Powernap – I’ll Resist

Die neue Band von Hugo Mudie nennt sich Powernap. Es war ja auch nur ne Frage der Zeit, bis der Mann wieder etwas rockigere Musik macht. Ihr wisst doch, von wem ich rede, oder? Der Hugo, der Sänger von den Sainte Catherines und von Yesterday’s Ring und aktuell auch noch von den Miracles. Der Mann aus Montréal, der auch das Pouzza Festival organisiert und veranstaltet. Genau der.
Zusammen mit seinem Kumpel Frank aus Sainte Catherines Tagen hat er Anfang des Jahres nun diese neue Band mit dem feinen Namen 'Powernap' gegründet, die demnächst (Dezember) tatsächlich auf Asian Man ihr Debüt 'Oerosmith' veröffentlichen. Bislang gibt es diese beiden Videos von der Band, die mich musikalisch jetzt nicht so vom Hocker reißen, aber das Ding mit den Goalies, die sich verhältnismäßig gewaltbereit auf dem Eis verhalten, ist zumindest sehr nett anzusehen. Und das kann ich Euch dann ja nicht vorenthalten…

Beim anderen Video könnt Ihr den Text des Liedes mitsingen, wenn Ihr möchtet. Und Ihr bekommt ein paar Impressionen von Montréal und Hugo’s Katzen zu sehen und so…

Total Heels!

Also eigentlich hatte die Band ja bei mir schon fast verschissen, bevor ich überhaupt einen Ton von denen gehört hatte. Dabei machen die 4 Jungs sonst alles 'richtig'. Total Heels kommen aus Kopenhagen und New York (3 zu 1) und haben vorher in so illustren Bands wie Yellow Press und Polite Sleeper gespielt, was auch direkt die Richtung der Total Heels vorgibt. Garagiger Punk Rock Soul Pop Dings mit Orgeln und tollen Melodien. Seit letztem Jahr hat das Quartett schon 3 Singles und ein komplettes Album in Eigenregie veröffentlicht – also zumindest auf eigenem Label, was ja auch schon sehr sympathisch ist. Klingt alles nach sehr viel DIY und großartiger Musik.
Allerdings hat die Band auf ihrem aktuellen Albumcover ein Foto von einem großen, triefigen Stück verdammter rote Beete auf Brot abgebildet. Und das ist so ziemlich das ekligste Stück Gemüse, das es überhaupt gibt. Rote Beete, nicht Brot, ne. Dagegen schmeckt Mangold ja nach Erdbeereis. Wenn Ihr darauf Bock habt, Euch Blumenerde in Form eines gepressten Stücks roten Brikett aufs Brot zu legen, bitte. Aber ohne mich. Und einen schlechteren Kaufanreiz kann ich mir für eine Platte auch nicht vorstellen, aber ’never judge a book by it’s cover' und so. Ist schon richtig.
Da ich ja ohnehin zunächst den Song von ihrer aktuellen Single 'Barb Wire' gehört habe und die logischerweise ein anderes Cover hat, ist mir die Kotze erst bei der weiteren Recherche zu der Band hochgekommen. Naja, was tut man nicht alles. Hier auf jeden Fall mal 3 Songs, die mit geschlossen Augen so richtig gut sind.

Die Tour haben wir leider verpasst, aber das ist ja überwiegend ne europäische Band – die sieht man ja meistens öfter. Und bis dahin könnt Ihr deren Kram unter anderem bei X-Mist kaufen.

Exit Verse – Seeds

In den letzten Jahren wurde es um Geoff Farina ganz schön still. Ihr wisst, der Sänger von der genialen Band Karate und den etwas weniger bekannten Secret Stars, der danach auch mit den Glorytellers und solo unterwegs war. Den mein ich. Ziemlich sehr genau vor 3 Jahren hab ich den noch im King Georg zusammen mit Chris Brokaw (Codeine) gesehen und damals schon gedacht, dass der Penner mal schleunigst was Neues machen soll, bevor der auf einmal stumpf tot umfällt. Naja, er hat ja eigentlich genug Sachen aufgenommen und nebenher auch noch an 3 Unis Musikgeschichte unterrichtet, aber wenn man Fan ist, Ihr wisst schon. Und wie das so ist, nach 3 Jahren erfüllen sich dann auch endlich mal meine Wünsche.

