Während meiner Studienzeit hatte ich mal eine Bekannte, die hieß auch Barbara. Supernette Frau, wir haben einen tollen Abend im äh, keine Ahnung, verbracht und getrunken und gelacht und über Musik gefachsimpelt und vielleicht dann später noch einmal getroffen und das gleiche gemacht, oder so, keine Ahnung mehr, ist lange her. Wie es der jetzt wohl geht? Hm. Ich hoffe, sie hat ein tolles Leben. OK.
Die Berliner Mädels von Brabrabra spielen auf ihrem neuen Album seltsame Musik, die zwischen Pop und Rock und Wave hin und her tingelt und am besten einfach ins Fach unter "Experiment" sortiert werden könnte. Ich mag sowas, das lullt ein und schreckt im nächsten Moment wieder ob der Dissonanz auf, lässt aktiv zuhören und die Emotionen reichen von Hä bis Oha und Hm. Ein größeres Spektrum hab ich aber auch nicht.
Obgleich der Titel eine gewisse Gefahr suggeriert, sind die 11 Songs komplett harmlos, aber irgendwie ganz cool.
Kitchen Leg Records. Auf einer limitierten Kassette erschienen. Also auf mehreren. Schönes Wochenende.
Unterkühlt und knitterfrei kommt der Berliner Synth Post Punk aus dem Atomschutzbunker heraufgeweht und vernebelt mit 40 Jahre alten Sounds und dem Duft von modriger Herzwärme die kühlen Nebelschwaden der Götterdammerung. Guten Morgen.
Manchmal bin ich zu doof für Englisch und Spanisch und alle anderen Sprachen außer der meiner Mutter. Dann hänge ich ne Woche an den Lippen irgendwelcher deutschsprachigen Punk Bands, die Deutschland kacke finden und freu mich riesig darüber, wie eloquent und in welcher Vielfalt man seine Missgunst gegenüber Mackern, Bullen, Faschos und Kapitalisten zum Ausdruck bringen kann.
Kennt Ihr Zerstörte Jugend oder Die Skeptiker? Jingo de Lunch oder Manson Youth? Es war Mord? Schön für euch, dann habt ihr wohl entweder sehr viel Zeit mit punkaffiner Musik aus Deutschland verbracht und/oder seid einfach nur schon ganz schön alt.
Von Cover über Titel bis zum Inhalt ist hier alles ein Fallbeispiel für das hübsche Wort "skurril" und eigentlich gehört ein Bild und mindestens ein Song der Platte von Zweilaster ins digitale Lexikon neben den Begriff der Skurrilität.
Ist schon blöd, dass die da oben das Image nicht loswerden, dass sie sowieso machen, was sie wollen, wenn sie stets dabei erwischt werden, dass sie eh machen, was sie wollen.
Haarspalter aus der Hauptstadt machen anachronistische NDW bis Darkwave Punk Musik mit sympathischen Texten und ohne Verzerrer. Das hat jetzt nicht unbedingt Nachrichtenwert. Da gibt es bestimmt noch eine andere oder 14 Bands, die das in den Kellern der 12 Stadtteile Berlins bei Pfeffi und Kindl ausprobieren.
Es ist Montagmorgen und die Heizung will nicht so, wie ich das will. Es ist aber noch warm unter der Decke. Bleib ich liegen oder kämpfe ich mich durch den Tag in die Kälte, in die Woche, in die Welt? Der Promozettel vom neuen Jacke Schwarz Album suggeriert, ich solle mich noch einmal umdrehen. Na gut, Herr Tomatenplatten, aber Du erklärst das dem Chef.