Ufosekte – S/T 7″

Meine Herrschaften – hier eine Lehrstunde in Sachen Prokrastination: Aufgenommen Dezember 2015 – angestrebte Veröffentlichung Mai 2019. Junge, Junge. Da waren Trump und Brexit noch kein akutes Thema und der dunkelbraune Kugelspringer war – wie wir alle noch wissen – Insekt des Jahres. Fleißige Menschen haben seitdem ein Studium begonnen und abgeschlossen. Ha.

Auf jeden Fall ist jüngst ganz geiler Scheiß aus Frankfurt da in mein Postfach gesegelt. Die Ufosekte hat nun endlich ihre selbst betitelte Debüt Single bei Tomatenplatten veröffentlicht. Dem Namen nach zu urteilen, könnte man bei der Ufosekte eigentlich eine rotzige Deutschpunk Band erwarten, aber die Typen singen auf Englisch. Na gut, das ist zwar irgendwie albern, aber bitte schön. Love A machen das genau umgekehrt und das ist noch alberner…

Musikalisch sind die 4 Frankfurter laut eigener Aussage irgendwo bei „high-energy-dark-ambient-synth-something-with-punk“ zu verorten, was ja mal ziemlich super klingt. Mich erinnert der Gesang teilweise an die unterschätzen Deadverse aus der Schweiz, und das ist ja schon mal was mit Punk. Blendet man die Stimme aus, kann man bestimmt so Kram wie Radioactivity oder meinetwegen auch Autistic Youth raushören, was ja durchaus ganz gute high-energy-dark Punk Bands sind. Dann spielt da irgendwo im Hintergrund der Alibi-Synthesizer mit, der das alles mit ambient-synth abrundet. Also mischt das alles mal zusammen und schon habt ihr Punk aus Hesse – auf die Fresse, haha.

5 Songs mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und einem versteckten Synthesizer. Sehr kurzweilig, sehr gut. „What is not“ ist der Hit. Da ist auf jeden Fall Potential für ein ganzes Album am Start, fragt sich nur, ob es dann noch genug Erdöl zur Vinylproduktion gibt.

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Buffet – All-American LP

Dieses Album schiebe ich jetzt schon 2 Wochen vor mir her. Nicht, weil ich es nicht gut oder blöd genug für den Quatsch hier finden würde. Nein. Es ist großartig.

Tja, ich weiß aber nicht, was ich dazu sonst noch sagen soll…

Die Band teilt sich die Mini-Stadt Anacortes in Washington mit 15.000 anderen Insulanern. In der Stadt gibts anscheinend ein DonotHouse (DoHo), das als Hauptattraktion gilt, weil alle Bars scheiße sind. Auch die anderen Texte lassen auf eine eher jüngere Band schließen (Family Diner). So viel dazu.

Ansonsten können sich die Jungs vielleicht stilistisch noch nicht entscheiden, was sie eigentlich machen wollen. Es ist Hardcore und Punk Rock und Emo und Rock und Fuzz. Toll!
Sie selber beschreiben den Sound unter anderem mit Tags wie circle jerks descendents garage rock metal psychedelic punk rock rock ’n roll.

Da wird man ja bekloppt. Aber passt schon. All-American (das Album) macht sehr viel Spaß und ich wünschte, ich könnte die Band mal live auf ihrer Insel im DoHo live sehen. Da würde ich auch bei All-American (Song) eine Donut Dusche spendieren.

Die Platte ist kürzlich erschienen bei Resurrection Records und die Band merke ich mir mal.… Mehr...

Brandy – Clown Pain 7″

Hier ist das Rezept schnell erzählt. Fuzzige Gitarren, straighter Beat mit Gerassel und Scheppern, eher gesprochener Text als gesungen und mit ein bissl Hall unterlegt. Das Ganze wird monoton dann mindestens 500 Sekunden wiederholt und so laut eingespielt, dass man es später nicht mehr sauber aus den Boxen oder den Ohren herauskriegt – Tadaaaaa… Cooler Scheiß aus New York City!

Da spielen wohl Leute von Pampers mit, von denen hatte ich doch mal irgendwo eine nicht weniger coole Single auf Jackshack Records hier rumfliegen. Muss ich mir gleich noch mal anhören. Aber erst mal zu den aktuellen Themen:

Apropos aktuell. Die Single ist bereits im Februar auf dem tollen Label Total Punk erschienen. Und wenn euch die zwei Songs gefallen, dann hört auch mal bei den Pampers rein.… Mehr...

Vånna Inget – Utopi LP

Manchmal ist es auch schön, wenn man sich in dieser hektischen Welt auf Dinge verlassen kann, die sich niemals ändern werden. Die immer so bleiben, wie sie mal waren, ohne dabei langweilig zu werden. Vånna Inget ist so eine Sache.
Seit 3 Alben immer wieder die gleiche Rezeptur. Seit 2011 servieren die 4 Schweden hochmelodischen poppigen Punk Rock mit toller Stimme und einem großartigen Songwriting, wie man es fast nur aus Schweden gewohnt ist.

