Rata Negra – Una Vida Vulgar LP

¡Buenas! Tolles drittes Album von Rata Negra aus Madrid!

Die zehn Songs, die von „Una Vida Vulgar“ erzählen, trällern dabei irgendwo zwischen dem quietschvergnügten frühen 80er Jahre WavePunk und dem verspielten Gute Laune Punk Rock vom Lagerfeuer am Strand. Und auf dieses Gerüst wird dann ein großer Haufen von grobem Brei aus Postpunkigem Allerlei gegossen. Fertig ist der Pop Punk Post Dudel Wahnsinn.

Hin und wieder kann man das Salz schmecken, den Sand in der Arschritze fühlen und die toupierten Haare vor seinem geistigen Auge sehen. Schöne Produktion, man schummelt sich hier nicht sieben Gitarren in den Sound, der nur von den drei schwarzen Ratten eingespielt wurde.
Klingt echt, macht Spaß. Sogar Menschen, die kein Italienisch können.

Kam vor ein paar Wochen in Spanien bei Humo Internacional heraus und in England bei dem bewährten Label La Vida Es Un Mus Discos. Die Farben, die bei der Covergestaltung fehlt, haben die kreativen Köpfe dann in das Vinyl gemischt. Es gibt sowohl rote wie auch grüne und schwarze LPs zu kaufen. Zusammen ist das dann die gefürchtete Kenia-Koalition.

Viel mehr Punk als „schwarze Ratte“ kann man eigentlich beim Bandnamen nicht sein. Obwohl, „Pantalones Muertos“ hört sich eigentlich auch ganz cool an. Haha.

Mononegatives – Apparatus Division LP

Habt Ihr Euch auch schon einmal gefragt, warum eigentlich so viele Städtenamen wie zum Beispiel London, Dublin, Manchester, Paris, Cambridge, Braunschweig, Frankfurt, Bierbergen und und und…doppelt und dreifach vergeben sind?
Ja? Wieso?

Ich stolper da eigentlich nur gerade drüber, weil ich mal wieder über die Mononegatives was schreiben will. Die kommen eben nicht aus Europa, sondern sind im London von Ontario ansässig, was sie zu Kanadiern macht. Und das ist sensationell egal, denn was macht das schon aus, ob die Toiletten mit Wasser voll sind oder ob man anständige WCs hat. Ach, egal.

Nach ein paar sehr guten Singles und Beiträgen zu ganz fantastischen Compilations haben die drei Jungs von Mononegatives nun endlich ihr erstes Album veröffentlicht. Und natürlich sind sie ihrem Sound treu geblieben und feuern ein Dutzend Synthie Garage Punk Nummern aus der Hüfte, dass es eine wahre Freude ist. Wem die Songs hier nicht in den kleinen Zehen kribbeln und bis in die Haarspitzen punkelektrische Schläge verursachen, der hat wohl keine Durchblutungsstörung so wie ich. Oder keine Freude an Musik.

Das Debüt Album kann man glücklicherweise in Europa bei No Front Teeth bestellen und in Kanada bei Big Neck Records über den Stream hören. Wenn das nicht ein Beitrag zur transatlantischen Freundschaft ist!
Geiler Scheiß aus London (Ontario, ihr Erbsenzähler).

Wie unkreativ waren diese ersten Siedler damals eigentlich? Dachten die, das merkt schon keiner?
Huch, das ist ja total egal!

Bootlicker – S/T 12″

Obacht! Da bahnt sich schon wieder eine Granate aus dem Neon Taste Universum seinen Weg in eure Gehörgänge. Mit dem ersten richtigen Vinylalbum von den Kanadiern Bootlicker schlägt eine ganz ordentliche Ladung Krawumms in die Hörmuschel ein, die von dort direkt in die Magengrube und ins limbische System zersplittert und sich für den Rest des Monats dort festsetzt.

Richtig guter Hardcore Punk oder meinetwegen D-Beat, wie man es von dem Label und auch der Band ja inzwischen schon gewohnt ist – siehe die ersten Singles der fünf Freunde oder aber auch deren andere Projekte wie Watch Dog oder Headcheese

Leider erst einmal nur zwei Songs zu hören, aber die 12″ auf 45rpm kommen schon ganz bald im Juni dann auch tatsächlich in Europa bei Static Shock heraus und dann kann man sich mit Genuss und Schutzkleidung den gesamten 14 Einschlägen widmen.
Geiler Scheiß aus Vancouver!

