Müllheim – Kron CS

Ich hoffe, Müllheim hat nicht allzu viele Promos verschicken müssen. Das geht ja irgendwann ins Geld. Und in den Kopp.
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Sympathische Synth-Punk Band aus Berlin mit einer Note von Oiro und Goldenen Zitronen, als beide Bands noch gut waren und wenn sie einen Synthesizer gehabt hätten.

Geiler Scheiß auch die neuen Songs. Und mit geiler Scheiß meine ich ähm, upps vorbei. Naja, ist Punk aus der Hauptstadt, muss man nicht verstehen.

Dollhouse – The First Day Of Spring 7″

Nanu, diese Band hatte ich schon total vergessen. Genauso wie den angeblichen Frühling. Wie schön, dass mich Toxic State Records jetzt an beides erinnert. Es kann so schön sein.
Isses aber nicht. Ihr wisst schon. Wegen Allem.

Also gut, die Single von Dollhouse mit den 4 Songs ist natürlich super, auch wenn ein Lied davon eigentlich ja schon auf dem Demo war (Shadow Baby) und somit lediglich 3 neue Titel hier veröffentlicht werden, aber wer wird denn da so kleinlich sein. Ähm, ich.

Man könnte natürlich auch sagen, dass man, wenn schon ein Song vom
Demo genommen werden soll, den Opener "Summer Love" hätte wählen müssen, weil der Song eigentlich noch mehr Rakete ist als das Schattenbaby. Aber vielleicht ist das dann zu viel Jahreszeiten Geblubber und man will ja nicht wie ein baumumarmender Öko-Hippie da stehen und dauernd über Natur reden. Das kann aber auch alles nur in meinem Pandemie-Isolations-Kopf sein.

OK. Auf der Single der New Yorker finden wir wieder geschmackvollen Punk Rock zum Skateboardfahren und zum Bullenautos anzünden. Oder für die Puppenstube, das bleibt euch ganz selbst überlassen. Sehr guter Sound, toll abgemischt, tolle Single.
Ist am ersten Tag des Frühlings bei Toxic State erschienen. Jaha.

So, muss los und Eierlikör-Hamsterkäufe erledigen. Hab gehört, nächste Woche gibt es nur 3 volle Tage zum Shoppen. Fuck ey, Katastrophe.

Waste Man – One Day It’ll All Be You LP

Eine ganz wunderbare Band aus New Orleans bringt demnächst bei Feel It Records ihre Debüt LP heraus und obwohl man erst einmal nur zwei von den neun Liedern hören darf, würde ich mal eine klare Empfehlung aussprechen.

Waste Man vereinen den aktuellen sauberen und zum Teil seltsamen Sound des Post Punks populärer britischer Bands mit poppigen Einflüssen australischer Rock n' Roll Helden und runden die Sache mit Sprüngen zwischen Ostküsten SST und Westküsten Dischord Bands ab.

Da hat wohl jemand die Punk Rock Großküche sauber gefegt, das Kehrblech in eine Backform gekippt und daraus einen ziemlich großartigen Kuchen gebacken. Anders kann ich mir zumindest den Namen nicht erklären. Hoffentlich können die Müllmänner das Niveau auf dem gesamten Album halten.
Die LP könnte man in limitierter Version jetzt schon vorbestellen, aber Porto. Vielleicht einfach abwarten – kommt am 2. April offiziell kompletto digitalo heraus und schafft dann bestimmt auch in Vinylform den Sprung über den Atlantik. Geiler Scheiß aus New Orleans!

Im Gegensatz zu orange bei unseren Fachkräften für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, ist die Arbeitskleidung bei den netten Menschen mit den großen Autos in New Orleans gelb.

Zu viel von Allem

Meine Güte, da passt man mal ne Woche nicht auf, weil man die neu gewonnene Freiheit per "Click-and-Collect" feiert und die ganze Zeit von Christ zur nächsten Herren-Boutique und zum Beate-Uhse-Shop läuft und schon haben sich im anderen Teil des Internets tausende musikalische Ergüsse angehäuft.
Sorry, aber das muss mal eben in einem Rutsch vorgestellt werden.

