Boot Licker – How To Love Life E.P.

Heute ist Herbstanfang, Leute. Keine Ahnung, wie weit fortgeschritten diese Jahreszeit schon in Kanada ist, aber Boot Licker aus Vancouver haben auf jeden Fall genau den richtigen Ton getroffen, um die saudumme Regen- und ich-rutsch-auf-dem-bekackten-Laub-aus-Zeit musikalisch zu untermalen.
Richtig eingängiger Hardcore Punk Rock mit schlechter Laune und völlig übersteuerten und rot blinkenden Kanälen.

Ironischerweise nennen sie das dann How To Love Life…naja, die Kanadier können halt auch das Schöne im Hässlichen sehen.

Fun Fact: In Vancouver wurde der erste Gras-Automat der Welt aufgestellt. Keine Ahnung, ob es da eine Korrelation gibt, aber der Titel der E.P. passt irgendwie nicht zur Musik. Es sei denn, man ist volllll gechillllltt…

Die Single erscheint bei Neon Taste Records. Könnt ihr im durchsichtigen oder schwarzen Vinyl bestellen.

Gee Tee – Atomic 7″

Erinnert ihr euch an die Miracoli Werbung aus den 80ern, in denen eine verzweifelte Hausfrau und Mutter ihre blöden Bratzen und den arbeitslosen Vater zum Mittagessen hereinrufen will ("Das Essen ist fertig") und diese undankbaren Wichser lediglich mit einem gelangweilten"Ja, gleich" antworten?
Und wie dann die supersmarte Nachbarin ebenfalls was zum Mittach kocht – allerdings nix Frisches, sondern nur ein paar Nudeln mit einer Fertigmischung zusammengerührt hat?

Und dann ruft die faule Sau ihrerseits die Streberkinder und den supersmarten Ehemann zu Tisch mit der Zauberformel "Miracoli ist fertig". Und auf einmal springen die Geschmacksverstärker-Kids und der Papa voller leerer Freude und hohlem Grinsen ins Haus.
Das schaut sich die Hausfrau mit einem gebrochenen Herzen an und schmeißt ganz traurig ihr boeuf bourguignon ins Klo, wird zur Alkoholikerin und "kocht" ab sofort auch nur noch Fertigsuppen und fucking Miracoli, damit sie die Schnauze hält und lächelt.

Warum erzähle ich das? Weil genau dieser Effekt der Zauberformel bei mir eintritt, wenn ich lese, dass Gee Tee etwas Neues herausgebracht haben, wo hingegen die neue NOFX Split eher gelangweilt zur Kenntnis genommen wird.
Bei Goodby Boozy Records am 28.08. auf 7″ erschienen. Leider schon ausverkauft.

Die Gewürzmischung war im übrigen schon ganz lecker. Der Parmesan (Sorry, Parmesello) hat nach Kotze geschmeckt, aber die Gewürzmischung konnte man gut im Supermarkt aus den Packungen klauen.

Guitar Fight from Fooly Cooly – Soak

Was zur Hölle ist das denn? Ein Bastard aus Jeff Rosenstock, Helmet und PUP mit einer Prise D.C. à la Faraquet? Junge, wer macht denn sowas? Und wieso machen das nicht alle?

Schon das zweite Album von den drei Jungs aus, äh, Chattanooga, Tennessee. Puh, da muss aber auch fast jeder Buchstabe unbedingt doppelt vertreten sein, was? Haha. Interessant.

Wie ihr seht, hab ich nichts mehr zu dem Release zu erzählen.

Widmen wir uns anderen Dingen: Wer hat eigentlich keine schmerzempfindlichen Zähne? Ich mein, ist das nicht ne saudumme Werbeaussage? Was an meinem Körper ist denn bitte nicht empfindlich für Schmerz? Und ist das nicht eh ein bisschen redundant? Hier, kauf diese Flasche Kacköl, ist gegen schmerzempfindliche Nasen. So ein Quatsch.

