Salad Days in Deutschland

Ihr habt sicherlich schon mitbekommen, dass die Dokumentation über die Hardcore und Punk Szene in Washington D.C. der 80er Jahre seit ein paar Wochen offiziell erschienen ist. Wenn nicht, dann wisst Ihr ja jetzt bescheid. In den USA tingeln die Macher der Doku ‚Salad Days: The DC Punk Revolution‚ fleißig von Staat zu Staat und von Kino zu Kino und spielen da Ihr Ergebnis aus langjähriger Recherche und Interviews vor. Ich glaube, ich hatte das bereits in unserem letzten Podcast erwähnt, dass die bestimmt auch irgendwann nach Deutschland kommen und dann hier kleine Kinos oder andere Veranstaltungsörtlichkeiten bereisen werden. Und jetzt sind tatsächlich die Daten für die Europa Tour veröffentlicht. Falls Euch sowas interessiert, solltet Ihr Euch schnell Karten besorgen, denn anscheinend wollen das sehr viele Menschen sehen, wie Ian Mackay zum 1000. Mal interviewt wird. Haha, sorry.

Auch dabei sind Brian Baker, Dave Grohl und viele andere, die man evtl. noch nicht so oft vor der Kamera gesehen hat. Hier einer der Trailer, nach dem Sprung die Daten.

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Not Scientists – Neuer Song, Album Preorder & Tour

Poppiger, melodischer Punk Rock aus Frankreich. Aha, ich kenn mich wirklich schlecht aus in der europäischen Band/Musiklandschaft. Not Scientists hab ich zwar zusammen mit den Copyrights letztes Jahr in der Bonner Lärmanstalt gesehen, aber ansonsten würde ich von solchen Bands nix mitbekommen. Das hört man ja dieser Tge von überall her – zu viele gute Bands überall. Schrecklich.

Auf jeden Fall hat eine dieser guten Bands jetzt einen neuen Song online gestellt, der quasi als Appetithäppchen für das kommende Album dienen soll. Das wird den schönen Titel ‚Destroy to Rebuild‘ tragen, der gar nicht mal so martialisch rüberkommt, wenn man sich dazu das Cover ansieht. Das Album könnt Ihr auf der Bandcamp Seite von Not Scientists bereits in 6 unterschiedlichen Bündeln vorbestellen (3x CD, 3x LP) und pünktlich zum 6. März dann in Euren Händen halten. Hier erst mal der Song ‚Just break me‘ vorab…

Und wie man das als tüchtige Band so macht, die auch ihre Alben verkaufen will, gehen die 4 sympathischen Jungs für die neue LP auf Tour. OK, momentan stehen fast nur englische und französische Städte auf der Route, aber ein Vögelchen zwitscherte mir ins Ohr, dass die Band zumindest versucht, in Aachen ein Konzert zu spielen. Dann werden die wohl auch Anfang April mehrere ‚deutsche‘ Shows spielen. Ansonsten ist das Crossbone Fest auch immer eine Reise wert, aber dazu schreib ich irgendwann später noch mal was. Daten nach dem Dings… Weiterlesen

The Jon Spencer Blues Explosion – Neues Album/Neuer Song

Mensch, fand ich die mal super, diesen Jon Spencer und seine beiden Kollegen, die zusammen das furiose Trio der Blues Explosion gebildet haben. Irgendwann Mitte der 90er bin ich mit dem Album ‚Orange‚ auf die Band aufmerksam geworden und warte seitdem darauf, dass den drei Garage-Blues-Rockern noch einmal solch ein großartiger Wurf gelingt. Es waren ein paar sehr gute Versuche dabei im Laufe der letzten 20 Jahre, immerhin ca. 10 Alben hat die Band in der Zeit veröffentlicht, aber so richtig gerockt hat mich das nicht mehr. Naja, mein Problem.

Ich weiß auch gar nicht, warum ich Euch das erzähle, vielleicht, damit ich mit der Enttäuschung besser umgehen kann, die nach dem Hören des neuen Songs ‚Do The Get Down‚ eintritt. Langweilig. Ich hab zu dem Song einen treffenden Kommentar gelesen, dass sich das Lied anhören würde, als ob Jon Spencer Beck covern würde. Der Typ meinte das zwar positiv, aber für mich klingt das fürchterlich…Geschmäcker.

Mal sehen, ob das neue Album nicht wenigstens einen großartigen Song bietet, ich werde warten müssen. Auf jeden Fall kann man sich das interessante Video zu dem Song schon einmal hier anschauen und verstehen, warum das Album den Titel ‚Freedom Tower – No Wave Party 2015‚ trägt. Beides ist eine Hommage an New York City. Wenn Euch natürlich der Song total begeistert, könnt Ihr Euch das Album im quietsch-grünen Vinyl + Slipmat hier für 28$ vorbestellen – der offizielle Release Termin ist der 24. März.

