Color TV – S/T LP

Ich weiß ja noch einigermaßen genau, wann wir damals unseren ersten Farbfernseher bekommen haben. Irgendwann Ende der 80er muss das gewesen sein. Ich glaub, meine Eltern haben mit uns bis dahin auch kaum das alte s/w Gerät genutzt. Man kann ja auch Sticken oder Puzzeln oder Computerspielen, haha.

Auf jeden Fall war ich sehr enttäuscht, dass es immer noch s/w Sender gab. Das blöde DDR Fernsehen wurde nicht in Farbe ausgestrahlt und so projizierte man eigentlich auch ein recht realistisches Bild von Ostdeutschland in unsere Kinderköpfe – alles grau. Hier hat die Erfindung des Farbfernsehers also nicht viel geholfen – aber grundsätzlich muss das eine Offenbarung gewesen sein, wenn man so drüber nachdenkt. Plötzlich die ganze bunte schöne Welt im Wohnzimmer zu haben. Sensationell.

Ganz so revolutionär würde ich die Band nun nicht unbedingt anpreisen, aber um im Bild zu bleiben: sie sind auf jeden Fall farbenfroher unterwegs als viele ihrer schwarzweißen Genre Kollegen. Puh, etwas angestrengtes Bild. Na, egal.
Color TV aus Minnesota (Twin Cities) und Oregon (Portland) machen auf jeden Fall mit ihrer Punk Rock Garage Pop Mischung á la Marked Men und Steve Adamyk Band alles richtig, was man in diesem Genre so richtig machen kann. Super Melodien von den Gitarren runtergeschrammelt, eingängiger Gesang, der sofort im Ohr bleibt und alle Songs zum potentiellen Hit werden lässt und natürlich ein zuckender Bass, der mit einem straight-scheppernden Schlagzeug das ganze Wunderwerk rhythmisch zusammenhält. Hier gibt es 9 ziemlich perfekte Pop Songs unter 2 Minuten zu bestaunen. Und einen Hit des Albums, der tatsächlich 3 Minuten dauert (Pale and Vicious), gibt es noch dazu.

Ist bereits letztes Jahr im Oktober bei Deranged erschienen und erfrischenderweise auch auf Vinyl erhältlich. Komisch, bei diesen Zeiten des Revivals von Kassetten hätte ich von so einer Band eigentlich ein komplettes Album auf VHS erwartet, aber vielleicht kommt das noch.

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Telecult – Don’t Talk

Erinnert sich noch jemand an diese französische Band, die ich vor ziemlich genau einem Jahr hier wegen ihrer tollen 7″ abgefeiert habe? Ja? Perfekt, das erspart mir Arbeit. Nein? Dann hier.

Die Jungs von Telecult haben sich auf jeden Fall nun zurückgemeldet und ihr Album „Phases“ angekündigt, das ich damals schon angepriesen hatte. Aber da kamen wohl ein paar Besetzungswechsel bei der Band dazwischen und nun sind sie (fast) soweit, 10 Songs auf die Menschheit loszulassen. „Gut Ding will Weile haben“, zieht man da als Ausrede heran.

Das Cover sieht zwar so aus, als hätte jemand Angst vor knalligen Farben und wirkt eher wie eine Design-Studie zum Thema „Kopfschmerzen“, aber vielleicht hat das auch einfach nur ein Kleinkind mit MS-Paint zusammengeschraubt. Ist ja auch nicht so wichtig – der Song, den man schon einmal hören kann, ist dafür wie zu erwarten ein schönes, poppiges Kleinod namens „Don’t talk“ und kann überzeugen.
Ja, es ist affig, nur einen Song bei Bandcamp zu veröffentlichen. Ja, es dauert noch ein halbes Jahr, bis das Album rauskommt. Nein, das ist mir scheißegal.

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Ditches – The Taste/1000 Elephants/Demo

Es gibt ja so Bands, bei denen fällt es wahnsinnig schwer, einen adäquaten musikalischen Vergleich zu finden. So Bands, die einfach total eigenständig und mit nichts Anderem in Verbindung zu bringen sind. Einzigartig! Unvergleichlich!

