Surfbort – Reality Star CS

Während ich gerade den Frühlingsputz im Bett mache und zumindest mal die Frühstücks-Croissant-Krümel vom Laken fege, kommen mir die ersten drei Songs des neuen Surfbort Albums gerade richtig, um damit aufzuhören.

Unabhängig von dem Sound bin ich direkt aus dem Bett gefallen, als ich das Cover gesehen hab. Von der Sängerin und der Tante des Drummers in der Hölle gezeichnet und mit des Teufels spitzem Schwanz koloriert. Ist das Kunst? Ist das Punk? Ist das egal?

Kommt in ein paar Tagen raus und macht eigentlich dort weiter, wo die Band vor 5 Jahren aufgehört hat. Eingängiger und melodisch bis seltsam federnder Pub und Punk Rock. Für den anderen Teil des Montags.

Roolette Records. Auf Kassette. Da ist das Cover kleiner. Scheiße, das war ein Schoko-Croissant und jetzt hab ich die ganzen braunen Bremsspur-Flecken im Bett. Das glaubt mir ja auch niemand.

Sexaphone – Lost Connections 2004-2025 CS

Vom "Board of Peace" zum Krieg in nur einem Monat – Respekt. Wo gibt es eigentlich diese Pillen, die man für Montag bis Sonntag einnehmen muss, um zu funktionieren? Ah, direkt hier… wir praktisch.

Lofi Garage Punk mit Drums und Gitarre aus der Vergangenheit Londons.

Sexaphone gab es eigentlich nur ein paar Jahre in den Nullern, also ziemlich genau vor 20 Jahren, und damals haben sie zwei Singles mit genau diesem dreckigen und vielleicht auch simplen Sound vor die Pubs gerotzt. Also zumindest simpler als der Kram von Black Time, bei denen sie beide ebenfalls ziemlichen Krach gemacht haben, aber ein bisschen bluesiger, rockiger.

Hier also die Zusammenfassung ihrer Schaffenskrisen aus den letzten 21 Jahren inklusive ein paar neuer Stücke, die extra für diese Veröffentlichung aus dem modrigen Keller gezogen und komplett neu eingespielt wurden. Roh und sympathisch dilettantisch – wunderbar.

Girlsville. Auf Kassette erschienen. 20 Songs für den Montag, gut dosiert gibt das genügend Schub für den ganzen Tag. Und mit Schub meine ich im Bett liegen bleiben, Sonne hin oder her.

Dylan McCartney – For Those Not Here CS

Ein Soloalbum vom Post Garage Punk Spezialisten Dylan McCartney aus Cincinnati. Ihr kennt die Musik, die er in den Bands und Projekten seit Jahren abliefert (Crime Of Passing, The Drin, Motorbike, The Serfs, usw.), aber kennt ihr auch sein ruhiges, teilweise etwas seltsames Werk aus dem Herbst letzten Jahres, auf dem er mit einer Mischung aus Folk und Post Trash Punk seiner Oma gedenkt, die letztes Jahr verstorben ist?

Genau das richtige Tonbandgewusel für den Freitagabend im klaustrophobischen Kellergewölbe des Kleinhirns. Cool.

Chrüsimüsi Records haben daraus eine Kassette gebastelt und auf die B-Seite noch ein paar unveröffentlichte Tracks aus den Jahren 22-25 gezaubert. Das lohnt sich.

The Dumpies – Lub Dub LP

Hey, Dumpies – die 90er haben angerufen und wollen ihre FYP Songs zurück. Hey Arne, die Dumpies haben geantwortet: Fuck You & a half.
OK.

Dirt Cult Records. Auf LP erschienen und zeitlos genial zum mentalen Skateboardfahren geeignet.

Crater Snakes – Paddy Wagon 7″

Ein bissle Cow Punk aus Kanada, warum nicht. Die Crater Snakes erklären euch hier in vier Stücken, wie man in Deutschland zukünftig die Drohnen vom Sofa aus steuern kann und leider sind erst einmal nur zwei verfügbar und deswegen müsst ihr gut aufpassen, wenn… ach nee. Falscher Blog.

