Die Minnesänger – Geborgte Welt

Die neue LP von den Pop-Punk-Rock’n’Rollern The Menzingers ist ja schon ne Weile auf Epitaph raus, aber ich kam irgendwie nicht dazu, ihr insgesamt viertes Album hier auf dem Dings zu verwursten. Eigentlich kennt die ja eh jeder, ich mein, Epitaph Band und so, da erzähl ich Euch ja nix Neues. Und so richtig toll find ich „Rented World“ jetzt auch nicht. Jedenfalls nicht so gut wie das Vorgängeralbum „On the impossible Past„. Alles Geschmackssache, ich weiß.
Auf jeden Fall geriet die Platte bei mir ein bisschen in Vergessenheit und normalerweise serviere ich hier ja immer nur den total frischen Scheiß. Also sei auf einen Artikel zu dem Album einfach geschissen. Als ich dann allerdings auf FluxFM in der Abmoderation der Radiosingle „In Remission“ den Sprecher sagen hörte „Nanu, ich dachte, das ist eine deutsche Band bei dem Namen“, wurde ich zumindest hellhörig und wollte doch noch wenigstens die interessante Geschichte zu dem Bandnamen loswerden.

Tatsächlich könnte man meinen, Menzingers kämen aus unseren Gefilden, nicht umsonst gibts auch ein italienisches Restaurant,Verzeihung, eine Trattoria im Herzen Münchens mit dem Namen. Das klingt ja auch irgendwie nach deutscher Sprache…aber woher kommt der Name denn dann, wenn die Band doch aus Scranton, Pennsylvania stammt? Laut dem Gitaristen Tom ist der Bandname die phonetische Übersetzung vom englischen Troubadour ins Deutsche – also Minnesänger. Das ergibt doch Sinn. Minnesänger – Menzinger…wow. Aufregend. Hier, neues Album.

Opiliones – The Heart of a Harvestman

Kennt Ihr Phonogen aus Freiburg? Oder Kenzari’s Middle Kata aus der Nähe von München? Ich leider nicht, aber das kann auch an der geografischen Heimat der genannten Bands liegen, man bekommt ja nix mit in diesem riesigen Land. Obwohl, Kenzari’s Middle Kata wurden im August 06 vom OX als die „aufregendste nationale Neuentdeckung im modernen Hardcore“ abgefeiert.
Auf jeden Fall haben Mitglieder dieser Bands jetzt eine neue Gruppe am Start: Opiliones aus Aschau am Inn. Das musste ich auch erst mal im Atlas suchen, is ca 70 km östlich von München. Also Aschau am Inn, Opiliones sind Weberknechte.

Und diese tapferen Schneider veröffentlichen im Mai ihr Debüt Album „the heart of a harvestman„. Und das ist ziemlich gut. 14 Songs in knapp 38 Minuten, musikalisch irgendwo zwischen Hot Snakes, Deadverse oder Dramamine zu verorten und dabei niemals langweilig oder eintönig. Geiler Sänger, noble Gitarren, fettes Schlagzeug. Zusammen spielen die 4 Jungs dann Kompositionen, an denen man erkennt, dass sie schon länger Musik machen. Klingt alles durchdacht und ist auch noch sauber produziert. Würde ich gern mal live sehen, aber München? Hm. Mal sehen, wo die im September auf ihrer kommenden Tour so spielen werden.

Schade, dass das Album von Opiliones nur auf CD erscheint. Ansonsten hätte eine neue LP auf jeden Fall ihren Platz im Regal gefunden. Aber genug der Worte, überzeugt Euch selbst und geht dann am 13.05. ins Kafe Kult. Ich hab da keine Zeit.

Einen doppelten Nachschlag gibts nach dem Sprung. Weiterlesen

White Lung – Snake Jaw

Im Juni kommt das neue Album „Deep Fantasy“ von den Kanadiern White Lung auf Domino raus. Und wie sich das gehört, erscheint am kommenden Montag (28.04.) eine Vorabsingle mit 2 neuen Songs, damit man sich schon mal einen Eindruck davon machen kann, wie der Labelwechsel sich auf den Sound der Band ausgewirkt hat. Oder eben nicht.

Meiner Meinung nach werden die mit jeder Veröffentlichung besser, vielleicht auch ein Stückchen poppiger, aber das ist teilweise schwierig zu beurteilen, da Sängerin Mish Way nun wirklich kein zärtliches Stimmchen hat. Da wird immer noch geschrien und die Gitarren kreischen unisono mit.

