Liquids – Songs

Muss lange her sein, dass die Liquids aus Indiana etwas Schlechtes veröffentlicht haben. Ich kann mich nicht erinnern. Bob (Recherche und Archiv) würde sagen, ich habe einen Haschimitenfürst im Gehirn. Egal. Richtig tolle Zusammenstellung von "lost Songs" und neuen Aufnahmen der Lofi Punk Rocker. Besser wirds heute nicht mehr.

Meine Lieblingsfolge ist immer noch "Der seltsame Wecker". Das Hörspiel aus den 80ern ergibt zwar keinen Sinn, aber das "neue" Hörbuch ist umso besser.

Primitive Fucking Ballers – You Gotta Do Somethin'

Nett von den Primitive Fucking Ballers zu suggerieren, man müsse etwas tun. Nur, about what? Meinen die, das war richtig, sich eine wortwörtliche Schlammschlacht mit den Bullen zu liefern am Wochenende? Hm. Überlegen.

Wenn Staat, Konzern und Politik gemeinsam nur noch an Gewinnmaximierung interessiert sind und diese dann gegen das öffentliche Interesse, die öffentliche Meinung und vor allem gegen die Vernunft gewaltsam durchzusetzen versuchen, bleibt einem Menschen nicht mehr so viel Spielraum als sich mit Lehm zu bewaffnen und zumindest die Exekutive eine zeitlang bewegungsunfähig in den Boden zu manövrieren.

Vielleicht meinten die Primitive Fucking Ballers genau das. Obwohl, ich würde es bezweifeln, die kommen aus der Hardcorestadt Hattiesburg und haben ihre eigenen Probleme. Und Bassläufe wie bei den Descendents. Die haben sie auch. Ansonsten kann ich nicht viel verstehen, es ist Hardcore Punk in die Fresse, genau die richtige akustische Begleitung für eine stimmungsvolle Aktion gegen repressive Spinner im Regenwetter. Muss aber nach knapp 6 Minuten vorbei sein, länger reichen die 9 Songs nicht.
Earth Girl Tapes. Geiler Scheiß!

Dieser ganze braungelbe Lehm und Schlamm hat mich an mein Werkunterricht in der Schule errinnert. Ob sich wohl Töpfer auch des Öfteren im Ton vergreifen?

Vapa Maa – Kaikki on jo v​ä​ä​rin

Ein neuer Song von Vapa Maa, den großartigen Finnen mit dem Faible für den Doppelkonsonanten "KK". Die Single für das Album "Äiti Systeemi", was soviel heißt wie "Hauptsystem", ist ein gewohnt geradliniger Hardcore Knaller mit ein bisschen Breakdown und drei Gitarren und jede Menge Geschrei, das man nicht versteht, weil Finnisch halt. Ich find das super. Genau die richtige Zutat für den Start ins Wochenende, wenn man über die Beschissenheit der Dinge sinnieren kann.

Der Song heißt ungefähr "Alles ist schon falsch" und ironischerweise gibt es den jetzt zweimal auf der Bandcampseite von Vapa Maa. Einmal als alleinstehende Singleauskopplung und einmal als einziger Song für das kommende Album. Wahrscheinlich wollte nur jemand seine lustigen Collagen loswerden und beide Cover veröffentlichen. ¯\_(ツ)_/¯

Corker – Lice

Netter Song von Corker. Die Band aus Cincinnati, Ohio reiht sich ein in die talentierten Gitarrenklimperer der Coldwave-Fraktion. Passt ganz wunderbar zum Proteinshake am Morgen, wenn man sich auf die Räumung eines besetzten Dorfes vorbereiten muss. Passt gut auf Euch auf, ich hab gehört, euer Innenminister macht sich Sorgen, dass dort jemand gewalttätig wird.

Wusstet Ihr, dass der älteste Satz, geschrieben im ersten Alphabet, in einem Stück Elfenbein eingraviert wurde, das als Läusekamm Verwendung fand? "Möge dieser Stoßzahn die Läuse im Haar und im Bart ausrotten." Könnte auch in meinem Kindergarten herumliegen, aber ok ist halt über 3500 Jahre alt.

Gluer – S/T LP

Ich hab gehört, dass Containern jetzt nicht mehr illegal sein soll, stimmt das? Also natürlich nur an den frei zugänglichen Containern, was ja bekanntermaßen die absolute Mehrheit von äh, 3% der Abfallbehälter ist. Aber immerhin.
Ähnlich entgegenkommend wie die Legalisierung von Cannabis, für die man in Deutschland auch nur 40 Jahre gebraucht hat.

