Brainwash Victims – S/T CS

Angepisster Hardcore aus dem Käsestaat Wisconsin. Aus Milwaukee kommen die Käseköppe von Brainwash Victims und ballern charmanten Garage Hardcore Punk aus der Hüfte in den Magen. Viel besser kann man das eigentlich nicht abliefern und für die heiße Phase des Frühjahrsputzes genau der richtige Soundtrack, wenn es an die hartnäckigen und sinnlosen Dinge wie Staubwischen oder Teppichklopfen geht. Ganz geil.

Unlawful Assembly. Auf Kassette erschienen und eigentlich auch 8 einzelne Songs, aber hier nur digital und hintereinander weg ohne Trennstäbchen zu genießen.

Pleasure – Manic Phase LP

Wahrlich ein Genuss, diese manische Phase von Pleasure miterleben zu dürfen. Sehr mitreißender Hardcore Punk aus Leeds/West Yorkshire, I believe? Erinnert bei guten Stellen an Punter und spielt neben dem schnöden Hardcore auch ein bisschen Verstecken mit Post Genres und das steht dem Album sehr gut. Nehm ich.

Brainrotter Records. Auf rot und schwarzem Vinyl erschienen. Bin gespannt auf das nächste Werk, wenn die depressive Phase einsetzt. Toi toi toi.

Mr Radical – Promo Tape CS

Benannt nach einer Spielfigur aus dem Fallout Universum (glaub ich) und auch ansonsten viel bei allem geklaut, sind Mr Radical aus Anaheim dennoch eine ansprechende Abwechslung im kalifornischen Hardcore Mix.

Jaja, schon tausendmal berührt und tausendmal explodiert, keine neuen Räder erfunden und anachronistisch isses auch. Aber so eine gute Sammlung von tollen Hardcore-Bassläufen will ich mir hier reinkleben.

Und wie viele Bands kenne ich schon, die einen eponymen Song haben? Ganz geil.

Offside Records. Auf Kassette erschienen, das Album folgt demnächst, deswegen heißt es ja wohl auch Promo. OK. Descendents fallen mir ein. Und hatten The Ergs nicht auch einen? Nee, aber Motörhead, ne? Bad Religion, Minor Threat, Pennywise, oh. Sind ja doch ganz schön viele.

Blizz – Hate Cops

Schon wieder gut gelaunte Bullenhasser mit einer Mischung aus Hardcore und Street Punk.

Blizz werkeln in Batang und vertonen dort ihren aggressiven Widerstand gegen die Staatsgewalt auf Landessprache mit eingeworfenen englischen Phrasen. Kann man mitsingen, muss man nicht verstehen, das sind universelle Probleme. Ganz geil.

Ich bin mir bei den Proportionen auf dem Coverbild nicht ganz schlüssig, ob der bewaffnete Mensch dort ein kopfloser Polizistenmörder sein soll oder einfach nur ein sehr schmales Haupt hat, das dummerweise von dem Bandnamen überdeckt wird. Schaut man sich die anderen Kunstwerke des Künstlers an, wird eine gewisse Phase deutlich, in der er/sie sich derzeit bewegt und austobt. Aber Köpfe zeichnen ist auf jeden Fall keine Schwäche, was also auf einen "headless copkiller" als Heldenfigur schließen lässt.
Oder?

Das Demo ist erst einmal nur digital erschienen. Sind auch nur zwei Songs, aber muss reichen, ist ja erst Montag. Genug Gewalt für heute.

Big – Dance Music EP CS

Vielleicht liegt ihr Tannanzäpfle-besoffen im Ländle und möchtet das Wahlergebnis feiern, oder ihr sitzt im NRW-Hochofen und freut euch über neue Rekorde bei den Rüstungsaufträgen, oder ihr schraubt mit der Bohrmaschine die Benzinpreise bei eurer Tankstelle nach oben.

Es gibt so viele Gründe, zu feiern. Big aus Oakland liefern euch die passende Tanzmusik. Vielen Dank.

Die haben ganz andere Sorgen da drüben in Oakland. Zu viel Sonne, Meer und dieser geniale Bageltopia Laden um die Ecke. Schlimm.

Dres Code – Not From Texas CS

Ah, der Kaffee für die Ohren. Dres Code aus Tennessee ballern sympathischen lofi Garage Punk in die Tasse und erinnern mich dabei an eine entspanntere Version von Atari Teenage Riot.

