The Elite – Demo

Gute Band aus Buffalo. Die haben gerade Ende letzten Jahres ihr Demo bei Bandcamp abgeliefert und ich hör das jeden Tag viermal. Vielleicht würde ich an anderen Tagen sagen, das sei aber mega anachronistisch und aus den 80/90ern gefallen und simpel und repetitiv. Aber derzeit macht mir diese simple Hardcore und Punk Rock Mischung mit dem phänomenalen Gesang von Julie White sehr großen Spaß. Muss am Winter liegen.

Apropos Julie White: Die hat vorher (oder immer noch?) bei Selective Aggression gesungen und die Band hier gefällt mir wesentlich besser, vielleicht, weil es eben kein schnöder Hardcore mehr ist..? Aber darüber hinaus erinnert mich der Gesang an irgendjemanden oder irgendetwas, und ich komme verdammt noch mal nicht auf die Band oder den Song…es kotzt mich an. Vielleicht kann da jemand mal hilfreich kommentieren?

Also klar, ne? Hier wird nix neu erfunden, aber die Grundzutaten für melodischen, rauhen Hardcore/Punk Rock werden hier so gut miteinander vermischt und Klischees werden so gut bedient, dass die 3 Songs Lust auf mehr machen. Da müssen die 4 mal schnell nachlegen und ne LP machen. Oder eben viermal am Tag das hier hören. Geht auch.

Urgent Matter – S/T CS

Eine Garage-Hardcore-Punk-Rock Band aus Singapur, die in unter 10 Minuten mal eben 8 Lieder raushaut und mich ziemlich begeistert mit dem Fuß wippen lässt. Mehr geht gerade nicht, weil ich mit Kopfhörern nicht so weit vom Rechner weglaufen kann und außerdem bin ich zu alt, um hier alles kaputt zu schlagen. Das muss ja am Ende dann wieder Mama alles aufräumen.
Aber zu der digitalen Kassette von den drei Jungs kann man schon ganz schön abgehen.

Nachdem sie 2017 ein schon cooles Demo veröffentlicht haben, kommt jetzt also das erste „echte “ Release auf Pissed Off Records in Malaysia. Ist zwar nur eine Kassette, aber vielleicht möchte das ja jemand in Europa auf Vinyl machen? Ich würde eine nehmen. Dann kann man auch direkt ne Tour für die buchen, schaut euch mal an, wie nobel die live sind.

Hier sind nicht nur die Songs unter einer Minute richtig gut, der Hit ist eigentlich „So Punk“, das längste Lied auf dem Tape. Aber so rotzig und kurzweilig und Punk, dass man sich das direkt als Klingelton einstellen möchte, haha.

Shitty Life – Switch off your Head LP

Die fünf Jungs aus Parma mit dem beschissenen Leben bezeichnen ihre Musik selber als „Chitarrino Power Punk“, was mich erst mal den Begriff „chitarrino“ googlen ließ. Ich weiß zwar auch nicht, was „Power Punk“ ist, aber kann mir was darunter vorstellen…wahrscheinlich eine etwas druckvollere Spielart des Punk, ne? Klingt für mich ein bisschen redundant, aber ok was solls. Man kann ja irgendwie alles mit „Punk“ kombinieren, um einen Sound zu beschreiben. Die Band, in der ich mal gespielt habe, wurde beispielsweise mal im Radio als „soft punk“ beschrieben. Auch schön.

Also, „chitarrino“ bezeichnet eine kleinere Version der Gitarre, die man wohl eher im 16. Jahrhundert genutzt hat – mit mehr Saiten als eine „normale“ Gitarre klingt das Teil dementsprechend auch anders. Ziemlich gut sogar, nur nicht nach Punk Rock, ‚tschuldigung, Power Punk.

Shitty Life klingen nach sehr coolem Garage Punk, der sauber abgemischt und gut gemastert wurde (North London Bomb Factory). Shitty Life klingen so, als ob sie mich live wegblasen würden (Get Lost Fest ’19). Shitty Life haben mit der Renaissance und dem 16. Jahrhundert nichts am Hut, eher sind sie fest verankert im 21. Jahrhundert und dem Copy und Paste (Dean Dirg).
Mit „Switch off your Head“ haben die Parmanesen auf jeden Fall eine schöne Viertelstunde Musik auf Spastic Fantastic herausgebracht, die sich hübsch auf einer  cremefarbenen 12″ macht. Geile Band, kann ich mich für begeistern. Allerdings wüsste ich jetzt zu gerne ,wie eine Punk Band mit diesen kleinen chitarrinos klingen würde…

Hank Wood and the Hammerheads – Heads Cassingle

Mal abgesehen davon, dass ich die Bezeichnung „Cassingle“ noch nicht kannte und auch nicht kennen will, gibt es eigentlich nicht viel über dieses „Release“ zu erzählen.
Das Tape gibt es nur auf der Tour, die in den USA stattfindet. Bringt uns/euch also gar nix…Ansonsten:

Uh!

