Habt ihr auch manchmal so unverschämt gute Laune, dass ihr die ganze Welt umarmen könntet und eure Liebe zu Mitmenschen und Natur laut heraus brüllen wollt? Nein? Ich auch nicht.
Und falls sich doch mal wieder ein Anflug von Serotonin oder -Gott Bewahre- Endorphinen ankündigt, kann man zum Glück immer noch auf eines der Chow Line Demos zurückgreifen.
Also nicht, dass die schlechte Laune machen, aber sie kitzeln die nötige Aggression aus dem Bauch heraus, die man braucht, um die Realität zu ertragen.
Mit dem 5. Demo sind die Jungs aus Portland, Oregon jetzt schon fast ein bisschen sanft geworden und knüppeln nicht nur, sondern spielen 6 ziemlich geile Hardcore Knaller in unter 9 Minuten ein. Wie gewohnt mit 3-Sekunden-Soli und Gebrüll, aber diesmal ein paar mehr Tempowechsel und "rockiger", wenn man das sagen darf, ohne von der HC Polizei erschossen zu werden.
Keine Ahnung, was mit Demo #1 passiert ist, aber fürs Erste reichen ja auch die 4 Tapes, die ihr auf der Bandcamp Seite hören und auf der Shop Seite von Not For Everyone (passender Name) kaufen könnt.
Das Tape hör ich jetzt jeden Morgen zum Müsli und bin perfekt gewappnet für die Tageszeitung.
Ignition, Warmers, Ted Leo & the Pharmacists, Faith, Autoclave, Open City, Chain and the Gang, Untouchables, Ex Hex, uva. in Gestalt von Alec MacKaye, Mary Timony, Chris Wilson und Mark Cisneros.
Wusstet ihr, dass man auf eine 7″ Single locker eine Viertelstunde Musik oder sonstige Hörgenüsse pressen kann? Also vielleicht ist dann die Qualität nicht so super wie bei den ganzen mega-audiophilen Nachpressungen heutzutage, die eine normale LP aus den 70ern auf 4 12″s packen, um das ständige Aufstehen und Hinsetzen und Umdrehen und Umdrehen und Schalter hier und da bedienen zu zelebrieren. Und natürlich läuft die Single dann auch auf 33 1/3 statt auf den heute zunehmend populären 45rpm bei allen Vinylgrößen, aber rein technisch gesehen ist das kein Problem.
Seit einer Woche dreht diese LP jeden Tag zweimal bei mir ihre Kreise auf dem Plattenteller und wird einfach nicht langweilig. Die schmeckt zu Kaffee ebenso gut wie zu Bier und kann laut und richtig laut gehört werden, ohne dass sie fad wird. Und ich dachte immer, ich mag Digital Leather gar nicht so gern.
Nebenbei ist aber auch die dargebotene Musik großartig. Bei Feeet handelt es sich um eine Zusammenstellung von alten Songs, die Digital Leather vorher nur auf Tape herausgebracht hat/haben und allein deswegen auch schon toll ist, weil die Songs zum ersten Mal auf Vinyl veröffentlicht wurden.
Zudem kann man einen angenehmen und interessanten Mix der Schaffensphase von 2008 bis 2018 hören, in der Mr. Digital Leather Shawn Foree von düsteren Dark-Wave-Synthie-Songs bis zu poppigen New-Wave-Punk-Gitarren Songs alles gemacht hat, was mit Synthesizer gut klingen könnte.
Dann hat sich Nils von Stencil Trash hingesetzt und ein schickes Cover entworfen, gedruckt, mit einem Scharnier verziert (logisch) und handnummeriert in die Welt entlassen. Es gibt 333 Stück, jedes Teil kommt mit einem Aufkleber und einem netten Booklet.
Na, erinnert ihr euch noch an die großartigen Rotz’n’Roller aus Geelong in Australien? Da hatte ich mich letztes Jahr schon für begeistern können und
OK, also Bankdrücken. Ich würde tippen, dass ich locker äh, 20 Kilo schaffe. Ist das viel oder wenig? Was bringt das eigentlich, wenn man 300 Kilo im Liegen hoch drücken kann? Das reicht ja nicht mal für einen Trabant, der wiegt schon das Doppelte. Vielleicht nützlich, wenn man mit zehn Kleinkindern auf einmal spielt oder einen sehr schweren Sexualpartner hat, der auf einmal beim Akt stirbt und man unter ihm/ihr begraben ist. Aber auf diesen eher unwahrscheinlichen Fall hin zu trainieren, erscheint irgendwie etwas übertrieben.
Ziemlich cooler Scheiß aus New York kommt da auf dem Demo eingeflogen. Es ist Punk Rock, so viel ist sicher, aber da versteckt sich noch mehr hinter dem klassisch besetzten Sound mit Gitarre/Bass/Drums/Gähn. Vielleicht mit einer kleinen Prise Death Rock? Oder ist das einfach die den New Yorkern inhärente überhebliche Langeweile, die man da hört?
Nette Band aus Indianapolis mit einer leicht wirren Selbstwahrnehmung, wie man auf der Bandcamp Seite lesen kann. Ich jag das mal durch den Google Translate Salat:
Ich hab mir nie sonderlich Gedanken zu den Bezeichnungen von verschiedenen Musikgenres gemacht, sondern die einfach immer so angenommen und in meinen Wortschatz eingebaut.
Ich freu mich aufs