Kalle Hygien – Absolute Bomber 7″

Der gute Kalle Jansson von den noch besseren Manikins hat mit seinem besten Alias Kalle Hygien die allerbeste Single jüngst auf Push My Buttons Records veröffentlicht. Mehr gut geht nicht.

OK, das sind vielleicht ein paar Superlative zu viel, aber der Titeltrack ist wirklich ziemlich gut. Und für eine Person plus Drumcomputer, Gitarre und Synthesizer ist ja eh gerade Hochkonjunktur, ne? Dann geh ich mal mit der Zeit und analysiere messerscharf, dass in dem Song Absolute Bomber doch eindeutig die „Melodie“ von Eisbär geklaut wurde. Und dass die deutsche Sprache wohl immer noch (zumindest im Ausland) ob ihrer Härte wunderbar zu computergeneriertem Punk Rock passt.

Zweite Single von Kalle, die erste ist ziemlich genau vor einem Jahr auf dem gleichen Label mit den gleichen ebenfalls guten Liedern erschienen. Haha.

Die Manikins sind im übrigen bald in Deutschland live zu bestaunen/mit Bier zu bespritzen. Und mit Deutschland meine ich Mannheim. 8. Mai.

The Archaeas – Rock N Roll 7″

Was soll das denn für ein Name sein? Und wie spreche ich das aus? Hab ich studiert, oder was? Hallo? Wikipedia? Sag mal…aha, mhm, ok. Na dann.

Diese Urbakterien aus Louisville in Kentucky verschmutzen schon seit ein paar Jährchen die Umwelt mit ihrem dreckigen Garage Punk N Roll Sound, aber erst jetzt habe ich sie über Total Punk Records für mich entdeckt. Dort bringen sie nämlich ihre neue Single raus, die mit zwei wunderbaren Rock n Roll oder Punk Rock oder Garage Nummern geschmückt ist.

Viel mehr kann man da nicht zu erzählen, ein Trio macht gute Musik und hat damit auch schon gute Resonanz erzielt – Bandcamp of the Day bei New Noise zum Beipsiel. Und jetzt hier natürlich. Große Ehre, würd ich sagen.

Schön, dass sie mit dem komplizierten Bandnamen immerhin so eine schlichte Bezeichnung für die Single gefunden haben.

Shrinkwrap Killers – Stolen Electronics To Shove Up Your Ass 7″

Wenn man mit dem Tippen des Bandnamens und des Titels der Single fertig ist, kann man auch schon wieder auf PLAY drücken. Gut, das liegt natürlich auch daran, dass mein Sekretär nur mit einem krummen Finger auf dem alten Amiga hantiert, während ich ihm meine Gedanken diktiere. Vielleicht wird es Zeit für eine neue Hilfskraft oder für neues Equipment.

Die Shrinkwrap Killers zaubern hier auf jeden Fall innerhalb von 90 Sekunden eine wunderbare Pop Punk Garage Nummer aus dem Hut hervor, die nahtlos an das tolle Tape aus dem letzten November anknüpft. Die „Band“ besteht dabei eigentlich nur aus einem Typen, so, wie das heutzutage ja immer mehr in Mode kommt – wer braucht schon nervige Bandmitglieder, die einem die ganzen Drogen wegschnupfen oder eigene Ideen einbringen wollen…ugh.
Hier ist es auf jeden Fall der feine Herr Greg Wilkinson, der alles auf seine Kappe nimmt. Vielleicht kennt jemand seine anderen Projekte mit den ebenfalls wohlklingenden Namen Brainoil und Deathgrave?

Die neue Single soll im März bei den immerguten Leuten von Iron Lung erscheinen und ist auf 200 Stück limitiert. Kostet trotzdem zu viel Versand.

Apropos neues Equipment. Nehmt euch doch bitte mal den Titeltrack zu Herzen und kommt vorbei – sowohl Mitarbeiter als auch Amiga stehen hier nutzlos rum.

Datenight – Is This Also It? LP

Vor ein paar Tagen ist die zweite LP der großartigen Datenight aus Nashville veröffentlicht worden. Und nachdem die erste LP zwar in meinem Regal, auf dem Plattenteller und im Auto abgefeiert wurde, aber hier keinerlei Beachtung fand, muss ich das jetzt mal zumindest für das neue Album schleunigst ändern.

Ähnlich wie bei Comin‘ Atcha 100mph ist auch hier eine sehr angenehme Mischung aus energetischem Post Punk, Garage Rock und Nashville Sound zu hören. Noch immer sehen die drei Jungs so aus, als würden sie ausschließlich All-Ages Shows spielen können, weil sie selber zu jung für Alkohol sind, aber irgendwoher muss ja auch diese unbändige Energie auf der Platte herkommen.

Dieses frische und jugendliche Songwriting gepaart mit Referenzen aus dem gammeligen Sound vom Opa Punk Rock n‘ Roll macht dann Datenight’s zweite LP zu einer weiteren Party, die hoffentlich auch auf dem Plattenteller landen wird.
Bislang erst einmal nur so:

Ist der Albumtitel eine Anspielung auf The Strokes? Spannend…🥱

Coriky – Clean Kill (Album Teaser)

Meine Filterblase ist fast explodiert, als dieser Teaser gestern bei Bandcamp erschienen ist. Und dass nur, weil hier zwei ehemalige Fugazi Burschen mit am Start sind.
Coriky heißt die neue Band von Ian MacKaye, Amy Farina und Joe Lally also, aha. Was zum Teufel soll das bedeuten? Ist das auch wieder ein Anagramm, wie bei Fugazi? Hm, Coriky. Klingt komisch.
Ich glaub ja, dass nur durch die Beteiligung von zwei Fugazi Typen hier die Vorfreude auf das Album schon ungerechtfertigt groß ausfällt – zumindest gemessen an der Qualität des Songs.

