Ach, komm. Warum nicht. Die fünf Jungs aus Angers kommen gerade vom Friseur und haben sich extra alle den gleichen Haarschnitt geben lassen, um das neue Album im besten 90er und 2000er Jahre Emo-Stil promoten zu können, sowas muss man auch ein bisschen wertschätzen.
Hinter der hübschen Topfschnitt-Fassade lungert ein melancholisch melodiöser Mollakkord (tolle Alliteration) mit einer Führung durch den Song, die an Bands aus den genannten Jahren erinnert, als der Sound der adoleszenten Traurigkeit noch frisch war. Aber sowas vergeht ja nicht, das konserviert sich von selbst hervorragend und passt heute genauso wie vor 25 Jahren. 10 Songs, einer jetzt, den Rest zum Erscheinen.
Das Cover erinnert mich von der Farbgestaltung und dem Stil ein bisschen an Van Pelts "Sultans of Sentiment". Crazy.
Wenn ihr Bock auf Knopflochtränentanzen habt, dann ist das genau die richtige Band der Stunde. Fragile. Passender Name für zerbrechliche Zeiten.
La Cèpe Records. Erscheint Ende August auf LP in drei verschiedenen Farben. Wenn ihr bis dahin eurer Emo-Phase bereits entwachsen seid, könnt ihr die Platte mit dem Bandfoto einfach als Ansichtsexemplar zu eurem Friseur mitnehmen. Schön.
Eine Split LP! Hat man auch nicht so häufig. Bei Electric Chair von einem no brainer zu sprechen, fühlt sich irgendwie falsch an, und ich will natürlich keine Opfer dieser furchtbaren Exekutionsmaschine verhöhnern. Aber viel nachdenken muss man eigentlich nicht vor der Kaufentscheidung dieser A-Seite der LP.
Coole neue Band aus Kanada mit Sensenmann und Ritter auf dem Cover. Das verspricht doch zumindest ein bisschen Metal mit 80er Einschlag. Mal sehen.
Hallo Montag. Ich hab gehört, dass Histamine ganz furchtbare Spaßverderber sein können, wenn man eine Allergie hat. Also nee, das heißt dann nicht Allergie sondern Unverträglichkeit, eine Intoleranz, eine Störung.
Einfach mal den Entschleunigungsknopf gedrückt halten am Wochenende. Kommen wir mal runter. Dieses ganze Gehabe von Überholspur und schneller und mehr, mehr, mehr geht mir auf den Geist.
Da ist der Penner. Patient Null, der Indexpatient und der Anfang allen Übels. Hat ein bisschen länger gedauert, ihn aufzuspüren, dabei ist das Debüt Album von Patient Zero schon seit Mitte Mai in der Inkubationszeit und bricht jetzt mit aller Macht aus.
Müssen wir mal wieder über Bandnamen sprechen? Sind das vier Krankenpfleger aus Lakewood in Ohio, die sich nach ihrer Lieblings-Mullbinde benannt haben? Oder sind sie eher der passive Part, also diejenigen, die damit am liebsten verbunden werden? Es gibt ja unterschiedliche Vorlieben für alles, da halte ich mich raus.
Bei der aktuellen Variante von Corona ist Heiserkeit wohl neuerdings eine typische Begleiterscheinung. Mist. Wären es Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und Pessimismus könnte ich wenigstens An Der Goldgrube vorbeifahren und mir mit der Diagnose eine Spritze BionTech-Suppe in den Po rammen. So ist es wohl doch nur eine gewisse Wohlstandslethargie und ich muss weiterhin den Mirtazapin Kokain Cocktail schlucken.