Sweet Reaper – Microdose 7″

Das Trio aus Ventura in Kalifornien ist offensichtlich recht fleißig und haut innerhalb eines Jahres bereits die dritte Veröffentlichung heraus. Auf der 7″ werden dieses Mal zwei Songs verwurstet, die nicht mehr auf das Debüt Album gepasst haben und zwei zusätzliche Schmankerl noch dazu, die wohl dann neu sind. Erst LP, dann 12″ und jetzt übermorgen ne 7″ auf Alien Snatch. Wenn es so weiter geht, kommt wohl demnächst eine Flexi.

Bakterie – S/T LP

Ziemlich schlauer Name für ne Band, wenn man bedenkt, dass es sowohl sehr viele negativen wie auch positiven Seiten von Bakterien gibt. Denkt man an Sardellen – puh, schlimm. Aber der ganze Kram im Darm? Voll gut und wichtig. Und so ähnlich ist auch die Debüt LP der Band aus Duisburg. Sehr viele persönliche und intelligente Texte ohne Zeigefinger und sehr viel guter Punk Rock, der manchmal ein bisschen kaputt getrommelt wird. 14 Songs in Eigenregie aufgenommen und demnächst auf Vinyl veröffentlicht. Sehr sympathisch.

Josephine & Hershguy – Stocky Tunes LP

Kaum zu glauben, was man zu zweit alles so im Studio zaubern kann. Die beiden Musiker aus New York City haben hier eine kleine große Sammlung von Glam Rock, Soul und Post Punk zusammengetackert, die ausnahmslos großartig ist. Also wenn ihr noch ein Album sucht, das man jeden Tag zu jedem Zeitpunkt hören kann, dann greift zu. Außer zum Schlafen. Das funktioniert in etwa so gut wie eine steife Prise Speed mit Kakao. Kürzlich auf LP bei Dig! Records erschienen.

Custody / Bear Away – Split

Die beiden Songs katapultieren Dich direkt über 20 Jahre zurück in die 90er, als Jan Ulrich noch Fahrrad fuhr und Marusha noch in den Charts over the rainbow stolzierte und die BiFi Carazza Markteinführung floppte, weil die BiFi-Roll unschlagbar war. Ugh. War nicht alles geil früher. Aber diese beiden Songs hier von Custody und Bear Away zeigen die guten Seiten der Grunge/Punk/Alternative Zeiten. Warum jetzt? Keine Ahnung. Warum Flexi weiß ich auch nicht. Müsst ihr mal Brassneck oder Disillusioned Records fragen.

REVV – AMUSIA CS

Aus einer Kleinstadt (Mount Gambier) im Süden von Australien kommt diese Ein-Mann-Band, also ein Mann, der den aktuellen Punk Rock Eiertanz-Sound des Kontinents ganz gut auf 4 Songs verteilt und damit mal eben den Rest der Welt ziemlich blöd aussehen lässt. Es kann so einfach sein. Kam vor ein paar Tagen auf Kassette bei Under Heat Records heraus und ist ausverkauft – die limitierte Version hat sich wohl die ganze Avantgarde des modernen Punk Rocks gekrallt. Oder sind es einfach Hipster?

Outpatient – Unreality EP CS

Es ist ja schon erstaunlich, wie viele Bands es noch gibt, die eigentlich immer den gleichen alten Kram aus den 90ern oder 80ern kopieren, vermischen und in eine leicht veränderte Form pressen.
Outpatient aus Kamloops in British Coumbia ist so eine davon.
Und ich meine das auch gar nicht mal negativ. Naja, vielleicht ein bisschen ideenlos oder unkreativ, aber ehrlicherweise stoßen mich viele kreative oder innovative Bands eher ab, wie Scooter zum Beispiel.

Das Gute an diesen Bands ist ja, dass die allermeisten davon immerhin irgendwie ganz ok sind und dann hin und wieder mal ein paar aus diesem Mittelmaß emporschießen, um sich einen Platz an der Sonne zu sichern. Outpatient ist so eine davon.

Ihr müsst euch das so vorstellen wie beim Essen. Fünfmal die Woche gibt es bei euch Nudeln uns das stört niemanden und es schmeckt immer naja, aber man wird satt. Passt schon. Und dann gibt es hin und wieder eine Variation, bei der die Soße gelungen ist oder die Nudeln wurden diesmal gekocht oder was weiß ich – auf jeden Fall schmeckt es ab und zu mal richtig gut!