Krach, Schrei, noch ein Schrei, ein anderer Schrei und alles verzerrt und darunter irgendwo Melodien, die aus den 80er Jahren Best-Of Hardcore-Riff-Buch abgeschrieben wurden. Geiler Scheiß.

Ragdoll Records. Auf 25 Kassetten erschienen. Wer davon nicht wach wird, sollte vielleicht mal zum Ohrenarzt. Oder nach dem Hören sowieso mal hingehen, ist ganz schön laut, kann nicht gesund sein.

Briefbombe – Deutsche Pest 7″

Neue Briefbombe. Wie schön. Ich verzichte auf Wortspiele, die haben Label und Band bereits alle ausgeschöpft. 10 neue Lieder in gewohnter Ballermanier mit schlechter Laune und dem passenden Ventil. Zuverlässig geiler Scheiss aus Hamburg.

Spastic Fantastic & Rilrec Records. Auf 7″ erschienen. Auf UPS Braun. Haha.

Screaming Eyes – Demo 2025 CS

Ich muss mal aufräumen und die Sachen aus dem letzten Jahr ausmisten. Das hier zum Beispiel liegt seit März hier rum und die Band hat irgendwie nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient. Also bitte.
Dort, wo ich einst gewohnt hab, ist für die Schüler ab der 3 Klasse Französisch ein Pflichtfach. Die erste Fremdsprache ist dort Französisch. Weil so viele Menschen auf der Welt Französisch sprechen. Das ist wichtiger als Englisch. Und als Spanisch sowieso. Ich erwähne das nur, weil die Band, die wir heute unter dem Schnee gefunden haben, aus Marseille kommt und auf Spanisch und Englisch singt.

Vielleicht eignet sich Französisch als Amtssprache in der UNO und bei der NATO und bei deiner Omma in der Küche, aber es passt nicht so gut in den Hardcore? Zumindest erwecken Screaming Eyes den Eindruck mit ihrem 4-Song starken Demo. Wobei das eigentlich auch gar nicht so wichtig ist, wenn man ohnehin das Geschrei von Ale nicht wirklich verstehen kann. Tolles Demo aus einer Mischung von Garage Hardcore Punk mit einer Prise Emo. Gefällt mir gut.

Substance D Records. Auf Kassette erschienen. Interessanterweise wird dann bei einzelnen Schulen der Französischunterricht zu Beginn der 5. Klasse unterbrochen und mit Englisch begonnen. Oder er wird fortgesetzt, mit Latein ergänzt und Englisch kommt dann ab der 7. Klasse hinzu. Zum Glück wohne ich jetzt in Niedersachsen und damit in dem Land mit den meisten Anrainern. Wir müssen den Kindern erst einmal die ganzen Dialekte von Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen beibringen! Bilingual my ass.

Slut Intent – Slutworld

Silvester war früher auch spannender, oder? Dieses Jahr muss ich das mal ausprobieren mit diesem Flugzeug-Tripp über die Zeitzonen zu fliegen und achtmal in zwei Stunden Neujahr zu feiern. Dabei mag ich gar keinen Sekt. Na, mal sehen, was 2026 bringt und wo ich am Ende den Partyhut aufhaben werde.

Das Jahr fängt auf jeden Fall musikalisch mit einem donnernden Feuerwerk an, wenn die Hardcore Mädels Truppe um Slut Intent aus Minneapolis ihr Debüt Album in die Atmosphäre ballert und mit 9 Songs in knapp 20 Minuten eine furiose Portion Krach mit Funken und Knall und Rumms in die Luft jagt. Was wieder herunterrieselt sind die kleinen Melodiefetzen, die den Neujahrskater unter sich begraben und mit dem Beigeschmack von GEL oder Stress Positions die pelzige Zunge wieder knutschbereit machen. Sehr cool.

Kein Label – selbst aufgenommen und bislang nur digital zu haben. Wer war das nochmal, der Silvester 99/2000 dieses Zeitzonen-Ding ausprobiert hat? Was für ein Trottel. Wo ist der Millenium-Bug, wenn man ihn braucht. Guter Vorsatz: mehr Liebe.

Unit Collapse – Demo

Sehr kurzweiliger Hardcore Punk aus Stockholm. Unit Collapse! Die sind fit, haben schlechte Laune und besuchen dem Cover nach zu urteilen die Kunstakademie Schwedens. Geiler Scheiß.

Noch kein Label. Soll das Poison Idea sein? OK, man hört es am Sound, aber erkennt es auf dem Bild  nicht so recht. Ha. Sympathisch.