Stay Clean Jolene – S/T

Neulich hatte ich noch eine nette Unterhaltung über den Einfluss des Wetters und/oder der Jahreszeit auf die Musik, die man grad gerne hört. Ich habe mich dann im Laufe des Gesprächs mit mir darauf geeinigt, dass so poppige und leichte Sachen ganz automatisch mit Frühling und Sommer in Verbindung gebracht werden und der ganze verkopfte, schwere und rauere Sound zu dieser dunklen, trüben und kälteren Jahreszeit passt. Das ist ja keine sensationelle neue Erkenntnis, aber man kann schon mal festhalten, dass manche Platten wunderbar zu einem bestimmten Zeitpunkt des Jahres passen und sonst vielleicht gar nicht hörbar sind. Wie zum Beispiel Weihnachtssampler, aber das hatten wir ja grad erst.
Nein, ich meine so einen Kram, wie Stay Clean Jolene aus Manchester machen. Mit Leuten von u.a. Great St. Louis machen die 4 Jungs diesen englischen Kram, der immer an Leatherface erinnert. Ist irgendwie unfair, kratzige Stimmen stets direkt mit den genialen Leatherface zu vergleichen, aber es passt hier halt auch musikalisch. Gleich fünf verschiedene Labels haben die Platte veröffentlicht, in Europa ist wahrscheinlich Drunken Sailor der beste Ansprechpartner, falls Ihr ein Exemplar kaufen möchtet.
Vielleicht verbinde auch nur ich diesen typischen Gitarrensound mit regnerischem Wetter und dunklen Tagen und das Gelaber von Jahreszeit und Nebel, Schnee, Regen und wolkenverhangenem Himmel ist totaler Quatsch. Aber wenn ich Ahnung von Musik hätte, würde ich sagen, dass auf dem neuen Album von Stay Clean Jolene fast alle Songs in Moll gespielt werden, das ja auch irgendwie eine melancholischere Stimmung verbreitet. Und das ist ja dann auch ne Gemütslage, die eher in den Monaten des Jahres zu verorten ist, die weniger Sonnenstunden haben. Naja, ist ja auch wurst. Ich find die 10 Songs auf dem Album auf jeden Fall derzeit richtig gut und das muss erst einmal reichen.

Wenn Euch die Lieder ans Surfen erinnern oder an Eure beste Runde Minigolf im August letzten Jahres, dann ist das halt so und ich habe Unsinn geschwafelt. Who cares?

Drunken Sailor Compilation

Über das englische Label Drunken Sailor Records aus Stoke-on-Trent hab ich hier schon mal im Sommer was gehabt, aber eigentlich müsste man dem betrunkenen Seemann noch viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Dann mach ich das eben jetzt…

Auf seiner Bandcamp Seite hat das Label jetzt einen kostenlosen Sampler bereitgestellt, der mit 18 Bands ein relativ abwechslungsreiches Programm bietet. Von der Hardcore Band Werewolves on Motorcycles (geiler Bandname) über die zuckersüßen Klänge des Salt Lake City Pop Quartetts Baby Ghosts bis hin zu den bärtigen Punk Rockern von Iron Chic, die einen Coversong von den Butthole Surfers beisteuern. Ist alles Punk Rock, versteht sich, aber die Compilation wird beim Durchhören auf keinen Fall langweilig.

Alle vertretenen Bands haben in diesem Jahr auf dem Label irgendwas rausgebracht oder zumindest mit anderen Labels ein Co-Release am Start. Toys That Kill zum Beispiel oder Low Culture. Auf dem Cover ist im übrigen der Nachwuchs des Labelinhabers zu sehen. Sehr sympathisch!