Dry Dive – Desperate Measures CS

Platsch. Solosachen von Johnny Fast, der uns bekannt ist von solch schönen Auswüchsen der neuseeländischen Interpretationen von Punk Rock wie Catsick, Nervous Jerk oder The Tacks. Man könnte meinen, ich kriege hier Geld dafür ich sei ein Fan.

Wenn Euch der besagte Kram gefällt, dann ist auch das hier was für Euch. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht eine Packung OCB Blättchen kauen, um die Geschmacksneutralität wieder herzustellen. Denn mal ganz objektiv betrachtet ist so ziemlich alles, was der Johnny anfasst, gut.

So auch die 5 Lieder, die nun natürlich auf dem Hauslabel Dust Up! erschienen sind. Pop Punk. Power Pop. Grunge Pop. Sommer Core.
Mach weiter, ich hör Dir zu.

Ich hab mal gemessen. Während der 5 Songs schafft man drei Kugeln Eis, wenn man sich beeilt.

Lieek – S/T EP

Neues aus dem Hause Lieek. Manchen Bands scheint diese Corona-Krise ja ganz gut zu bekommen. So sind diese Songs von dem Trio aus Berlin bereits die zweite Veröffentlichung aus dem furchtbaren/fruchtbaren Jahr 2020.

Stilistisch kann man sich innerhalb dieser kurzen Zeit nicht großartig verändern und so ist auch diese EP durch kalten/coolen Post Punk im Stile der Kosmonauten Kollegen geprägt.
Ganz geil, ne?

Mal sehen, ob und wo das erscheint. Zur Zeit erst einmal nur digital.

Glueams – Mental / 365 (bearbeitet)

Sehr coole Songs von Glueams aus Berlin, die ich sehr gerne mitsingen würde, aber ich versteh kein Wort. Ich kann nicht mal sagen, um welche Sprache es sich hier handelt. Ist das Deutsch? Englisch? Afrikaans?
Egal. Ich mach das einfach so wie früher, als ich als kleiner Scheißer auch irgendeinen Mist zu den Beatles mitgesungen habe.

Musikalisch wird hier offensiv mit den 80er Jahren Berlins kokettiert, was man so heutzutage auch immer wieder öfters zu hören bekommt. Ein bisschen Post und Wave, ein bisschen mehr Punk, ein bisschen Gekreische. Alles zusammen richtig gut und so auch nur aus der Hauptstadt möglich.

Das muss man nun nicht unbedingt als neu verkaufen, aber in unserer Subkultur gibt es so etwas ja eigentlich sowieso nicht, ne?

Erscheint in knapp 2 Wochen beim feinen Label Static Age und ist natürlich ein Reissue. Sowas weiß man doch, Mensch. Peinlich. Echt ma…Das sind doch die mit dem Eisbär. Dididit dididit dididit usw.

The Archaeas – S/T LP (Teaser)

He, Grillmeister und Craftbier-Genießer…ihr könnt wieder im Vorgarten die Piratenflagge hissen und eure Tattoos mit der Pflegeserie von DM einschmieren. Hier gibt es mehr Rock n‘ Roll aus Louisville, Kentucky für uns. Yeah! Der Sommer ist gerettet – endlich wieder zu der passenden Musik rotzevoll mit dem Kopp auf dem Fliesentisch einpennen.

Nach der großartigen Single auf Total Punk, die im Februar hier vorgestellt wurde, haben sich die drei Archaeen auf Goner Records eingefunden, weil da mal die Japaner Guitar Wolf veröffentlicht haben, oder so. Zumindest hab ich mir das jetzt so eben auf die Schnelle merken können. Egal.

Wir haben eh nur Zeit für einen Song – den Rest gibt es in 6 Wochen. Das Album erscheint am 19. September.

Kann man jetzt vorbestellen und 40 Euro Versandkosten bezahlen. Aber das spart man dann ja beim Nackensteak wieder ein.

Catsick / Conflicted – Split

Wie schön! Catsick aus Christchurch melden sich schon wieder mit ein paar neuen Songs auf dieser Split zurück.
Ich denke mal, das verhält sich bei den virtuosen Trash Punkern so ähnlich wie bei irgendwelchen anderen Künstlern, die unbedingt ihre Kreativität rauslassen müssen, bevor sie durchdrehen und sich ein Ohr abschneiden oder Polizist werden.

