Jug – Head 12″

Was für ein beschissener Tag, Leute. Man wacht auf und liest GEAS und Musk und will eigentlich nicht aufstehen. Zum Glück ist gerade Fußball, sonst müsste man noch über die echte Welt nachdenken und zum Glück kann ich liegen bleiben und alles Notwendige erledigen. Ein Hoch auf Starlink und mein Internet und Lieferando und Bettpfannen.

Apropos. Heißer Scheiß von Jug im Anflug. Zwar kommt erst im August die 12″ raus, aber man darf sich jetzt schon zwei kleine Appetithäppchen zu Gemüte führen und für manche zarte Pflanzen reicht diese tägliche Dosis an Aggression bereits vollkommen aus, um die EU-Grenzen anzupinkeln und die Space-X Rakete im Nachbargarten umzuwerfen.

Hardcore Punk mit schlechter Laune und gefährlichen Gitarren in voller Fahrt. Da will ich auf dem Konzert nicht in der ersten Reihe sitzen. Puh. Ganz geil.

Neon Taste bringt die 12″ auf Vinyl im August raus. Hab ich schon gesagt. OK.

Stuhlkreis – Von Innen Nach Außen CS

Da erkennt man mal, dass die Grazer keine Ahnung von der Zahnpflege haben. Anschaulich dargestellt ist das Ergebnis auf dem Cover des Debütalbums, aber hier darf man nicht fragend daneben stehen, sondern muss als Philanthrop direkt darauf hinweisen, dass natürlich nach der sogenannten "KAI-Formel" geputzt werden muss. Kaufläche, Außen, Innen.

Ihr seht ja, was passiert, wenn man von innen nach außen pflegt und dann nicht einmal den schmutzigen Finger vom letzten Stuhlgang aus dem Mund nimmt. Apropos Stuhl.

Die junge Band Stuhlkreis macht tollen Punk Rock, der vielleicht manchmal ein bisschen an den NDW Kram der 80er und an die Verlierer aus den letzten Jahren erinnert und ich meine die Band. Irgendwie eine spannende Mischung. Kann man so machen.

Urban Lurk. Auf Kassette erschienen. Covergestaltung von Anna Painer, die 2019 Siegerin der Wildcard für einen Fotografen in Ausbildung. Vielleicht ist sie konfus und weiß es nicht besser.

Doss – S/T EP

Doss. Eine neue EP von dem verrückten Duo aus Glasgow. Die Stimmung wechselt schlimmer als ein Tag in der Menopaus und steckt mit der abwechslungsreichen Lärmeinheit aus Punk, Funk, Indie und Garage Punk die verschwitzten Tanzschuhe in den Kopf. Doss bedeutet wohl soviel herumdödeln, wenn du auf der Arbeit keinen Bock hast. OK – Ganz geil.

Alcopop! Records. Bei dem bescheuerten Labelnamen erwarte ich jedes Mal Pop Punk, aber das scheint hier das einzige Genre zu sein, das nicht bespielt wird. Verrückt.

House Proud – Again

House Proud. Eine Post Punk Band für den Mittagstisch. Ein bisschen aus den Lego-Schubladen der 90er und 00er Jahre Helden geklaut und daraus einen neuen Helden gebastelt mit Fugazi-Armen und Mclusky-Körper. Hört sich dann genau so an und macht 2 Minuten einfach nur Freude, wenn man Freude an Musik hat.

Serial Bowl Records. Erstmal nur dieser Song, mal sehen, was da noch kommt, die letzte EP ist ja erst ein knappes halbes Jahr her.

The TSG – Skydiver 7″

The TSG. Power Pop Band aus Wales, glaube ich.

Da sind Leute von den Tubs mit dabei und die schicken sich nun an, den Pfad des Indie Rocks zu verlassen und in die weniger weinerliche Nische der fröhlichen Kneipenmusik abzubiegen, die man am besten mit einem alkoholfreien Ale oder Cider am Mittwochvormittag genießt, um dem wiederkehrenden Ärger über die zu langsam voranschreitende Woche zu feiern.

Ganz geil.

Gob Nation. Erscheint auf einer 3-Song 7″. Hat nichts mit Hoffenheim zu tun, glaube ich.

Helga Pataki – S/T CD

Apropos Saufen. Alter Scheiß aus Denver, nun bei einem Label gelandet. Skate Core Hardcore Keine Zeit Geballer. Wer ist Helga Pataki?

