Pist Idiots – Idiocracy LP

Uff, eine meiner absoluten Lieblingsbands der letzten Jahre bringt eine neue LP heraus. Und die ist auch noch benannt nach einem meiner Lieblingsfilme! Großartig.
Das wurde aber auch Zeit, die Singles-Compilation von den genialen Pist Idiots aus Sydney ist hier im Hause schon sowas von durchgenudelt, da muss schnell was Neues her, das sich endlos auf meinem Plattenspieler drehen kann.

Es gibt vorab schon einmal 3 Songs zum Staunen und Sabbern. Unter anderem auch die tollen Lieder zu den Videos von "Streetfighter" und "Juliette". Keine andere Band schafft es dermaßen mühelos, so viel Melancholie, Melodie, Spaß und RocknRoll in einen Song zu packen. Pist Idiots vereinen in jedem Song mit Leichtigkeit all das Gute, was australischer Post Hardcore und Punk Rock und RocknRoll derzeit zu bieten hat und passt so dann auch prima zum Lesen, Auto/Fahrradfahren, Trinken, Schlafen, Baden, Grillen, Tanzen, Sinnieren, Rauchen, Malen, Sport. Aber am besten ist immer noch: Kopfhörer auf und einfach nur zuhören.

Tut Euch selbst mal einen Gefallen und bestellt diese LP, die tatsächlich das Debüt der Band in voller Länge sein wird. Interessanterweise kann man die LPs nun auch schon in verschiedenen Farben vorbestellen. In schwarz, rot und gelb/gold. Hm, da fragt man sich als Patriot natürlich, warum nicht alle drei?

Kommt am 10. September raus und wird wohl die beste RocknRoll Platte des Jahres. Mindestens.

Ich freu mich. Und kauf sechs, wegen Uganda, ihr wisst schon.

Smirk – 7 Track Extended Play 12″ EP

Eine neue Platte von Smirk, dem Typen namens Nick Vicario, der auch bei Crisis Man, Public Eye und Cemento sein Wesen treibt. Zwei Songs von der EP, die tatsächlich auch einfach nur Extended Play heißt, hat uns das Label Total Punk Records schon einmal als Appetizer serviert und ja, das macht Bock auf mehr.

Nach der LP, die kürzlich bei Drunken Sailor (UK) und Feel It (US) erschienen ist, aber ja eigentlich nur eine Zusammenstellung von zwei älteren Tapes war, kommen jetzt hier ganz frische Songs im September auf den Markt und ihr könnt das sogar schon vorbestellen. Beim Künstler selber für läppische $1.000 und beim Label für $7. Hm. Aber nur digital. Hm?

Egal – behaltet das mal im Hinterkopf. Irgendwann, wenn der erste Lebkuchenmann neben den Marzipankartoffeln auf dem Wohnzimmertisch liegt, kommt auch eine neue Smirk Platte in Deiner Stadt an! Yay!

Statt des recht einfallslosen Namens tät ich dem Herrn mal empfehlen, die nächste Veröffentlichung "Smark" zu nennen. Weil, haha, wenn man das dann zusammen rückwärts liest. Haha.

Sweet Teeth – Acid Rain 12″ EP

Hallo Sommer. Puh, warm.
Hat hier zufällig noch jemand Bock auf eine frisch gepresste Limettenlimonade mit Eiswürfeln und frischer Minze aus dem Garten?
Ich auch nicht. Aber man kann da auch Alkohol und ein Stück Zucker rein tun und es Mojito nennen und schon ist Wochenende im Kopf und auf der Zunge.

Passender Soundtrack, während man im Planschbecken vor sich hin fettet, wäre dann dann ein Best Of SST Records aus den 80ern. Aber es geht auch modern! Die Sweet Teeth zum Beispiel klingen exakt so, wie Hüsker Dü und der ganze andere poppige Gitarrenzauber, der damals auf dem Label alle Menschen begeistern konnte, die ebenfalls Cocktails beim Planschen mögen. Und die Sweet Teeth dürfen das mit der Kopie, die kommen aus Finspång in Schweden und wissen wenigstens, was "Hüsker Dü" heißt.

