Westkust – S/T LP

Ich hab mir nie sonderlich Gedanken zu den Bezeichnungen von verschiedenen Musikgenres gemacht, sondern die einfach immer so angenommen und in meinen Wortschatz eingebaut.
Das verhält sich bei mir ähnlich wie bei Markennamen à la Miracle Whip, Pedigree Pal oder Sunkist, die ich früher einfach als Eigennamen verstanden und dann ebenso im Sprachgebrauch verwendet hab, ohne zu merken, dass es eigentlich englische Begriffe sind. Noch schlimmer: BiFi, ein Produkt, das zwar lautmalerisch an das englische Wort für Rindfleisch erinnert, allerdings ausschließlich für den deutschen Markt produziert wird. Die Liste ist lang…

Daran kann man recht schön zeigen, dass dieses Problem der willenlosen Übernahme von irgendwelchen Bezeichnungen an der frühkindlichen Vermittlung von fremdsprachigen Eigennamen liegt, die man einfach nicht hinterfragt. Und diese Angewohnheit habe zumindest ich einfach weitergeführt – siehe Bezeichnung von Musikgenres…
Das ist mir nur gerade eingefallen, als ich gelesen hab, dass Westkust aus Schweden neben Alternative und Post-Punk auch Shoegaze betreiben. Da hab ich mir nie drüber Gedanken gemacht, was dieses Shoegaze eigentlich ist, wahrscheinlich zum Großteil auch deswegen, weil ich es nie mit großem Eifer gehört hab.

Wusstet ihr das denn, dass man diese Musikrichtung so bezeichnet, weil die Musiker klassischerweise mit geneigtem Kopf deppert und bewegungslos auf der Bühne stehen, um verschiedene Effektgeräte ihrer Instrumente bedienen zu können? Klingt logisch, shoegazing. Wusste ich nicht, jetzt finde ich die Bezeichnung aber großartig.
So wie die Band, um die es hier eigentlich gehen sollte, auch. Westkust haben vor kurzem ihr zweites Album herausgebracht und waren auch kürzlich in Deutschland auf Tour, ich komme also mit allem ein bisschen spät. Dennoch: gute Platte, sehr melodisch und shoegazelig shoegazigierend shoegazig. Leider fehlt ein bisschen der abwechselnde Gesang zwischen Mann und Frau, wie es noch auf dem bereits 4 Jahre alten Debut Album praktiziert wurde. Dennoch: gute Platte.

Fun Fact: Wenn man via Bandcamp ein Album in verschiedenen Variationen verkaufen möchte, muss man für jede Version ein eigenes Produkt anbieten. Das kann schnelle unübersichtlich werden, wenn man knapp 30 unterschiedliche Varianten anbietet, puh…Dennoch: gute Platte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.