Teenage Exorcists

Manchmal, wenn das Wetter stimmt, is mir irgendwie nach Popmusik. Nicht unbedingt das fürchterliche Radioprogramm der bekannten Sender, sondern eher so ne Mischung aus Iggy Pop und Madonna. Irgendwas, das die Leichtigkeit des kalifornischen Songwritings der Beach Boys hat und trotzdem nicht lalala Langeweile verbreitet. Wie gut, dass es die Teenage Exorcists gibt. Die haben sich so ziemlich genau auf den oben beschriebenen Sound geeinigt und garnieren den sogar noch mit unglaublich genialen Gitarrensoli.

Die drei Jungs haben sich erst letztes oder vorletztes Jahr gegründet, kommen aus Riverside in Kalifornien und bezeichnen ihre Musik selber als Scum Pop. Das ist aber auch so ziemlich alles an Info, was man ohne aufwendigere Recherche herausfindet, denn der Bandname ist zwar einerseits cool, aber andererseits leider auch mit einer kleinen Gruppe von religiösen Menschen verknüpft, die das ernst meinen! Kein Scheiß.

Teenage Exorcists sind auch 3 Mädels aus Arizona, die durch die Welt tingeln und, nun ja, Exorzismus betreiben. Da hatte Vice auch mal ein Filmchen drüber gemacht. Und bei ner Suchanfrage mit dem Titel "Teenage Exorcists" erhält man eben wesentlich mehr Kram zu diesen bekloppten Jungfrauen als zu ihren Pop-Rock-Indie-Dings Namensvettern.

Na, egal. Musik! Hört mal, hier ist die erste EP von dem Vierling, das mir den Frühling versüßt. Sehr schön! Und kann mal irgendjemand das auf Vinyl rausbringen, bitte?

Voight-Kampff

Zwischenfrage: Habt Ihr "Do Androids Dream of Electric Sheep?" gelesen? Dieser tolle Roman von Philip K. Dick, der auch relativ dick vom Regisseur Ridley Scott unter dem Titel "Blade Runner" verfilmt wurde? Naja, das eine oder das andere kennt Ihr bestimmt. In beiden Versionen spielt auf jeden Fall der sogenannte Voight Kampff Test eine große Rolle, mit dessen Hilfe nämlich ein Replikant mittels einer bestimmten Technik der Fragestellung erkannt werden kann. Ihr erinnert Euch? Gut.

Die Band, die sich solch einen Namen gibt, muss ja zwangsläufig ein bisschen düster sein. Oder einfach nur Fans der Story, ist ja eigentlich egal. Aber der Sound der Band erinnert teilweise tatsächlich an die dunkle und beklemmende Stimmung des Films/Buchs. Das ist ja grad auch groß in Mode. Diese düsteren Punk Rock Bands. Und glücklicherweise stechen Voight-Kampff deutlich aus dem Haufen der Bands hervor, die versuchen, diesen Kram zu spielen.

Eigentlich besteht Voight-Kampff lediglich aus zwei Protagonisten, die die Songs schreiben und sich dann für ihre Live Auftritte ein paar Musiker zusammensuchen. Joe Sulier und Colin Swanson-White haben die Band vor 2 Jahren gegründet und sind kürzlich mit ihrer Debüt Scheibe auf Deranged Records gelandet. Interessanterweise lebt Joe in St. Louis und Colin in Minneapolis, was das Proben wohl ein bisschen schwierig gestaltet und womit sich auch das unterschiedliche Line-up bei Auftritten erklären lässt. Die haben eben eine Band in St. Louis und eine in Minneapolis. Nun ja.

Ihr solltet Euch auf jeden Fall die LP mal anhören, die Band kommt nämlich bald auf Europa Tour und da will man ja nicht traurig in der Ecke stehen, sondern die Jungs abfeiern.

Wer dann mit Voight-Kampff auf Tour geht und sich an den Instrumenten verausgabt, ist im übrigen noch nicht bekannt.… Mehr...

Sonic Avenues – Neue LP und Tour

Dass ich hier ab und zu kanadische Bands abfeiere, dürfte dem aufmerksamen Leser dieses Dings schon aufgefallen sein. Es wird also niemanden verwundern, wenn ich heute mal wieder eine grandiose Band aus dem Land der Mounties thematisiere.

Keine Ahnung, was die Kanadianer warum wie richtig machen, aber es scheint im Norden irgendwie Menschen leichter zu fallen, auf poppige Ohrwurmmelodien zu kommen. Naja.

