Polyester – Dipsomaniac

Metalpunk.
Mit einem Song über Alkoholismus.

Ich hab da nicht so richtig hingehört und weiß jetzt nicht, ob das gefeiert wird (Yeah, Alkohol), oder ob da gesellschaftskritisch der geduldete Konsum und die daraus folgenden Schäden an Gesundheit und Gemeinschaft mikro- und makrosoziologisch aufgearbeitet und hinterfragt werden.

Aber die Musik ist gut. So, wie das Cover mit der gewagten Farbkombination irgendwie etwas schräg wirkt, klingt auch das Zusammenspiel von Punkgerüst mit Metalgitarren und Schrei-Quiekstimme etwas seltsam, aber richtig gut.

Kommt Ende Oktober mit einem zweiten Song raus.

Yeah, Alkohol. Yeah, Polyester.

Night Birds – Fresh Kills Vol. II

Kennt ihr eigentlich noch einen anderen nachtaktiven Singvogel außer der Nachtigall? Also ohne Hilfe des Internets und ohne den Telefonjoker Heinz Sielmann anzurufen. Ich nicht.
Und über diesen komischen Vogel weiß ich auch nur, dass er nachts singt und trapst. Gibt Schlimmeres, was man nachts machen kann.

OK, die zweite Compilation von den Night Birds ist deswegen gut, weil da die Coversongs von Big Boys mit drauf sind. Und Big Boys geht immer. Und die Night Birds haben das gut hinbekommen, wie auch schon auf dem Sampler (Influence), für den "Wise Up" gecovert wurde.

Ansonsten Stücke von den Singles und dem Demo, dazu noch andere Coversongs von unter anderem G.G. Allin (geiler Pokername, eigentlich).

Fein. Aber nur digital.

Wie, der Telefonjoker ist tot? Wer macht denn jetzt die ganzen Tierdokus im ZDF?

Crispy Newspaper – Ой Дуораан

Es muss der Band tierisch auf den Sack gehen, dass es, wann immer man über sie schreibt, dauernd um das Wetter in ihrer Stadt geht. Nee, Klima. Sorry, Klima. Nein, das ist nicht das gleiche.
Jaja. OK.
Also. Crispy Newspaper kommen aus Jakutsk und somit aus der kältesten Stadt der Welt.
Wie kalt?
Da bekommen die Kinder erst schulfrei, wenn es kälter als -45° Celsius sind. Uff.
Um warm zu bleiben, trifft man sich im Keller bei Kerzenschein und Kartoffelschnaps, um danach verschwitzt und besoffen, halb blind und verliebt gemeinsam Krach zu machen. Das Ergebnis klingt dann so.

Sollten wir alle viel öfter tun. Kommt im Oktober.

Jeff Rosenstock – 2020 Dump

Es ist euch sicherlich schon aufgefallen, dass ich den Typen mag. Und wie kann ich da widerstehen, wenn Jeff Rosenstock mal eben ein paar neue Songs raushaut, die er in den letzten Wochen aufgenommen hat? Toller Bursche.

Ghoulies – Flat Earth LP

Ghoulies aus Perth in Australien machen den perfekten Soundtrack zu dem kleinen Bereich meines Lebens, in dem ich dringend aufs Klo muss.

Wenn man mal so drüber nachdenkt, ist das eigentlich eine schöne Idee für ein Mixtape. Vom mittaglichen Aufstehen über Zahn putzen und Fußnägel kauen bis zu Glühbirnen wechseln kann man bestimmt viele Bands/Songs finden, die wie die Faust aufs Auge passen.

Hier also eine etwas hektische Variante des gerade modernen Egg Punks.

Im Original bei Slime Street Records auf Kassette erschienen und ausverkauft. Und dann auf Vinyl bei Cuerdas Fuera Records und heutzutage (2023) bei Bargain Bin Records.

Smarts – Who Needs Smarts, Anyway?

Oha! Ich freu mich auf das Album. Dann kann ich auch mehr dazu sagen. Vielleicht auch nicht. Egal. Geil. Bis zum 16. Oktober höre ich einfach das hier. Oha…

Mitraillle – Schroothoofd EP

Tolle neue EP von den Belgiern, die offensichtlich eine Affinität für Sekundärrohstoff haben. Nachdem ihr Demo einfach nur Schrott hieß, nannten sie danach ihre erste Single Schrotthaufen und nun trägt das dritte Release den wunderschönen Titel Schrottkopf. Toll.

