American Muscle – Demo CS

Ach, wo wir gerade in Detroit sind, kann ich euch ja die beste Band der Stadt vorstellen. American Muscle behauptet zumindest von sich, die beste Band in Detroit zu sein – in der ersten Person Singular. Und wenn eine Band aus Detroit kommt, dann ist das natürlich lo-fi Garage Punk As Fuck Rock. Mhm. Fuck Rock. Geiler Scheiß.

Girlsville. 50 Kassetten mit jeweils 4 Songs. So, wie man früher halt Demos gemacht hat. Richtig gut.

Ménage Détroit – I’m A Fool CS

"Diebe stahlen im vergangenen Jahr laut einer Studie des Handelsforschungsinstitut EHI Waren im Wert von 4,1 Milliarden Euro. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik stiegen Ladendiebstähle um 23,6 Prozent auf insgesamt 426.096 Fälle (Vorjahr 344.669)." (Quelle Internet)
Das habt ihr prima gemacht!

Dazu eine kurzweilige Cassingle von dem Duo Ménage Détroit, das gerne ein Trio wäre, wenn man der Bandcamp Seite Glauben schenken mag. Keine Ahnung, warum, dem Sound fehlt eigentlich nichts. 60er Garage Punk Rock’n’Roll, der zwar ein bisschen lofi ist, aber das ist ja Teil des Charmes und einen Tontechniker suchen sie ja sicherlich nicht, oder?

Naja, die beiden Songs von dem Debüt sind auf jeden Fall echte Knaller und passen hervorragend zum Dosenstechen im Urlaub, wenn endlich mal kein Pfand mehr auf den Dingern ist. Geiler Scheiß aus Detroit.

Painters Tapes. Die haben daraus eine Cassingle gemacht und möchten 50 Stück verkaufen. Ich höre das lieber digital auf meinem nächsten Raubzug durch die Windel- und Müsliregale im DM.

Litige – 2 Degrés b/w Je crie & Ça reviendra 7″

Ich sollte mit einer Nachrichtensperre beginnen, damit es mir besser geht. Ich lese also einfach mal zwei Wochen keine äh, ja…nix? Was darf man denn dann noch? Wie soll denn eigentlich ignorance bliss werden, wenn man gar nicht ignorieren kann. Überall lauert ein kleiner Haufen Scheiße, in den man andauernd reintritt. Es nervt.

Da können LITIGE aus Lyon nichts zu, tolle Band, hör ich gerne, möchte ich nicht ungeschehen machen oder verpassen wollen. 3 neue Songs auf ner Single, die alle den charmanten Charakter des melodieverliebten Punk Schepperns aus Frankreichs düstersten Garage versprühen. Toll, bekommt man gleich bessere Laune. Danke.

Echo Canyon Records. Auf 7″ erschienen. Wenn was ist, ich bin im Kühlschrank. Ciao.

Smooth Brain – Demoted

Das erste Release nach 11 Jahren von den Garage Punk Rockern aus Cleveland. Da fragt man sich natürlich, was Smooth Brain dazu bewegt hat, sich gerade jetzt an einer dritten 7″ zu versuchen. Kann ich euch nicht beantworten.

Aber es beweist mal wieder, wie unsterblich der Sound dieser Spielart des Punks ist. Einfach nicht totzukriegen und immer frisch wie die warme Montagsmorgensemmel in der S-Bahn zur Arbeit. Vielleicht nur aufgewärmter alter Scheiß, aber immer noch besser als irgendeine "frische" Plastikkacke. Ganz geil.

Vielleicht kann man die Band ein bisschen mit den Manikins vergleichen, die auch schon lange in der Garage herumlungern, ein paar Pausen zwischendurch eingelegt haben und mit der Zeit insgesamt ein bisschen sauberer und glatter geworden sind. Smooth.
Der Name bezeichnet im übrigen nicht einen besonders smarten Menschen, sondern vielmehr eine sehr seltene Krankheit bzw. Fehlbildung, bei der die Windungen des Gehirns nicht ausgeprägt sind (Lissenzephalie). Also so ne Art Glatthirn. Auch ein schönes Schimpfwort, wenn man drüber nachdenkt. Jo.

Just Because Records. Erscheint auf 200 Vinyl 7″s in knapp 2 Wochen. 100 auf schwarz und 100 auf Nasenschleimgrün. Tolle Band.

Smokers – The Rat That Gnawed The Rope LP

Ich persönlich bin zum Glück schon lange kein Raucher mehr, aber als echter Punk Rock’n’Roller muss ja eigentlich stilecht immer ne Kippe im Mundwinkel oder Hintern hängen, wenn man auf der Bühne oder unter der Dusche oder auf dem Schlauch steht.

