Reigning Sound – Shattered

Hallo, mein Name ist Greg Cartwright. Sie kennen mich vielleicht aus Bands wie Compulsive Gamblers oder Oblivians. Heute möchte ich Ihnen von meiner aktuellen Gruppe – Reigning Sound –  und deren neuer LP – Shattered – erzählen. Nach ca. 20 Jahren im Musikbusiness, in denen ich meistens auf kleineren Labels veröffentlicht habe, bekomme ich nun die Gelegenheit von meinem neuen Label – Merge Records – auch mal ein bisschen auf die Kacke zu hauen und die Werbetrommel zu rühren. Ich gebe Interviews im Vorfeld, es werden Anzeigen in Fanzines und auf Internetseiten geschaltet und wir werden Konzerte spielen. Wir haben sogar ein schickes Video für den Song Never coming Home gedreht, aber das dürfen Sie in ihrem Land leider nicht sehen…
Dies ist bereits mein achtes oder neuntes Album mit der Band, und ich behaupte, es ist das beste, was ich bisher mit Reigning Sound herausgebracht habe. Jede Gitarrennote sitzt perfekt, die neue Band um mich herum spielt genau das, was sie sollen und außerdem wurde der Kram im Brooklyner Studio von Daptone Records aufgenommen, wo auch die Back in Black von dieser toten Alkoholikerin mit den lustigen Tattoos entstanden ist. Wenn sich das Album jetzt also ein bisschen nach den 70ern anhört, dann soll das auch Absicht gewesen sein. Sie können die LP, die am 15. Juli erschienen ist,  hier für knappe 18$ bestellen. Da sind 11 Songs drauf und die kann man sich auch vorher schon mal anhören. Oder Sie fragen mal ihren Plattenhändler, der sollte ebenfalls in der Lage sein, diese formschöne LP für Sie zu besorgen. Hören Sie mal…

Ja, mir san mit’m Radl da

Sowas nennt man dann wohl Beschäftigungstherapie. Nachdem Ryan Young, Sänger und Gitarist von den allseits beliebten Off with their Heads, erst mal ne kleine Zwangspause für die Band verhängt hat, widmet er sich zahlreichen anderen Dingen. Da wäre zunächst mal sein Podcast, Anxious and Angry, in dem er unterschiedliche Leute aus dem Punk Rock Business interviewt und den ich hier ja nun auch schon öfters aufm Dings hatte. Dann hat er angefangen, aus diesem Anxious and Angry auch ein Modelabel zu machen, wo er seine T-Shirts und son Kram verkauft. Außerdem läuft unter dem selben Namen jetzt auch sein eigenes Record Label an, auf dem das Debüt von der aus New Orleans stammenden Band Pears erscheinen wird. Könnt Ihr auch schon hier vorbestellen. Aber das reicht wohl alles nicht, immer nur rumsitzen und quatschen und Shirts entwerfen und sich mit Plattenpresswerken und Artwork-Fuzzis am Rechner rumschlagen, da kriegt man ja einen dicken Arsch von.

Also hat er sich seinen Kumpel Brad Lokkesmoe von Dear Landlord und Gateway District geschnappt und will mit ihm zusammen im September von Minneapolis nach Denver aufm Fahrrad fahren. Das sind laut Routenplaner ca. 1500 Kilometer…also ungefähr von Berlin bis ans Mittelmeer. Respekt. Damit das Ganze aber auch noch einen tieferen Sinn ergibt, machen die beiden das für einen guten Zweck und sammeln Kohle für eine gemeinnützige Organisation, namentlich Save.org. (Suicide Awareness Voices of Education). Und damit dieser schöne Plan auch wirklich in die Tat umgesetzt wird, brauchen die beiden erst einmal ein gewisses Startkapital und darüber hinaus natürlich Spenden, die sie dann an Save.org übergeben können, wenn Sie diese Tour überleben. Auf Indiegogo haben sie deswegen eine Kampagne gestartet, bei der Ihr für diese feine Sache spenden könnt. Das vorerst angestrebte Ziel liegt bei $1.000 und wie immer bekommt man auch neben dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, ein paar nette Kleinigkeiten zurück, wenn man diese Kampagne unterstützt. Für $20 bekommt Ihr beispielsweise eine Postkarte von den beiden aus der Stadt, wo sie grad lang radeln. Für ein bisschen mehr ($25) sogar ein Geschenk von ner Tankstelle. Und so weiter…
Falls Ihr noch Fragen habt, Ryan erzählt Euch den Kram selber noch einmal.

