Why Bother? – There Are Such Things LP

Tolle Zusammenstellung von Hits der Band aus Iowa, die mit ihrem Debüt auf Langspielplatte eigentlich gerade erst Thema hier waren. Na gut. Why Bother? wollen jetzt alles mal auf großen Vinylscheiben veröffentlichen und das ist auch in Ordnung. Feel It Records haben hier wieder den Zuschlag erhalten und melken die Kuh, solange sie noch Weirdo-Synth-Surf-Punk aus dem Euter kotzt.
Ich mag das. Ich freu mich.

Ärzte-Fans können nun endlich aufatmen und mit "Buddy Found His Glasses" eine 37-jährige Frage beantwortet wissen.

Forever Cult – Bitter

Welches Nirvana Album mögt Ihr denn eigentlich am liebsten? Mhm, aha, ok. Ist mir egal. Hier kann man sich ein Best of der drei Studio-LPs in einer kompakten Version stark verdichtet anhören. Forever Cult wird sich diesen Vergleich gefallen lassen müssen, weil ich ein alter Mann bin, der noch zu Fuß zum Kindergarten laufen musste und Nirvana noch miterlebt hat und weil die Band aus Leeds mit dem neuen Song tatsächlich verdammt noch mal so klingen.

Kommt bei Clue Records. Immer gut. Gerade montags.
Schöne Woche, Freunde!

Headcheese – Best Before End 2022 CS

Großartiger Hardcore Punk der Kanadier aus Kamloops.
Kamloops…kommt mit, ich erzähle euch was:

Die Stadt trägt eigentlich den Namen "Tk’əmlúps", den ihr die ursprünglichen Bewohner der First Nation (in diesem Falle die "Shuswap people – Secwépemc") gaben. Der Name bedeutet so viel wie "Begegung der Gewässer". Kamloop ist nun die anglisierte Form des Namens, obwohl manche Leute auch behaupten, der Name stamme von dem französischen "Camp des Loups" (Camp der Wölfe), was halt so ähnlich klingt wie das, was die Shuswap People damals als Bezeichnung wählten.
Und da es früher dort viele französische Pelzhändler in der Gegend gab, hält man die Erklärung für plausibel. Is natürlich Quatsch. Naja.

Vielleicht habt ihr von dem Ort auch schon mal gehört, denn letztes Jahr wurden dort mithilfe von Bodenradar höchstwahrscheinlich über 200 Leichen von Kindern in Gräbern entdeckt. Diese Leichen ordnet man der Kamloops Indian Residential School zu – einem ,nunja, Umerziehungslager der katholischen Kirche. Nette Leute. Nach Bekanntgabe des Fundes wurde auch besonnen reagiert und 5 Kirchen in Brand gesteckt.
Und ja, auch Headcheese kommen von dort.

Erscheint bei Slow Death Records auf Kassette. Fuck Religion.

Cherry Cheeks – Cherry Radio

Unsere Lieblings-Heckenstaude (Hemerocallis) aus Florida hat wieder ein paar neue "quirlige Punk-Explosionen" (Flight13) in die Freiheit entlassen, nachdem diese offensichtlich bereits seit 2 Jahren in Gefangenschaft auf des Künstlers (Kyle Harms) Festplatte bei äh, Bits und Bytes darbten.
Das passt ganz wunderbar in die Playlist für die Busfahrt zur Abendschule (VWL).

Erstmal nur digital, aber das hat bei der letzten Veröffentlichung von Cherry Cheeks ja auch ein bisschen gedauert. Mal schauen. "ACAB" ist ein Hit. Wie immer 😉

The Fertilized Eggs – Feed Their Friends On All Hallow’s Eve CS

Vielleicht sollte ich so einen Sammelthread hier machen und den ganzen Halloween-Kram in einen Beitrag packen? Ach, scheiß drauf. Salami-Taktik it is…
Erste Scheibe kommt von den Fertilized Eggs und macht mit 4 Songs auf Kassette (oder unnatürlich digital) ziemlich viel Wind im Süßigkeiten-Schrank. Tolle weirdo Punk Stücke mit einem sehr schönen "Zombie" Cover. Hoffentlich dreht sich Dolores Mary Eileen O’Riordan dazu im Grab – würde ja eigentlich zum Thema passen.

Man kann das Tape jetzt bei Dirtbag Distro vorbestellen, aber ob das dann noch rechtzeitig zu Deiner Halloween Party ankommt, wage ich zu bezweifeln. Pro Tipp: Lass es.

Manuela Iwansson – Piece Of You (feat. Bria Salmena)

Ups, da passt man mal ne kurze Zeit nicht auf und schon hat die gute Frau Iwansson wieder zwei neue Stücke aus dem Füllhorn des Pop/Rock/Post-Punks mit ihrer wunderbaren Stimme vertont.

Prima, ich liebe diese Frau Stimme, seit ich die mal live mit den großartigen Terrible Feelings gesehen hab. Das ist jetzt auch schon 10 Jahre her, kann das sein? Puh. Naja, in dieser Zeit mutet man den Künstlerinnen ja gerne auch ein bisschen Wandlungsfähigkeit zu und so hat auch Manuela Iwansson das Spektrum der Rockmusik aus den 80ern inzwischen gut abgedeckt.