As Friends Rust – Greatest Hits?

Kennt Ihr noch As Friends Rust? Diese on again/off again Band aus Gainesville, Florida, die ca. 12 Bandmitglieder im Laufe ihrer Karriere zerschlissen hat? Naja, das ist gemein, das passiert den Besten. Auf jeden Fall werden die das erste Mal seit 6 Jahren mal wieder in Europa spielen, wenn sie dieses Jahr auf dem bekackten Groezrock auftreten. Das ist vielleicht für Fans interessant, dachte ich mir. Und um sich als Fan darauf so richtig toll vorzubereiten, haben As Friends Rust auch gleich eine Compilation auf der Bandcamp Seite des Sängers Damien Moyal veröffentlicht, die es bislang nur in Japan auf Cosmic Note Records gab.
Das ‚Album‘ besteht aus 17 Songs, die irgendwie den Querschnitt der gesamten Diskografie der Band ausmacht. Daher auch der Titel ‚Greatest Hits?‘. Wenn Ihr mich fragt, stirbt jedes Mal ein kleiner Teil einer Band, wenn sie Best of Sachen raushaut, aber mich fragt ja keiner.

Groezrock findet im übrigen am 1. und 2. Mai statt – hoffentlich kollidiert das nicht mit irgendwelchen revolutionären Plänen.

Strange Wilds – Standing

Ein Trio aus Olympia, Washington macht noisigen Punk Rock mit dreckig, schreddender Gitarre und einem unheimlich druckvollen Schlagzeug und Bass. Der Gesang wechselt sich zwischen ruhigen, fast gesprochenen Passagen mit verzweifelt geschrienen Parts ab. Und die neue Single erscheint auf Sub Pop. Hm, das klingt irgendwie vertraut? Ich hab ja keine Ahnung, ob das Absicht ist, aber wem bei Strange Wilds nicht die Frühphase von Nirvana einfällt, der ist wohl erst in den Neunzigern geboren und in den 2000ern musikalisch sozialisiert worden. Ich mein das auch keinesfalls negativ – ich mochte diese semi-begabte Rock Band recht gern. Warum haben die eigentlich noch mal aufgehört? Na, egal.
Strange Wilds passen auf jeden Fall mit ihrer 2. Single sehr gut auf das bekannte Label aus Seattle, wo sie mit Kollegen wie Metz, Pissed Jeans oder No Age wohl inzwischen für die fuzzigen und dreckigen Gitarrenklänge zuständig sind. Auf ihrer ersten Veröffentlichung, die 7″ namens ‚Wet‚  aus dem letzten Jahr, die noch bei Inimical (Criminal Code, Negative Press) rausgekommen ist, hört man schon deutlich ihren oben beschriebenen Sound heraus. Hört her…

Und nun also die neue Single ‚Standing‘ auf Sub Pop. Die erscheint am 20.01. in den USA und sieht sogar so aus, wie das Label die früher veröffentlicht hat. Da kann man dann schon ruhig diese Vergleiche heranziehen. Das feine Ding ist hier vorzubestellen und weiter unten komplett zu hören. Schon interessant, dass sich auch musikalisch alles anscheinend irgendwann wiederholt… Weiterlesen

Nardwuar vs. White Lung

Für viele Leute war die 3. LP ‚Deep Fantasy‘ von White Lung eins der besten Punk Rock Alben des Jahres 2014. Und das auch völlig zurecht, ich hatte meine Probleme mit der LP ja damals schon beschrieben – das hatte nichts mit der Musik zu tun. Nachdem die Band aus Vancouver zahlreiche Lobhudeleien von Spin, Rolling Stone, Pitchfork und anderen interessanten Magazinen wegen ihres 2. Albums über sich ergehen lassen musste, sind wohl auch Domino Records auf die kanadische Band rund um Sängerin Mish Way aufmerksam geworden und so wurden White Lung auf einmal Labelkollegen von Bands wie Arctic Monkeys und Franz Ferdinand. Vielleicht auch durch dieses etwas größere Indie-Label verursacht, wurde der Band und vor allem Mish noch mehr mediale Aufmerksamkeit geschenkt. Und sowas wird für mich dann schnell langweilig, aber da bin ich vielleicht auch selber ein bisschen eigenartig.
Umso mehr freut es mich, dass Ausnahme-Interviewer Nardwuar (The Human Serviette) sich der vierköpfigen Band aus seiner Heimatstadt angenommen hat und so charmante Fragen stellt wie:

What’s it like to shit in a bag?

