Opiliones – Constant Doubt

Nanu, was kommt mir denn da ins Haus gekrabbelt? Opiliones! Und zwar nicht diese kleinen Scheißer mit den stakseligen Beinen, die so viel unterschiedliche Bezeichnungen haben (Weberknecht, Schneider, Opa Langbein, Zimmermänner, Schuster, etc.), aber ansonsten nicht viel können, außer vielleicht Mücken fressen. Nein, ich meine die Opiliones aus Aschau am Inn. Diese vierköpfige Band hatte ich schon im April hier vorgestellt, als sie kurz davor waren, ihr Debütalbum 'The Heart of a Harvestman" herauszubringen (Fun Fact: 'harvestman' ist eine der englischen Variationen von Weberknecht). Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen und in dieser Zeit scheinen die vier Jungs nicht untätig gewesen zu sein.

Da war zum einen eine ausgiebige Deutschland-Tour, die sie im September gespielt haben und zum anderen fanden sie irgendwann auch noch die Lust und Zeit, um ein paar neue Songs zu schreiben und die direkt aufzunehmen. Das Ergebnis ist die neue 7-Song Single 'Constant Doubt'.
Und die schlägt exakt wieder in dieselbe Kerbe von Post-Hardcore und Punk Rock der 90er, den man schon bei ihrem Debüt zu hören bekommen hat. Ja, auch diesmal würde ich als allererstes die großartigen Hot Snakes als Referenz nennen, aber sicherlich gelten alle anderen Bands von Speedo und Rick Froberg (Rocket from the Crypt, Sultans, Obits, Drive like Jehu, etc.) auch als Einfluss und die Wipers werden heutzutage ja eh mit jeder Band in Verbindung gebracht, also bitte. Gute Produktion, alle Musiker verstehen absolut ihr Handwerk, der Sänger kann singen und schreien…verdammt, da gibts nicht viel zu meckern! Das Cover scheint für jedes einzelne Exemplar handgemacht zu sein, wobei meine Ausgabe allerdings schicker ist als das Ansichtsteil hier in dem Beitrag – bei mir sind die Buchstaben ausgemalt und wurden nicht bloß mit nem Edding überpinselt, Du faule Sau.

Die Single ist wohl in Eigenverantwortung veröffentlicht worden, was ja im Sinne von DIY auch noch als Sympathiepunkt gelten darf, obwohl ich nicht verstehe, warum die Band nicht schon längst von irgendeinem Label angesprochen wurde. Naja, nicht mein Bier. Hätte ich eine Beschwerde über die wirklich guten 7 Songs auf der Single; ich ärgere mich ein bisschen darüber, dass die Lieder auf der A-Seite ein Stückchen zu kurz sind – da hätte man bestimmt noch mehr rausholen können. Aber das kommt dann bestimmt auf dem nächsten Longplayer. Kauft Euch das Ding hier beim Münchner Punk Shop – bei 6 Euro kann man nicht viel verkehrt machen. Und im Gegensatz zu Weberknechten scheint es von den Singles nicht mehr viele zu geben, nur mal so als Zusatzinfo.

Jawbreaker – 24 Hour Revenge Therapy

Das ist jetzt auch schon wieder 20 Jahre her, dass die allgemein beliebte Punk Rock Band Jawbreaker mit ’24 Hour Revenge Therapy' ihre beste LP herausgebracht hat. Keine Ahnung, wie viele Lügen in diesem Satz für Euch stecken, aber wo wir schon mal dabei sind – Jawbreaker sind auch mit dafür verantwortlich, dass sich dieser schlimme Begriff vom Emocore oder einfach nur Emo fortan als feststehende Bezeichnung für eine Musikrichtung und Lebenshaltung in der Punk- und Hardcoreszene der 90er Jahre manifestierte. Daraus hat sich dann auch noch eine halbe Vergötterung vom Sänger, Schreiber und Gitaristen der Band, Blake Schwarzenbach, ergeben, der nach Jawbreaker noch in so noblen Bands wie Jetz to Brazil oder heutzutage forgetters seinen depressiven Texten mit wunderbarem Songwriting Ausdruck verlieh und verleiht. Das hat sogar so weit geführt, dass eine der Hauptfiguren aus Nothing Nice To Say, dieser semi-berühmten Comicreihe von Mitch Clem, dem sympathischen Kerl nachempfunden war.