Wenn in tausend Jahren, nach dem langen Nuklearwinter, nur noch Ratten die Erde bevölkern, dann gibt es im Norden, in der Nähe von Småland, mit Sicherheit ein paar sehr talentierte Nager, die durch poppige Melodien ihre Nagerkameraden zu unterhalten wissen. Das muss da irgendwo im Wasser oder in der Luft verborgen sein; dieses Talent, aus 6 Gitarrensaiten, 4 Basssaiten und 2 Stimmbändern so viele schöne Melodien zu kreieren. Und die Ratten machen das dann sogar ohne Instrumente!

Kürzlich ist Utopi bei Graphals erschienen und bald steht das Ding dann auch bei euch im Plattenladen. Wenn ihr die Platte in bunt haben möchtet, müsst ihr allerdings bei freighttrain bestellen. Ich nehme eine in schwarz und eine in bunt, bitte. Ich muss endlich herausfinden, ob man einen Unterschied hört.

Wenn man sich das Video zu Skuggor ansieht, könnte man meinen, die Apokalypse habe schon stattgefunden. Fröhlich ist anders.

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Dramarama & Jawbreaker

Hört ihr eigentlich regelmäßig irgendwelche Podcasts? Ich tu mich da irgendwie schwer mit, da man ja selten so viel Zeit am Stück hat, um eine ganze Folge zu hören und nur die Hälfte anhören ist kacke und später die Stelle wiederfinden, an der man aufgehört hat und dann auch wieder in den Quatsch reinkommen, der da besprochen wurde…nee.
Das kann ich meistens kognitiv gar nicht leisten. Meine Aufmerksamkeitspanne hat sich im Laufe der Jahre auf die Länge eines Punk Rock Albums eingestellt, und das ist nicht lang.

Nichtsdestotrotz versuche ich hin und wieder bei Tätigkeiten, die länger dauern, als eine durchschnittliche Descendents LP, mir so ein Laberzeug anzuhören. Also hab ich beim letzten Bügeln Saufen wieder einem Podcast eine Chance gegeben. Timo hatte mir mal den von Damian Abraham empfohlen (Fucked Up) und dort kann man auch schon aus einer illustren Gästeschar auswählen.

Ich hatte mich für Blake Schwarzenbach entschieden. Weil super. Und siehe da, schon hab ich was gelernt und kam zu einem Aha-Erlebnis. Wusstet ihr, dass einer der ersten Songs, den Blake für Jawbreaker geschrieben hat, von Dramarama stark beeinflusst wurde? Nein? Jaha. Hört mal.

Und dann hört mal „Shield your Eyes“.

Ja nun, ich hab nicht von einem Oha-Erlebnis gesprochen, sondern von einem Aha. Aber immerhin, das war das Einzige, was ich mir von dem Podcast gemerkt habe. Lohnt sich also doch!… Mehr...

Slatwall – S/T Album

Heute ist so ein Tag, an dem das neue Album von Slatwall ziemlich gut passt. Obwohl, ein neues Album ist das gar nicht, sondern eine Compilation von früheren Singles, EPs und einem Demo. Das ergibt auch Sinn, denn die Band hat bereits 2013 mit „Farewell Songs“ ihr letztes Album vor der Auflösung veröffentlicht. Warum also jetzt dieses „neue“ Ding?

Wat weiß ich. Wahrscheinlich, weil sie alles mal online veröffentlicht haben wollten? Oder weil jemand Langeweile hatte? Oder weil sie Geld für Gummistiefel brauchen? Ist ja auch scheiß egal. Hauptsache, die Songs sind online, richtig?

Also bitte: 10 gute Songs, passend zum Wetter – sie nennen es selber „Rain Punk“. So klingt das halt, wenn man zu dritt Punk Rock im regnerischen Seattle macht/gemacht hat. Inzwischen sind die Leute bei anderen Bands untergekommen, von denen ich noch nie was gehört habe. Könnt ihr ja mal suchen: Nixon’s The One, 7 Year Old Blind Girl, The Snubs, Head Honcho.

Wenns mal wieder regnet.

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Cleanheads – Clean CS

Australien, ey. Da kommen inzwischen immer mehr geile Bands her, die ich wahrscheinlich nie live sehen werde. Obwohl, Clowns hab ich schon öfters bestaunt und Amyl and the Sniffers hab ich knapp verpasst. Und AC-DC gibt es doch bestimmt auch noch, oder?
Aber diese Band hier, das wird wohl nix mehr mit dem live sehen. Die Cleanheads haben sich leider bereits aufgelöst, nachdem die 4 Jungs letztes Jahr erst ein 6-Song Album eingespielt haben. Mit Leuten von Helta Skelta, Cold Meat, Darling Rangers und Bamodi.

Kenn ich nichts von, sorry. Aber wenn Cleanheads eine Mischung aus all diesen Bands ist, dann werd ich mir die alle mal anhören müssen.

