Criminal Code – 2534 LP

Criminal Code aus Tacoma, Washington haben mit 2534 kürzlich ihre zweite LP auf Deranged veröffentlicht, die mir ein bisschen mehr Rätsel aufgibt als dass sie zu begeistern vermag.
Natürlich hat man hier immer noch den düsteren Sound von Bands wie Estranged, Sievehead und anderen gekonnt umgesetzt, keine Frage. Ein hektisches Schlagzeug, megagute Gitarrenmelodien mit noch mehr megaviel Hall, eingängig wummernder Bass – alles wunderbar. Aber irgendwie klingt der Sänger die meiste Zeit so, als hätte er gerade keinen Bock auf den Quatsch. Kann natürlich sein, dass es sich hier um eine künstlerische Art handelt, sich zu distanzieren. Oder vielleicht wird eine emotional gesungene Darbietung dem kühlen Klischee dieser Art von Songwriting nicht gerecht? Keine Ahnung, mich hats genervt und so wird wertvolles Potenzial verschenkt.

Erst beim letzten Song der Platte, dem 7-minütigen Stück „Dying Destiny“ höre ich sowas wie…nee, stimmt auch nicht, dachte ich gerade nur beim Hören. Aber auch hier hat der Sänger eigentlich was Besseres zu tun als zu singen. Vielleicht hat er nebenbei mit dem Telefon gespielt oder Nachrichten gelesen oder geschrieben oder hatte Hunger?
Und was soll der Plattentitel bedeuten? 25,34. Bibel? Matthäus, 25,34:

Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!

Ach so!