Wenn das jetzt alles ein  bisschen verwirrend klingt, dann passt das so. Jawbreaker waren eine sehr gute Band, aber wie das halt immer so ist mit Hypes – irgendwann fängt das Verherrlichen zu nerven an. Und da kann die Band oder Blake Schwarzenbach eigentlich gar nichts zu, es sind ja eher die anderen (Extrapunkt für existenzialistischen Verweis). Aber ich kann mich noch an ein Gespräch mit ihm erinnern, als er sich darüber beklagt hatte, dass er immer und immer wieder darauf angesprochen wird, wann denn nun endlich eine Jawbreaker Reunion staffinden würde und ihm diese Frage ziemlich auf den Sack ging. Das konnte ich verstehen. Aber warum dann jetzt diese Special Edition 20 Jahre Geburtstag Bla Rerelease Nummer durchziehen? Öl ins Feuer der Reunion-schreienden Fans? Oder nur Geld?

Wie auch immer, Ihr könnt Euch die Scheibe ab heute hier auf der offiziellen Homepage bestellen und Euch auf die 6 Bonustracks freuen, von dem einer schon auf der 'Etc.' Doppel LP war. Macht das ruhig – es ist die Beste!

AJAX – Bleach for Breakfast

Heute mal etwas ganz Anderes und total Neues. AJAX! Eine Hardcore/Punk Band aus New York City. Ich weiß fast nix über die Band, bin nur durch Zufall drüber gestolpert und hab grad genügend schlechte Laune, um mal wieder härtere Sachen zu hören. Diese Weichspülerei geht einem ja auch manchmal ganz schön auf die Nerven. Daher also  AJAX.
Die setzen sich wohl zusammen aus Leuten von Creem, Nuclear Spring und Warthog, was die Richtung schon mal grob vorgibt. Geballer mit Krach und Lärm, der auffallend melodisch sein kann. Klingt komisch? Isses aber nicht – eines der besten Hardcore Demos, das ich so kenne. OK, das sagt auch nicht viel aus, aber vielleicht überzeugt Euch ja ein Zitat, das macht den ganzen Artikel doch wesentlich glaubhafter.

What pushes this thing really over the edge are the vocals, so brace yourself for how awesome they are. I really can’t recommend this one enough and I know I’m not alone on this one, as people seem to really be freaking out about this band.

Das Demo haben AJAX schon im letzten Jahr auf Kassette selbst rausgebracht, ich weiß auch nicht, was der Scheiß momentan soll mit diesen Tapes, aber bitte. Immerhin haben sich die netten Leute von Even Worse Records darum gekümmert, dass man die 5 Songs nun auch auf Vinyl hören kann. Könnt Ihr in Deutschland bei Taken By Surprise kaufen. Jetzt muss ich nur noch die blöde Assoziation zu dem Fußballverein loswerden, sobald ich den Bandnamen höre.

Feral Trash – Obey

Und bitte, das nächste musikalische Prachtwerk aus Kanada: Feral Trash. Die haben letztes Jahr eine der besten Singles des Jahres abgeliefert und seitdem nichts mehr von sich hören lassen. Ich dachte schon, die gäbs gar nicht mehr, weil sich zwei von dem Trio aus dem Staub gemacht haben und nun gemeinsam als Ehemann und Ehefrau in Ottawa hausen, aber weit gefehlt…die haben ein neues Album am Start, das Ende Oktober erscheint!
Bis zum 26. muss man sich also noch ein bisschen gedulden. Dann aber wird die LP 'Trashficition' von Feral Trash auf Dirt Cult und Mammoth Cave offiziell rauskommen. Einen Song darf man aber jetzt schon mal hören und ich muss sagen, der klingt genauso, wie ich mir das vorgestellt hab. Das beste, was Garage Punk zu bieten hat (es sei denn, die Penner von Hex Dispensers raffen sich noch mal auf)! In Deutschland kommt das tolle Ding dann via P.Trash in Eure Plattenläden geflogen.