Zusammen mit John Dugan (Chisel, Edsel) und Pete Croke (Brokeback, Tight Phantoms) hat er die Band Exit Verse vor einiger Zeit gegründet und nun endlich (17.11.) kommt auch die erste LP von den Dreien bei Ernest Jenning Record Co. raus. Keine Ahnung, ob es da eine Lizenz für Europa gibt, aber irgendwie werd ich da schon rankommen. Das Album wurde im letzten Jahr bereits aufgenommen und von Bob Westen (Shellac, Mission of Burma) gemastert und inzwischen wurde auch der Drummer durch Chris Dye (Speck Mountain, Chin Up Chin Up) ersetzt. Einen Song darf man sich schon einmal anhören und ich finde, da hört man doch ne Menge Karate und Glorytellers raus. Aber das sollte dann auch nicht weiter verwundern. Ich freu mich drauf. Und wenn Euch die Zeit zu lang ist, bis alle Songs frei zugänglich sind, könnt Ihr ja hier ein nettes Interview mit Geoff Farina lesen, in dem er über dieses neue Projekt spricht.

Piss Test – Neue EP & Tour

Als regelmäßige Leser wisst Ihr ja bestimmt wer Piss Test sind. Nicht, weil ich jemals über die hier geschrieben hätte, sondern weil die musikalisch einfach total ins Raster von diesem Dings passen und man die Band daher eigentlich kennen müsste, oder so. Falls Ihr jedoch tatsächlich noch nichts von denen gehört habt, reicht es wahrscheinlich, nur ein paar metaphorische Zutaten in die Schüssel zu werfen und schon könnt Ihr erahnen, wie sich der Salat dann anhört: Red Dons, Autistic Youth, Wipers.
Und das sind nicht bloß irgendwelche stumpfen Vergleiche zu ähnlich klingenden Bands. Nee, die Leute von Piss Test sind oder waren in den genannten Bands tatsächlich aktiv. Daher kommt das Trio logischerweise auch aus Portland, Oregon und die neue Veröffentlichung, eine selbstbetitelte Single, ist ebenso logischerweise in Europa bei Taken by Sursprise erschienen. Überzeugt Euch doch selbst davon, dass schon wieder Leute aus Portland ziemlich beeindruckenden, rotzigen, noblen Punk Rock spielen können. Keine Ahnung, was die da ins Trinkwasser oder ins Müsli kippen. Scheint zu funktionieren.

Die Single kommt offiziell nächste Woche raus, pünktlich zum Start ihrer Europa Tour. Ich kann Euch das nur wärmstens ans Herz legen, mindestens eins der Konzerte zu besuchen. Nicht nachher meckern, wenn Ihr die verpasst habt. Hier noch mal ein paar Motivationsschübe – Bescheiden, wie sie sind, hieß die erste LP im übrigen 'Biggest Band in Europe'. Mal sehen, ob die Großmäuler recht behalten werden…

Die kompletten Tourdaten nach dem Sprung.

Espectrostatic – Escape from Witchtropolis

Pünktlich zu Halloween gibt es endlich was Neues von dem Elektro-Horror-Synthie-Projekt des Hex Dispensers Sängers, Alex Cuervo. Espectrostatic klingt für mich immer noch eher nach einem Fluch aus einem Harry Potter Buch als nach einem eingängigen Bandnamen, aber das ist natürlich auch nur mein persönliches Empfinden. Und ja, ich hab Harry Potter gelesen, und? Äh, nachdem der gute Mann letztes Jahr sein Debüt mit dem selbstbetitelten Album herausgebracht hat, erscheint ziemlich genau 12 Monate später dieses Zweitlingswerk mit dem hübschen Titel 'Escape from Witchtropolis'. Und da er zu der Zeit, in der er das Album schrieb, an einem Seminar zu Filmmusik teilgenommen hat, sind einige der Songs auch als Hausaufgaben zu dem Thema zu verstehen und so wundert es nicht, dass diese LP wieder ein bisschen nach den Soundtracks der Horrorfilme  aus den 80ern klingt. Carpenter lässt grüßen und so. Interessanterweise erzählt Alex Cuervo auch, dass dieses Projekt 'Espectrostatic' nicht nur auf das Komponieren von gruseliger Musik beschränkt bleiben soll.

