Dragnet – S/T 12″

Bummer Punk. Schöne Zuschreibung für die neue Dragnet 12″. Nicht zu verwechseln mit den Australiern, das hier sind zwei Jungs, naja, ältere Männer aus Alabama, die sich mithilfe eines Drumcomputers eine Band gebastelt haben und damit mal eben 6 eingängige Punk Rock Stücke veröffentlichen, die so auch aus der Feder von Mark Ryan stammen könnten. Zumindest erinnert mich das hin und wieder an solche Sachen wie Mind Spiders, Oddfellows oder O-D-EX, wenn man ihm den Synthi wegnimmt.
Das computergenerierte Schlagwerk nervt nach einer Weile in bisschen und der Einsatz des immer gleich klingenden Beckens entlarvt den künstlichen Charakter der rhythmischen Begleitung, aber wenn man das ausblenden kann, ist das sehr lockerer Unterhaltungsstoff zum Legosteine aufräumen.

Total Punk. Erscheint auf 12″ Vinyl. Autsch, auf einen Einer getreten.

The Carp – Tangled Up With The Two Tailed Rat LP

Die Platte für den Beginner Kurs "Wie tanze ich Pogo?". The Carp spielen zehnmal hintereinander kontinuierlich ihren schnoddrigen Punk Rock Schmutz runter und animieren damit ältere Menschen zum Beinwippen und Kopfnicken und jüngere Leute, sich gegenseitig den Montagmorgenfrust aus dem Brustkorb zu dreschen.

Abgehackte Gitarrenriffs mit Zuckungen für geübte Parkinsondarsteller und ein schepperndes Schlagzeug mit genügend Frequenzen, die auch Menschen über 40 noch hören können.
Das kann man gar nicht kacke finden. Sehr gutes zweites Album der Band aus Cleveland, glaub ich.

Total Punk. Kommt in ein paar Tagen auf LP raus. Das hat alles irgendwas mit Fischen zu tun. Karpfen. Naja, nicht mein Lieblingstier. Egal.

Real Losers – Time To Lose (2025 Total Punk Edition) LP

Rechtzeitig zur Vorstellung des neuen Kabinetts unter dem schlaksigen Hampelmann mit dem moralischen Kompass Deutschlands ("Vergewaltigungen in der Ehe sind okay") haben wir schon einmal die passende Band aus dem Keller ausgegraben.

Die Real Losers aus Leeds haben vor knapp 25 Jahren angefangen, ordentlich Radau im Stile von krachigen Garage Bands wie den Oblivians oder dem späteren Jay Reatard auf die Bühne zu tragen und dabei nicht nur Spuren der Begeisterung sondern auch ein paar Meisterwerke auf Vinyl hinterlassen. Das Erstlingswerk aus dem Jahre 2003 erschien damals auf Squirrel Records, die nicht unbedingt für diesen Sound bekannt sind, sondern wohl eher den Vorteil hatten, dass sie um die Ecke ihr Büro hatten und man bequem aus dem Proberaum in die Zentrale torkeln konnte, um den Deal zu unterschreiben.

Über 20 Jahre später torkeln die 3 Loser in das nächste Büro und unterschreiben einen Knebelvertrag, der ihnen nichts einbringt, als eine inoffizielle Veröffentlichung am Record Store Day. Was für ein Haufen Loser. Alles richtig gemacht. Geile Platte.

Total Punk. Auf LP wiederveröffentlicht am 12.04. Stellt sich natürlich die berechtigte Frage, wer am Ende die "echten Verlierer" sind. Ich würde auf ein paar Millionen tippen. Tja.

Judges – Judgment Day LP

Fast sowas wie eine Konsens-Band in meinen Kreisen. Judges aus Melbourne springen aber auch auf eine australische Pub Rock und Punk Welle auf, die seit ein paar Jahren über unsere Köpfen hinwegfegt und so ziemlich jeden belanglosen musikalischen Erguss aus Europa wegspült. 10 Songs mit zweihundert Gitarrenriffs und mehr Druck aufm Kessel als mein cholerischer Chef mir machen kann. Tolle Platte.

Total Punk Records. Auf rotem und schwarzem Vinyl erschienen. Und wenn da ein Pferd, ein Schwert und eine Burg auf dem Cover wären, würde auch der letzte Zweifler die LP toll finden.

Lavender Flu – Assorted Promenades LP

Chillig. Erwartet man ja sonst so gar nicht von dem Label. Die sollten sich vielleicht für dieses Release einfach Total Pink Records nennen, das merkt doch eh keiner. Lavender Flu sind irgendwie so Post Punk Rock Psychedelic Garage unterwegs und passen mit ihrem neuen Album ganz wunderbar zum Regenprasseln auf dem Dachfenster und dem Duft von Lavendel, der vom Sommerwind hineingeweht wird. Ich frag mich, warum?

Total Punk Records. Erschien überraschend Ende April bereits auf Platte und ist auf dem Weg und schon ganz ganz bald in Deinem Lieblingsgeschäft. Nein, nicht die Trinkhalle.