Big Ups – Rash

Oh, es gibt was Neues von den genialen Big Ups, die mich ja schon mit ihrem Debutalbum 'Eighteen Hours Of Static' schwer begeistern konnten. Auf Tough Love erscheint Ende des Monats eine neue Single mit 2 Songs, von der Ihr einen schon mal hier hören könnt. In den USA wird das interessanterweise eine Split 7″ mit Washer werden. Die kommt dann auf Exploding in Sound Records raus, hat aber denselben Song drauf. Kann Euch also eigentlich auch egal sein. Das kurze Liedchen 'Rash' soll wohl von den dünnen Wänden handeln, die ein Privatleben in Städten fast unmöglich machen. Hat da nicht Dackelblut auch mal was zu gemacht? Naja. Big Ups!
Die limitierte UK-Version in transparentem Vinyl könnt Ihr hier vorbestellen.

Under The Table #2 – Neue Single Reihe

Könnt Ihr Euch noch an die Under The Influence Single Serie erinnern? Das feine Label Suburban Home Records hatte da einen Haufen Split Singles von attraktiven Bands herausgebracht, die – wie der Titel ja schon sagt – ihre jeweiligen "Helden" covern. Das war schon so ne ganz coole Sache und wurde mit der Gestaltung des Artworks sogar noch getoppt. Der talentierte Comiczeichner Mitch Clem hatte sich nämlich darum gekümmert und die Originalcover der Bands/Künstler, von denen die Bands den jeweiligen Song gecovert haben, neu interpretiert. Das sah dann zum Beispiel so aus:

Nun hat man aber leider schon lange nichts mehr von dieser netten Serie gehört, obwohl noch 3-4 Nummern angekündigt waren. Und Suburban Home hat auch schon länger nichts mehr von sich hören lassen. Das klingt also danach, als ob die bereits fertigen Aufnahmen der Bands für die Ewigkeit in einem dunklen Keller einer Festplatte vermodern…Aber halt! Es gibt anscheinend eine neue Serie, die sich dieser verlorenen Aufnahmen annimmt und sie unter dem treffenden Namen Under the Table als neue Serie herausbringt. Die Covergestaltung übernimmt auch wieder Mitch Clem, wie man unschwer erkennen kann.

Die zweite Ausgabe mit Slow Death, die Young Pioneers covern, und dem Stand-Up Typen Kyle Kinane, der etwas über ein Stinktier erzählt, ist gerade erschienen und markiert wohl auch einen Wechsel von den "alten" Aufnahmen zu der Under The Influence Reihe zu der "neuen" Serie Under The Table, bei der dann eben auch mal ein Typ seine eigenen Sachen machen kann und die Cover eben nicht von irgendeinem anderen Artwork inspiriert sind, sondern für sich stehen. Bei der ersten Ausgabe (siehe Franz Nicolay) war das ja noch anders – das waren fertige Aufnahmen und Zeichnungen, die bei Suburban Home unter den Tisch fielen.
Die neue Single ist auf Rad Girlfriend Records und auf Silversprocket erschienen und dort auch gegen Geld einzutauschen. Mal sehen, was als nächstes kommt – genügend Aufnahmen zu der Under The Influence Reihe liegen ja noch in diversen Schubladen…

Black Tower!

Aus Ottawa in Kanada kommen ja viele tolle Bands, die ich hier auch schon des öfteren auf dem Blog thematisiert habe. Unter anderem stammen die herausragenden Vertreter des poppigen Punk Rocks The Creeps, Crusades und The Visitors aus der Hauptstadt Kanadas. Doch die Kerle aus diesen Bands machen nicht nur Pop Punk, sondern jetzt auch Metal!
Warum auch nicht, könnte man sich fragen, denn das letzte Album von Crusades hatte ja schließlich schon deutliche Anleihen aus diesem haarigen Musikstil. Warum also nicht ein paar Freunde aus der Nachbarschaft zusammentrommeln und seine Leidenschaft für NWOBHM/1st and 2nd wave Black Metal-influenced heavy metal/punk rock ausleben? So beschreiben Black Tower zumindest ihre Musik.
Das Trio, das sich tatsächlich aus Bandmitgliedern von den Creeps, Visitors und Crusades zusammensetzt, hat letztes Jahr schon ihr Demo veröffentlicht (auf Tape angeblich bei Cut that Cord zu bekommen), auf der Ottawa Explosion live gespielt (Video) und bastelt seitdem an einem kompletten Album, das jetzt bald fertig zu sein scheint. Hier kann man schon mal ein paar Fortschritte sehen/hören, die sie auf ihrer Facebook Seite gepostet haben.



Das Demo gibts ebenfalls hier zu hören, damit die Vorfreude auf das Album noch größer wird. Das soll The Secret Fire heißen und am 01. Januar 2015 erscheinen. Verbleibt noch genügend Zeit, das Metalgesicht und das Posen zu üben.

