Plastique Pigs – Demo 2025

Hurra. Ein Hardcore Demo. Plastique Pigs kommen aus Raleigh angegrunzt und ballern unverblümt ihren 80er Hardcore Punk aus vier Rohren in die Gosse. Danach ist Feierabend. Ganz geil, wenn man gerade durch die Innenstadt jagt und auf der Suche nach den Last-Minute Geschenken für die Schattenseite der Familie ist.

Ohne Label. Jeweils ein Song reicht immer genau für meinen Sauerstoffvorrat, wenn ich die Luft anhalten muss, um bei Douglas schnell rein und wieder rausrenne, um eine Flasche Stinkewasser zu kaufen. Ja, ich war mal Perlentaucher.

Blood Skid – Process of Coping

Also die Bürgerräte sollen jetzt abgeschafft werden, ne? Hab ich richtig gelesen. Die umwerfende Nestlé-Hexe findet das doof, weil man damit partout nichts Böses anstellen kann. Also weg damit.

Ist ja aber irgendwie auch ok, die meisten Bürger sind sowieso zu blöd für Deutschland und mehr als Empfehlungen, aus denen eh keine Handlung abgeleitet wird, konnten die schlecht frisierten Menschen dort ohnehin nicht aus dem verschwitzten Sitzungssaal heraustragen.

Dieses "Mehr Demokratie wagen" von dem Herbert Ernst Karl Frahm gesprochen hatte, war ja auch mehr als "mehr Saufen" gemeint gewesen. Scheiß auf die Bürger.
Oh, Moment. Andererseits sind Bürger jetzt aufgerufen, ihre Worst-of Verwaltungsgeschichten inklusive Verbesserungsvorschläge mitzuteilen, damit das Digitalministerium erfährt, was nicht so cool läuft in Deutschland. Entscheidet euch mal.
Apropos Rumjammern. Hört jemand noch Emo?

Ohne Label, ohne Vinyl oder Magnetband. Dafür mit Emotionen und Geschrei wie in den 90ern. Blood Skid – ein bisschen zu sauber, aber mag ich dennoch.

Axe Collector – S/T CS

Könnte ich ein bis drei Powerakkorde auf der Gitarre spielen und hätte dazu noch einen Drumcomputer in der Rumplkammer gammeln, würde so wohl auch mein erstes Soloalbum klingen.

No offense, Axe Collector. Aber viel Uffta Uffta und ein bissle Metal-Krach auf der Gitarre gepaart mit unverständlichem Gebrüll und rockigen Breakdowns sind doch genau das richtige für Leute, die zuhause eine gediegene Sammlung von Äxten an der Wand hängen haben.
Mir fehlen zu einer eigenen Musikerkarriere also eigentlich bloß der martialische Anspruch und natürlich die Äxte und die Fähigkeiten. und ich wohne nicht in San Diego. Aber sonst. Irgendwie sind die 5 Songs geil, ich weiß nicht, warum, vielleicht war das doch ein bisschen viel Glühwein am Wochenende.

No Time Records. Auf Kassette erschienen. Ich habe durch Zufall mehrere Rasenmäher. Ich würde es nicht eine Sammlung nennen, aber in Anlehnung an Stephen King könnte ich dann der Lawnmower Man sein. Grass’n’Roll.

Twenty One Children – After The Storm CD

Tolles Album von den drei Punks aus Soweto. Naja, Album.

Von den 9 Songs der neuen Veröffentlichung von Twenty One Children ist zweimal nur Gelaber zu hören (warum nicht, ganz nett, unterbricht nur die Konzentration auf den nächsten gescheiterten Kickflip-Versuch mit dem Longboard) und ein Song ist doppelt vertreten. Guter Song, keine Frage. Aber zweimal auf einem Release?

Muss Punk sein. Allerdings erhöht das dann wiederum die Chance, dass aus den verbleibenden 6 Songs eine Single gepresst wird, denn dieses "Album" existiert derzeit nur digital auf CD und auf meinem Rechner. Könnt ihr kaufen. Rotziger Skate Punk mit starken 80er Einflüssen. Ziemlich gut.

Slovenly Records. Auf CD erschienen.

Total Sham – Redline

Total Sham sind großartig. Hardcore Garage Punk aus Kansas City, der ziemlich ungemütlich in die Weichteile tritt und anschließend noch eine extra Portion Aggression in den täglichen Frust schüttet, damit die Weihnachtseinkäufe in der Innenstadt doppelt so viel Spaß machen.

Ach, wir bestellen ja alles im Internet. Dann spart euch die Aggression im Einzelhandel und verwendet euren Grips darauf, das Cover zu entschlüsseln. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten? Bisschen asi sind die ja schon, oder? Naja.

Erst mal nur digital. Vielleicht schickt sich jemand an, daraus eine Single zu machen, wenn ein vernünftiges Cover gestaltet wird. Mal im Kindergarten nachfragen.

