Die Verlierer – Notausgang LP

Vielleicht mag das neue Album von den Berliner Rabauken nach amerikanischen Einflüssen klingen, wenn man das Label der Band fragt, aber die Verlierer sind Not a US Gang. OK.

Mangel Records. Erscheint auf Platte im August. Toll.

Cave Sex – S/T 12″

Manche Leute gehen zum Lachen in den Keller und andere zum Vögeln in die Höhle. Oder beides. Jeder wie er mag. Wenn man sich jetzt schon mal für das Wochenende warm tanzen möchte, kann man die 4 treibenden Disco Hits von Cave Sex in das Stroboskop legen und loszappeln.

Das Trio aus Singapur walzert irgendwo zwischen Post und Wave in der Garage Punk Liga herum und hinterlässt dabei einen angenehm modrigen Nachgeschmack aus feuchten Keller und Tropfsteinhöhle. Cool.

Symphony Of Destrucion. Auf Vinyl erschienen. Einseitig bespielt und deswegen nur 14 Euro. Ha.

Dirt Sucker – At The Landfill CS

Angepisster Hardcore Punk aus Wyoming. Auf der zweiten Veröffentlichung von Dirt Sucker sind die drei schreienden Drecksauger genauso lustig unterwegs wie bei ihrem Debüt vor 2 Jahren. Dabei sind die Rollen der Musiker klar verteilt. Mit der Gitarre kommt auch das YAH ins Mikro gegrunzt, der Drummer liefert ein stimmungsvolles UGH ab und der Bassist darf hin und wieder sein atonales AHH beisteuern. Schon schön, drei Sänger zur Verfügung zu haben. Geiler Scheiß.

Painters Tape. Auf 50 Kassetten erschienen mit einem furchtbar hässlichen Artwork. Dann lieber digital und auf eine Kompilation der ersten beiden Veröffentlichungen auf Vinyl warten. Mein Walkman hat auch seinen Stolz. Das Auge hört mit.

Rats Ass – Kill Your Abuser EP CS

Zum Wochenstart 10 Minuten schlechte Laune mit Unterstützung von Rats Ass in die musikalische Formatvorlage von Hardcore Punk gekotzt. Vielleicht nicht die 'most sophisticated' Texte von den Rattenärschen aus Kansas City, aber so früh am Morgen ist auch mal Klartext einfacher zu verarbeiten als poetische Bilder und wortakrobatische Metaphern in kodierten Schachtelsätzen.

Außerdem ist das vielleicht auch dem durchschnittlichen Alter der Bandkollegen geschuldet, die gehen nämlich fast alle noch in die High School. Und die Texte, die ich damals geschrieben habe, puh, naja. Schwamm drüber.

Wenn man sich am Montag schon recht sicher sein kann, dass die Woche extrem kacke wird, kann man mit der EP nichts verkehrt machen. Die Band hat sich kürzlich leider aufgelöst und das Tape ist dann jetzt quasi ihr Abschiedsgeschenk an die Welt. Danke, man hört sich bestimmt bei anderen Bands wieder.

Dirtbag Distro. Das Label aus der Heimatstadt der Band hat die EP auf Kassette herausgebracht. Das ist bestimmt der Sport- oder Werkenlehrer von den Lümmels.

Gaffa Tape Sandy – Hold My Hand, God Damn It LP

Weil jetzt dann doch endlich Freitag ist, höre ich heute nur Pop Punk und fröhlichen Indie Schmu. Das macht die Sonne warm und die Limo kalt und das Eis süß und das Wochenende lang. Ist bewiesen.
Den Anfang machen Gaffa Tape Sandy aus Brighton and Hove, der Heimatstadt der Möven. Die Fußballmannschaft des Ortes hat sich tatsächlich nach den fliegenden Meeresratten benannt, welch ein Statement.

Wie nennt man eigentlich die deutsche Nationalmannschaft, wenn wir schon dabei sind? Hä? Mannschaft? Ja, ich weiß. Aber wie nennt man die? Was ist der Spitzname? Die Mannschaft. Oha. Suuuperschlaues Marketing. Markiger Name. Aber die Mädels haben doch bestimmt was Griffigeres…? DFB-Frauenteam. Hm. Ach. Lassen wir das.

