Rumeur – À Nos Mains LP

Keine Ahnung, warum ich da ne alte Zeitstrafe Band im Ohr habe, wenn ich das Debüt von Rumeur auf meinem MP3-Player beim Brustschwimmen genieße, es muss die mangelnde Bildung im Genre Screamo sein. Das ist doch Screamo, oder?

Naja, ich find die ganz nett. Schweigen zur rechten Zeit, schreien und brechen aus, wenn es gerade passt und verharren in Stille, wenn man unter Wasser ist, um seiner Badehose hinterher zu tauchen. Mal was anderes.

Remorse Records. Kurhaus, die hatte ich im Ohr. Oder waren es Escapado, mein Gott, das ist so lange her. Ist ja auch scheißegal, raus jetzt aus dem Wasser ich hab schon blaue Lippen. Genießt den Schatten.

Yea-Ming And The Rumours – Residue LP/CD

Falls es euch ähnlich geht wie mir, und ihr keine schweren Metal- oder Sludge- oder Hardcore-Riffs bei der Hitze ertragen könnt, dann lasst euch an die Hand nehmen und lauscht den sanften, sonnigen und entspannten Klängen von Yea-Ming and The Rumours. Da kommt man nicht ins Schwitzen und braucht auch nicht alle 20 Minuten ein "Hydration Break", da nuckelt man genüsslich nebenbei an Eiswürfeln aus Gemüsebrühe und bliebt elektrolysiert.

Tolle neue Platte, die vielleicht mit ihrer in der Leichtigkeit gebetteten Stimmung an Sachen von Nico erinnert, wenn man sich daran noch erinnern kann.

Die beste Musik zu Kaffee, Tee und Wasser, Croissant, Erdbeereis und Marmelade. Schön.

Dandy Boy Records. Kommt auf LP und CD. Später dann wieder Garage Punk mit Limo im Bier und Chips aufm Bauch, versprochen. Schönes Wochenende, cremt euch ein, trinkt Wasser, haut einem Faschisten auf die Schnauze.

Basilisko – S/T LP

Dieses melodische Garage Punk Orgel Gedöns mit mehr Zucker als in einem durchschnittlichen Glas Nutella erlaubt ist, verklebt immer und immer wieder meine Ohren und mein schwarzes, verklumptes Herz. Gut, wenn es eh verklumpt ist, macht das ja nichts, könnte man meinen. Schiefes Bild irgendwie. Hm.

Das Duo Basilisko aus dem Basken- und Rioja-Land verbindet ja eigentlich eine Liebe zu düsteren Werken und die haben sich thematisch und musikalisch am Mittelalter zu orientieren versucht. Aber das höre ich nicht. Ich höre nur dideldadeltralala mit viel Hall auf den Gitarren. Klingt vielleicht in Spanien anders, das Mittelalter.

Auf jeden Fall höre ich bei der letzten Poison Ruïn mehr Kerkerrasseln und hier ist das eher doch charmantes Gedudel, aber wir hören ja alle unterschiedlich, ne? Lassen wir das. Schöne LP.

Flexidiscos. Erscheint heute offiziell auf blutrotem Vinyl, aber man könnte auch Rioja-Weinrot dazu sagen. Ich hab gerade den zweiten Teil von Harry Potter durch und vielleicht hat mich der Basilisk deswegen angesprochen. Also nicht angesprochen, ich kann ja kein Parsel. Ach, egal.

Rapid – Enter The Realm Of Fire LP

Sind das alles eigentlich Kinderbuchautoren, diese Black Metal und Heavy Metal Typen? Der Albumtitel verspricht ja schon ne Menge Phantasie mit Teufel und Dreizack und schlimmer Hitze und so und der Song, den man jetzt hören darf, hat auch eine blühende Phantasie aus tausend Märchenbüchern als Grundzutat im Hexenkessel, nur halt irgendwo falsch abgebogen und ins Düstere gedriftet.

Ich glaube ja, wenn die Leute von Rapid so total die Schnauze voll haben von niedlichen Drachen und Zwergen, Zuckerwatte-Bergen und den ewigen Happy-Ends aus ihrer Schreiberwerkstatt des echten Berufslebens, toben sie sich mit den gesamten aufgestauten Gewaltphantasien in der Band aus und dann kommt da sowas bei rum.
Der Gesang erinnert mich an irgendeine düstere Firedhofs-Orgel-Punk Band, aber ich hab den Namen vergessen. Aha.

Dying Victims Productions. Auf limitierten Variationen im August erhältlich. Ähnlich verhält es sich offensichtlich auch mit den Illustratoren, die wohl ebenso die Kinderbuchbilder satt haben und alle paar Monate so schrecklich gruselige Bilder gestalten müssen, um nicht regenbogen-bekloppt zu werden.

Piper Maru – Zwei Für Eins CS

Die beiden EPs zusammen auf einer schmucken Kassette, das ergibt Sinn und Spieldauer, die noch irgendwie zu rechtfertigen ist. Das Debüt von 2018 (Most of my friends died in space) und die neue EP von jetzt (Babagsak sila) – zusammen ergibt das 9 mal Hardcore Riffs mit Hardcore Geballer und einer Hardcore Sängerin, die ziemlich angepisst ist. Piper Maru kommen aus Toronto und was muss man sonst noch wissen?

