The Burrow – Bitter Wind

Besser als sie selbst kann man den Sound kaum beschreiben, den The Burrow aus Portland in Oregon zelebrieren. "Rainy Portland Basement Punk". Und das mit aller Liebe. Richtig gut und manchmal ein bisschen an die ersten Singles von den Crusades erinnernd, aber weniger poppig. Toll.

Ob das wohl Tolkien Fans sind und heimlich als Hobbits verkleidet proben in ihren "burrows", oder hab nur ich diese Assoziation? OK.

Trollop – Manic Pixie Dream Violence

Hektisch sympathischer Garage Punk mit ein bissle Hardcore Geschmack. Trollop kommen aus Cleveland und mehr weiß ich nicht. Ganz geil.

Noise Merchants Records. Ein paar Kassetten gibts davon. Sind barbusige Damen auf Covern jetzt wieder in? War da nicht gestern erst was? Na sowas.

Oddfellows – S/T LP

Die ersten Geh- und Stehversuche auf den wackeligen Beinen von Denton Texas' Urgewächsen Chris Pulliam, Mark Ryan und Mike Throneberry, die man sicherlich von Bands wie Mind Spiders, Marked Men, High Tension Wires und vielen anderen kennt, begannen mit den Oddfellows vor ca. 30 Jahren.

Neulich wurde ihnen wohl ein bissle langweilig und sie haben sich kurzerhand noch einmal getroffen, ein Album eingespielt (inklusive eines Coversongs von den Reds) und veröffentlichen damit jetzt ihr Debüt nach über 30 Jahren.

Naja, und das klingt dann natürlich wie eine Mischung aus der gesamten Schaffensphase der betreffenden Typen. Vielleicht geht es ein bisschen in die Mind Spiders Richtung, weil sie sich zusätzlich noch deren Gitarristen (Peter Salisbury) ausgeliehen haben. Klar. Warum nicht.

Wild Honey. Vorzubestellen, erscheint im Juni auf Vinyl. Jetzt erst einmal nur einen Song als Vorgeschmack. Warum nicht einfach einen neuen Namen und eine neue Band? Naja.

Crocodiles – Greetings From Hell LP

Nachdem die Crocodiles ihrer Diskografie nach zu urteilen die Weihnachtsfeiertage vor 5 Jahren in der Hölle verbracht haben (Christmas in Hell), sind sie wohl direkt da geblieben, haben sich häuslich eingerichtet und senden nun nette Grüße von dort in Form zweier Hände voll Power Pop Garage Punk, der eigentlich zu nett klingt für so Teufelszeugs. Ist okay.

Starten wir die Woche mal locker flockig.

Wild Honey Records. Auf pink und schwarz erschienen. Eigentlich stammt das Duo ja aus San Diego, aber Hölle soll’s wohl sein. OK.

F.A.N.T.A. – Necesito tiempo

Nur, um noch mal eine Band mit Akronym hier reinzukleben, habe ich die Promo Single von F.A.N.T.A. noch im Köcher. Schiefes Bild, aus dem Köcher kann man doch nichts einkleben. Egal.

Toller Pop Punk aus Barcelona (glaub ich), der so in die Richtung Hakan und Sonic Avenues oder Steve Adamyk geht. Hab ich vor 15 Jahren richtig abgefeiert und kann ich an solch sonnigen Tagen immer noch gut hören, ohne ein einzelnes Wort zu verstehen. Auch egal. Bissle ignorant unterwegs heute, aber hellwach genug, um euch daran zu erinnern, dass Fanta eine Nazibrause ist. Müsst ihr selbst wissen.

Dieser Song hier ist eine Salami-Taktik-Werbung für das neue Album der Brause-Band, das genauso heißt wie das letzte, nur Teil 2. ¡Me Aburro! Heißt soviel wie "Ich langweile mich". OK.

Snap Records. Irgendwann kommt das neue Album raus. Bis dahin kann man sich diesen Song kaufen. Scheint schlimm zu sein in Barcelona (glaub ich), wenn man da sogar zwei Platten zu dem Thema machen kann. Da bleib ich lieber hier.

T.U.F.T. – Swallow Me Whole CS

Tolle Hardcore Band aus St. Louis, die sich selbst als Medieval Slut Punk bezeichnet und ich hab keine Ahnung, was das bedeuten soll.

Also dieses Akronym. Tuft bedeutet so viel wie Büschel und hat jetzt auf den ersten Blick keine besondere Nähre zu Punk Rock oder dem Mittelalter oder Slut Gedöns. Und wie das Akronym aufgelöst wird, möchte ich auch nicht googlen. Könnt ihr machen. Ist ja langes Wochenende.

