Bothers – S/T LP

Wisst ihr noch, damals im Mai? Da hab ich eine Band toll gefunden, über die ich mit einer müden Suchanfrage bei Bing (haha) nicht viel herauszufinden vermochte. Und dann hab ich – wie immer –  journalistisch einwandfrei irgendeinen Quatsch geschrieben. Ach so, das könnte jetzt natürlich jeder Beitrag hier sein, hm.

Jetzt hab ich auf jeden Fall die Band zum zweiten Mal via Dirt Cult „entdeckt“ und mich schon gewundert, dass mir das so bekannt vorkam. Dann tun wir jetzt einfach mal so, als ob ich die Band heute erst „gefunden“ hab. Merkt eh keine Sau, ich hätte einfach nix sagen sollen. Also…räusper:

Oha, das ist mal ein Knaller, der da aus dem Hause Dirt Cult Records kommt! Bothers aus Portland, Oregon bestehen wohl zu Teilen aus ИO///sé und das beantwortet auch meine Frage, warum die Penner nicht endlich mal was Neues machen – ich hab die doch so gern gehabt und abgefeiert.

Das hier ist der Grund – eine neue Band, die irgendwo da weitermacht, wo ИO///sé aufgehört haben, aber das ganze mit noch so viel mehr Druck und Intensität durch die Boxen presst, dass es sich irgendwie nach Noise Garage Hardcore (?) anhört. Ein Genre, das es nicht nur nicht gibt, die Kombination klingt eigentlich auch furchtbar. Aber Bothers machen irgendwie so viel Lärm und gleichzeitig Melodie…da fällt mir einfach nix zu ein. Chris von Dirt Cult sagt dazu ähnlich überfordert:
Yeah it all sounds like if Jesus Lizard was a garage rock band fronted by Henry Rollins or something.

Im September erscheint das Debüt mit 10 Songs auf Dirt Cult Records und man kann es jetzt schon vorbestellen und 3 Songs vom Album hören. Und wenn diese 30% ein Anzeichen für die Qualität der gesamten LP sind, dann Gute Nacht. Oder Guten Morgen? Ach.

Anxious Living – S/T EP

Schon wieder so ein toller Kram aus dem Hause Pissed Off! Records. Anxious Living kommen laut Info zu Teilen aus Singapur und den USA und haben vorher bei so schönen Bands wie SIAL, Constant Insult, Lubricant und anderen gespielt.
Offiziell kommt die EP erst in 10 Tagen raus, aber man kann jetzt schon einen Song von der Kassette hören und der ist mal ziemlich cool. Das Label informiert zum Sound der Band, dass sie sich so ähnlich wie the Estranged, Wipers oder/und Mission of Burma anhören, was allerdings auch auf eine Menge von untalentierten Gruppen bei „Battle of the Bands“ oder so einem Quatsch zutreffen würde.
Gott sei Dank heben sich diese 3 hier deutlich von dem Mittelmaß der Nachahmer ab und spielen sehr souverän einen Dark Death Garage Rock Punk, der sofort ins Ohr geht und da bleibt.

Da freut man sich doch auf den Rest der EP. Also ich.

True Moon – Poison

Pünktlich in den wunderschönen Sommermonaten wird ein neuer Song von True Moon auf die Fußmatte geweht, damit man auch ja nicht vergisst, dass der stürmische Herbst und der dunkle Winter direkt vor der Tür stehen.
Wie schon bei dem ersten Album, das 2016 bei Lövely erschienen ist, wird auch hier maßgeblich die Stimmung von Karolina Engdahl geprägt, die mit ihrem Gesang so schrecklich schön verzweifelt sein kann. Das hat sie im übrigen auch bei Vånna Inget schon so fabelhaft bewiesen. Doch wo bei Vånna Inget noch Punk als Schublade ausgereicht hat, muss man hier schon eine weitere Ebene hinzufügen und mindestens im Bereich „Post“ kramen, wenn nicht sogar bei Darkwave oder so Zeugs.

Ich finds prima, habe die erste LP rauf und runter gehört, als es kälter wurde im Land und im Herzen. Poison klingt vielversprechend – kommt demnächst auch bei Lövely, denke ich mal.

Dark Thoughts – Do You Dream?

Oi, Punks. Ich mach jetzt mal Urlaub. Seit zwei Wochen.

Vielleicht schreib ich auch zwischendurch was – es gibt noch so viele coole Sachen, die ich in den letzten Tagen gehört hab – aber eigentlich ist jetzt erst mal für ein paar Tage Wochen einen Monat Pause.

Zum Entwöhnen ein neuer Song von den Kings of Pop Punk Rock.

Bis bald, ihr Nasen.

Jeff Rosenstock – Monday at the Beach MP3

Ein kleines Geschenk von Herrn Rosenstock für alle, die am Dienstag erst die Nachrichten vom Vortag lesen. Naja, so kann man sich den Song für den nächsten Montag schon mal herunterladen, auf ein Mixtape aufnehmen und bereit für den Strand sein!

Die Fahrt darf dann allerdings nicht so lange dauern, der Song ist nicht mal ne Minute lang. Dafür aber ein schöner Fetzer, wie es eigentlich typisch für Jeff Rosenstock ist, wenn er kurze Songs schreibt und das Gedudel weg lässt. LoFi Punk Garage Beach!

Cuir – Single Single CS

Nach dem Demo Demo Demo nun die Single Single. Wieder ziemlich geiler Scheiß vom Synthie Oi Punk Rock Mastermind. Leider nur 3 Songs.

Das Tape kommte wohl erst im September wieder bei Forty Tapes und Offside Records heraus, aber man darf jetzt schon mal via No Punks in K-Town den Kram auf YouTube hören/sehen.