Und wie dieser Wertstoff zieht sich auch der eigene Sound durch alle drei Veröffentlichungen von Mitraille. Man könnte sagen, sie recyceln ihren Schrott. Haha.
Sehr starker Garage Punk Rock Kram, der neben dem Genre-üblichen Gedöns viele tolle Melodien offenbart, wenn man sich mal durch die Oberfläche gebohrt hat.
Mit Cancelled hat sich dann auch ein thematisch perfekt in diese bekackte Zeit passendes Lied gefunden, das man ins Lexikon neben das Bild von dem Jahr 2020 kleben sollte.

Erscheint demnächst bei Ronny Rex auf 7″ und kann jetzt vorbestellt werden. Zu jedem Preorder bekommt man eine Tonne wertlosen Schrott ins Haus geworfen. Yeah!

Vaguess – Berlin

Zu diesem Album habe ich heute morgen spitzen Pancakes für die Familie gemacht und nach dem Verzehr dann bemerkt, dass ich anscheinend eine Eierunverträglichkeit habe.
Zumindest ist das meine laienhafte Vermutung, da nur ich längere Zeit auf dem Klo verbracht hab und diese Kackschlacht möchte ich ungern auf die Musik schieben. Also keine Eier mehr? Hm.

Oder hab ich gestern zu viel getrunken und die Kombination von 12 Flaschen Dr. Pepper und 7 Eierpfannkuchen hat dann eine explosive Mischung im Enddarm ergeben? Sind Ärzte hier?

Naja, auf jeden Fall eignet sich dieses 4-Spur Juwel von Vaguess ganz wunderbar zum Nebenbeihören. Das ist jetzt halt keine Partymusik. Eher so zum Schachspielen, Heroin, Kunstband anschauen, Fleischklopfen, Wäsche aufhängen oder Bonsaibäumchen schneiden. Keine Ahnung, was ihr so sonntags macht.

Der Typ hinter der Musik, Vinny Earley, sagt es selber am besten: "Hi sorry this isn’t very punk but I’ll make another punk one soon okay?"

Kostet nichts, ist bei Refry Records erschienen und mit "Miss You" hat sich versehentlich ein kleiner Hit eingeschlichen.

Honey Joy – II LP

Lecker! Es gibt eine neue LP von Honey Joy aus London mit 9 Songs, für die Courtney noch mehr getötet hätte. Richtig guter Pop Punk Garage mit der 90er Jahre Grunge Kante.

Im Vergleich zu dem Debüt vor 3 Jahren ist das Songwriting ein bisschen ausgefeilter geworden, was der Platte sehr gut tut. Bei mir kommt zumindest keine Langeweile auf, während ich zuhöre. Aber ich putze auch gerade das Klo nebenbei, habe viel zu tun und muss multitaskingfähig werden. Der moderne Mann!

Erschienen ist das Ding vor ein paar Stunden auf Everything Sucks Music. Kann man bei Bandcamp in verschiedenen Farben kaufen. Macht mal.

Ist im übrigen von Daniel Husayn bei North London Bomb Factory gemastert worden. Ja, der lebt auch noch.

I Am The Fly – S/T 7″

Die beiden Fliegen aus Mühlheim liefern 3 neue Synth Punk Nummern ab. Auf Vinyl!
Tolle Sache, nachdem das Demo bereits Anklang gefunden hatte, haben sie anscheinend auf mich gehört und mehr gemacht. Danke.

Dass die Band (I am the Fly) einen der Songs nach einem Fressfeind (Axolotl) benannt hat, zeigt wahrscheinlich nur die Indifferenz gegenüber normativer Rollenverteilung. Sonst würde man sich wohl auch nicht solch einen Namen geben. Oder denke ich da zu weit?

Ich mein, wenn meine Band "Ich bin die Gans" heißt und dann ein Song "Fuchs" auf meiner Single erscheint, dann bedeutet das doch was…oder etwa nicht? Hm.
Egal. Gute Musik.

Das Video zu dem Schwanzlurch könnt ihr derzeit noch rechts bestaunen. Bald dann nur noch hier.