Helga Pataki – S/T CD

Apropos Saufen. Alter Scheiß aus Denver, nun bei einem Label gelandet. Skate Core Hardcore Keine Zeit Geballer. Wer ist Helga Pataki?

No Time Records. Auf CD zu bekommen. Haha. Wird doch eh nur als Untersetzer für schäbbiges Dosenbier verwendet. Naja.

NightFreak – Midwest Rattlesnakes LP

Die sympathisch funktionalen Alkoholiker von NightFreak aus Chicago sind wieder da und spritzen mit amerikanischem Light Bier rotzigen Metal Punk in die Müslischüsseln zum Frühstück. 6 Songs in ner Viertelstunde, vermutlich genügend Zeit für einen Sechserträger Plörre aus dem mittleren Westen. Falls euch am Dienstag schon die Bürodecke auf den Kopf fällt.

Big Neck Records. Auf Vinyl im Juli zu bekommen. Früher fand ich das Kokettieren mit Bier und Alkohol und Saufen in Songs ja noch lustig und manchmal schon ein bissle peinlich, aber heute ist das einfach nur sensationell dumm. Naja, andere Lebenswege. Prost.

Simon Joyner – Tough Love LP

Der Singer Songwriter Simon Joyner fliegt angeblich seit über 30 Jahren unter dem Radar, was ihn entweder zu einem sehr unbeachteten oder einem sehr schlechten Musiker macht.

Ich mag das, erinnert mich an andere Schubladen wie Will Oldham, Gordon Gano oder ein Leonard Cohen und Lou Reed auf Valium. Genau das richtige Stück Klangkunst für den müden Dienstag, um die zu laute und zu dumme Umgebungsmusik ein wenig auszublenden oder zu übertönen. Schön.

Sophomore Lounge. Auf Doppel-LP erhältlich. Einen Komparativ von "unbeachtet" gibt es nicht, aber seit 30 Jahren nicht beachtet zu werden? Puh, klingt schon unbeachteter oder sogar am unbeachtetsten. Aber nicht bei uns, ne? Hier ist die schönste Bühne für die unbeachteten Loser der Welt. Gern geschehen.

Gimic – New Traditions LP

Nach starken Singles und Demo nun also die Langspielplatte von den exzellenten Hardcore Punk Rockern aus Bristol. Im Beipackzettel steht was von Minutemen und NoMeansNo und das veranschaulicht sehr schön, warum ich das so selten und ungern mache mit den Bezügen zu anderen Bands. Ist nämlich doof.

Gimic brettern verspielt und sympathisch krachig durch die 12 neuen Songs und natürlich ist die Stimme hier am Ende des Albums zerschossen und die gute Frau muss sich neue Stimmbänder ausleihen, aber wir haben eine knappe halbe Stunde an der Dekonstruktion Freude gehabt.

Mit den ruhigeren Stücken klingt das Album dann insgesamt auch noch so furchtbar erwachsen, fast schon nach den 90ern, als man händeringend nach radiotauglichen Grungenachfolgern gesucht hat. Insgesamt einfach nur eine richtig gute und krachige Punk Rock LP mit genügend Energie für den Rest der Woche, wenn man keine Feiertage bis Oktober mehr hat und alleine im Büro sitzen muss. Ach, ist ja schon Montag. Cool.

Drunken Sailor. Kommt nächsten Monat auf Vinyl, kann man vorbestellen in Farben. Wie wäre es mit Thelonious Monk oder Slayer als Referenz? Und wer will mir das streitig machen?

Xray Xeroxx – Off With Their Heads (E.P.) 7″

Bei der Masse an Split Singles, die Off With Their Heads herausgebracht haben, dachte ich erst, dies wäre ein Versuch, sich wieder ins tagesaktuelle Punk Rock Geschäft ins Gespräch zu bringen, indem man auf eine Welle aufspringt und mit einem frischen Wind mitweht.

Der Wind mag nach Pups aus Los Angeles riechen, aber das ist der heiße Scheiß von heute. Sagt man. Kann man auch am Label erkennen oder einfach mal die Lieder hören. Die 4 neuen Songs von dem musikgewordenen fotokopierten Röntgenergebnis sind nämlich gut. Also so echt gut.

Lofi Garage Punk mit viel Melodie und kurz und knackig, da muss man nicht lange rumdödeln, das ist geiler Scheiß aus L.A.

Goodbye Boozy. Auf ein paar limitierten Singles erschienen und über Mail oder bei Band zu bestellen. Digital macht die Sammlung aber auch einiges her, immerhin schon die 7. Veröffentlichung. Ah, Bandname vergessen. Xray Xeroxx. OK. Was machen OWTH eigentlich?

Nathy SG – Selected Transient Works 23-26

Ich bin ja anscheinend der einzige Trottel, der heute arbeiten muss und nicht seit gestern im Stau steht. Na toll.

