Spanish Needles – Echoes Of The Past CS

Punk Rock ist einfach nicht tot zu kriegen. Das merkt man einerseits an solch lustigen Konzerten wie dem gestrigen Satanic Surfers Gig (wie die coolen Leute sagen), wo dickbäuchige Männer aus der zweiten Hälfte ihres Lebens die Baseball- und Trucker-Cappies spazierenführen und neben lichter werdendem Haaransatz auch ihre Reihenhausmentaliät zu kaschieren versuchen.

Und andererseits an stetig neu aufkommenden Musikgruppen wie den Spanish Needles aus St. Petersburg in Florida.

Vor 5 Jahren gegründet, klingen die vier Jungs zuverlässig wie Bands aus den 90ern und 2000ern, als Punker auf einmal begannen, sich einen Bart wachsen zu lassen. Nur etwas glatter.
Ich find das nicht einmal besonders gut oder kreativ, aber es ist interessant, dass es noch immer genügend Menschen gibt, die auf den Sound Bock haben (sowohl aktiv als auch passiv).

Und naja, dass die Band eine Vorliebe für Titelnamen hat, die irgendwas mit Personen des öffentlichen Lebens zu tun haben, ist zumindest fast ein Alleinstellungsmerkmal. Da gibt es von Model über IRA bis zu Walter aus Big Lebowski und dem Typen von Suberbad jede Menge Auswahl. Warum? Egal. Das ist Punk Rock, muss man nicht verstehen.

Dirt Cult Records. Auf Kassette erschienen. Ich kannte keinen einzigen Song gestern, bin da auch nur zufällig hingestolpert, aber so ein Nostalgie-Trip ohne gemeinsames Vorwissen ist ganz schön öde, wenn der Sound der Band einfach nur in der Mitte der 90er steckengeblieben ist. Man selbst aber nicht. OK.

Hemene & Hel – La Source CD/CS

Keine Ahnung, wer das gerade braucht (ich), aber da hier ja jeder (ich) machen kann, was er (ich) will, knall ich ich ich mir heute Hemene & Hel aus Marseille ins Tagebuch.

Das muss man nicht verstehen. Ich tu’s jedenfalls nicht. Mandoline und Synthesizer haben wir auch nicht jeden Tag. Der Soundtrack für eure nächste Psychose. Oder Yoga-Session. Das liegt ja dicht beinander.

Coeur Sur Toi und Matière Super. Auf CD und Kassette erschienen. Entspannt euch.

Gurl – S/T 12″

Mir ist ja neulich aufgefallen, dass der Regen gar nicht aufhört, wenn ich aus Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt fahre. Ob das auch mit dem weltweiten Klima so ist?
Das hieße ja, dieses nationalistische Denken ist kompletter Unsinn, weil wir immer alle betroffen sind. Oh nein. Wer sagt es ihnen?

Das Debütalbum von Gurl aus Paris nach ein paar EPs geht in die Indie Rock Richtung der Dorfdisko, setzt sich dort auf den Schoß der Strokes und macht es sich bei den schmuddeligen Dinosaur Jr. Fans mit einer Flasche Lost Balloons gemütlich.

Passt sehr gut zum Nieselregen über die Landesgrenzen hinweg. Hübsch.

La Cèpe Records. Auf LP erschienen. Apropos Grenzen. Die Band bietet die Platte auf ihrer Bandcampseite portofrei für Pariser an. OK.

"Mein Gameboy ist mir ins Klo gefallen und macht jetzt nur noch so komische Geräusche." "Dann mach ein Album draus." "Ah, ok, cool."
Mit Leuten von Diode, Vaguess, Rearranged Face und The Ticks. Ganz geil.

CRV sind wie eine Art Epoxies für Erwachsene, die entweder keine Kinder haben oder deren Geduld noch nicht erschöpft ist. Punk! Under The Gun machen da ein Album draus. Für die Switch oder so.

Nancy And The Jam Fancys – S/T CS

Wann hat das eigentlich angefangen mit diesen X and the XY Bands?
From the top of my head, wie der Angelsachse sagt, fallen mir Amyl and the Sniffers, JJ and the A’s, Judy and the Jerks, Lucy and the Rats, Yea-Ming and the Rumours, Buck Biloxi and the Fucks, die französische Variante Jacques Grêle et les Fausses Fuites und vielleicht noch die Oma Siouxsie and the Banshees ein.
Ich hab bestimmt tausende vergessen, ihr könnt gerne einen Zettel schreiben und mit zusenden, ich freu mich immer über Post.

Hier die millionste Version der Bla and the Blabla Bands, diese kommt aus Moruya in Australien und hat kürzlich ihr erstes Release für den europäischen Markt via Idiotape Records in den Ring geworfen.  Nancy and the Jam Fancys!
Die ist eigentlich schon 3 Jahre alt und es gibt inzwischen sogar noch bessere Sachen der Garage Punks, aber ich belasse es mal dabei. Falls ihr Bock auf Whisky zum Morgengurgeln habt. Ganz geil.