Wenn das in diesem Tempo weitergeht, Freunde, dann haben wir in 100 Jahren tatsächlich Energiesparlampen everywhere, autofreie Städte, Tempolimit 180 auf den Autobahnen und Braunkohlestopp. Schade, dass Deutschland dann leider schon verbrannt ist. Andererseits…muss Deutschland nicht sterben, damit wir leben können? Naja. Eins nach dem Anderen.

Gluer aus Stockholm zum Beispiel haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Ich glaub, bei denen gibt es inzwischen so wenig Bargeld im Land, dass sich Banküberfälle nicht mehr lohnen. Also haben sich die 4 jungen Männer einen richtigen Job gesucht und machen jetzt Punk Rock. Hat sich in Skandinavien schließlich rentiert (haha). Die LP kommt in zwei Wochen bei Push My Buttons heraus, das digitale Debütalbum erschien bereits im August. Geiler Scheiß – passt zu Tony Hawk 1-12, wenn man es auf Repeat laufen lässt, was man tun sollte.

Ich gebe zu Bedenken, dass die arbeitslosen Punker irgendwann in unser schönes Land einfallen werden, um sich an den Müllcontainern sattzufressen. Das wird einen riesigen Müll-Tourismus geben und großen Radau rund um die Supermärkte. Hier bitte, ihr Jungen-Union-Würstchen…da habt ihr euer Wahlkampfthema für 2023.

Mvll Crimes & Instant Party – Cover

Unkreativ und müde? Montag?
Dann nimm doch 2 von diesen. Mvll Crimes covern The Cure und Instant Party nehmen sich Jay Reatard vor. Beide Versionen sind gut, weil man noch die Originale heraushören kann. Zu mehr reicht es aber heute auch nicht.

Ich räume hier immer noch aus dem letzten Jahr auf. Wenn das so weiter geht, erfahrt Ihr die heißen Neuigkeiten aus dem Musik-Business dann erst im Frühling. Ist aber eh immer das Gleiche.

Habt einen guten Start in die Woche. Ich klebe mich derweil an den Braunkohlebagger.

Feral + Judy And The Jerks – Free Violence

Es ist natürlich sehr praktisch, wenn man ohnehin in zwei Bands spielt, diese dann auch ein Split Release veröffentlichen zu lassen. So geschehen jenseits oder diesseits des Mississippis in Hattiesburg mit den Punk as Fuck Hardcore Bands Feral und Judy And The Jerks.

Bei beiden Bands sind Austin und Julie mit dabei, es wechseln lediglich die Instrumentierungen und der Gesang. Dort, wo Julie auf dem Bass schrammelt (Feral), hat sie keine Zeit zum Singen, was sie dann aber bei Judy And The Jerks hervorragend tut. Feral hingegen können auf dieser Aufnahme mit dem fantastischen Sänger Bell glänzen, während Austin die ganze Zeit bei beiden Bands dasselbe Lied auf der Gitarre schrammelt – Sehr cool!

Aber Achtung: Entweder mein Gehör ist schlagartig um 40% schlechter geworden, oder die Aufnahmen von Feral sind viiiel zu leise. Dafür schlägt der erste Song von Judy dann umso mehr auf die Ohren und ins Gesicht. Mal sehen, ob das Ding auch analog erscheinen wird, da muss man dann vielleicht noch mal am Mischpult ein bissl nachregeln. Geiler Scheiß von Earth Girl Tapes!

Ich hab die Judy And The Jerks in der Hackerei gesehen und ich muss sagen, dass das Cover sehr gut getroffen ist.

Pickle Jar – 7 Minutes In Vinegar CS

Ich muss noch ein paar Sachen aus dem letzten Jahr aufräumen. Ihr kennt das ja, man lässt dann doch zum Ende viel liegen und denkt sich, den Scheiß kann das Zukunfts-Ich erledigen, der Depp.
Dann sieht es am Ende des Jahres nach Raclette und Tischfeuerwerk furchtbar beschissen in Küche und Wohnzimmer aus, das Leergut stapelt sich auf dem Balkon, der Tannenbaum nadelt fröhlich den Teppich im Esszimmer voll und der Wäscheberg riecht aus dem Bad bis ins Schlafzimmer.
Blöd, wenn das alles derselbe Raum ist. Naja, im neuen Jahr wird alles besser, ne.