I have a great love for genre films and nothing would make me happier than to make my living scoring science fiction, horror, and suspense films. Espectrostatic started as a fun way for me to deploy all of these tools and practice using them creatively.

Da darf man also gespannt sein, ob der Knabe dann bald auch Horror B-Movies schreibt, vertont und dreht. Ich würd mir den Kram ja ansehen. Die LP ist auch dieses Mal wieder bei Trouble in Mind in limitierter Version erschienen und kann hierzulande bei diversen Mailordern vorbestellt werden. Bis dahin kann man sich aber den Stream in voller Länger schon einmal hier anhören.

Iron Chic/Low Culture – Split 7″

Pünktlich zum Fest 13 haben es Iron Chic und Low Culture geschafft, ihre lang angekündigte Split Single zu veröffentlichen. Das passt doch dem Sing-Along-Punk-Rock-Konzept von Iron Chic ganz gut, da können die Fans schon mal frühzeitig die Texte auswendig lernen. Die 7″ kommt auf Dirt Cult und Dead Broke Records in unterschiedlichen Farben raus und kann natürlich bei den Labels schon vorbestellt werden. Geboten wird selbstverständlich solider Punk Rock – der eine etwas power-poppiger (Low Culture), der andere Iron Chic.
Interessant ist aber auch neben der Musik, dass auf dem Cover der Split Single der Drunken Sailor vor dem Haus von Walter White steht. Ihr wisst schon, das Haus von dem Typen aus Breaking Bad. Wer weiß, ob sich Menschen inzwischen schon aus diesem Grund so eine 7″ ins Regal stellen. Hab schon Schlimmeres gesehen. Ach, falls Ihr tatsächlich auf dem Fest seit, die Low Cultures spielen da nicht. Aber geht doch zu Marked Men, das sind dieselben Typen und die Band is auch nicht so schlecht.

Divers – Glass Chimes

Oh, Hallo! Ich hab hier ein schönes Lied gefunden, das schon voll alt ist. Mehr braucht es ja auch nicht, um hier erwähnt zu werden. Also hier die sogenannten Eckdaten: Divers waren/sind eine Band aus Portland und haben vor 2 Jahren ne Single auf Rumbletown Records rausgebracht, auf der dieser tolle Song drauf ist. Mit der freundlichen Unterstützung von Erica Freas am Gesang (RVIVR) wird aus dem Rock & Roll Stückchen so auch ein richtiger Ohrwurm. Mehr gibts nicht zu sagen. Schöne Woche!

Yes I’m Leaving – Slow Release

Der Name klingt ja erst mal nach einer heulsusigen Emoband, aber wie sagt man im englischen Sprachraum so schön 'Never judge a Book by it’s Cover.'. Ach, Scheiße, das passt hier gar nicht. 'Namen sind Schall und Rauch' würde vielleicht besser zutreffen, denn die Assoziation zum weinerlichen Sound passt hier mal so gar nicht. Die drei Australier aus Sydney spielen straighten Noise Rock mit Garage und Punk Rock Elementen, der direkt unter die Haut geht. 'Slow Release' ist bereits ihre zweite Veröffentlichung, die in ihrem Heimatland auf dem relativ frischen Label Homeless Records rausgekommen ist.
Und die aktuelle LP hat ihre Bezeichnung 'Longplayer' auch wirklich mal verdient. Denn da, wo andere Bands nach 20 Minuten Spielzeit schlapp machen, kann man sich hier noch mal entspannt zurücklehnen und weitere 4 Lieder genießen. Auch wenn dieser Noise Kram oft nicht meins ist, Yes I’m Leaving machen das richtig gut – jedenfalls so, dass es mir gefällt. Die Platte kann man sich inzwischen bei X-Mist kaufen, wo auch sonst. Ich kann da nicht viel mehr zu sagen  – so eine Band überzeugt sowieso direkt beim ersten Hören, da kann man sich das blöde Geschreibsel auch sparen. Also hört und seht mal!