Ditches ist nicht so eine Band. Die 4 Schweden aus Stockholm bemühen sich bereits seit knapp 1 1/2 Jahren, die europäischen Marked Men zu sein. Und ich meine das überhaupt nicht böse, denn sie schaffen das locker. Und bei so viel Ähnlichkeit kann man auch nicht von einem Versehen sprechen, ne? Ist ja höchstwahrscheinlich nicht so, als ob die Kerle in den Proberaum gegangen sind und nach 5 Bier und 10 Songs auf einmal gemerkt haben, „Mist, wir klingen ja 1:1 wie diese mega bekannten Texaner. Ach, das merkt schon keiner.“

Das wird ihnen natürlich immer nachgesagt werden: „Ihr klingt ja genau wie…und ist das nicht ein bisschen billig?“ Nein. Sonst würden es ja alle machen, weil es geile Musik ist und so simpel klingt. Aber da steckt eben doch mehr Talent hinter, als man denkt. Sag ich jetzt mal so.

Vielleicht haben Jeff Burke und Mark Ryan deshalb auch ihre Finger mit im Spiel? Zumindest haben sie gemeinsam die 1000 Elephants gemixt und gemastert; die beiden neuen Songs aus dem Februar (The Taste) dieses Jahres hat Jeff Burke alleine optimiert. Sensationell – könnte eine neue Marked Men Single sein. Kommt demnächst auch auf Vinyl raus, jetzt erst mal nur digital.

Wann kommt die LP? Ich nehm zwei.

Hier die erste Single, die man auch auf Vinyl kaufen kann. Letztes Jahr in Eigenregie veröffentlicht. Auch voll gut!

Das Demo ist im übrigen auch super. Na gut. Dann baller ich das hier auch noch rein. Bonus:

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Mike Krol – Power Chords LP

Es sieht so aus, als würde mich Mike Krol mit seiner 4. Platte dann doch noch hinterm Ofen hervorlocken. Dort hatte ich mich nach seinem ersten Release (I hate Jazz) im Jahre 2011 verkrochen, weil es doch alles sehr nach einer schwächeren Jay Reatard oder Brat Farrar Platte klang. Und das braucht ja kein Mensch – also ab hinter den Ofen.

Mit Power Chords legt der gute Mike nun eine sehr melodische Power Pop Punk Fuzz Rock Platte hin (ich hab Garage vergessen), die man zwar wegen des omnipräsenten Fuzz-Faktors auch wieder mit oben genannten Personen vergleichen kann, aber das Album hat einen treffenden und schönen Titel und auf dem Cover sitzt ein blutender Mike im rosa Hemd mit einer babyblauen Gitarre auf einem wiederum rosa bezogenen Bett. Außerdem ist das Album doppelt so lang wie sein letztes (Turkey – 18 Minuten). Und so blöd das klingt, irgendwie ist das Album erwachsener oder reifer als der Rest seiner Sachen. Die Melodien bleiben im Ohr, die Texte sind depressiv genug. Das muss reichen, denn ansonsten ist wirklich nicht viel Neues hier zu entdecken. Aber warum auch?

Eine Mischung aus The Strokes, Jay Reatard und vielleicht sogar ein bisschen White Reaper ist immer gut, da rennt man bei mir offene Türen/Ohren ein. Auf Dauer nervt jemanden vielleicht mit einem zart besaiteten Ohr der Drang, alles maximal zu verzerren, was nicht bei 3 auf den Bäumen oder hinterm Ofen verschwunden ist. Vor allem der Gesang könnte hin und wieder mal glockenklar über den ganzen Fuzz-Matsch erklingen. Aber wer hier hat zart besaitete Ohren? Na also.

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Gedanken zu Produzenten

Ganz ehrlich? Ich hab mich selten mit den Produzenten von Punk Alben auseinandergesetzt. Pfft, ich hab meistens gar keine Ahnung, wer die LP abgemischt hat, die ich da grade höre. Keine Ahnung, warum das so ist, aber in Sachen Punk Rock war doch eigentlich der Sound einer Platte fast zweitrangig und ein Namedropping von irgendwelchen dicken Soundmenschen eher unangebracht.

Ausnahmen sind dabei vielleicht die Produzenten Steve Albini und J. Robbins, die mich allerdings zunächst als Musiker begeistern konnten. Ansonsten hätte ich die wohl erst sehr viel später auf dem Schirm gehabt (naja, um Albini kommt man wohl kaum rum). Eine andere Ausnahme sind fast alle Dischord Sachen, weil bei den über 160 Veröffentlichungen fast immer Don Zientara als Produzent drauf steht, da fällt es schwer, das nicht mitzubekommen.