The Creeps – Komplette Pouzza Fest Show

Neulich hatte ich ja schon beklagt, dass es das neue, limitierte Vinyl Album der 3 Kanadier wohl ausschließlich auf dem netten Pouzza Fest in Montréal zu kaufen gibt. Ich hab keine Ahnung, ob das auch wirklich so zu traf, aber ich weiß, dass the Creeps dort eine echt nette Show gespielt haben, die glücklicherweise von We Play On The Road aus verschiedenen Perspektiven komplett auf Video aufgezeichnet wurde. Also wenn Ihr Bock habt, ein paar Songs vom neuen Album Eulogies zu hören und dazu noch die „alten“ Hits mitgrölen möchtet, dann könnt Ihr das hier in 5 Teilen machen.

Nächstes Mal fahr ich auch auf dieses Pouzza…hab ich eigentlich schon erzählt, wie dieser geniale Name zustande kam? Nein?
Der Sänger von Sainte Catherines und Yesterday’s Ring und Miracles aus Montréal hat sich dieses Festival ausgedacht und damit vor ein paar Jahren angefangen. Und wenn man das schon in Montréal auch veranstalten will, kann man ja gleich ein paar heimische Gebräuche in die Titelgebung dieser Festlichkeiten mit einfließen lassen. Hat sich wenigstens der gute Hugo Mudie gedacht. Das inoffizielle Nationalgericht der Menschen in Québec ist nämlich Poutine, eine Pommes-Matsche mit Bratensoße und Käse überbacken. Lecker! Und anscheinend reicht das nicht als Katernahrung in dieser tollen Stadt – Nein. Das Zeug muss noch auf eine Salami Pizza geschmissen und dann zusammen verspeist werden. Doppel-Lecker! Und wenn man nun Poutine und Pizza zusammen tut erhält man…Pouzza! Wieder was gelernt! Die restlichen Videos nach dem Sprung… Weiterlesen

Every Noise at Once

Heilige Scheiße, da hat sich aber jemand Mühe gemacht! Glenn McDonald, der sich wohl hauptberuflich bei Echo Nest herumtreibt, hat eine Seite an den Start gebracht, die Euch endlich jedes (!) Musikgenre eindeutig von anderen abgrenzen lässt. Das klingt unmöglich? Ist aber durchaus gelungen und der Slogan des Arbeitgebers von McDonald „We know Music“ scheint tatsächlich nicht ganz so weit hergeholt zu sein.
Bei Every Noise at Once kann man sich nicht nur über 1000 Musikgenre ansehen – die Landkarte ist zugegebenerweise ein bissel unübersichtlich – man kann sich auch zusätzlich zu jedem Genre einen passenden Song (naja, 30 Sekunden Snippet von Spotify) vorspielen lassen. So ist zum Beispiel nach einem Klick auf das Genre Post Hardcore der Song Repeater von Fugazi zu hören. Das geht ja schon mal in Ordnung, würde die Punk Rock Academy sagen. Und dass Terrorgruppe’s Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland für German Punk stehen, ist auch irgendwie richtig, oder? Doch damit nicht genug, mit einem Klick auf die Pfeile erhält man einen weiteren Überblick über andere Bands, die zu diesem Genre zählen. Coole Sache.

Natürlich stimmen da nicht alle Schubladen mit jedermanns Geschmack überein, aber für so seltsame Sachen wie Qawwali oder Deep Psytrance ist es für mich zumindest interessant, was das für komischer Kram ist. Und überhaupt, die ganzen Metal Richtungen hab ich ja komplett aus den Augen verloren, die es heute so gibt. McDonald sagt selber über seine Seite:

This is an ongoing attempt at an algorithmically-generated, readability-adjusted scatter-plot of the musical genre-space, based on data tracked and analyzed for 1215 genres by The Echo Nest. The calibration is fuzzy, but in general down is more organic, up is more mechanical and electric; left is denser and more atmospheric, right is spikier and bouncier.

