Histamine – S/T

Jep, das ist genau das richtige für den kleinen Freitag. 4 neue Songs von Histamine, den Metal-Hardcore-Punk-Rockern aus Sydney, die letztes Jahr schon ne Menge Wind gemacht haben mit ihrem Debüt.

Und damit meine ich nicht so ein bisschen Rumgepupse, sondern eine richtige Ladung Ballerfurz, die auch nun wieder kraftvoll in die Ohrmuscheln gedrückt wird. Puh, ich glaub, ich hab mit einer falschen Metapher begonnen und komm da nicht mehr raus…egal.
Einfach weiter.

Wenn ihr mal wieder mit zu guter Laune ins Bett gehen wollt, dann hört schnell noch die 8 Minuten und träumt wenigstens schlecht. Oder falls ihr morgen früh vor dem Wochenende noch mal zum Agenturchef müsst, dann hört doch einfach die Lieder auf euren stylischen Airpods und kackt dem Penner auf den gläsernen Schreibtisch.

Erscheint morgen bei Last Ride Records in Australien.

Ich hab ja auf Parmesan und Rotwein verzichtet, weil ich gehört hatte, das würde Kopfschmerzen verursachen. Wegen der Histamine. Ist aber Quatsch. Liegt am Alkohol.

Metayouth – Ronald EP

Hab ich nicht neulich noch gejammert, dass der bekackte Herbst mit voller Wucht die Tür eingetreten hat und mir auf die Stimmung schlägt und schlägt und schlägt?
Das Wetter wird jetzt ja nicht mehr besser, die Frage ist dann aber auch, warum höre ich so eine komische Musik, die ja nun wirklich nicht besonders heiter klingt, vielmehr noch eine ohnehin schon melancholische Stimmung eher verstärkt. Schlimm.

Naja, sei’s drum. Hier sind 3 ultra lo-fi verzerrte Stimmungskanonen, ein infantiles Intro und zum Abschluss ein recht gelungenes Queers Cover von dem talentierten Künstler metayouth aus Gadsden in Alabama. Vor einem Monat dur digital erschienen, dafür aber kostenlos herunterladbar.

Warum auch nicht – empfiehlt sich vielleicht schon jetzt als wichtiger Bestandteil des Tapes, das bei der Fahrt zur schimmeligen Familie am Weihnachtstag im Auto gehört wird, damit auch ja keine richtige Stimmung aufkommt.

Danke an Steve für die Tipps.

Witches With Dicks – Straight To Hell 7″

Die gibts noch? Das ist ja eine Überraschung!
Hier sind mal eben 6 neue Lieder von den großartigen Witches With Dicks aus Boston, die ihr letztes Lebenszeichen eigentlich vor 5 Jahren in Form einer einseitig bespielten 12″ auf Dead Broke Rekerds abgegeben haben, um dann einfach zu verschwinden.

Umso mehr freut es mich, diesen rauhen Punk Rock (oder ist das schon Skatepunk, wenn man dazu Tony Hawk auf der PS3 gespielt hat?) noch einmal hören zu können, den ich vor 13 Jahren (!) mit dem Album Manual ziemlich abgefeiert habe. Aber damals fand ich auf Off With Their Heads noch super. Uff – lange her.

Viel hat sich da auch nicht getan, was den Sound angeht. Leute, die das früher gut fanden (ich), werden das auch dieses Mal gut finden und abfeiern (ich), es sei denn, man hat sich geschmacklich weiterentwickelt und steht nicht mehr auf so profanes Zeug (hä?).

Sänger Jeff hatte wohl Hirnblutungen und das bedeutet in den USA ja tendenziell Schlimmeres für den Geldbeutel als für die Gesundheit. Deswegen bekommt der gute Mann auch sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf dieser Single.
Also Hopp – Ab aufs (virtuelle) Skateboard, neuen Soundtrack auf die Ohren und Geldbörse/Herz öffnen!

Last Quokka – Unconscious Drivers LP

Das zweite Album der Burschen aus Perth, der „most isolated city in the world„, kam zwar schon vor ein paar Wochen raus, ist seitdem jedoch kein Stück schlechter geworden.

Schöner (Post) Punk Rock der australischen Sorte mit schnoddrigen Passagen und guten Texten, harmonischen Melodien und melodischen Harmonien.

Die Band beschreibt ihre Musik selbst als antifaschistischen Punk. Das wirft die Frage auf, ob das nicht ein bisschen redundant ist. Ist der Punkmusik nicht eine Form des Antifaschismus inhärent? Ich frage für mein Soziologiestudium – brauche da noch ein Doktorthema, damit ich auf fremde Kosten nach Australien reisen kann, um mir die Last Quokka mal persönlich anzusehen. Sollen ja putzige Viecher sein.

Die Platte kann ich euch dann auch mitbringen, die ist nämlich hübsch rot und eh nur dort zu bezahlen (Porto und so).