Idiotape Records. Auf Kassette erschienen. Sollen wir auch ne Band machen? Wer ist Anführer?

Softjaw – Too Much Love Can’t Kill You LP

Es wird immer lächerlicher. In was für einer bekloppten Simulation lebe ich denn eigentlich, hat jemand dort draußen vergessen, Geld nachzuwerfen? Hallo? HAAALLLOOO? Das ist Mist hier, bitte wieder ein bisschen mehr realistischen Kram und mehr Verständnis und Sinnhaftigkeit und Liebe und so. Das muss doch bezahlbar sein.

Hier, der Soundtrack. Softjaw aus Long Beach haben es verstanden. Power Pop und Melodienüberdosis. Und entgegen der Einschätzung von Brian May, kann zu viel Liebe nicht töten. Sagen die vier Jungs vom langen Strand zumindest. So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Also bitte.

Dandy Boy Records. Bachelor Records. Auf LP demnächst raus. Was? Was sagst du? Drogen? Ach so, ok. Auch ne Lösung. Schönes Wochenende.

Fugitive Bubble – Voices CS

Leute, wann kommt denn endlich diese angesagte Umvolkung oder wie der Scheiß genannt wird. Bevölkerungsaustausch, genau. Macht mal hinne, ich kanns echt nicht mehr erwarten.

Kleiner Stimmungsaufheller mit neuen Songs von Fugitive Bubble aus Olympia. Die beste Mischung aus Minutemen und Big Boys Bassläufen plus einer Handvoll SST Spielereien aus den 80ern. Sehr gut.

Ragdoll Records. Kam auf Tape raus, funktioniert aber auch digital sehr glaubwürdig. Ich würde gerne gegen irgendwas Skandinavisches ausgetauscht werden, hab gehört, die sind immer happy. Danke.

Big Modern – S/T CS

Oberlippenbart-Punk aus Sydney. Zappelig und eingängig genug, um die Drehtür im Kongresszentrum joggenderweise im Schnelldurchlauf für knapp 10 Minuten zu verstopfen. Big Modern. Geht ab.

Idiotape Records. Auf Kassette erschienen. Der Schnauzer war ja ursprünglich als "Rattler" bekannt und nur auf Bauernhöfen zur Rattenjagd eingesetzt. Heute in aller Welt ein Modeprodukt. Na sowas.

Damaghead – Lily Gazpacho 12″

Kalte Suppe. Warum? Wusstet ihr, dass diese Ekel-Plörre früher eigentlich gar keine Tomaten enthielt, weil die ja erst im 16. Jahrhundert mit den Sklaven im Dreieckshandel importiert wurden?
Das war eigentlich nur altes Brot, kaltes Wasser mit Öl und Essig. Also quasi ein geschmacksneutrales Salatdressing. Warum?

Gut, früher musste man auch einfach nur satt werden, diese brachliegenden Geschmacksknospen im Mund hat man dann erst im französischen Feuda- und Kapitalismus entdeckt und umsorgen wollen. Aber kalte Tomate reicht da nicht, Leute. Naja.
Die musikgewordene Sommererfrischung aus Suppe nennt sich Damaghead und kommt aus Straßburg. Die machen so Indie Garage Pop mit Herbstlaune im Spätfrühling und dudeln dich zu Tode.
Wenn man einfach nur auf der Fahrt nach Frankreich einschlafen will. Gute Nacht.

Le Cèpe Records. Auf 12″ am Wochenende raus. Eigentlich beginnt doch jetzt die Suppenkasper-Zeit, da wollte ich mich drauf freuen. Und dann kommt diese blöde Stiefschwester Gazpacho um die Ecke und tut wieder so hip. Warum?

Hustle Culture – New Government Pyramid Scheme

Dieses NC-Konstrukt, dass man nur dann irgendwas Schlaues studieren darf, wenn man in der Schule strebsam, fleißig und hörig war, ist auch ein bisschen antiquiert, oder?
Wieso muss mein Hausarzt gut in Kunst, Musik oder Religion gewesen sein? Ich will nicht mit dem über Lemmy und Mozart sprechen.

Mir ist das ja egal, ich kann mich jetzt mit meinen 56 Wartesemestern quasi überall einschreiben, aber die neue Generation an Therapeuten muss immer noch nachweisen, dass sie einen Purzelbaum können, bevor man sie an die menschliche Psyche lässt. Komisch.
Neuer Song von Hustle Culture aus Cincinnati. Post Punk Synth Garage Core. Richtig gut und genau das Richtige für die Aufwärmrunde bei der letzten Partie Mini-Golf im Herbst, bevor das Laub die Spielbahnen unsicher macht. Vorsicht: Rutschgefahr. OK.

Feel It Records. Richtig tolles Foto auf dem Bandcamp Account. So stelle ich mir tatsächlich einen gelungenen Abend und Ausflug des Labels vor. Cool.