Bei meinem täglichen Osterbrunch ist mir ausgerechnet heute ein Gedanke gekommen, den ich zwar mit meinen imaginären Vegetarier-Freunden am Tisch diskutieren konnte, zu dem ich dennoch keine befriedigende Antwort gefunden habe.
Das liegt zum einen an den Idioten, die ich mir als Freunde ausgedacht habe und zum anderen ähm…nee, ausschließlich an denen. Da ich den Gedanken aber recht interessant finde, kotz ich das mal ins Internet.
Wenn man bedenkt, dass manche Menschen behaupten und auch glauben, dass Leben bereits bei der Fertilisation entsteht und dementsprechend schützenswert ist, dann müsste einem katholischen Vegetarier eigentlich das Frühstücks.., Pardon, Brunch-Ei im Halse stecken bleiben.
Denn es ist ja tatsächlich erwiesen, dass im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern befruchtete Hühnereier verkauft werden. Es könnte also sein, dass man da ein ungeborenes Küken in die Pfanne haut, wenn man sich einen vegetarischen strammen Max machen möchte. Heißt das dann, ein Vegetarier muss in der Konsequenz auf sämtliche Eierprodukte verzichten, wenn sich seine Ernährungsweise mit einer philosophischen oder religiösen Einstellung vereinigt, die von ungeborenem Leben bereits ab der Zygote ausgehen? Muss man dann schnell Veganer werden, um auf Nummer sicher zu gehen? Verrückt.
Und nun zu etwas gänzlich Anderem: VR SEX aus LA bringen Ende des Monats eine hübsche EP auf einer Doppel-Singel heraus und man kann sich einen Song der melodisch verspielten Post-Punker schon einmal anhören. Tolle Sache.
Das einzig Gute an imaginären Freunden ist ja, dass ich deren Geschirr nicht wegräumen muss. Aber die haben nach der Diskussion ihre bunten Eier stehen gelassen, die Penner.
Eine neue Mangelerscheinung aus Berlin. Und Leipzig. Also wieder einmal ziemlich guter Post Punk aus der Allee der Kosmonauten.
Eine ganz wunderbare Band aus New Orleans bringt demnächst bei Feel It Records ihre Debüt LP heraus und obwohl man erst einmal nur zwei von den neun Liedern hören darf, würde ich mal eine klare Empfehlung aussprechen.
Darf’s ein bisschen dunkler sein? Die Post/Dark Wave Punks von Body Maintenance aus Melbourne hätten da ein fettes Stück auf dem Grill liegen, das zwar nach der langen Zeit seit dem Demo (2017) fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist auf der Spectres Seite, aber dafür im Inneren noch roh blutet und nach Estranged und Bad Doctors schmeckt.
Schönes neues Ding von den Nörglern aus Atlanta, Gerogia. Ein richtig dick gepacktes Album voller Dark Wave Post Punk Hardcore Stücke, die auch schwarzgekleidete Freunde aus der Death Rock Ecke begeistern könnten, wenn die nicht so unfassbar dogmatisch da rumsäßen und, äh, nörgeln würden.
Aha, da ist es ja. Ich hab mich schon gefragt, wann endlich das Post Punk Album des Jahres erscheint.
Irgendwie schmeckt Kefir ja immer ein bisschen komisch, als ob es nicht mehr so richtig gut ist. Beim Trinken stell ich mir häufig die Frage "Ugh, ist das jetzt noch gut oder muss das schon weg?".
Neues aus dem Hause Lieek. Manchen Bands scheint diese Corona-Krise ja ganz gut zu bekommen. So sind diese Songs von dem Trio aus Berlin bereits die zweite Veröffentlichung aus dem furchtbaren/fruchtbaren Jahr 2020.
Mit Post-Punk verhält es sich ein bisschen so wie mit guten Büchern. Natürlich kann man sein Leben lang Pitje Puck oder diese komischen Vampir-Bücher lesen und man ist dann glücklich und zufrieden.
Wenn man mal Bock auf Post Punk hat, der nicht so langweilig glatt und stubenrein ist, dann kommt man hier mit dem Labelsampler von Billo aus Berlin ziemlich gut auf seine Kosten.