Naja – kauft euch das Album für 1 Cent bei Bandcamp. Ist gut. Hilft zwar nicht bei Schmerz, aber bei Weltekel. Ich habs probiert. Funktioniert.

Sowas könnte auch mal jemand auf Vinyl rausbringen, aber das sag ich ja jedes Mal…ok, bye.

Alex Cuervo – The Pale Door (Original Motion Picture Soundtrack)

Ach, was soll ich denn noch sagen? Ich bin halt ein Fan von dem Typen. Und ich fühle mich verpflichtet, Euch mitzuteilen, dass der gute Alex Cuervo mal wieder ein wenig Musik zu einem Film beigesteuert hat. Und zwar zu dem Western-Horror-Film "The Pale Door".

Gut, der sahnt jetzt bei IMDB nicht unbedingt die höchsten Bewertungen ab, aber Judgment Night war ja auch ein ziemlich beschissener Film, aber ein guter Soundtrack. Naja, zumindest vor 25 Jahren.
Wo war ich? Ach ja, hier schaut mal:

Und dazu passt natürlich die Musik (Post-Synthwave) aus der Feder von Alex Cuervo ganz hervorragend. Let Me Be The One Who Protects You ist der "Hit".

Ich mag die Musik, aber eigentlich bin ich gar nicht so der Horror Fan. Obwohl, der eine war gut. Der mit dem verrückten Mörder und der Frau.

Brandy – The Gift Of Repetition LP

Nach der guten Platte aus dem Jahr 2018 bei Monofonus Press und der tollen Single vom letzten Jahr bei den totalen Punkern, gibt es nun eine Ankündigung zu ihrem zweiten Album, das in 4 Wochen erscheinen soll. Auch auf Total Punk.
Und da kann wohl nicht viel schief gehen, würde ich sagen, wenn man sich die beiden Appetithäppchen so anhört.

Gewohnt extrem cooler Garage Punk mit wuchtigen Rhythmen und ziemlich eingängigen Melodien, die zum Großteil aus den Hälsen der beiden Sänger stammen. Denn Gitarre, Bass und Schlagzeug liefern lediglich einen knietiefen Teppich aus Sound, auf dem das Geschrei und der Gesang sich enthusiastisch austoben können.

Coole Sache, freu ich mich drauf.

Kann man vorbestellen. Aber Porto, ihr wisst schon…

Jenny – Same

Ich hab neulich noch eine Unterhaltung mit meinem imaginären Freund über Impulskäufe von LPs geführt, bei der ich die Signifikanz der Covergestaltung betont hatte.
Nach langem Hin und Her (Bier) einigten wir uns darauf, dass es zu 66,6% auf das Äußere ankommt. Oder zu 33%? Und ging es nicht eigentlich um Obst? Hm. Egal.

Dass Wanda Records jetzt auf jeden Fall so ein gar scheußliches Cover durchgehen lässt, liegt wahrscheinlich nur daran, dass die neue Veröffentlichung von Jenny lediglich digital zu erwerben ist. Soll heißen: man steht ja nicht im Plattenladen und muss aufgrund dieser orangenen Sinfonie eine primäre Kaufentscheidung fällen.

Immerhin ist das musikalisch farblich ganz gut abgestimmt, denn es wird tatsächlich quietschvergnügter Power Pop Punk geboten, den man farblich kaum besser umsetzen kann als mit einer scharfen Kombination aus blau und organge. OK, Pink wäre eigentlich noch besser aber mich fragt ja keiner.

Der Künstler, der die 5 Kaugummiperlen hier zu verantworten hat, ist im übrigen der bekannte Punk Rocker Justin Maurer von Clorox Girls/Suspect Parts/Red Dons und anderen coolen Bands.
Nein, ich weiß nicht, warum die "Band" Jenny heißt. Aber hört mal. Gute Musik…

Fun Fact: wenn man nach dieser Veröffentlichung bei Discogs sucht, indem man "Jenny" "Cockroach" und "Tea" als Suchbegriffe verwendet, weil die ja wohl ziemlich selten zusammen bei irgendeinem Release auftauchen, landet man bei Dimitri Shostakovich. Das sind aber auch 51 CDs 🙂

Dry Dive – Desperate Measures CS

Platsch. Solosachen von Johnny Fast, der uns bekannt ist von solch schönen Auswüchsen der neuseeländischen Interpretationen von Punk Rock wie Catsick, Nervous Jerk oder The Tacks. Man könnte meinen, ich kriege hier Geld dafür ich sei ein Fan.

