Smirk – Cassette I & II

Ist der Clown noch immer im Amt? Puh.
Mir kann das grundsätzlich ja ziemlich egal sein, wer der Präsident der USA ist, aber dieser Vogel muss weg.

Das hat ja nicht einmal was Positives für den Punk Rock oder Hardcore getan, so, wie einst zumindest Reagan oder sogar Bush (der zweite) für etwas gut war.

Und heute? Heute bekommen wir nur ein aufgewärmtes Lied von MDC, na toll.

Vielleicht sind die Zeiten von platten Plattitüden einfach vorbei und man singt jetzt subtiler gegen den orangefarbenen König der einsilbigen Gemütsbeschreibungen. Oder ich höre zu viel Musik aus Australien und Deutschland. Wobei auch deutsche Bands früher ordentlich gegen die USA auf die Kacke gehauen haben – heute wäre mir sowas eher peinlich. Interessant.

Naja, ich wünsche auf jeden Fall, dass der dicke Mann, der zum Furzen extra in die Duschkabine steigt, damit er länger was vom vibrierenden Ton und dem verwesten Burger-Geruch hat, seine Sachen packt und in den Knast geht.
Dabei bin ich nicht einmal Fan von dem anderen Kasper. Die Welt wird leider nicht besser. Vielleicht beruhigt sich dieser ganze unmenschliche und hasserfüllte Diskurs mal, das würde ja schon reichen.

Um die Schlechten falsch zu zitieren: "Pure Vernunft darf ruhig mal eine Chance bekommen."
And now to something completely different..Musik aus dem Mai…ist gut.

Und aus dem September. Auch nicht schlechter geworden. Nur rotziger, aber das kann auch an der Jahreszeit liegen, höhö.

Smirk selber behauptet, dies sei Comedy aus Kalifornien. Nun denn, da schließt sich der Kreis zum Clown aus Washingont D.C.

Oki Moki – Working Class Pop LP

Puh, wo soll ich denn da anfangen? Beim Namen? Dem Titel? Dem Cover? Oder dem Inhalt?

Hm…Name?
Okidoki.

Und wenn man mal in der Gastronomie, im Pflegebereich, in einem Supermarkt oder in einem sonstigen Bereich gearbeitet hat, wo man sich täglich mit seinen lausigen Mitmenschen auseinandersetzen muss, hat man als Working Class auch wirklich etwas Besseres verdient als den Hitparaden Pop aus dem furchtbaren Dudelradio.

Das hier hebt die Stimmung, ohne einen zu verblöden. Das gibt Hoffnung (Lucifer Rising) und macht Spaß. Dazu kann man dem sexistischen Penner an der Bar heimlich ins Bier kacken und der rassistischen Kuh auf Zimmer 9 einen Einlauf verabreichen (lassen).

Dann das Cover. Das sieht so unglaublich scheiße aus, ich glaub, die meinen das ernst. Flying V und Rollkragen plus mittelgescheitelte Langeweile und orangefarbene Strumpfhose mit leerem Blick in die Weite des weißen Raumes, haha. Ach, komm. Verarschen kann ich mich selbst.

Ja, und der Inhalt. Richtig gute 10 Lieder aus dem poppigen Punk und Garage Bereich mit schätzungsweise doppelt so vielen Ohrwürmern. Toll.
Das Ganze kommt von einem Duo aus San Sebastián und wurde schon im Mai auf Platte veröffentlicht. Wirklich gut.

Gemastert von unserem Kumpel Daniel in London und ein Video gibt es auch. Schön.

Red Red Krovvy – Managing LP

Ach, sieh mal einer an. Die Red Red Krovvy aus Melbourne und/oder Sydney kommen mit einer neuen LP um die Ecke. Fein.

Allerdings darf das Album lediglich mit zwei kleinen Leckerlies beworben werden, damit man bis zum 15. Dezember sabbern muss.

Auf die anderen 8 Stücke muss man dann halt warten. Vielleicht sind die ja auch superkacke und die Band lacht sich in Fäustchen über die ganzen Pre-Orders, die jetzt schon bei Helta Skelta Records eintrudeln. Die Penner.

Aber ich denke mal, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass hier überhaupt irgendein schlechter Song drauf ist, wenn man sich noch mal daran erinnert, wer in dieser Band eigentlich dabei ist.
Die drei Leute kennt man inzwischen auch von so schönen Sachen wie Ubik oder Rubber Room, um nur mal ein paar zu nennen. Da sollte man also ein bisschen Vertrauen haben.

Sollte man auf die LP scharf sein, dann würde sich das Warten lohnen, bis die Platte bei La Vida Es Un Mus im Vertrieb ist (Profi-Tipp).