Ist es nicht großartig, dass wir durch das Hören von aggressiver Musik so unglaublich gute Laune bekommen können? Das ist ja quasi das Gegenteil von Volksmusik – fröhliche heile Welt aus den Lautsprechern und die Zuhörer schimpfen nur den ganzen Tag.

Spike Pit – 2 Heavy Metal 4 Punk CS

Jetzt, wo endlich Sommer ist und die Pandemie überstanden und Erdbeeren reif sind und den herrschenden Großkapitalisten der Kopf abgeschlagen wurde, können wir uns ja mal entspannen und uns den schönen Dingen im Leben widmen.
Erdbeeren zum Beispiel!

Für die Krawallbrüder und Krawallschwestern unter euch gibt es aber auch andere Geschmacksrichtungen, die bedient werden können. Wie wäre es zum Beispiel mit den verrückten Leuten von Spike Pit, die demnächst ihre dritte LP in drei Jahren veröffentlichen und dazu schon einmal vorweg eine Kassette bei Tetryon Tapes (Feral Kid Records) in die Welt entlassen? Drei Songs vom neuen Album und zwei exklusive Stücke. Ja, das schmeckt nach Klopperei auf dem Schulhof.

Es erinnert mich an Skateboardfahren und Zigaretten rauchen und an Bier aus Dosen trinken und an das Lagerfeuer am Strand auskotzen, was die Burschen aus Cleveland da machen. Es ist absolut anachronistisch und der Titel sagt eigentlich schon alles.

Geiler Scheiß aus Ohio. Haben wir auch nicht so oft hier, ne?

Wenn ihr das furchtbare interessante „Annoying“ öfter als einmal ertragen könnt, seid ihr 2 Punk 4 Heavy Metal. Ha.

Teaser…schon wieder

Wieder einmal trauen sich verschiedene Bands und/oder Labels nicht, vorab ihre gesamten Früchte der harten Arbeit unters Volk zu bringen. Man möchte lieber ein paar Appetithappen verteilen, um Lust auf Mehr zu generieren. Is ok, mach ich jeden Tag mit dem Abendbrot bei der Familie auch so. Ein Riesenspaß!

Pigeon – Deny All Knowledge Of Complicity LP

Ein toller Song von den Berliner Post Punkern, deren Namensvettern ich bei GTA IV allesamt abgeballert hab, und das erwähne ich hier nicht ohne Stolz. Die Musik von Pigeon ist immer noch großartige Unterhaltung aus der Allee Der Kosmonauten Ecke mit wunderbaren Bassläufen und super eingängigen Melodien aus Gesang und Gitarre. Bumm. Das zweite Album der Band kommt im Juni beim Berliner Label Adagio auf schicken 12″ Vinyl heraus und enthält wohl zusätzlich noch ein kleines Fanzine. Cool!

Leopardo – Malcantone LP

Mal was Anderes. Leopardo aus Freiburg in der Schweiz machen schon seit ein paar Jahren sehr interessanten Dudelkram in der psychedelischen Rock n‘ Roll Plüschsofaecke und ich kann das Ensemble ganz wunderbar gemeinsam mit einem Brocken Diazepam genießen. Jetzt kommt im Juni das neue Album unter anderem bei Feel it Records (USA) heraus und zu einem Song mit schöner Akkordfolge kann man schon jetzt beim Autofahren einschlafen. Ich freu mich drauf. Erinnert mich teilweise an Kay Kay & His Weathered Underground. Feine Sache.

Glöm Allt – När Värkden Försvinner

Ich hatte gerade noch ein paar Umlaute zu viel auf meiner Tastatur herumliegen. Glöm Allt aus Kopenhagen haben vor ein paar Tagen zwei Songs von ihrer LP als Teaser veröffentlicht und können mich damit schon einmal hinterm Ofenrohr hervorlocken. Weil ich eine Schwäche für skandinavischen Punk Rock hab. Warum eigentlich? Ich versteh kein Wort und musikalisch ist das auch relativer Standarkram. Aber geiler Scheiß, was soll ich machen. Hört euch an, wie Stina ihre Stimmbänder malträtiert und sagt, dass das nicht fantastisch ist. Echt mal. Keine Ahnung, wann die LP kommt. Aber bald.

Connie Voltaire – Suburbs EP

Zum Schluss noch eine komplette Cover EP, weil es so absurd ist. Connie Voltaire spielt hier einfach mal die gesamte EP der Suburbs aus dem Jahr 1978 nach, weil er es kann und weil es toll ist. OK. Erschien heute bei Another Label und zeigt mal wieder eindrucksvoll, dass es früher überhaupt kein Problem war, 9 Songs mit über 15 Minuten Spielzeit auf eine fucking 7″ zu pressen und kein Vinyl zu verschwenden. Ha!

