Vaguess – Berlin

Zu diesem Album habe ich heute morgen spitzen Pancakes für die Familie gemacht und nach dem Verzehr dann bemerkt, dass ich anscheinend eine Eierunverträglichkeit habe.
Zumindest ist das meine laienhafte Vermutung, da nur ich längere Zeit auf dem Klo verbracht hab und diese Kackschlacht möchte ich ungern auf die Musik schieben. Also keine Eier mehr? Hm.

Oder hab ich gestern zu viel getrunken und die Kombination von 12 Flaschen Dr. Pepper und 7 Eierpfannkuchen hat dann eine explosive Mischung im Enddarm ergeben? Sind Ärzte hier?

Naja, auf jeden Fall eignet sich dieses 4-Spur Juwel von Vaguess ganz wunderbar zum Nebenbeihören. Das ist jetzt halt keine Partymusik. Eher so zum Schachspielen, Heroin, Kunstband anschauen, Fleischklopfen, Wäsche aufhängen oder Bonsaibäumchen schneiden. Keine Ahnung, was ihr so sonntags macht.

Der Typ hinter der Musik, Vinny Earley, sagt es selber am besten: „Hi sorry this isn’t very punk but I’ll make another punk one soon okay?“

Kostet nichts, ist bei Refry Records erschienen und mit „Miss You“ hat sich versehentlich ein kleiner Hit eingeschlichen.

Honey Joy – II LP

Lecker! Es gibt eine neue LP von Honey Joy aus London mit 9 Songs, für die Courtney noch mehr getötet hätte. Richtig guter Pop Punk Garage mit der 90er Jahre Grunge Kante.

Im Vergleich zu dem Debüt vor 3 Jahren ist das Songwriting ein bisschen ausgefeilter geworden, was der Platte sehr gut tut. Bei mir kommt zumindest keine Langeweile auf, während ich zuhöre. Aber ich putze auch gerade das Klo nebenbei, habe viel zu tun und muss multitaskingfähig werden. Der moderne Mann!

Erschienen ist das Ding vor ein paar Stunden auf Everything Sucks Music. Kann man bei Bandcamp in verschiedenen Farben kaufen. Macht mal.

Ist im übrigen von Daniel Husayn bei North London Bomb Factory gemastert worden. Ja, der lebt auch noch.

I Am The Fly – S/T 7″

Die beiden Fliegen aus Mühlheim liefern 3 neue Synth Punk Nummern ab. Auf Vinyl!
Tolle Sache, nachdem das Demo bereits Anklang gefunden hatte, haben sie anscheinend auf mich gehört und mehr gemacht. Danke.

Dass die Band (I am the Fly) einen der Songs nach einem Fressfeind (Axolotl) benannt hat, zeigt wahrscheinlich nur die Indifferenz gegenüber normativer Rollenverteilung. Sonst würde man sich wohl auch nicht solch einen Namen geben. Oder denke ich da zu weit?

Ich mein, wenn meine Band „Ich bin die Gans“ heißt und dann ein Song „Fuchs“ auf meiner Single erscheint, dann bedeutet das doch was…oder etwa nicht? Hm.
Egal. Gute Musik.

Das Video zu dem Schwanzlurch könnt ihr derzeit noch rechts bestaunen. Bald dann nur noch hier.

Boot Licker – How To Love Life E.P.

Heute ist Herbstanfang, Leute. Keine Ahnung, wie weit fortgeschritten diese Jahreszeit schon in Kanada ist, aber Boot Licker aus Vancouver haben auf jeden Fall genau den richtigen Ton getroffen, um die saudumme Regen- und ich-rutsch-auf-dem-bekackten-Laub-aus-Zeit musikalisch zu untermalen.
Richtig eingängiger Hardcore Punk Rock mit schlechter Laune und völlig übersteuerten und rot blinkenden Kanälen.

Ironischerweise nennen sie das dann How To Love Life…naja, die Kanadier können halt auch das Schöne im Hässlichen sehen.

