Silicone Values – Who Do You Hate? b/w Spirit Of The Age

Je länger die Überschrift, desto kürzer der Text. Lo-Fi Punk aus Bristol mit ganz wunderbaren Melodien im Abgang und Ohrwürmern im Nachgeschmack. Die achte oder neunte oder hundertste Doppel Digital Single von Silicone Values ist genauso toll wie alles davor und alles danach. Ich bin so müde, wann ist denn wieder Schlafen?

Nix Label. Keine Veröffentlichung auf physischem Tonträger. Ihr könnt die "alten" Sachen auf ner LP Compilation bei SDZ Records kaufen. Immerhin. Gute Nacht.

Kosmetika – Luxury 12″

Ein neues Album von Kosmetika aus Melbourne ist im Anflug. Hurra! Das sind gute Nachrichten an einem sonst eher schlimmen Tag, wenn nicht einmal mehr der Glaube an Gott vor einem bösen Hacker-Angriff schützen kann. Furchtbar. Hahar.

Der Internetauftritt und die gesamte Netzwerkstruktur und alle Daten der Christlich (haha) Demokratischen (haha) Union (haha) wurden von mir kurzerhand aus dem Internetcafé der 2000er heraus mit einem 486er lahmgelegt. Das kommt von eurem dummen Gottvertrauen, ihr Vögel. Die ergatterten Daten zur Spendenaffäre versteigere ich gegen Höchstgebot, Ehrenwort 😉

Einen Song vom dritten Album gibt es jetzt, den Rest dann im Juli, wenn es unerträglich heiß wird und die Schminke verläuft. Ich würde ja Shoegaze sagen, wenn es nicht so blöd klänge. Naja. Chilliger New Wave Post Punk klingt auch nicht besser, aber was solls. Wird ne prima Platte!

Spoilsport Records. Die 12″ kommt in verschiedenen Farben mit 10 Songs am 12. Juli heraus. Vielleicht findet die dann auch über Umwege ihren Weg irgendwann nach Europa, mal sehen. Bis dahin schaue ich mir die geheimen Videogalerien der CDU Parteitage an und zähle ausländerfeindliche Witze.

Omni Of Halos – S/T LP

Fühlt ihr euch auch manchmal so nach Kopf hängen lassen und einen Schritt zurück und einen Schritt vor? Na dann Willkommen bei dem fetzigsten Tanzstil der 90er Jahre und dem einzigen Move auf dem Dancefloor, der noch weniger Übung braucht als böse mit verschränkten Armen dastehen und cool sein.

Dieses sich-auf-die-Schuhe-glotzen kam ja auch als Genre irgendwann zu der Zeit ganz groß raus und könnte als eine Mixtur aus Grunge und Alternative und Indie bezeichnet werden. Und während ich das tippe, ist mir auch schlecht geworden, ihr habt ja recht. Aber ich höre gerade das Debüt Album von Omni Of Halos aus Göteborg zum 12. Mal und musste an meine heiße Discozeit denken. So schlecht war das alles gar nicht. Ein bisschen Dinosaur Jr. und ein bisschen Mudhoney und schon ist man mittendrin im Gitarrengewitter mit langen Haaren. Passt doch auch hin und wieder zum Frühstücksei mit Tabasco. Schöne Platte.

Lövely Records. Hübsch und bunt kommen sie daher, die Schallplatten. Sind zwar schon aus dem Jahr 2022 und daher uralt, aber der Sound hat ja kein Verfallsdatum, wie es scheint. Falls jemand Tanzunterricht braucht, schreibt mich ruhig an.

Cutters – Psychic Injury LP

Als Update zu der tollen Single vom letzten Monat erhalten wir von den Cutters aus Melbourne nun eine ganze LP voller Hardcore Punk Stimmungshits à la Stale Bread, I hate the Public oder auch Landlord Nation. Letzterer ist im übrigen ein Hit und animiert mich dazu, in einen Strandkorb an den ausgetrockneten Fresdorfer See in der Peripherie Berlins zu ziehen.

