Hey, es sind nur zwei Lieder, aber es ist J. fucking Robbins. OK? Wenn der Typ anfängt zu singen, bin ich glücklich.
Hier haben wir eher ein Paar von äh, reiferen Musikstücken, die Ende Januar dieses Jahres aufgenommen wurden und bei denen tatsächlich ein bisschen mit elektronischem Spielzeug herumhantiert wird.
Ich mag den Kerl. Der hat immerhin nicht nur unter anderem bei den sensationellen Jawbox und Burning Airlines gespielt und gesungen, nee der hat auch nebenbei ein paar sehr gute Alben produziert (Against Me!, Promise Ring, Hey Mercedes und die ganze Emo-Schar).
Jüngst auf der Bandcamp Seite erschienen und auch nur digital veröffentlicht. J. Robbins geht immer.
Wer von Euch kann mir ohne zu googlen sagen, wofür das J. bei dem Namen steht? Jürgen? Josef? Jay? Jedochnachause?
Oha. Da kommt aber eine richtig dicke Garage Punk Rock Rakete aus Melbourne angeschossen.
Vielleicht ist das Ding ob der 4-Spur Aufnahme ein bisschen schwach auf der Brust, aber dafür verstecken sich auf der 12″ mehr Ohrwürmer hinter dem Krach als Greg Cartwright je geschrieben hat – und ich liebe den Typen.
Auf dem selbstbetitelten Album pusten die vier Blowers einfach mal die Melodien und den Punk von The Reds zu der Lockerheit und dem Songwriting von Kool & The Gang Bangers in den Gehörgang und spritzen dann noch eine Prise Best Of The Reatards in die Venen. Frisch mit einer Überdosis Rock n' Roll versorgt kann man so zu den Songs ganz prima die Wäsche machen oder die Katze anzünden oder eine Bombe auf Deutschland werfen.
Ich will nur noch diese Platte hören, egal was ich mach. Sehr laut, sehr roh und lofi, sehr gut.
Das Debüt Album ist vor ein paar Tagen in Australien bei Spooky Records und in Portugal bei Chaputa Records erschienen.
Apropos Greg Cartwright. Die Reigning Sounds bringen auch gerade ein neues Album heraus, das wird auch prima.
Vor 25 Jahren war ich knietief im Hardcore und Emo aus den USA versunken und fand so ziemlich alles andere an Neuerscheinungen mindestens kacke bis langweilig und uninteressant. Das liegt zum Einen natürlich am zarten Alter, in dem ich damals war, aber zum Anderen war auch alles andere kacke.
Punk Rock war schon ein paar Jahre kommerziell erfolgreich, die Musikindustrie hatte sich Green Day, the Offspring, ALL, Jawbox, Bad Religion und zahlreiche andere Bands geschnappt und ich hatte keinerlei Interesse an deren Musik.
Deutsche Bands waren alle irgendwie doof, weil Deutschpunk mit Ausnahmen schon immer ein bisschen zu dumpf und peinlich war. An deutschem Punk hatte ich überhaupt kein Interesse, außer vielleicht an Zorn oder Dawnbreed aber das ist ja nun wirklich was anderes gewesen.
Und so saß ich da selbstgerecht in meinem Keller und lauschte den 10 auserwählten Bands, die meiner würdig waren. Bis zu einem Abend, an dem ich mit einer Kassette konfrontiert wurde, die im Auto eines Kumpels lief. Naja, des älteren Bruders von nem Kumpel – so alt bin ich nun auch wieder nicht.
Und schon beim ersten Hören des Albums in dem rostigen Polo hab ich gemerkt, dass deutscher Punk Rock gar nicht mal so doof sein muss. Ganz im Gegenteil, das klang irgendwie verschroben intelligent und gleichzeitig saucool. Sensationelle Gitarrenmelodien und darüber schräger Gesang mit kreativer Nutzung deutscher Grammatik und Texte mit mehr Tiefe und Inhalt als die faden Geschichten und Gedichte aus meinem Deutschunterricht.
Das sind Dackelblut aus Hamburg!
Was ist mit der Estonia gewesen? Was macht eigentlich Jochen Distelmeyer? Wer macht die Wäsche bei antikapitalistischen Auftragsmördern? Die Texte von Rachut treffen immer genau in die Mitte zwischen den Peinlichkeiten von "kryptischer Kacke" und der "Auf die Fresse Plumpheit" – hier werden gute und wichtige Gedanken in persönliche und/oder verrückte Geschichten verpackt. Genial!
Dazu ein schickes Artwork und ein Cover, das dem Namen der Band nicht unähnlich ist – irgendwie ein bisschen seltsam und deswegen auch anziehend und cool. Obendrein noch ein Cover von Funny van Dannen als Sahnehäubchen drauf, das es eigentlich gar nicht gebraucht hätte.