Gray Matter – We will rock you

Gestern hat wohl die aktuelle Biographie von QUEEN, bzw. Freddie Mercury ein paar Preise bei den Golden Globes abgeräumt. Finde ich jetzt nicht so wahnsinnig spannend, obwohl ich mich schon frage, warum eigentlich inzwischen wieder immer mehr gesungen werden muss in Filmen, damit die Preise bekommen. Ist ja gruselig. Lebt Peter Alexander noch? Vielleicht kann der auf seine alten Tage…ach, schon tot. Na, egal.

Mir ist dabei nur etwas eingefallen, das ich vor ein paar Tagen gelesen habe und was nun wie die Faust auf den Nagel passt.

Lost GRAY MATTER Cover Found!


Da hat sich der ehemalige Bassist von Gray Matter, Steve Niles, auf seiner Webseite am Silvestertag daran erinnert, dass die Band mal vor knapp 30 Jahren einen Song von QUEEN gecovert haben. Ja, das lest ihr richtig. Und es kommt noch schlimmer.

In 1991 after the death of Freddie Mercury the 9:30 Club invited local bands to do Queen covers for a benefit show for Whitman Walker Clinic. We decided to attempt we We Will Rock You.

WE WILL ROCK YOU. Ach du scheiße.
Aber nachdem die Band zugegebenermaßen zwei Beatles Songs sehr gut gecovert hat („I am the Walrus“ und „I’ve just seen a face„), hab ich mir den peinlichen Kram mal angehört. Und was soll man sagen? Ist ein bisschen peinlich, aber nicht soooo schlimm, wie man vermutet. Braucht kein Mensch, is ok, dass der Song 30 Jahre verschollen war. Aber ich dachte, es passt gerade in die Zeit. Also bitte:

Songs: Ohia

Ich muss so ungefähr 18 oder 19 gewesen sein, als meine musikalische Sozialisation absolut und unumstößlich abgeschlossen war. Also für mich, ich war fertig, hatte meinen Geschmack und den für mich richtigen Stil gefunden. Punk Rock mit seinen Ausläufern links und rechts des Genres war für mich das einzig Richtige, was man so auf Platte, CD oder Tape hören konnte.

Und wie das so als jugendlicher Depp ist, man teilt seine Überzeugung gerne und häufig mit, schließlich ist ja genau diese Band und dieses Genre und dieses Bier (Quatsch, wir haben alles getrunken) und genau dieser Song das Beste, was je und überhaupt und wen interressiert das eigentlich?

Auf jeden Fall kann ich mich gut daran erinnern, dass ich gemeinsam mit einem guten Freund in seinem Auto saß und darüber schwadronierte, dass alle Songs über 3 Minuten ein großer Haufen Scheiße sind, während im Hintergrund bestimmt eine Kassette mit Descendents oder Avail lief. Daraufhin wechselte er das Tape und meinte, dann könne mir ja diese Band nicht gefallen – der Song hier sei alleine schon über 7 Minuten lang.
Was folgte war „Captain Badass“ von SONGS:OHIA und auf einmal geriet meine musikideologische Engstirnigkeit ins Wanken. Das Kartenhaus der einseitigen Leidenschaft fiel nach ziemlich genau 7 Minuten und 12 Sekunden in sich zusammen und hinterließ mich verwirrt, begeistert, sentimental und euphorisch. Das kann nur Jason Molina.

Fortan waren die Scheuklappen zwar verschwunden, aber zum Punk Rock und HC bin ich immer wieder zurückgekehrt, weil es natürlich wirklich das Allerbeste und überhaupt, ihr wisst schon. Aber Songs:Ohia, meine Fresse, was für sensationell schöne Liebeslieder. Das Album „The Lioness“ war immer ganz oben auf meiner Liste und auch der Wunsch, das alles mal live zu erleben, war stets groß. Leider hat sich Jason Molina dann totgesoffen und somit blieb mir nur das Warten auf die Wiederveröffentlichung der LPs, denn die Originale konnte ich nicht bezahlen und totgesoffene Musiker spielen keine Konzerte.

