Mike Krol – Power Chords LP

Es sieht so aus, als würde mich Mike Krol mit seiner 4. Platte dann doch noch hinterm Ofen hervorlocken. Dort hatte ich mich nach seinem ersten Release (I hate Jazz) im Jahre 2011 verkrochen, weil es doch alles sehr nach einer schwächeren Jay Reatard oder Brat Farrar Platte klang. Und das braucht ja kein Mensch – also ab hinter den Ofen.

Mit Power Chords legt der gute Mike nun eine sehr melodische Power Pop Punk Fuzz Rock Platte hin (ich hab Garage vergessen), die man zwar wegen des omnipräsenten Fuzz-Faktors auch wieder mit oben genannten Personen vergleichen kann, aber das Album hat einen treffenden und schönen Titel und auf dem Cover sitzt ein blutender Mike im rosa Hemd mit einer babyblauen Gitarre auf einem wiederum rosa bezogenen Bett. Außerdem ist das Album doppelt so lang wie sein letztes (Turkey – 18 Minuten). Und so blöd das klingt, irgendwie ist das Album erwachsener oder reifer als der Rest seiner Sachen. Die Melodien bleiben im Ohr, die Texte sind depressiv genug. Das muss reichen, denn ansonsten ist wirklich nicht viel Neues hier zu entdecken. Aber warum auch?

Eine Mischung aus The Strokes, Jay Reatard und vielleicht sogar ein bisschen White Reaper ist immer gut, da rennt man bei mir offene Türen/Ohren ein. Auf Dauer nervt jemanden vielleicht mit einem zart besaiteten Ohr der Drang, alles maximal zu verzerren, was nicht bei 3 auf den Bäumen oder hinterm Ofen verschwunden ist. Vor allem der Gesang könnte hin und wieder mal glockenklar über den ganzen Fuzz-Matsch erklingen. Aber wer hier hat zart besaitete Ohren? Na also.

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