Könnt Ihr Euch noch an das Lustige Taschenbuch aus den 80ern erinnern, das bis in die späten 90er Jahre in vielen Kinderzimmern und auf diversen WG-Klos herumlag? Als Kind hab ich das nie so recht verstanden, warum die Comics nicht vollständig bunt waren. Nur jede zweite Doppelseite war koloriert, ansonsten mussten Dagobert und der Rest Entenhausens ihre Probleme in schwarz/weiß lösen.
Ab Ende der 80er war das wohl dann kein Geldproblem mehr, alle Seiten in Farbe zu drucken. Die Erstauflagen wurden seit 1989 in Farbe nachgepresst und die meisten Exemplare auf den Flohmärkten sind auch gar nicht so alt, als dass man noch mal so ein halb/halbes Büchlein in die Finger bekommen könnte. Somit sind die Dinger heute schon eine Seltenheit.
Hab ich nur heute dran denken müssen, da es eine schöne Allegorie zu dem Leben ist. Es kann ja nicht immer alles bunt sein, manchmal ist die Welt eben auch schwarz/weiß. Es sei denn, man hat genug Geld. Dann pinselt man einfach die grauen Tage quietschebunt an und tut so, als wäre es nie anders gewesen.
Der passende Soundtrack für den Besuch beim Therapeuten liefern heute Current Affairs, deren Single ich ja schon mal irgendwann hier abgefeiert hatte. Auf der kompletten Länge einer LP funktioniert die Band aus Glasgow und Berlin allerdings genauso gut. Schön zu wissen. Der wavige Post Punk trägt Dich auf einer heiter bis düsteren Melodiensammlung durch die Regentage und steht Dir beiseite, wenn der ohrenbetäubende Nebel der Großstadt zu dicht wird. Schönes Ding.
Tough Love. Kann man auf farbiger LP kaufen. Oder auf CD. Beides im übrigen noch bei X-Mist zu haben, wo Ute das Lager abverkauft und alles zum halben Preis raushaut. Das mit dem farblosen Comics ist im übrigen ja auch nicht nur den Lustigen Taschenbüchern zuteil geworden, auch heute noch werden die Mangas zum Beispiel meist in schwarz/weiß verkauft. Es ist und bleibt eben eine Kunst Geldfrage, sein Leben und seine Comics bunt zu gestalten.
Während meiner Studienzeit hatte ich mal eine Bekannte, die hieß auch Barbara. Supernette Frau, wir haben einen tollen Abend im äh, keine Ahnung, verbracht und getrunken und gelacht und über Musik gefachsimpelt und vielleicht dann später noch einmal getroffen und das gleiche gemacht, oder so, keine Ahnung mehr, ist lange her. Wie es der jetzt wohl geht? Hm. Ich hoffe, sie hat ein tolles Leben. OK.
Unterkühlt und knitterfrei kommt der Berliner Synth Post Punk aus dem Atomschutzbunker heraufgeweht und vernebelt mit 40 Jahre alten Sounds und dem Duft von modriger Herzwärme die kühlen Nebelschwaden der Götterdammerung. Guten Morgen.
Manchmal bin ich zu doof für Englisch und Spanisch und alle anderen Sprachen außer der meiner Mutter. Dann hänge ich ne Woche an den Lippen irgendwelcher deutschsprachigen Punk Bands, die Deutschland kacke finden und freu mich riesig darüber, wie eloquent und in welcher Vielfalt man seine Missgunst gegenüber Mackern, Bullen, Faschos und Kapitalisten zum Ausdruck bringen kann.
Kennt Ihr Zerstörte Jugend oder Die Skeptiker? Jingo de Lunch oder Manson Youth? Es war Mord? Schön für euch, dann habt ihr wohl entweder sehr viel Zeit mit punkaffiner Musik aus Deutschland verbracht und/oder seid einfach nur schon ganz schön alt.
Von Cover über Titel bis zum Inhalt ist hier alles ein Fallbeispiel für das hübsche Wort "skurril" und eigentlich gehört ein Bild und mindestens ein Song der Platte von Zweilaster ins digitale Lexikon neben den Begriff der Skurrilität.
Ist schon blöd, dass die da oben das Image nicht loswerden, dass sie sowieso machen, was sie wollen, wenn sie stets dabei erwischt werden, dass sie eh machen, was sie wollen.