Und so eine Band ist Outpatient. Ein bisschen Off With Their Heads mit einer großen Prise The Muffs und schon ist die poppige Punk Rock Pasta parat.
Erschienen als Kassette (buuuh) bei Dead Broke Rekerds vor ein paar Tagen. Aber auch digital schon seit Januar 2020 sehr gut.

Wenn ich bei euch zu Besuch bin, dann mach bitte keine Farfalle. Das sind die beschissensten Nudeln, die es gibt. Die kann man tatsächlich nur lackieren und sich als Brosche an den Kopf tackern.

Local Drags – Keep Me Glued LP

OK. Ich bin ja nun zum Glück nicht ganz so wunderlich und exzentrisch wie Henry Rollins, der seine Platten in Hauptnahrungsgruppen unterteilt und verschiedene Bands nur in bestimmten Monaten hören kann.
Vielleicht passiert so etwas von ganz allein, wenn man sich vollauf der körperlichen Fitness widmet und Ernährungspyramiden, Essens- und Trainingspläne den Tag bestimmen. Das überträgt sich dann eben in den Rest des Lebens, das versteh ich. Trotzdem bekloppt.

Dennoch, es gibt natürlich auch für mich Platten, die besser im Sommer als im Winter funktionieren oder besser zu Eierlikör und Pizza passen als zu Kaffee und Zahnpasta.
Die neue LP von Local Drags zum Beispiel ist ein wunderbarer Vorbote des kommenden Frühlings, die kann man jetzt schön während der Isolation hören, ohne sich den Kopf zu verrenken und es macht ein bisschen Vorfreude auf die kommenden warmen Tage, an denen man das Haus dann auch nicht verlässt.

Die zweite Platte strahlt ebenso vor poppigem Punk mit Kaugummi wie das Debüt, und mit 10 Songs unter 25 Minuten liefert das Trio aus Springfield, Illinois ein ganz wunderbares Stück Unterhaltung für eine Autofahrt ins Grüne ab.
Erschien gestern bei Stardumb Records.

Ich glaub, zu viel Pop Punk Hören macht schlechte Zähne. Da muss man hin und wieder einen Podcast dazwischen schieben, sonst wird man auch noch dick. Isso

Les Shirley – Fuck it Easy Target

Drei Mädels aus dem schönen Montreal in Quebéc haben sich nach dem Genuss von zu viel Zimt-Whiskey aus Versehen zusammengefunden und kurzerhand eine nette Pop Punk Rock Band gegründet.
Rotzevoll sind sie dann ins Studio getorkelt und kamen mit vier tollen Songs und einem fertigen Minialbum wieder heraus.

Das war vor knapp 2 Jahren und seitdem haben Les Shirley anscheinend den schlimmen Kater überwunden und ein paar neue Songs eingespielt oder aber sich dazu entschlossen, die Reste des fuseligen Gesöffs gemeinsam zu leeren, um an alte Zeiten anzuknüpfen. Was soll man heutzutage auch anderes machen?

Eigentlich wollte ich bloß das neue Stück "Easy Target" aus diesem Monat vorstellen, aber dann ist mir aufgefallen, dass der ältere Song "Fuck it, I’m in Love" vom Januar noch ein bissl besser ist. Vielleicht hab ich aber auch zu viel Kokos-Rum getrunken, keine Ahnung. Gefällt mir. Beides.

Sollte man sich eigentlich Sorgen machen, wenn ein Getränkehersteller sein Zeug erst dann los wird, wenn er irgendeinen süßen Scheiß beimengt? Vielleicht muss man akzeptieren, dass der Whiskey oder das Bier einfach kacke sind? Dann füllt den Mist doch in die nächste Charge von Mon Chérie, das merkt doch niemand.

Fresh – The Summer I Got Good At Guitar 12″

Frische Lieder von den 4 Emo Punks aus London! Das passt gerade ganz wunderbar in den zaghaften Frühling, der bald dann aber echt aml so richtig losgeht, ganz sicher. Hier kann man zwar nur erst einmal 2 Songs von den 5 der 12″ vorhören, aber die entfalten sich ganz wunderbar zu Dideldudeldei.

