The Gnomes – Magic Man

Ein neuer Song von The Gnomes aus Melbourne. Die Jungs haben in der Zwischenzeit seit Veröffentlichung des Albums im Herbst noch besser zueinander gefunden und sehen inzwischen auch alle gleich aus.

Das ist doch ein Witz, oder? Hat hier KI nachgeholfen, weil nur ein Bandmitglied zu der Fotosession zur Verfügung stand und dann hat man einfach andere Bärte da dran geklebt? Naja, sehen alle top aus.

Musikalisch gehts ein bisschen mehr in die Glam Punk Richtung oder aber in die Proto-Punk Schiene gestolpert, das könnt ihr euch aussuchen. Das "Lick", wie wir gitarrenaffinen Pöbelschreiber gerne sagen, ist an GOD angelehnt. Klingt jedenfalls so. Tolle Ein-Mann-Band aus 4 Leuten.

Hinter dem Namen vermute ich jedes Mal eine furchtbare Egg Punk Band, das krieg ich auch nicht mehr aus dem Kopf. Dabei ist das ja eigentlich nur eine erweiterte Solo-Garage-Punk Band von dem einen Typen, der sich Gnome nennt. Und dann hat klonen lassen. Weird. Aber geil.

Steht für sich. Fun Fact: Die Band trat tatsächlich bis vor kurzem unter dem Singular "Gnome" auf und hat sich dann wegen Streitereien mit Spotify einfach kurzerhand umbenannt und einen neuen Account angelegt. Bei Spotify. Muss ich alles nicht verstehen.

Hannah Lew – S/T LP

Etwas unterkühlter Elektropop von Hannah Lew aus Richmond im sonnigen Kalifornien. Hab ich eine Schwäche für, wenn es zu früh oder zu spät ist und die Sonne aufgeht. Mit dem 80er beeinflussten Neongeschmack auf der Leuchtröhre im Klo lässt es sich nicht einschlafen. Schön.

Night School. Auf LP erschienen und limitiert ausverkauft. Gibts aber noch auf schwarz bestimmt irgendwo und digital sicherlich auch noch. Ein Palindrom kommt zudem immer zur rechten Zeit und darf bleiben.

Docks – Migjorn 12″

Wenn sich die Welt mal wieder zu schnell dreht. Docks aus Nothing Toulouse. Das Duo macht den Kram schon länger und ist noch nicht an einer Haschisch-Vergiftung gestorben, dieser Slowcore und Shoegaze ist also gar nicht so schlimm. Sehr entspannend.

Araki Records, Coeur sur toi, Hidden Bay Records, Ligature & Tout Doux Records. Auf 12″ erschienen. Hilft gegen Cholera cholerische Anfälle, wenn die ganzen Vollidioten dich nicht in den Freitag lassen wollen. Verdammte Scheiße.

Marbled Eye – Forever 12″

Nach kurzer Schaffenspause haben sich die vier von Marbled Eye aus Oakland wieder inklusive eines neuen Bassisten ans Werk gemacht und liefern ähnlich euphorisch die ersten Einblicke in das neue Album ab.

Toller Post Punk mit nöliger Stimmlage. Tolle Gitarren und Bassmelodien mit viel Tanz im Bein und Bauch. Freu ich mich drauf.

Digital Regress. Der besagte Bassist ist übrigens der Label-Typ. Und der Bandcamp Schreiberling sagt, das sei ein ganz tolles Album. Na dann.

Horace Pinker / Raging Nathans – Split 7″

Die gibts noch? Ja. Horace Pinker und Raging Nathans teilen sich eine Split 7″ und spielen melodischen Skate Punk Melody Core. Pünktlich für den Frühling, um peinliche Flip-Versuche auf dem Board zu trainieren.

Rad Girlfriend Records. Auf 7″ erschienen in schwarz und bunt. Knieschoner sind uncool.

Joe & The Shitboys – Greatest Shits LP/CD

Wenn man sich fragt, was die Faröer Inseln eigentlich für einen Beitrag zum internationalen Punk Rock Schmutz liefern, kann man stets auf Joe & The Shitboys verweisen. Jetzt sogar auf die Gesamtausgabe ihres Schaffens in Form einer LP mit 37 Songs.

Queer, vegan und auf dem Skateboard geboren. 3 alte Singles aus den letzten 6 Jahren mit mehr albernen Attitüden als die Fußballnationalmannschaft Gegentore gefangen hat. Geiler Scheiß.

Alcopop. Schon länger auf Vinyl draußen und auf CD auch. Und Iggy ist auch ein Fan. Na dann.