Wenn Euch der besagte Kram gefällt, dann ist auch das hier was für Euch. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht eine Packung OCB Blättchen kauen, um die Geschmacksneutralität wieder herzustellen. Denn mal ganz objektiv betrachtet ist so ziemlich alles, was der Johnny anfasst, gut.

So auch die 5 Lieder, die nun natürlich auf dem Hauslabel Dust Up! erschienen sind. Pop Punk. Power Pop. Grunge Pop. Sommer Core.
Mach weiter, ich hör Dir zu.

Ich hab mal gemessen. Während der 5 Songs schafft man drei Kugeln Eis, wenn man sich beeilt.

Lieek – S/T EP

Neues aus dem Hause Lieek. Manchen Bands scheint diese Corona-Krise ja ganz gut zu bekommen. So sind diese Songs von dem Trio aus Berlin bereits die zweite Veröffentlichung aus dem furchtbaren/fruchtbaren Jahr 2020.

Stilistisch kann man sich innerhalb dieser kurzen Zeit nicht großartig verändern und so ist auch diese EP durch kalten/coolen Post Punk im Stile der Kosmonauten Kollegen geprägt.
Ganz geil, ne?

Mal sehen, ob und wo das erscheint. Zur Zeit erst einmal nur digital.

Glueams – Mental / 365 (bearbeitet)

Sehr coole Songs von Glueams aus Berlin, die ich sehr gerne mitsingen würde, aber ich versteh kein Wort. Ich kann nicht mal sagen, um welche Sprache es sich hier handelt. Ist das Deutsch? Englisch? Afrikaans?
Egal. Ich mach das einfach so wie früher, als ich als kleiner Scheißer auch irgendeinen Mist zu den Beatles mitgesungen habe.

Musikalisch wird hier offensiv mit den 80er Jahren Berlins kokettiert, was man so heutzutage auch immer wieder öfters zu hören bekommt. Ein bisschen Post und Wave, ein bisschen mehr Punk, ein bisschen Gekreische. Alles zusammen richtig gut und so auch nur aus der Hauptstadt möglich.

Das muss man nun nicht unbedingt als neu verkaufen, aber in unserer Subkultur gibt es so etwas ja eigentlich sowieso nicht, ne?

Erscheint in knapp 2 Wochen beim feinen Label Static Age und ist natürlich ein Reissue. Sowas weiß man doch, Mensch. Peinlich. Echt ma…Das sind doch die mit dem Eisbär. Dididit dididit dididit usw.

The Archaeas – S/T LP (Teaser)

He, Grillmeister und Craftbier-Genießer…ihr könnt wieder im Vorgarten die Piratenflagge hissen und eure Tattoos mit der Pflegeserie von DM einschmieren. Hier gibt es mehr Rock n' Roll aus Louisville, Kentucky für uns. Yeah! Der Sommer ist gerettet – endlich wieder zu der passenden Musik rotzevoll mit dem Kopp auf dem Fliesentisch einpennen.

Nach der großartigen Single auf Total Punk, die im Februar hier vorgestellt wurde, haben sich die drei Archaeen auf Goner Records eingefunden, weil da mal die Japaner Guitar Wolf veröffentlicht haben, oder so. Zumindest hab ich mir das jetzt so eben auf die Schnelle merken können. Egal.

Wir haben eh nur Zeit für einen Song – den Rest gibt es in 6 Wochen. Das Album erscheint am 19. September.

Kann man jetzt vorbestellen und 40 Euro Versandkosten bezahlen. Aber das spart man dann ja beim Nackensteak wieder ein.