Das wird ja ein Spaß dieses Jahr. Wir haben noch nicht mal eine Woche geschafft und schon hab ich keinen Bock mehr, das Radio oder Internet anzumachen.
Also Notiz für mich: Atomkraftwerke sind gut, weil sie voll grün sind und ohne CO2-Belastung auskommen (nur der Uran-Abbau, aber nicht weitersagen).
Farbige Tattoos sind jetzt in Europa verboten, weil das hässlich ist. Und ich habe erst meine Outlines vom Ruby-Cube fertig, verdammt. Corona schmeckt immer noch nicht und macht schlimmen Husten, deswegen muss man weniger lang zuhause rumhängen, wenn man sich angesteckt hat, damit man schnell wieder ins Büro darf.
Puh, geil.
Seablite – Breadcrumbs c/w Ink Bleeds 7″
Wir beginnen jetzt einfach mal, tief durchzuatmen und die Tüte mit dem Klebstoff beiseite zu legen. Seablite legen hier mit zwei neuen, sehr schönen und ruhigen Songs los und sorgen am ersten Tag des Jahres schon einmal für den Soundtrack der nächsten 360 Tage. Entweder desillusionierend den Kopf in den Matsch stecken oder milde lächelnd über den ganzen Scheiß hinweg schweben. In Farbe schon ausverkauft, aber allem Anschein nach wird das Jahr ohnehin sehr farblos, also tuts auch schwarzes Vinyl.
Jason Kaminski – Three
Sagte ich ruhig? OK, dann können wir auch noch ein paar alte Aufnahmen mit heranziehen. Veröffentlicht vor einem Monat, aber aufgenommen, als die Welt noch bunter (Tattoos) war. Die drei Songs von Jason Kaminski stammen alle aus den Jahren 2017-2019 und klingen deswegen wahrscheinlich so schön unaufgeregt abgeklärt smooooooth. Feine Schlafzimmer-4-Spur Recordings auf Tascam und Teac. Das sind ja oft die besten, ne? Mhhh, Schlafzimmer…Gott, bin ich müde.
The Jackets / The Courettes – Chaputa!’s Double Feature Vol.4 7″
Apropos Ruhig. Garage Punk, die ruhige Schwester des Trash Punks, ist ja auch nicht tot zu kriegen. Hier haben wir zwei Exemplare dieses Genres, die sich eine kleine 7″ teilen. So wie früher, Split-Singles, wisst ihr noch? Naja, die Gatefold-Version erscheint in ein paar Wochen und man kann jetzt schon jeweils einen Song der Jackets und der Courettes hören. Kann man so machen, ist tanzbar und dieses Tanzen wird ja auch nie aussterben, oder? Danke, Chaputa! für Nummer 4.
Brain Tourniquet – Darkness & Torture
So, genug Ruhe getankt. Ernsthafter und brutaler als Brain Tourniquet wird es nicht mehr in diesem Leben. Ein bisschen Geballer sind wir dem Ende des letzten Jahres ja noch ohnehin schuldig, also bitte. Bald erscheint eine neue EP von den Jungs aus Washington D.C. auf Iron Lung und die scheint ihrem Debüt aus dem letzten Jahr in Sachen Power Violence in Nichts nachzustehen. Zwei Songs kann man schon einmal genießen…Rumms – hallo 2022!
Piss Kinks – Demo CS
Und wo wir gerade so schön Schlittenfahren…hui. Hier geht’s weiter mit den verrückten Piss Kinks aus Kansas City, die fünf wunderbare Hardcore Punk Nummern bereitstellen, die manchmal sogar die 2-Minuten-Marke knacken. Ist das schon ein Affront? Nein, nicht wenn man vorher 15 Sekunden lang einem Mittelstrahl zuhören kann. Prost! Dirtbag Distro wieder einmal.
Feed – Off The Grid
Abgerundet wird der holprige Start ins Jahr mit Feed. Die fünf Songs sind zwar an Silvester erschienen, aber wer hat denn da Zeit für neue Sachen, wenn man reminisziert und in den Schrecklichkeiten aus 2021 schwelgt? Ich hab das jetzt erst gehört und für gut befunden. Also bitte – Punk aus Hammond, Indiana braucht keinen Bass. Zigarre rauchen, Fernet Branca gurgeln und ab gehtsssssssssss
Jeden verdammten Tag muss ich diesen Balanceakt durchführen, auf Messers Schneide durch das Leben zu schlittern. Mein Gemütszustand ist am Ende des Jahres derart instabil, dass ich bei Kleinigkeiten schnell mal nach links in die Depression abrutsche oder nach rechts in eine Depression gleite.
Na Mensch. Nach nur einem Jahr kommt schon was Neues von den beiden Franko-Kanadiern aus Montreal mit dem schönen Namen New Vogue. Ihr wisst schon, die Typen von Sonic Avenues und Priors, die ich
Ich glaub, eine Folge von Covid ist neben den viel beschriebenen Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche auch Humorlosigkeit, Zynismus und Konzentrationsschwäche und Müdigkeit gepaart mit Kopfschmerzen.
Am Ende des Jahres, wenn die Energie des Hirns wie eine Orange ausgelutscht ist und die Kreativität erst einmal wieder von zu viel Essen und zu viel Trinken und zu viel im Stau stehen neu aufgeladen werden muss, dann kann man sich auch mal getrost zurück lehnen und "alte" Songs in neuen Gewändern hören.
Neulich aufm Flohmarkt hat mich ein etwas untersetzter Herr in seinen 50ern über die beste Ein- und Verkaufspolitik aufgeklärt. Keine Ahnung warum, ich hab nicht danach gefragt. Wahrscheinlich stand ich zu lange vor seinen Kartons mit Bowie LPs und hab "Hallo" oder "Hmpf" gesagt. Meine Schuld also.
Ich glaub, bei der freiwilligen Feuerwehr fang ich auch nicht mehr an. Da muss man dann so Leute mit "Fuck You Greta" Aufklebern aus ihren SUVs herausschneiden. Oder ist das die Berufsfeuerwehr? Würde Sinn ergeben – die machen das professionell und dürfen nicht wählerisch sein.
Ein weiterer Eintrag in die Playlist zur Isolationsquarantäne. Ich dreh langsam durch. Was kann man da machen?