Hot Pennies – Awnp EP

Fröhliche Gitarrenakkorde und poppiger Chor im Hintergrund mit einem Typen, der gar keine Luft zum Atmen oder Singen benötigt.

Da steigt mein Puls schon beim Zuhören nur aus der Angst, dass der Mann gleich ohnmächtig wird. Gleichzeitig ist der Sound so entspannt und Garage Punk Surf verkohlt, dass man den Strand schmecken und die Flutwelle über sich brechen fühlt. Autsch, Hot Pennies, ganz geil.

Aus Tempe in Arizona. Dabei ist der historische, weltberühmte Wellenpark „Big Surf“ in Tempe, der 1969 als Pionier der Inland-Surfspots öffnete, seit 2019 dauerhaft geschlossen. Na sowas.

Ancient Lights – Man Of The People EP 10″

Bierzeltrocker mit antisemitischen und xenophoben Tendenzen, die sich im Jugendalter bereits auf Flugblättern manifestierten, braucht man nicht auf Bundesebene, die können in ihrem Land bleiben. Get big or die trying, I guess.

Ich bin heute aufgewacht und war felsenfest davon überzeugt, es sei Freitag. Was soll man mit so einem Tag denn anfangen? Ancient Lights hören, zum Beispiel. Die machen so aufmunternden Anarcho Punk und der Sänger erinnert mich zuweilen an The Fixtures, falls die noch jemand kennt. OK.

Grow Your Own Records. Für eure 10″ Sammlung. Tolle EP, tolles Artwork, komischer Tag.

Sick Thoughts – Skull EP 7″

Solltet ihr noch von Montag bis Dienstag einer geregelten Arbeit nachgehen, ist das hier die beste Freitagabend EP, die ihr zum Anfeuern des Wochenendes derzeit in der Grabbelkiste des Garage Punk finden könnt.
Sick Thoughts sind wirklich die niedrigste Messlatte für den angepissten Stakkato Punk der gelangweilten Vorstadtkinder. Ziemlich gut, wie immer.

Under The Gun. Leider sind die 7″ auf Vinyl schon alle ausverkauft, bevor sie überhaupt erschienen sind. Aber die Band stiftet so viel Unruhe, da kommt in zwei Wochen die nächste Rumpelattacke.

Termite – Inside These Walls LP

Nachdem die großartigen Bikini Cops genügend zweiteilige Bademode an den Stränden von Perth beschlagnahmt hatten, wurde die Band(e) aufgelöst und man konnte wieder mit zu knappen oder zu hässlichen Bikinis in den Swan River springen.

Leider verblieb ein gähnendleerer musikalischer Schacht für kurze Zeit, in den sich dann glücklicherweise die Termite hinabbegeben haben, um soundtechnisch ungefähr dort weiterzumachen, wo zwei von ihnen mit den Atoll-Bullen bereits für jede Menge Unruhe gesorgt haben.

Bisschen mehr Hardcore, aber Chris klingt immer noch wie Ad-Rock. Cool.

Goodbye Boozy. Zum Glück bringt Gabriele die Platte in Europa raus, ihr müsst nur schnell sein, es gibt nur 300 Stück. Der beste Soundtrack für die Sanierung des Kellers. Scheißviecher.

Horror Section – Prom Night

Jedes Jahr ein neues Release zur Herbst-Grusel-Zeit von den Pop Punkern aus Missouri.
Horror Section haben sich einem klassischen 3 Akkorde Dudel verschrieben, den man offensichtlich auch noch mit 60 Jahren lockerflockig von der Bühne des Altenheims runterrotzen kann. Und ich find das jedes Mal gut.

Ist halt wie mit dem Essen, ich mag immer noch Toast mit Marmelade, auch wenn ich irgendwelche fancy Dinge inzwischen kenne. Toast mit Ovomaltine zum Beispiel. OK.

Sorry, bin zu spät für das ganze Grusel-Thema. Musik ist aber zeitlos und passt auch auf euren Erntedank-Tisch. Ohne Palmöl.

ill! – Fastcore Aus Der Ersten Welt 12″

Neues aus der Reihe "Hätte auch auf 7″ gepasst".

Heute aus Münster mit den alten kranken Hasen ill!, die sich nach Jahrzehnten der faulen Untätigkeit mal wieder in einem Waldhüttenstudio verlaufen hatten und dort ein paar alte und ein paar neue, ein paar geliehene und ein paar blaue Songs aufgenommen haben, um endlich wieder etwas Greifbares in der Hand zu haben, wenn man sich anschickt, eine Welttour durch NRW zu planen und eine Bewerbungsmappe dafür braucht.

