Rapid – Enter The Realm Of Fire LP

Sind das alles eigentlich Kinderbuchautoren, diese Black Metal und Heavy Metal Typen? Der Albumtitel verspricht ja schon ne Menge Phantasie mit Teufel und Dreizack und schlimmer Hitze und so und der Song, den man jetzt hören darf, hat auch eine blühende Phantasie aus tausend Märchenbüchern als Grundzutat im Hexenkessel, nur halt irgendwo falsch abgebogen und ins Düstere gedriftet.

Ich glaube ja, wenn die Leute von Rapid so total die Schnauze voll haben von niedlichen Drachen und Zwergen, Zuckerwatte-Bergen und den ewigen Happy-Ends aus ihrer Schreiberwerkstatt des echten Berufslebens, toben sie sich mit den gesamten aufgestauten Gewaltphantasien in der Band aus und dann kommt da sowas bei rum.
Der Gesang erinnert mich an irgendeine düstere Firedhofs-Orgel-Punk Band, aber ich hab den Namen vergessen. Aha.

Dying Victims Productions. Auf limitierten Variationen im August erhältlich. Ähnlich verhält es sich offensichtlich auch mit den Illustratoren, die wohl ebenso die Kinderbuchbilder satt haben und alle paar Monate so schrecklich gruselige Bilder gestalten müssen, um nicht regenbogen-bekloppt zu werden.

Piper Maru – Zwei Für Eins CS

Die beiden EPs zusammen auf einer schmucken Kassette, das ergibt Sinn und Spieldauer, die noch irgendwie zu rechtfertigen ist. Das Debüt von 2018 (Most of my friends died in space) und die neue EP von jetzt (Babagsak sila) – zusammen ergibt das 9 mal Hardcore Riffs mit Hardcore Geballer und einer Hardcore Sängerin, die ziemlich angepisst ist. Piper Maru kommen aus Toronto und was muss man sonst noch wissen?

Babagsak sila ist Tagalog, die Sprache auf den Philippinen, und bedeutet so viel wie "Ich geh mal eben Kippen holen und bin dann für immer weg, weil der Laden mich dermaßen ankotzt, dass ich keine weiteren 5 Minuten mit euch ertragen kann und lieber einsam auf der Welt umherwandere, als noch einen Moment hier in der Langeweile zu versauern." Also stark verdichtet.

Noise Merchant Records. Auf pink und blauen Kassetten erschienen und ausverkauft. Zu dumm. Funktioniert auch digital in der Playlist ganz gut, wenn man seine Performance im Großraumbüro auf ein neues Höchstniveau steigern will.

Quitters – S/T CS

Krystian Quint hat inzwischen aus dem Projekt mit den Quitters eine richtige Band gemacht. Irgendwann vor 6 Jahren hatte er noch als Solokünstler Babysitter Musik gemacht, dann mit den Stools krachigen Blues Punk und nun ist ihm langweilig geworden und er hat sich 2 Leute von der Straße Detroits aufgesammelt, die ein bissle scheppern und zupfen können, um nicht immer zwischen den Instrumenten hin und herzulaufen.

Daraus ist in meinem Freundeskreis eine Konsens-Band entstanden, die mit bissle Scheppern, Zupfen und Gedudel auf der neuen EP eine sehr entspannte bis großartige Garage Punk Mixtur aus dem Ärmel schüttelt. Erinnert an viele, erfindet nichts neu, passt in die Schublade eures Vertrauens. Ganz geil.

Painters Tape. Mögt ihr Quitten? Irgendwie haben die bei mir keinen guten Stand, auch das Gelee konnte sich nicht am Frühstückstisch durchsetzen. Die blühen jetzt zwar schön, aber Finger weg von den Früchten, die machen Blausäure und tot.

Crimes De Guerra – Nao Espere Muito Do Fim Do Mundo

Wie armselig kleinkariert muss man eigentlich sein, um mir einen Strafzettel zu geben, weil ich "falsch herum" auf dem Bürgersteig stehe. An einer Wohnstraße, versteht sich. Also mit dem Auto, versteht sich.

Obwohl, bin mir hier in diesem Puff gar nicht so sicher, ob man nicht auch lieber alle Menschen in dieselbe Richtung blicken lassen und ein Abweichen lieber schnell unter Strafe stellen möchte. Daran erkennt man natürlich auch, dass die Ordnungskräfte zum Glück nichts Anderes zu tun haben, uns geht’s gut; hier ist die größte Aufregung das allabendliche Fernsehbild, um Herrn Ruheständler Frege zu zitieren.

Die Musik  von Crimes De Guerra spiegelt meine Laune.

District Six Records. Band aus Brasilien, Label aus Indonesien. Ob die auch solche Probleme haben, dass Autos verkehrt herum an der Straße stehen und dadurch Massenpaniken und Chaos verursachen? Schlimm.

Tony Jay – Faithless LP

Wie werden Menschen eigentlich so empathielos und dumm, dass sie sich an dem Leid anderer Menschen erfreuen? Ich kann das noch nachempfinden, wenn es um Antipathien gegenüber Individuen geht, also der Nachbar von oben, der zu laut hustet, der hat natürlich den Tod verdient.