Außerdem verteilt er wieder gewohnt viele Geschenke und macht dieses Interview mit seinen etwas anderen Fragen zu einer der frischsten und informativsten Plauderei zwischen White Lung und Interviewer seit längerer Zeit.

Topshelf Records Sampler

Das sympathische Label Topshelf Records aus Massachusetts hat gerade einen Labelsampler bei Bandcamp hochgeladen, der sich sehen lassen kann. Auf den ersten Blick zumindest quantitativ, denn über 90 Bands haben sich auf dem digitalen Release getümmelt. Mit dabei sind u.a. Braid, Into It. Over it, The Saddest Landscape, Alvvays, White Reaper und und und. Da könnte dann auch die Qualität stimmen. Hört doch mal rein – dauert bestimmt nur nen halben Tag.

Martha – Courting Strong

Vorsicht: POP! Manchmal kann man ja einfach nicht anders, als in alte und bewährte Denk- und Handelsmuster wieder zurückzufallen. Das klingt zugegebenermaßen ziemlich übel für den 05. Januar, wenn man bedenkt, dass sich ja viele Menschen tatsächlich für das neue Jahr irgendwas ausdenken, was sie künftig aus ihren Gewohnheiten streichen wollen.
Aber so ist das hier gar nicht gemeint. Vielmehr ist mir bei der folgenden Band aufgefallen, dass ich immer noch von poppiger Musik und melodischem Geträller leicht zu begeistern bin, obwohl ich eigentlich dachte, das inzwischen langweilig zu finden. Aber so ist das halt.
Martha aus Durham im Norden Englands haben es wieder geschafft, mich mit ihrer kurzweiligen Dudelei um den Finger zu wickeln. Das Album ‚Courting Strong‚ ist schon fast ein Jahr alt und bislang hatte ich das gar nicht auf dem Schirm, aber derzeit läuft das hier öfters und macht bei jeder Umdrehung mehr Spaß. Drei Jungs und ein Mädel spielen poppigen Punk Rock, der ein bisschen an The Measure [SA] oder die Undertones und Big Eyes erinnert. Alle Bandmitglieder singen. Manchmal alleine, meistens gemeinsam. Außerdem scheinen sie relativ kinderlieb zu sein, zumindest sind auf allen Releases, die sie bislang veröffentlicht haben, irgendwelche Kinder zu sehen. Vielleicht sind das Bilder aus ihren eigenen Kinderzeiten, vielleicht auch nicht, ist für die Musik nun auch wirklich nicht relevant. Ich wollte das nur erwähnt haben, da ich sonst nix zu der Band schreiben kann. Hört Euch den Kram mal an – das Album ist in Europa auf Fortuna Pop und in den USA bei Salinas erschienen.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger schlimm finde ich es eigentlich, dass mich derart simpler Kaugummi-Punk Rock begeistert. John Peel hat schließlich auch bis zu seinem Tod die Undertones vergöttert. Passt schon…

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Todd Is My Co-Pilot

Nanu? Ist irgendwas mit Todd Congelliere passiert? Man vermutet ja immer gleich das Schlimmste, wenn eine Compilation erscheint, die irgendeinem Menschen oder einer Band gewidmet ist. Aber hier kann ich Entwarnung geben, der Label-Boss von Recess Records ist guter Dinge, kann Dank Brille fast 5 Meter weit sehen und macht auch weiterhin Musik. Ihr kennt ja sicherlich die Bands von ihm, oder? Toys That Kill, Underground Railroad To Candyland oder zumindest FYP..? Na also.
Insgesamt 12 Lieder aus dem Gesamtwerk dieser verschiedenen Bands sind auf dem Sampler vertreten, der jüngst (digital) auf Dirt Cult Records erschienen ist und an dem so coole Leute wie Iron Chic, Low Cultures, Brokedowns, Mike Watt und viele andere mitwirken.
Und die Geschichte hinter dieser Huldigung ist eigentlich auch schnell erzählt: Es liegt am Alkohol, wie der Label-Typ Chris Mason von Dirt Cult sich erinnert…

A few years ago my friend Walker and I got drunk and discussed curating a Todd C cover comp where we would ask bands to cover songs from any of his many bands. We actually started asking bands that night. The next morning I woke up a little hungover and remembered that coordinating comps is about the least fun thing in the entire world and shooting for a release date for a few months after we hatched the idea was a pretty ridiculous idea.

Und ein paar Jahre später ist das feine Ding schon fertig. Tadaaa.