So ne 12″ sieht natürlich auch schicker aus, wenn man weitsichtig ist und nicht mehr so gut die kleinen Bildchen und Buchstaben erkennen kann. 12 Songs aus der ersten Welt werden in den nächsten Tagen veröffentlicht, drei davon kann man jetzt schon einmal vorhören und das geht schneller vorbei, als man OECD erklären kann. Rumms.

Spastic Fantastic, Loner Cult Records, Drinkin’ Beer In Bandanas Records. Das magische Dreieck aus Belgien, BRD und Budapest. Einseitig bespielte 12″ Vinylscheiben sind eine feige Veröffentlichung und eine Niederlage im Kampf gegen die Ressourcenverschwendung. OK.

Taker – Whip This World

Ein neuer Happen zum Appetitanregen für das neue Taker Album, das im Januar kommen soll. Die Jungs aus Buffalo haben sich auch nicht verändert und machen einfach stur dort weiter, wo sie mit der hervorragenden LP aus dem letzten Januar aufgehört haben. Eine schöne Frequenz und ein toller Usus, jedes Jahr mit einem neuen Taker Album zu beginnen.

Rock’n’Roll für Oi Liebhaber. Für männlich und weibliche Skinheads mit freiwilligen Glatzen und alte Männer mit wandernden Scheiteln. Poppig, rockig, gut.

Necklace – Manual Breather LP

Macht ihr mit beim No-vember? Einfach zu allem "Nein" sagen, wie das Neinhorn?
Charmante Idee, ich musste das allerdings bereits in der Nacht zum 1. recht frühzeitig über den Haufen werfen. So ist das mit den Vorsätzen.

Ansonsten kommen wir jetzt auch musikalisch in den grau-matschigen November Post Punk Bereich, der sich so schön an das windige Wetter anzupassen vermag. Ein Beispiel ist das neue Album von Necklace, der Band aus Johannesburg, die mit ihrer sphärisch poppigen Spielart des Post Punks an solch illustre Bands wie Station Model Violence, Total Victory oder auch Iceage erinnern.
Bisschen mehr Post als Punk und teilweise bissle mehr Art als Core, aber schmeckt insgesamt ziemlich gut auch ohne Kürbis.

Slovenly Recordings. Zwei Songs jetzt, der Rest kommt dann mit der LP in ein paar Tagen. Heute ist ja erst der zweite, vielleicht fang ich einfach noch mal von vorne an. Nein.

Heavy Weather – Always Tired CD

Herbst ist da. Nebel, Kälte, Dunkelheit. Das ist eigentlich so ziemlich genau das, was das heutige Album aussagt. Eine große Portion Jawbreaker in die Müslischüssel gekippt, ein bisschen softere Jawbreaker dazu und mit Jets To Brazil garnieren – fertig ist das Heavy Weather und die passende Stimmung. Die Texte tun ihr Übriges – Musik aus St. Louis zum schwer Durchatmen.

Snappy Little Numbers. Auf CD erschienen.

iZM – Psychosis Neurosis LP

Bin gerade über eine banale Erkenntnis gestolpert, für die ich einen Comedian brauchte. "Everything is more expensive nowadays, but nothing got better."

Mist, das stimmt ja. Miete, Nahrung, Zigaretten. Wie soll man denn so sein Leben planen, wenn auf einmal schon am 20. jeden Monats kein Geld mehr auf dem Konto ist, um den Frust des Tages zu feiern? Gunter Gabriel hat dies bereits vor über 50 Jahren messerscharf analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass mehr Geld helfen würde. Ach so! Na dann.

Passende musikalische Untermalung zur Stimmungslage kommt von iZM aus Los Angeles. Die scheinen tatsächlich in den Jahren seit ihrem letzten Garage Punk Synth Gerumpel eine Psychose und oder Neurose entwickelt und gepflegt zu haben. Der Sound vom neuem Album fühlt sich zumindest ein bisschen nach deprimierender Kälte und ungewollten Aufenthalten in einer geschlossenen Anstalt an.

Düsterer Hardcore Post Punk mit Anleihen aus australischem Pub Rock und der Metal-verarbeitenden Industrie. Dazu aber ein Haufen Melodie eingestreut, die es sich widersprüchlich gemütlich macht in den monotonen Bassläufen und den stoischen Rhythmen. Richtig gut.

Under The Gun Records. Kommt auf Vinyl. Irgendwann vielleicht auch hier, bis dahin erst einmal digital zu bestaunen. Platte kann man sich ja eh nicht mehr leisten, wenn schon wieder der 29. des Monats ist. Zahle ich die Miete oder geh ich in den Plattenladen? Hm.