Und wenn man schon "beruflich" so viel mit dem Rauchen zu tun hat, kann man sich direkt auch so nennen. So geschehen bei den taltentierten Musikern aus Oakland, die da namentlich Andy Asp (Nuisance, The Pattern), Cyrus Comiskey (Black Fork, Drunk Horse), Jim Nastic (Talk is Poison, Year Future), und Omen Starr (St. James Infirmary) sind. Ihr könnt an den Bands vielleicht schon erkennen, in welche Richtung das hier geht. Ja? Ich nicht.

Es ist aber wirklich eingängiger Punk Rock aus der Garage mit sehr viel Melodien und Power Pop im Abgang. Die Smokers sind schon ne Weile die Westküste der USA hoch und runter gefahren und haben dabei mit relativ bekannten Bands die Bühnen geteilt, wie zum Beispiel The Avengers, Jawbreaker, Samiam, Subhumans, Murder City Devils und vielen mehr. Puh. So viel Namedropping. Jetzt ist mir schwindelig. Oder es liegt am Rauchen.
15 Songs, richtig gute Unterhaltung für die Zugfahrt mit offenenm Fenster.

Mouth Magazine Records. Vor 2 Wochen auf Platte erschienen und vielleicht auch über Umwege irgendwann in Europa zu erwerben. Da sind aber ne Menge Kippen zu rauchen, bis die hier ankommen. Da hat man ja schon Krebs.

Fan Club – Demonstration 2024

Das Problem mit dieser guten Idee des Organspendens ist ja das allgemeine Problem mit dem Geld. Wer am meisten hat, bekommt als Erstes sein Lieblingsorgan. Das ist doch kacke.

Ich zum Beispiel möchte nicht, dass sich durch die Entnahme meines stattlichen Penis irgendein kleinpimmeliger Boomer-Bonzen-Opa an einem neuen 10 Zentimeter Gemächt erfreuen kann. Der kann meine Ohren haben, die sind kaputt. Aber eigentlich auch die nicht. Ich hasse das System. Denn wenn genügend Geld geboten wird, erhält nicht der 12-jährige Junge mit der gesetzlichen Krankenversicherung das Organ, sondern der s.o. mit dem Geldkoffer in der Hand. Wetten?

Da hilft nur eins. Oder zwei. Oder drei. Entweder, man zerstört frühzeitig sämtliche Organe, sodass sie für potenzielle Käufer uninteressant werden, oder man wählt zu Lebzeiten jemanden aus, dem man nach seinem Tod die Füße schenken möchte und hofft dann, dass die Person auch wirklich so lange wartet, oder es ist einem einfach scheißegal. Ich mein, die meisten Menschen meckern ja auch nicht den ganzen Tag, was mit ihrem Steuergeld finanziert wird. Und dort ist das Problem schließlich ganz ähnlich gelagert. Also scheißen wir drauf.

Nehmen wir uns ein Beispiel an LYSOL. Denen ist auch nichts allzu wichtig. Die nennen sich einfach Fan Club, sonst ändert sich nichts. Rock’n’Roll Rotz aus Seattle mit ein bisschen Briefs und LYSOL im Nachgeschmack. Na sowas. Passt wunderbar zum Bier im Planschbecken beim Wolkenbruch. Gute Laune. Schön.

Nix Label. Interessanterweise sind die alten Sachen von LYSOL auch auf der Bandcampseite von Fan Club zu finden. Die wurden bestimmt verklagt. Von einem alten kleinpimmeligen Boomer-Bonze….ach, ihr wisst schon.

Shitbots – Live At The Butt Can CS

Zugegeben, nicht das beste Release der Trash Punker aus Winnipeg, das ich mir hier reinklebe. Aber es ist das erste physische Release, das mich erreicht hat. Und auch das erste physische Release der Band überhaupt, soweit ich das beurteilen kann.
Hört euch am besten die ersten beiden Veröffentlichungen mal vorher an, die bekommt man sogar umsonst, und dann genießt den live Sound der verrückten Garage Punk Rocker. Dieser ist laut des Labels klanglich zu verorten in der "Rock’n’Roll-Hölle von mutierten Missetätern, unverbesserlichen Trunkenbolden und phlegmatischen Unholden" und das beschreibt doch wunderbar euren Freitagabend auf der Kegelbahn. Cool.

Das Label gibt es erst ein paar Monate und schon jetzt rühmt es sich damit, die Wasserwege rund um Winnipeg mit Einkaufswagen und weggeschmissenen Tapes zu verschmutzen. Furchtbar sympathisch und offensichtlich genügend größenwahnsinnig, um Promos über den Atlantik zu schicken. Tss. Danke!