Die bringen demnächst ihr Debüt bei Lövely heraus – eine einseitig bespielte 12″ mit ganz wunderbarer Punk Rock Power Pop Dudelei, die hervorragend zu einem verlorenen Tag am See oder im Pool oder auch in der Feuerschale passt. Zwei Songs davon sind schon einmal veröffentlicht. Beide sind gut. Das kann ja was werden.

Kann man nicht kaufen, muss man erst mal hören. Ende Juli dann irgendwo zu haben…

Falls jemand Interesse an Rezepten für Cocktails hat, dann immer her damit. Ich hab keine Ahnung, was ich hier tue.

Cemento – Killing Life CS

Yeah! Genau, was wir gerade brauchen. Eine deprimierende Post Punk Band aus der Stadt der Blumen und des Sonnenscheins.

Nein, nicht Aachen. Das ist die Stadt von Herrn Laschet. Also die Stadt der gewürfelten Klausurnoten und des Dauerregens. Die Stadt der Karohemden-Elite und der Alemannia, die sich erfolgreich innerhalb von 6 Jahren aus Bundesliga 1 in die Regionalliga gekickt hat.

Aber Aachen hat eine Mall. Ha! Sogar zwei! Inklusive einer sterbenden Innenstadt. Na dann.

Puh, das ist alles so deprimierend dort, eigentlich würde Cemento auch gut dorthin passen.

Vielleicht erinnert mich der eine Song, den man jetzt schon einmal von dem Debüt der Band hören darf, auch deswegen ein bisschen an Teenage Panzerkorps? Oder doch zu weit hergeholt? Könnt ihr die Verbindung überhaupt nachvollziehen? Ach, egal – macht damit, was ihr wollt.
Hier sind auf jeden Fall talentierte Menschen am Werk, die schon in solch schillernden Projekten wie Smut oder Smirk ihre Finger, Bänder und Füße im Spiel hatten.

Erscheint Ende des Monats bei Iron Lung. Stimmung!

Nehmt Euch in Acht vor kleinen Männern! Die haben einen Minderwertigkeitskomplex und müssen immer doppelt so viel auf die Kacke hauen. Der Lascht hat bestimmt auch eigenhändig all die E-Bikes in den Rhein geworfen, weil Merz es ihm nicht zugetraut hat.

Chubby And The Gang – The Mutt’s Nuts LP

Was ist das eigentlich für eine seltsame Sitte, dass sich Motorradfahrer gegenseitig grüßen, wenn sie aneinander vorbeifahren? "Hey Du auch ohne Stützräder!" Oder was wird da gefeiert?
Dass man auf einem motorisierten Zweirad durch das Land eiert? Wenn so wenig Gemeinsamkeiten wie das gleiche Fortbewegungsmittel bereits für ein Gefühl von Brüderlichkeit sorgen, was macht man dann auf den Autobahnraststättentoiletten, wenn man kacken geht?
Für jeden, der aus einer Kabine kommt, einen Fist Bump? "Yeah, Du auch hier wegen Scheißen? Cooool. Komm, Faustgruß. Wie, nur Pipi? Nee, komm hau ab, Du rollerfahrender Waschlappen."

Ach, egal. Eigentlich wollte ich doch bloß die neue Platte von Chubby And The Gang kurz hier reinknallen und dann mit meinem Kettcar zur Tankstelle wegen Reifendrucks. Also bitte.
Drei neue Songs von dem insgesamt 15 Liedern starken Album gibt es schon einmal zu hören und die versprechen so ziemlich genau das, was man von der Band erwartet. Eine sehr schöne Mischung aus Power Pop und Hardcore und Punk und Oi, der man sich nur schwer entziehen kann. Schöne Geschichten aus dem London von Heute. Erzählt mit Musik von Gestern. Warum nicht.

Erscheint bei Partisan Records Ende August und man kann das Ding bereits auf verschiedenen Tonträgern vorbestellen. Da ist für jeden was dabei. Außerdem hat man sich schon mal an einem Video zu einem Song versucht. Warum nicht.