Brainwash Victims – S/T CS

Angepisster Hardcore aus dem Käsestaat Wisconsin. Aus Milwaukee kommen die Käseköppe von Brainwash Victims und ballern charmanten Garage Hardcore Punk aus der Hüfte in den Magen. Viel besser kann man das eigentlich nicht abliefern und für die heiße Phase des Frühjahrsputzes genau der richtige Soundtrack, wenn es an die hartnäckigen und sinnlosen Dinge wie Staubwischen oder Teppichklopfen geht. Ganz geil.

Unlawful Assembly. Auf Kassette erschienen und eigentlich auch 8 einzelne Songs, aber hier nur digital und hintereinander weg ohne Trennstäbchen zu genießen.

Xray Xerox – I Just Wanna Have Fun With You

Wenn man so langsam warmgelaufen ist und das Feuer brennt, kann Xray Xerox seine beiden Holzscheite in Form von Rock’n’Roll Garage Synthie Punk Nummern noch mit oben dazulegen.

Zwei neue Songs von dem Verrückten aus LA. Der ist im übrigen nicht einfach nur ein dahergelaufener Synthie-Punk Fanatiker, der macht nebenbei auch unter seinem bürgerlichen Namen Anthony Kapfer Comedy, schreibt Bücher und tritt in Film und Fernsehen auf. Er wohnt auf jeden Fall in der richtigen Stadt.

Ihr auch?

Nur digital. Aber wenn er mal Platten macht, dann wahrscheinlich aus alten Röntgenaufnahmen. Da gab es doch mal so einen Hype drum, dass es in der UDSSR das ganz normal war, seine Musik auf die alten Röntgenbilder zu ritzen. Coole Idee, kann man dann auch thematisch nach Krankheiten sortieren. OK.

Wasted Youth Club – Shared Whining CS

Na, wie war euer "Record Store Day Haul"? Habt ihr ordentlich teure Scheiße gekauft, um die teuer einzurahmen oder noch teurer bei Discogs zu verkaufen?

Nein, ihr tut so etwas nicht. Ihr gehört schließlich zur Punk Rock Elite, wenn ihr das hier lest. Oder zum Bodensatz, der sich das nicht leisten kann mit diesen limitierten Singles und LPs einmal im Jahr. Zwischen Elite und Bodensatz liegt ja oftmals nur ein kleiner Schritt, der mit einem kräftigen Fehltritt in die Eier beginnt und in ausgelatschten Stinkeschuhen Hühneraugen blinzeln lässt. Also nein, kein RSD, kein Kapitalismus. Danke.

Passend dazu der Wasted Youth Club aus Arnhem in Holland. Die Band hat nicht mal eine Platte veröffentlicht, sondern nur eine total limitierte Kassette auf den Markt geworfen und verbeitet darauf eine angenehme Stimmung, die man am Montagmorgen ganz gut gebrauchen kann, wenn die Batterien aus Kopf und Telefon, E-Bike und Taschenlampe leer sind.

Die vier hippiesken Psychedelic Punk Rocker kommen zusammen, heulen sich gemeinsam aus und starten von vorne. Ganz geil. Der musikgewordene Dynamo für den Kaltstart.

La Cèpe Records. 50 Kassetten. Gibt es eigentlich eine Statistik, wie viele Menschen regelmäßig in einen Plattenladen gehen, die sich an den RSDs von den Warteschlangen fressen lassen? Ist bestimmt deprimierend. Naja.

Corpus Earthling – Adjust Your Tracking EP

Hattet ihr auch schon einmal Sorge, dass das Volumen der Kloschüssel in ICE Zügen nicht für das Geschäft ausreicht (Ja, ich fahre ICE. Eure Armut kotzt mich an)?

Gibt es dort eine Notfall-Sensorik, die automatisch auslöst und abpumpt, bevor der ganze Schlamassel überläuft? Und wie viel Liter passen da eigentlich rein? Und wieso hab ich so viel Kaffee und Wasser und Saft getrunken?

Ist das Volumen in Regionalbahn-Klos generell größer, weil dort meistens die saufenden Fußballhorden mitfahren und dementsprechend auch immer die volleren Abteile mit reziprok volleren Fans und volleren Blasen einhergehen, die dann entleert werden müssen? So viele Fragen.

Bisschen viel Pisse Thema in den letzten Tagen hier. Passend dazu die neue EP von Corpus Earthling, die mit dem charmanten lofi Synthie Garage Punk und Psychedelic Gitarrengedudel ganz wunderbar auf die Blase Tube drücken. Passt zu Schlangestehen vor dem Bahnhofsklo. Ganz geil.

Vestron Records. Hab kein physisches Release gefunden. ICE ist auch schon lange kein Status-Symbol mehr, seit es die ganzen schönen Inter-Regios nicht mehr gibt und man ja quasi gezwungen ist, mit dem besten Zug der DB zu reisen, der aber eigentlich auch nur eine aufpolierte Pöbel-Schleuder ist. Pah.