Mit Piece of You hat sie hier irgendwie einen kleinen countryesken Einschlag hingelegt, der vielleicht an ihrer Duettpartnerin liegen mag – ich kenne Bria Salmena leider nicht. Ist mir eigentlich auch egal, wahrscheinlich kann die gute Frau auch Nahrungsmittelangaben eines Toastbrots im 90er Gangsta Rap vortragen und ich würde das gut finden. Mir fehlt die kritische Distanz eines Journalisten. Sorry.
Schönes Lied!

Der andere "neue" Song Boys Of Summer ist schon ein paar Monate alt, den hab ich gar nicht mitbekommen. Hätte sie mir ja ruhig mal Bescheid geben können. Tss. Das Lied besticht wieder durch 80er Synthies, schwedische Popmelodien und natürlich dem wunderbaren Gesang, der alles zusammenhält – da kündigt sich wohl demnächst ein Album an? Das wäre doch mal was. Ich bin Fan.

Sweet Teeth – High Anxiety LP

Junge, Junge. Mädel, Mädel. Wenn ich davon noch mehr höre, muss ich bald zum Zahnarzt.
Ich glaub, weil ich in den Neunzigern nur Spice Girls (Girl Power!) und Rammstein (äh.., Feuer, Bumm, Männerrrr!) gehört hab, fehlt in meiner musikalischen Sozialistaion dieser zuckersüße Grunge-Indie Kram. Wie schön, dass Sweet Teeth sich ebenso noch immer an diesem Sound erfreuen können und ihn obendrein so wunderbar zelebrieren.

Andererseits, wenn die sich schon nach einem Plural von einer Vorliebe zu Süßkram benennen, muss da ja was Klebriges bei rumkommen.
Na klar, das sind Schweden, natürlich können die unglaubliche Pop Songs schreiben und eh besser Englisch sprechen als das durchschnittliche Inzestopfer des britischen Königshauses, aber wer hätte gedacht, dass die Jungs so eine authentische Version des 90er Indie Rock Grunge Pop Punks in das Jahr 2022 transportieren können? Ich.

OK – das Album kommt wieder auf Löveley nächste Woche raus und man kann das in gelb oder pink kaufen. Und der beste Schokoriegel wäre natürlich Lion, wenn er nicht von fucking Nestlé wäre.

Private Lives – S/T CS

Ich hab mich schon wieder verlesen und dachte, da steht "Pirate Lives" statt Private Lives. Dann bin ich da zwar mit falschen Assoziationen an die Musik herangetreten, aber Namen sind ja Schall und Rauch, ne? Und Punk Rock ist das allemal, wenn auch nicht so freibeuterisch und wild. Private Lives: eine Band aus dem französischen Kanada (Montréal), die mit Leuten von Priors und Pale Lips gespickt ist. Die hatten nur noch den Buchstaben "P" übrig für ihre Bands. Passt.

Kommt auf Kassette bei Feel It Records heraus und bringt bei 5 Liedern eine Spielzeit von 13 Minuten auf die Waage.

Drunk Dial – Ditches #9 & Drakulas #10 7″

Ich bin Euch da noch was schuldig geblieben. Hier kommen ein paar Nachzügler aus den letzten Monaten. Also zwei.

Nachdem mich die letzten Veröffentlichungen von Drunk Dial nicht mehr so sehr umgehauen haben und ich schon Angst bekam, dass das Konzept, eine Band betrunken zu machen und sie dann spontan einen Song komponieren und einspielen zu lassen, vielleicht doch eine Scheiss-Idee sein könnte, sind hier doch noch zwei ganz gute Sachen glücklicherweise bei den letzten Sessions in die Rekorder gelallt worden.

Ditches machen Pop Punk. Der geht ja eigentlich nüchtern gar nicht. Also hat das hier auch gut funktioniert. Hinten dran ein Cover von den Hives.

Zuletzt waren Drakulas im Studio und haben sich eine Kiste Fernet Branca geteilt. Herausgekommen ist das hier (inkl. einem Cover von der Jim Caroll Band):

Wenn Ihr mich fragt, sind das zwei gute Gründe für eine MPU. Wer so tolle Musik "under the influence" schreibt, spielt und aufnehmen kann, ist mit Sicherheit Alkoholiker, drogenabhängig und resistent gegen Morphium.
Kann man auf Single kaufen.

Cacogens – Flesh In Hell CS

Wie spricht man diese Band aus? So wie die lustigen Hosen, die Skater und modebewusste Teenager in den Nullerjahren getragen haben? Oder so, dass man nicht weiß, was es bedeuten soll?

Naja, egal – wer dynamischen Garage Synth Punk mit Schnodder im Rucksack und mag, wird dies hier lieben.

Ein Typ, der bei den Garage Punkern Werewolf Jones gepielt hat, geht nun alleine in die Richtung von Flop Machine und biegt unterwegs nach Australien ab. 8 Songs in irgendwie 22 Minuten und ein bisschen Spielzeit machen auf jeden Fall sehr viel Spaß und passen genau in die Pause zwischen "Boah, ich hab kein Bock auf dieses bekackte Meeting" und "Boah, schon wieder ein scheiß Meeting?" Sehr cool.

Kommt auf Kassette bei Feral Kid Records raus. Und die Hosen sind jetzt auch wieder in. Vielleicht habt Ihr ja noch ein Paar aufm Dachboden liegen…