Das letzte Mal, als mir eine Doris auf den Plattenteller geplumpst ist, war sie noch tödlich. Was ist nur aus dem Feminismus geworden, wenn die sich inzwischen schon selbst klein machen? Einst gefährlich, heuer lütt.
Aber man soll ja ohnehin nicht vom Namen auf den Inhalt schließen, hab ich gelernt. Dann schauen wir doch mal, was in den Dosen der Tiny Doris so drin ist. Acht Songs aus dem Zauberkasten der Punk Historie. Garage, Post, Egg, egal – hier wird alles bedient und manch ein Hörer benötigt erprobte Ohren, um dem Kunstschwall standzuhalten.
Keine Ahnung, ob die drei Berliner den Anspruch haben, anspruchsvoll zu sein, aber manchmal klingt das Album wie eine Abschlussarbeit einer Kunsthochschule, bei der die Probanden für ein Semester unter Drogen gesetzt wurden und nun die Ergebnisse aus den Proberäumen in die kalte Realität der Gesellschaft kippen müssen, die kollektiv verständnislos die Augenbrauen hochzieht.
Früher hat man dazu Punk gesagt.
Tomatenplatten. Auf LP im September komplett erhältlich, jetzt schon einmal 2 Songs zum Studieren. Schröder-Köpf war auch noch so ne Doris, die mir unangenehm aufgefallen ist. Kennt die noch jemand? Die war auch nicht sonderlich groß. OK.
Wochenende, keine Zeit für Spaß. Kümmert euch endlich mal um die neue Öllieferung und den Garten und das Feuerholz für den Winter und die Dusche muss geputzt werden, ihr Dreckspatzen. Der Kühlschrank könnte mal ausgewischt werden und wer füttert endlich den Hamster und die Zimmerpflanzen?
Das kann man nicht nur nicht lesen, das versteht man auch nicht.
Schon wieder Mittwoch, in der Kantine gibt es heute Pancakes, um die Leute bei Laune zu halten. Bitte aber den Sirup und den Schokoaufstrich selbst mitbringen, danke.
Ich hab im
Zum Wochenende ein kleiner Vorgeschmack auf das neue Album von Sniffany & The Nits, das irgendwann demnächst erscheinen soll; mit ein bisschen Verspätung, weil der Gitarrist zwischendurch indisponiert war – er wurde kurzerhand von einer rivalisierenden Hardcoreband mit dem Auto überfahren – und von dem man jetzt schon einmal zwei Songs vorhören darf.
Jetzt hab ich die Hälfte meiner halbschlauen Leserschaft verloren, weil sie gestern Abend stumpf mit einer 3-D Brille aus dem letzten Kinobesuch in die Sonnenfinsternis gesehen haben, anstatt sich so eine sichere Alufolie vor die Augen zu kleben.
Poppiger Gitarren Garage Punk aus Georgia. Ultra Lights betreten die Bühne mit 11 schönen Stücken Zuckergebäck und werfen die akustischen Süßspeisen großzügig in die weit aufgerissenen Mäuler der gelangweilten Hörerschaft.