Und sieh an, manchmal muss man nur 18/19 Jahre warten, bis endlich das heißersehnte Album in den Händen und auf dem Plattenteller liegt. Mit „Love & Work – The Lioness Sessions“ kam vor kurzem nicht nur das originale Album wieder auf den Markt, es wurde noch mit einer zweiten Platte veredelt – unveröffentlichte Songs aus der Lioness Aufnahme-Session. Dazu noch anderer Krimskrams. Ziemlich geil!
Zwar habe ich nun den physikalischen Beweis für den Riss in meiner musikalischen Biographie, aber die Sozialisation ist wohl noch lange nicht abgeschlossen. Danke.

Discogs – Aufstieg und Fall in der Gunst eines Nutzers

Discogs! Die fast schon zwanzig Jahre alte Webseite hat sich in den letzten 10 Jahren zu der meistbesuchten Plattform für Musikliebhaber/Nerds und Sammler gemausert, wenn man den nicht ganz so genauen Statistiken Glauben schenken mag. Und das auch irgendwie zurecht, denn mit der Idee einer vollständigen Online-Datenbank von Tonträgern aller Musikrichtungen hat man – gerade was Vinyl angeht – bei dem Hipster-Zeitgeist offene Türen eingerannt. Ok, zunächst war das alles anders und der Gründer Kevin Lewandowski (habt ihr auch zwei hässliche Fußballer vor Augen? Haha) wollte eigentlich bloß seine eigene Plattensammlung online katalogisieren. Das fanden viele Leute ganz prima und so wurde Discogs zu einer öffentlichen Seite, die durch ihre Nutzer und deren Input stetig wuchs. Zunächst wurden Diskografien von Künstlern eingetragen, die nur ein einziges Genre – elektronische Musik – bedienten. Dann kam Hip Hop hinzu und nach und nach wuchs die Datenbank durch die Fleißarbeit der vielen Discogs-Nutzer an.
Heute hat Discogs fast 400.000 Nutzer und die Datenbank umfasst mehr als 9 Millionen Tonträger. Das ist alles ziemlich cool, wie ich finde. Ein System, das von einer Vielzahl von Nutzern aufgebaut und kontrolliert wird, erfüllt so seinen Selbstzweck: die vollständige Diskografie von Labels und Bands mit allen offiziellen und inoffiziellen Releases in all ihren Variationen.

Night Birds – Monster Surf

So, seit gestern ist die instrumentale Surf Punk Single von den großartigen Night Birds draußen und wahrscheinlich seit gestern +5 Minuten ausverkauft. Falls Ihr noch Hoffnungen auf ein Exemplar habt, dann könnt Ihr hier bei Wallride Records enttäuscht werden. Vielleicht auch nicht, was weiß ich. Oder Ihr hört Euch das tolle Ding einfach hier immer wieder an. Geht ja heutzutage sogar unterwegs, das solltet Ihr mal mit Vinyl probieren. Pah. Stream geklaut bei Noisey

White Reaper – Cool

Ein neuer Song von meinem Lieblings PopFuzzNoiseSchrammel Trio White Reaper. Am 24. Juni kommt die neue 12″ EP auf Polyvinyl raus, die Ihr Euch hier vorbestellen könnt. Das hatte ich neulich schon alles mal hier niedergeschrieben, aber da die Band gerade einen weiteren Song von der 12″ streamt, muss ich das noch mal erwähnen. Der Song ist nämlich ziemlich super. Zwar poppig, aber super. Cool. Hört mal…

The Muffs – Neues Album im Juli

Ach, wo wir grad so gemütlich in den 90ern schwelgen, kann man direkt noch eine Band hier verwursten, die grad wieder durch die musikalische Presselandschaft getrieben wird. Die Rede ist von The Muffs, diese Band, die ihre ersten drei LPs direkt auf nem Major rausgehauen hat. War ne andere Zeit für Indie-Punk-Pop Bands, was?
Auf jeden Fall bringen die jetzt bald ihr erstes Album seit 10 Jahren raus, diesmal auf dem kalifornischen Label Burger Records (Audacity, Gentleman Jesse, Black Lips u.a.). Der vielversprechende Titel lautet Whoop Dee Doo

Nachdem die Sängerin Kim Shattuck ein kurzes Gastspiel bei den Pixies absolvieren durfte, hat sich das Trio von The Muffs nun also wieder zusammengefunden und macht eigentlich auch genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Poppiger Gitarrenkram mit sensationeller Stimme. Allerdings bin ich immer noch nicht gänzlich überzeugt von der Band, weil ich jedes Lied, das ich von der Sängerin höre, immer mit ihrem Gesangspart von NOFX‘ Lori Meyers vergleiche. Und so nobel wie in dem Song klang Kim Shattuck meiner Meinung nach irgendwie nie wieder. Wurst. Neues Album – neues Glück. Viel Erfolg.