Punxelated #3

Wenn eure quadratischen Augen mal eine Pause brauchen von den vielen flimmernden Manga-Filmchen mit den ewigen Blitzen und Surren und BrrmmWroomsszeugs und eure Fingerkuppen vom vielen sinnlosen Swipen taub geworden sind, ist es vielleicht mal wieder Zeit, beim Kacken ein analoges Medium zur Hand zu nehmen. Keine Bange, kein Buch oder Fanzine. Ihr müsst ja hier immer schon zu viel Text ertragen.
Nee genießt stattdessen einfach mal wieder ein Hochglanzmagazin voller fabelhafter Farbfotografien.
Punxelated
Nummer drei ist unterwegs und Marc hat nur 20 Jahre zur Fertigstellung gebraucht. Cool!

Ihr kennt Marc Gärtner sicherlich von der einen oder anderen Show aus den letzten 15 Jahren Punk Rock und Hardcore im Westen Deutschlands. Es ist dieser sehr sympathische Typ mit der Kamera, dem Faible für Fritten und für poppigen Punk Rock. Der Typ macht sensationelle Bilder von Punk Rock und Hardcore Shows (unter anderem) und hat ein Händchen für den richtigen Moment und die richtige Szenerie. Zumindest konnte man das bislang ganz gut in den ersten beiden Heften so genießen. Ich hatte da vor 8 Jahren schon mal was zu erzählt…

Nun hat also auch Marc im Gegensatz zu uns die Pandemie sinnvoll genutzt und sein Archiv mal ein bisschen aufgeräumt, die besten Bilder zu einem Heft zusammengetackert und den Rest auf seiner neuen Seite online gestellt.

Geiler Scheiß aus äh, Bonn?

Kauft das Heft, es ist gut. Mir haben die ersten beiden Ausgaben immer sehr bei Verstopfungen geholfen gefallen.

Cold – S/T LP

Schön, dass jetzt jemand auf die Eso-Spinner und die Reichswürger und die anderen armseligen Dummbrote der sogenannten „Querdenker“ Bewegung aufpassen will. Dass es ausgerechnet der Verfassungsschutz machen soll, ist natürlich ein bisschen ärgerlich, wenn man sich mal so die „Erfolge“ des Organs ansieht.

Und ebenfalls etwas blöd, dass man dafür eigens eine neue Kategorie erfunden hat. Die „Delegitimierung des Staates“ soll nun also genügen, um beobachtet zu werden?

Haha. Geil. He, Deutschland, ich find Dich ganz schön oft ziemlich kacke und will Dich so nicht haben.
Ach, ich merk schon, das ist was für meine Therapeuten und nicht für euch.

Aber vielleicht ist das hier was für euch.
Eine tolle Band aus Osnabrooklyn, der Stadt, in der sich unser ehemaliger Bundespräsident Herr Wulff als König zur Ruhe gesetzt hat. COLD gibt es erst seit 3 Jahren und schon kommt ihr Debüt Album bei Kidnap Music heraus, nachdem sie 2019 eine EP noch selbst veröffentlicht haben. Es geht hier grob in die Punk Rock Indie Richtung und das sehr solide und gut vorgetragen, sehr sicheres Songwriting und die LP hat das Presswerk mit einer guten und sauberen Abmischung verlassen. Schade, ein bisschen mehr Rotz in den Sound und es würde mich noch mehr begeistern.

So geht ein bisschen was von der Kraft und der Wut oder Verzweiflung verloren, wenn da so ein glatter Sound am Ende herausgebügelt wird. Vielleicht höre ich in letzter Zeit aber auch einfach zu viel lo-fi 2 Spur Demos.

Wirklich gute Platte mit sehr guten Musikern und guten Texten und guten Melodien und guten Rhythmen/Beats und guten Ideen, an manchen Stellen klingt Sängerin Hannah sogar ein bisschen nach Kim Gordon. Mehr kann man mit einem Debüt Album nun wirklich nicht verlangen.
Guter Scheiß aus Osnabrück. (So ein Bett hatte ich auch mal.)

Wenn „zu rechts“ und „zu links“ nicht auf die „Querdenker“ Bewegung gepasst hat, wieso dann nicht einfach eine neue Kategorie „zu doof für Deutschland“? Kann man die nicht beobachten?