Ihr wohnt vielleicht in der „most isolated“ Stadt der Welt, aber ich komme aus dem „Knotenpunkt der Langeweile„, aus dem „Herz der Ereignislosigkeit„, wie man jüngst in der TAZ lesen konnte. Und auch aus mir ist nichts geworden. Geht doch.

Fürs Wochenende – 2. Teil

PURPLE-X

Hier schon einmal 2 Songs vom neuen Album der Gloom-Punker aus Oslo. Was auch immer das sein soll, aber mit der Kreation von Genres ist man heutzutage ja eh etwas verschwenderisch. Aber ich hab auch erst 2 von 9 Songs gehört – vielleicht erschließt es sich mir noch. Kommt Ende November raus und macht jetzt schon wach. Passt zu Konter-Bier oder Espresso. Kann man im übrigen auch zusammenkippen und genießen (Pro-Tipp).

THE LAST MILE

Vor zehn Jahren bin ich in Montreal rumgelaufen und hab aus Versehen die tolle Band PREVENGE gesehen und mich dort ein bisschen mit dem Sänger Chris Snelgrove angefreundet. Dann hab ich zehn Jahre nichts gehört und nun flattert hier ein schönes Projekt namens The Last Mile rein, bei dem zwei Songs herausgesrpungen sind, die schöne Punk/Post-Hardcore Kerben in die Eiseskälte von Quebec schlagen. Mit Patty O’Lantern von Brutal Youth bei “Acetylene” und Comeback Kid’s Scott Wade bei “Out of the Woods.” Cool – einseitig bespielte 7″ mit Siebdruck auf der Flip. Hallo Chris, lass mal wieder ein Bier trinken und sinnlos über Musik quatschen.

KOOL & THE GANGBANGERS

Neue Songs von den großartigen Garage Punk Trashern aus Schweden. Kool & The Gangbangers treffen mit den 4 neuen Liedern jeden Nerv im Hörzentrum, der nach jahrelanger Konzertfolter noch zur Verfügung steht. Die Jungs haben auch nichts an ihrer schlechten Laune oder Einstellung eingebüßt. Geil – ich geh jetzt auf einen Flohmarkt und kaufe Mist. Was man Samstags halt so macht. Bis später.

Fürs Wochenende – 1. Teil

Niemandem wird es schlechter gehen, nur sehr vielen besser.“

1-800-MIKEY

Ein paar Zuckerperlen aus Sydney zum Einstieg ins Wochenende. 4 neue Songs von 1-800-MIKEY, der Ein-Mann-Power-Pop-aus-dem-Schlafzimmer-Band. Schöne Gitarrenpop-Dudelei mit Synthie dabei und schönen Texten und tollen Melodien. Viel mehr kann man für die ersten Drinks am Freitagabend nicht brauchen. Kassette ist in Australien zu bestellen, also hört das lieber hier.

MOTH

Wo wir gerade in Australien sind, können wir gleich das neue Werk von Moth aus Melbourne abfeiern. Natürlich ziemlich viel Post im Punk, aber das schmeckt ausgesprochen gut. Passt hervorragend zum Mitternachtssnack vor dem Kühlschrank (Wodka mit Grillkäse). Das Tape wird nicht ins Ausland verschickt, sorry. Ist aber eh ausverkauft. Und zu teuer. Und halt eine Kassette obendrein, ne.

ZERO ZEROES

Vor 30 Jahren ist der antifaschistische Schutzwall in den Köpfen endgültig gefallen. Dementsprechend empfehle ich zum Reinfeiern diese neue Platte von Zero Zeroes aus Karlsruhe, die letztes Jahr aufm Get Lost entstanden ist und nun via Drunken Sailor und Bachelor Records am Tag der Deutschen Einheit erscheint. Logisch. Ist trotzdem ziemlich gut, haha. Garage Punk Rock. Müsst euch für die blaue Vinylvariante beeilen…

DREAM DIVISION

Wenn ihr dann endlich ins Bett geht und euch in die Decke kuscheln wollt, könnt ihr noch diesen schönen Albtraum mit in den Schlaf nehmen. Eine tolle Dark Synth Komposition jagt die nächste auf Dream Divisions Album Beyond The Mirror’s Image. Erschienen ist das Gruselwerk bei dem immer guten Label Burning Witches Records. Viel Spaß mit der schlaflosen Nacht.

EERIE FAMILY

OK, das hier noch für die Nachtschwärmer. Nehmt euch einen Whisky auf die Hand, packt euch die Remixe von Eerie Family auf die Kopfhörer und wandelt im Nachthemd über die Dächer der Stadt. Aber die Schluppen nicht vergessen, könnte glatt sein auf den Dachziegeln. Bis morgen früh, ihr Nasen.

Easers – S/T CS

Wieso wird Garage Punk eigentlich immer genau um die Prozentzahl geiler, die man lauter dreht?

Ich weiß ja bis heute nicht, was mein Vater damit gemeint hat, dass man Musik doch bitte auch bei Zimmerlautstärke genießen könnte. Was soll das denn sein? Das weiß ich bis heute nicht, da wir uns nicht auf eine gemeinsame Definition dieses Begriffs einigen konnten. Ich wusste dann immer, dass es nicht mehr Zimmerlautstärke war, wenn die Sicherung rausgedreht wurde. Haha. Gute Zeiten.