T.U.F.T. spielen eigentlich mit recht modernen Instrumenten herum und ballern uns auf dem Album aus dem letzten Jahr ordentliche 9 Stücke um die Ohren, ohne Kettenrasseln oder besonders schlampige Ausuferungen. Aber was solls, hier darf jeder sein Genre selbst auswählen und bestimmen.

Ganz geil.

Noise Merchant Records. Auf Kassette erschienen. Im Original (also digital) bereits letztes Jahr im März veröffentlicht, aber das hab ich nicht mitbekommen. Jägermeister Fanta war früher mal total toll. Lasst’s euch schmecken.

The Tensions – Runnin' / True Lies

The Tensions aus Mont-de-Marsan ist eine der Bands, die aus drei Leuten besteht und wo der Drummer singt, während die beiden Gitarristen beim Konzert, ähm, Gitarre spielen.

Da fühl ich mich manchmal ein bisschen verloren, weil ein Sänger eigentlich stehen muss. Und ins Publikum springen und herumhüpfen, seinen Texten Ausdruck verleihen durch körperliche Präsenz auf der Bühne und so weiter. Nicht rumhocken. Ist doch klar. Unterdessen sind Snuff (bis 1992) eine meiner Lieblingsbands – soviel zu meinen Meinungen und Einstellungen.
OK, The Tensions machen melodisch bis indie-poppigen Garage Punk, der wunderbar zum kleinen Freitag passt für den Roadtrip nach Berlin zum revolutionären 1. Mai. Muss man dann halt je nach Länge und Dauer der Anreise ein paar Mal hintereinander hören, aber kann so vielleicht die nötige Aggression und Energie aufbauen, die es braucht. Mal sehen.

Ja, die zwei Songs sind alt. Man kann aber dazu einen Button kaufen, erhält zwar die Songs nicht kostenlos dazu, aber dann hat man einen Button. Im Mai kommt was Neues von denen raus, aber ich darf das noch nicht veröffentlichen. Im September dann ein Album, aber ich darf da nichts zu sagen. Komische "Medienstrategie", wenn ihr mich fragt. Aber wer tut das schon. OK.

Cronies – Demo CS

Keine Ahnung, was ihr morgen macht, aber heia bei uns ist Walpurgisnacht. Wir tanzen mit dem Teufel und fliegen mit dem Besen gegen den Brocken, den wir Berg nennen. Keine Ahnung, was das soll, aber ebenso sinnvoll wie auf einer Gewerkschaftskundgebung leere Parolen vor sich her zu säuseln. Ach so, das ist ja erst übermorgen. Hm.

Passend dazu ein Demo von den Cronies "for people who hate their job and love too hard".

Erinnert Jan manchmal ein bisschen an Hank Wood (der Gesang) und da muss ich ihm zustimmen. Ansonsten ist das angenehm rotziger Garage Punk bis Pub Rock, der das Potenzial hat, ein gesamtes Wochenende zu versüßen, wenn man sich nur oft genug auf den Kopf hauen lässt oder gegen einen Berg fliegt, um das Kurzzeitgedächtnis durcheinander zu bringen. Viel Erfolg.

Ragdoll Records. Auf Kassetten erschienen. Die Band hat sich angeblich schon viermal aufgelöst, scheinen richtig gute Freunde zu sein. Was George Harrison da auf dem Cover verloren hat, weiß ich auch nicht. OK.

Problem Green – Sorry I Don’t Matter CS

Sympathischer Garage Punk aus der melodischen Ecke, wo es nicht so schmutzig ist und nach Rattenscheiße stinkt, sondern wo die eingemachte Marmelade und der Apfelmus in Gläsern gestapelt stehen.

Problem Green sind vier junge Leute aus Sydney, die Probleme besingen, wie sie junge Leute vor 60 Jahren auch schon in Little Wyrley oder Rötzum erlebt haben und die eigentlich gar nicht grün klingen, sondern erfrischend Punk – nachdem aus Sydney irgendwie viel zu viel Eiersalat kam. Erfrischend. Ganz geil.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Wenn er Apfelmus beim Öffnen zischt, hat man Spaß beim Kartoffelpuffer essen.

Prince Daddy & The Hyena – Hotwire Trip Switch

Wenn Dir Jeff Rosenstock zu hektisch und allesaufeinmal geworden ist und Weezer ein bisschen hektischer und allesaufeinmal vertragen könnte, dann probier doch mal den neuen bunten Drops von Prince Daddy & The Hyena aus.

Der schmeckt nach lustigem Punk Rock mit ein bisschen Synthies hier und ein bisschen Emo-Gedudel dort und hervorragenden Tanzschritt-Mustern zu den ersten Freudenfeuern des Jahres. Ganz geil.

Counter Intuitive Records. Gute Laune in 12 Dosen und ich meine nicht Bier.