Fun Fact: In Vancouver wurde der erste Gras-Automat der Welt aufgestellt. Keine Ahnung, ob es da eine Korrelation gibt, aber der Titel der E.P. passt irgendwie nicht zur Musik. Es sei denn, man ist volllll gechillllltt…

Die Single erscheint bei Neon Taste Records. Könnt ihr im durchsichtigen oder schwarzen Vinyl bestellen.

Gee Tee – Atomic 7″

Erinnert ihr euch an die Miracoli Werbung aus den 80ern, in denen eine verzweifelte Hausfrau und Mutter ihre blöden Bratzen und den arbeitslosen Vater zum Mittagessen hereinrufen will („Das Essen ist fertig“) und diese undankbaren Wichser lediglich mit einem gelangweilten“Ja, gleich“ antworten?
Und wie dann die supersmarte Nachbarin ebenfalls was zum Mittach kocht – allerdings nix Frisches, sondern nur ein paar Nudeln mit einer Fertigmischung zusammengerührt hat?

Und dann ruft die faule Sau ihrerseits die Streberkinder und den supersmarten Ehemann zu Tisch mit der Zauberformel „Miracoli ist fertig“. Und auf einmal springen die Geschmacksverstärker-Kids und der Papa voller leerer Freude und hohlem Grinsen ins Haus.
Das schaut sich die Hausfrau mit einem gebrochenen Herzen an und schmeißt ganz traurig ihr boeuf bourguignon ins Klo, wird zur Alkoholikerin und „kocht“ ab sofort auch nur noch Fertigsuppen und fucking Miracoli, damit sie die Schnauze hält und lächelt.

Warum erzähle ich das? Weil genau dieser Effekt der Zauberformel bei mir eintritt, wenn ich lese, dass Gee Tee etwas Neues herausgebracht haben, wo hingegen die neue NOFX Split eher gelangweilt zur Kenntnis genommen wird.
Bei Goodby Boozy Records am 28.08. auf 7″ erschienen. Leider schon ausverkauft.

Die Gewürzmischung war im übrigen schon ganz lecker. Der Parmesan (Sorry, Parmesello) hat nach Kotze geschmeckt, aber die Gewürzmischung konnte man gut im Supermarkt aus den Packungen klauen.

Guitar Fight from Fooly Cooly – Soak

Was zur Hölle ist das denn? Ein Bastard aus Jeff Rosenstock, Helmet und PUP mit einer Prise D.C. à la Faraquet? Junge, wer macht denn sowas? Und wieso machen das nicht alle?

Schon das zweite Album von den drei Jungs aus, äh, Chattanooga, Tennessee. Puh, da muss aber auch fast jeder Buchstabe unbedingt doppelt vertreten sein, was? Haha. Interessant.

Wie ihr seht, hab ich nichts mehr zu dem Release zu erzählen.

Widmen wir uns anderen Dingen: Wer hat eigentlich keine schmerzempfindlichen Zähne? Ich mein, ist das nicht ne saudumme Werbeaussage? Was an meinem Körper ist denn bitte nicht empfindlich für Schmerz? Und ist das nicht eh ein bisschen redundant? Hier, kauf diese Flasche Kacköl, ist gegen schmerzempfindliche Nasen. So ein Quatsch.

Naja – kauft euch das Album für 1 Cent bei Bandcamp. Ist gut. Hilft zwar nicht bei Schmerz, aber bei Weltekel. Ich habs probiert. Funktioniert.

Sowas könnte auch mal jemand auf Vinyl rausbringen, aber das sag ich ja jedes Mal…ok, bye.

Alex Cuervo – The Pale Door (Original Motion Picture Soundtrack)

Ach, was soll ich denn noch sagen? Ich bin halt ein Fan von dem Typen. Und ich fühle mich verpflichtet, Euch mitzuteilen, dass der gute Alex Cuervo mal wieder ein wenig Musik zu einem Film beigesteuert hat. Und zwar zu dem Western-Horror-Film „The Pale Door„.

Gut, der sahnt jetzt bei IMDB nicht unbedingt die höchsten Bewertungen ab, aber Judgment Night war ja auch ein ziemlich beschissener Film, aber ein guter Soundtrack. Naja, zumindest vor 25 Jahren.
Wo war ich? Ach ja, hier schaut mal:

Und dazu passt natürlich die Musik (Post-Synthwave) aus der Feder von Alex Cuervo ganz hervorragend. Let Me Be The One Who Protects You ist der „Hit“.