In der digitalen Version dieses multifunktionalen Zimmers warten ebenfalls noch ein paar liegengebliebene Schätze aus dem letzten Jahr. Zum Beispiel ein Gurkenglas, das da wohl noch vom Raclette stehengeblieben ist, hat sich verselbstständigt und drei der Gewürzgurken haben inzwischen 7 Songs komponiert und veröffentlicht. In der Kürze der Zeit hat es nur für Hardcore Punk gereicht, der mit ein paar Metalanflügen garniert wurde und innheralb von knapp 7 Minuten heruntergeschluckt ist. Aber immerhin!
Sehr cooler Scheiß von Pickle Jar aus Plymouth. Das riecht nach Skateboardfahren und Schuleschwänzen. Macht sehr viel Spaß, ist kurzweilig und schreit nach mehr.

Auf Kasette bei Noise Merchant Records erschienen. Sweet! (sour). Eignet sich ganz wunderbar zum Aufräumen der Wohnung. Nicht.

Barricade – Apocalypse Joyride LP

Kennt Ihr diese alte, furchtbare Funktion beim Android Smartphone, die euch mitteilt, dass ihr gerade 2 Minuten zu laut Musik über Kopfhörer gehört habt und die die Lautstärke dann automatisch runterregelt, weil euch sonst innerhalb von wenigen Sekunden das Gehirn explodieren würde?
Furchtbar. Nett gemeint und überhaupt nicht übergriffig, aber egal – das machen wir einfach mal so, dachten sich die Hersteller.

Aber wieso geht das bei Smartphones und nicht bei anderen Dingen? Wieso kann man das zum Beispiel nicht bei Autos einprogrammieren, die haben doch ohnehin zu viel verwirrende Elektronik heutzutage? "Sie sind jetzt 15 Minuten 230 km/h gefahren. Niemand kann es so eilig haben. Chill mal." Und dann wird automatisch auf 80 km/h heruntergebremst.
Oder bei einer Spielekonsole. Da müsste auch mal eine automatische Meldung kommen, dass man sein Leben verschwendet, wenn man 14 Stunden am Stück Tony Hawk Pro Skater II spielt, um alle Gaps zu absolvieren. Wir sind viel zu freie Menschen, da muss mehr reguliert werden!

Ach so. Frohes Neues. Wir starten das Jahr mit einer Punk Band, die vielen von meinen Punk Rock Freunden sehr gut gefallen wird, weil sie Metal machen. Klingt komisch und ist auch so. Aber Barricade aus Denton in Texas ballern hier 4 Songs raus, die man getrost in das Metalfach bei den Neuheiten einsortieren kann, wenn doch die Nachfrage an guten Brüll- und Gitarrenattacken gerade so groß ist. Das Album kommt erst im Mai raus, aber man kann das digital jetzt schon einmal bestaunen und das Jahr zünftig mit energiegeladenem äh, Punk (?) beginnen. Geiler Scheiß.

Dirt Cult Records.
Ich hab da ja so eine automatische App bei mir eingebaut, die mich warnt, wenn ich zu lange arbeite. Die heißt Langeweile und lässt mich automatisch nach 6 Stunden einschlafen. Praktisch!

The Arrivals – Goodbye New World LP (Reissue)

Was sind das eigentlich für Leute, die um Mitternacht zum Lagerverkauf von Feuerwerksfabriken eiern und dort dann für mehrere Hundert Euro sinnlose und laute Scheiße kaufen, die innerhalb von 2 Minuten in der Luft verpuffen?
Komische Leute.
OK, ich will keinen Streit vom Zaun brechen. Zum Ende des Jahres noch einmal kurz Tschüss sagen und Frieden schaffen. Ich mach das zwar nicht mit Tischfeuerwerk und Lady-Crackern, abgerissenen Gliedmaßen und Rakete aus dem Arsch, aber mit viel Weltekel und Pessimismus.

Und mit einer Platte, die vor knapp 23 Jahren erschienen ist und nun erstmals auf Vinyl veröffentlicht wurde. Das Erstlingswerk von den Arrivals aus Chicago besticht durch den typischen Pop Punk der 2000er, der von tausend anderen Bands ebenso gut und schlecht zelebriert wurde. Auf "Goodbye New World" sind die Jungs noch nicht so abwechslungsreich wie auf den späteren Platten, aber brettern mit so viel jugendlicher Melodie und Spaß durch die 15 Songs, dass man direkt Bock bekommt, ein paar brennende Raketen in den Hintern und Lady-Cracker in die Nasenlöcher zu stecken und auf dem Skateboard über die Stadtautobahn zu grinden. Was man halt so vor 23 Jahren gemacht hat.

Schlauerweise auf 178 Stück limitiert und deswegen schon ausverkauft. Recess Records. Kommt gut ins Neue Jahr.