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The Moms – Buy American

Das für Juli angekündigte Debut von The Moms aus New Jersey hat sich etwas verzögert, aber ist nun gestern auf Paper and Plastick erschienen. Ich hatte da was im Frühling drüber geschrieben, die Band könnte Euch also schon bekannt vorkommen. Das waren die, die sich wie eine Mischung aus Red City Radio und Have Nots und den aktuellen Against Me! anhören. Die Betonung bei Punk Rock liegt in diesem Falle also auf Rock, aber das kann man bei dem Label ja nun auch erwarten. Das Album mit dem schönen Titel Buy American, auf dem auch die bereits im März erschienene EP Blow Me drauf ist, könnt Ihr in limitierter Version hier beim Label bestellen. Da gibts insgesamt 1000 Stück von und 700 davon sind Red with Blue & White Splatter und der Rest Half Red / Half Blue w/ White Splatter on Red Side. Ein neues Video zu dem Song Miss America gibbet auch noch. Irgendwie fand ich die vor nem halben Jahr noch gut, jetzt eher so naja und langweilig, aber das kann auch tagesabhängig sein. Probierts mal selber aus.

Hier das komplette Album der 3 jungen Männer im Stream. Das wollte ich noch schnell loswerden – das sind 3 Kerle, keine Mütter. Das macht man halt so, bei The Nuns waren ja auch keine Nonnen am Start, so weit ich weiß. Naja. Musik!

Ovens – S/T EP

Vor ein paar Monaten erst hat Tony Molina seine 12″ Dissed and Dismissed veröffentlicht und damit auch relativ gute Kritiken eingeheimst, was wohl jetzt der dafür Grund ist, warum man noch mal seine alte Band Ovens aus dem Grab schaufelt. Warum auch nicht, wenn man noch Schätze im Keller liegen hat, kann man die ja auch bei guter Gelegenheit hervorkramen – so funktioniert doch diese Marktwirtschaft, oder? Äh, ja. Die Songs auf der selbst-betitelten Single, die im Jahr 2005 vom Sänger und Gitarristen der Fastbacks Kurt Bloch aufgenommen wurden, sind jedenfalls genauso super wie all der andere Kram, den der von der Presse als Hardcore Veteran bezeichnete Tony Molina so herausbringt.

Immer wieder findet sich eine Mischung aus Weezer und Thin Lizzy und den poppigen Fastbacks in seinen Songs, obwohl auf dieser Single der Einfluss der Beatles unüberhörbar ist (vielleicht sogar ein bisschen was geklaut?). Vielleicht ist das auch einfach der Charme der San Francisco Bay Area, den man da durchhört? Ich finds großartig – und mindestens 300 andere Leute auch, denn die Single, die erst vor kurzem auf Melters erschien, ist bereits ausverkauft. Skandal. So viel zum Thema gute Gelegenheit. Hört Euch mal seine Sachen an und solltet Ihr zufällig über eine der Singles stolpern, würde ich mich über eine Nachricht freuen…

Red Dons feat. TV Smith – A Vote for the Unknown

Ein neuer Song von den genialen Red Dons ist letzte Woche im Netz aufgetaucht. Das ist ja immer erst mal eine gute Nachricht. Die Band aus Portland hat schließlich seit bereits 7 Jahren nur super Musik herausgebracht. Naja, wenn man das genau nimmt, sogar schon ein bisschen länger, denn mit den Observers waren die ja fast schon in der selben Besetzung seit 2003 unterwegs.
Aber wie auch immer, bei dem neuen Song A Vote for the Unknown erkennt auch das ungeübte Ohr schnell, dass hier nicht Doug Burns am Gesang tätig ist, sondern eine andere bekannte Stimme. Aus was für einem Grund auch immer haben sich Red Dons nämlich hier mit TV Smith zusammen getan, dem Sänger von den Adverts. Und so klingt das dann eben auch. Musik nach Red Dons, Gesang nach den Solo-Sachen von TV Smith. Nett, aber ich hoffe dennoch, dass auf dem im Oktober erscheinenden Release der gute Doug auch ein paar Gesangsparts übernimmt. Da bin ich relativ unflexibel, aber ich lass mich dann auch gerne vom Gegenteil überzeugen. Die Single kann man im übrigen schon auf Deranged vorbestellen…