The Celetoids – Optic Nerve EP

Hier, das ist eine nette Band aus Kroatien. Vielleicht sind euch die Celetoids schon mit ihrer Debüt LP auf Drunken Sailor und Doomtown Records aufgefallen oder sogar schon mit ihrem Tape? Oder vielleicht habt ihr die Burschen ja auch live gesehen?
Das ist mir nämlich aus Versehen passiert, als ich mich vor ein paar Jahren in Ljubljana verlaufen hatte und im Klub Gromka gelandet bin, wo irgendwie 2-3 Bands gespielt haben.

Der Sound war kacke, aber diese Band ist mir im Kopf geblieben. Und nach dem ernüchternden Blick auf den Merch-Tisch habe ich kurz überlegt, ob man die Jungs nicht mal ansprechen sollte wegen einer LP Veröffentlichung. Ich neige schließlich zu Größenwahn, wenn ich zwei Bier getrunken hab.
Zum Glück ist der Drunken Sailor dann ja auch auf den Trichter gekommen.

Und nun also ein neuer Song von den hektischen Punk Rockern, die hier mal eben ein Gitarrenriff bei den genialen Red Dons geklaut haben, um dann wie die Observers zu klingen. Geil. Nehm ich.

Heute noch auf Tape bei Doomtown. In ein paar Monaten dann wieder beim Drunken Sailor? Hm. Ach komm, ich mach’s selber…

Bad Moves – Untenable LP

Der Konsum von Musik ist wie der Konsum von Drogen.
In der Jugend fängt man mit den Klassikern, den leicht bekömmlichem Kram an. Vielleicht ein bisschen Beatles und Queen oder Tote Hosen und Ärzte zu den ersten Zigaretten und dem ersten Bier. Dann wird man etwas experimentierfreudiger aufgrund seiner guten und schlechten Erfahrungen.
So ist vielleicht für den einen dann Hip Hop eine gute Wahl, was wunderbar zum Kiffen passt. Für die andere muss es psychedelic Rock und LSD sein. Außerdem natürlich SxE Hardcore, dem praktischerweise der fehlende Umgang mit Drogen inhärent ist.

Und dann gibt es noch Sachen, von denen man einfach die Finger lässt. Weil man sieht, was für Vollidioten das hören/nehmen. So zum Beispiel Plastik Pop und Koks.

Ich weiß, das Bild ist ein bisschen schief, aber ich wollte eigentlich bloß darauf hinaus, dass es eine feine Sache ist, wenn man nach jahrelangem Genuss einfach die verschiedensten Dinge immer noch mag. Ich freu mich, dass ich mich für Hip Hop/Rap und Metal und Rock n‘ Roll und Punk Rock und Indiekram heute (fast) gleichermaßen begeistern kann.

Deswegen auch Bad Moves aus Washington D.C.. Tolle Indie-Band auf Don Giovanni. Bedient meine Schwäche für abwechselnden männlichen/weiblichen Gesang. Die dritte Platte inzwischen. Sie ist super. Kann man prima zu vapen, haha.

Vielleicht sollte ich mal eine Tabelle machen mit Bands und korrespondierenden Drogen. Oder ich schieb mir noch ein Zäpfchen in den Arsch und geh pennen. Hm. Mal sehen.

Lucy And The Rats – Got Lucky

Wenn ihr einen lebensdurstigen und experimentierfreudigen Teenager mit Liebeskummer und Zugang zu dem Drogenarsenal seiner Apothekeneltern kennt, der zwei Wochen mit einem Cocktail aus Diazepam und Amphetaminen, Alkohol und Hydroxyzin auf einer Party mit seinen imaginären Freunden am Strand feiert, dann gebt ihm dieses Album als den perfekten Soundtrack zu seinem Exzess.

Für alle anderen Menschen ist das zweite Album von Lucy and the Rats vielleicht einfach nur schnöder Powerpop oder Garage Punk. Aber da steckt mehr hinter.

Ja, da ist ein bisschen weniger Druck als bei der ersten Platte, aber Druck haben wir ja alle eh schon genug.

Heute erschienen. Passt ehrlicherweise auch sehr gut auf eine Ü-40 Party. Generationsübergreifendes Album, quasi.

