Tooth Paint – Digital Sex CS

Hier, der eine Typ von L‘Appel Du Vide hat vor 2 Jahren eine ziemlich gute Elektro/Synth Punk EP eingespielt und dann auf einer sehr limitierten 10″ verkauft. Tooth Paint nennt sich der Mensch und Digital Sex nannte er die Platte. Darauf enthalten sind 5 tolle Songs, zu denen man ganz fantastisch S-Bahn-Surfen oder Joggen oder auf der Straße fegen/tanzen kann. Was man halt so mit einem Walkman macht, weil, das ist ja jetzt ne Kassette, die bei It’s Eleven erscheinen wird. Am Donnerstag.

Kaufts Euch. Ist sehr gut. Geht ab.

Was ist das eigentlich, digitaler Sex? Und ist der besser als der analoge mit Körpern und so? Ist das so wie bei Demolition Man? Dann will ich damit nix zu tun haben.

Skinman – S/T Demo

Hattiesburg, Mississippi liefert mal wieder ab. Ein tolles Hardcore Punk Demo von Skinman, das bei 11 PM Records erschienen ist und bei dem das Tempo etwas runtergeschraubt wurde. Zwischendurch drehen sie mal ein bisschen durch und dreschen/preschen nach vorne, doch die Grundstimmung dümpelt irgendwo im midtempo Bereich der Zerstörungswut herum.

Großartige Stimme, großartige Riffs und großartige Break Downs, die zum Nasenbluten einladen.
Kann man so machen.

Mögt Ihr MSPAINT (die Band) oder Pleather (Video)? Ich kann zwar keine Schnittmenge entdecken, aber hier sind Leute von denen mit dabei. Gut zu wissen.

The Tacks – Fantasy

Die erste Single von dem bald erscheinenden Album der Tacks aus Neuseeland ist da. Fantasy!

Klingt wie Dark Punk und zum Glück auch wie die Sachen, die sie zuvor schon veröffentlicht haben. Toll. LP kommt im Oktober bei Rockstar Records und ist daher nicht schweineteuer für uns Mitteleuropäer. Toll.

Fun Fact: das Cover ist eine alte Zeichnung des Großvaters vom Gitarristen Luke. Toll! Also das Bild ist gezeichnet vom Opa von Luke. Das Motiv zeigt weder den einen noch den anderen. Puh, Deutsch ist schwierig.

Not The Ones – All Cut Up LP

Alle 7 Jahre hab ich mal Lust, Street Punk zu hören. Entweder, weil ich vorher zu viel Post Hardcore/Kopfmusik gehört hab und alles zu verschraubt in den Ohren ist, da braucht man etwas seichte Kost, um das aufzulockern. Oder weil ich einen kräftigen Schlag auf den Kopf bekommen hab. Heute trifft beides zu.

Dann haben also die (Ost-)Berliner Not The Ones das Glück oder das Pech, heute ihr Album hier wiederzufinden. Kommt bei Wanda Records raus und enthält neben 10 eigenen Kompositionen auch zwei Coversongs – die haben sich echt an Ton Steine Scherben heran getraut, huiuiui.

Das Album klingt wie die letzten warmen Sonnenstrahlen des Septembers, die in den grauen Straßen (Ost-)Berlins den bröckelnden Asphalt erwärmen und dem Hund des Punkers aus der Gosse in der Nase kitzeln.

Können wir Pups anzünden zum Heizen?

Wusstet Ihr, dass man bis zu zwei Liter Salzwassser trinken kann, ohne direkt zu sterben? Persönlicher Tipp: Nicht ausprobieren.
Ansonsten gibt es ein paar musikalische Leuchttürme aus den letzten Wochen kurz und knapp zusammengefasst für euch. OK.

Live, Do Nothing – Hiraeth & Loathing LP

Ein bisschen Martha, ein bisschen generischer Indie Pop mit Blechgebläse und ein bisschen Herzschmerz/Sehnsucht im Titel und schon springt Specialist Subject auf und veröffentlicht das Album auf Vinyl. Zack. Das siebenköpfige Orchester kommt aus Cardiff und das Album am 23. September. Nett.

