sowas.

Oddfellows – S/T LP

Die ersten Geh- und Stehversuche auf den wackeligen Beinen von Denton Texas' Urgewächsen Chris Pulliam, Mark Ryan und Mike Throneberry, die man sicherlich von Bands wie Mind Spiders, Marked Men, High Tension Wires und vielen anderen kennt, begannen mit den Oddfellows vor ca. 30 Jahren.

Neulich wurde ihnen wohl ein bissle langweilig und sie haben sich kurzerhand noch einmal getroffen, ein Album eingespielt (inklusive eines Coversongs von den Reds) und veröffentlichen damit jetzt ihr Debüt nach über 30 Jahren.

Naja, und das klingt dann natürlich wie eine Mischung aus der gesamten Schaffensphase der betreffenden Typen. Vielleicht geht es ein bisschen in die Mind Spiders Richtung, weil sie sich zusätzlich noch deren Gitarristen (Peter Salisbury) ausgeliehen haben. Klar. Warum nicht.

Wild Honey. Vorzubestellen, erscheint im Juni auf Vinyl. Jetzt erst einmal nur einen Song als Vorgeschmack. Warum nicht einfach einen neuen Namen und eine neue Band? Naja.

Crocodiles – Greetings From Hell LP

Nachdem die Crocodiles ihrer Diskografie nach zu urteilen die Weihnachtsfeiertage vor 5 Jahren in der Hölle verbracht haben (Christmas in Hell), sind sie wohl direkt da geblieben, haben sich häuslich eingerichtet und senden nun nette Grüße von dort in Form zweier Hände voll Power Pop Garage Punk, der eigentlich zu nett klingt für so Teufelszeugs. Ist okay.

Starten wir die Woche mal locker flockig.

Wild Honey Records. Auf pink und schwarz erschienen. Eigentlich stammt das Duo ja aus San Diego, aber Hölle soll’s wohl sein. OK.

F.A.N.T.A. – Necesito tiempo

Nur, um noch mal eine Band mit Akronym hier reinzukleben, habe ich die Promo Single von F.A.N.T.A. noch im Köcher. Schiefes Bild, aus dem Köcher kann man doch nichts einkleben. Egal.

Toller Pop Punk aus Barcelona (glaub ich), der so in die Richtung Hakan und Sonic Avenues oder Steve Adamyk geht. Hab ich vor 15 Jahren richtig abgefeiert und kann ich an solch sonnigen Tagen immer noch gut hören, ohne ein einzelnes Wort zu verstehen. Auch egal. Bissle ignorant unterwegs heute, aber hellwach genug, um euch daran zu erinnern, dass Fanta eine Nazibrause ist. Müsst ihr selbst wissen.

Dieser Song hier ist eine Salami-Taktik-Werbung für das neue Album der Brause-Band, das genauso heißt wie das letzte, nur Teil 2. ¡Me Aburro! Heißt soviel wie "Ich langweile mich". OK.

Snap Records. Irgendwann kommt das neue Album raus. Bis dahin kann man sich diesen Song kaufen. Scheint schlimm zu sein in Barcelona (glaub ich), wenn man da sogar zwei Platten zu dem Thema machen kann. Da bleib ich lieber hier.