Sonic Avenues kommen aus dem hübschen Städtchen Montreal und haben in ihrer achtjährigen Existenz bereits 2 sehr gute Longplayer veröffentlicht. Außerdem waren sie schon mit Steve Adamyk in Deutschland auf Tour, man könnte die Band also in alter Besetzung bereits live gesehen haben. Interessanterweise sind Sonic Avenues auch hierzulande wesentlich bekannter gewesen als in Nordamerika. Erst mit ihrer zweiten LP von 2012, die auf Dirtnap erschienen ist, hat sich das wohl auch da drüben rumgesprochen, dass die 4 Jungs eine ordentliche Mischung aus Punk Rock, Garage und Pop machen. Ach, Kategorien, das is doch immer scheiße…hört lieber mal rein. Bald erscheint nämlich das neue Album "Mistakes" auf Dirtnap, auf dem der neue Bassist zum ersten Mal zu hören ist und zu Werbezwecken darf man sich schon mal einen Song davon anhören. Danach versteht Ihr bestimmt, was ich meine.

Im übrigen liegt Montreal auf demselben nördlichen Breitengrad wie Bordeaux oder Venedig – soviel zum Thema Norden. In den nächsten Tagen verrate ich dann auch, wann die Band mit wem auf Tour ist. Und warum Ihr da hingehen müsst…

Todd Congelliere – Neue LP & Tour

Nanu, da passt man mal ne Sekunde nicht auf und schon hat Todd Congelliere ein Soloalbum aufgenommen. Der gute Mann betreut ja nicht nur das feine Label Recess Records, sondern spielt nebenher auch noch bei Toys That Kill, FYP und Underground Rauilroad To Candyland mit, bzw. singt. Anscheinend ist er aber damit nicht ausgelastet und es fließen nur so Punk Rock Perlen aus seinem Hirn in die Gitarre in das Mikro auf das Vinyl.

Hier könnt Ihr schon mal die ersten paar Stücke von der Bandcamp Seite hören. Bald erscheint die Platte natürlich auf Recess und die könnt Ihr dann besitmmt schon auf einem der vielen Konzerte kaufen. Der ist nämlich mit allen Bands auf Tour. Kein Scheiß. Die spielen alle zusammen irgendwie. Freu ich mich drauf!

The Dicks – Doku!

Na, das ist ja mal ne schöne Idee! Die Filmemacherin Cindy Marabito hat eine Finanzierungskampagne auf Indiegogo gestartet, mit deren Hilfe sie eine Doku über die fantastischen Dicks aus Texas machen will. Ihr kennt die Band, oder? Da wurden auch grad erst ein paar seltene Sachen netterweise wieder veröffentlicht.

The Dicks waren eine legendäre Punk Rock Band, in der nicht nur offensiv mit der Homosexualität des Sängers Gary Floyd umgegangen wurde, sondern die auch ihre deutlich kommunistische Ideologie auf ihren ersten Releases visuell und textlich inszeniert haben. Muss eine lustige Zeit im konservativen Texas der 80er für die Jungs gewesen sein.

Ich bezweifel zwar, dass in den nächsten 5 Tagen noch das erklärte Ziel von $35.000 erreicht wird (momentan steht das Spendenkonto bei $1.620), aber vielleicht bekommen wir zumindest einen etwas ausführlicheren Einblick in die Schaffensphase dieser grandiosen Band, wenn so $2.000 zusammenkommen, mal sehen. Der Trailer ist ja schon mal super. Falls Ihr also ein paar Dollar übrig habt, könnt Ihr hier gerne was spenden.

Horror Abteilung – Forke des Todes

Für Freunde des poppigen Punk Rocks à la Teenage Bottlerocket, Queers oder Screeching Weasel gibts hier was Neues. Horror Section! Eine Band, die ihre Debüt Single auf Ghost Party Records bereits ausverkauft hatten, bevor sie ihr erstes Konzert gespielt haben. Und angenehmerweise übertreibt die Band auch nicht mit irgendwelcher Effekthascherei, die man in dem Genre Horror Punk sonst gerne mal einsetzt, um von den bekloppten Texten abzulenken. Oder die meisten Leute sind einfach ungeschminkt entsetzlich hässlich, wat weiß ich.

Diese Jungs sind jedenfalls einfach Fans von ultraschlechten B-Movies aus den 80ern und thematisieren diese Filme dann auch gerne in ihren Texten. Da gibts ja schlimmere Sachen. Die Single ist somit auch nach einem Klassiker aus den 80ern benannt: The Prowler. Der hat immerhin 6.1 Punkte bei IMDB bekommen, was ja quasi einem Ritterschlag in der Filmszene entspricht, zumindest was Horror/Slasher Filme angeht. Die bekloppte deutsche Übersetzung lautet im übrigen Forke des Todes. Nun ja.

Hier könnt Ihr auf jeden Fall erst mal das Video zu dem Song Cut you up ansehen, das eigentlich nur eine Ansammlung von Ausschnitten aus verschiedenen Horrorfilmen ist. Wenn Ihr alle aufzählen könnt, habt Ihr Eure Zeit vorm Fernseher verschwendet…

Das Label Eccentric Pop Records hat die ausverkaufte Single nun nachgepresst und die könnt Ihr Euch in dem Plattenladen Eures Vertrauens bestimmt bestellen lassen. Oder Ihr hört Euch einfach die 5 Songs erst mal auf der Bandcamp Seite an.