Babagsak sila ist Tagalog, die Sprache auf den Philippinen, und bedeutet so viel wie "Ich geh mal eben Kippen holen und bin dann für immer weg, weil der Laden mich dermaßen ankotzt, dass ich keine weiteren 5 Minuten mit euch ertragen kann und lieber einsam auf der Welt umherwandere, als noch einen Moment hier in der Langeweile zu versauern." Also stark verdichtet.

Noise Merchant Records. Auf pink und blauen Kassetten erschienen und ausverkauft. Zu dumm. Funktioniert auch digital in der Playlist ganz gut, wenn man seine Performance im Großraumbüro auf ein neues Höchstniveau steigern will.

Quitters – S/T CS

Krystian Quint hat inzwischen aus dem Projekt mit den Quitters eine richtige Band gemacht. Irgendwann vor 6 Jahren hatte er noch als Solokünstler Babysitter Musik gemacht, dann mit den Stools krachigen Blues Punk und nun ist ihm langweilig geworden und er hat sich 2 Leute von der Straße Detroits aufgesammelt, die ein bissle scheppern und zupfen können, um nicht immer zwischen den Instrumenten hin und herzulaufen.

Daraus ist in meinem Freundeskreis eine Konsens-Band entstanden, die mit bissle Scheppern, Zupfen und Gedudel auf der neuen EP eine sehr entspannte bis großartige Garage Punk Mixtur aus dem Ärmel schüttelt. Erinnert an viele, erfindet nichts neu, passt in die Schublade eures Vertrauens. Ganz geil.

Painters Tape. Mögt ihr Quitten? Irgendwie haben die bei mir keinen guten Stand, auch das Gelee konnte sich nicht am Frühstückstisch durchsetzen. Die blühen jetzt zwar schön, aber Finger weg von den Früchten, die machen Blausäure und tot.

Crimes De Guerra – Nao Espere Muito Do Fim Do Mundo

Wie armselig kleinkariert muss man eigentlich sein, um mir einen Strafzettel zu geben, weil ich "falsch herum" auf dem Bürgersteig stehe. An einer Wohnstraße, versteht sich. Also mit dem Auto, versteht sich.

Obwohl, bin mir hier in diesem Puff gar nicht so sicher, ob man nicht auch lieber alle Menschen in dieselbe Richtung blicken lassen und ein Abweichen lieber schnell unter Strafe stellen möchte. Daran erkennt man natürlich auch, dass die Ordnungskräfte zum Glück nichts Anderes zu tun haben, uns geht’s gut; hier ist die größte Aufregung das allabendliche Fernsehbild, um Herrn Ruheständler Frege zu zitieren.

Die Musik  von Crimes De Guerra spiegelt meine Laune.

District Six Records. Band aus Brasilien, Label aus Indonesien. Ob die auch solche Probleme haben, dass Autos verkehrt herum an der Straße stehen und dadurch Massenpaniken und Chaos verursachen? Schlimm.

Tony Jay – Faithless LP

Wie werden Menschen eigentlich so empathielos und dumm, dass sie sich an dem Leid anderer Menschen erfreuen? Ich kann das noch nachempfinden, wenn es um Antipathien gegenüber Individuen geht, also der Nachbar von oben, der zu laut hustet, der hat natürlich den Tod verdient.

Aber wie kann man sich darüber ergötzen und einen Jubelgesang anstimmen, wenn beschlossen wird, dass Hilfesuchende in Zukunft in irgendwelchen Lagern ausharren müssen? Ich verstehe das wirklich nicht, das müsste mir jemand erklären.

Ist das antrainiert oder sind die von Haus aus scheiße auf die Welt gekackt worden? Furchtbar. Die haben in Straßburg oder Brüssel nix verloren – send them back, those fuckers.

Safe Suburban Home Records, Mt.St.Mtn., KiliKiliVilla. Drei Labels teilen sich das Release von Tony Jay über den Globus auf. Von England über Japan bis nach Amerika.

Ihr kennt Tony Jay von April Magazine. Tolle, ruhige Msuik zum Sinnieren, ob das alles so richtig ist mit den Friedensnobelpreisen.

The Circulators – Pointless Games 7″

Garage Punk mit viel Geschepper. Die Circulators machen da weiter, wo sie selbst mit ihrem Debüt aufgehört haben und führen die Erfolgsgeschichte des Genres nach 1000 Jahren einfach immer weiter.

Zwei rotzige Songs mit ein bisschen Orgel drin und digital gibt es noch einen extra Bonus Track oben drauf. Schmeiß die Single auf den Grill und geh baden, mach BBQ mit Lederjacke und küss deine Freunde. Es ist Freitag.

Total Punk Records. Auf Single handgestempelt zu erwerben. Der Satz ergibt keinen Sinn. Viel Spaß.

Inch – Inch-Peel EP CS

Das haben wir früher College Rock genannt. Inch können das auch heute noch gut und covern dann gleich mal French Disko von Stereolab, einem Song, dessen Gesangsmelodie mich jedes Mal auf der falschen Herzkammer erwischt.

Danach wird es noch schlimmer und man sortiert sich zwischen Weezer und dem besten aus den 80ern, 90ern und blabla. Insgesamt schöne drei Lieder, um das morgendliche Hardcore Ritual zu durchbrechen und einmal ein bisschen gechillter im Büro anzukommen.

Peterwalkee Records. Auf Kassette erschienen. Das sind insgesamt wohl mehr Lieder auf dieser EP, aber die bekommt man erst, wenn man das Teil kauft. Müsst ihr wissen. Rock on 🙂