Dumb Luck – Made To Rust

Dumb Luck klingen wie ein Bastard aus Iron Chic und RVIVR und Gaslight Anthem. Vielleicht manchmal ein bisschen poppiger und manchmal ein bisschen mehr Emo.

Aber im Grunde ist damit schon alles gesagt, und das ist ja auch eigentlich ein Kompliment, wenn ihr die besagten Bands mögt.

Hm. Bastard. Bastard. Das klingt immer so negativ, dieses Bastard. Kann ja trotzdem ein Kind der Liebe sein. Und wie rückständig ist das eigentlich, immer noch an den heiligen Bund der Ehe zu appellieren, wenn man ein Baby erbumsen will? Wir sind doch progressiv!

Ich kenne unverheiratete Paare, die haben jede Menge Kinder gezeugt. Teilweise sogar miteinander. Was soll also diese negative Konnotation bei dem Wort "Bastard"?

Ich glaub, es liegt daran, dass die Polizei so unfreundlich ist. Ist ein Syllogismus, das müsst ihr vielleicht mal nachschlagen. So, wie die Bullen, haha.

Hier, an Halloween veröffentlicht, in einer anderen Stadt (Corvallis) als Portland im Staate Oregon erschienen (geht das überhaupt?) und für kostenlos. Sehr gut. Danke, Secret Pennies Records.

Im Grunde wird man schon in früher Kindheit mit der Absurdität der polizeilichen Willkür vertraut gemacht, wenn man lernt, dass die ein Problem mit drei Chinesen haben, die einfach nur auf der Straße sitzen, sich ein bisschen was erzählen und einen Kontrabass dabei haben. Muss man mal drüber nachdenken.

Mr. Teenage – Automatic Love 7″

Ahhh, schön. Vielen Dank, Mr. Teenage. Gerade richtig zu dem Lockdown (light)™.

Hier kann man sich ein bisschen Sonne ins Leben holen mit der Debüt 7″ dieser Power Pop Band aus Melbourne.
Das tut gut auf den Ohren, wenn man im Regen steht und alles dunkel ist und nicht mal die Bar um die Ecke auf hat, in die man nun wirklich gerne gehen würde, obwohl es da nach alten Männern und Pups riecht, weil man nicht mehr rauchen darf.
Aber scheiß auf Pups (haha); in der Bar konnte man anderen Verlierern beim Verlieren am Automaten zusehen und alte Menschen riechen halt komisch, weil der Geruchssinn sich nun mal als erstes verabschiedet, wenn die Sinne flöten gehen.
Das ist doch auch irgendwie fair. Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken geht noch, während man vor sich hinstinkt. Ich nenne es Zuversicht.

Ach so. Sorry. Hm, nee, zu der Band und dem Release hab ich eigentlich alles gesagt.
4 Songs, die ein bisschen leckere Marmelade auf Dein ödes Toast schmieren. Ein bisschen Sprudelstrudel für dein stilles Wassertreten.

Die 4 sympathischen Teenager mittleren Alters haben diese Single bereits Anfang Oktober selbst veröffentlicht. Voll gut!

Itchy Self – Here’s The Rub 12″

Zeitlose Musik, dieses Power Pop Punk Gedöns.

Die 5 Songs von den Itchy Self aus Montreal könnten so auch aus den 70ern stammen.

Vielleicht tun sie das sogar! In den Zeiten von populären Verschwörungstheorien muss ich jetzt einfach mal mitmischen und behaupten, dass 80% der Power Pop und Garage Rock Platten aus Kanada und Australien eigentlich uralte Aufnahmen der Eltern von Milli Vanilli aus den 70ern sind. Beweist mir das Gegenteil, ihr Luschen.
Habt ihr die Bands live gesehen, oder was? Na also.

Hört mal, das ist doch eindeutig von Frank Farian produziert. Und ist der Typ da auf dem Cover nicht der eine Vogel von der R.A.F.?
Na gut, der Song über MTV dient jetzt nicht unbedingt meiner These, aber jede gute Verschwörungstheorie braucht ja bekanntlich auch ihre Angriffsfläche.

Geiler Scheiß. Ist Anfang Oktober bei Celluloid Lunch Records erschienen. Aber Versand.

Shrinkwrap Killers – Ambient Horrorscapes

Apropos Halloween. Nicht nur der gute Mann von Espectrostatic kann seine Gitarre (Hex Dispensers u.a.) weglegen und gruselige Sounds aus dem Hut namens Synthesizer zaubern!