Big Screen – S/T Demo CS

Nein, besonders kreativ muss man wohl nicht für sehr sehr guten Hardcore Punk sein. Es gibt da so ne Formel, die muss man nur 1:1 befolgen und schon hat man einen ganz wunderbaren und ewig währenden Soundtrack zum Skateboardfahren und Uludağ Dosenstechen. Big Screen befolgen das sehr gut und mischen sogar ein bisschen Eier mit rein. Leider macht sich die mangelnde Originalität dann beim Namen bemerkbar, haha.

V.A. – The Recess Romp!

Am 30. September und 1. Oktober findet in San Pedro das Labelfest von Recess Records statt und hier ist die passende Compilation dazu. Das pack ich hier rein, damit ihr auch das Label nicht vergesst und mal wieder hört, bei wie vielen tollen Bands der Todd eigentlich so mitspielt…F.Y.P., Underground Railroad To Candyland, Clown Sounds, uvm.

Billiam // The Vovos – Vampire Club Split 7″

Jeweils einen Song der beiden Bands kann man sich schon einmal anhören, falls es noch Überzeugungsarbeit bedarf, sich diese tolle Single zu kaufen. Poppiger Punk Rock mit einem Schuss Merkwürdigkeiten made in Australien. Danke. Nehm ich.

Let’s Whisper – The In-Between Times LP

Herrlicher Gitarren-Pop der Marke Belle And Sebastian, der natürlich eher dazu einlädt, mit seinen Kindern vergnügt über eine Blumenwiese zu rennen als mit einem Stein vergnügt die Zentralen der Rohölkonzerne zu entlgasen. Alles zu seiner Zeit, ne?

Pale Angels – Plastic Legacy Pt II LP

Auch schon das vierte Album der Grunge Punk Poeten aus Swansea. Das Album kommt Ende September bei Specialist Subject Records heraus und wird mit Sicherheit in meinem Haushalt den ganzen Herbst über zur Winterdepression beitragen. Ich freu mich drauf.

Trash Knife – Hungover EP

Bevor das neue Album der Trash Punker aus Philadelphia kommt, erscheint zunächst einmal eine Flexi Ep mit zwei Songs von der Aufnahmesession. Keine Ahnung, warum, aber vielleicht gibt es ja Leute, die Flexis sammeln? Natürlich überzeugender Hardcore Trash mit Melodie gezuckert. Ansonsten mein Tipp für euren nächsten Hangover:

Shove – Shove 2 7″

Melbourne strikes back…Eine neue Single von Shove. Erst mal leider nur ein Song online, aber der bringt schon genug energetische Punk Rock Metal Skate Attitüde auf die Waage, dass man hier getrost bis zum Erscheinen der 7″ im Oktober auf Repeat drücken kann, ohne dass es langweilig wird. Cool.

Hunter Complex – Ariport And Ports LP

Na, ein bisschen Bock auf ne Hafenrundfahrt mit Dark Wave und Electro und Jazz? Da sieht man Containerschiffe und Kreuzfahrtdampfer und was mit der Welt verkehrt läuft und zwischendurch mal Luft holen und Pause. Gute Musik zum entrückten Entspannen für verspannte Verrückte.

Clamm – Care LP

Das zweite Album von Clamm ist nun auch schon ein paar Wochen alt und ganz wunderbar gereift, haha. Australischer Garage Post Punk, der so in die Richtung von Civic geht und mir ausgesprochen gut gefällt. 15 Songs voller Energie und teenage adoleszenter Angst und Wucht. Absolute Empfehlung vom schrottigen Kophörer am Strand zu euch in die heimischen Hifi-Anlagen. Geiler Scheiß.

Kleiner Freitaaag

Hallo September, sagt dem Peter Bescheid, dass sein Warten ein Ende hat und dem Billie, dass er sich noch einmal umdrehen kann. Ich mach einfach weiter wie bisher. Tüdelü.

Why Bother? – Lacerated Nights LP

Probesong von der neuen LP der Synth Punker aus Iowa. Letztes Album war ja irgendwie nur so ne Zusammenstellung von früheren Veröffentlichungen. Diese LP mit einem Dutzend Songs ist dafür dann brandneu und klingt gar nicht so nach Synth. Eher nach Punk. Aber das ist ja nicht schlimm. Ich hab leider eine schlimme Papa Roach Assoziation wegen des Songtitels. Das ist aber mein Problem. Kommt in zwei Wochen.

