Fresh – The Summer I Got Good At Guitar 12″

Hurra. Frische von den 4!

Das passt doch gerade ganz zaghaften Frühling, der bald mal, ganz sicher. Hier kann man einmal 2 12″ vorhören, aber die entfalten sich ganz wunderbar zu Dideldudeldei. Es ist wie die paar wärmenden, zwischendurch mal die Bäume und Sträucher, aber das große Ganze und draußen Picknick eben noch.

Musikalisch sich Fresh melodieverliebten Gegenden rund um Martha, Spook School und, ohne Kopie zu klingen. Es die Schublade von Rock Emo Gedöns mit einer Stimme vertont. Vielleicht ist Reibung an den Stimmbändern von Sängerin Kathlyn zu Bands? Egal.

Das Quartett letzten 6 Jahren tausend Specialist veröffentlicht; dies ist dann einer handvoll Songs, aber aus und das Vinyl ist lila (orange). Was mehr?

Naja, zum Beispiel ein Songs? 5 Lieder 60cm Plattenrille? Das Maxi.
Erscheint ebenfalls 30. April (in den USA Rekerds).

Wenn ich nur 2/5 von der Platte hören kann, schreibe ich auch nur 2/5 von nem Beitrag.

Record Store Day?

Haha. Hallo, ich bin’s nur. Euer schlechtgelaunter Misanthrop aus der Nachbarschaft. Kurz mal ne Frage: Wozu wurde noch mal dieser Record Store Day ins Leben gerufen? Hä?

Für den Plattenladen um die Ecke? Wahnsinn. Voll die gute Idee, einmal im Jahr da hin zu rennen und anhand einer Liste aus der Majorlabelindustriehölle völlig überteuerte Schallplatten in bunt oder noch schlimmer als Picture Disc zu kaufen, an die man vorher nie gedacht hatte.

Da schauen sich jedes Jahr die Majordickbäuche ihren Backkatalog an und besprechen bei einer feinen Zigarre, welchen Scheiß man denn nun mal wieder auf Vinyl pressen kann, den die Vollidioten dann sabbernd kaufen und ungehört ins Regal stellen? Aber diese Absurdität des RSD oder wie dieser ad absurdum geführt wird, hatten wir ja schon längst besprochen.

Ich wollte nur zur Aktualität des Themas einen Gedanken beisteuern: Wie kann man die Plattenläden unterstützen, wenn man jetzt nur per Email für die fucking drops Bestellungen abgeben kann, die dann mit der DHL/Hermes/Flaschenpost verschickt werden?
Man setzt keinen Fuß in den Laden, schaut sich keine andere Platte aus dem Sortiment an und gibt über einen Zwischenhändler ein paar Euro zu viel für die Industrie aus. Check ich nicht.

Warum nicht gleich direkt bei den Vertrieben oder Labels bestellen, wenn man sowieso nicht in den Laden gehen kann. Noch bessere Frage: Warum fucking RSD, wenn es derzeit keine RS gibt? Kann man drüber nachdenken.

Cutters – Modern Problems

Puh. Diese ganze Pandemiekacke ist anstrengend. Ich habe zunehmend schlechte Laune und bin unentspannt und insgesamt irgendwie unfit. Kann aber auch sein, dass ich so schon immer war und das erst jetzt merke, weil es mir jeden Tag von Kind und Frau gesagt wird. Hm.

Heute Morgen habe ich deshalb mal mit einem Online-Yoga-Kurs angefangen. Schlechte Energie raus und der ganze andere Kram von der Hippie Resterampe. Erste Übung, äh Sorry, erste Asana war der "popelndende Wildlurch", die ich aber leider direkt modifizieren musste, weil das zu kompliziert aussah. Hab also stattdessen den Computer an die Wand geschmissen und mir ein Bier aufgemacht.

Die Cutters können ihre Herkunft ebenfalls nicht verbergen. Schon nach den ersten fünf Sekunden hört man den typischen Garage Punk Rock n' Roll Sound aus Melbourne und will sofort mehr davon. Glücklicherweise haben die vier Jungs sechs neue Stücke veröffentlicht, die genau in dem beschriebenen Soundmuster herummäandern.

Passt hervorragend zum Schlittschuh laufen oder Eishockey spielen oder was man sonst so macht in diesem Frühling. Geiler Scheiß aus Melbourne!