Aber wie kann man sich darüber ergötzen und einen Jubelgesang anstimmen, wenn beschlossen wird, dass Hilfesuchende in Zukunft in irgendwelchen Lagern ausharren müssen? Ich verstehe das wirklich nicht, das müsste mir jemand erklären.

Ist das antrainiert oder sind die von Haus aus scheiße auf die Welt gekackt worden? Furchtbar. Die haben in Straßburg oder Brüssel nix verloren – send them back, those fuckers.

Safe Suburban Home Records, Mt.St.Mtn., KiliKiliVilla. Drei Labels teilen sich das Release von Tony Jay über den Globus auf. Von England über Japan bis nach Amerika.

Ihr kennt Tony Jay von April Magazine. Tolle, ruhige Msuik zum Sinnieren, ob das alles so richtig ist mit den Friedensnobelpreisen.

The Circulators – Pointless Games 7″

Garage Punk mit viel Geschepper. Die Circulators machen da weiter, wo sie selbst mit ihrem Debüt aufgehört haben und führen die Erfolgsgeschichte des Genres nach 1000 Jahren einfach immer weiter.

Zwei rotzige Songs mit ein bisschen Orgel drin und digital gibt es noch einen extra Bonus Track oben drauf. Schmeiß die Single auf den Grill und geh baden, mach BBQ mit Lederjacke und küss deine Freunde. Es ist Freitag.

Total Punk Records. Auf Single handgestempelt zu erwerben. Der Satz ergibt keinen Sinn. Viel Spaß.

Inch – Inch-Peel EP CS

Das haben wir früher College Rock genannt. Inch können das auch heute noch gut und covern dann gleich mal French Disko von Stereolab, einem Song, dessen Gesangsmelodie mich jedes Mal auf der falschen Herzkammer erwischt.

Danach wird es noch schlimmer und man sortiert sich zwischen Weezer und dem besten aus den 80ern, 90ern und blabla. Insgesamt schöne drei Lieder, um das morgendliche Hardcore Ritual zu durchbrechen und einmal ein bisschen gechillter im Büro anzukommen.

Peterwalkee Records. Auf Kassette erschienen. Das sind insgesamt wohl mehr Lieder auf dieser EP, aber die bekommt man erst, wenn man das Teil kauft. Müsst ihr wissen. Rock on 🙂

Drunk Dial: Fakes – Volume Three CS

Ach, warum nicht. Zur Auflockerung unserer Unterhosen mal eine kleine Compilation aus Songs von erdachten und fiktiven Bands aus Film und Fernsehen. Gespielt von echten Menschen und echten Bands, versteht sich – das ist kein KI-Scheiß, hoffe ich. Kann man das noch unterscheiden im Punk Rock und Garage? Hm. Interessant.

Drunk Dial Records. Keine Ahnung, ob die Künstler und Bands hier auch besoffen spielen mussten oder oab das Label auch nüchterne Einsendungen akzeptiert hat. Ist auch langweilig. Ich schau mir jetzt School Of Rock an.

The Cowboys – Captain Easy’s Downfall LP

Wer Power Pop und Beat und sweet sweet Rock’n’Roll mag, kann an der neuen Cowboys LP nicht vorbeilaufen, ohne kurz für ein paar Steps foxzutrotten und Drehungen zu vollführen und sich darüber zu freuen, dass einem die Sonne aus dem Arsch purzelt. Gute Laune, Sonne, Sommer, Ignoranz. Die musikgewordene Erdbeerbowle meiner Oma. Toll.

Feel It Records. Auf LP und CD zu bekommen. Mit 19 Liedern und 2000 Melodien.

Headcheese / Caustic – EPs

Wenn die Leute zu doof zum Split Single veröffentlichen sind, muss man sich die eben selbst basteln. Zwei neue Releases von Slow Death Records passen wunderbar zusammen und bieten am Tag der Apokalypse den besten Soundtrack zum freudigen Tanz ums Feuer.

Da hätten wir einmal die großartigen Headcheese aus Kamloops, die ja nun auch schon seit über 5 Jahren ihren angepissten Hardcore Sound an der schlechten Montagmorgenlaune gefeilt und perfektioniert haben. Ein Song jetzt, der Rest im Juli.

Und auf die andere Seite klebe ich mir Caustic, ebenfalls aus Kamloops – das sind quasi Nachbarn – die machen ebenfalls sehr schlecht gelaunten Hardcore Punk, der hier genauso erst einmal nur ein 40-sekündiges Ansichtsexemplar abliefert. Das reicht aber schon für genügend Energie, um den Eisschnee aufzuschlagen. Man muss ja auch was frühstücken.

Slow Death Records. Dieses Kamloops muss ja toll sein, so ne kleine Stadt (90.000) und so viele tolle Bands (2-12). Das schreit ja eigentlich nach einer Compilation, aber die wollen offenbar alle nur unter sich bleiben. Alles muss man selber machen. OK.