Auf jeden Fall gibt es hier eine Split mit der russischen Band Conflicted, die wenig überraschend auch in ihrer Landessprache singen und ganz wunderbaren Punk-Hardcore machen. Versteh ich halt nicht. Egal.
I like short songs.

Erscheint bestimmt demnächst auf Dust Up!. Leider erst einmal nur jeweils ein Song der beiden Bands im Stream. Aber gut.

Clang! – Whac-A-Mole LP

Mit Post-Punk verhält es sich ein bisschen so wie mit guten Büchern. Natürlich kann man sein Leben lang Pitje Puck oder diese komischen Vampir-Bücher lesen und man ist dann glücklich und zufrieden.
Aber wenn man einmal gemerkt hat, was so ein paar talentierte Schriftsteller mit der Sprache anstellen können und dadurch eine völlig andere Stimulation des Hirns erzeugen, dann merkt man schon, dass da mehr sein kann, als nur eine stumpfe Befriedigung der Unterhaltungssehnsucht.

Vielleicht ist das dann auf Dauer zu anstrengend. Und man hat auch nicht immer Bock auf Herausforderungen. Na klaro. Dann hört man halt NOFX oder so. Aber ab und zu braucht es so tolle Sachen wie Clang! aus Tampa in Florida.

Die machen ganz wunderbaren Noise Post Punk Kram, der mit Saxophon und Synthesizer garniert auch richtig viel Spaß macht. Vielleicht ist das schon wieder nicht für alle was, aber wenn Euch die 25. Platte von Bad Religion ein bisschen zu langweilig wird, dann probiert doch mal, eure musikalischen Geschmacksknospen ein wenig zu kitzeln…

Erschienen vor zwei Wochen – erhältlich bei X-Mist.

Was hatte er hier in dieser Stadt, in diesem verrückt gewordenen Steinbaukasten zu suchen? Blumigen Unsinn schreiben, damit die Menschheit noch mehr Zigaretten rauchte als bisher? Den Untergang Europas konnte er auch dort abwarten, wo er geboren worden war. Das hatte er davon, daß er sich einbildete, der Globus drehe sich nur; solange er ihm dabei zuschaue. Dieses lächerliche Bedürfnis, anwesend zu sein!“ aus „Der Gang vor die Hunde“ von Erich fucking Kästner.

Chain Whip – Demo 2020

Wie ist das bei Euch eigentlich passiert, dass Ihr auf einmal Punk wurdet? War Euch das quasi in die Wiege gelegt, weil die Eltern entweder Hippies oder Bankiers waren, gegen die man dann zeitgemäß mit Punk rebellierte?
Oder seid Ihr eines Morgens aufgewacht und habt in den Spiegel gesehen und gedacht: „Nee, heute nicht kämmen, nicht schminken, Zähneputzen kann man auch mit Bier, ich bin jetzt Punk, Alter“
Ich musste kürzlich nur daran denken, dass es so einen Knackpunkt in meiner Kindheit gab, ab dem ich in die richtige Richtung gestoßen wurde.

Grundsätzlich ist es ja auch eine interessante Frage, ob man ein geistiges Fundament für Punk Rock benötigt, oder ob man durch das bloße Hören von der Musik zum Punk wird. Schwierig. Das besprechen wir ein anderes Mal.

Jedenfalls kam irgendwann als ich so 6 oder 8 war mein bester Freund zum Spielen vorbei und ich machte ihm die Tür auf. Ich bemerkte einen roten Fleck auf seinem Pullover und fragte ihn, ob es Nudeln mit Tomatensoße zum Mittag gegeben hätte und er fragte verwundert zurück, woher ich das wüsste. Daraufhin zeigte ich auf seinen Pullover und er erwiderte nur achselzuckend, das könnte ja auch von gestern oder vorgestern sein.