Ich hab mir ja tatsächlich neulich die Kassette vom Demo Demo Demo gekauft, nachdem ich doch eigentlich nie wieder für dieses Medium Geld ausgeben wollte. So viel zum Thema Konsequenz…

The Coolies – Uh Oh! It’s… 10″

Falls ihr fragen solltet, warum. Hier sind 3 4 5 Gründe.
Kim Shattuck hat eine neue Band! Zusammen mit Kollegin Melanie Vammen (The Muffs/Pandoras) und Palmyra Delran!! 6 Songs auf einer grünen 10″ Vinylscheibe und beiliegender 3-D Brille für das Cover kann man auf der Bandcampseite kaufen!!! Der Erlös geht komplett an die ALS Association.

Und es ist Sommer.

Das muss reichen.

Chow Line – Demos

Habt ihr auch manchmal so unverschämt gute Laune, dass ihr die ganze Welt umarmen könntet und eure Liebe zu Mitmenschen und Natur laut heraus brüllen wollt? Nein? Ich auch nicht.
Und falls sich doch mal wieder ein Anflug von Serotonin oder -Gott Bewahre- Endorphinen ankündigt, kann man zum Glück immer noch auf eines der Chow Line Demos zurückgreifen.
Also nicht, dass die schlechte Laune machen, aber sie kitzeln die nötige Aggression aus dem Bauch heraus, die man braucht, um die Realität zu ertragen.
Mit dem 5. Demo sind die Jungs aus Portland, Oregon jetzt schon fast ein bisschen sanft geworden und knüppeln nicht nur, sondern spielen 6 ziemlich geile Hardcore Knaller in unter 9 Minuten ein. Wie gewohnt mit 3-Sekunden-Soli und Gebrüll, aber diesmal ein paar mehr Tempowechsel und „rockiger“, wenn man das sagen darf, ohne von der HC Polizei erschossen zu werden.

Keine Ahnung, was mit Demo #1 passiert ist, aber fürs Erste reichen ja auch die 4 Tapes, die ihr auf der Bandcamp Seite hören und auf der Shop Seite von Not For Everyone (passender Name) kaufen könnt.

Das Tape hör ich jetzt jeden Morgen zum Müsli und bin perfekt gewappnet für die Tageszeitung.

Hammered Hulls – S/T 7″

Ignition, Warmers, Ted Leo & the Pharmacists, Faith, Autoclave, Open City, Chain and the Gang, Untouchables, Ex Hex, uva. in Gestalt von Alec MacKaye, Mary Timony, Chris Wilson und Mark Cisneros.

„Rumpelstilzchen tanzt jetzt mit neuem Namen durch die Indie Charts und versteckt sich da.“ Hier wird nichts falsch gemacht, was allerdings noch lange nicht heißt, dass Hammered Hulls alles richtig gemacht haben. Ein bisschen 08/15 Standard-Geplänkel, das meiner Meinung nach den typischen DC-Sound ein wenig vermissen lässt. Rockt ein bisschen, aber reicht nicht für ein Hurra.

Das klingt jetzt furchtbar negativ, aber wenn man sich das Potenzial und die Geschichte der Bandmitglieder so ansieht, kann man durchaus ein bisschen mehr erwarten. Nein? Vielleicht einfach zu alt?
Fun Fact: Nicht Ian, sondern Alec MacKaye zierte damals das ikonische Cover der Filler Single, das dann auch für die Compilation benutzt wurde.

Der Song ist die A-Seite der kommenden Single auf Dischord Records. Ich mag Alec am Mikro und Chris am Schlagzeug grundsätzlich sehr gerne.

Tony Molina – Songs from San Mateo County LP

Wusstet ihr, dass man auf eine 7″ Single locker eine Viertelstunde Musik oder sonstige Hörgenüsse pressen kann? Also vielleicht ist dann die Qualität nicht so super wie bei den ganzen mega-audiophilen Nachpressungen heutzutage, die eine normale LP aus den 70ern auf 4 12″s packen, um das ständige Aufstehen und Hinsetzen und Umdrehen und Umdrehen und Schalter hier und da bedienen zu zelebrieren. Und natürlich läuft die Single dann auch auf 33 1/3 statt auf den heute zunehmend populären 45rpm bei allen Vinylgrößen, aber rein technisch gesehen ist das kein Problem.
Man nehme nur die Dirty Rotten Ep von D.R.I. – da klappt das ja auch ganz wunderbar mit 22 Songs auf einer 7″.

Ich sag das nur, weil es bald eine neue LP von Tony Molina geben wird, die sich in die Liste seiner viel zu kurzen Releases einreihen wird. Am kommenden Freitag erscheint auf Smoking Room eine B-Seiten bzw. Outtakes Zusammenstellung aus 6 Jahren des Musizierens (2009-2015). Und da kommen auch tatsächlich ein paar Songs zusammen, insgesamt immerhin 14 Stück inkl. Intro und Outro. Leider dauert aber das gesamte Kunstwerk nur 15 Minuten, der längste Song ist auch in unter 2 Minuten bereits ausgedudelt. Ach, schade.

Wie bei jedem Release von Tony Molina, es ist toll, gespickt mit schönen Melodien und tollem Fuzz, aber leider nach zwei Augenblicken vorbei. Wenn ihr dafür 20 Dollar ausgeben wollt, könnt ihr das gerne versuchen, hier gibt es den Pre-Order Button (ich glaub, das Label verschickt nur innerhalb der USA). Oder einfach digital schon einmal den Großteil des „Albums“ hören. Die drei längsten Songs sind online…

Ich glaub, ich warte mit dem Kauf noch auf die geremasterte Doppel-Vinyl Ausgabe mit Bonus Single.