Und ja, auch der ganze Kram, den die beiden (Jens und Andreas) danach gemacht haben, war super. Aber Dackelblut? Für mich die beste deutschsprachige Punk Rock Band mit den besten Geschichten und den besten Gitarrenläufen.
Wann hat das eigentlich angefangen, dass so ziemlich alles Hardcore sein kann? Seit wann gibt es von allem eine Hardcore Variante? Und was gab es zuerst? Wer hat es erfunden? Pornos oder Musik?
Das XXXfindet gleichermaßen im SxE Hardcore und in der Pornografie Verwendung – warum eigentlich? Und was hat das mit Amsterdam zu tun? Und wieso gibt es das korrespondierende Softcore der schmuddeligen Saxophonfilmchen nicht auch als eine Bezeichnung von Musikgenres? Und wie würde sich das dann anhören? Wenn Antitainment "always hardcore" sind, ist zum Beispiel ZSK dann Softcore oder einfach nur kacke?
Alles Fragen, denen ich während des Lockdowns ebenfalls nicht nachgehen werde, ha. Dann lieber mal statt Fragen ein paar Antworten posten. Hier, Frage: Hardcore? Antwort: Slant!
Vor ner Woche haben die Verrückten aus Südkorea ihr neues Album bei Iron Lung veröffentlicht und damit höchstwahrscheinlich das beste Album des Genres in diesem Jahr auf Platte gepresst. Ich glaube, die ganzen LPs sind schon ausverkauft, aber was solls, die machen auch digital ziemlichen Lärm und Spaß. Geiler Scheiß.
Ich glaube, die Kornelkirsche hat den härtesten Kern. Der schwimmt nicht in Milch und der geht auch im Wasser unter. Fuck yeah.
Darf’s ein bisschen dunkler sein? Die Post/Dark Wave Punks von Body Maintenance aus Melbourne hätten da ein fettes Stück auf dem Grill liegen, das zwar nach der langen Zeit seit dem Demo (2017) fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist auf der Spectres Seite, aber dafür im Inneren noch roh blutet und nach Estranged und Bad Doctors schmeckt.
Vielleicht nicht die positivsten Vibes, die da aus den Boxen schwingen, aber was erwartet man auch, wenn man in diesem Alter seinem Körper Wartungsarbeiten unterzieht?
Naja, auf jeden Fall nett von Unwound Records, dass die 6 Songs auch auf einer schönen 12″ Scheibe veröffentlicht wurden und demnächst sogar ihren weiten Weg von Australien bis nach Europa finden. Nehm ich!
Die Band macht mir ein schlechtes Gewissen. Das versteht ihr auch bald, keine Sorge.
Hallo März. Ich hoffe, Du hast ein bisschen was Gutes im Gepäck. Ich könnte von allem ein bisschen besser vertragen.
Nein, ich scheiß auf den Friseur. Mach mal lieber Konzert oder Bar und Museum, Kino oder Plattenladen und Buchladen. Hey, Baumarkt wäre schon ein Anfang, dann könnte ich irgendwas irgendwie bauen und irgendwo an die Wohnung schrauben oder so.
Wenn das Jahr so weitergeht, bleibt mir nur Plan B und ich mache meinen YouTube Kanal zu Online-YogaBierPizzaPunk auf.
Naja, zum Glück machen noch genug Leute neue Musik, die man auch erst einmal hören muss. Der Golfball Jr. zum Beispiel hat jüngst eine Kassette bei White Glove Records veröffentlicht und das Tape kann man ganz wunderbar (digital) zu den ersten Sonnenstrahlen (analog) des Vor-Frühlings auf dem Balkon hören, während man die Tulpenzwiebeln verbuddelt.
Es handelt sich bei Herrn Golfball Jr. also um eine Viertelstunde Punk der easy- bis hard-listening Variation, die gerne mal zwischen den ganzen anderen Kram geschoben wird, der sonst so hier abgefeiert wird.
Wenn der Besuch bei einem Friseur ein Grundbedürfnis ist, bin ich für die Einführung eines Punktesystems. Ich arbeite das mal aus und schick es an meinen Landesvater. In Nullkommanix sitzen wir bei einem Bier zusammen, lasst mich nur machen…
Rumms, da melden sich die famosen Ballermänner und die Schreihälsin von GEL zurück. Ihr erinnert euch vielleicht an das tolle Tape vor einem Jahr, das war ja auch schon so schön unterhaltsam, wenn auch kurz.
Hier wird ähnliche Feinkost aus dem Hause Hardcore Punk geboten und Menschen mit einem leichten Hang zu cholerischen Stimmungsausbrüchen werden diese 7 Songs lieben. Eignet sich hervorragend für den Stadtverkehr morgens um 8.