So findet Ihr Euch da auch ein bisschen besser zurecht. Ich klick mich da jetzt mal für den Rest des Tages durch. Abgefahren…

Influence – A Tribute to Big Boys

Eigentlich hab ich mit Tribute Samplern so meine Probleme. Vor allem, weil die Coversongs meistens eh scheiße sind und an das Original nicht herankommen. Ganz selten hat man mal eine originelle Idee, den Song eigenständig zu interpretieren, wie etwa das NoMeansNo mit dem Dead Kennedys Klassiker „Looking forward to Death“ gemacht haben. Aber die meiste Zeit spielen die teilnehmenden Bands einen Song einfach nach. Nach Noten und nach Takt und nach Gesangslinie und nach Background und so. Das ist ein bisschen uninspiriert für Künstler.
Andererseits! Ich bin ein großer Fan der Reihe Under the Influence, bei der eben genau das meist musikalisch gemacht wird, also dass die Bands oftmals „nur“ nachspielen. Allerdings kommt da noch ein weiterer künstlerischer Aspekt hinzu: die Original Cover der LPs, auf denen der nachgespielte Song drauf war, werden von Mitch Clem für die jeweilige Singleseite neu interpretiert. Und allein wegen der schicken Zeichnungen lohnt sich die Anschaffung der inzwischen 16 Split-Singles.

Und nun dies. Stiff Hombre Records, ein kanadisches Label, das bisher eigentlich nur Sachen von den Angry Snowmans herausgebracht hat, veröffentlichte letzte Woche einen Tribute-Sampler, der meine Aufmerksamkeit erregt hat: Influence – A Tribute to Big Boys! Immerhin werden dort Songs von den legendären Big Boys intoniert, was ja eigentlich nie falsch sein kann – natürlich wird auch das schiefgehen, da es meiner Meinung nach niemand schaffen kann, an den Funk Skate Punk der Texaner heranzukommen. ABER man weiß es ja nicht, bis man den Kram gehört hat. Und außerdem sind da auch nicht nur drittklassige Kackbands vertreten, sondern da spielen so Leute wie die Night Birds, Mind SpidersNeighborhood Brats, Riverboat Gamblers, Toys That Kill und noch andere mit…dann kann das ja nicht ganz verkehrt sein.
Auf jeden Fall ist das Ding bei dorkrock zu bestellen und ich muss stark überlegen, ob ich das jetzt mache oder nicht, denn zusätzlich ist das Artwork auch noch von Tim Kerr, dem Gitaristen der Big Boys, gezeichnet worden. Und es gibt ja auch schon ein paar nette Coverversionen, wie zum Beispiel die von Jawbox oder der Firebird Band. Ach. Ich weiß es doch auch nicht. Ich setz das Ding einfach auf meinen Wunschzettel…wissta Bescheid!

Pale Angels – Strange Powers

Pale Angels, die einzige transatlantische Band, die ich kenne, streamen ihre neue EP Strange Powers in voller Länge. Das Grunge Fuzz Noise Punk Trio war im Frühjahr auch hier in Aachen zu Gast und hat mich live schwer beeindruckt, auch wenn sie mit einem anderen Drummer auf Tour waren. Normalerweise sitzt da nämlich der umtriebige Mikey Erg am Schlagzeug (bei Anxious & Angry erzählt er auch davon), aber der hatte wohl keine Zeit oder musste grad mit 7 anderen Bands ne Platte aufnehmen. Auf jeden Fall ist er auch auf dieser neuen EP von den Pale Angels nicht mit dabei, da die Band den Kram während der besagten Tour in Amsterdam einfach mal live eingespielt hat.
Und die kann man jetzt schon mal hier hören und dann völlig begeistert auch beim Label Specialist Subject vorbestellen. Das echte, runde, schwarze Vinyl kommt dann im August. Und wer ganz schnell ist, kann eines von 50 noblen Scrapbooks von der Tour bekommen. Die werden da nämlich noch mit beigepackt…also Beeilung!

Video – (Join the) Hate Wave!

VIDEO! Ein Quartett aus Denton im Bundesstaat Texas, das schnodderigen Punk Rock spielt. Hmm, das erinnert mich doch ein bisschen an die großartigen Marked Men. Aber der Vergleich wäre irgendwie gemein, denn Video haben schon einen eigenen Sound, kopieren in keinster Weise die besagten Marked Men und lassen gerade auf ihrer letzten Single ein paar neue Einflüsse aus dem Wave oder auch dem Kalifornien der 80er anklingen.