Tee Vee Repairman – What’s On TV LP/CS

Haltet Ihr es eigentlich auch für zynisch, wenn die "Konzerne das Klima retten" wollen und dazu dann mit 2000 Privatjets nach Davos gesegelt kommen? Ach, ich bin bestimmt zu negativ. Die haben immerhin Bio-Diesel getankt und rauchen in dem Luftkurort nur umweltfreundliche E-Zigaretten, nachdem sie die ortsansässigen Kleinkinder gegessen haben.
Tee Vee Repairman hat ein Album aufgenommen und veröffentlicht das bald bei Total Punk auf Vinyl. Es ist also nicht alles scheiße.

Im Heimatland des Künstlers bei Computer Human Records veröffentlicht. Wisst ihr, an was ich bei "TV Repairman" immer denken muss? An Karl, den Experten aus Big Lebowski. "Ich hab gehört, dass mit Deinem Kabel something wrong ist". Logjammin!

Alien Nose Job – Stained Glass LP

Jake Robertson tritt den Beweis an, dass man keine 5 Leute braucht, um wie AC/DC zu klingen. Der Typ macht ja eh alles alleine und schreibt seit Jahren nur Hits, warum nicht auch mal in die Richtung der Gleich- und Wechselstromtypen aus Sydney gehen und den ausgelatschten Pfad der Dicke-Eier-Rock-Musik entlang flanieren.

Mit Songtiteln wie "Post Punk Posers" und "RnR Rubbish Bins" trifft er auf jeden Fall exakt die Schnittstelle der Musikliebhaber, die sich AC/DC auf das Jeanshemd sticken und bei der Weihnachtsfeier zu "Thunderstruck" ihren Haarkranz umherwirbeln. Ja, genau. Ich meine Deinen coolen Chef.

Alien Nose Job hat noch nie enttäuscht – hier ist zwar nur erstmal ein Song zu hören, aber der Rest dieser Rock-Oper wird bestimmt ähnlich eingängig sein. Sauber.

Kommt bei Total Punk. Ist es dann wohl auch.

Curleys – S/T LP

Wenn es mal wieder schneller gehen muss. Curleys haben nun ihr erstes Album innerhalb von 15 Minuten fertiggestellt und lassen den hektischen lo-fi Garage Punk auf die Menschen jenseits von Gainesville, Florida los. Ich zum Beispiel lasse dass immer in der Küche brutal laut laufen und ich schwöre, die Eier sind innerhalb von 2 Minuten knochenhart gekocht.

Das ist so Punk, das ist auf Total Punk. Sehr cool.

Cherry Cheeks – S/T LP

Na endlich.
Nach ein paar lustigen Veröffentlichungen, die ausschließlich digital hier in diesem Irrenhaus zu bestaunen waren, gibt es nun bald das Debütalbum von dem Synthie Punker Kyle Harms aka Cherry Cheeks aus Florida direkt auf Langspielplatte. Hurra!

Ihr kennt die Kirschbäckchen, ich muss da nicht viel zu erzählen, oder? Sehr melodisch und eingängiger Synthpunk mit der Leichtigkeit eines sonnenreichen Lebens eingetütet. Toll.

Im September kann man dann bei Total Punk eine LP kaufen, die ein Dutzend neuer Lieder aufzuweisen hat und hoffentlich den Standard der bisherigen Veröffentlichungen halten kann. Hier darf man schon einmal einen Song vorab hören und der schneidet gar nicht mal so schlecht ab. Wird schon.

Wer von Euch ist eigentlich für diesen Sommer verantwortlich? Frage für meine Speedo Kollektion. Und ich rede nicht von den Schallplatten.

Smirk – 7 Track Extended Play 12″ EP

Eine neue Platte von Smirk, dem Typen namens Nick Vicario, der auch bei Crisis Man, Public Eye und Cemento sein Wesen treibt. Zwei Songs von der EP, die tatsächlich auch einfach nur Extended Play heißt, hat uns das Label Total Punk Records schon einmal als Appetizer serviert und ja, das macht Bock auf mehr.

Nach der LP, die kürzlich bei Drunken Sailor (UK) und Feel It (US) erschienen ist, aber ja eigentlich nur eine Zusammenstellung von zwei älteren Tapes war, kommen jetzt hier ganz frische Songs im September auf den Markt und ihr könnt das sogar schon vorbestellen. Beim Künstler selber für läppische $1.000 und beim Label für $7. Hm. Aber nur digital. Hm?

Egal – behaltet das mal im Hinterkopf. Irgendwann, wenn der erste Lebkuchenmann neben den Marzipankartoffeln auf dem Wohnzimmertisch liegt, kommt auch eine neue Smirk Platte in Deiner Stadt an! Yay!

Statt des recht einfallslosen Namens tät ich dem Herrn mal empfehlen, die nächste Veröffentlichung "Smark" zu nennen. Weil, haha, wenn man das dann zusammen rückwärts liest. Haha.