Xray Xeroxx – Off With Their Heads (E.P.) 7″

Bei der Masse an Split Singles, die Off With Their Heads herausgebracht haben, dachte ich erst, dies wäre ein Versuch, sich wieder ins tagesaktuelle Punk Rock Geschäft ins Gespräch zu bringen, indem man auf eine Welle aufspringt und mit einem frischen Wind mitweht.

Der Wind mag nach Pups aus Los Angeles riechen, aber das ist der heiße Scheiß von heute. Sagt man. Kann man auch am Label erkennen oder einfach mal die Lieder hören. Die 4 neuen Songs von dem musikgewordenen fotokopierten Röntgenergebnis sind nämlich gut. Also so echt gut.

Lofi Garage Punk mit viel Melodie und kurz und knackig, da muss man nicht lange rumdödeln, das ist geiler Scheiß aus L.A.

Goodbye Boozy. Auf ein paar limitierten Singles erschienen und über Mail oder bei Band zu bestellen. Digital macht die Sammlung aber auch einiges her, immerhin schon die 7. Veröffentlichung. Ah, Bandname vergessen. Xray Xeroxx. OK. Was machen OWTH eigentlich?

Nathy SG – Selected Transient Works 23-26

Ich bin ja anscheinend der einzige Trottel, der heute arbeiten muss und nicht seit gestern im Stau steht. Na toll.

Dann mach ich mir halt hier Martha an, die Indie Pop Punk Rock Band, die mit ihren eingängigen Melodien zielsicher einen weichen Kern in meinem schwarzen Teerklumpen von Herz trifft oder so lange darauf einträllert, bis der erstarrte Stein der Verbitterung ein bissle softer wird.

Ach so. Ist nur der Nathy von der Band (und Onsind und Fortitude Valley) mit seinen Solosachen, aber wer hört da schon den Unterschied. Gesammelte Werke aus den letzten 3 Jahren. Poppiger Freitag.

Dann setz ich mich jetzt auch ins Auto und fahr in einen Stau. Schönes Wochenende, vielleicht sieht man sich ja. Ich bin der Typ auf dem Seitenstreifen.

Scories – Défaire Le Brouillard CS

Wie viel Gitarre kannst Du vertragen? Scories Antwort dazu: Ja. Ist das nicht ein bisschen sehr in den 90ern verwurzelt und gar nicht mehr zeitgemäß mit diesem Shoegaze Indie Gitarren Fuzz Punk Garage Rock? Ja.

OK, wollte nur mal gefragt haben. Passt ganz gut zu der Fahrt in den Baggersee. Hast du richtig gelesen. Ganz geiler Scheiß von dem Duo aus Toulouse.

Hidden Bay und Dans Le Vide bringen das auf Kassette heraus. CD hätte auch gepasst, ist halt doch ein wenig anachronistisch und würde wunderbar in den Wechsler des Kofferraums vom VW-Polo passen.

Prisonnier Du Temps – Prendre Le Pouvoir Par La Force LP

Davon könnten wir uns auch mal ein bisschen was aufs Brot schmieren, was die Prisonnier Du Temps hier propagieren und ganz im Allgemeinen auch die Franzosen so tagtäglich zelebrieren.

Wenn die ähm, Diskussionspunkte unserer amtierenden Regierung so in unserem Nachbarland offen von der Kanzel gepredigt würden, läge das gesamte Land längst still oder in Schutt und Asche. Wir sind derweil damit beschäftigt, nach unten zu treten und mit Scheuklappen und Ignoranz unsere Wocheneinkäufe aus dem Aldi in dem SUV nach Hause zu kutschieren.

Vertont wird meine Stimmung dazu wunderbar im Stile der melodischen Punk und Hardcore Variation mit den Spielereien auf der Gitarre und den Ohrwürmern aus Chorgesängen, die man auch von Landesgenossen wie den Nightwatchers gewohnt ist. Toll.

La Vida Es Un Mus. Auf grün und schwarz. Ist es eigentlich angesichts der völlig falschen Richtung, in die wir uns bewegen, schon wieder Zeit für eine schlagkräftige Opposition? Eine 5. Gewalt von der Straße auf die Barrikaden in die ratlosen Häuser mit Intelligenz und Bierbauch? Ich bring die Mistgabel.

Gull House – Punch Salad

Hat jemand Belgien gesagt? Eine neue schmackhafte Scheibe der neuen EP von den Garage Punkern aus Diest liegt auf dem Teller.

Gull House schicken sich an, Mitte Juni ihre dritte und letzte EP in dem Zyklus einer Trilogie der ersten zwei Jahre der Existenz einer Band herauszubringen und werfen uns dafür Leckerbissen in Form von liedgewordener Möwenscheiße als Appetizer vor die Füße. Der Song passt ganz gut in die Stimmung des kommenden Sommers, wenn man noch nicht genau weiß, ob man sich über die kommende Hitze freuen oder ärgern soll.

Scheiß auf Klima und ab in den Urlaubsflieger oder fahre ich mit dem Biodiesel-E-Roller in den Schwarzwald? Schwierig.

UhmYeahSure. Kommt auf 7″ raus, steht zwar nirgendwo, aber ergibt ja ansonsten in einer Trilogie nach 2 Singles keinen Sinn, ne? OK.

Six Pack – Demo

Sauberer Garage Punk mit zu viel Melodie aus dem muskelbepackten Bauch locker herausgeschossen. Oder aber: verspritzte Bierreste eines 6er Packs Leffe vom Boden der Garage aufgewischt und in ein 3 Song Demo ausgewrungen.