Natürlich ist das alles nichts Neues, aber ich freu mich immer, wenn eine Band es hin bekommt, mit simplen Methoden einen Ohrwurm zu schreiben, den ich dann den ganzen Tag nicht ausm Kopp kriege.

Die erste Auflage der Single auf Total Punk Records ist bereits ausverkauft und den Repress gibts auch nicht mehr lange (auf 200 Stück limitiert). Im Sommer, also jetzt irgendwann, erscheint eine neue 7″ auf No Good Records (das Label wird mir immer sympathischer, die machen ja schon das Hurula Album in Deutschland…), die 2 Songs von den Aufnahmen zu Join the Hate Wave beinhaltet. Kann man sich auch schon mal anhören und vorbestellen. Tolle Band.

Wegen Wetter – Secret Smoker

Jetzt regnet es hier seit über 24 Stunden und so langsam kann man den immer größer werdenden Pfützen da draußen nicht mehr ausweichen. Nass von oben, nass von unten, grau da oben und laut hier unten auf der Straße, wo die Autos zielsicher natürlich jede Ansammlung von Regenwasser durchfahren, um den Rest meines Körpers auch bitte einheitlich zu befeuchten. Wie gut, dass ich stimmungsvolle Musik auf den Kopfhörern habe, die sich mit dem tristen Brei vor meinen Augen wunderbar zu einer audiovisuellen Gesamtkatastrophe vereint.
Naja, als katastrophal würde ich Secret Smoker’s Album Terminal Architecture jetzt nicht bezeichnen, aber dieser 90er Jahre Emokram passt einfach grad gut zum Wetter und zur Stimmung. Die drei Jungs aus Baton Rouge, Louisiana machen seit ca. 4 Jahren Musik, die stark von Bands wie 400 Years, Current, Rites of Spring oder Chino Horde beeinflusst ist. Also irgendwie Screamo oder Emo oder Post Hardcore oder wie man diesen Quatsch auch immer nennen will. Ich nenne es wohl Regenmusik. Das Debütalbum ist letztes Jahr auf Protagonist und in Europa auf Adagio erschienen und lässt sich wunderbar durchhören, während man durch die zahlreichen Pfützen stapft oder schon den Keller leerschöpft.
Nein, die erfinden das Rad nicht neu. Das gabs alles schon mal, aber man muss halt auch mal auf Altbewährtes zurückgreifen. Gute Musik, könnt Ihr hier kaufen, angeblich auf klarem Vinyl, für mich siehts eher wie verregnete Fensterscheibe aus, aber ich wiederhole mich…

Mikey Erg – 5 Coversongs

Wenn Mikey Erg grad nicht bei irgendeiner Band Schlagzeug spielt oder selber irgendwo auf der Welt singend auf der Bühne steht, scheint er auf seinen nächsten Flug zu warten, um genau das wieder zu tun. Und Mikey Erg wäre nicht der hyperaktivitätsgestörte Punk Rocker, wie wir ihn kennen, wenn er nicht auch diese Wartezeit durch Musizieren überbrücken würde. Also hat er sich kürzlich in Chicago einen Kumpel geschnappt und ein paar Coversongs eingespielt, die ihm gefallen. Was von Black Sabbath, Lemonheads, Glen Shirley und so. Warum nicht.

Shellac – Dude Incredible

Es ist also endlich soweit. Ich hatte das neue Album von Shellac jetzt schon vierhundert mal hier angekündigt, weil auch Steve Albini das immer mal wieder hat verlautbaren lassen, dass bald jetzt wirklich mal echt jetzt das neue Album erscheint.

Die letzten Monate dachte ich noch, das kommt wohl doch nicht mehr in dieser Dekade, aber man höre und staune…Shellac hat eine Pressemitteilung rausgehauen, die vor Euphorie und Verspieltheit nur so strotzt.

Dieses affengeile Album erscheint im September natürlich wieder auf Touch and Go und man kann sich das schicke Teil auch jetzt schon für läppische 21$ vorbestellen.
Hier die aufrichtig hochemotionale Ankündigung des fünften Albums der drei genialen Musiker aus Chicago nach dem Sprung… Weiterlesen