Tut mir bitte einen Gefallen. Bevor ich mir ein Rennrad kaufe und mich in einer knallengen Papageiuniform auf die hoch frequentierte Landstraße stelle, um "fit" zu werden, haut mir doch einfach so lange mit meiner Yogamatte auf den Kopf, bis mir das alles egal ist. Merci.

Spitboy – Body Of Work (1990 – 1995) 2xLP

Es ist ja schon lustig, dass bei einem kompletten Schaffenswerk einer feministischen Anarcho Hardcore Punk Band die Linernotes von einem männlichen Rockstar geschrieben werden und das dann der einzige Aufmacher bei vielen Artikeln der Musikpresse über dieses Release ist.

Also nee, ist doch nicht lustig. Ist sogar irgendwie kacke. Denn ganz nebenbei hat nicht nur Green Day Vogel Billie Joe Armstrong zu den großartigen Spitboy ein paar nette Sachen zu sagen, sondern auch Vique Simba von Simba Records und dem gleichnamigen Fanzine. Aber scheiß auf die Linernotes.

Denn man sollte hier den Fokus wirklich auf die tolle Band und die Musik legen und nicht irgendwelche Sätze eines ehemaligen Punk Rockers als Kaufanreiz für die LP oder als Werbung für Klickzahlen missbrauchen. Denn so schmälert man die Relevanz dieser 26 Song starken Diskografie von Spitboy. Es geht um fucking Spitboy, nicht um irgendetwas Anderes.

Die Band aus San Francisco hatte, wahrscheinlich durch ihre Veröffentlichungen auf den semi-populären Labels Lookout und Ebullition, einen großen Einfluss auf die männlich dominierte Hardcore und Punk Rock Community, als Themen wie Geschlechterrollen oder Feminismus im Punk Rock zwar beim Plenum, aber nicht auf der Show besprochen wurden.

Natürlich habt ihr das eh alles schon auf Singles und LPs zu hause rumstehen, aber es ist so viel bequemer, nicht dauernd aufstehen zu müssen und trotzdem alles von Vinyl hören zu können (Indian Summer haben es vorgemacht). Kommt Ende Juni bei Don Giovanni raus. Könnt ihr auch bei der Band direkt im hübschen roten Vinyl vorbestellen, aber Porto.

OK, man muss dreimal aufstehen. Aber besser als acht mal. Ich habs nachgezählt.

Tokyo Lungs – Soul Music 12″

Uffta. Ta. Ufftatatatatatatata. Endlich Hardcore. Guten Morgen!

Wie bekommen die Kerle von Tokyo Lungs aus England eigentlich so viel Melodie und Harmonie in durchschnittlich 45 Sekunden Geballer reingerollt? Ich werde es nie verstehen, warum ich so etwas hier total super finde und dahingegen den meisten "modernen" d-beat Hardcore ziemlich langweilig.
Vielleicht ist es ja tatsächlich einfach die "Soul Music", die in Songs wie "Lockdown" oder "On Fumes" zum Tragen kommt und neben dem aggressiven Gedresche eben auch das gewisse Etwas mit in das Hardcore-Müsli streut, das aus ordinären Haferflocken ein leckeres Frühstück macht, ohne dabei plump einfach nur Sultaninen reinzuschmeißen. Bananenchips? Milch?

Keine Ahnung – aber wenn ihr gerade keine Zeit habt, dann hört doch mal hier rein.

Nach der hochgelobten Single nun also das Debüt auf 12″ bei Kibou Records, obwohl es bei 19 Minuten fast auch noch eine weitere 7″ getan hätte. Egal. Kann man in Deutschland bei Amok Records bestellen.
Geiler Scheiß!

Wahrscheinlich müsste sich die Band bei weniger Melodie und noch mehr Kratzen im Sound einen anderen Namen geben. Mir fällt da analog zu Tokyo Lungs spontan sowas wie Oststadt Augen ein.

Adult Books – Grecian Urn LP

Na, Freunde? Juckt es euch auch in der Poritze und habt ihr mal wieder so richtig Bock auf Punk Rock und Rotz und wilde Bierschlacht und Döner mit allem?
Dann seid ihr hier gerade leider falsch und mit Ausschlag oder Juckreiz am Popo sollte man nicht spaßen – bei den Kindern hat sich Calendula Creme ganz ausgezeichnet bewährt.
Für alle schmerz-, juck- und spaßfreien Hippies hab ich aber genau das Richtige: Adult Books mit dem neuen Album Grecian Urns, das vor ein paar Tagen erschienen ist.