Wenn Euch solche Sachen gefallen, empfehle ich Euch mal bei 12XU vorbeizuschauen, der Groschi schreibt regelmäßig über noisigen Kram.

Update: Feral Trash – Trashfiction

Vielleicht habe ich eine andere Bindung zu dieser Band, weil ich am Ende einer wahnsinnig tollen Schnitzeljagd zu meinem Geburtstag die Single im hiesigen Hochschulradio als abschließende Aufgabe live 'on air' spielen musste. Das ist natürlich einprägsam. Aber gute Musik setzt sich ja meistens auch so durch, ohne irgendwelche Spielchen zu treiben. Und gute Musik zu spielen ist für Feral Trash anscheinend so einfach wie es für andere Leute ist, sich die Schuhe anzuziehen. Wo andere mit Doppelknoten oder Klettverschluss hantieren, servieren Feral Trash eine schnörkellose Schleife. Das, was auch so großartige Bands wie Marked Men oder Hex Dispensers einzigartig macht, klingt auch hier wieder durch. Garage Punk Rock mit mehrstimmigem Gesang, scheinbar simple Melodien und ein bisschen Bass und Schlagzeug hören sich auf einmal unfassbar gut an, obwohl das gleiche Rezept tausendfach von anderen Bands ebenso durchgenudelt wird. Es ist eben das kleine bisschen Etwas dabei, was die Melodien hervorhebt und die Songs zu Ohrwürmern macht.
Das neue Album 'Trashfiction', das ich ja schon mal hier angekündigt hatte, wird nun exklusiv bei den bekackten Punknews gestreamt und so kann man sich schon mal daran digital erfreuen, bis das Ding endlich auch auf Vinyl hierzulande via P.Trash irgendwann bald erscheint. Im Sinne des Blogs hab ich mir mal die Freiheit genommen, zumindest den ersten Song der LP hier anzubieten. Wenn Ihr die Playlist, das gesamte Album und son Kram wollt, dann klickt auf den Punknews Link. Ansonsten einfach hier auf Play und Spaß haben. Song Nummer Eins: Seventeen.

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Update: Dirtcults Records streamt das komplette tolle Album. Feine Sache.

Audacity – Neue Single & Alte 10″

Die 4 Jungs von Audacity sind ganz schön fleißig. Ihr letztes Album 'Butter Knife' kam grad mal Ende letzten Jahres bei Suicide Squeeze raus, dann haben sie so gut wie das gesamte Jahr über Konzerte gespielt (darunter auch eine nette Europa Tour) und anscheinend irgendwann zwischendurch mindestens 2 neue Songs eingespielt, die sie jetzt ebenfalls auf Suicide Squeeze herausbringen werden (OK, der Song auf der B-Seite 'Mind your own Business'  ist ein Cover von Delta 5).
Die könnt Ihr gerne schon beim Label pre-ordern – ich zumindest würde ja gerne die rosa/fluoreszierende Version haben, aber die Versandkosten über den Atlantik…Ihr kennt das ja. Auf jeden Fall liefern sie mit 'Counting the Days' mal wieder eine feine Garage/Pop/Punk/Indie Nummer ab, die man nach dem zweiten Hören kaum mehr aus dem Ohr bekommt. So sind sie halt…

Momentan spielen Audacity noch ein paar Shows in Japan und danach sind sie wahrscheinlich zur Vorweihnachtszeit wieder pünktlich zuhause, wenn die Single tatsächlich physikalisch auf den Markt kommt (02. Dezember). Dann wird die Wäsche von Mutti gemacht und danach gehen sie bestimmt wieder direkt ins Studio – die sind halt noch sehr jung. Falls Ihr Interesse an dem ersten Album der Band habt, also das, was sie aufgenommen hatten, als sie noch in der bekackten High School (!) waren, dann habt Ihr dazu jetzt auch die Möglichkeit. Burger Records hat das Tape 'Juva Jive', was sie damals bei ihren Shows verteilt haben, neu aufgelegt und auch auf Vinyl veröffentlicht. Das könnt Ihr hier auf einer schicken 10″ bestellen. Außerdem ist das andere fantastische Album 'Mellow Cruisers' jetzt auch in Europa via Taken by Surprise erhältlich. Damit Ihr Porto spart, Ihr wisst schon.