Trauma Harness – Greenhouse

Als ich heute meinen Aufschlag beim Tischtennisspielen trainiert habe, ist mir der Gedanke gekommen, dass wir vor einer ganz grauenvollen Zukunft stehen könnten. Nein, nicht das neue Broilers Album, sondern was richtig Dystopisches.

Mal angenommen, die Impfstoffe gegen Covid 1-1000 wirken alle auf lange Sicht schädlich bis tödlich. Also so schädlich, dass man zumindest sehr dumm und langsam wird. Dann blieben ja am Ende nur Impfgegner & Volldeppen übrig. Ich mein, ok – die können sich dann kurz gegenseitig feiern, dass sie es ja gewusst haben und sie die letzten Überlebenden sind. Aber dann?

An dieser Stelle empfehle ich noch mal den Blick auf den fantastischen Film „Idiocracy“, der quasi die gesamte Entwicklung der letzten 10 Jahre vorhergesagt hat und darüber hinaus einen guten Ausblick auf die Zukunft bietet. Und das fand ich irgendwie grauenhaft, als ich da auf dem Schulhof stand und meinen Eimer mit Tischtennisbällen sinnlos entleerte und einen Ball nach dem anderen gegen den Wind in die Walachei schlug.

Aber es gibt ja auch noch kurzfristig erheiternde Dinge. Wie Musik zum Beispiel. Das neue Teil von Trauma Harness aus St. Louis in Missouri zum Beispiel lässt einen direkt vergessen, dass man die ganze Scheiße später ja auch wieder aufräumen muss und einsammeln und ach kacke, muss los.
Erschien vor einer Woche schon. Nur digital und deswegen nicht besser, aber gut.

Also ich bin jetzt schon 7 mal geimpft und mir geht super. Merke nix von Nebelwirkunnnnnndfg

The See-Saw – At Any Time 7″

Heute habe ich gelernt, dass es tatsächlich mehr Legofiguren auf der Welt gibt als Menschen. Und, dass in Japan knapp ein Drittel der Bevölkerung über 64 Jahre alt ist.

Das hat jetzt nicht unbedingt einen direkten kausalen Zusammenhang, aber das ist traurigerweise der Fetzen, der mir von meiner Nachrichtenberieselung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über den Tag verteilt am Ende hängen geblieben ist.
Naja, immerhin.

Auch interessant: The See-Saw aus Kyoto haben gerade ihre dritte Single veröffentlicht. Und wenn ihr die auf Vinyl haben wollt, könnt ihr dieses Mal sogar ein bisschen Porto sparen, weil die Japaner tatsächlich in Spanien bei Folc Records veröffentlicht haben. Hurra.

Zwei schöne Power Pop Punk Rock Songs, wie man es von den aussterbenden Insulanern gewohnt ist. Toll.

Wenn euch langweilig ist, dann stöbert doch mal ein bisschen in den Suchergebnissen für die Vorgängerband „Nylon„. ロックンロールは止まらない

Danny’s Favorites – There Still Punk CS

Ein neues Projekt von Trevor Lake und Aron Mika aus Rochester im Staate New York. Die beiden fleißigen Vögel haben in den letzten 10 Jahren schon in ziemlich vielen Bands gemeinsam ihr Unwesen getrieben. Von Hardcore über Surf und Punk alles dabei und ich kenne nix davon. Na sowas aber auch.
Oder kennt ihr die Bands hier: Flip Shit, Beastman, Cold Gaze? Egal.

Im Hier und Jetzt haben die beiden auf jeden Fall mit Danny’s Favorites eine hübsche lofi Mischung aus Power Pop Garage Rock n‘ Roll der frühen Punk Rock Tage ins Studio gezaubert und mal eben 8 supercoole Sommerstimmungshits auf drei bis vier Spuren gebannt. Trevor spielt alle Gitarren und singt, während Aaron zauberhaft über das Schlagzeug wirbelt und dem ganzen Album eine angenehm swingende Grundstimmung verleiht. Es klingt hin und wieder vielleicht sogar ein bisschen nach den fantastischen The Gun Club. Ich finds großartig – die sollen sich mal einen Bassisten suchen und live auftreten.
Hä? Ach ja. Mist.

Erschienen am 20. 04. bei Feral Kids Records auf Kassette. Geiler Scheiß.

Cold Gaze gibt es gar nicht, die hab ich erfunden. Guter Bandname eigentlich. Gern geschehen.