Ich glaub, das ist die einzige Immobilie, die ich mir leisten kann und wo ich all den Vermietern dieser Welt mal so richtig den Arsch ins Gesicht drücken kann. Bildlich gesprochen. Yeah. Endlich mietfrei.
Ansonsten hübsches Cover, wenig Kosten und Mühen gescheut. Mit 15 Songs und ein paar richtig langen Ausbrüchen, die bestimmt dem Stiff Richards Gitarristen geschuldet sind, kommt man dann auch auf eine angenehme Spielzeit von über 36 Minuten, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Cool!

Legless Records. Kam vor ein paar Tagen auf sehr vielen verschiedenen Farben heraus und kann euch somit euer langweiliges Leben bunt gestalten. Was darfs denn sein? Orange? Pink? Schwarz? Clear? Huiuiuiui.

Vielleicht nehme ich auch einfach typisch deutsch einen Kredit auf und hole mir für die ganze Familie diesen Strandkorb vom G7 Treffen, da können wir sogar Gäste empfangen. Bisschen repräsentieren muss schon sein.

Rolltreppe – Es geht bergab CS

Wie ist das eigentlich in Österreich geregelt mit dem Überholvorgang auf Rolltreppen? Oder gibt es da internationale Regeln, immerhin sind Rolltreppen oder Personenlaufbänder ja auf vielen Flughäfen zu finden und dort kann man sich nicht immer an die lokalen Gepflogenheiten halten.

Geht man auf einer Rolltreppe oder steht man auf einer Rolltreppe? Geht und steht man rechts und überholt links? Und ist das dann in England und in den ganzen anderen crazy Ländern mit Linksverkehr andersherum geregelt? Solche spannende Fragen tun sich ja automatisch auf, wenn man über die Post Punk Band Rolltreppe aus Wien liest, dass sie ein neues Release am Start haben. Es geht bergab. Aufregend.

Post Punk mit ganz viel Hall auf Bass und Gitarre, ganz viel düster im Gewand und ganz viel Cold Wave im Nachgeschmack. Kann man sich sehr gut während einer langen Fahrt im Untergrund zu Gemüte führen. Ich schätze, man schafft den Gotthard-Tunnel in knapp 16 Minuten, oder? Viel Spaß!

Urban Lurk Records. Auf 100 Kassetten erschienen. Ich glaub, länger bergab fahren auf einer Rolltreppe als in St. Petersburg kann man nicht. 138 Meter tief bei einer Geschwindigkeit von 0,65 Meter pro Sekunde. Es sei denn, man überholt.

Liquids – Piss here CS

Ein paar neue Stücke von den Liquids aus Indiana, die inzwischen mit ihrem stressigen Eiertanz um die Punk Rock Historie der letzten 40 Jahre ganz gut in Fahrt gekommen sind.

Man stelle sich mal vor, wie das alles klingen würde, wenn die nicht absichtlich sämtliche Knöppe falsch herum drehten, zwischendurch die Gitarrensaite stimmten und statt in die Klobürste auch mal in die Mikros sängen. Aber manche Menschen möchten ja lieber komplett Scheisse als ein bisschen gut. Kann ich verstehen.

Und wenn ich mir meine Mitmenschen so tagtäglich ansehe, dann geht das denen wohl ebenso. Scheiß auf Mittelmaß, wir verkacken so richtig. OK, Freunde, ich hab den passenden Soundtrack.

Auf Kassette erschienen, damit das auch ordentlich leiern kann nach dem dritten Durchlauf. Von nix kommt nix, ne.

Ultra Lights – Nostalgia b/w Clocking Out 7″

Nur, weil jetzt auf einmal ein paar hedonistische Flachwichser mit Geld in der Hose, Fingern an der Oberlippe und Scheiße im Kopf da ausländerfeindliche Dummgesänge angestimmt haben, macht man direkt so einen riesigen Wirbel drum?
Ich mein, das ist ok, dass die Spaten dafür ein bisschen Spießrutenlauf machen müssen, aber letztlich sind das ja keine Neonazis. Das sind nicht einmal rechtsradikale Gewalttäter, sondern nur gelangweilte FDP-Wähler, die so halt Parties feiern, wenn die Musik laut genug im Ohr und das Koks tief genug im Arsch angekommen ist.
Ich glaub, das ist ganz normaler Wochenendzustand in der Hälfte aller Clubs und Discos der Republik und unter den TOP5 des Abends sind stets "Leila" und "Ausländer raus" zu finden. Man will ja was zum Mitsingen haben. Naja.