Machen ähnlich wie Amyl and the Sniffers eher so 77er Punk Rock, aber haben noch ein bisschen mehr Rock’n’Rotz drin. Find ich super.
Kassette ist kürzlich bei Helta Skelta Records in Perth erschienen, aber Konzerte kannste vergessen. Schade eigentlich, die klingen so, als wäre das eine Menge Spaß.

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Clowns – D.I. Why Episode 1

Habt ihr eigentlich Backstage Passport gesehen? Diese „Serie“ von NOFX, in der die Band lustige Szenen von ihrer Tour gefilmt und veröffentlicht hat? Das Konzept war wohl so gut, dass sie sogar eine zweite Staffel hinterher geschoben haben. Und überhaupt scheint sich das beim Label jetzt durchzusetzen, dass man ein paar Videoschnipsel von Touren für das interessierte Publikum zur Verfügung stellt.

Die sympathischen Australier von Clowns, die ja kürzlich bei Fat Wreck ihr Album „Nature/Nurture“ herausgebracht haben, sind nun auch auf den Zug aufgesprungen und schicken sich wohl an, eine eigene kleine Serie zu machen. Der Titel ist schon mal besser als der von NOFX. Der Inhalt eigentlich auch, weil die Band besser ist, haha.

Für alle, die die Band ohnehin mögen und die 5 Verrückten vielleicht auch auf einem ihrer letzten Konzerte gesehen haben, ist das eine kurzweilige Sache. Der erste Teil zeigt ein paar Ausschnitte von der Europa Tour 2017, aufgenommen mit Smartphones. Ganz nett.

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GUNN – S/T

Was uns GUNN aus Anaheim da kredenzen, ist auf jeden Fall mal mindestens interessant. Irgendwie ein bisschen dahin geschissen und schlampig präsentiert, irgendwie anachronistisch im Stile alter OC Bands durchgedudelt und runtergerotzt und irgendwie lustig oder doof im Gesamtbild.
Schön dilettantisch-sympathisch. Und damit meine ich nur die Aufmachung, denn die Musik ist schon ganz geil, sonst würde ich das ja auch hier nicht reinkleben.

Ich weiß, die Form darf nicht über den Inhalt siegen, aber nur, um das mal kurz zusammenzutragen:

  • Bei Bandcamp die Schriftfarbe „hellgrau“ gewählt, damit man nix lesen kann
  • Die 5 Songs komplett am Stück als einen hochgeladen
  • Fürs Cover ein besonders verkohltes Stück Schuh/Steak fotografiert (?)
  • Das Band Foto zusammen geschustert aus peinlichem Teenager Gruppenbild mit Knarre und Stahlhelm inklusive Helikopter-Napalm-Angriff-Hintergrund.
  • Die Webseite, die weitere Information zu der Band geben soll (ocpunks.net), gibt es nicht.

Schon geil, oder? Da ergibt das Cannabis Blatt auf dem Cover doch echt Sinn.
Auf jeden Fall gute Musik, wenn man auf Hardcore und Punk Rock aus dem Hause Orange County steht. Denn das hört man hier. Die Songs sind vor kurzem erschienen und auf keinem physikalischen Medium veröffentlicht, nicht einmal auf Kassette – nur digital.

Und den Kram kann man sich jetzt kostenlos herunterladen.… Mehr...

Marcus Norberg – Absolute Music EP

Das passiert also, wenn man einem Drummer die Sticks klaut und ihm eine Gitarre in die Hand drückt. Marcus Norberg, der mir vorher nur als Schlagzeuger der genialen Nightmen bekannte blonde Schwede, hat eine neue EP am Start, die er zusammen mit ein paar fleischgewordenen Enttäuschungen eingespielt hat.

Dass er bereits vorher nicht nur Holzknüppel geschwungen hat, wusste ich tatsächlich nicht – immerhin hatte er bereits eine semi-bekannte Indie Band (YAST) und eine unbekannte Indie Band mit lustigem Namen (Toi Let).
Nun also nach einer LP im Jahr 2017 die neuen Lieder unter seinem eigenen Namen. Ich finde die Beschreibung der EP vom Label so treffend, dass ich sie mal hier übernehme:

YAST, Toi Let and Nightmen’s music is made to be heard on a Saturday night, whereas Marcus Norberg and the Disappointments are there for the inevitable Sunday morning comedown.

Tatsächlich sollte man diese 4 Songs nicht auf seinen Workout-Mix packen oder vor dem „Weggehen“ auflegen, aber für die paar ruhigen Stunden, die man im Jahr so hat, ist der Kram perfekt. Poppig, melancholisch mit sehr feinen Melodien und teilweise ein bisschen seltsam. Kommt halt aus Malmö, das muss so sein. Erinnert mich bei manchen Passagen an Lee Majors‚ Top Hit „The unknown Stuntman„, falls ihr noch wisst, wer und was das war.

Life is sometimes ok and sometimes you get robbed. Does anybody care?Mehr...