Für die zweite echte Langspielplatte hat sich die Band aus Los Angeles mal eben vierhundert Jahre Zeit genommen, um dann am Ende mit recht ruhigem Gitarrengedudel, zaghaften Einsätzen von Synthesizern und ganz zauberhaften Melodien großartig meine Stimmung in diesen Tagen zu untermalen. Ein bisschen Frühling und Freude, ein bisschen Melancholiereste aus dem scheiß Winter und insgesamt bleibt man irgendwie in diesem Schwebezustand kleben. Zumindest haben die 4 von den 10 Songs diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Vielleicht ist das gesamte Album ja ein Quell von Sonnenschein aus dem juckenden Arsch. Wer weiß.
Erinnert mich ein bisschen an Oki Moki. Warum auch immer – erschien bei dem Schweizer Label Taxi Gauche Records auf Vinyl.

Bald kommt auch wieder Punk Rock und Bier mit allem und Dönerschlacht. Versprochen.
Danke, Lukas!

VR SEX – Cyper Crimes EP 2×7″

Bei meinem täglichen Osterbrunch ist mir ausgerechnet heute ein Gedanke gekommen, den ich zwar mit meinen imaginären Vegetarier-Freunden am Tisch diskutieren konnte, zu dem ich dennoch keine befriedigende Antwort gefunden habe.
Das liegt zum einen an den Idioten, die ich mir als Freunde ausgedacht habe und zum anderen ähm…nee, ausschließlich an denen. Da ich den Gedanken aber recht interessant finde, kotz ich das mal ins Internet.

Wenn man bedenkt, dass manche Menschen behaupten und auch glauben, dass Leben bereits bei der Fertilisation entsteht und dementsprechend schützenswert ist, dann müsste einem katholischen Vegetarier eigentlich das Frühstücks.., Pardon, Brunch-Ei im Halse stecken bleiben.
Denn es ist ja tatsächlich erwiesen, dass im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern befruchtete Hühnereier verkauft werden. Es könnte also sein, dass man da ein ungeborenes Küken in die Pfanne haut, wenn man sich einen vegetarischen strammen Max machen möchte. Heißt das dann, ein Vegetarier muss in der Konsequenz auf sämtliche Eierprodukte verzichten, wenn sich seine Ernährungsweise mit einer philosophischen oder religiösen Einstellung vereinigt, die von ungeborenem Leben bereits ab der Zygote ausgehen? Muss man dann schnell Veganer werden, um auf Nummer sicher zu gehen? Verrückt.

Und nun zu etwas gänzlich Anderem: VR SEX aus LA bringen Ende des Monats eine hübsche EP auf einer Doppel-Singel heraus und man kann sich einen Song der melodisch verspielten Post-Punker schon einmal anhören. Tolle Sache.

Das einzig Gute an imaginären Freunden ist ja, dass ich deren Geschirr nicht wegräumen muss. Aber die haben nach der Diskussion ihre bunten Eier stehen gelassen, die Penner.

Go Lamborghini Go – Low LP

Eine neue Mangelerscheinung aus Berlin. Und Leipzig. Also wieder einmal ziemlich guter Post Punk aus der Allee der Kosmonauten.

Hier haben sich in Ermangelung von anderen Möglichkeiten 6 Leute zufällig zusammengefunden, um Musik zu machen.
"He, ich hab gerade keine Band, haste Bock?" "Ich spiel schon in 12, aber ok. Lass noch mal 4 andere Leute fragen." "Ok. Cool. Ich trink noch schnell meine Mate aus."

Das Ergebnis dieser "Jam-Sessions", wie wir das früher genannt haben, kann man nun in Form einer schicken 12″ Vinylscheibe hören und bestaunen. Der Bass blubbert hervorragend seinen Song vor sich hin und bietet dem Schlagzeug ein ganz wunderbares Fundament für kräftig bis vertrackte Rhythmen aus der Post Punk Schublade, während Gitarren und Synthesizer irgendein Gedöns spielen, der sich wie Rauchschwaden aus dem Proberaum zu einer ganz zauberhaften Melodienreihenfolge verdichtet und in einem Zug weggeatmet werden will. Eimer-Stlye. Nur so kann man auch auf den Namen kommen – Go Lamborghini Go.