Warm Exit – Fat Time Cas-sette

Zwei neue Songs von den SynthiePunks aus Brüssel.
Keine Ahnung, wie die das gemacht haben, aber irgendwie sind sie seit dem letzten Release vor einem halben Jahr auf einmal ein bisschen „erwachsener“ geworden.
Soll heißen: ein bisschen zahmer. Tempo runtergeschraubt, übersichtlichere Komposition. Fast schon langweilig.

Aber zum Glück grätscht da zwischendurch (im zweiten Song) der verrückte Synthie durch und dann wird wieder schräg Gitarre gespielt (im zweiten Song) und eine Roboterstimme erzählt Unsinn (jep).

Also sagen wir es mal so: Zwei Lieder fürs Uni-Radio, eins für die Germanisten und eins für die Designer.

Das Demo mit 5 Songs hat noch 1€ gekostet. Jetzt sind sie schon bei 2€. Sie sind nicht mehr jung und brauchen das Geld.

Sweet Reaper – Closer Still LP

Ich hab mich noch nie gefragt, wie wohl die genialen Hex Dispensers und auch Marked Men/Radioactivity klingen würden, wenn sie nicht in den stickigen, versifften und MAGA-verseuchten Großstädten Texas‘ ansässig wären, sondern hin und wieder mal ein bisschen Pazifikluft schnuppern und Wellenreiten könnten.
Und trotzdem sind Sweet Reaper mehr als nur die Antwort auf eine nicht gestellte Frage. Kalifornischer Power Punk Pop n‘ Roll Garage Surf, der richtig viel Spaß macht und den ich mir jetzt auf ne CD für den Discman gebrannt habe, damit ich damit am Maschsee schön Kiten Inliner fahren Bier trinken kann. Geil.

Das Artwork ist auch toll. Naja. Nee, eigentlich find ich das ziemlich gruselig. Aber man soll ja nicht von der Form auf den Inhalt schließen.
Falls euch Massenger gefallen – da sind 2 Leute mit dabei.
Hurra, Sommer.

Die Platte gibts seit 2 Wochen bei Alien Snatch. Ziemlich gutes Jahr für das Label bislang, ne? Verkackt es nicht!

Paranoise – Lost My Phone / Influenza Influencer

Oh ja. Richtig guter lo-fi Garage Punk Noise, der in meiner Playlist bei Tony Hawk’s Pro Skater ganz oben stünde, hätte ich da was zu sagen.
So, wie es aussieht, müsst ihr aber wieder Dead Kennedys und KISS hören, während ihr in der School über Tische grindet und in Venice Beach die Gaps sucht…
Ich stehe noch in Verhandlungen mit dem Entwicklerteam, die sich allerdings etwas schwierig gestalten, nachdem die bereits den Klassiker „Hund von Baskerville“ von Cindy und Bert strikt abgelehnt haben. Banausen.

Schade, denn diese Dudes hier aus Los Angeles hätten durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.

Vielleicht frag ich mal bei den Redakteuren vom Tatort nach, die sind ja so flexibel und weltoffen, hab ich gehört. Besser kann man einen Mord in fucking Ludwigshafen doch nicht untermalen, oder?

Alex Cuervo – Scare Package

Wusstet ihr eigentlich, dass die meisten Massen- und Serienmorde während einer Hitzewelle begangen werden? Ich sag das nur mal so im Hinblick auf die aktuelle Wettervorhersage.

Also falls da jemand spontan noch was geplant hat und musikalische Untermalung für seine Umsetzung braucht, da hätte ich was ganz Feines.

Der gute Alex Cuervo, der Mann hinter Espectrostatic und natürlich Hex Dispensers und Eerie Family, hat kürzlich einen Soundtrack mit sagenhaften 26 Liedern abgeliefert. Einer davon sogar mit Gesang. Ein richtiger Hit. So, wie seine Solo-Sachen damals auf Red Lounge Records.

Ansonsten besticht das Album durch schaurige Synthies und stimmungsvolle Melodien. Also wenn man die Stimmung „Erschrecken“ mag.

Ich bin Fan.

Das mit den Serienmördern und Morden und dem Wetter ist bullshit. Hab ich irgendwann mal in irgendeinem Film gehört und jetzt einfach nachgeplappert. Könnt ihr aber gerne selber recherchieren.