Inzwischen ist es aber ganz normal, dass man im Zuge einer Neuerscheinung auch immer den Typen (gitbs da eigentlich auch Frauen in dem Geschäft?) hinter den Reglern erwähnt und ein bisschen damit wirbt, was der fabelhafte Mann noch so für Bands abgemischt hat. Ich merke dabei immer, dass ich von Sound keine Ahnung habe, denn ich frag mich des öfteren, wie viel ein Produzent an der Qualität einer Punk LP ausrichten kann. So ist meiner Meinung nach die New Day Rising von Hüsker Dü sagenhaft scheiße abgemischt, aber ein sensationelles Album. Im Gegensatz dazu gibt es unzählige Beispiele an sauber produzierten LPs, die jedoch komplett nichtssagend (dadurch) sind.… Mehr...

Bad Religion – Frohe Weihnachten

Ich muss das nicht verstehen. Bad Religion bringen ein Album mit Weihnachtsliedern raus? Und nicht mit eigenen Kompositionen, sondern so richtigen Weihnachtsliedern. Oder werden die irgendwie entfremdet? Also so anderer Text über die bekannte Melodie von White Christmas gesungen?

Keine Ahnung, ich hab die Band seit 1000 Jahren nicht mehr live gesehen und somit auch ihre Interpretationen der Songs noch nie gehört (bisher wurden wohl schon öfters live diverse Weihnachtslieder in ihr Set eingebunden).

Aber ist das nicht irgendwie ein bisschen, nun ja, widersprüchlich, wenn man Bad Religion heißt? Nennt mich dogmatisch, aber irgendwie passt das nicht ganz zusammen. Das liegt bestimmt daran, das der arme Greg Hetson immer von seiner Frau verhauen wurde. Ach, der spielt ja gar nicht mehr mit. Dann weiß ich es auch nicht. Aber mein 14-jähriges Ich musste grade kotzen. Apropos 14-jähriges Ich und Weihnachten:

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8-Bit Punk Sampler

Unter dem Titel Bastardizing Punk Rock since 2013 hat der Typ von Pinhead Recors  einen Sampler veröffentlicht, der ein paar aktuelle Punk Rock Bands in die 90er Jahre der Gamingsoundtracks katapultiert.

Verunstaltet werden unter anderem NOFX, Pennywise, No Use for a Name und Lagwagon. Lustig ist sowas ja immer, auch wenn ich es nicht schaffe, das ganze Album durchzuhören, ohne gleichzeitig einen Gameboy Emulator laufen zu lassen.

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Not on Tour on Tour!

Not-on-tour-tour-posterDie israelische Punk Band Not on Tour mit der Sängerin, die mich immer an Brody von den Distillers erinnert, ist in unseren Gefilden unterwegs. Das aktuelle Album kam im September letzten Jahres auf Diner Junkie Records heraus und jetzt hat die Band sich wohl entgegen ihres Namens dazu entschieden, dieses Album auch mal außerhalb ihres Heimatlandes zu bewerben.

Will die nicht jemand am 09. September in Aachen machen? Die sind gut. Ich würde hingehen.

Hallo Booker! Hört Euch die mal an. Wie sie selber sagen: „Boring album but at least it’s pretty short
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Rad Girlfriend Records Sampler

Gestern hat das feine Label Rad Girlfriend Records aus Dayton, Ohio einen neuen Sampler online gestellt. Da sind so großartige Bands wie Prevenge, White Flag, Slow Death oder Apocalypse Meow drauf. Kann man sich kostenlos runterladen oder einfach hier anhören und einen guten Überblick über die Veröffentlichungen des Labels bekommen.

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Recess Sommer Sampler

peeinpoolsDas feine Label von Herrn Congelliere (Toys that Kill, Underground Railroad to Candyland, uvm.) hat vor einem Jahr bereits einen kostenlosen Sampler auf der Seite bereitgestellt, den ich jetzt einfach mal hier anpreise, da ohnehin grad nicht viel los ist und der Mix ganz gut zur Hitze passt. Der Titel sowieso.

Hier könnt Ihr den Sampler mit Songs von Audacity, Arrivals, Bananas und einigen anderen runterladen. Viel Spaß beim Schwitzen!… Mehr...