Ach, hört Euch den Kram einfach selber mal an. Der Track Snake Jaw, der auf der angesprochenen Single drauf ist, wird nämlich werbewirksam schon mal gestreamt. Und Tourdaten gibts auch nach dem Sprung, die sind im Mai in Deutschland unterwegs…

Falls Ihr diese sehr empfehlenswerte Band jetzt noch gar nicht kennt, könnt Ihr Euch ja beim Rookiemag ein Interview durchlesen und erfahren, was die Vier aus Vancouver so ausmacht (ok, das Interview ist nur mit der Sängerin, aber egal).  Weiterlesen

Jello Biafra und seine LP Sammlung

Kennt Ihr diese Reihe Crate Diggers von Fuse TV? Da rühmen sich normalerweise irgendwelche DJs und Produzenten mit ihrer Vinylsammlung. Ist recht unterhaltsam, allerdings konnte ich bislang nicht so richtig viel mit den Sachen von RJD2 oder J Dilla was anfangen. Das spiegelt natürlich meine musikalische Ignoranz wider, aber so ist das halt mit Geschmäckern.
Auf jeden Fall haben sich die Macher von Fuse TV jetzt mit Eric Reed Boucher zusammengesetzt und lassen sich von ihm ein paar interessante Sachen aus seiner Kollektion präsentieren. Und wer wollte nicht schon mal den Frontmann von den Dead Kennedys im Ringelpulli vor tausenden LPs und Singles hocken sehen.

Jello zeigt seine imposante Sammlung von Heino LPs, ein paar obskure Cover und verrät uns die Geschichte dahinter, außerdem erzählt er, wie er zu dieser Sammelleidenschaft von Vinyl gekommen ist. Wenn Ihr mal eben ne viertel Stunde Zeit habt…

Der zweite Teil ist hinter dem Sprung versteckt. War ja schließlich Ostern und so..? Weiterlesen

The Bomb The Music Industry! Story

Dass es diese lustige Truppe um Jeff Rosenstock nicht mehr gibt, hatte ich neulich schon mal erwähnt. Nach 7 Alben und diversen Split Singles haben Bomb The Music Industry am 19. Januar ihr letztes Konzert im Warsaw in Brooklyn gespielt. Da war es ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand um eine Doku kümmert, die die Geschichte der Band erzählt.
Sara Crow von No Future Films hat sich genau das jetzt zur Aufgabe gemacht. Naja, eigentlich ist das Projekt schon seit längerer Zeit geplant und damals via Kickstarter finanziert worden. Aber jetzt ist das Poster für diese Doku schon mal fertig. Wieder mal ein schickes Ding von Mitch Clem.

Da bin ich ja mal gespannt, ob man diese energiegeladene Atmosphäre, die auf deren Konzerten herrschte, gut einfangen konnte und was die Jungs so für einen Unsinn erzählen. Apropos, ich hab mal vor Jahren ein Interview mit Jeff, Jon und Mike gemacht, da merkt man schon, dass die 3 recht lustig sein konnten. Allerdings sei dazu angemerkt, dass die Band immer nur 8 Wörter für ihre Antwort nutzen durften. Das war halt so…

Und die jungen Leute von heute brauchen ja immer bewegtes Bild, um überhaupt an Irgendetwas Interesse zu zeigen. Daher hier ein kleiner Vorgeschmack.

White Reaper – Alles anders

Ich glaube, seitdem ich das letzt Mal diese Band aus Louisville hier thematisiert habe, ist ganz schön was passiert bei denen. Vor ein paar Tagen haben White Reaper verkündet, dass sie auf Polyvinyl ihre Debüt EP herausbringen werden. Ihr wisst schon, das Label, wo auch Japandroids, Deerhoof, Joan of Arc und andere drauf sind.
Dann haben sie eine neue Internetseite am Start, voll professionell jetzt. Außerdem sind sie nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt. Und ihre erste Single, über die ich damals geschrieben habe, ist auch nicht mehr bei Bandcamp zu hören. Naja.

Für die neue EP, die am 24. Juni erscheint, haben die Jungs auch schon einen Teaser veröffentlicht. Der Sound der Band ist bei all den Neuerungen eigentlich relativ unverändert geblieben. Schrammelige Gitarre, Schlagzeug, Synthesizer. Kann man sich anhören. Hier könnt Ihr Euch die 6-Song-Ep als 12″ in pinkem Vinyl vorbestellen.

Anxious and Angry – Podcast von Ryan Young (OWTH)

Was Neues von Off with their Heads! Allerdings nichts Musikalisches, sondern eher so spoken word Kram. Sänger und Gitarist Ryan Young hat angefangen, einen Podcast aufzuzeichnen, dem man kostenlos auf iTunes lauschen kann. Laut Beschreibung soll das ein „anything goes“ Geplapper werden, bei dem er über sein Leben, das Leben seiner Gäste und über das Leben im allgemeinen labert. Zudem wird das Ding mit ein paar Punk Rock Stücken garniert. Klingt doch schon mal nett.