No Time Records. Auf CD zu bekommen. Haha. Wird doch eh nur als Untersetzer für schäbbiges Dosenbier verwendet. Naja.

NightFreak – Midwest Rattlesnakes LP

Die sympathisch funktionalen Alkoholiker von NightFreak aus Chicago sind wieder da und spritzen mit amerikanischem Light Bier rotzigen Metal Punk in die Müslischüsseln zum Frühstück. 6 Songs in ner Viertelstunde, vermutlich genügend Zeit für einen Sechserträger Plörre aus dem mittleren Westen. Falls euch am Dienstag schon die Bürodecke auf den Kopf fällt.

Big Neck Records. Auf Vinyl im Juli zu bekommen. Früher fand ich das Kokettieren mit Bier und Alkohol und Saufen in Songs ja noch lustig und manchmal schon ein bissle peinlich, aber heute ist das einfach nur sensationell dumm. Naja, andere Lebenswege. Prost.

Simon Joyner – Tough Love LP

Der Singer Songwriter Simon Joyner fliegt angeblich seit über 30 Jahren unter dem Radar, was ihn entweder zu einem sehr unbeachteten oder einem sehr schlechten Musiker macht.

Ich mag das, erinnert mich an andere Schubladen wie Will Oldham, Gordon Gano oder ein Leonard Cohen und Lou Reed auf Valium. Genau das richtige Stück Klangkunst für den müden Dienstag, um die zu laute und zu dumme Umgebungsmusik ein wenig auszublenden oder zu übertönen. Schön.

Sophomore Lounge. Auf Doppel-LP erhältlich. Einen Komparativ von "unbeachtet" gibt es nicht, aber seit 30 Jahren nicht beachtet zu werden? Puh, klingt schon unbeachteter oder sogar am unbeachtetsten. Aber nicht bei uns, ne? Hier ist die schönste Bühne für die unbeachteten Loser der Welt. Gern geschehen.

Gimic – New Traditions LP

Nach starken Singles und Demo nun also die Langspielplatte von den exzellenten Hardcore Punk Rockern aus Bristol. Im Beipackzettel steht was von Minutemen und NoMeansNo und das veranschaulicht sehr schön, warum ich das so selten und ungern mache mit den Bezügen zu anderen Bands. Ist nämlich doof.

Gimic brettern verspielt und sympathisch krachig durch die 12 neuen Songs und natürlich ist die Stimme hier am Ende des Albums zerschossen und die gute Frau muss sich neue Stimmbänder ausleihen, aber wir haben eine knappe halbe Stunde an der Dekonstruktion Freude gehabt.

Mit den ruhigeren Stücken klingt das Album dann insgesamt auch noch so furchtbar erwachsen, fast schon nach den 90ern, als man händeringend nach radiotauglichen Grungenachfolgern gesucht hat. Insgesamt einfach nur eine richtig gute und krachige Punk Rock LP mit genügend Energie für den Rest der Woche, wenn man keine Feiertage bis Oktober mehr hat und alleine im Büro sitzen muss. Ach, ist ja schon Montag. Cool.

Drunken Sailor. Kommt nächsten Monat auf Vinyl, kann man vorbestellen in Farben. Wie wäre es mit Thelonious Monk oder Slayer als Referenz? Und wer will mir das streitig machen?

Xray Xeroxx – Off With Their Heads (E.P.) 7″

Bei der Masse an Split Singles, die Off With Their Heads herausgebracht haben, dachte ich erst, dies wäre ein Versuch, sich wieder ins tagesaktuelle Punk Rock Geschäft ins Gespräch zu bringen, indem man auf eine Welle aufspringt und mit einem frischen Wind mitweht.

Der Wind mag nach Pups aus Los Angeles riechen, aber das ist der heiße Scheiß von heute. Sagt man. Kann man auch am Label erkennen oder einfach mal die Lieder hören. Die 4 neuen Songs von dem musikgewordenen fotokopierten Röntgenergebnis sind nämlich gut. Also so echt gut.

Lofi Garage Punk mit viel Melodie und kurz und knackig, da muss man nicht lange rumdödeln, das ist geiler Scheiß aus L.A.

Goodbye Boozy. Auf ein paar limitierten Singles erschienen und über Mail oder bei Band zu bestellen. Digital macht die Sammlung aber auch einiges her, immerhin schon die 7. Veröffentlichung. Ah, Bandname vergessen. Xray Xeroxx. OK. Was machen OWTH eigentlich?