Schönere Nummern haben Ultra Lights aus Atlanta im Angebot, die gerade erst ein paar Mal auf der Bühne standen und schon eine Single aufnehmen mussten, weil der Labelboss so angetan von denen war. Ist. Zigaretten und Bier, aber beide bitte ultra light – ein bisschen poppig und Indie für den Sommer. Passt.

Chunklet Industries. Kam auf 60 handgeschnitzten Singles heraus und die sind schon alle weg. Aber die machen ein Album.
Ich bin ja aufm Dorf aufgewachsen und da weiß man halt, dass ab einer gewissen Uhrzeit und Promillezahl die Hakenkreuzfahnen auf dem Schützenfest geschwenkt werden. Diese Trottel sind halt jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Cool.

Yambag – Mindfuck Ultra 12″

Ich bin mal ne Woche im Urlaub. Muss das Konzept meines Restaurants mit griechischen Spezialitäten noch ausfeilen. Wir hören uns dann später wieder, ne? Auf die Plätze, fertig, Yambag. Die schnellste Band aus Cleveland. Wer zuerst fertig ist bei deren Proben, kriegt ein Eis. Anders kann ich mir das nicht erklären. Hui.

Convulse Records. 11 PM Records. Ein paar in Farbe und viele in schwarz. Einen Namen für den Laden hab ich schon. "Ouzonst". Naja…

Personal Damage – Violent Ritual 7″

Eine kleine Zeitreise zurück in die erfolgreiche Skateboard-Konsolen-Phase unseres Lebens, die auch nur eine Reminiszenz an noch frühere Zeiten aus der echten und wahren Welt war. Personal Damage hätten wunderbar auf jeden der Soundtracks zu den zahlreichen Tony Hawk Pro Skater Spielen gepasst und würden heute noch den ewig Gap-suchenden Mittvierzigern in den Ohren nachklingen.

Südkalifornien unter der brennenden Sonne, ein leerer Pool und ein paar Kids aus der Nachbarschaft. Schlagzeug, Gitarre, Bass und drei Mikros reingeworfen und los gehts – der beste Abend Deines noch jungen Lebens kann beginnen und findet morgen wieder statt. Und wieder. Und wieder.

Der Sound der 80er Hardcore Bands, die unkaputtbar schienen und vielleicht nicht wussten, wie man P.A.R.T.Y. oder besser H.O.R.S.E. buchstabiert, ist für immer mit einer kühlen "Scheißegal" Haltung verbunden und transportiert eine jugendliche Freiheit, die ansteckend wirken kann. Ich zum Beispiel gehe jetzt raus und putze das Auto. 5 Songs unter 6 Minuten von den Jungs aus Los Angeles. Geiler Scheiß.

Sorry State. Kam auf 7″ Single raus und findet vielleicht auch den Weg über den Atlantik. Bis dahin schon mal die Playstation Daumen warmspielen und üben, das hidden Tape in Venice Beach zu holen. Knifflig.

Workers Comp – S/T LP

Nanu, das ist ja gar kein Punk Rock?

Passt gut auf euch auf, Kids. Vielleicht wollt ihr das nicht hören, aber früher oder später…wenn ihr älter werdet, erweitert sich irgendwann automatisch der Horizont nördlich und südlich eurer Gürtellinie und auf einmal sitzt ihr da auf eurem prallgefüllten Geldkoffer von der Arbeit, die euch nicht passt und regt euch über die falsche Kartoffelsorte zum Abendessen auf.

Festkochend Schmestpochend, Cilena.

Und dann hört man auf einmal so tolle Musik wie Workers Comp und plant sein Wochenende bereits am Dienstag und legt die Wäsche für den Rest des Monats raus. Ist das dann schlecht? Hm.
Schmeckt wie das leckere Getränk nach einer bekackten Woche am Freitagabend in deiner Lieblingskneipe. Klingt wie die fleischgewordene Umarmung einer Valiumtablette mit softem Kissenbezug. Toll.

ever/never records. Kommt auf LP demnächst raus. Interessanterweise ist die Entwicklungsgeschwindigkeit der jeweiligen Horizonte ungleich verteilt, nicht reziprok und oft diametral gegenläufig. Schon spannend.