Ich vermute, dass diese Biker später auch die Leute sind, die nach einer Butterfahrt dem Busfahrer applaudieren. Warum nicht.

Laxisme – Premiere Sortie CS

Sehr nette neue Band auf Phantom Records, über deren Mitglieder passenderweise strenges Stillschweigen herrscht.
Oder ich hab nicht genügend Street Credibility, um schnell mal eben erzählen zu können, dass hier Boris und Maurice von Zipfelstreich am Werk sind und zusammen mit Hilde und Gerda von Ridestunde die tolle Band Laxisme aus dem Berliner Untergrund gehoben haben.

Sorry, ich kann nur sagen, dass die Band eine Kassette via Phantom Records auf den Markt geworfen hat, die mit 5 ganz ausgezeichneten Punk Knallern aufwarten kann. Französisch. Und Deutsch.
Voll gut. Hektische, abgehackte, geile Gitarrenriffs aus der Dean Dirg Schublade, die auch mal ohne Verzerrer funktionieren, werden mit ordentlich schepperndem Druck vom Schlagzeug unterfüttert und dazu gibt’s noch lecker Bassläufe, die an Shocks oder Stitches erinnern. Oben drauf dann eben dieser rotzige Gesang auf Französisch/Deutsch. Geiler Scheiß.

Kann man auf Kassette kaufen. Ist vor ein paar Tagen erschienen und kostet 5,50€. Also mal weniger Eis, mehr Punk Rock, Freunde!

Ich glaub, die sind live richtig gut und kann’s kaum erwarten, die mal zu sehen. Aber ich leide auch dermaßen unter Entzug, wahrscheinlich würde ich mir sogar den nächsten ABI-Band Contest von den hiesigen Gymnasien anschauen.

New Adults – I Guess I Am The New Adult Now

Falls Ihr euch schon einmal gefragt habt, wie sich eigentlich die Stimmen in meinem Kopf anhören, dann könnt Ihr jetzt hier einen exklusiven Einblick erhalten.

New Adults aus Leipzig zeigen auf ihrem Debüt nicht nur, wie man ganz modern alt klingen kann, sondern eben auch, wofür die "Hall"-Taste auf dem Mischpult ist.
Was sich anhört wie mehrstimmiger Gesang über den quietschenden Gitarrenläufen und dem fluffigen Bass auf schepperndem Drumbeat, ist eigentlich bloß die eine Stimme, die da englische Verse vorträgt. Diese werden aber Dank moderner Technik mehrfach aus den Boxen in die Ohrmuschel gepresst, um dort hin und her zu springen und sich mit deutschem Akzent schließlich den Weg ins Gehirn zu bahnen.

Schöne drei Songs, kann man nicht meckern, sollte man jedenfalls nicht. Ist Punk Rock, vielleicht ein bisschen wavig und zackig. Aber HALLo.

Gutes Ding, sollte allerdings eine Warn- und/oder Triggerwarnung enthalten. Wegen der Stimmen, ihr wisst schon.

The Shine – S/T CS

Wenn ihr im Lexikon den Begriff "Anachronismus" nachschlagen wollt, dann blättert mal die vergilbten Seiten des Brockhaus' eurer Eltern durch und sucht doch einfach das Bild von den vier Jungs hier von The Shine und ihrem Debüt Album.
Das müsste da nämlich bereits in der Edition aus den 80ern in Din A4 Größe neben dem Begriff prangen.

Es kann mir doch niemand glaubhaft versichern, dass diese 9 Stücke tatsächlich vorletztes Jahr aufgenommen und erst heute (!) veröffentlicht wurden. Das ist nämlich 1A Rock’n’Roll und Power Pop und Garage der 60er Jahre. Das klingt nach einer Mischung aus Reigning Sound und der eingestaubten Plattensammlung eurer Eltern im Partykeller. Also ziemlich toll.