Ich mag die Musik, aber eigentlich bin ich gar nicht so der Horror Fan. Obwohl, der eine war gut. Der mit dem verrückten Mörder und der Frau.

Brandy – The Gift Of Repetition LP

Nach der guten Platte aus dem Jahr 2018 bei Monofonus Press und der tollen Single vom letzten Jahr bei den totalen Punkern, gibt es nun eine Ankündigung zu ihrem zweiten Album, das in 4 Wochen erscheinen soll. Auch auf Total Punk.
Und da kann wohl nicht viel schief gehen, würde ich sagen, wenn man sich die beiden Appetithäppchen so anhört.

Gewohnt extrem cooler Garage Punk mit wuchtigen Rhythmen und ziemlich eingängigen Melodien, die zum Großteil aus den Hälsen der beiden Sänger stammen. Denn Gitarre, Bass und Schlagzeug liefern lediglich einen knietiefen Teppich aus Sound, auf dem das Geschrei und der Gesang sich enthusiastisch austoben können.

Coole Sache, freu ich mich drauf.

Kann man vorbestellen. Aber Porto, ihr wisst schon…

Jenny – Same

Ich hab neulich noch eine Unterhaltung mit meinem imaginären Freund über Impulskäufe von LPs geführt, bei der ich die Signifikanz der Covergestaltung betont hatte.
Nach langem Hin und Her (Bier) einigten wir uns darauf, dass es zu 66,6% auf das Äußere ankommt. Oder zu 33%? Und ging es nicht eigentlich um Obst? Hm. Egal.

Dass Wanda Records jetzt auf jeden Fall so ein gar scheußliches Cover durchgehen lässt, liegt wahrscheinlich nur daran, dass die neue Veröffentlichung von Jenny lediglich digital zu erwerben ist. Soll heißen: man steht ja nicht im Plattenladen und muss aufgrund dieser orangenen Sinfonie eine primäre Kaufentscheidung fällen.

Immerhin ist das musikalisch farblich ganz gut abgestimmt, denn es wird tatsächlich quietschvergnügter Power Pop Punk geboten, den man farblich kaum besser umsetzen kann als mit einer scharfen Kombination aus blau und organge. OK, Pink wäre eigentlich noch besser aber mich fragt ja keiner.

Der Künstler, der die 5 Kaugummiperlen hier zu verantworten hat, ist im übrigen der bekannte Punk Rocker Justin Maurer von Clorox Girls/Suspect Parts/Red Dons und anderen coolen Bands.
Nein, ich weiß nicht, warum die „Band“ Jenny heißt. Aber hört mal. Gute Musik…

Fun Fact: wenn man nach dieser Veröffentlichung bei Discogs sucht, indem man „Jenny“ „Cockroach“ und „Tea“ als Suchbegriffe verwendet, weil die ja wohl ziemlich selten zusammen bei irgendeinem Release auftauchen, landet man bei Dimitri Shostakovich. Das sind aber auch 51 CDs 🙂

Dry Dive – Desperate Measures CS

Platsch. Solosachen von Johnny Fast, der uns bekannt ist von solch schönen Auswüchsen der neuseeländischen Interpretationen von Punk Rock wie Catsick, Nervous Jerk oder The Tacks. Man könnte meinen, ich kriege hier Geld dafür ich sei ein Fan.

Wenn Euch der besagte Kram gefällt, dann ist auch das hier was für Euch. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht eine Packung OCB Blättchen kauen, um die Geschmacksneutralität wieder herzustellen. Denn mal ganz objektiv betrachtet ist so ziemlich alles, was der Johnny anfasst, gut.

So auch die 5 Lieder, die nun natürlich auf dem Hauslabel Dust Up! erschienen sind. Pop Punk. Power Pop. Grunge Pop. Sommer Core.
Mach weiter, ich hör Dir zu.

Ich hab mal gemessen. Während der 5 Songs schafft man drei Kugeln Eis, wenn man sich beeilt.