Alcopop! Records. Kommt auf Kassette, LP und digital raus.
Schönes Wochenende und viel Spaß mit der Mannschaft und den Bravehearts. Mein Gott, was für ein Quatsch.

No Future – Mirror LP

Hin und wieder muss man mal das Gehirn mit ordentlich Schwachfug durchpusten lassen, damit die Härchen wieder alle aufrecht stehen und die Synapsen parieren. Deswegen wäre ja für euch verlumptes Weicheier-Pack die Wiedereinführung der Wehrpflicht so wichtig.

Hab ich schon mal zitiert, aber passt gerade wieder hervorragend: "Da werden euch die Eier geschliffen." Aber NEIN! Darf Boris nicht machen. Nix mit Wehrpflicht. Haben die jungen Leute keine Lust zu. Komisch eigentlich. AFD und CDU wählen, aber nicht für das Heimatland in den Krieg ziehen. Bissl inkonsequent. Naja. Immerhin darf man die jungen Männer jetzt zwingen, einen Zettel auszufüllen. Krass.

Seine Ohren kann man auch mit No Future einmal ordentlich durchpusten. Das reicht für meinen Geschmack und gibt genügend negative Energie, um durch den ganzen Freitag zu kommen. Die Hardcore Freunde aus Perth machen ordentlich Schepper Rumms und Gitarrenwand mit einer angenehmen Stimme und passen damit hervorragend zum veganen Grillabend bei den Hippie-Nachbarn. Geiler Scheiß.

Iron Lung Records in den USA & Televised Suicide in Australien. An das alte Europa denkt mal wieder niemand. Erscheint auf unterschiedlich farbigen Vinylschallplatten und Kassette und digital. Ist für fast alle gesorgt.
Ach, Mist. Es ist ja erst Donnerstag.

Itches – Two Flies In One Clap LP

Was ist denn da in Belgien los? Jetzt haben die schon so ein schönes Sprichwort "Twee vliegen in één klap" und dann übersetzen die das auf Englisch. Und dann wirkt das nicht cool oder international, sondern für jeden deutschen Konsumenten ist das einfach nur schwach ("Sieben auf einen Streich", Alter!) und jeder Muttersprachler zermatscht lieber irgendwelche Vögel mit einem Stein, als sich mit Fliegen herumzuschlagen ("Two Birds with one Stone").

Nee, Itches, das juckt mich nicht. Ist ja auch unglaubwürdig bei so einem Cover nur zwei Fliegen zu erwischen, echt mal. Aber musikalisch einwandfrei und richtig guter Garage Punk, da kann man nicht meckern. Schade eigentlich, mach ich hin und wieder ganz gern. Cooler Scheiß.

Ronny Rex. Erscheint auf Vinyl im August und man kann jetzt schon einmal 2 Songs hören. Lohnt sich.
Mückenstiche jucken im übrigen nicht so stark, wenn man merkt, dass es nur eingetrocknete Erdbeermarmelade ist. Ich geh mal duschen.

Neutrals – New Town Dream LP

Was sind das eigentlich für unglaublich langweilige Leute, die schon mit 16 solch komische Parteien wie CDU oder SPD oder AFD wählen? Werden die noch schlauer und wächst sich das raus und die leben quasi ein entgegengesetzt umgedrehtes Leben wie dieser Brad Pitt Film, in dem sie dann später im Rentenalter (80) anfangen, gegen das System zu rebellieren und dem Konservatismus abschwören (ich hab den Film augenscheinlich nicht gesehen)? Wie kann man denn so jung schon so doof sein? Puh.

Keine Ahnung, ob die heutige Band aus Oakland bei solch schwierigen Fragen wie "cooles Leben oder scheiß Leben für Alle" auch ihrem Namen treu bleiben und einfach mit den Schultern zucken würde. Neutrals haben auf jeden Fall ein schönes zweites Album gemacht, das ganz wunderbar in den Sommer und ins Freibad passt, wenn man gerade wieder vom 5er runterklettert, weil man inzwischen trocken geworden ist und keinen Bock mehr auf Wasser hat und sich ein Zitroneneis mit Pommes vom Kiosk holt.