Außerdem interessant zu wissen, dass die gesamte Band eigentlich aus dem Punk und Hardcore kommt – mit Trevor Blake und Aaron Mika sind hier nämlich zum Beispiel Leute von Flip Shit und Beastman dabei. Also handelt es sich hier um die Szene aus dem Staate New York. Interessant. Ja.

Schöne Kassette, total entspannend und passend zum Sommer in der Stadt. Oder auf dem Bauernhof. Oder am Strand auf dem Surfboard liegend mit Lagerfeuer und auch mal wieder Zigaretten und Füße im Sand. Hm, brauche Urlaub.
Erscheint heute bei Tetryon Tapes bzw. Feral Kid Records.

Zur Erklärung: Lexikon sind die Dinger, die man analog vor der Wikipedia benutzt hat. Und der Brockhaus war ein zwei Tonnen schweres Buch mit bis zu siebzigausend goldumrandeten Pergamentpapierseiten.

Chain Whip – Two Step To Hell 12″

Hurra, sechs neue Lieder von den genialen Chain Whip aus Vancouver!
Da freu ich mich aber. Und man kann jetzt schon mal einen Kracher davon hören? Toll, das ist super. Bestimmt wieder so ne Hardcore Wucht wie beim letzten Mal. Die haben mich ja beim Album vorletztes Jahr echt umgehauen, ne. Richtig gute Mischung aus Hardcore alt und Hardcore neu und Hardcore West und Hardcore Nord.
Ach, ich gerate ins Schwärmen…

Was? Da sind jetzt auch 3 alte Stücke vom Demo mit dabei?
Hm. Ok, dann Yippieh, 3 alte und 3 neue Stücke von den sehr guten Chain Whip aus Kanada! Man kann ja auch mal die alten Songs neu einspielen und so. Und besser auch, genau. Ja. Toll.

Was? Da ist auch noch ein Coversong von den Subhumans mit dabei?
Hm. Ok, dann cool, 2 neue Lieder von den faulen Pennern aus Nordamerika.
Immerhin ist der eine Song, dem man lauschen kann, tatsächlich vielversprechend und macht Lust auf den anderen, haha.

Kommt demnächst in Europa und England beim Drunken Sailor heraus und in den USA und Kanada bei Neon Taste. Natürlich sind die ersten 150 Stück limitiert in Farbe und so.
Ich wiederhole mich gern: 10 Minuten Spielzeit passen sehr gut auf eine 7″ Single. Ich behaupte mal, dass es sogar frustrierender ist, eine 12″ nach 5 Minuten umzudrehen als eine Single. Wegen Kopf und Erwartungshaltung an die Plattengrößen und so. Aber was solls.

Der Markt sagt, Leute kaufen eher eine Platte, wenn sie nach einer grooooßen und echten LP aussieht. Auch wenn das Ding nur 2 Minuten neue Musik hat, haha. Leute sind deppert.

Vaguess – Only Sleeping

Hier, bitte schön.
Da habt ihr die Blaupause für 36.872 poppige Superhits. Egal, welches Genre ihr bei DSDS oder anderen Castingshows bedienen wollt, nehmt eine von den unzähligen Melodien von Vaguess' neuem Album und schon habt ihr ein authentisches Gerüst für so ziemlich alles.

Hey, geht mit dem Album auf dem ipod zum Bachelor Ding da im Fernsehen oder in den Dschungel und schon habt ihr den Schatz gewonnen oder müsst die Prinzessin heiraten oder um was es da in den Shows geht. Quintessenz ist, dies ist sehr gute Musik mit sehr vielen schönen Melodien und Ideen, die man schon beim ersten Hören entdeckt und die beim wiederholten Genuss tatsächlich noch besser werden. Ähnlich wie Kokain Erdbeereis.

Vaguess ist diese Ein-Mann-Band von Vinny Earley, über die ich neulich schon mal was erzählt hatte und der auch das wunderschöne Cover gemalt hat und für Mix und Master ebenfalls zuständig war.
Ist bei Refry Records vor ein paar Tagen erschienen und eine Empfehlung.

Macht bei Regen genauso viel Spaß wie bei Sonnenschein. Schafft auch nicht jeder.