Tako dolgo in hvala za vse Laško

Apropos vergessen. Hab versäumt, eine neue Wohnung zu mieten.
Das ist wichtig, wenn ihr in eine neue Stadt ziehen wollt. Muss ich mich jetzt mal schnell umsehen, denn in ein paar Tagen kommt schon der LKW und will Sachen transportieren.
Ich muss jetzt ausmisten. Alles muss raus. Tabula rasa.
Nächsten Monat dann bestimmt wieder im neuen Heim und durchdacht, zuverlässig, regelmäßig und qualitativ auch. Ja.

Matt Ellis – Halfway to Insanity

Neues vom Scheißhaus. Der Titel der EP trifft gerade ein bisschen auf meine derzeitige Verfassung zu. Obwohl ich eigentlich den Eindruck habe, alle anderen sind verrückt geworden. Naja. Vielleicht hilft eine Lobotomie.

Dirty Cheetah – Never Too Late LP

Neues bei unseren Freunden von NFT Records aus London. Schöner rotziger RocknRoll aus Kanada. Bestes Artwork 2020.

Respite – Demo 2020

Demo aus Schweden. Kam schon im April, aber die drei Songs sind total zeitlos.
Schweden + Hardcore = 🖤

Sneaky Pinks – S/T LP

Eine Compilation der Singles und überhaupt. LoFi Punk aus den US of A. Da kann man die Platte schon wegen „I’m Punk“ kaufen.

Bully – About A Girl

Bully hat ein neues Album diesen Sommer, das sie nach einer Szene aus dem ersten WERNER Film benannt hat. Kann man jetzt vorbestellen. Ist bestimmt gut und poppig und Grunge und so, wie man es auch in den 90ern von Sub Pop erwartet. Der Song hier ist nicht drauf. Schade, der ist gut.

Cherry Cheeks – Neighborhood WATCH!

„Fuck Cops and Play this loud!“ Noch mal ein paar schöne neue Songs des Synthie-Solo-Punks aus Orlando. Der Erlös geht an gute Dinge, wie zum Beispiel Snap4Freedom.

Coriky – S/T LP

Jetzt kann man das gesamte Album der Evens+Joe bestaunen und kaufen. Musik von alten Menschen für alte Punkrocker. Kann man prima auf seinem Schaukelstuhl zu wippen und die Pantoffeln wackeln lassen. Wenn man nicht SxE wäre, würde ein Glas Rotwein ganz fein passen.

Qlowski – Ikea Youth / Grinding Halt 7″

So ein Umzug hat ja auch was Schönes. Nicht.

Man muss tausend Sachen bedenken und vergisst doch wieder 2000 andere Kleinigkeiten, die man dann mit Geld irgendwie kompensieren muss.

Und damit es am Ende nicht zu viel Geld wird, geht man für die notwendigen Sachen zu IKEA, damit man spart. Solche Sachen wie Bett, Schrank, Regal. Hab ich alles vergessen. Aber will man dann ein kack IKEA Musterhaus als Zuhause haben? Ugh.
Vielleicht sollte ich auch anfangen, mir die Möbel einfach selber zu schnitzen.

Wie dem auch sei. Hier eine passende Single zu dem Thema von den genialen Qlowski (Klauski?) aus London. B-Seite ist ein Cure Cover. Beide Songs sind super. Vor 2 Wochen bei Maple Death Records erschienen.

Nebenfrage: Gibt es Immobilienmakler, die sympathisch, kompetent und hilfreich sind?

Dangereens – Tough Luck LP

Power Pop Glam Rock aus Montreal. Klingt so stark nach 70ern, dass man den verrauchten Konzertsaal schmecken und das Treibhausgas aus den leeren Dosen Haarspray riechen kann.

Als man noch sorgenfrei mit Blei in den Autos fuhr und Heroin 4 Mark 50 kostete, sind bereits die Ideen für Songs wie „1003“ oder „Love Jive“ entstanden und haben die letzten 40 Jahre in den floralen Tapeten unter Nikotinschichten überlebt, um nun von den talentierten Dangereens abgekratzt und endlich in Musik gegossen zu werden.

Das Album erschien gestern bei den sympathischen Berlinern von Alien Snatch Records. Ein bisschen Klavier, hin und wieder Saxophon und viel Gitarre. Rock n‘ Roll, wie ihn Deine Eltern gehört haben!

Ich würde das ja kaufen, aber ich hab es schon.