The Estranged – Album Stream

Na endlich! Das Trio aus Portland hat nach knapp 4 Jahren ein neues Album am Start! Da hab ich ja schon länger drauf gewartet und werde nach dem ersten Hören auch nicht enttäuscht. Die LP ist die dritte oder vierte Veröffentlichung auf Dirtnap Records, je nachdem, wen man fragt. Und auch hier hört man wieder die in der Stadt omnipräsenten Wipers als Einfluss deutlich raus, was aber wahrscheinlich niemand mehr so richtig lesen/hören will.

Düster, eingängig und extrem kurzweilige 9 Songs, die perfekt zum grauen Wetter passen und eigentlich schon so früh im Jahr als Anwärter für die Best of Liste 2014 notiert werden müssen. Hierzulande kommt die LP bei Sabotage raus und auf der Bandcamp Seite des Labels kann man sich das komplette Ding auch schon mal anhören, pünktlich zur bevorstehenden Europa-Tour. Nobel!

Unsinn, aber gut

Weil der Bandname so scheiße ist. Und weil der Titel so scheiße ist. Und weil das Video so scheiße ist. Und weil die Musik so nett ist. Und weil es ein Sideproject von den ohnehin unterschätzen Murderburgers ist.

Hier das neue Video von Fuck *(It’s pronounced Shit)* mit dem Titel It’s not the size of your penis that matters, it’s how big it is.

Und wenn man als Bandbeschreibung selber sagt, dieses Projekt sei das musikalische Äquivalent zu einem Nervenzusammenbruch, schließt sich für mich irgendwie der Kreis. Interessante Band.

OK, hier einfach die Singles zusammengefasst, weil es das Video nicht mehr zu geben scheint…

Drunken Sailor Compilation

Über das englische Label Drunken Sailor Records aus Stoke-on-Trent hab ich hier schon mal im Sommer was gehabt, aber eigentlich müsste man dem betrunkenen Seemann noch viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Dann mach ich das eben jetzt…

Auf seiner Bandcamp Seite hat das Label jetzt einen kostenlosen Sampler bereitgestellt, der mit 18 Bands ein relativ abwechslungsreiches Programm bietet. Von der Hardcore Band Werewolves on Motorcycles (geiler Bandname) über die zuckersüßen Klänge des Salt Lake City Pop Quartetts Baby Ghosts bis hin zu den bärtigen Punk Rockern von Iron Chic, die einen Coversong von den Butthole Surfers beisteuern. Ist alles Punk Rock, versteht sich, aber die Compilation wird beim Durchhören auf keinen Fall langweilig.

Alle vertretenen Bands haben in diesem Jahr auf dem Label irgendwas rausgebracht oder zumindest mit anderen Labels ein Co-Release am Start. Toys That Kill zum Beispiel oder Low Culture. Auf dem Cover ist im übrigen der Nachwuchs des Labelinhabers zu sehen. Sehr sympathisch!

World/Inferno Friendship Society – 7″

Die lustige Truppe aus Brooklyn, New York gibts inzwischen schon seit fast 20 Jahren und fast ebenso lang verfolge ich bereits die Veröffentlichungen und die Shows der Band (Scheiße, ich bin auch schon alt). Bei so einer langen Bandgeschichte kann man sich ja vorstellen, dass sich die Musik im Laufe der Zeit etwas weiterentwickelt und dass die Besetzung bei so einem Orchester auch mal wechselt. Laut Wikipedia bestand die World / Inferno Friendship Society bisher bereits aus mehr als 40 Musikern…OK!

Und waren sie zu Beginn noch etwas wild, punkig und roh, so sind sie inzwischen irgendwo bei einer Mischung aus Jazz, Soul, Klezmer und Polka angekommen. Mir persönlich gefiel das früher etwas besser, aber man muss seinen Lieblingen von einst ja auch erlauben, "erwachsen" zu werden. Und live ist die Band ohnehin immer ein großartiges Erlebnis.

Jetzt haben die 7-10 Bandmitglieder auf jeden Fall eine neue Single am Start, die sie nächste Woche offiziell veröffentlichen werden. Interessanterweise spielen auf den Release Shows auch zwei Leute wieder mit, die seit 15 Jahren nicht mehr dabei waren. Peter Hess (Tenor Saxophon) und Scott Hollingsworth (Piano) werden sich zusammen mit dem rotweinsüchtigen Sänger Jack und den anderen Verrückten die Bühne teilen.

Ihr könnt Euch schon mal den neuen Tieltrack der Single This packed Funeral hier anhören und selber entscheiden, ob die Band Euch noch gefällt oder wieder oder gar nicht.