River Trash Records. Offensichtlich backt der Labelmensch Joe zu jedem Release eine Torte und verziert sie dann hübsch. Vielleicht sollte man sich dann spätestens bei Nummer 15 in Diabetes Records umbenennen. Ha.

Youth Deprivation – Burning Longing/Death Drive CS

Gibt es eigentlich noch Ami-Bands, die "Youth" im Namen tragen? Ich wollte gerade eine Wette eingehen und behaupten, dass sich von dem Namen der Band schon die Herkunft herleiten lässt.
Früher, ja klar, alle US Bands, die was gelten wollten, hatten natürlich einen Bezug zur Jugend. Youth of Today, Sonic Youth, Reagan Youth, Youth Brigade oder wenigstens waren sie in der Better Youth Organization (BYO) oder der Youth Crew, ähm, organisiert.

Aber heute? Punk Rock, Hardcore und artverwandtes Zeug hat in den USA offensichtlich nicht mehr den Anspruch, von der Jugend für die Jugend zu sein, sondern ist darüber hinausgewachsen. Der Gedanke ist noch nicht ganz ausgereift, aber vielleicht überleg ich da noch mal länger und formuliere ein hübsches Referat. Gut.

Youth Deprivation kommen aus Groningen in Holland, das hab ich jetzt nachgesehen, ok. Aber die ganzen anderen Musik-Jugendlichen sind doch auch alles Europäer, oder? Ach. Egal. Hardcore aus Holland hat man früher immer nur mit Pillen und zuckenden Menschen in Verbindung gebracht. Youth Deprivation macht ohne Zucken und Pillen tollen Hardcore Punk und hat auch schon jede Menge Kram in den letzten 5 Jahren herausgebracht. Jetzt gibt es die letzten beiden Digital Singles gemeinsam auf einer Kassette, für all die Menschen in den 80ern und 90ern. Ganz geil.

Noise Merchant Records. Die digitalen Einzelexemplare kauft man natürlich bei der Band selber. Aber es gibt ja Leute, die sind Fans von Kassetten. Davon hat das Label nur noch 3 übrig. Keine Ahnung, wie viele es gab. Hurtig!

Onlooker – Wishing Wellaye

Ein neuer Song von den Post Punk Helden aus England für die neue Woche der Arbeitshelden in Deutschland. Hurra.

Im Takt des scheppernden Schlagzeug lässt sich famos das Hämmerlein von den starken Armen auf die brüchigen Atomkerne schwingen. Mit dem Wummern des Basses fliegen die zarten Fingerchen über die Tastaturen. Mit der bis zum Anschlag verzerrten Gitarre wird die Stimme für den Unterricht vorbereitet. Besser kann man nicht unterstützt werden.
Onlooker erinnern mich bei diesem neuen Song ein bisschen an The Trans Megetti und die habe ich geliebt. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf das neue Album, das irgendwann dieses Jahr noch kommen soll! Weiter so.

Serial Bowl Records. Fun Fact: "Wellaye" bedeutet so viel wie "Ja, ok." und wird auf den Norden Englands verortet. Also so ähnlich wie bei uns "Klei mi an’n Mors" OK.

MK Ultras – Secret Tape CS

Habt ihr das gelesen, dass laut einer Umfrage 4 von 5 Menschen für einen besseren Klimaschutz sind und ihre Regierungen gerne stärker in die Verantwortung nehmen würden? Haha. Lustig. Das erinnert mich an die Frage, wer alles die verdammten Bonzen und Reichen hasst und wer unabhängig davon selber gerne reich wäre.

Irgendwo kann so eine Umfrage ja nicht richtig sein oder die Menschen sind nicht ganz richtig und es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was man will und dem, was man tut. Oder…dieses MK Ultra Programm der CIA, das sich mit Bewusstseinskontrolle beschäftigt hat und angeblich "aufgelöst" wurde, war einfach zu erfolgreich und wir sind inzwischen alle komplett verblödet und ändern alle zwei Minuten unsere Meinungen. Hm.

Das ist auf jeden Fall eine bessere Erklärung als der Glaube an die Vernunftbegabung meiner Mitmenschen und nebenbei noch ein schöner Bandname. Die Rock’n’Roller aus Cleveland bringen demnächst ihre Debüt LP heraus und geben hier schon einmal mit der Kassette einen kleinen Vorgeschmack. Oder auf der Platte ist der gleiche Kram, das weiß ich gar nicht. Egal.

Rock’n’Roll mit Rotz im/und Saxophon. Ganz geil für Mofa im Innenhof auf E-Motor umrüsten oder den veganen Fuchsschwanz fürs Bonanza-Rad anspitzen. Cool.

Painters Tape. Erschienen auf 50 Kassetten. Bald auf LP bei Big Neck Records.
Schönes Wochenende.