Stimmungsmusik für den kleinen Freitag.

Chaputa! Records. Auf 7″ oder 10″ oder auf einer mutigen 12″ wird das wohl erscheinen. Kennt ihr The Mants noch? Das sind die gleichen Leute. OK.

The Good News Dudes – S/T CS

Leute! Ich bin Papst. Habt ihr das gelesen? Wahnsinn.

Und noch rückwärtsgewandter ist unsere Regierung, die stolz verkündet, dass wir auf unsere Klimaziele einen großen Haufen Scheiße setzen. Alte weiße Männer, Freunde. Wie lange hält das eine Gesellschaft noch aus?

Zeit also für die Good News Dudes, die uns wenigstens mit ein bisschen angenehmen Pub Rock aus Südafrika den Lebensabend vor dem Öl- und Gasofen verschönern, indem sie uns eine heile Welt vorgaukeln. Rock’n’Roll stirbt zuletzt. Auf geht’s.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Mit einer ausgewiesenen "Fuck it" Attitude ausgestattet, erträgt man das Weltgeschehen offensichtlich auch besser. Bekackt.

Tacoblaster – Digital Fun-Zone LP

Tacoblaster aus Bordeaux haben jetzt schon den erfrischenden Sound für den heißen Sommer im Angebot. Oder andersrum.

Das klingt manchmal ein bisschen so, als hätten Sweet Reaper ein neues Fuzz Gerät Fußpedal in der Garage gefunden und hüpfen darauf fröhlich herum. Eine entspannte Mischung aus Pop Punk, Surf und Garage Rock wird da in 12 Songs auf dem Album geboten, die wie warmer Sand zwischen den Zehen durchrieselt.

Und dann im Zelt nervt, aber das hat man davon, wenn man so ein schiefes Bild aufmacht. OK.

Howlin' Banana Records. Auf LP erschienen. Das Cover ist auch vom Chef der Band entworfen und mit der Hilfe von Lucie Bedu umgesetzt worden. Aber eigentlich macht alles Tom Caussade. Auch die Interviews. Oh lala. Das ist Egg? Verdammt.

Conspiracy Of Owls – S/T LP

Hin und wieder muss man auf seine Armbanduhr schauen, um sich zu vergewissern, dass wir im Jahr 2026 leben bei dieser ganzen anachronistischen Musik, die uns den ganzen Tag berieselt oder zuhagelt.

Das wird auch heute wieder bei Conspiracy of Owls aus Detroit deutlich, die irgendwie in den 60ern und 70ern der Power Pop Beach Boys Klonerei steckengeblieben sind.

Falls also jemand noch nicht alles aus dem Umfeld der hippiesken Surfbands aus den swinging Sixties ausgelutscht hat sowieso noch ein bissle psychedelische Drogenreste aufzubrauchen sind, dann sollte er sich dieses feine Werk auf den Plattenteller legen und in die ferne Wohlfühl-Vergangenheit entfliehen. Gut für den müden Montag.

Wild Honey Records. Auf ganz vielen LPs erschienen. Ich hab nicht mal eine Armbanduhr. Wer hat denn bitte Armbanduhren?

Die Verlierer – Zersplittertes Glas

Die Verlierer machen jetzt Indie Pop Rock mit Snare Drum aus den 80ern. Mein Freund am Puls der Berliner Luft meinte, die Band erinnere ihn live stark an Marius Müller Westernhagen. Hm.

Ich find das gut. Bissl Kunsthochschule, OK. Aber was aus Berlin klingt heutzutage noch nach Straße?

Today’s Milk – Party Store/Good People

Unsere tägliche Milch kommt heute aus Kalamazoo und schmeckt nach lofi Garage Punk aus den 90ern mit einer guten Ladung "zu weird fürs College Radio". Today’s Milk ersetzt die Abnehmspritze. Toll.

Will sich denn kein Label da mal dranhängen? Schon 3 EPs und diese Single veröffentlicht. Wenn das zu lange herumliegt, werden die nur sauer.