Das großartige Teil von Easers hier wir auf jeden Fall mit jedem Dezibel noch besser, ohne an den obligatorischen Kracheigenschaften des Genres einzubüßen. Richtig guter Garage Punk mit teilweise überraschenden Melodieunfällen.

Die drei Vögel kommen aus Grand Rapids in Michigan und erinnern mich ein bisschen an die frühen Audacity, vor allem mit dem heimlichen Hit des Albums, Alter Ego.

Geiler Scheiß – demnächst auf irgendeinem hippen Label Europas auch auf Vinyl zu haben. Vielleicht nicht so hip wie Painters Tapes aus Detroit, wo die Kassette vor ein paar Tagen erschienen ist, aber dafür auf Platte.

Meine Kinder werden höchstwahrscheinlich ziemlich beschissene Musik ziemlich laut hören, wenn sie alt genug sind. Weil ich das bestimmt verdient habe.

Cherry Cheeks – Therapy

Boah ist diese Herbst-Scheiße deprimierend. Und das soll ich jetzt 6 Monate ertragen oder was? Wer hat sich diesen Mist überhaupt ausgedacht mit der schiefen Weltkugel und der Sonne und dem ganzen Unsinn von wegen Jahreszeiten?
Und dann auch noch fucking Winter bald, ey. Ich kack ab.

Musikalisch schlittern wir damit auch ganz hart in die Jahreszeit für Post-Punk-HC. Es ist also wieder Zeit, um vor dem Kamin eine ganze Schallplatte zu hören, Linernotes und Texte zu lesen, sich auf die Musik einzulassen und dabei ein Glas Rotwein zu trinken und gönnerhaft bei manchen Passagen mit dem Kopf zu nicken.

Oder wir setzen uns mit der Badehose auf den Heizpilz, machen uns ne Kaugummizigarette an und hören die neue Cherry Cheeks.

Während die Ramones noch detailliert von Shock Treatment und Psycho Therapy gesungen haben, hat sich Kyle damit begnügt, einfach nur nach Therapy zu rufen. Wenn das mit dem Licht und dem Wetter hier so weiter geht, schließe ich mich an.

We all need therapy and that’s okay

Catholic Block – We Fail CS

Lasst euch nicht von der Ästhetik der schmucken Kassette oder dem Namen des Künstlers täuschen.
So wie ich. Ich dachte beim Anblick des schwarz/weiß Covers, das ein älteres Paar beim Ententanz zeigt, eigentlich gleich an brachialen Hardcore.

Ein Blick auf den Namen der Band und den Titel des Albums ergaben in meinem mit Vorurteilen und Klischees überwucherten Gehirn dann noch einmal die gleiche Schlussfolgerung – das muss so 80er Punk Hardcore sein, das sieht man doch.

Stimmt aber überhaupt nicht. Das hier ist eine feine Träumerei von Popgedudel aus dem Schlafzimmer des Herrn Qlowski (Mickey), der einfach mal Punk Rock gegen Synthie Wave Post Zeugs eingetauscht hat, um seine persönlichen Verfehlungen und Unglücke der letzten Jahre zu verarbeiten, die man so in London begehen und haben kann. Frauen/Männer/Jobs/englisches Frühstück/Cider & Royals.

So ist dann zumindest der Titel zu erklären. Schönes Ding.

Besser als das Label Maple Death Records kann man das eigentlich gar nicht beschreiben: „warm quasi-voyeuristic fragile bedroom pop„. Ach, ist das entspannend.

Chainshot – S/T LP

Junge, was ist denn hier los? So hört sich das also an, wenn man viel zu gut für schnöden Hardcore Punk ist und es dann trotzdem macht.

Selten so viel Energie, Melodie und Wut in dieser komprimierten Form gehört, obwohl die Songs tatsächlich für das Genre recht lang sind und des öfteren die 2 Minuten-Marke knacken und einmal sogar episch lange 3:21 an Unterhaltung bieten.

Man könnte meinen, die sind alle verrückt geworden, wie die ihre Instrumente und Stimme malträtieren – aber das alles so unfassbar sauber und genial, dass es sich hier vielleicht auch um ein Demo handelt, das versehentlich von 33 1/3 auf 78 rpm abgespielt wird?

Ziemlich großartig und inspirierend. Ich zum Beispiel geh jetzt raus und zünd die beschissene Stadt an.
Bei Chainshot handelt es sich offenbar um eine neue Band aus Nashville, Tennessee (wenn man mal von den drei veröffentlichten Singles und den 6 Jahren Bandgeschichte absieht, Du Trottel) und man könnte wegen des Titels Hoffnung haben, dass diese wahnsinnigen 11 Songs demnächst tatsächlich auf Platte veröffentlicht werden.

Chain“ scheint das neue Qualitätsmerkmal im Namen von Bands zu sein. So wie früher „Fugazi„, haha.