Es ist also ein bisschen so wie die paar wärmenden Sonnenstrahlen, die zwar schon zwischendurch mal die Bäume und Sträucher zum Blühen bringen, aber das große Ganze zum Wohlfühlen und draußen Picknick fehlt eben noch.

Musikalisch bewegen sich Fresh nach wie vor in den melodieverliebten Gegenden rund um Martha, Spook School und Baby Ghosts, ohne wie eine Kopie zu klingen. Es ist halt die Schublade von Indie Pop Punk Rock Emo Gedöns mit einer wunderschönen Stimme vertont. Vielleicht ist hier ein bisschen mehr Reibung an den Stimmbändern von Sängerin Kathlyn zu hören als bei den anderen Bands? Egal.

Das Quartett hat in den letzten 6 Jahren bereits zwei LPs und tausend Singles bei Specialist Subject veröffentlicht; dies ist dann eine 12″ mit lediglich einer Handvoll Songs, aber dafür sieht das Cover schick aus und das Vinyl ist lila (orange is ausverkauft). Was will man mehr?
Naja, zum Beispiel ein paar mehr Songs? 5 Lieder auf insgesamt 60cm Plattenrille? Das ist ja fast ne Maxi.
Erscheint ebenfalls bei Specialist Subject am 30. April (in den USA bei Dead Broke Rekerds).

Eigentlich sollte man für eine halbfertige Platte auch nur einen halbfertigen Beitrag schreiben.

Civic – Future Forecast LP

Seit der letzten Single von den Post Punk Rockern aus Melbourne freu ich mich schon auf die LP. Und jetzt wird sie Realität – endlich neue Lieder. Hurra.

Oh. Es sind ja nur zwei. Hm.
Und der eine war schon auf der Single. Hm.
OK – ein neuer Song von Civic – yeah!

Ich liebe Teaser.

Macht damit, was ihr wollt. Ihr könnt zum Beipsiel das Album schon digital vorbestellen – es kommt am 26. März bei Flightless Records heraus. Oder ihr werft den Jungs mal so richtig Kohle in den Rachen und bestellt die LP auf limitierten "clear vinyl" vor – die gibt es auch exklusiv nur bei Flightless und davon weltweit "nur" 1000 Stück. Deswegen auch der Schnapper-Preis von 40 australischen Dollarn, wozu dann natürlich noch der Versand vom anderen Ende der Welt hinzugerechnet werden muss. Aber entweder Du bist Fan oder Du bist ein Poser. Also los.

Ach so. Musik. Geht sehr gut ins Ohr, bleibt da und will tanzen, Bier trinken, rauchen und lauter. Ich freu mich auf die restlichen 10 neuen Songs des etwas redundant betitelten Debüts Future Forecast.

Das schwarze Vinyl kostet im übrigen genauso viel, haha.

Gimic – Demo CS

Tolle Band aus Bristol mit einem sehr guten Demo, das zwar bereits vor einem Jahr digital erschienen ist, aber jetzt erst auf ein analoges Medium mit Verfallsdatum überspielt wurde. Und außerdem hab ich das letztes Jahr übersehen. Tja nun.

Gimic ballern hier 5 Songs in unter 10 Minuten runter und schaffen es in der kurzen Zeit dennoch, einige verspielte Passagen in die Punk Rock Rotzer einzubauen.
Ich glaub, die Sängerin wird gezwungen, durch einen Verzerrer zu singen, weil sie ansonsten eine zu glockenklare Stimme hat und das würde ja das Image der Band konterkarieren. So stimmt aber der Sound – hier kommen eine Prise Bellchicks mit Metalsoli, die Golfdolls mit mehr Speed und ein melodieverliebter Basslauf nach dem anderen á la Dirtgun in die Suppe.

Das Tape ist vor kurzem bei Hollow Life erschienen und in dem Moment, in dem ich das hier diktiere, gibt es nur noch 1. Also hopp, mein werter Leser – schnapp zu.

Die Bands in der Beschreibung gibt es natürlich nicht. Ich bin zu faul.