Baby Ghosts – Hey You

Oh, ein neuer Emo Pop Song von den genialen Piepsstimmen der Baby Ghosts. Da sag ich nicht nein – aber ist das Cover hier ein kaputter Rorschach-Test oder was erkenne ich da nicht? Naja. Dudeldei.

The Speedways – Shoulda Know​/​A Drop In The Ocean

Zwei Songs vom neuen Album "Stadtgespräch" der Pop Punker von The Speedways, das im November erscheint. Da hat sich nicht besonders viel getan seit der letzten Veröffentlichung und das werden ihnen die Fans bestimmt auch danken. Passt zur Sonne, zum Strand, Beach-Volleyball und Lagerfeuer. Also perfekt terminiert für den November 😉

Mvll Crimes – Checkin' Out

Ein neuer Song als Promo für das kommende Album der Post Punker aus Ontario. Passt textlich ganz gut zum Ende des Urlaubs und die transportierte Stimmung dient ebenfalls ganz hervorragend als Grundlage für den ersten Arbeitstag.

Freak Genes – Hologram LP

Das fünfte Album von den Synth Punkern, die nun zum zweiten Mal bei Feel it Records veröffentlichen und ihrem Sound relativ treu geblieben sind. Vielleicht ein bisschen runder oder erwachsener geworden. Aber das eine bedingt ja oft das andere, wenn man sich so Männer mittleren Alters anschaut. Devo Core light?

King Bee – S/T LP

Wenn man so will die Vorgänger Band von Dead Moon. Mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen, oder? Proto Punk aus Portland? Limitierte LPs sind natürlich längst vergriffen, aber Hauptsache, man kann den Kram endlich nach 40 Jahren mal komplett hören und vielleicht sogar noch eine schwarze Vinyl Version oder eine CD irgendwo auftreiben. Vielen Dank für die Zusammenstellung – drei Songs vorab – der Rest kommt am 1. Oktober. Ziemlich cool.

Itches – Kingdom Upstairs LP

Wenn man das so direkt nach King Bee hört, denkt man auch, dass sich nicht viel getan hat in den letzten 40 Jahren Musik. Aber ist das schlecht? Oder ist das richtig schlecht? Sind wir alle anachronistische Wichte, die der Vergangenheit hinterherlaufen? Ja? OK. Dann bitte mit dem Soundtrack von den Itches. Geilo.

Horror Section – Until The End Of Time

Für Freunde des schnöden Pop Punks mit Horror-Theme. Also für alle, denen Misfits zu alt und zu rockig sind oder so. In schöner Regelmäßigkeit bringen die Jungs einmal im Jahr eine neue digitale Single raus und lassen die Welt wissen, dass man in Missouri noch Vampirfilme schaut und Gitarre spielt. OK. Dann bis nächstes Jahr.

Hög – Ready For The End 7″ Lathe Cut

Was ist das denn? Cover von M.C. Escher auf LSD gezeichnet und Musik eine Mischung aus Chubby and The Gang und Stiff Richards? Verrückt, aber ziemlich ansprechend. Da kommt demnächst eine neue Single bei Dust Up! heraus und wäre das Porto nicht so teuer, ich würde mir drei davon holen. Weil die Qualität bei Lathe Cut so kacke ist, dass man die schnell durchgenudelt hat.

Bart And The Brats – S/T LP

Huhu. Schöne Grüße aus dem Urlaub. Ich hab Hochzeitstag. Und spüre noch immer die Nachbeben vom Get Lost Fest. Toll, was ich alles für nette Menschen kenne. Und wie viele großartige Bands es gibt, die live noch megatoller sind als auf Platte. Nächstes Jahr dann auch mit Bart and the Brats, ganz sicher.

Die haben gerade bei No Front Teeth und Big Neck Records ihre zweite LP veröffentlicht und klingen so, als könnten sie Punk Rock. Sehr eingängige Mischung aus OC Punk und europäischem KBD. Hier und da ein bissl Orgel und immer alles wunderbar passend zur Fahrt an den Strand – die können mit wenig Aufwand viel Laune machen.

