Imploders – S/T EP

Verdammt nochmal! Neon Taste Records haben dieses Jahr bislang mit jedem Release einen musikalischen Knaller abgeliefert, der zielgenau im Kopf explodiert, Verzeihung, implodiert und treffsicher wie Krebs in den Magen und ins Herz ausstrahlt.
OK, wenn man selber ziemlich gute Musik macht und bei einer Band Gitarre spielt und bei ner anderen singt, dann ist das mit dem Qualitätsmerkmal des Labels natürlich auch irgendwie easy. Doch genug von mir.

Jetzt kommen die Imploders aus Toronto daher gelaufen und kredenzen mit einer EP schon wieder so eine Ladung, wie sie eigentlich nur in den verbotenen "Polenböller" zur Zündung kommt. Wieder einmal extrem guter 80er Jahre Hardcore Punk mit diesen schon tausendmal gehörten Riffs und Breaks und dideldadeldumm. Und dennoch schon wieder super.

Vielleicht bin ich ja so simpel gestrickt, dass ich das alles so toll finde. Aber lieber simpel gestrickt als schief gehäkelt.
5 Songs. Gemastert von Daniel in London, erscheint bei Neon Taste in Vancouver im August. Für Fans von Sachen kaputt hauen und Freude am Lärm.

Wusstet ihr, dass Toronto nach Mexiko City, New York und L.A. die viertgrößte Stadt Nordamerikas ist? Sagt nicht, dass ihr hier nix lernt!

Youth In Pain – Demo 2021

Na, da hatte es aber jemand eilig, was? Sowas kommt dann dabei heraus, wenn man nur 10 Minuten im Studio gebucht hat, aber unbedingt ein Demo mit 4 Songs veröffentlichen möchte.

Irgendwie ist das ziemlich geiler Punk Rock und Hardcorekram. Dazu  dann in der Postproduktion noch ein bisschen Nähmaschinengetacker und Synthesizerdurchfall in das Outro pupsen und fertig ist die Geschichte. Ich bekomme bei diesen äh, 2,5 Liedern einen starken Bikini Cops Vibe. Love Letter ist ein Hit.

Cooler Scheiß aus Kanada, hatten wir ja auch schon länger nicht mehr. Youth In Pain aus Toronto – merken! Die sind auf jeden Fall für 25% gute Songs zu haben.

Beim Cover kann ich auch nur die Hälfte erkennen, der Schriftzug des Bandnamens ist für meine Augen zu unleserlich, das musste mir ein Hip-Hop Kind in der Straßenbahn gerade vorlesen.

Scooter Jay – Best of 2019

Scooter Jay, ein Typ aus Toronto in Kanada, hat dieses Jahr bereits 3 Veröffentlichungen raus, die ich allesamt nicht aufm Schirm hatte. Naja nun, es ist aber auch schwierig geworden, allen Solokünstlern im englischsprachigen Raum auf den Fersen zu bleiben, die einen 4/4 Takt auf nem Drumcomputer und drei Akkorde beherrschen und damit dann so simplen Kram wie Punk Rock machen. Oder Hard Rock. Oder Garage. Is egal, hat eh alles die gleiche Voreinstellung beim Roland, haha.

"Es ist selten zu früh und niemals zu spät", wusste schon Oma Shumway, dann stelle ich euch die Sachen einfach jetzt noch schnell vor, bevor sich das recht fruchtbare Jahr für den Herrn Jay gen Ende neigt.

Angefangen im August mit Treat me like Leather und 7 Songs unter 11 Minuten wird das Debüt gefolgt von Up all Night im September mit 6 Songs unter 6 Minuten und schließlich mit Ashes of Roses im Dezember dieses Jahres abgerundet, wobei die Songs hier schon etwas länger, ja fast epische Ausmaße annehmen (5 Songs in über 8 Minuten).
Ich würde ja Hard Rock dazu sagen, wenn das nicht so ein schlimmes Genre wäre. Aber so hört sich die Gitarre halt meistens an. Oder vielleicht doch noch mehr Metal? Hm. Im Laufe der drei Releases wird es auf jeden Fall immer weniger Jeff Dahl und immer mehr Midnight ohne die Peinlichkeiten.

Trotzdem oder gerade deswegen hat der ganze Kram einen sehr sympathischen Punk Rock Vibe, der ganz gut zu einem Abend mit Bier, Zigaretten und Strip-Poker passt. Nur mit den Jungs, versteht sich – is ja Hard Rock.

Kann man sich alles kostenlos runterladen. Macht mal – das passt auch gut zum Einkaufen im Biomarkt.

Plastic Heads – Nowhere To Run LP

Hey. Freunde von Career Suicide, Zero Boys, Brutal Knights oder Flesh Rag anwesend? Nein? Warum lest Ihr dann den Quatsch hier?
Jon Sharron (Brutal Knights/Career Suicide/Chokehold) hat mit den Plastic Heads eine neue Band gefunden, mit der er Krach machen kann, der in den 70ern zwar verwurzelt ist, aber den Sound des 80er Jahre Hardcores küsst. Was dabei heraus kommt, ist schnörkelloser Punk Rock mit Rotz und Bierdusche.

Das Debüt der Band aus Toronto kam bereits Anfang des Jahres auf Ugly Pop Records heraus, ist auf 500 schwarze Platten limitiert und kann in Europa beim Drunken Sailor bestellt werden.
Ziemlich kurzweilig und cool. Werd ich mir für das nächste Tischtennis-Match auf dem Walkman mitnehmen.