In dem ersten Teil seiner Podcast Serie „Anxious and Angry“ interviewt Ryan den Sänger von Boysetsfire, Nathan Gray. Kann man sich hier anhören. Dauert auch nur knapp über ne halbe Stunde. Angekündigt hatte der Sänger von Off With Their Heads dieses Projekt bereits vor 6 Wochen, aber irgendwie wollte ich das nicht hier verwursten, wenn man den Quatsch noch gar nicht hören kann. Und jetzt ist also der erste Teil veröffentlicht, während schon die nächsten geplant (oder schon aufgezeichnet?) sind. In der nächsten Episode wird wohl der ehemalige Bassist von Against Me!, Andrew Seward, zu Wort kommen. Außerdem wird bald unter der Adresse Anxious and Angry  auch ein Shop erreichbar sein, in dem Ryan seine eigene Shirt Kollektion verkaufen wird. Kein Scheiß.

Killer Waves!

Ihr werdet wohl schon mitbekommen haben, dass die großartigen Jungs von den Night Birds einen leichten Surfsound in ihren hektischen Punkrock mit einfließen lassen. Richtig? Dafür muss man ja nicht bei der Punk Rock Academy eingeschrieben gewesen sein, um das mitzubekommen. Und auf iher aktuellen LP „Born to die in Suburbia“ hört man auch instrumentale Tracks, zu denen sich bestimmt ganz super wellenreiten lässt. Was weiß ich schon, gibt ja kein Wasser hier in dieser Stadt.

Vor kurzem haben sie auf jeden Fall eine instrumentale 4-Song Single für Wallride Records aufgenommen und diese dann passenderweise „Killer Waves“ genannt. Und jetzt treten die damit sogar auf. Auf dem diesjährigen Fest in Gainesville spielen sie unter diesem Alias eine Show, die wohl auch nicht nur 4 Lieder dauern wird, da sie ja ohnehin immer schon Surfsongs in das Night Birds Set mit eingebunden haben. Hier ist mal einer von den 4 Tracks der Single: Pyongyang Bound.

Oh, und am 01. August spielen die Jungs auch in Hamburg unter ihrem richtigen Namen…der bislang einzige Termin in Deutschland. Die Europa-Tourdaten nach dem Sprung. Weiterlesen

Espectrostatic – Phantominom VGS

„Neues vom Hexer“ wäre auch eine schöne Überschrift gewesen. Könnte man jedenfalls fast sagen, denn der Frontmann der genialen Hex Dispensers hat mit seinem Nebenprojekt Espectrostatic eine EP nachgelegt. Erinnert Ihr Euch doch bestimmt noch dran. Alex Cuervo, der Sänger und Gitarrist der Hex Dispensers ist mit seiner Solo LP letztes Jahr bei mir direkt in die Jahrescharts gekommen, weil der Sound mich so sehr an die 80er Jahre Horrorfilmmusik erinnert hatte und die Melodien immer wieder auch nach seiner Hauptband klingen. Daran hat sich auch jetzt nicht viel geändert.

Auf der aktuellen EP mit dem schönen Namen Phantominom VGS befinden sich 6 Stücke, die genau in diese Kerbe schlagen. Außerdem ist mit „Parallel“ auch noch ein Remix von einem Hex Dispensers Song mit darauf gelandet, den ich mir wohl mal direkt zu einem Klingelton für meine gruseligen Freunde umfunktionieren werde. Da heute der 1. April ist, mag ich den ganzen Kram zur Namensfindung der EP eigentlich gar nicht glauben, den der feine Herr da auf seiner Bandcamp Seite schreibt, deshalb zitier ich das mal einfach und Ihr entscheidet selber…

Based on the urban legend of a video game console no one had ever seen or heard of, purchased at a mysterious garage sale. The peculiar electrical and television hookups were not compatible with any existing or historical connections, leading some to speculate that this console was not of our world, but from a nearby parallel universe.

Wie dem auch sei, bei Gefallen solltet Ihr das Teil auf jeden Fall käuflich erwerben. Erstens gibt es zu jeder EP ein schickes Foto und zweitens kommt der Erlös der Schlagzeugerin der Hex Dispensers, Rebecca Whitley, zugute, die wohl einen üblen operativen Eingriff über sich ergehen lassen musste und nun auf den Kosten sitzen geblieben ist. Könnt Ihr hier nachlesen. Aber vorher essen. Oder nachher? Hm, nichts für Menschen, die sich schnell ekeln.

Prince – s/t EPs

Jaja, is 1. April und so, aber diese Band gibts wirklich und die heißt auch wirklich so, wie der kleinwüchsige Tausendsassa, den man unter vielen Bezeichnungen kennt. Aber die Band hier, zusammengesetzt aus Leuten von Dude Jams, Wild America und anderen, klingt meiner Meinung nach wesentlich besser. Irgendwo zwischen Punk Rock, Garage, Indie und Power Pop oder so.

Viel kann man über die Band nicht herausfinden, was natürlich an dem bescheuerten Namen liegt. Nur mal auf die Schnelle soviel: Kommen aus Austin und haben im Februar ihre letzte selbstbetitelte 7″ veröffentlicht. Im Juli letzten Jahres haben sie ihre erste 7″ auf ADD rausgehauen, die mir sogar noch ein bisschen besser gefällt. Die hieß genauso. Könnt Ihr beide hier mal hören.