Davon wird man zwar ein bisschen luftig im Kopf, aber so was passiert halt, wenn man sich dem Post Punk hingibt.
Cooler Scheiß aus Berlin. Kauft das bei der Band oder bei Armin.

Ich hatte den Lamborghini in Gelb damals geschenkt bekommen (SIKU). Vielleicht in der Hoffnung, dass ich mich für Autos mal interessieren würde. Ich glaub, das Ding ist ein paar Tage später Opfer eines Lady-Cracker "Unfalls" geworden.

Electric Chair – Social Capital 7″

Ach Welt, halt’s Maul.
Ich hab heute Morgen wieder ein neues Wort gelernt: Impfstoff-Wettbewerb.
Vielen Dank.

Weil die egoistischen Wichser aus den USA und die selbstsüchtigen Kackvögel aus Großbritannien wie gute Stricherjungen ihre Spritzen nicht teilen wollen, sprechen die saudummen Penner aus der EU jetzt von einem Wettbewerb und wollen ebenfalls ihre kleinen Flaschen für sich und das dumme Volk behalten. Scheiß auf den Rest der Menschheit – Go West or Die!

Wie schön, das ist auch genau das, was ich in all den Geschichten und Märchen damals als Moral mitgenommen habe in mein Leben. Eigennutz und Überheblichkeit, Arroganz, Egoismus und Starrsinn. So war das doch bei den Grimmschen Erzählungen, ne?

Das ist der passende Soundtrack. Electric Chair aus Olympia, Washington mit ihrer neuen Single "Social Capital". Megaguter Hardcore, der meine schlechte Laune nicht besser macht, sie aber wenigstens in den richtigen Farben untermalt und mir dabei hilft, positiv zu bleiben den ganzen scheiß Laden anzuzünden.
Kam heute offiziell bei Iron Lung heraus. Kann ich bitte zwei haben?

So, jetzt ab in die Apotheke und die gesamten Immodium Tabletten kaufen und zuhause verbrennen. Vielleicht wird so ja die ganze Welt von alleine zugeschissen.

Teaser Party III

Zum Wochenende serviere ich euch gern ein paar kleine Anspieltipps, wie der Radioredakteur zu sagen pflegt. Bitte um Rückmeldung. Nach Diktat verreist. Oster Oi.

Jackson Reid Briggs & The Heaters – Dealing Again / Been Waiting

Zwei Songs, die offensichtlich jeweils ihr eigenes Release verdient haben und vor kurzem von den Punk n' Rollern aus Melbourne veröffentlicht wurden. Zuverlässig wird hier wieder einmal australisch punkig und rollig abgeliefert, wie man das von Jackson Reid Briggs & The Heaters seit 5-6 Jahren kennt. Ja, so richtig wild ist das nicht, aber dafür die ersten Songs in diesem Jahr, die man bei offenem Fenster während der Fahrt zur Psychoanalyse hören will. Also ich.

The Gobs – Demo

The Gobs aus Olympia in Washington haben bei dem ständigen schlechten Wetter dort zu viel zusammengehockt, zu viel Kaffee getrunken, zu viel Adderall geschluckt und dann versucht, die Ramones mit den Spits zu kreuzen. Und irgendwie hat das auch funktioniert. Sehr hektisch, nicht geeignet für die Diazepam am Morgen. Geiler Scheiß – freu mich auf mehr.

Artificial Joy – Fan Club Manic

Ein neuer Song von den Spaß liebenden Punks aus Los Angeles. Nach der tollen Debüt Split 7″ letztes Jahr mit Skitklass haben Artificial Joy nun den Newcomer-Bonus ausgesessen und müssen sich wie jede andere Band auch mit den "frühen Sachen" messen lassen. Joa, nicht besser und nicht schlechter. Künstliche Freude ist im übrigen das, was man beim Shopping erlebt. Echte Freude kommt nur von Drogen.

Spread Joy – S/T LP

He, wo wir gerade beim Thema Freude sind – da hat aber jemand sehr oft "Three Girl Rhumba" von den genialen Wire gehört und konnte sich dann nicht mehr vom Basslauf lösen (Unoriginal). Der Rest ist ebenso eine Ode an die Freude des Post Punks. Tolle Band – Spread Joy aus Chicago werden bestimmt die Lieblinge des Feuilletons. Mit Leuten von Negative Scanner und Human Beat. Anfang April kommt dann das komplette Album.