Dann mach ich mir halt hier Martha an, die Indie Pop Punk Rock Band, die mit ihren eingängigen Melodien zielsicher einen weichen Kern in meinem schwarzen Teerklumpen von Herz trifft oder so lange darauf einträllert, bis der erstarrte Stein der Verbitterung ein bissle softer wird.

Ach so. Ist nur der Nathy von der Band (und Onsind und Fortitude Valley) mit seinen Solosachen, aber wer hört da schon den Unterschied. Gesammelte Werke aus den letzten 3 Jahren. Poppiger Freitag.

Dann setz ich mich jetzt auch ins Auto und fahr in einen Stau. Schönes Wochenende, vielleicht sieht man sich ja. Ich bin der Typ auf dem Seitenstreifen.

Scories – Défaire Le Brouillard CS

Wie viel Gitarre kannst Du vertragen? Scories Antwort dazu: Ja. Ist das nicht ein bisschen sehr in den 90ern verwurzelt und gar nicht mehr zeitgemäß mit diesem Shoegaze Indie Gitarren Fuzz Punk Garage Rock? Ja.

OK, wollte nur mal gefragt haben. Passt ganz gut zu der Fahrt in den Baggersee. Hast du richtig gelesen. Ganz geiler Scheiß von dem Duo aus Toulouse.

Hidden Bay und Dans Le Vide bringen das auf Kassette heraus. CD hätte auch gepasst, ist halt doch ein wenig anachronistisch und würde wunderbar in den Wechsler des Kofferraums vom VW-Polo passen.

Prisonnier Du Temps – Prendre Le Pouvoir Par La Force LP

Davon könnten wir uns auch mal ein bisschen was aufs Brot schmieren, was die Prisonnier Du Temps hier propagieren und ganz im Allgemeinen auch die Franzosen so tagtäglich zelebrieren.

Wenn die ähm, Diskussionspunkte unserer amtierenden Regierung so in unserem Nachbarland offen von der Kanzel gepredigt würden, läge das gesamte Land längst still oder in Schutt und Asche. Wir sind derweil damit beschäftigt, nach unten zu treten und mit Scheuklappen und Ignoranz unsere Wocheneinkäufe aus dem Aldi in dem SUV nach Hause zu kutschieren.

Vertont wird meine Stimmung dazu wunderbar im Stile der melodischen Punk und Hardcore Variation mit den Spielereien auf der Gitarre und den Ohrwürmern aus Chorgesängen, die man auch von Landesgenossen wie den Nightwatchers gewohnt ist. Toll.

La Vida Es Un Mus. Auf grün und schwarz. Ist es eigentlich angesichts der völlig falschen Richtung, in die wir uns bewegen, schon wieder Zeit für eine schlagkräftige Opposition? Eine 5. Gewalt von der Straße auf die Barrikaden in die ratlosen Häuser mit Intelligenz und Bierbauch? Ich bring die Mistgabel.

Gull House – Punch Salad

Hat jemand Belgien gesagt? Eine neue schmackhafte Scheibe der neuen EP von den Garage Punkern aus Diest liegt auf dem Teller.

Gull House schicken sich an, Mitte Juni ihre dritte und letzte EP in dem Zyklus einer Trilogie der ersten zwei Jahre der Existenz einer Band herauszubringen und werfen uns dafür Leckerbissen in Form von liedgewordener Möwenscheiße als Appetizer vor die Füße. Der Song passt ganz gut in die Stimmung des kommenden Sommers, wenn man noch nicht genau weiß, ob man sich über die kommende Hitze freuen oder ärgern soll.

Scheiß auf Klima und ab in den Urlaubsflieger oder fahre ich mit dem Biodiesel-E-Roller in den Schwarzwald? Schwierig.

UhmYeahSure. Kommt auf 7″ raus, steht zwar nirgendwo, aber ergibt ja ansonsten in einer Trilogie nach 2 Singles keinen Sinn, ne? OK.

Six Pack – Demo

Sauberer Garage Punk mit zu viel Melodie aus dem muskelbepackten Bauch locker herausgeschossen. Oder aber: verspritzte Bierreste eines 6er Packs Leffe vom Boden der Garage aufgewischt und in ein 3 Song Demo ausgewrungen.

Schöne neue Lieder mit Mitraille Beteiligung. Bissl viel Hall auf dem Gesang für meinen Geschmack, aber in Belgien macht man das so, der Gesang muss ein bissl lauter scheppern, sonst hört man im Hintergrund die Fritteuse blubbern. Cool.

Fragt sich nur noch, auf was die Band sich bezieht – Bier, Bullen-Auto oder Bauch? Oder einfach nur an den Song von Black Flag angelehnt? Spannend. Egal.