Zumindest ist das mein Tipp, denn so rein musikalisch ist das keine Meisterleistung oder Offenbarung, was The Evens + Joe Lally hier abliefern, oder seh ich das etwa zu negativ? Das hat mit Fugazi einfach nicht viel gemeinsam.
Aber man soll ja auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, ne? Ich mein, kann man machen, aber ergibt halt nicht viel Sinn.

Der Kram hier ist deutlich mehr Evens als alles andere. Und The Evens fand ich nie so besonders gut – trotzdem bin ich gespannt auf das Album, das im März dann bei Dischord erscheinen wird. Vielleicht schreibt ja Joe Lally auch ein paar Songs…

C.O.R.I.K.Y. hm…Center of the religious and idiotic knitting youth? Carnivorous orchids‘ reek is killing you? Ach, so wichtig ist das nicht.

Hot Snakes – I Shall Be Free

Ein neuer Song von den genialen Hot Snakes. Muss und kann ich nicht viel zu sagen…wie schon im November auch nur ein Song, aber das hat wohl Methode, denn bis zum neuen Album sollen insgesamt 4 Singles im Takt der Jahreszeiten herauskommen…das hier ist der Frühling.

Gut, klingt jetzt nicht wie Vivaldi, sondern so, wie Hot Snakes zu Zeiten von Jericho Sirens klingen. Ziemlich geil.

Also kommt dann das neue Album in äh, Moment, Winter, Frühling, Sommer, Herbst, also im Oktober? Ach. Warten wirs ab.

Otoboke Beaver – I Am Not Maternal

Die neue Single von den verrückten Mädels aus Kyoto lädt zum Tanzen ein. Ein bisschen Punk Rock, ein bisschen Off-Beat, und dazu das unglaublich präzise Zusammenspiel der Vier gepaart mit dem mehrstimmigen Gesang macht auch diese Single zu einer Party, die man nicht verlassen will.  Man sitzt nur da und ruft „Mas Tequila“, bis man merkt, dass man gar kein Japanisch kann, aber dann ist das auch schon egal.

Derzeit ist „I am not Maternal“ nur digital zu bestaunen, aber da kommt bestimmt demnächst was Feines – nachdem sie die letzte Single (auch nur ein Song) auf eine rote 5″ Single gepresst haben (einseitig), wird das dieses Mal wohl eine quietschgelbe 14″ Maxi-Single, die auf keinen Plattenteller passt, aber geil aussieht.

Das Cover ist im übrigen von den Küntlern Nakagawa Homeopathy gezeichnet worden, die anscheinend tolle Mangas machen, falls euch sowas interessiert.

Wie der meiste Kram von Otoboke Beaver, ist und wird auch diese Single bei Damnably Records erschienen werden sein worden gewesen.

Zip it – Trash Baby

Eine Fünferbande aus Detroit hat sich mit ihrem Debüt und dem vermeintlichen Genre „Goblincore“ in mein verfettetes Punkrocker-Herz gespielt.
Richtig gute Melodien treffen auf harmlose und doch schöne Texte, schauriger Synthie mischt sich mit schepperndem Schlagzeug und die Einfachheit verzehrter Gitarren im Drei-Akkorde Takt macht den 5 Song Spaß zu einer großartigen 9 Minuten Party.
Zip it sollte man mal im Auge behalten, das wird sicherlich interessant.

Wenn man gerade keine Kohle hat, kann man sich den Ohrenschmaus kostenlos herunterladen.

Was zur Hölle ist Goblincore?

Cuir – Demo Single LP

Mein Lieblingsfranzose neben dem Typen, der das Croissant erfunden hat, kann seine perfekten Synthie Punk Rock Perlen nun endlich auf ein richtiges Langspielformat pressen.

OK, das ist hier quasi nur eine Compilation von den beiden Sachen, die CUIR bereits veröffentlicht hat. Also wie der Titel bereits verrät, sind hier einmal das „Demo“ und einmal die Songs von der „Single“ noch einmal auf die „LP“ geritzt worden, allerdings kommt da ja auch noch das exklusive Stück „Synthpunk Attitude“ mit drauf, das auch nur auf der LP zu finden sein wird.
Und der ganze Kram wurde von Daniel Husayn in der North London Bomb Factory abgemischt. Das muss reichen. Das Cover stammt auch vom selben Shooting wie die beiden Bildchen der anderen Veröffentlichung und ist dementsprechend genauso vielsagend.

Also, kurzum – keine neuen Songs hier für den Beitrag und die Platte kann man auch noch nicht kaufen.

Ich erspare euch hier lediglich das Klicken zwischen zwei Tabs. Gern geschehen.

Demnächst bei Offside Records in Frankreich erhältlich. Ich bin Fan und gehe jetzt ein leckeres Croissant mit Leberwurst frühstücken.

Isotope Soap – An Artifact Of Insects 12″

Wie hört sich das eigentlich an, wenn eine adoleszente Gruppe von pickeligen Robotern im Stimmbruch die Schnapsvorräte ihrer Eltern plündert, um dann die LSD Reste von der Schallplattensammlung der 70er abzulutschen und so gut gelaunt in den Proberaumkeller torkelt?

So.

Das Debüt der Schweden erscheint Ende Januar (also jetzt so?) bei Push my Buttons.