Schöne neue Lieder mit Mitraille Beteiligung. Bissl viel Hall auf dem Gesang für meinen Geschmack, aber in Belgien macht man das so, der Gesang muss ein bissl lauter scheppern, sonst hört man im Hintergrund die Fritteuse blubbern. Cool.

Fragt sich nur noch, auf was die Band sich bezieht – Bier, Bullen-Auto oder Bauch? Oder einfach nur an den Song von Black Flag angelehnt? Spannend. Egal.

Muell – Arbeit CS

Selten so eine tolle Post bekommen wie die Promo-Geschenktüte von Muell aus Berlin. Mit der neuen Kassette, einem Paar Socken, die ich schon in kurzen Hosen zur Arbeit tragen konnte, zahlreiche Aufkleber, einem netten Brief und einem ausgeschnittenen tanzenden Skelett als Promozettel. Toll, vielen Dank.

Nebenbei sind aber auch die drei Songs ziemlich guter deutschsprachiger Punk Rock aus der schnelleren bis hektischen Ecke der dreckigen Garage. Wenn man bedenkt, dass hier ein ausgezeichneter Gitarrist am Werk ist, beruhigt mich meine Fixierung auf dieses Genre.

Manchmal fühlt es sich ja so an, als ob Punk und HC und Garage zu plump sei und man müsse sich in den Hörgewohnheiten "weiterentwickeln". Aber wenn hier ein Männlein am Werke ist, das das Instrument studiert und mit summa cum laude abgeschlossen hat und Unterricht erteilt und quasi Doktor der 6 Saiten und 12 Felle ist und dennoch keinen Bock auf Jazz oder Pop hat… dann muss ja eine gewisse Faszination von diesem Punk Rock ausgehen, die nicht vor Qualität halt macht. Toll, oder?

Punk Rock kann jeder, egal, wie gut oder schlecht man an den Instrumenten herumzappelt. Immer gut, selten Müll. Außer heute halt. Haha.

Eigenvertrieb. Kauft euch Socken, es wird bestimmt wieder kalt. Das Tape ist auch schön, aber leider schnell vorbei. Spielzeit von 3:40 unterbietet so manche 7″ Single Seite. Ausgezeichnet.

The Murderburgers – The 12 Habits of Highly Defective People LP

Habt ihr das mitbekommen, dass immer mehr alkoholfreies Bier in Deutschland getrunken wird? Ich glaub, diese Meldung habe ich schon einmal im Oktober gehört? Egal. Es scheint also zu stimmen.

Man sagt, dass inzwischen jeder 9. Liter Bier, der getrunken wird, ein alkoholfreier ist. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das dann noch so wichtig ist, nach 8 Litern ein alkoholfreies hinterher zu kippen. Aber schön, Finger weg vom Alkhoflol, Kinder! Hicks.

Passend dazu eine Platte aus dem Jahr 2016, als Deutschland noch Spitzenreiter war und man zu jeder Pop Punk Platte sinnlos Bier getrunken hat. The Murderburgers aus Schottland werden nächstes Jahr auch schon 20 Jahre alt und bringen so langsam ihre Jubiläumsalben wieder raus. Kann man machen, passt noch. Schönes Wochenende.

Brassneck bringt die LP auf rosa raus. Damals war das noch Asian Man. Auf dem Cover kann man mich und alle meine Freunde beim Hören des Re-Releases sehen. Prost?

Pin-Up Sisters – High Wire CS

Ich verstehe diese Genrebezeichnungen nicht mehr, weswegen ich ja auch irgendwann angefangen hatte, alles nur noch als Garage Punk zu bezeichnen. Ihr könnt das gerne so kleinteilig molekular aufdröseln, wie ihr wollt, aber es bleibt am Ende Punk Rock.

Oder eben Garage Punk, wenn es ein bissle krachiger und lofi sein darf. Vielleicht fällt mir dann gelegentlich ein Metal-Pups vor die Füße und ich bemerke das nicht, oder es schmuggelt sich ein Egg-Punk Geschöpf in die Playlist, ohne dass ich das bemerke, aber das Risiko nehme ich in Kauf.

Heute zum Beispiel ist laut Etikett die Band Pin-Up Sisters aus Leeds eine Garage Punk lofi Rock Egg-Punk Band. Und normalerweise würde ich da sofort vor zurückschrecken, weil igitt Leierei, aber das hier ist ja gar kein Eiersalat, das ist einfach nur lofi Garage und ein bisschen weirdo Punk. Hm. Jetzt merk ich gerade, dass ich dafür, dass ich keinen Bock auf das Genre-Gelaber habe, ganz schön viel Genre-Gelaber veranstalte.

Lassen wir das. Gute Musik.

Noise Merchant. Die kann man auf Kassette kaufen. Und dann in eine Schublade packen.

Cammy Cautious and the Wrestlers – Criminal

Wo wir es uns gerade wieder in Australiens Pub Rock Punk n Roll Ecke gemütlich machen, warum nicht einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Sydney unternehmen, wo Cammy Cautious and the Wrestlers den Ring betreten? War das eine Frage?

Bisschen runder geworden der Sound seit der letzten 7″ EP. Toller Garage Punk mit stoischem Basslauf und großartiger Sängerin plus knutschenden Menschen auf dem Cover. Davon brauchen wir mehr.

Auch keine Ahnung, was für ein Label diesen neuen Song herausbringen möchte. Genießt ihn digital. Cool.