Und mit die meine ich eigentlich nur einen Typen, der das alles alleine eingespielt hat. Bart De Vraantijk. Die Brats sind dementsprechend Hirngespinste und eingebildete Freunde des Franzosen aus Rochelle, den man vielleicht auch von anderen Bands wie The Janitors, The Mean Things, The Pneumonias, The Skeptics, The Tömmy Guns und anderen The Bands kennt.

Gibt es bei NFT natürlich wieder streng limitiert in bedruckter Klarsichthüllencoveredition. Ran an den Speck. Bis denne, ich fahr dann mal weiter.

No Knuckle – S/T LP

Hattet Ihr eigentlich auch schon mal einen Zahn in der Blumenerde? Hab heute ein bisschen umgetopft und frag mich seitdem, woher eigentlich diese Blumenerde kommt? Graben die einfach die Friedhöfe um und verkaufen den fruchtbaren Boden aus verwesten fettsüchtigen Diabetikern und Alkoholikern an die Kleingarten-Tomatenzüchter? Crazy.

In Wien haben sie jetzt einen Short-Cut gefunden und bepflanzen einfach direkt die Friedhöfe mit Gemüse und Obst. Kein Scheiß.

OK, in anderen Sphären machen sich Menschen immer noch Gedanken über Musik und wie man dieses Post Punk Zeugs in neuen alten Gewändern kreativ vertonen könnte. No Knuckle aus Portland zum Beispiel haben sich darauf geeinigt, für ihre Platte eine Mischung aus No Wave, Rock’n’Roll und Punk auszuprobieren.
Spoiler Alert: Klappt hervorragend! Ein bisschen verrückt und seltsam hier und da und daneben dann wieder total eingängig und überraschend leicht zugänglich. Im Juni bereits bei Timothy Records erschienen. Geht ab.

Ich bin jetzt mal ein paar Wochen im Urlaub und versuche, den kriminellen Strukturen hinter der Blumenerdemafia auf die Schliche zu kommen. Oder ich leg mich einfach an den Strand und lese Micky Maus. Ma sehen.

The Drin – Down The River In The Distance LP

The Drin aus Cincinnati hören sich mit dem einen Song irgendwie ein bisschen wie eine Mischung aus Hüsker Dü und Butthole Surfers an. Das muss doch eigentlich als Anreiz ausreichen. Die LP und die restlichen neun Lieder erscheinen im September bei Mangel in Deutschland und in den USA bei Future Shock. Hoffentlich sind die dann auch so gut wie der Appetizer.

Der Name "The Drin" könne eventuell den Fluss betreffen, der durch einen Teil des Balkans in die Adria fließt. Vielleicht waren die Bandmitglieder aber auch besoffen und haben das "k" vergessen. Keine Ahnung, was man in Cincinnati so macht.

Sieht man sich die Songtitel an, könnte das auch ein eher psychedelisches Werk werden. Na, ich bin gespannt. Textlich dann von Beruhigungspillen über den Ingenieurshammer bis zur hypnotischen Übernahme alles dabei. Wohlsein!

Sekunderna – Här Har Du Ditt Liv LP

Puh, nun ist es das erste Mal seit langem unter dreißig Grad hier im Südwesten und ich muss mir ne (lange) Hose anziehen und überlege schon, nicht doch mal die Heizung ein bisschen aufzudrehen. Man hat sich ja an einen gewissen Standard gewöhnt, ne?

Apropos. Die 4 Schweden aus Umeå haben nun ihr Debüt bei Rockstar Records und Bloated Kat und Luftslott veröffentlicht und können damit ganz easy das hohe Niveau halten, das sie sich zuvor selbst auf den Singles als Maßstab gesetzt haben. OK, da hat sich auch ein Song auf dem Album verloren, der auf besagter Single war, aber wer wird denn schon so genau hinhören.

Tolle 12 poppige Punk Rock Songs, die man so auch von den Ditches oder anderen Marked Men/Radioactivity verliebten Bands erwarten könnte – aber Sekunderna streuen zum Glück eigenständige Melancholie und ihre Muttersprache mit ein. Tolles Debüt. Gibt’s auf weiß und schwarz.

Der Albumtitel bezieht sich auf einen Film. Den schau ich mir jetzt aber nicht an. Knapp 3-stündiges Drama über einen Schweden vor hundert Jahren. Neee. Dann lieber ne halbe Stunde Musik mit 4 Schweden von heute.