Nein, da war der böse Hexenmeister des Rock Greg Wilkinson ihm sogar ein paar Jährchen voraus.
Vielen ist der Mann aus Oakland bestimmt inzwischen mit Shrinkwrap Killers ein Begriff, aber damals, als diese Aufnahmen hier entstanden sind, da gab es die Band noch gar nicht. Und ich glaube, da wurde Alex Cuervo gerade erst geboren. Haha.

Aber aufgepasst: Hier gibt es keinerlei Musik ( "0 Riffs" ) – einfach mal dem Titel Glauben schenken. Der Typ ist wohl schlicht durch seine Nachbarschaft gewandert und hat seltsame Sachen aufgenommen und dann durch den Synthie gejagt. Interessant.

Auf jeden Fall ist das bereits im Jahr 2003 unter dem Namen Chronicles of Lemur Mutation erschienen und ich klemm mir das hier nur rein, weil es stimmungsmäßig so gut in die Zeit passt.

Fun Fact: Beim letzten Album, das bei Rockstar Records auf Vinyl erschienen ist, wurde auf der ersten Seite ein Lied hinter der Auslaufrille versteckt. Und zwar der Hit von der Single "Stolen Electronics To Shove Up Your Ass" …auf Deutsch! Allein deswegen den Kauf wert.

Espectrostatic – Curious Volume 2

Na endlich. Ich hatte mich schon gefragt, wann denn nun zu Halloween das nächste Release von Herrn Cuervo freigelassen wird.
Und sieh an…hier kommen 13 Stücke aus "rarities, demos, and compilation tracks", um sich in die gruselige Grundstimmung für den Rest des Lebens einzufinden.
Wunderbar.

Espectrostatic hätte eigentlich einen Soundtrack zu dem Jahr 2020 schreiben sollen, denn was düstere Stimmung, Panik, Angst und Trostlosigkeit und Depression angeht, da scheint sich der Mann aus Texas ja auszukennen.
Wenn ich drüber nachdenke, hätte ich den Soundtrack auch schon zu meiner Einschulung gebrauchen können, naja.

Ich leg mich dann mal mit Kopfhörer in meinen Sarg – weckt mich bitte, wenn der Scheiß vorbei ist.

Erscheint nur digital.

Gluten Priest – Love Or Labour CS

"Love Or Labour" …Liebe oder Arbeit. Das ist hier die Frage.
Mein Therapeut behauptet ja, dass es für ein erfülltes Leben nicht das Eine ohne das Andere geben kann.
Aber der macht das auch nur nebenberuflich und verkauft hauptsächlich den angeblich besten Döner in der Stadt und oft weiß ich nicht, ob er mich verarschen will oder ich ihn einfach nicht richtig verstehe…egal.

Auf jeden Fall werden auch die Jungs von Gluten Priest aus Melbourne keine eindeutige Antwort auf die selbst gestellte Frage liefern, so viel kann ich schon einmal verraten. Und sonst weiß ich auch nicht viel zu berichten.

Die Band spielt eine Mischung aus 90er Emo und Shoegaze und Indie und Post Punk und dieser grobe Brei schmeckt erstaunlicherweise richtig gut. Zumindest klingt es besser, als es sich jetzt in der Beschreibung liest. Sie selber haben es Garage Noir getauft. Ja, warum nicht.

Das Album fängt stark an und fällt dann etwas ab, aber wenn man sich beeilt und in den ersten 10 Minuten 2 Flaschen Rotwein kippt, kommt man sehr gut in die Stimmung für den Rest von "Love Or Labour". Vertraut mir 😉

Das Debüt kommt demnächst auf Kassette irgendwo in Australien raus. Happy Hunting.

The Cowboys – Lovers In Marble EP

Oi, irgendwelche Fans von den Kinks hier? Nein, nicht "My Generation" , die Kinks sind die mit "Lola" und "Sunny Afternoon" . Was Du meinst, sind die Rolling Stones. Pfft, Trottel.

Jedenfalls haben vor ein paar Tagen die Cowboys aus Bloomington in Indiana eine neue EP angekündigt/veröffentlicht, die mal so dermaßen aus den 60er Jahren getrommelt kommt, dass man fast die auf psychedelischen Drogen herumhopsenden Teenager im Beat Club vor dem Auge hat, die sich da unbeholfen ihre zu langen Haare gegenseitig ins Gesicht werfen.
Großartig.

Interessanterweise hat die Band ja eigentlich als schnöde Garage Punk Truppe angefangen, bis alle gemerkt haben, dass der Sänger viel zu gut ist. Das ging mir auch so, ich hab mich dann allerdings zur Ruhe gesetzt.
Kassette erscheint bei Feel it Records.

Momentan noch kostenlos bei Bandcamp…lohnt sich nicht nur für Fans von den Beatles. Nee. The Who. Ach.