Ich war schockiert. Bin ich doch auf Sauberkeit und Ordnung geeicht und musste penibel darauf achten, was die anderen Leute so von mir hielten.
Diese Freiheit, mit einem dreckigen Kleidungsstück nicht nur einen Nachmittag, sondern womöglich mehrere Tage herumzulaufen und darauf zu scheißen, war mir völlig fremd und mir eröffnete sich eine gänzlich neue Welt.
Eine Welt, in der man tun konnte, was man wollte, egal, was die anderen Leute dann von einem dachten. Wow. Großartig!

Leider machten mir meine Eltern schnell einen Strich durch die Rechnung, aber der Stein des Anstoßes rollte unaufhaltbar in Richtung Pubertät und Punk. Ich glaube, damals habe ich beschlossen, nix auf die Meinung anderer zu geben.

Leider hab ich das bis heute nicht geschafft, aber in so manchen Situationen denke ich heute daran zurück, wie mir mein Freund mit einem simplen Achselzucken eine neue Welt offenbarte. Danke.

Ach so. Chain Whip sind sehr gut. Neues Demo:

Der Grund, warum ich da mal wieder dran denken musste, sind meine Kinder, denen ich hundertmal am Tag sage, dass sie nicht so mit dem Eis kleckern sollen.

Rocket Reducers – Dead Beat Demo

Bock auf Rock n‘ Roll und gerade keine New Bomb Turks Platte zur Hand? Dann nehmt eine Prise von den Rocket Reducers. Das ist auch schon wieder 10 Jahre her, verdammt. Kennt ihr das überhaupt`Seid ihr überhaupt schon so alt? Hm.

Aber vielleicht kennt ihr ja die eine oder andere Band, in denen die Typen dann nach der Auflösung von Rocket Reducers gespielt haben…wie zum Beispiel PlasticHeads oder die jetzigen Solosachen von Matt Ellis..?

Na, egal – das hier würde auch heutzutage für eine richtig gute 7″ reichen.
Und so langsam werde ich ein großer Fan der Bandcampseite von Loose Lips Records, wo alte, tote und verstaubte Sachen ans Licht der Öffentlichkeit gezogen werden, die dann auch noch kostenlos zum Download angeboten sind.

Da ist sogar besser als der meiste Scheiß, der mir heute als geiler Punk Rock n‘ Roll Kram verkauft werden will. Gönnt euch…

Paranoise – Dragon

Nach der famosen „Single“ aus dem vergangenen Monat mit den Hits Influenza Influencer und Lost My Phone, die auch hier mit dabei sind, legen die Garage/Surf/Punk Rocker kräftig nach.

Wahnsinniger Mix aus allem, was Krach macht. Sie selber bezeichnen sich als Dirt Surfers und psychedelic prog punk…Wir haben dazu früher „Matschfilter“ gesagt. Heute ist das wahrscheinlich alles einfach nur lofi, aber das klingt auch cooler.
Nix gegen den Sänger, aber der instrumentale Song Dead Sailor ist der Hit.

Das sollte mal jemand auf Platte pressen. Vielleicht reicht auch ne Flexi, der Sound wird nicht darunter leiden. Haha.

Graveyard Of The Pacific – Radium Girls

Ob sich Nazis wohl heutzutage klammheimlich in der Öffentlichkeit mit „Radium“ begrüßen, weil das Element die Ordnungszahl 88 hat? Hm. Muss ich mal drüber nachdenken.

Nebenbei wollte ich aber eigentlich erzählen, dass dieser Death Surf aus Austin, Texas eine ziemlich gelungene Ergänzung zu den anderen Bands ist, in denen Alex Cuervo sein Unwesen treibt.

Leider werden hier erst einmal nur 3 Songs aus der Misch- und Masterwerkstatt von Mark Ryan ins digitale Nirwana geblasen und davon ist einer auch noch ein Cover. Die beiden Songs aus der eigenen Feder von Graveyard of the Pacific sind recht unterschiedlich. Einmal höre ich tatsächlich eine Mischung aus Hex Dispensers und Eerie Family mit einem anderen Sänger, aber beim anderen Songs klingt ein wenig Gun Club durch. Cool.

Ich hab Lust auf mehr.
Mehr Schwimmen mit Feuerquallen. Mehr Spaziergänge bei Gewitter, mehr Roadtrip als Geisterfahrer, mehr Toblerone abbeißen.

Gibt es ein Element mit der Ordnungszahl 1312? Ich frage für mich.