Pill Mill – S/T 7″

Nach dem Demo kommt die Single, so steht’s im Gesetz. Hier also die erste Vinyl Veröffentlichung der Hardcore Band aus British Columbia.

Wo genau die herkommen, hab ich irgendwie in der Hektik nicht finden können, aber vielleicht ist das auch ein Geheimnis, immerhin wurde erst vor ein paar Jahren das größte Drogen-„Superlabor“ in der Geschichte Kanadas ausgehoben, und zwar in… genau! British Columbia. Genauer gesagt Falkland. Also nicht die Inseln da unten bei Argentinien, sondern, ach egal.

Auf jeden Fall ist es ja nicht besonders schlau, sich Pill Mill zu nennen und dann seinen Standort öffentlich zu machen, da wird man ja direkt hops genommen von diesen lustigen Mounties. OK.

Musik? Hardcore.

Slow Death Records und Neon Taste Records. Die beiden Qualitätslabel für kanadischen Hardcore. Auf 200 Singles erschienen und mit einem recht verstörenden Cover geschmückt. Sieht so aus, als hätte der Künstler sich hier an seinem eigenen Produkt ein wenig zu großzügig bedient. Finger weg von den Drogen, Kinder!

The Government – Fight The Tide CS

The Government ist eine Punk Band aus San Francisco, die ich vor 2 Jahren übersehen hab. Na sowas. Hat den typischen California Vibe mit ein bisschen Orange County aus den 80er und 90ern, ein Spritzer Hardcore und eine Prise Melodie, das könnte also am besten zum entspannten Tag am Pool im Walkman laufen. Oder beim Skateboard fahren. Was sich ja nicht gegenseitig ausschließt. Cool.

Ohne Label. Dafür aber auf Kassette. 40 Stück wurden im Jahr 2023 bespielt, die sind natürlich weg, aber man kann sich tatsächlich so ein Tape ganz einfach selber machen. Verrückt. Ist das Punk?

Eye Ball – Of The Northern Americans CS

Da hat so ein Palantir Tech Milliardär gesagt, er sei dafür, dass mal wieder ein bisschen mehr Maskulinität in der Führung gezeigt wird und überhaupt, man solle wieder mit dem öffentlichen Hängen anfangen.

Von wem? Tech Milliardäre? Am Sack? Bin ich auch für. Vollidiot. Da könnte sich unser Innenminister gleich daneben hängen, wenn er Eier hätte. Kein Rechtsbeistand mehr für Abschiebehäftlinge? Starke Entscheidung.

Das muss erst einmal mit 3 Songs in 58 Sekunden runtergespült werden. Eye Ball kommen um die Ecke und retten mit ihrem sympathischen Mix aus Grage Punk und Hardcore nicht nur den Tag, sondern auch die Kassettenindustrie. Denn tatsächlich hat sich ein Label gefunden, das aus dieser einen Minute einen physischen Tonträger auf Magnetband anfertigen ließ. Bekloppt. Punk?

Knuckles On Stun. 11 Kassetten erschienen auf 3 verschiedenen Farben, 5 Pink, jeweils 3 auf Blau und Grün. Was für ein Quatsch. Und Palantir? Ist auch nur ein Anagramm von Anal Trip, sollte man mal drüber nachdenken.

Linear Television – Sandy Beach CS

Pop Punk aus Münster. Das geht so ein bisschen in die Richtung von Mean Jeans und Konsorten. Die Jungs möchten gerne in die 90er zurück, wo noch das Vorabendprogramm mit Alf, Al Bundy und dem Trio mit vier Fäusten die wichtigste Diskussionsgrundlage für den nächsten Schultag waren und der Punk von Haus aus ein bissl melodisch poppig mit Bier angehaucht war.

Andererseits, könnte sein, dass die Band damals noch gar nicht auf der Welt war. Vier Songs mit guten Melodien in solider Handarbeit abgeliefert und mit hübschen Artwork verziert. Die Kassette ist auf 50 Stück limitiert und wird nicht außerhalb der EU verschickt. Die singen zwar auf Englisch, möchten aber dem einzigen Land auf dem europäischen Kontinent, das der Sprache tatsächlich mächtig ist, dieses Produkt vorenthalten. Scham? Stolz?

Ohne Label. VHS wäre ja ein provozierenderer Name gewesen. Wenn schon, denn schon. Und ist Sandy Beach eine Person oder ein sandiger Strand oder eines der tausend kack all-inclusive Hotels rund um die Welt? Danke.

Public Figures – Figure It Out! EP 12″

Oh ja. Melodischer Pub Rock mit Ohwurmcharakter aus Melbourne. Da klingt der Kneipenabend doch direkt viel gemütlicher. Public Figures machen Musik irgendwo zwischen Bad//Dreems und Bangles. Hä? Ja, warum nicht. Find ich gut.

Blow Blood Records. Auf 150 Stück limitierte Vinylscheibe, ein paar silberne und ein paar schwarze. Kann man auch zuhause gut hören.