Vielleicht ist ja einfach jetzt Zeit für Neutralität und Ignoranz. Einfach in die Schweiz ziehen oder nach England und dem Rest Europas den Trotteln überlassen. Obwohl, die spinnen ja auch, die Briten. Naja, Post Punk Pop Rock aus den USA mit schalem Geschmack aus Englands Pubs wegen der Stimme. Trotzdem schön.

Static Shock Records. Auch schon 11 Tage alt und auf linksradikal sozialistisch blutrotem Vinyl erschienen. Aber die jungen Leute würden dazu wahrscheinlich SPD sagen und das ernst meinen. O tempora, o mores.

Ambulanz – II CS

In NRW kann man sich einen supercoolen Pin bestellen, um die Polizei, die Feuerwehr und die Rettungskräfte zu unterstützen. Keine Ahnung, wobei.

Vielleicht wird man mit dem Ansteckerli bei Demos nicht in den Kessel geprügelt oder bei Platzwunden gibt es ein buntes Pflaster im Krankenhaus, wat weiß ich. Auf jeden Fall reagiert das Land damit auf die steigende Gewalt gegenüber den Einsatzkräften. Aha. Und zusätzlich hat man bereits vor Jahren damit angefangen, das supercoole Projekt aus den U-S-A ins Land zu holen: "Coffee with a Cop". Vollkommen unironisch wird das auch nicht übersetzt zu "Bier mit Bullen" oder "Pizza mit der Polizei", Schade.

Dort kann man dann Selfies mit uniformierten Staatsschützern machen und sich auf ein Motorrad oder in einen Streifenwagen setzen. Ich dachte, ich könnte mit dem geleisteten Beitrag der gekauften Pins (Plural) mir das dann erlauben, respektvoll den Staatsdienern Slime vorzuspielen, aber es stellt sich heraus, die machen von ihrem Gewaltmonopol als Exekutive recht spontan Gebrauch. Mist.

Passend dazu ein Album von Ambulanz aus dem letzten Jahr. Die Leipziger Garage Punk Rocker haben auf ihrer zweiten Veröffentlichung sieben richtige gute Sommerhits versammelt, die erst jetzt so richtig zur Geltung kommen. Passt zu wilder Flucht auf dem Skateboard durch die Fußgängerzone und Zitroneneis im Freibad gleichermaßen – der musikgewordene Actionfilm mit Happy End. Toll.

It’s Eleven Records. Auf Kassette erschienen.
Wie wäre es eigentlich mit ner Soli-Aktion für so Leute, die wirklich Respekt verdienen? Alten- und Krankenpfleger, Kindergärtner und Lehrer. Ach, keine Lobby. Mist.

Clamm – Disembodiment 10″

Seit gestern wissen wir also, wie hoch der Grenzwert für THC im Straßenverkehr ist. Weil sich da nämlich schlaue Leute zusammengesetzt haben, die zwar noch nie eine Tüte in der Hand hatten, aber dennoch genau wissen, dass man damit nicht Autofahren kann, weil man dann ja keine freie Hand mehr hat wegen der Bierflasche. Ihr wisst schon.

Das Kiffen ist halt einfach die nicht willkommene Volksdroge, das ist das ungeliebte Kind in Deutschland. Da werden nur ungern und missmutig Sachen erlaubt. Naja, egal.

Ein paar neue Songs von Clamm aus Melbourne helfen zumindest auf dem Weg zur Kneipe darüber hinweg, dass wir in einer furchtbar willkürlichen und widersprüchlichen Welt leben. Der Pub Rock Punk Sound der Band passt zu jeder Droge und am besten zum Autofahren. Lasst euch nur nicht erwischen. Ein Song jetzt in Dauerschleife und den Rest dann nach der Blutprobe, ok?

Tin Angel Records, Meat Machine, Unheard of Hope. Keine Ahnung, wo die 10″ dann letztendlich erscheinen wird, aber die können wir uns hier sowieso nicht leisten. Weil Porto.
3,5 Nanogramm Tetrahydrocannabinol (THC) pro Milliliter im Blut. Wisst ihr Bescheid!