Kommt Anfang April offiziell als 7″ bei ATOMIC ACTION! RECORDS, YOUTH DISTRIBUTE und CREW CUTS (UK) heraus. In den USA auf luschigem pinken Vinyl und in Europa England auf edlem weißen Vinyl. Toll. Ich nehm zwei. Jetzt schon mal digital zu bestaunen.
Wenn ich mir die Single jetzt noch dreimal anhöre, bekomme ich psychosomatisches Nasenbluten vom imaginären Ellbogen auf der Tanzfläche. Ich kann das Blut schon schmecken. Geile Band.
So langsam entwickelt sich Neon Taste Records zu meinem Lieblingslabel. Das noch recht junge Label aus Vancouver, BC in Kanada hat bereits in knapp 4 Jahren mehr tolle Sachen herausgehauen als die zukünftigen Börsenheinis von Universal in den letzten 40 Jahren.
Bands wie Fashionism, Chain Whip, Dead Cells und Nutrition wurden nicht nur von mir abgefeiert, sondern sind auch gern gesehene und gut verkaufte Vinylveröffentlichungen von europäischen Labels und somit macht der Josh Nickel da im fernen Kanada wohl Vieles richtig.
Das hört jetzt auch mit der kommenden Veröffentlichung nicht auf. Ganz im Gegenteil. Am 1. März kommt eine neue Hardcore Band aus dem eigenen Stall (British Columbia) auf Neon Taste heraus und hat sich den hübsch infantilen Namen Headcheese gegeben. Wenn man die bisherigen Veröffentlichungen so als Referenz heranzieht, dann kommen wohl die sensationellen Chain Whip hier als Maßstab in Frage und die legen die Messlatte auch reichlich hoch. Glücklicherweise meistern die 4 Burschen von Headcheese mit ihrem Debüt die Höhe aber spielend leicht und liegen so mit ihren Labelgenossen gleich auf.
Es kann natürlich auch sein, dass die Band sich tatsächlich nach der "Sülze" benannt hat und nicht nach "Smegma". Egal. Wenn ihr das komplette Album hören wollt, dann geht zu No Echo.
Hab ich schon erzählt, dass ich bei dem neu aufgelegten Tony Hawk Pro Skater nicht durch die fucking Mall komme? Also 100% des Levels meine ich natürlich. Einfach nur da runterrollen und Level fertig kriege ich noch hin. Aber komplett – ugh, da bin ich zu schnell frustriert.
Also früher hatte ich da mehr, äh, Zeit, würde ich sagen. Heute bin ich vernünftig, mache die Playstation aus, setz mich 5 Zentimeter weiter nach links und spiele zur Entspannung Golf auf der XBOX. Und da bei den Tiger Woods Spielen erstaunlich schlechter Soundtrack mit dabei ist, hab ich mir selber eine Playlist zusammengestellt.
Dazu zählen jetzt neuerdings auch die sensationellen Zig Zag aus Florida. Großartiges Demo, das ich leider verpasst hab, und eine noch großartigere Single, die jetzt bei 11pm Records erschienen ist. Schleppender Hardcore mit Suicidal Tendencies Tendenzen und schnelle Nummern aus dem Nähkästchen der 80er Jahre Westküsten Skatecore Fraktion. Geiler Scheiß.
Es herrscht grundlegend eine etwas deprimierende Stimmung auf der Single, was noch durch die Tatsache verstärkt wird, dass der Gitarrist leider nach den Aufnahmen verstorben ist. Und dann behaupten die Zig Zag auch noch, dass es schlimmer wird. Uff.
Vielleicht klappt es bei THPS ja mit dem Soundtrack von TW? Muss ich ausprobieren. Motivation durch Musik ist alles!
Genau wie bei jedem neuen Teil der anfangs noch guten Filmreihe von Predator wundere ich mich auch hier…nanu, den gibt’s noch? Ja, nicht totzukriegen, das Vieh.
Glücklicherweise kann die Band um Brannon Greene, der im übrigen auch bei den jüngst vorgestellten Nag singt, hier aber im Gegenteil zu den Filmen den hohen Standard und das Niveau von ihren Erstlingswerken halten, wenngleich sie auch mit dem neuen Album etwas mehr in die Richtung von anderen großartigen Bands wie zum Beispiel Video gehen.
Soll heißen: ein bisschen Geschwindigkeit drosseln und in die weirde und düstere Ecke der Punk Genres gesetzt, wo sich derzeit viele Gleichgesinnte tummeln, scheint an der Zeit zu liegen.
Die beiden Songs machen Bock auf mehr Salzstangen und Bier und das Album kommt dann auch, wie die letzte Single, bei Total Punk raus. Was soll da schon schief gehen.
Ich frag mich ja gerade, ob man sowas wie Alien vs. Predator mal promoten sollte und die Jungs zusammen Konzerte spielen können. Ach so….